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  • Gut 1.000 Jobs weg – Sorge um Mittelhessens Industrie wächst

    Exportschwäche, hohe Energiepreise und die Krise in der Automobilbranche – die Probleme der deutschen Industrie schlagen sich auch in Mittelhessen nieder. Im vergangenen Jahr kam es zu spürbaren Einschnitten bei Unternehmen wie Continental, Buderus Edelstahl und Breyden. Sowohl Arbeitgeber als auch die Gewerkschaft IG Metall drängen auf bessere Rahmenbedingungen – sonst dürften sich die Schwierigkeiten in den kommenden Jahren vor allem bei energieintensiven Betrieben und Automobilzulieferern verschärfen, warnt Stefan Sachs, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Mittelhessen. 

    «Wir haben vielleicht drei Jahre Zeit, das Ruder herumzureißen», sagt der Gewerkschafter. «Wenn das nicht gelingt, bin ich fest davon überzeugt, dass es einen Großteil der industriellen Arbeitsplätze in zehn Jahren hier in Mittelhessen nicht mehr geben wird.»

    Welche Rolle spielt die Industrie in der Region? 

    Die Region gehört traditionell zu den etwa drei bis vier industriell geprägten im Bundesland. Rund 160 Betriebe mit etwa 30.000 Mitarbeitern gehören dem Verband der Metall- und Elektrounternehmen in Mittelhessen, Hessenmetall, an, wie Geschäftsführer Sascha Drechsel sagte. Durch die Einschnitte im vergangenen Jahr habe die Branche gut 1.000 Jobs verloren – mit Folgen auch für weitere Firmen aus dem Umfeld und die Kaufkraft in der ländlich geprägten Region. Ob Kommunen, die weniger Gewerbesteuer erhalten, Zulieferer oder Handwerksbetriebe und Reinigungsfirmen – alle bekämen zu spüren, wenn es bei den Industrieunternehmen hakt.

    Buderus Edelstahl war im vergangenen Jahr von der Beteiligungsgesellschaft Mutares zerschlagen worden. Das letzte in Hessen verbliebene Stahlwerk schloss im Herbst, was 450 der seinerzeit 1.120 Jobs kostete, andere Geschäftsbereiche des traditionsreichen Unternehmens wurden verkauft. Weitere 360 Arbeitsplätze waren von der Schließung des Wetzlarer Standortes des Automobilzulieferers Continental betroffen, der seinen Sparkurs verschärft hatte. Und auch der einst ebenfalls zu Buderus gehörende Bremsscheibenhersteller Breyden hatte angekündigt, seinen Standort in Lollar dichtzumachen – rund 230 Stellen fielen damit weg.

    Welche Faktoren belasten die Firmen?

    Wie Continental und Breyden leiden auch viele andere Zulieferer unter der schwachen Absatzentwicklung der Autobranche und dem einhergehenden Kostendruck. Buderus Edelstahl wiederum habe vor allem die hohen Strompreise zu spüren bekommen, sagt Sachs. Bereits in den vergangenen Jahren sei dort zunehmend am Wochenende gearbeitet worden. «Warum? Weil der Strompreis unter der Woche so hoch ist, dass es viel günstiger ist, am Wochenende zu arbeiten» – und das trotz höherer Personalkosten durch Wochenendzulagen. Der Gewerkschafter wertet es als zumindest kleinen Erfolg, dass die EU-Kommission jetzt mehr staatliche Unterstützung für energieintensive Industrien erlauben will.

    Aber es gibt auch Firmen in Mittelhessen, bei denen es gut laufe, so Drechsel. Etwa die in Wetzlar und Umgebung traditionell starke optische Industrie sowie Rüstungsunternehmen.

    Wie können Probleme aus Gewerkschaftssicht abgefedert werden? 

    Als positives Beispiel nennt Sachs von der IG Metall einen im April vergangenen Jahres geschlossenen Zukunftstarifvertrag beim Werkstofftechnik- und Maschinenbauunternehmen Schunk, der bis Ende 2030 gilt.

    Demnach wurden die Verkaufspläne der wirtschaftlich kriselnden Sintermetall-Sparte des Unternehmens ausgesetzt, betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen und Millionen-Investitionen am Firmensitz in Heuchelheim und am Standort Thale in Sachsen-Anhalt vereinbart. Einen Personalabbau gebe es auch, der «läuft aber anders ab», sagt Sachs. Heißt konkret: Nur wer freiwillig ausscheiden wolle, verlasse das Unternehmen, alle anderen Mitarbeiter dürften bleiben. 

    IG Metall sieht Risiken für Demokratie – warum?

    Mitbestimmung und ein Einbinden der Belegschaftsvertretung in Veränderungen sind für den Gewerkschafter Grundvoraussetzungen dafür, dass der industrielle Transformationsprozess gelingen kann. Dieser habe auch eine politische Dimension und müsse mit Augenmaß ausgestaltet werden, damit nicht in seinem Schlepptau die Demokratie zerstört werde, mahnt Sachs. Manche Arbeitnehmer, die ihre Jobs verlören, könnten nämlich allzu leicht den Schluss ziehen: «Das, was im Moment passiert, zerstört meine Existenz, und dann finde ich die Demokratie auch Scheiße», sagt der Gewerkschafter.

    Was fordern die Arbeitgeber?

    Hessenmetall-Geschäftsführer Drechsel pocht auf rasche Verbesserungen der Bedingungen für die Industriebetriebe. Neben hohen Energiepreisen und einer überbordenden Bürokratie litten sie unter «exorbitanten Lohnnebenkosten», die sich von manchen Firmen auch durch Innovationen oder Rationalisierungen nicht kompensieren ließen. Es sei «allerhöchste Eisenbahn», dass die Politik gegensteuere, um für mehr Schwung zu sorgen. Entlastungen bei den Energiepreisen seien ein erster Schritt, dem weitere folgen müssten. 

    Drechsel kennt einzelne Firmen in der Region, die bereits in der Insolvenz in Eigenverwaltung seien und von denen man nur hoffen könne, dass sie die Ertragswende schaffen und wieder Fahrt aufnehmen.

    Entscheidungen wie Standortschließungen, Jobabbau und Verlagerungen machten sich die Unternehmen nicht leicht, betont der Geschäftsführer des regionalen Arbeitgeberverbandes. Stattdessen setzten viele erst einmal auf Optimierungen – auch um Fachkräfte halten zu können. «Wenn jemand mal weg ist, kriegen sie den ja nicht mehr bei.» Von «Hire and Fire» sieht Drechsel die Branche in der Region auch deshalb «meilenweit entfernt».

  • Flughafen BER stellt Betrieb wegen Blitzeis ein

    Der Hauptstadtflughafen BER hat den Betrieb vorübergehend eingestellt. Aufgrund von Blitzeis seien derzeit keine Starts und Landungen mehr möglich, sagte eine Flughafensprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Abend.

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    Die USA wollen an diesem Freitag im Golfstaat Oman neue Verhandlungen mit dem Iran aufnehmen. Das bestätigte eine hochrangige US-Regierungsbeamtin der Deutschen Presse-Agentur.

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  • EZB lässt Leitzinsen im Euroraum unverändert

    Die Leitzinsen im Euroraum bleiben auch im neuen Jahr vorerst unverändert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins zum fünften Mal in Folge bei 2,0 Prozent, wie die Notenbank in Frankfurt mitteilte.

  • Polizei: Größerer Stromausfall in Stuttgart

    Im Stadtgebiet von Stuttgart gibt es einen größeren Stromausfall. Wie die Polizei mitteilte, sind auch einige Ampeln ausgefallen.

  • USA und Russland wollen Militärdialog wieder aufnehmen

    Die USA und Russland haben die Wiederaufnahme ihres seit 2021 unterbrochenen Dialogs hochrangiger Militärs vereinbart. Das teilte das Kommando der US-Streitkräfte in Europa nach Verhandlungen in Abu Dhabi mit.

  • Ostdeutscher Maschinenbau mit Auftragsplus

    Der ostdeutsche Maschinenbau hat 2025 entgegen dem Bundestrend mehr Aufträge verbucht. Die Bestellungen hätten real um rund 3 Prozent angezogen, während der Auftragseingang bundesweit stagniert habe, informierte der Branchenverband VDMA. Aufs gesamte Jahr gesehen habe vor allem eine höhere Nachfrage aus dem Ausland – hauptsächlich aus dem Euroraum – zu dem Wachstum beigetragen: plus 4 Prozent. 

    Zum Jahresende habe es zudem aus dem Inland einen deutlichen Schub an Aufträgen gegeben. Den Angaben zufolge zogen im Dezember die Inlandsbestellungen bei den Maschinen- und Anlagenbauern zwischen Ostsee und Erzgebirge um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an. 

    «Kein Grund zur Entwarnung» – Dazu mahnt die Branche

    «Die Zahlen für 2025 sind ein solides Fundament, aber kein Grund zur Entwarnung», erklärte der Geschäftsführer des VDMA Landesverbandes Ost, Oliver Köhn. Um das Wachstum zu verstetigen, brauche es deutlich bessere regionale Standortbedingungen. «Dazu gehört in erster Linie eine Beschleunigung der Verwaltungsprozesse, damit Investitionen im Maschinenbau und Großprojekte nicht durch langwierige Genehmigungsverfahren auf Landesebene ausgebremst werden.» Dafür müssten die Länder die Digitalisierung ihrer Behörden spürbar beschleunigen. 

    Mit Geld aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität müsse rasch Investitionen in leistungsfähige Verkehrsachsen sowie moderne Energie- und Logistikinfrastruktur anschieben. So könnten Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette dauerhaft effizient und global wettbewerbsfähig bleiben.

    Zum VDMA Landesverband Ost zählen nach eigenen Angaben etwa 350 Unternehmen, Werke und Niederlassungen des Maschinen- und Anlagenbaus in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Im Jahresdurchschnitt 2025 bot die Branche 78.200 Menschen Arbeit. Erfasst sind dabei aber nur Betriebe mit mindestens 50 Mitarbeitern.

  • Draisaitl und Schmid tragen deutsche Fahne bei Olympia

    Eishockey-Star Leon Draisaitl und Skispringerin Katharina Schmid werden jeweils die deutsche Fahne bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Italien tragen. Das Duo setzte sich bei der Wahl von Fans und dem deutschen Olympia-Team durch, wie der Deutsche Olympische Sportbund mitteilte. Zuerst hatte die «Bild» berichtet.

  • Thüringen: Höcke scheitert mit Misstrauensvotum gegen Voigt

    Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke ist mit einem Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) gescheitert. Höcke erhielt als Kandidat für das Amt des Regierungschefs im Landtag 33 Ja- und 51 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung. 45 Stimmen wären für einen Sturz von Voigt nötig gewesen.