Autor: Stojancho Gjorgjiev

  • Z-IMG Zachert Ingenieurtechnik und Maschinenbau GmbH stellt Insolvenzantrag – angekündigter Rücktritt der Verkäuferseite beendet Grundlage für Neustart

    Die Z-IMG Zachert Ingenieurtechnik und Maschinenbau GmbH wird heute beim zuständigen Insolvenzgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen. Grund hierfür ist der angekündigte Rücktritt der Verkäuferseite vom im Dezember 2024 geschlossenen Asset Deal. Damit entfällt die vertragliche Grundlage, auf der der Neustart des Betriebs zum 1. April 2025 beruhte.

    Traditionsbetrieb mit Zukunftspotenzial unter klaren Bedingungen

    Die frühere IMG galt über Jahrzehnte als prägender Industriestandort in Rostock und war international im Nischenbereich des Anlagen- und Automatisierungsbaus für den Schiffbau anerkannt. Der Kauf durch Investor Olaf Zachert erfolgte vor dem Hintergrund eines dynamischen Marktumfelds: Seit 2025 verzeichnet die globale Schiffbauindustrie eine deutliche Belebung, getragen von Modernisierungsprogrammen und steigender Nachfrage nach technologischen Sonderlösungen. Unter verlässlichen Rahmenbedingungen hätte Z-IMG in diesem Umfeld gute Chancen auf eine nachhaltige Fortführung gehabt.

    Wirtschaftliche Zusagen nicht eingelöst, Vertragsklarheit blieb aus

    Entscheidend für die Kaufentscheidung waren umfangreiche Darstellungen der Verkäuferseite, darunter eine ursprünglich mit rund 380 Millionen Euro bezifferte Projektpipeline. Diese wurde im Laufe der Vorbereitungen auf etwa 45 Millionen Euro konkretisiert, wobei kurz vor Vollzug nochmals mehrere potenzielle Aufträge durch die Verkäuferseite bestätigt wurden. Diese Aussichten machten einen Neustart unter den gegebenen Marktbedingungen plausibel.

    Nach Vollzug der Übernahme am 1. April 2025 zeigte sich jedoch, dass die zugesagten Aufträge nicht realisierbar waren und neue Kunden nicht gewonnen werden konnten. Zudem erwiesen sich gekaufte Assets als unvollständig. Zur Klärung dieser Diskrepanzen legte Z-IMG im September 2025 eine Ergänzungsvereinbarung vor, die Anfang Oktober offiziell übermittelt wurde. Eine Einigung kam bis zuletzt nicht zustande. Die fortgesetzte Ungewissheit über Vertragsinhalt, Eigentumsverhältnisse und Zuständigkeiten verhinderte langfristige Geschäftsentscheidungen – insbesondere gegenüber Werften, deren Projekte langfristige Zusagen erfordern.

    Finanzierung unmöglich bei fehlender Rechtssicherheit

    Externe Investoren standen grundsätzlich bereit, die notwendige Kapitalzufuhr zu leisten, insbesondere zur Begleichung ausstehender Löhne. Voraussetzung dafür war jedoch eine geklärte vertragliche und rechtliche Situation. Wegen der über Monate offenen Fragen zu IP, Vermögenszuordnung und Haftungsstruktur war eine rechtssichere Einbindung von Kapital nicht möglich. Ebenso wenig ließ sich unter diesen Umständen eine Kaufpreiszahlung verantworten.

    Trotz wiederholter Angebote zur Abstimmung – zuletzt auch mit der Verkäuferseite und dem Gläubigerausschuss – blieb eine Lösung aus. Der nun erklärte Rücktritt der Verkäuferseite macht deutlich: Es existiert keine tragfähige Grundlage mehr für eine Fortführung.

    Verantwortungsvoller Umgang mit Mitarbeitenden und Gläubigern

    „Wir waren überzeugt, diesem traditionsreichen technischen Standort im Schiffbaumarkt eine neue Zukunftsperspektive geben zu können“, sagt Olaf Zachert, Investor und Gründer von Zachert Private Equity. „Dass sich diese Erwartungen nicht erfüllt haben und entscheidende Klärungen ausblieben, trifft vor allem die Mitarbeitenden, die in den vergangenen Monaten große Geduld und Loyalität gezeigt haben. Der Insolvenzantrag ist nun der einzig verantwortbare Schritt, um die Situation transparent zu ordnen, die offenen Löhne regulär abzuwickeln und den Beschäftigten die Klarheit zu geben, die sie nach dieser belastenden Zeit verdienen.“

    „Die Antragstellung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die vertragliche Lage erstmals eindeutig ist“, so Zachert weiter. „Der Gesellschafter ist bereit im nun folgenden strukturierten Verfahren die notwendige Liquidität bereitzustellen, um die berechtigten Löhne und Gehälter vollständig auszugleichen.“

    Unabhängig vom Insolvenzverfahren wird der Gesellschafter die Vorgänge der vergangenen Monate, vor allem zur Informationslage, Vertragsgestaltung und wirtschaftlichen Entwicklung, rechtlich aufarbeiten lassen.

    Über die Z-IMG GmbH

    Z-IMG Zachert Ingenieurtechnik und Maschinenbau GmbH ist ein Maschinenbauunternehmen mit Fokus auf Sonderanlagen für den Schiffbau sowie für den Brücken- und Schienenbau. Das Unternehmen entstand aus dem Asset Deal mit der insolventen IMG und beschäftigte nach der Übernahme im April 2025 rund 60 Mitarbeitende.

    Pressekontakt:
    zachert@wmp-ag.de
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            Zachert Private Equity GmbH
  • OECD sieht leichten Aufschwung – Industrie warnt vor Krise

    Obwohl die deutsche Wirtschaft nach neuer Prognose der OECD ab kommendem Jahr wieder langsam auf Wachstumskurs geht, schlägt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) Alarm. «Der Wirtschaftsstandort befindet sich in seiner historisch tiefsten Krise seit Bestehen der Bundesrepublik, doch die Bundesregierung reagiert nicht entschlossen genug», sagte BDI-Präsident Peter Leibinger der Deutschen Presse-Agentur. Die deutsche Industrie verliere kontinuierlich an Substanz und der Wirtschaftsstandort befinde sich «im freien Fall».

    Dem Wachstum der Weltwirtschaft hinkt Deutschland auf jeden Fall weiter hinterher, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris mitteilte. Nach einem Plus von voraussichtlich nur 0,3 Prozent in diesem Jahr könnte das deutsche Wachstum im kommenden Jahr auf 1 Prozent zulegen. Die Expertinnen und Experten senkten ihre Erwartung für 2026 damit aber um 0,1 Prozentpunkte gegenüber ihres vorherigen Wirtschaftsausblicks im September. Für 2027 wird ein Wachstum um 1,5 Prozent erwartet.

    Zölle und handelspolitische Unsicherheiten belasten Deutschland

    Eine niedrige Inflation, steigende Löhne und abnehmende innenpolitische Unsicherheit kämen der deutschen Wirtschaft zugute, erklärte die OECD. Allerdings beeinträchtigten die hohe handelspolitische Unsicherheit und die US-Zölle weiterhin die Auslandsnachfrage sowie Investitionen in die exportorientierte Produktion. Zur Belebung trügen steigende private Investitionen und wachsende öffentliche Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur bei. 

    Weltweit erwartet die Industriestaatenorganisation für das laufende Jahr ein Plus von 3,2 Prozent und für 2026 dann eine Abschwächung auf 2,9 Prozent, gefolgt wiederum von einer leichten Erholung auf 3,1 Prozent im Jahr 2027. Die Weltwirtschaft habe sich trotz erhöhter Handelsbarrieren und erheblicher politischer Unsicherheit als widerstandsfähig erwiesen. Dennoch habe sich das Wachstum des Welthandels im zweiten Quartal dieses Jahres abgeschwächt und die OECD erwartet, dass sich höhere Zölle allmählich in höheren Preisen niederschlagen und das Wachstum bremsen.

    OECD-Chef ruft zur Lösung von Handelskonflikten auf

    «Angesichts der Schwächen der Weltwirtschaft müssen die Länder ihre Bemühungen um einen konstruktiven Dialog verstärken, der eine dauerhafte Lösung der Handelsspannungen und eine Verringerung der politischen Unsicherheit gewährleistet», sagte OECD-Generalsekretär Mathias Cormann. «Haushaltsdisziplin ist wichtig, um den zunehmenden Risiken zu begegnen, die sich aus der hohen Staatsverschuldung und dem höheren Ausgabenbedarf aufgrund von Verteidigungsanforderungen und der alternden Bevölkerung ergeben.»

    Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) stützt seine negativen Aussichten auf einen neuen Industriebericht, in dem für dieses Jahr ein Rückgang der Produktion in der Industrie um zwei Prozent erwartet wird. Damit würde sie das vierte Jahr in Folge schrumpfen. «Das ist keine konjunkturelle Delle, sondern ein struktureller Abstieg», so BDI-Präsident Leibinger. Die deutsche Industrie verliere kontinuierlich an Substanz. Der Wirtschaftsstandort befinde sich «im freien Fall».

    In einer schwierigen Lage befindet sich zum Beispiel die Chemieindustrie. Zuletzt lag dem Bericht zufolge die Auslastung der Chemieanlagen nur noch bei 70 Prozent. Auch der Maschinenbau und die Stahlindustrie sind unter Druck. Die Lage in der Bauindustrie dagegen scheint sich zu stabilisieren. In der Autoindustrie wird mit einem Produktionsplus gerechnet, die Kapazitätsauslastung ist gestiegen. Die Beschäftigung in der Automobilindustrie aber ist unter Druck geraten.

    Leibinger fordert Regierung zum Handeln auf

    «Deutschland braucht jetzt eine wirtschaftspolitische Wende mit klaren Prioritäten für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum», sagte Leibinger. Jeder Monat ohne entschlossene Strukturreformen koste weitere Arbeitsplätze und Wohlstand und enge künftige Spielräume des Staates massiv ein. Konkret fordert der BDI-Präsident, die Bundesregierung müsse Investitionen Vorrang vor konsumtiven Ausgaben einräumen.

    Auch der Präsident des Maschinenbauverbands VDMA, Bertram Kawlath, forderte die schwarz-rote Koalition zu schnellem Handeln auf. «Wir fragen uns, wann kriegen die vom Wähler mit einem Regierungsmandat ausgestatteten Parteien notwendige Reformen und eine Strategie für dieses Land auf den Weg?», sagte Kawlath dem «Deutschlandfunk». Man sehe «etwas entsetzt», wie die Parteien der Mitte mit ihrem Mandat umgingen. Erwartungen würden nicht erfüllt.

  • Firmen wollen wegen Mindestlohnerhöhung Jobs abbauen

    Mehr als jedes fünfte direkt betroffene Unternehmen will als Reaktion auf die Mindestlohnerhöhung am 1. Januar Jobs abbauen. Konkret sagten dies 21,7 Prozent in der aktuellen Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts, wie die Münchner Wirtschaftsforscher mitteilen. Allerdings sind nur 37 Prozent direkt betroffen. Unter ihnen wollen zudem viele Betriebe auf Investitionen verzichten und Preise anheben. Der Mindestlohn steigt zum Jahreswechsel um 1,08 Euro auf 13,90 Euro pro Stunde.

    «Die anstehende Mindestlohnerhöhung zum Jahreswechsel stellt einen bedeutenden Lohnkostenanstieg für die betroffenen Unternehmen dar», sagt Ifo-Forscher Sebastian Link. «Die Reaktionen der Unternehmen zeigen, dass die Anhebung des Mindestlohns in der aktuellen Phase der wirtschaftlichen Schwäche besonders schädlich ist.» 

    2022 waren die Reaktionen milder

    Auffallend ist, dass die Reaktionen der Unternehmen deutlich schärfer ausfallen, als bei der letzten großen Mindestlohnerhöhung 2022. Damals war es sogar um 1,55 auf 12 Euro nach oben gegangen. Jetzt planten sie aber häufiger mit Stellenabbau und Investitionskürzungen, betont Link. 

    Vor der Erhöhung 2022 hatten nur 10,6 Prozent der betroffenen Unternehmen einen Stellenabbau geplant. Eine Senkung der Investitionen steht aktuell bei 27,7 Prozent der betroffenen Unternehmen an, damals nur bei 15 Prozent an. In Bezug auf mögliche Preisanhebungen sind die Reaktionen diesmal allerdings etwas geringer. Aktuell planen dies 49,7 Prozent, damals waren es 54,8.

    Trotz der angekündigten Reaktionen sehen viele betroffene Firmen negative Auswirkungen: So erwarten 51 Prozent von ihnen, eine sinkende Profitabilität und 36,7 Prozent eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit. 

    Gastgewerbe und Einzelhandel am häufigsten betroffen

    Als direkt betroffen gelten Unternehmen, wenn sie aktuell Mitarbeiter mit einem Stundenlohn unter dem künftigen Mindestlohn von 13,90 Euro je Stunde haben. Das ist besonders oft im Gastgewerbe mit 77 Prozent, dem Einzelhandel mit 71 Prozent sowie in der Textil- und der Nahrungsmittelindustrie mit 62 und 59 Prozent der Fall. In vielen anderen Branchen sind es weniger als 40 Prozent der Unternehmen, in Maschinenbau und am Bau sogar weniger als 20 Prozent. Am Bau macht sich der dort geltende höhere Branchenmindestlohn bemerkbar. 

    Der Anteil der von der Mindestlohnerhöhung betroffenen Arbeitsverhältnisse ist sehr viel geringer: Bei den betroffenen Firmen sind es 15,5 Prozent der Jobs. Über alle Unternehmen – also inklusive der nicht betroffenen – nur 5,8 Prozent. Der mit Abstand höchsten Anteil findet sich im Gastgewerbe. Dort ist es mit 23,9 Prozent fast jedes vierte Arbeitsverhältnis – über alle Betriebe gerechnet.

    DGB kritisiert Arbeitgeber und Ifo

    Deutliche Kritik kam vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB): «Der höhere Mindestlohn von 13,90 Euro wurde gemeinsam mit der Arbeitgeberseite in der Mindestlohnkommission beschlossen», sagte Vorstandsmitglied Stefan Körzell. «Anstatt permanent sozialpartnerschaftliche Verabredungen infrage zu stellen, sollten die Unternehmen jetzt konstruktiv an Umsetzungsfragen arbeiten.» 

    Auch das Ifo selbst nahm Körzell aufs Korn: Schon vor Einführung des Mindestlohns habe es den Verlust von einer Million Arbeitsplätzen prognostiziert. Stattdessen sei die Beschäftigung nach der Einführung gestiegen. «Wir kennen die alte Leier seit zehn Jahren: Auch frühere Mindestlohnerhöhungen wurden von Arbeitgeberseite mit düsteren Prognosen begleitet, die in der Realität nicht eingetroffen sind.»

  • Drohnenbauer Helsing und Schaeffler wollen zusammenarbeiten

    Das Münchner Drohnen-Startup Helsing und der fränkische Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler wollen zusammenarbeiten. Die beiden Unternehmen unterzeichneten beim Rüstungsgipfel in Berlin eine entsprechende Absichtserklärung. Ziel der Kooperation ist es, Helsings Drohnenfertigung auszubauen. Zuvor hatte die «Süddeutsche Zeitung» darüber berichtet. 

    «Die deutschen Autozulieferer können skalieren wie keine andere Industrie und beim Aufbau resilienter Lieferketten zügig unterstützen», sagt der Helsing-Mitgründer und Co-Vorstandsvorsitzende, Gundbert Scherf. «Die Zusammenarbeit mit Schaeffler ermöglicht uns eine schnelle und zuverlässige Massenfertigung.»

    Der Vorstandsvorsitzende von Schaeffler, Klaus Rosenfeld, sprach von einem ersten wichtigen Schritt, «um unser Engagement im Verteidigungsbereich auszubauen. Wir setzen dabei auf unsere seit Jahren bewährte Kompetenz und Innovationskraft im Bereich der industriellen Fertigung. Wir wollen so einen Beitrag leisten, die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands zu stärken und gleichzeitig für Beschäftigung zu sorgen.» Schaeffler ist derzeit von der Krise der Autoindustrie betroffen, die einer der wichtigsten Kunden des Unternehmens ist. 

    10.000 bis 20.000 Drohnen pro Jahr

    Helsing-Chef Scherf kündigte im Gespräch mit der «SZ» an, schon im kommenden Jahr 10.000 bis 20.000 Drohnen herstellen zu wollen. Im Ernstfall wolle man sogar «in der Lage sein, hunderttausend Drohnen zu bauen», sagte Scherf. Die zurzeit unter der Krise der Autoindustrie leidenden Zulieferer seien dabei die «natürlichen Partner». 

    Die Kooperation soll sich dem Bericht zufolge auf drei Bereiche beziehen: Schaeffler übernehme die Herstellung und Beschaffung wichtiger Elektronikkomponenten. Außerdem gehe es darum, gemeinsam kritische Lieferketten abzusichern – unter anderem mit Blick auf Halbleiter und Rohstoffe. Zudem unterstütze Schaeffler Helsing bei der Produktion von Drohnen. Die eigentliche Drohnenproduktion bleibe aber beim Münchner Unternehmen. 

    Die ersten Gespräche zur Kooperation soll es erst vor acht Wochen gegeben haben. Man sei sich sehr schnell einig gewesen, heißt es von Helsing.

  • Mayer & Cie. schließt – 270 Arbeitsplätze fallen weg

    Der Strickmaschinenhersteller Mayer & Cie. in Albstadt (Zollernalbkreis) wird abgewickelt. 270 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz, wie das Unternehmen mitteilte. Die Suche nach einem potenziellen Investor im vorläufigen Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung sei erfolglos verlaufen. Eine Sanierung sei nicht möglich, weshalb der Geschäftsbetrieb geordnet stillgelegt werden müsse. 

    Die Textilmaschinenhersteller seien ein wichtiger traditionsreicher Teil der industriellen Wertschöpfung in Baden-Württemberg, teilte der Landesverband des VDMA in Stuttgart mit. Umso bedauerlicher sei das Aus für ein Unternehmen wie Mayer & Cie..

    Verband: China ist der große Wettbewerber

    «China setzt die deutsche Industrie unter großen Druck und ist vom reinen Zulieferer zum globalen Wettbewerber aufgestiegen – unterstützt durch massive Subventionen und aggressive Preispolitik», sagte Geschäftsführer Dietrich Birk vom VDMA Baden-Württemberg. Hinzu kämen Umleitungseffekte infolge der US-Zölle, die den Wettbewerb in Europa verschärften. Chinesische Produkte suchten verstärkt den Weg nach Europa und treten hier in Konkurrenz mit deutschen Produkten.

     «Der Markt für Textilmaschinen ist weltweit extrem schwierig geworden», teilte der Sanierungsexperte Martin Mucha mit, der als Generalbevollmächtigter ins Unternehmen eingetreten war. Die momentanen Rahmenbedingungen hätten bei Mayer & Cie. im vergangenen Jahr zu einem Umsatzeinbruch von annähernd 50 Prozent geführt – gleichzeitig seien die Kosten gestiegen.

    Das Familienunternehmen sei durch die globalen Ereignisse in die Turbulenzen geraten. So führten der Handelskonflikt zwischen den USA und China und der Krieg in der Ukraine weltweit zu Investitionszurückhaltung. Der wichtige Exportmarkt Türkei kämpfe mit hoher Inflation, wodurch die dortigen Textilhersteller nicht mehr wettbewerbsfähig seien.

  • Firmen wollen wegen Mindestlohnerhöhung Jobs abbauen

    Mehr als jedes fünfte direkt betroffene Unternehmen will als Reaktion auf die Mindestlohnerhöhung am 1. Januar Jobs abbauen. Konkret sagten dies 21,7 Prozent in der aktuellen Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts, wie die Münchner Wirtschaftsforscher mitteilen. Allerdings sind nur 37 Prozent direkt betroffen. Unter ihnen wollen zudem viele Betriebe auf Investitionen verzichten und Preise anheben. Der Mindestlohn steigt zum Jahreswechsel um 1,08 Euro auf 13,90 Euro pro Stunde.

    «Die anstehende Mindestlohnerhöhung zum Jahreswechsel stellt einen bedeutenden Lohnkostenanstieg für die betroffenen Unternehmen dar», sagt Ifo-Forscher Sebastian Link. «Die Reaktionen der Unternehmen zeigen, dass die Anhebung des Mindestlohns in der aktuellen Phase der wirtschaftlichen Schwäche besonders schädlich ist.» 

    2022 waren die Reaktionen milder

    Auffallend ist, dass die Reaktionen der Unternehmen deutlich schärfer ausfallen, als bei der letzten großen Mindestlohnerhöhung 2022. Damals war es sogar um 1,55 auf 12 Euro nach oben gegangen. Jetzt planten sie aber häufiger mit Stellenabbau und Investitionskürzungen, betont Link. 

    Vor der Erhöhung 2022 hatten nur 10,6 Prozent der betroffenen Unternehmen einen Stellenabbau geplant. Eine Senkung der Investitionen steht aktuell bei 27,7 Prozent der betroffenen Unternehmen an, damals nur bei 15 Prozent an. In Bezug auf mögliche Preisanhebungen sind die Reaktionen diesmal allerdings etwas geringer. Aktuell planen dies 49,7 Prozent, damals waren es 54,8.

    Trotz der angekündigten Reaktionen sehen viele betroffene Firmen negative Auswirkungen: So erwarten 51 Prozent von ihnen, eine sinkende Profitabilität und 36,7 Prozent eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit. 

    Gastgewerbe und Einzelhandel am häufigsten betroffen

    Als direkt betroffen gelten Unternehmen, wenn sie aktuell Mitarbeiter mit einem Stundenlohn unter dem künftigen Mindestlohn von 13,90 Euro je Stunde haben. Das ist besonders oft im Gastgewerbe mit 77 Prozent, dem Einzelhandel mit 71 Prozent sowie in der Textil- und der Nahrungsmittelindustrie mit 62 und 59 Prozent der Fall. In vielen anderen Branchen sind es weniger als 40 Prozent der Unternehmen, in Maschinenbau und am Bau sogar weniger als 20 Prozent. Am Bau macht sich der dort geltende höhere Branchenmindestlohn bemerkbar. 

    Der Anteil der von der Mindestlohnerhöhung betroffenen Arbeitsverhältnisse ist sehr viel geringer: Bei den betroffenen Firmen sind es 15,5 Prozent der Jobs. Über alle Unternehmen – also inklusive der nicht betroffenen – nur 5,8 Prozent. Der mit Abstand höchsten Anteil findet sich im Gastgewerbe. Dort ist es mit 23,9 Prozent fast jedes vierte Arbeitsverhältnis – über alle Betriebe gerechnet.

  • Firma wollen wegen Mindestlohnerhöhung Jobs abbauen

    Mehr als jedes fünfte direkt betroffene Unternehmen will als Reaktion auf die Mindestlohnerhöhung am 1. Januar Jobs abbauen. Konkret sagten dies 21,7 Prozent in der aktuellen Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts, wie die Münchner Wirtschaftsforscher mitteilen. Allerdings sind nur 37 Prozent direkt betroffen. Unter ihnen wollen zudem viele Betriebe auf Investitionen verzichten und Preise anheben. Der Mindestlohn steigt zum Jahreswechsel um 1,08 Euro auf 13,90 Euro pro Stunde.

    «Die anstehende Mindestlohnerhöhung zum Jahreswechsel stellt einen bedeutenden Lohnkostenanstieg für die betroffenen Unternehmen dar», sagt Ifo-Forscher Sebastian Link. «Die Reaktionen der Unternehmen zeigen, dass die Anhebung des Mindestlohns in der aktuellen Phase der wirtschaftlichen Schwäche besonders schädlich ist.» 

    2022 waren die Reaktionen milder

    Auffallend ist, dass die Reaktionen der Unternehmen deutlich schärfer ausfallen, als bei der letzten großen Mindestlohnerhöhung 2022. Damals war es sogar um 1,55 auf 12 Euro nach oben gegangen. Jetzt planten sie aber häufiger mit Stellenabbau und Investitionskürzungen, betont Link. 

    Vor der Erhöhung 2022 hatten nur 10,6 Prozent der betroffenen Unternehmen einen Stellenabbau geplant. Eine Senkung der Investitionen steht aktuell bei 27,7 Prozent der betroffenen Unternehmen an, damals nur bei 15 Prozent an. In Bezug auf mögliche Preisanhebungen sind die Reaktionen diesmal allerdings etwas geringer. Aktuell planen dies 49,7 Prozent, damals waren es 54,8.

    Trotz der angekündigten Reaktionen sehen viele betroffene Firmen negative Auswirkungen: So erwarten 51 Prozent von ihnen, eine sinkende Profitabilität und 36,7 Prozent eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit. 

    Gastgewerbe und Einzelhandel am häufigsten betroffen

    Als direkt betroffen gelten Unternehmen, wenn sie aktuell Mitarbeiter mit einem Stundenlohn unter dem künftigen Mindestlohn von 13,90 Euro je Stunde haben. Das ist besonders oft im Gastgewerbe mit 77 Prozent, dem Einzelhandel mit 71 Prozent sowie in der Textil- und der Nahrungsmittelindustrie mit 62 und 59 Prozent der Fall. In vielen anderen Branchen sind es weniger als 40 Prozent der Unternehmen, in Maschinenbau und am Bau sogar weniger als 20 Prozent. Am Bau macht sich der dort geltende höhere Branchenmindestlohn bemerkbar. 

    Der Anteil der von der Mindestlohnerhöhung betroffenen Arbeitsverhältnisse ist sehr viel geringer: Bei den betroffenen Firmen sind es 15,5 Prozent der Jobs. Über alle Unternehmen – also inklusive der nicht betroffenen – nur 5,8 Prozent. Der mit Abstand höchsten Anteil findet sich im Gastgewerbe. Dort ist es mit 23,9 Prozent fast jedes vierte Arbeitsverhältnis – über alle Betriebe gerechnet.

  • Mayer & Cie. schließt – 270 Arbeitsplätze fallen weg

    Der Strickmaschinenhersteller Mayer & Cie. in Albstadt (Zollernalbkreis) wird abgewickelt. 270 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz, wie das Unternehmen mitteilte. Die Suche nach einem potenziellen Investor im vorläufigen Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung sei erfolglos verlaufen. Eine Sanierung sei nicht möglich, weshalb der Geschäftsbetrieb geordnet stillgelegt werden müsse. 

    Die Textilmaschinenhersteller seien ein wichtiger traditionsreicher Teil der industriellen Wertschöpfung in Baden-Württemberg, teilte der Landesverband des VDMA in Stuttgart mit. Umso bedauerlicher sei das Aus für ein Unternehmen wie Mayer & Cie..

    Verband: China ist der große Wettbewerber

    «China setzt die deutsche Industrie unter großen Druck und ist vom reinen Zulieferer zum globalen Wettbewerber aufgestiegen – unterstützt durch massive Subventionen und aggressive Preispolitik», sagte Geschäftsführer Dietrich Birk vom VDMA Baden-Württemberg. Hinzu kämen Umleitungseffekte infolge der US-Zölle, die den Wettbewerb in Europa verschärften. Chinesische Produkte suchten verstärkt den Weg nach Europa und treten hier in Konkurrenz mit deutschen Produkten.

     «Der Markt für Textilmaschinen ist weltweit extrem schwierig geworden», teilte der Sanierungsexperte Martin Mucha mit, der als Generalbevollmächtigter ins Unternehmen eingetreten war. Die momentanen Rahmenbedingungen hätten bei Mayer & Cie. im vergangenen Jahr zu einem Umsatzeinbruch von annähernd 50 Prozent geführt – gleichzeitig seien die Kosten gestiegen.

    Das Familienunternehmen sei durch die globalen Ereignisse in die Turbulenzen geraten. So führten der Handelskonflikt zwischen den USA und China und der Krieg in der Ukraine weltweit zu Investitionszurückhaltung. Der wichtige Exportmarkt Türkei kämpfe mit hoher Inflation, wodurch die dortigen Textilhersteller nicht mehr wettbewerbsfähig seien.

  • Selenskyjs Büroleiter Jermak tritt zurück

    In der Ukraine ist der Leiter des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, nach Durchsuchungen von Anti-Korruptionsermittlern in seiner Wohnung 
    zurückgetreten. Jermak habe eine Rücktrittserklärung unterzeichnet, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft.

  • Aufträge für Maschinenbau erholen sich von Einbruch

    Die Aufträge für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau erholen sich wieder. Nach einem desaströsen September berichtet der Branchenverband VDMA für den Oktober von einem preisbereinigten Bestellzuwachs von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dafür sorgten allein Order aus dem Nicht-EU-Ausland, die um 9 Prozent kletterten. Die Bestellungen aus dem Inland und aus den Euro-Ländern verharrten hingegen auf Vorjahresniveau.

    VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt sieht aber nur eine Konsolidierung auf niedrigem Niveau. Nach zehn Monaten habe die Branche im laufenden Jahr real ein Prozent weniger Bestellungen bekommen als im gleichen Vorjahreszeitraum. Zudem habe der Oktober 2024 zu den schwächsten Monaten des Vorjahres gehört. «Die Maschinenbauindustrie tritt weiter auf der Stelle», erklärt Gernandt. Es fehlten die benötigten Aufbruchsignale im globalen Handel und die versprochenen wirtschaftlichen Reformen zur Entlastung der Betriebe.

    Im September hatten die Auftragseingänge der Unternehmen nach Angaben des Verbandes bereinigt um Preissteigerungen (real) um knapp ein Fünftel (19 Prozent) unter dem Wert des Vorjahresmonats gelegen. Für den weniger schwankungsanfälligen Dreimonatszeitraum von August bis Oktober 2025 ergibt sich so ein Orderminus von 6 Prozent.