Autor: Stojancho Gjorgjiev

  • Trump: US-Delegation Montag für Verhandlungen in Islamabad

    Im Konflikt mit dem Iran reist nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wieder eine Delegation aus Washington für Verhandlungen in die pakistanische Hauptstadt Islamabad. Seine Vertreter würden dort am Montagabend sein, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social ohne Angaben zur Zeitzone zu machen.

  • FC Bayern erneut deutscher Fußball-Meister

    Der FC Bayern München ist zum 35. Mal deutscher Fußball-Meister. Der Rekord-Titelträger gewann daheim 4:2 gegen den VfB Stuttgart und ist damit vier Spieltage vor Saisonende nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen.

  • Reindustrialisierung tritt in Europa und den USA in selektivere, strategischere Phase ein

    Berlin (ots) –

    • Reindustrialisierung[1] wird zum Mainstream: 73 Prozent der großen europäischen und US-amerikanischen Unternehmen verfügen mittlerweile über eine Strategie oder arbeiten an einer solchen – ein Anstieg gegenüber 59 Prozent im Jahr 2024.
    • Geplante Investitionen sollen innerhalb der nächsten drei Jahren bei knapp 2,5 Billionen US-Dollar liegen; im Jahr 2025 lag der Wert noch bei 4,7 Billionen US-Dollar, was auf eine Verlagerung hin zu selektiveren, kapitaleffizienteren Modellen hindeutet.
    • Langfristige strategische Vorteile überwiegen kurzfristige Einsparungen: 86 Prozent der Unternehmen legen bei ihren Entscheidungen den Schwerpunkt auf Marktzugang und die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette.
    • KI wird zu einem zentralen Faktor für die Umsetzung der Reindustrialisierung; 87 Prozent der Unternehmen planen in KI und andere fortschrittliche Technologien zu investieren, um die Kosten in Verbindung mit der Reindustrialisierung zu reduzieren.

    Die Reindustrialisierung ist in eine reifere, diszipliniertere Phase eingetreten, da Unternehmen eine stärkere Kontrolle über Abhängigkeiten anstreben und gleichzeitig wirtschaftliche Tragfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit aufrechterhalten wollen. Laut Ausgabe 2026[2] des Capgemini Research Institute-Berichts „The resurgence of manufacturing: Reindustrialization strategies in Europe and the US“, verfügen mittlerweile fast drei Viertel der großen europäischen und US-amerikanischen Unternehmen über eine entsprechende Strategie oder sind dabei, eine solche zu entwickeln. Dabei wird eine klare Verlagerung hin zu resilienten und kontrollorientierten Betriebsmodellen widergespiegelt. Gleichzeitig sind die geplanten Reindustrialisierungsinvestitionen für die nächsten drei Jahre stark zurückgegangen, was eher auf einen pragmatischeren und selektiveren Ansatz bei der Kapitalallokation hindeutet als auf geringere Ambitionen. Unternehmen passen nun ihre Produktions- und Lieferkettenpräsenz an, um kritische Abhängigkeitsrisiken zu begrenzen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit durch hybride Strategien im Inland, im Nearshore- und Friendshore-Bereich zu erhalten, die zunehmend durch Automatisierung und KI ermöglicht werden.

    Die Auswirkungen der Reindustrialisierung sind nicht in allen Sektoren gleich. Am ausgeprägtesten ist der Wandel in produktionsintensiven und strategisch kritischen Branchen wie der Automobilindustrie, Elektronik, der Halbleiterindustrie sowie der Luft- und Raumfahrt und der Verteidigungsindustrie, wo Abhängigkeitsrisiken, Risiken in der Lieferkette und Überlegungen zum Marktzugang am akutesten sind. Diese Branchen treiben den Übergang von einer groß angelegten Expansion hin zu selektiveren, technologiegestützten Industriemodellen voran.

    „Angesichts wachsender geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten tritt die Reindustrialisierung in eine neue, reifere Phase ein – klar ausgerichtet auf Resilienz, Souveränität und langfristige Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Dr. Michael Schulte, CEO von Capgemini Engineering und Mitglied des Group Executive Boards von Capgemini.„Reindustrialisierung bedeutet heute, regional ausgewogene Ökosysteme aufzubauen, die kritische Abhängigkeiten reduzieren. Dies geht einher mit einem pragmatischen Investitionsansatz, der flexiblere und kapitaleffizientere Modelle fördert. Die Zielrichtung ist eindeutig – der Erfolg wird jedoch von der Umsetzung abhängen: von Entscheidungen mit Fokus auf langfristigen Erfolg sowie vom konsequenten Aufbau digitaler und personeller Grundlagen für nachhaltige industrielle Stärke.“

    Mit zunehmender Reife der Strategien zeichnen sich vielfältige regionale Wege ab

    Die Umfrage von 2026 zeigt, dass Unternehmen zunehmend vielfältige, hybride Reindustrialisierungsansätze bevorzugen. Sie sind auf regionale Gegebenheiten zugeschnitten, anstatt sich auf ein einziges Modell zu konzentrieren. Dies zeigt sich insbesondere an der Bedeutung von Friendshoring in Kontinentaleuropa. Es wird von 64 Prozent der Unternehmen genannt wird und markiert eine klare Verlagerung hin zu Fertigungs- und Lieferketten bei Verbündeten zur Steuerung strategischer Abhängigkeiten.

    Reshoring-Aktivitäten in den USA nehmen zu: Fast die Hälfte (48 %) der Unternehmen investiert, gegenüber 30 Prozent im Jahr 2025, während weiterhin beachtliche 42 Prozent in Nearshoring investieren. Innerhalb Europas geht das Nearshoring gegenüber dem Niveau von 2025 zurück (von 55 % auf 39 %), während das Reshoring moderater zunimmt (von 34 % auf 42 %), was strukturellen Kostendruck und regulatorische Komplexität widerspiegelt.

    Die Unternehmen stellen gemäß Studienergebnissen ihr Engagement in China neu auf, gleichzeitig verstärken sie ihre Präsenz in Indien, dicht gefolgt von Vietnam, Mexiko und Kanada. Das unterstreicht eine umfassendere Neugestaltung globaler Lieferketten rund um diversifizierte Ökosysteme unterstreicht. Auch die USA ziehen vermehrt ausländische Investitionen an, wobei eine große Mehrheit (fast 85 %) der in der EU ansässigen Unternehmen in die US-Fertigung investiert, um vom direkten Marktzugang zu profitieren und die Handelspolitik zu meistern. Gleichzeitig planen rund zwei Drittel der Unternehmen (64 %), ihre Investitionen in China in den nächsten drei Jahren beizubehalten oder zu erhöhen, was eine pragmatische Neuausrichtung der Betriebsabläufe und Lieferketten über Branchen und Märkte hinweg unterstreicht.

    Selektive Investitionen und langfristiger Wert haben Vorrang vor skalierungsorientierter Expansion

    Unternehmen in unkritischen Branchen bevorzugen zunehmend flexiblere Alternativen, um den Zugang zu industriellen Kapazitäten vom Besitz von Anlagen und Greenfield-Projekten zu entkoppeln. Sie wenden sich zunehmend Modellen wie Multi-Produkt-Fertigungsanlagen, Partnerschaften in der Auftragsfertigung und gemeinsamer Infrastruktur zu, um strategische Kontrolle zu bewahren und gleichzeitig die Kapitalintensität zu begrenzen.

    Die Studie stellt ferner fest, dass Entscheidungen zur Reindustrialisierung aus einer ganzheitlicheren wirtschaftlichen Perspektive bewertet werden. Eine klare Mehrheit der Unternehmen gibt an, dass die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette Entscheidungen zur Reindustrialisierung rechtfertigt, verbunden mit hohen Erwartungen an das Umsatzwachstum in den nächsten drei Jahren. Fast acht von zehn Unternehmen gehen davon aus, dass Skaleneffekte die Stückkosten im Laufe der Zeit senken werden, was eine Verlagerung hin zu langfristigem strategischem Wert gegenüber kurzfristigen Einsparungen unterstreicht.

    Technologie, insbesondere KI, wirkt als Katalysator

    Technologie spielt eine immer größere Rolle bei der nachhaltigen Umsetzung einer effektiven Reindustrialisierung. Die Studie stellt fest, dass eine große Mehrheit (87 %) der Unternehmen plant, in fortschrittliche Fertigungstechnologien zu investieren, insbesondere in KI, Automatisierung und digitale Zwillinge. Höhere Produktionskosten in der Nähe der Endmärkte sollen so ausgeglichen werden.

    KI, einschließlich generativer und agentischer KI, wird als unerlässlich angesehen, um die Effizienz zu steigern. Anwendungsfälle, die für die Umsetzung entscheidend sind, konzentrieren sich auf Bereiche wie Produktionsplanung und -optimierung, Risikomodellierung in der Lieferkette sowie Standortauswahl, wo KI eine schnellere und fundiertere industrielle Entscheidungsfindung direkt unterstützt.

    Der Fachkräftemangel bleibt jedoch für eine große Mehrheit ein häufiges Hindernis bei der Ausweitung der Reindustrialisierung. Dies gilt insbesondere bei Kompetenzen in den Bereichen fortschrittliche Fertigungstechnik, Automatisierung, KI und digitale Technologien, was die Notwendigkeit unterstreicht, den Technologieeinsatz mit der Transformation der Belegschaft in Einklang zu bringen.

    Methodik

    Vom 2. Januar bis zum 3. Februar 2026 befragte das Capgemini Research Institute 1.208 Führungskräfte in Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 1 Milliarde US-Dollar (bzw. 500 Millionen US-Dollar im Verteidigungssektor) in den USA, Großbritannien und Kontinentaleuropa (Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, den nordischen Ländern und Spanien). Die befragten Unternehmen sind in 13 Schlüsselbranchen tätig. Die befragten Führungskräfte sind auf Direktorenebene tätig und arbeiten in verschiedenen geschäfts-, technologie- und fertigungsbezogenen Funktionen. Zusätzlich zur Umfrage befragte das Capgemini Research Institute auch Führungskräfte und Experten aus den Bereichen Lieferkette und Fertigung in großen globalen Unternehmen.

    Die Ergebnisse wurden durch umfangreiche Sekundärrecherchen validiert, wobei Informationen bis zum 26. März 2026 einbezogen wurden; spätere Änderungen sind möglicherweise nicht berücksichtigt.

    Studienband zum Donwload: https://ots.de/XyuqET

    Definitionen der im Bericht verwendeten Schlüsselbegriffe:

    • Friendshoring: Verlagerung eines Teils der Fertigungs-/Produktions-/Lieferantenbasis/Dienstleister in Länder, die geopolitische oder Handelspartner des Heimatlandes des Unternehmens sind
    • Nearshoring: Verlagerung eines Teils der Fertigungs-/Produktions-/Lieferantenbasis/Dienstleister in ein nahegelegenes oder benachbartes Land.
    • Reshoring: Rückverlagerung eines Teils der Fertigungs-/Produktions-/Lieferantenbasis/Dienstleister zurück in den Binnenmarkt des Landes mit dem Unternehmenshauptsitz.

    Über Capgemini

    Capgemini ist ein globaler Partner für die KI-gestützte Geschäfts- sowie Technologietransformation. Das Unternehmen schafft messbaren Mehrwert für seine Kunden, indem es die Zukunft von Organisationen gestaltet und im Zusammenspiel von KI, Technologie sowie dem Mensch Realität werden lässt. Seit fast 60 Jahren steht Capgemini für Verantwortung wie auch Vielfalt und beschäftigt über 420.000 Mitarbeitende in mehr als 50 Ländern. Das End-to-End-Leistungsspektrum gründet auf einer umfangreichen Branchenexpertise, einem starken Partner-Ökosystem sowie Kompetenzen in den Bereichen Strategie, Technologie, Design, Engineering und Operations. Die Gruppe erzielte 2025 einen weltweiten Umsatz von 22,5 Milliarden Euro.

    Make it real|www.capgemini.com/de

    [1] Reindustrialisierung gemäß der Definition im Bericht: Neugestaltung globaler Lieferketten und Fertigungskapazitäten, oft mit dem Ziel, diese näher an die heimischen Märkte heranzuführen.

    [2] Die weltweite Umfrage wurde zwischen Januar und Februar 2026 durchgeführt. Die Ergebnisse wurden durch umfangreiche Sekundärrecherchen validiert, wobei Informationen bis zum 26. März 2026 einbezogen wurden; spätere Änderungen sind möglicherweise nicht berücksichtigt.

    Pressekontakt:
    Achim Schreiber
    Tel.: 069 9515-1281
    E-Mail: achim.schreiber@capgemini.com
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            Capgemini
  • Rüstung und Rohstoffe: Merz und Lula vertiefen Partnerschaft

    Verdoppelung des Handels und eine engere Kooperation bei Rüstung und Rohstoffen: So wollen Deutschland und Brasilien ihre Partnerschaft weiter vertiefen. «Die Nähe zwischen unseren beiden Ländern ist notwendiger denn je in einer Zeit, in der sich die Weltordnung so grundlegend verändert», sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach den deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen in Hannover auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. «Wir wollen den gegenseitigen Nutzen stärken, und wir wollen ein Netz starker und gleichgesinnter Partner sein.»

    Lula und Merz machten sich gemeinsam für eine Reform der Vereinten Nationen stark. Beide Länder beanspruchen seit langem ständige Sitze im UN-Sicherheitsrat, in dem derzeit nur fünf Atommächte permanent vertreten und mit Vetorecht ausgestattet sind: USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich. Auch wegen des Vetorechts sind alle Reformbemühungen in den vergangenen Jahrzehnten gescheitert.

    Lula setzt Attacken gegen Trump fort

    Der brasilianische Präsident setzte bei dem Treffen seine Attacken gegen US-Präsident Donald Trump fort. Den von den USA und Israel begonnen Iran-Krieg hatte er am Vortag bereits als «Wahnsinn» bezeichnet. Nun kritisierte er Trumps Entscheidung scharf, Südafrika vom nächsten G20-Gipfel in Florida auszuschließen. 

    Er habe dem südafrikanischen Präsident Cyril Ramaphosa geraten, trotzdem zu dem Treffen zu kommen, sagte Lula. «Wenn man heute Südafrika rauswirft, wird morgen Deutschland rausgeworfen, wird Brasilien rausgeworfen.» Er rief die deutsche Regierung dazu auf, mit ihm gemeinsam auf eine Teilnahme von Südafrika zu dringen. 

    Trump hatte angekündigt, Südafrika nicht zu dem G20-Gipfel im Dezember in einem seiner Hotels – dem «Trump National Doral Miami» – einzuladen. Der Republikaner warf Südafrika vor, einen Genozid an weißen Bauern zu begehen. Fachleute und Südafrikas Regierung widersprechen der Darstellung eines angeblichen Völkermords entschieden.

    EU-Mercosur-Abkommen soll Handel ankurbeln 

    Merz und seine Frau Charlotte hatten Lula und seine Frau Janja bereits am Sonntag auf Schloss Herrenhausen empfangen und anschließend gemeinsam die Hannover Messe eröffnet. Heute folgten die deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen mit insgesamt 15 Ministern auf beiden Seiten.

    Im Mittelpunkt stand dabei die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Das vorläufige Inkrafttreten des Freihandelsabkommens zwischen der EU und den vier Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay zum 1. Mai bietet dafür die besten Voraussetzungen. Merz hofft nun, das Handelsvolumen mit Brasilien «in den nächsten Jahren» verdoppeln zu können.

    «Wir wollen die Stärken unserer Volkswirtschaften gemeinsam entfalten, und zwar als wichtige Handelspartner», sagte Merz. Zudem plädierte er für eine gemeinsame Verringerung der wirtschaftlichen Abhängigkeiten. «Das ist ein Gebot der Stunde in einer Welt, die eben unberechenbar geworden ist. Wir vertiefen unsere Kooperation im Bereich kritischer Rohstoffe», sagte er. Brasilien ist für Deutschland besonders als Lieferant von seltenen Erden attraktiv, die für Laptops, Handys und E-Motoren gebraucht werden.

    Lula an weitere Fregatten interessiert

    Auch im Rüstungsbereich wollen Deutschland und Brasilien enger kooperieren. Lula ist an vier weiteren Fregatten des Typs Tamandaré von Thyssenkrupp Marine Systems interessiert. Derzeit sind vier solcher Fregatten in Brasilien im Bau. «Heute machen wir Fortschritte bei den Bemühungen um den Erwerb vier weiterer Einheiten», sagte Lula. Zudem gebe es Gespräche über gepanzerte Fahrzeuge, Luftabwehr und Drohnen.

    Bei dem Besuch gab es aber auch atmosphärisch etwas geradezurücken. Der erste Brasilien-Besuch des Kanzlers hatte vorübergehend Verstimmungen ausgelöst. Nach seiner Rückkehr von der Weltklimakonferenz in der Amazonas-Metropole Belém hatte er sich in einer Weise über die sehr arme Stadt geäußert, die viele Brasilianer als beleidigend und abschätzig empfanden. Auch Lula hatte ihn zunächst dafür kritisiert, sich dann aber beim G20-Gipfel in Johannesburg wieder mit ihm versöhnt. 

    Lula wollte Wurst vom Imbiss

    Vielleicht als Wiedergutmachung versuchte Merz ihm in Hannover einen Wunsch zu erfüllen, den er vor seiner Abreise in einem «Spiegel»-Interview geäußert hatte: «Ich habe ihm gesagt, wenn ich nach Deutschland reise, esse ich gerne Wurst vom Straßenimbiss.»

    Merz ließ ihm vor dem festlichen Mittagessen auf Schloss Herrenhausen «eine Auswahl von Wurstspezialitäten» servieren. So richtig freuen konnte sich Lula darüber aber nicht. Er wollte eine Wurst vom Imbiss und nicht vom Schlosskoch. «Das Einzige, was ich bedaure, ist, dass ich an keiner Straße vorbeigekommen bin, an der ein Imbisswagen stand, der Bratwürste oder Bratwurst im Wagen verkaufte», sagte er.

  • Pistorius: Deutschland muss mehr für Europas Sicherheit tun

    Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sieht Deutschland in der Pflicht, deutlich mehr für die europäische Sicherheit zu tun. «Aufgrund unserer Größe, unserer Wirtschaftskraft, unserer geostrategischen Rolle steht Deutschland in der Verantwortung, deutlich mehr zu tun als bisher – und natürlich nicht nur für unsere eigene Sicherheit, sondern für die Sicherheit Europas insgesamt», sagte der SPD-Politiker auf der Hannover Messe.

    Wirtschaftliche Stärke und Sicherheit seien untrennbar miteinander verbunden, betonte Pistorius. «Ohne Sicherheit keine prosperierende Wirtschaft, ohne wirtschaftliche Stärke keine Sicherheit.» Eine starke Industrie sei zwingende Voraussetzung für die Verteidigung von Demokratie und Sicherheit.

    Spätestens seit dem russischen Angriff auf die Ukraine vor mehr als vier Jahren sei Sicherheit in Deutschland kein Randthema mehr. «Die Wirtschaft spürt geopolitische Bedrohungen und Risiken unmittelbar. Das macht der Krieg im Iran und der aktuelle Konflikt in der Straße von Hormus allzu deutlich.»

    «Wir sind häufig noch nicht effektiv genug»

    Der Minister kritisierte, dass Deutschland bei der Umsetzung von Innovationen zu langsam sei. «Gerade im Verteidigungsbereich können wir es uns angesichts der Geschwindigkeit, in der die Dinge sich verändern, nicht leisten, dass zwischen einem funktionierenden, guten Prototypen und der Serienproduktion Jahre vergehen.» In einer Welt, in der sich Bedrohungen in Tagen entwickelten statt in Jahren, sei Geschwindigkeit «kein Nice-to-have», sondern «zwingende Voraussetzung für unsere Sicherheit».

    Als Beispiel nannte er Drohnen: Die ukrainischen Partner sprächen inzwischen von Innovationszyklen von sechs bis zwölf Wochen. «Und nein, die ehrliche Antwort lautet: Wir sind häufig noch nicht effektiv genug und zeitgemäß genug.»

    Rüstung erstmals stärker im Fokus

    Das Thema Rüstung ist auf der Hannover Messe in diesem Jahr erstmals mit einem eigenen Schwerpunkt vertreten. Im sogenannten Defense Production Park zeigen rund 40 Unternehmen auf 1.200 Quadratmetern Lösungen für den schnellen Aufbau der Rüstungsproduktion. Am Dienstag werden unter anderem Rheinmetall-Chef Armin Papperger sowie Airbus-Defence-Manager Michael Schöllhorn erwartet. 

    Für die Messegesellschaft ist der neue Bereich auch ein Vorgeschmack auf die Sicherheits- und Verteidigungsmesse Defence & Security Equipment International Germany, die im März 2027 erstmals in Hannover stattfinden soll.

  • Konjunkturflaute belastet Maschinenbauer Festo weiter

    Die maue Wirtschaftslage belastet das Geschäft des Automatisierungsspezialisten Festo weiter. Der Umsatz sank 2025 um 3,7 Prozent auf rund 3,33 Milliarden Euro, wie das Unternehmen aus Esslingen auf der Hannover Messe mitteilte. Es handelt sich um den dritten Rückgang in Folge. 2022 hatte Festo noch einen Erlös von 3,81 Milliarden Euro erwirtschaftet. Zum Gewinn äußert sich der Mittelständler traditionell nicht.

    Kunden treten auf die Bremse

    Der Maschinen- und Anlagenbau hat den Angaben nach mit herausfordernden Marktbedingungen zu kämpfen. Das werde durch Handelsbarrieren wie die unberechenbare US-Zollpolitik und geopolitische Konflikte erschwert. «Viele Kunden zögern weiter mit Investitionen, vor allem der Bereich Automotive und Zulieferer spüren die Krise», hieß es weiter. 

    Festo-Chef Thomas Böck teilte mit: «Wir haben in einem herausfordernden Umfeld 2025 ein solides Geschäftsergebnis erzielt.» Ende 2025 beschäftigte das Unternehmen rund 20.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – genau so viele wie ein Jahr zuvor. Ungefähr 8.200 von ihnen arbeiteten in Deutschland. 

    Um die Marktposition von Festo auszubauen, müsse man sich aber dauerhaft der neuen Realität auf den Weltmärkten stellen, wird Böck zitiert. «Daher entwickeln wir das Unternehmen 2026 strukturell weiter». Festo richte sich auf die nahtlose Integration von elektrischer Automatisierung, Pneumatik, digitalen Funktionen und Künstlicher Intelligenz (KI) aus. Eine konkrete Prognose für das laufende Jahr gab der Manager nicht ab. 

    Festo-Technik in vielen Branchen im Einsatz

    Festo ist spezialisiert auf Steuerungs- und Automatisierungstechnik in der Industrie. Zu den Produkten des Unternehmens gehören Geräte, die mit Druckluft arbeiten, sowie Software- und KI-Lösungen. Zum Einsatz kommen sie zum Beispiel in der Nahrungsmittel-, Auto- und Medizintechnikbranche. Festo ist außerdem in der technischen Bildung aktiv und arbeitet zunehmend an Bioreaktoren, um nachhaltige Lösungen für die Industrie zu entwickeln.

  • Konjunkturflaute belastet Maschinenbauer Festo weiter

    Die maue Wirtschaftslage belastet das Geschäft des Automatisierungsspezialisten Festo weiter. Der Umsatz sank 2025 um 3,7 Prozent auf rund 3,33 Milliarden Euro, wie das Unternehmen aus Esslingen auf der Hannover Messe mitteilte. Es handelt sich um den dritten Rückgang in Folge. 2022 hatte Festo noch einen Erlös von 3,81 Milliarden Euro erwirtschaftet. Zum Gewinn äußert sich der Mittelständler traditionell nicht.

    Kunden treten auf die Bremse

    Der Maschinen- und Anlagenbau hat den Angaben nach mit herausfordernden Marktbedingungen zu kämpfen. Das werde durch Handelsbarrieren wie die unberechenbare US-Zollpolitik und geopolitische Konflikte erschwert. «Viele Kunden zögern weiter mit Investitionen, vor allem der Bereich Automotive und Zulieferer spüren die Krise», hieß es weiter. 

    Festo-Chef Thomas Böck teilte mit: «Wir haben in einem herausfordernden Umfeld 2025 ein solides Geschäftsergebnis erzielt.» Ende 2025 beschäftigte das Unternehmen rund 20.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – genau so viele wie ein Jahr zuvor. Ungefähr 8.200 von ihnen arbeiteten in Deutschland. 

    Um die Marktposition von Festo auszubauen, müsse man sich aber dauerhaft der neuen Realität auf den Weltmärkten stellen, wird Böck zitiert. «Daher entwickeln wir das Unternehmen 2026 strukturell weiter». Festo richte sich auf die nahtlose Integration von elektrischer Automatisierung, Pneumatik, digitalen Funktionen und Künstlicher Intelligenz (KI) aus. Eine konkrete Prognose für das laufende Jahr gab der Manager nicht ab. 

    Festo-Technik in vielen Branchen im Einsatz

    Festo ist spezialisiert auf Steuerungs- und Automatisierungstechnik in der Industrie. Zu den Produkten des Unternehmens gehören Geräte, die mit Druckluft arbeiten, sowie Software- und KI-Lösungen. Zum Einsatz kommen sie zum Beispiel in der Nahrungsmittel-, Auto- und Medizintechnikbranche. Festo ist außerdem in der technischen Bildung aktiv und arbeitet zunehmend an Bioreaktoren, um nachhaltige Lösungen für die Industrie zu entwickeln.

  • Lula: Brasilien an vier weiteren Fregatten interessiert

    Brasilien ist an vier weiteren Fregatten des Typs Tamandaré auf Basis deutscher Technologie aus der Meko-Plattform von ThyssenKrupp Marine Systems interessiert. Derzeit sind vier solcher Fregatten in Brasilien im Bau. «Heute machen wir Fortschritte bei den Bemühungen um den Erwerb vier weiterer Einheiten», sagte Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bei einer Rede vor Unternehmern auf der Hannover Messe. 

    Dies eröffne die Möglichkeit, die Präsenz Deutschlands in strategischen Sektoren der brasilianischen Neoindustrialisierung zu vertiefen, sagte der Staatschef. Zudem gebe es Gespräche über strategische Bereiche wie gepanzerte Fahrzeuge, Luftabwehr und Drohnen, fügte der linke Präsident hinzu.

    Lula da Silva erwähnte auch einen in Hannover unterzeichneten Pakt zur künstlichen Intelligenz. Dies sei ein wichtiger Meilenstein für die gemeinsame Entwicklung von Technologien und neuen Partnerschaften. 

    Die Meko-Plattform ist ein modulares Kriegsschiffs-Konzept, das ursprünglich in Deutschland entwickelt wurde und sich flexibel mit unterschiedlichen Waffen-, Sensor- und Missionssystemen ausrüsten lässt. Das Programm ist ausdrücklich als Projekt für Technologietransfer und industrielle Stärkung in Brasilien angelegt. Die Vereinbarung über den Bau der ersten vier Fregatten in Brasilien hatte einen Umfang von umgerechnet rund zwei Milliarden Euro.

  • Merz als «Herr Merkel» und ein ungewöhnlicher Messe-Rundgang

    Es dauert nur wenige Minuten, dann gehen sie getrennte Wege: Bundeskanzler Friedrich Merz und Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva teilen ihren Rundgang über die Hannover Messe auf – ausgerechnet bei einem Termin, der traditionell ein Bild enger Partnerschaft liefern soll.

    Während Lula bei brasilianischen Ausstellern bleibt, zieht Merz weiter über das Gelände und schaut sich unter anderem Roboter und neue Technologien an. Der gemeinsame Rundgang ist damit praktisch beendet, bevor er richtig begonnen hat. Bei Polizei und Messe sorgt der ungewöhnliche Ablauf für Verwunderung. «Das haben wir noch nie erlebt», heißt es.

    Kurz darauf folgt die nächste Irritation: Am Stand von Phoenix Contact, einem Unternehmen, das Elektronik und Elektromechanik herstellt, wird Merz mit seiner Vorgängerin verwechselt. «Recht herzlich willkommen, Herr Merkel, äh Herr Bundeskanzler Merz», sagt Geschäftsführer Dirk Görlitzer.

    «Welt kann nicht mit Lügen regiert werden»

    Noch kurz zuvor ist das Bild ein anderes: Merz und Lula demonstrieren Einigkeit. Am Stand des Partnerlandes Brasilien betont der Kanzler die Bedeutung des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und den südamerikanischen Mercosur-Staaten. «Das ist unsere Antwort auf die großen Verwerfungen, die wir gegenwärtig erleben», sagt er. Das Abkommen, mit dem eine Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Menschen entstehen soll, tritt am 1. Mai vorläufig in Kraft.

    Auch Lula wirbt dafür, die Zusammenarbeit Europas und Lateinamerikas «immer produktiver, immer effektiver und immer besser» zu machen. Wie Merz verteidigt er die auf Regeln und internationalen Institutionen basierende Weltordnung. «Die Welt kann nicht mit Lügen regiert werden», sagt er. 

    Handel und Rohstoffe im Fokus

    Später rückt die wirtschaftspolitische Zusammenarbeit in den Mittelpunkt. Bei den deutsch-brasilianischen Wirtschaftstagen wirbt Merz für einen deutlichen Ausbau der Handelsbeziehungen. Der bilaterale Handel solle «in den nächsten Jahren» verdoppelt werden, sagt der Kanzler.

    Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern lag nach Angaben von Merz im Jahr 2024 bei mehr als 20 Milliarden Euro. Für Volkswirtschaften dieser Größe sei das «entschieden zu wenig». Das Mercosur-Abkommen soll das ändern.

    Brasilien bezeichnet Merz in einer «schwieriger werdenden Welt» als «Schlüsselpartner». Beide Länder hätten ein gemeinsames Interesse an verlässlichen, regelbasierten Beziehungen.

    Zugleich rückt die Frage nach Rohstoffen stärker in den Fokus. Brasilien verfüge über ein «enormes Potenzial» bei seltenen Erden, sagt Merz. Große Chancen sieht er im Abbau von Metallen, die für Elektromobilität und Windkraft benötigt werden. Deutschland sei bereit, Brasilien «mit technologischem Know-how und Expertise zu unterstützen», um diese Beziehungen weiter auszubauen.

    Deutschland als «die Lokomotive» Europas

    Bei einem weiteren Auftritt betont Merz das wirtschaftliche Gewicht Europas. Die EU habe 450 Millionen Konsumenten – 100 Millionen mehr als die Vereinigten Staaten, sagt er. «Verdammt noch mal: Was hindert uns denn daran, dieses Selbstbewusstsein jetzt auch zu zeigen?» Denn: «Wir brauchen uns nicht zu verstecken.»

    Deutschland müsse dabei «das Zugpferd», «die Lokomotive» in der EU sein. Zugleich kündigt der Kanzler an, sich in Brüssel für bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen einzusetzen. «Ich gehe für uns auch in den europäischen Clinch», sagt er. «Notfalls müssen wir dann auch mal öffentlich miteinander streiten, wo wir eigentlich hinwollen in dieser Europäischen Union.»

    Industrie warnt vor Dauerkrise

    Deutliche Kritik muss Merz von den Vertretern der Industrie einstecken. «Der Reformstau muss endlich aufgelöst werden», fordert der Präsident des Elektro- und Digitalindustrieverbandes ZVEI, Gunther Kegel. «Die Grenzen der Leidensfähigkeit sind erreicht», sagt Bertram Kawlath vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). 

    Der Industrieverband BDI kippt angesichts des Iran-Kriegs seine Prognose für 2026 und rechnet bestenfalls noch mit einem Nullwachstum bei der Industrieproduktion. «Der Iran-Krieg sorgt dafür, dass der Aufschwung weit ins zweite Halbjahr verschoben wird, vermutlich eher nach 2027», sagt BDI-Präsident Peter Leibinger. Die Krise in Nahost sei dabei aber nicht die Ursache, sie verschärfen die Lage nur. «Die Ursache liegt bei uns.»

    Zwar würden die hohen staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung die Nachfrage stützen. «Sie reichen aber alleine nicht aus für einen spürbaren Aufschwung», so Leibinger. «Der Druck auf die Industrie besteht weiter – und wächst.»

    Weltgrößte Industrieschau

    Mehr als 3.000 Aussteller aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie der Energiewirtschaft zeigen noch bis Freitag auf dem Messegelände ihre Neuheiten. Hauptthemen der Messe sind der Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Produktion, Automatisierung und Robotik. Erstmals mit einem eigenen Themenschwerpunkt vertreten ist der Bereich Rüstung. Im vergangenen Jahr kamen 127.000 Besucher zu der weltweit wichtigsten Industrieschau.

  • Merz will Handelsvolumen mit Brasilien verdoppeln

    Bundeskanzler Friedrich Merz will die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Brasilien deutlich ausbauen. Das bilaterale Handelsvolumen solle «in den nächsten Jahren» verdoppelt werden, sagte der CDU-Politiker bei den deutsch-brasilianischen Wirtschaftstagen auf der Hannover Messe. Brasilien ist das diesjährige Partnerland der Industrieschau.

    Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern lag nach Angaben von Merz im Jahr 2024 bei mehr als 20 Milliarden Euro. Für Volkswirtschaften dieser Größe sei das «entschieden zu wenig». Mit dem Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten wolle man dieses Volumen steigern. «Beide Seiten des Atlantiks werden von wegfallenden Zöllen und dem Abbau weiterer Handelshemmnisse profitieren.»

    Brasilien bezeichnete Merz in einer «schwieriger werdenden Welt» als «Schlüsselpartner». Beide Länder teilten das Interesse an einer politischen Ordnung, in der man sich auf Verträge und Verabredungen verlassen könne. Offener, fairer und freier Handel sei nur auf dieser Grundlage möglich.

    Rohstoffe rücken ins Zentrum

    Ein zentrales Thema ist aus Sicht von Merz auch die Rohstoffversorgung. Brasilien verfüge über ein «enormes Potenzial» bei seltenen Erden, sagte er. «Große Chancen liegen im kostengünstigen Abbau bestimmter Metalle, die für die E-Mobilität und für Windkraftanlagen gebraucht werden.»

    Der Import von Rohstoffen aus Brasilien habe 2024 bereits ein Volumen von rund drei Milliarden Euro erreicht. Deutschland sei bereit, Brasilien «mit technologischem Know-how und Expertise zu unterstützen», um diese Beziehungen weiter auszubauen.