Autor: Stojancho Gjorgjiev

  • Frühjahrsbelebung auf Arbeitsmarkt ohne großen Schwung

    Ein bisschen Hoffnung, aber noch keine Wende: Der März hat am Arbeitsmarkt für eine erste leichte Belebung gesorgt, wenngleich Experten noch keine durchgreifende Erholung erkennen. «Von einer Frühjahrsbelebung ist am Arbeitsmarkt noch nicht viel zu spüren», sagte etwa der Arbeitsmarktexperte von Deutsche Bank Research, Marc Schattenberg. 

    Belebung ohne Schwung

    «Im März beginnt wie üblich die Frühjahrsbelebung – dieses Jahr allerdings ohne nennenswerten Schwung», sagte auch die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles. Sie präsentierte mit 3,021 Millionen erneut eine Zahl von mehr als drei Millionen Arbeitslosen. Allerdings: Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der Arbeitslosen immerhin um 49.000 gesunken – stärker als in den drei Jahren zuvor. 

    Im Vergleich zum selben Zeitpunkt des Vorjahres bedeutet das jedoch ein Plus von 54.000 Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote sank im März gegenüber Februar um 0,1 Punkte auf 6,4 Prozent. Für die März-Statistik zog die Bundesagentur Datenmaterial heran, das bis zum 12. des Monats vorgelegen hatte.

    Iran-Krieg-Auswirkungen noch nicht berücksichtigt

    Die Bundesagentur sieht derzeit lediglich saisonale Ursachen für die leichte Belebung, konjunkturelle Gründe seien bisher nicht zu erkennen. Die Situation im Iran habe sich in den bisherigen Zahlen noch nicht niedergeschlagen – womöglich ein Grund zur Sorge. Denn die Auswirkungen von Ölpreisschock und wachsender Unsicherheit könnten in den nächsten Monaten noch deutlich wirken und sich etwa in der Zurückhaltung bei der Einstellung neuer Beschäftigter zeigen. 

    «Es steht zu befürchten, dass neben den hausgemachten Problemen in Kürze auch der Iran-Krieg voll auf den deutschen Arbeitsmarkt durchschlagen wird», sagte der Arbeitsmarkt-Experte der Linke-Bundestagsfraktion, Pascal Meiser. Er forderte die Abkehr von fossilen Energieträgern und die Stärkung unterer und mittlerer Einkommen zur Stärkung der Binnennachfrage. 

    Die monatliche Studie der Marktforschungsinstitute GfK und NIM zum Konsum in Deutschland hatte bereits vor Tagen Alarmsignale gesendet, weil die Erwartungen der Deutschen zum Einkommen eingebrochen waren und bei den Verbrauchern Inflationsängste vorherrschen. 

    «Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt, auch durch weitere internationale Unsicherheiten», sagte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD). «Umso wichtiger ist, dass wir jetzt gezielt gegensteuern. Mit dem Investitionspaket von 500 Milliarden Euro setzen wir einen starken Impuls für Beschäftigung und wirtschaftliche Stabilität.» Gleichzeitig würden Betriebe und Beschäftigte im Wandel unterstützt mit Qualifizierung, Weiterbildung und Instrumenten, die direkte Übergänge in neue Arbeit erleichterten.

    Maschinenbauverband will Sozialbeiträge senken

    Der Verband der Maschinenbauindustrie (VDMA) übte Kritik an politischen Entscheidungen. «Während der Staat Jobs schafft, baut die Industrie sie ab. Das ist ein strukturelles Problem», sagte VDMA-Vertreter Fabian Seus. «So wird der wirtschaftliche Aufschwung nicht gelingen.» 

    Nötig seien niedrigere Sozialversicherungsbeiträge und mehr Flexibilität. «Staatliche Investitionen sind kein Selbstläufer. Wer Milliarden in die Wirtschaft pumpt, ohne gleichzeitig die strukturellen Bremsklötze zu entfernen, wird wenig bewegen, jedoch viel verpulvern», sagte Seus. «Die Rechnung dafür zahlen am Ende unsere nachfolgenden Generationen.»

    Im Monat März erhielten nach Zahlen der Bundesagentur 1,104 Millionen Menschen Arbeitslosengeld, 98.000 mehr als im März 2025. Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldempfänger belief sich einer Hochrechnung der Bundesagentur zufolge auf 3,82 Millionen – 147.000 weniger als ein Jahr zuvor. Viele Bürgergeldempfänger arbeiten, der Verdienst muss jedoch mit Hilfe von Bürgergeld aufgestockt werden, um die Kosten des Lebensunterhaltes zu decken.

    Arbeitskräftenachfrage auf niedrigem Niveau stabil

    Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich den Angaben der Bundesagentur zufolge auf niedrigem Niveau stabilisiert. Bei den Arbeitsagenturen waren im März insgesamt 638.000 freie Stellen gemeldet, das sind 5.000 weniger als noch vor einem Jahr. Es bleibt für Arbeitslose somit weiter schwierig, eine neue Stelle zu finden. 

    Auf dem Ausbildungsmarkt gibt es weiterhin eine deutliche Deckungslücke. 213.000 junge Leute hatten bis März weder eine Lehrstelle noch eine Alternative gefunden – und das, obwohl mit 366.000 gemeldeten Ausbildungsplätzen mehr Stellen zur Verfügung stehen, als rechnerisch für die 332.000 Bewerber nötig werden. Allerdings unterliegt die Zahl der gemeldeten Stellen einer statistischen Problematik bei der Bundesagentur – die tatsächliche Zahl dürfte Schätzungen zufolge um etwa acht Prozent höher liegen.

  • Drei Leichen bei Nürnberg gefunden

    In Pommelsbrunn bei Nürnberg sind die Leichen eines Mannes, einer Frau und eines Kindes gefunden worden. Ob es sich bei den Toten um die Mitglieder einer Familie handelt, konnte ein Polizeisprecher zunächst nicht sagen. Zuerst hatte die «Bild»-Zeitung berichtet.

  • Befreiter Buckelwal erneut gestrandet

    Der vor Timmendorfer Strand freigekommene Buckelwal ist erneut gestrandet. Der Meeressäuger liegt nun auf einer Sandbank in der Wismarer Bucht, wie eine Greenpeace-Sprecherin bestätigte.

  • Kind stirbt nach Messerangriff – Verdächtiger festgenommen

    Bei einer gewalttätigen Auseinandersetzung in Witten (NRW) ist ein Kind durch Messerstiche getötet worden. Die Mutter und Schwester des Kindes wurden schwer verletzt, wie ein Sprecher der Polizei auf dpa-Nachfrage mitteilte. Der tatverdächtige Vater der Kinder wurde festgenommen.

  • Buckelwal befreit sich in der Nacht von Ostsee-Sandbank

    Der vor Timmendorfer Strand auf einer Sandbank festsitzende Buckelwal hat sich in der Nacht zum Freitag befreit. Dies bestätigte der Biologe Robert Marc Lehmann. Am Donnerstag hatten Experten vor Ort an einer Rinne für das Tier gearbeitet.

  • Paarlauf-Duo Hase/Volodin gewinnt erstmals WM-Gold

    Minerva Hase und Nikita Volodin haben in Prag erstmals Gold bei Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften gewonnen. Fünf Wochen nach Olympia-Bronze siegte das Duo im Paarlauf-Wettbewerb und holte damit den ersten WM-Titel für Deutschland seit 2018.

  • Trump verlängert Iran-Ultimatum erneut

    US-Präsident Donald Trump hat sein Ultimatum an den Iran zur Freigabe der Straße von Hormus erneut verlängert. Bis zum Abend des 6. Aprils (US-Ostküstenzeit) werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, kündigte Trump unter Verweis auf «sehr gute» Gespräche auf der Plattform Truth Social an.

  • Trump verlängert Iran-Ultimatum erneut

    US-Präsident Donald Trump hat sein Ultimatum an den Iran zur Freigabe der Straße von Hormus erneut verlängert. Bis zum Abend des 6. Aprils (US-Ostküstenzeit) werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, kündigte Trump unter Verweis auf «sehr gute» Gespräche auf der Plattform Truth Social an.

  • Gewinn von Mischkonzern Freudenberg halbiert sich

    Die Einstellung des Geschäfts mit Brennstoffzellensystemen hat den Gewinn des Mischkonzerns Freudenberg im vergangenen Jahr deutlich gedrückt. 2025 lag das Konzernergebnis bei 361,9 Millionen Euro – nach 724,8 Millionen Euro ein Jahr zuvor, wie aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens aus Weinheim hervorgeht. Der Umsatz lag bei gut 11,7 Milliarden Euro – und damit leicht unter dem Vorjahreswert. Konsumenten ist Freudenberg vor allem durch die Haushaltsmarke Vileda bekannt. 

    Freudenberg hatte entschieden, das Geschäft mit Batteriezellen, -modulen und -systemen sowie das Brennstoffzellensystemgeschäft nicht fortzuführen. Die Kosten für den Umbau sind einem Sprecher zufolge der Hauptgrund für den halbierten Nettogewinn. Das um derartige Sondereffekte bereinigte Vorsteuerergebnis lag bei rund 1,1 Milliarden Euro (minus 3,5 Prozent). 

    Generell hätten 2025 die positiven Effekte durch Zukäufe und Preiserhöhungen die Belastungen durch Wechselkurseffekte und eine schwächere Nachfrage in wichtigen Märkten – vor allem im Autosektor – nicht kompensieren können.

    Konzernchef: Restrukturierungen gehören dazu

    «Wir haben vor mehr als sechs Jahren einen mutigen Schritt gemacht und sind beim Wasserstoff, neben der Herstellung von Komponenten, in die Modul- und Systemintegration eingestiegen», sagte Freudenberg-Chef Claus Möhlenkamp dem «Handelsblatt». Zum Beispiel für Kreuzfahrtschiffe habe man komplette Module entwickelt und die Chance gesehen, die Transformation mitzugestalten.

    Am Ende hätten sich alle Faktoren gegen die Wasserstoff-Systemtechnik gedreht: Die Regierung habe sich zurückgezogen, «große Kunden haben Projekte verschoben oder komplett gestrichen. Die Infrastruktur hat nicht mitgezogen», sagte Möhlenkamp. Diese Faktoren habe man berücksichtigen müssen – und das Geschäft eingestellt. Weiterverfolgen wolle man den Bau von Komponenten für die Wasserstofferzeugung: «Solche Restrukturierungen gehören dazu.»

    Stellenabbau durch Unterlehmessumbau 

    Ende 2026 beschäftigte die Gruppe fast 51.000 Menschen in rund 60 Ländern. Das sind rund 1.100 weniger als ein Jahr zuvor. Der Konzern hat Möhlenkamp zufolge rund 2.000 Stellen abgebaut, vor allem im Zuge des Umbaus. Durch Übernahmen in den Bereichen Medizintechnik und Lebensmittelindustrie seien aber auch 1.000 Stellen hinzugekommen.

    Freudenberg wurde 1849 als Gerberei gegründet und hat sich seitdem zu einem international tätigen Technologiekonzern entwickelt. Das Familienunternehmen ist in verschiedenen Geschäftsbereichen tätig. Dazu gehören unter anderem Dichtungstechnik, Filtration, technische Textilien und Haushaltsprodukte. Freudenberg liefert seine Produkte beispielsweise an die Autoindustrie, den Maschinenbau, die Medizintechnik und andere Industriezweige.

  • IOC verlangt künftig Geschlechtertest von Sportlerinnen

    Alle Sportlerinnen sollen sich nach dem Willen des Internationalen Olympischen Komitees künftig Geschlechtertests unterziehen, um an internationalen Frauen-Wettbewerben teilnehmen zu dürfen. Transfrauen soll ein Start in der Frauenkategorie künftig untersagt sein, wie das IOC mitteilte.