Autor: Stojancho Gjorgjiev

  • Der Vertrieb muss wieder verkaufen lernen (FOTO)

    Der deutsche Industrie-Vertrieb sitzt ohne Bezug nach außen in seinem Elfenbeinturm und wundert sich, dass der Kunde nicht mehr anklopft. Jahrzehntelang reichte es einfach abzuwarten. Heute ist dieser Anfrage-Reflex tödlich. „Verkaufen, wirklich verkaufen – nicht nur warten, anbieten und hoffen. Von 40.000 Verkäufern in Deutschland können dies nur fünf Prozent tatsächlich„, sagt Daniel Rexhausen, Inhaber von DIMARCON.

    Der Schmerz ist kein Zipperlein. Was viele als konjunkturelle Delle abtun, ist in Wahrheit ein struktureller Bruch. Besonders sichtbar wird das bei Automobilzulieferern.

    „Alle glaubten, der Wechsel vom Verbrenner zum E-Auto werde langsam kommen. Stattdessen kam er wie ein ICE, der alles überrollt und ein Trümmerfeld hinterlassen hat„, so Daniel Rexhausen. Jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland hängt direkt oder indirekt an der Automobilindustrie. Wer dort jahrelang mit 80 oder 90 Prozent Umsatzanteil unterwegs war, steht heute vor einer existenziellen Frage: Wie geht es weiter?

    Das alte Geschäftsmodell mit 100 Prozent Auslastung durch Stammkunden funktioniert nicht mehr. Der Umsatz bricht ein. Doch viele Unternehmen warten immer noch auf die nächste Anfrage, statt aktiv neue Märkte zu erschließen.

    „Anschaffen gehen“ statt sich bitten lassen

    Vor allem im Maschinenbau, Anlagenbau und in der industriellen Fertigung war man es gewohnt, gefragt zu werden. Der Kunde kam, schilderte sein Problem und kaufte. Diese Zeit ist vorbei.

    China drückt mit aggressiven Preisen in den Markt. Russland ist als Absatzregion faktisch weggefallen. Die USA sind politisch schwer kalkulierbar. Gleichzeitig kämpfen deutsche Hersteller mit hohen Energiepreisen und steigenden Kosten. Der Kuchen ist kleiner geworden. Die Wettbewerber sind zahlreicher. Und trotzdem arbeiten viele Vertriebe noch immer nach dem alten Prinzip: Anfrage rein – Angebot raus – hoffen.

    Ja, Europa geht bereits ökonomisch am Stock und die Politik trägt ihren Anteil. Aber wer sich darauf ausruht, verwechselt Jammern mit Strategie.

    Der technische Vertrieb muss sich neu erfinden

    Früher ein Selbstbedienungsladen: Man stellte sein Produkt auf Messen aus, der Kunde kam vorbei und kaufte. Innerhalb von nur fünf Jahren haben sich die Ausstellerzahlen auf der größten Industriemesse „Hannover Messe“ jedoch halbiert. Alle dachten, nach Corona komme alles zurück wie vorher. Falsch gedacht. Die Kunden kommen nicht zurück – schon gar nicht von selbst.

    Es gibt in vielen Unternehmen keine echte aktive Marktbearbeitung mehr. Fünfzig Jahre herrschte die Arroganz. Deutschland war weltweit gesetzt, der Vertrieb die Bestellannahme. „Wir sind nicht vorbereitet, das ist systemisches Versagen. Wir müssen uns stabiler aufstellen„, mahnt Rexhausen als Experte für Vertrieb und Kundengewinnung.

    Früher kam der Kunde, benannte sein Problem und bat um eine Lösung. Dieser jahrzehntelange Standard „Anfrage kommt, dann verkaufen“ ist heute Schnee von gestern. Der Markt bietet in unserer neuen Welt ausreichend Alternativen und es herrscht ein enormer Kostendruck. Wer da wartet, bis jemand anklopft, hat faktisch schon aufgegeben – er weiß es nur noch nicht.

    Was echter Vertrieb heute bedeutet

    Echter Vertrieb heißt heute: Anschaffen gehen statt gebeten werden. Aktive Vertriebsarbeit, nicht passives Angebots-Pingpong. Schärfung des Problembewusstseins beim Kunden, nicht bloß Reaktion auf seine Schmerzen. „Der Markt steht extrem unter Druck, nur der Vertrieb verhält sich oft noch wie im Schlaraffenland„, so Rexhausen.

    Aktiver Vertrieb bedeutet:

    • systematische Marktbearbeitung statt Zufallstreffer
    • proaktive Ansprache statt Messe- und Aufforderungsromantik
    • Schärfung des Problembewusstseins beim Kunden bevor dieser davon weiß

    Wer das nicht liefert, wird ausgetauscht und zwar schneller, als die ausländische Konkurrenz ihre Website übersetzt.

    Die Lösung muss lauten: Jetzt oder nie

    Wachstum gibt es weiterhin. Aber nur noch für diejenigen, die jagen. Der Markt belohnt nur noch Unternehmen, deren Vertrieb wieder gelernt hat zu verkaufen: deutlich, unbequem, aktiv. „Wir sind an einem Punkt, an dem Nicht-Handeln kein Risiko ist, sondern eine sichere Untergangsstrategie„, fasst Daniel Rexhausen zusammen.

    Genau hier setzt DIMARCON an. Als Wachstumspartner für mittelständische Industrieunternehmen, insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau, unterstützt das Unternehmen dabei, Vertrieb systemisch neu aufzustellen: mit klarer Positionierung, gezielter Branchenfokussierung und strukturierter aktiver Marktbearbeitung. Ziel ist es, Abhängigkeiten zu reduzieren, neue Märkte planvoll zu erschließen und Umsatzentwicklung steuerbar zu machen. „Wir machen Wachstum planbar, statt zufällig„, so Rexhausen.

    Wer jetzt umdenkt, schafft sich Handlungsspielräume. Wer weiter wartet, wird nicht vom Wettbewerb überholt, sondern vom Markt aussortiert.

    Weiterführende Informationen finden Sie unter: www.dimarcon.de/neue-maerkte-erschliessen/

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  • Chameneis Sohn Modschtaba neuer oberster Führer im Iran

    Modschtaba Chamenei, Sohn des getöteten Ajatollah Ali Chamenei, ist zum neuen obersten Führer im Iran gewählt worden. Das berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf das zuständige Wahlgremium.

  • Prognosen: Grüne knapp vor CDU in Baden-Württemberg

    Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg liefern sich Grüne und CDU ein enges Rennen um Platz eins. Nach den Prognosen von ARD und ZDF liegen die Grünen mit Spitzenkandidat Cem Özdemir knapp vor der CDU mit Landeschef Manuel Hagel.

  • Vorläufiges Endergebnis: Grüne vor CDU in Baden-Württemberg

    Die Grünen haben die Landtagswahl in Baden-Württemberg in einem knappen Rennen vor der CDU gewonnen. Die AfD ist mit deutlichen Zuwächsen drittstärkste Kraft, die SPD schafft es knapp in den Landtag, wie auf der Internetseite des Statistischen Landesamts ersichtlich war. FDP und Linke haben es nicht über die Fünf-Prozent-Hürde geschafft.

  • Mehr Patente – Industrie verstärkt Forschung und Entwicklung

    Deutschlands Industrie reagiert mit verstärkter Forschung und Entwicklung auf die technologische Konkurrenz aus China und anderen Nationen. Die Unternehmen haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Neuentwicklungen beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) angemeldet als 2024. Das teilte die Münchner Bundesbehörde mit. Insgesamt stieg die Zahl der Patentanmeldungen um 4,7 Prozent auf 62.050. 

    Der Großteil – 42.349 Anmeldungen – stammte nach wie vor von heimischen Unternehmen, ein Plus von 5,6 Prozent. «In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es ein gutes Zeichen, dass der Schutz von Innovationen gerade für Unternehmen aus Deutschland weiter hohe Priorität hat», erklärte DPMA-Präsidentin Eva Schewior. Ausländische Firmen reichten 19.701 Patentanmeldungen ein, das war ein niedrigerer Anstieg von 2,8 Prozent. 

    Bosch auf Platz eins

    Die zehn Unternehmen mit den meisten Anmeldungen waren sämtlich Autohersteller und -zulieferer, darunter acht deutsche Firmen. An erster Stelle lag Bosch, gefolgt von Mercedes-Benz, BMW, Audi, VW, Porsche und Schaeffler. Auf den Plätzen acht und neun lagen die US-Konzerne General Motors und Ford, auf dem zehnten Platz dann mit dem Zulieferer ZF wieder ein deutsches Unternehmen. 

    Zahlenmäßig stärkster Technologiesektor war der Maschinenbau mit 24.338 in- und ausländischen Anmeldungen (+2,2 Prozent), gefolgt von der Elektrotechnik mit 19.436 (+ 9,1 Prozent). 

    Die alljährliche Bilanz des Patent- und Markenamts ist ein Indikator der Entwicklungstätigkeit der deutschen Industrie. Ein vollständiges Bild liefern die Zahlen nicht, da Siemens und manche anderen deutschen Unternehmen ihre Neuentwicklungen bevorzugt beim ebenfalls in München sitzenden Europäischen Patentamt einreichen. 

    Welle der Markenanmeldungen aus China

    Dass die deutsche Industrie nicht zuletzt wegen des wirtschaftlichen Aufstiegs Chinas mit einer grundlegend veränderten Situation zu kämpfen hat, lässt sich am deutlichsten in einem anderen Bereich der Statistik ablesen: den Markenanmeldungen. Deren Zahl schoss um knapp 20 Prozent auf 96.328 nach oben. 

    Ein Hauptgrund war, dass chinesische Unternehmen die Zahl ihrer Markenanmeldungen im Vergleich zu 2024 fast verdreifachten: von 3.385 auf 10.027. Der Hintergrund: Viele chinesische Firmen haben in den vergangenen Jahren Überkapazitäten aufgebaut und sind dringend auf Exporte angewiesen, um ihre Produktion abzusetzen. Da die US-Regierung unter Präsident Donald Trump chinesische Importe begrenzen will, drängen Unternehmen aus der Volksrepublik verstärkt nach Europa. So haben chinesische Firmen auf Kundensuche auch ihre Präsenz auf europäischen Industriemessen stark erhöht.

    Patente sind profitabel für den Staat

    Für den Staat ist die Arbeit des Patentamts gewinnbringend: Die Behörde erwirtschaftete mit ihren Gebühren 2025 einen Überschuss von 232,6 Millionen Euro, 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

  • Bayerns Exportstärke schwindet im wichtigsten Industriezweig

    Bayerns wichtigste Wirtschaftsbranche verliert auf dem Weltmarkt an Boden: Im vergangenen Jahr sind die Exporte der Metall- und Elektroindustrie um 0,3 Prozent auf einen Wert von 148,7 Milliarden Euro gesunken. Das war der zweite Rückgang in Folge, wie die beiden Arbeitgeberverbände bayme und vbm mitteilten. 

    Zur Metall- und Elektroindustrie gehören unter anderem die Autohersteller und deren Zulieferer sowie der Maschinenbau. Grundlage der Auswertung waren die Daten des Statistischen Bundesamts.

    USA und China gleichermaßen unfreundliches Pflaster 

    Die bayerischen Exporte insgesamt waren 2025 leicht gestiegen. Die Metall- und Elektrobranche ist der größte Industriezweig im Freistaat und beschäftigt derzeit noch etwa 830.000 Menschen. 

    Regelrechte Einbrüche gab es bei den Ausfuhren in die zwei größten Wirtschaftsnationen USA und China: Die Exporte in die USA gingen um 13,6 Prozent zurück, in China belief sich das Minus auf 10,4 Prozent. Im US-Geschäft waren die Zollerhöhungen der US-Regierung ein Negativfaktor, in China die von der Pekinger Führung vorgegebene Linie, Importe durch heimische Produktion zu ersetzen. 

    «Die massive Konkurrenz vor Ort in Kombination mit wettbewerbsverzerrenden Maßnahmen und Protektionismus schwächen unsere Firmen im globalen Wettbewerb», sagte Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer der beiden Verbände. Dass die weltweiten M+E-Exporte aus Bayern im Saldo dennoch nur leicht sanken, liegt daran, dass die Unternehmen ihre Vertriebsleute verstärkt auf Kundensuche in anderen Ländern schickten, vor allem in Europa. 

    Flugzeuge haben Konjunktur

    Die Exporte der Autoindustrie und -zulieferer als größter Sparte gingen um drei bis fünf Prozent auf 52,5 Milliarden Euro zurück, die Maschinenausfuhren um rund drei Prozent auf 39,5 Milliarden. Steil nach oben ging es dagegen mit einem Plus von 41 Prozent bei Luftfahrzeugen und Flugzeugteilen, die aber in Summe mit 6,6 Milliarden Euro nur einen vergleichsweise kleinen Teil der bayerischen Ausfuhren ausmachen.

    «Es gibt zwar einzelne erfreuliche Entwicklungen», sagte Brossardt. «Aber bei unseren wichtigsten Exportgütern verlieren wir weiter an Boden.» Der Wirtschaftsverband vbw fordert einen «großen Wurf» der Bundesregierung, um die deutsche Wettbewerbsfähigkeit wieder zu verbessern.

  • Nach Wahldebakel kündigt FDP-Landeschef Rülke Rücktritt an

    Nach dem voraussichtlichen Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat Landeschef Hans-Ulrich Rülke seinen Rücktritt vom Landesvorsitz angekündigt. Das erklärte der 64-Jährige in Stuttgart.

  • Prognosen: Grüne knapp vor CDU in Baden-Württemberg

    Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg liefern sich Grüne und CDU ein enges Rennen um Platz eins. Nach den Prognosen von ARD und ZDF liegen die Grünen mit Spitzenkandidat Cem Özdemir knapp vor der CDU mit Landeschef Manuel Hagel.

  • SPD: Stoch kündigt Rückzug als Landes- und Fraktionschef an

    Nach dem SPD-Verlust bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat Spitzenkandidat Andreas Stoch seinen Rückzug als Landes- und Fraktionschef angekündigt. Das sagte SPD Generalsekretär Sascha Binder der Deutschen Presse-Agentur.

  • Hecking neuer Trainer beim VfL Wolfsburg

    Dieter Hecking soll den VfL Wolfsburg vor dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga bewahren. Der 61-Jährige tritt beim Tabellenvorletzten die Nachfolge von Daniel Bauer an, von dem sich der Club nach dem 1:2 gegen den Hamburger SV getrennt hatte.