Autor: Stojancho Gjorgjiev

  • Merz und Lula gehen bei Messerundgang getrennte Wege

    Der traditionelle Kanzler-Rundgang zum Auftakt der Hannover Messe ist anders als geplant verlaufen: Bundeskanzler Friedrich Merz und Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva haben sich die größte Industriemesse der Welt zum größten Teil getrennt angeschaut. Bereits kurz nach dem Eröffnungsstatement am Stand des Partnerlandes Brasilien gingen beide ihre eigenen Wege. Während sich Lula weitere Stände brasilianischer Aussteller anschaute, zog der CDU-Chef ohne seinen Gast weiter und sah sich unter anderem humanoide Roboter an.

    Regierungskreise: einvernehmliche Entscheidung 

    Aus deutschen Regierungskreisen hieß es, beide Seiten hätten sich einvernehmlich für weitgehend getrennte Besuche an unterschiedlichen Messeständen entschieden. Der Grund dafür sei, dass sich der Beginn des Programms «wegen einer Verzögerung der brasilianischen Delegation» verschoben habe. Um möglichst viele Firmen abdecken zu können, hätten sich die beiden aufgeteilt. «So konnte das Programm bestmöglich absolviert werden.»

    Polizei und Messe: «Das haben wir noch nie erlebt»

    Polizei und Verantwortliche der Messe zeigten sich dagegen überrascht: «Das haben wir noch nie erlebt», hieß es. Auch das gemeinsame Abschlussstatement fiel aus. Merz äußerte sich alleine.

  • Drei Tote durch mutmaßlichen Unfall in Lederfabrik

    Bei einem mutmaßlichen Unglück in einer Lederfabrik im hessischen Runkel sind drei Menschen ums Leben gekommen. Zwei weitere Personen seien schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht worden, teilte das Landesinnenministerium mit. Als mögliche Ursache werde unter anderem Kohlenstoffdioxid in Betracht gezogen.

  • Merz sieht Mercosur-Abkommen als Zeichen gegen Machtpolitik

    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht in dem Freihandelsabkommen der EU mit den lateinamerikanischen Mercosur-Staaten einen Gegenentwurf zu einer neuen Großmachtpolitik. «Das ist unsere Antwort auf die großen Verwerfungen, die wir gegenwärtig erleben», sagte er bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva auf der Hannover Messe. 

    «Es ist eine Antwort an all diejenigen, die heute Machtpolitik auf der Welt mit militärischen Mitteln an die Stelle von regelbasierter Ordnung, Verträgen und Verlässlichkeit setzen wollen», sagte Merz. Das Abkommen, mit dem eine Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Menschen entstehen soll, tritt am 1. Mai vorläufig in Kraft.

    «Welt kann nicht mit Lügen regiert werden»

    Auch Lula warb dafür, die Zusammenarbeit Europas und Lateinamerikas «immer produktiver, immer effektiver und immer besser» zu machen. Wie Merz verteidigte er die auf Regeln und internationalen Institutionen basierende Weltordnung. «Die Welt kann nicht mit Lügen regiert werden», sagte er. «Die Welt kann nicht so regiert werden, dass jemand glaubt, er sei wichtiger als andere, und Entscheidungen trifft, die er der Welt aufzwingt, als gäbe es keine Demokratie.»

    Lula hatte bereits am Sonntagabend bei der Eröffnung der Hannove Messe den Krieg der USA und Israels gegen den Iran als «Wahnsinn» bezeichnet. «Wir erleben einen kritischen Moment in der globalen Geopolitik, geprägt von großen Paradoxa: Während Astronauten zum Mond fliegen, werden bei den Bombardements im Nahen Osten wahllos Frauen und Kinder getötet», klagte der linksgerichtete Staatschef aus Südamerika.

    Regierungskonsultationen am Nachmittag

    Nach ihrem Messebesuch kommen Merz und Lula am Nachmittag mit insgesamt 15 Ministern beider Seiten zu Regierungskonsultationen im Schloss Herrenhausen zusammen. Dabei wird es um die ganze Bandbreite der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern gehen. Deutschland führt Regierungskonsultationen mit besonders engen Partnern wie Frankreich, Polen und Italien oder besonders wichtigen Ländern wie Brasilien oder Indien durch.

  • BDI streicht Wachstumsprognose wegen Iran-Krieg

    Wegen des Iran-Kriegs rechnet der Industrieverband BDI in diesem Jahr nicht mehr mit Wachstum bei der Industrieproduktion. Statt der bisher angepeilten leichten Verbesserung sei bestenfalls noch mit einem stagnierenden Ergebnis zu rechnen, sagte BDI-Präsident Peter Leibinger zum Auftakt der Hannover Messe. Damit kassierte der Verband die eigene Prognose von Januar, die noch einen Zuwachs von einem Prozent in Aussicht gestellt hatte.

    Zur Begründung verwies der Verband auf einen schwachen Jahresstart. Angesichts des Iran-Kriegs sehe er sogar Risiken für einen erneuten Rückgang der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe. «Seit 2022 ist die Industrieproduktion in Deutschland jedes Jahr gesunken», sagte Leibinger. «Für 2026 rechnen wir nicht mehr mit einer Erholung, sondern mit Stagnation.»

    Kapazitäten nur zu 78 Prozent ausgelastet

    Die Krise im Iran schaffe zusätzliche Unsicherheit und belaste Unternehmen. Sollten die Störungen im Schiffsverkehr länger anhalten, droht nach Einschätzung des Verbands das fünfte Jahr in Folge ein Rückgang der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe. Die Produktion liege weiter deutlich unter früheren Niveaus, die Kapazitäten seien nur zu gut 78 Prozent ausgelastet.

    «Der Krieg im Nahen Osten hat die Weltwirtschaft und damit uns in der Industrie an einem besonders empfindlichen Punkt getroffen», sagte Leibinger. «Die Auswirkungen sind spürbar und bleiben spürbar.» Vor allem bei den Energiepreisen. Und: «Selbst bei einem sofortigen Ende des Konfliktes würde eine spürbare Belastung der Weltwirtschaft bleiben», so der BDI-Chef. 

    Eurozone droht Stagnation

    Dauere der Konflikt noch Monate an, würden die Auswirkungen zunehmend unkalkulierbar, warnte Leibinger. «Die Energiepreise werden sicher weiter anziehen und das könnte natürlich das weltweite Wachstum ganz erheblich treffen und uns im Euroraum in eine Stagnation zurückführen.» Sollte der Konflikt bis Jahresende andauern, sei das eine ernste Gefahr.

    Das gelte auch für Deutschland. «Der Iran-Krieg sorgt dafür, dass der Aufschwung weit ins zweite Halbjahr verschoben wird, vermutlich eher nach 2027», warnte Leibinger. Zwar würden die hohen staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung die Nachfrage stützen. «Sie reichen aber alleine nicht aus für einen spürbaren Aufschwung», so der BDI-Chef.

    Reformdruck steigt

    «Der Druck auf die Industrie besteht weiter – und wächst», sagte Leibinger. Und forderte: «Deutschland muss jetzt handeln.» Geopolitische Entwicklungen seien nicht die Ursache, sie verschärfen die Lage nur, so der BDI-Chef. «Die Ursache liegt bei uns.» Es gebe gravierende strukturelle Probleme, alle voran die hohen Kosten am Standort, Steuern und Bürokratie. «Wir sind als Standort nicht mehr wettbewerbsfähig.»

    BDI fordert Reformpaket bis Sommer

    Die Bundesregierung forderte Leibinger auf, sich bis Sommer auf ein echtes Reformpaket zu einigen, das als Gesamtkonzept wirken könne und dann Wachstumskräfte freisetze. «Was bisher verkündet wurde, ist enttäuschend, mutlos und geht am Thema vorbei», kritisierte er die bisherigen Maßnahmen. «Es ist im Wesentlichen eine Reaktion auf den Iran-Krieg, nicht ein Reformkonzept für mehr Wettbewerbsfähigkeit.»

  • BDI streicht Wachstumsprognose wegen Iran-Krieg

    Wegen des Iran-Kriegs rechnet der Industrieverband BDI in diesem Jahr nicht mehr mit Wachstum bei der Industrieproduktion. Statt der bisher angepeilten leichten Verbesserung sei bestenfalls noch mit einem stagnierenden Ergebnis zu rechnen, sagte BDI-Präsident Peter Leibinger zum Auftakt der Hannover Messe. Damit kassierte der Verband die eigene Prognose von Januar, die noch einen Zuwachs von einem Prozent in Aussicht gestellt hatte.

    Zur Begründung verwies der Verband auf einen schwachen Jahresstart. Angesichts des Iran-Kriegs sehe er sogar Risiken für einen erneuten Rückgang der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe. «Seit 2022 ist die Industrieproduktion in Deutschland jedes Jahr gesunken», sagte Leibinger. «Für 2026 rechnen wir nicht mehr mit einer Erholung, sondern mit Stagnation.»

    Kapazitäten nur zu 78 Prozent ausgelastet

    Die Krise im Iran schaffe zusätzliche Unsicherheit und belaste Unternehmen. Sollten die Störungen im Schiffsverkehr länger anhalten, droht nach Einschätzung des Verbands das fünfte Jahr in Folge ein Rückgang der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe. Die Produktion liege weiter deutlich unter früheren Niveaus, die Kapazitäten seien nur zu gut 78 Prozent ausgelastet.

    «Der Druck auf die Industrie besteht weiter – und wächst», sagte Leibinger. Und forderte: «Deutschland muss jetzt handeln.» Geopolitische Entwicklungen seien nicht die Ursache, sie verschärfen die Lage nur, so der BDI-Chef. «Die Ursache liegt bei uns.» Es gebe gravierende strukturelle Probleme, alle voran die hohen Kosten am Standort, Steuern und Bürokratie. «Wir sind als Standort nicht mehr wettbewerbsfähig.»

    BDI fordert Reformpaket bis Sommer

    Die Bundesregierung forderte Leibinger auf, sich bis Sommer auf ein echtes Reformpaket zu einigen, das als Gesamtkonzept wirken könne und dann Wachstumskräfte freisetze. «Was bisher verkündet wurde, ist enttäuschend, mutlos und geht am Thema vorbei», kritisierte er die bisherigen Maßnahmen. «Es ist im Wesentlichen eine Reaktion auf den Iran-Krieg, nicht ein Reformkonzept für mehr Wettbewerbsfähigkeit.»

  • BDI streicht Wachstumsprognose wegen Iran-Krieg

    Wegen des Iran-Kriegs rechnet der Industrieverband BDI in diesem Jahr nicht mehr mit Wachstum bei der Industrieproduktion. Statt der bisher angepeilten leichten Verbesserung sei bestenfalls noch mit einem stagnierenden Ergebnis zu rechnen, sagte BDI-Präsident Peter Leibinger zum Auftakt der Hannover Messe. Damit kassierte der Verband die eigene Prognose von Januar, die noch einen Zuwachs von einem Prozent in Aussicht gestellt hatte.

    Zur Begründung verwies der Verband auf einen schwachen Jahresstart. Angesichts des Iran-Kriegs sehe er sogar Risiken für einen erneuten Rückgang der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe. «Seit 2022 ist die Industrieproduktion in Deutschland jedes Jahr gesunken», sagte Leibinger. «Für 2026 rechnen wir nicht mehr mit einer Erholung, sondern mit Stagnation.»

    Kapazitäten nur zu 78 Prozent ausgelastet

    Die Krise im Iran schaffe zusätzliche Unsicherheit und belaste Unternehmen. Sollten die Störungen im Schiffsverkehr länger anhalten, droht nach Einschätzung des Verbands das fünfte Jahr in Folge ein Rückgang der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe. Die Produktion liege weiter deutlich unter früheren Niveaus, die Kapazitäten seien nur zu gut 78 Prozent ausgelastet.

    «Der Druck auf die Industrie besteht weiter – und wächst», sagte Leibinger. Und forderte: «Deutschland muss jetzt handeln.» Geopolitische Entwicklungen seien nicht die Ursache, sie verschärfen die Lage nur, so der BDI-Chef. «Die Ursache liegt bei uns.» Es gebe gravierende strukturelle Probleme, alle voran die hohen Kosten am Standort, Steuern und Bürokratie. «Wir sind als Standort nicht mehr wettbewerbsfähig.»

    BDI fordert Reformpaket bis Sommer

    Die Bundesregierung forderte Leibinger auf, sich bis Sommer auf ein echtes Reformpaket zu einigen, das als Gesamtkonzept wirken könne und dann Wachstumskräfte freisetze. «Was bisher verkündet wurde, ist enttäuschend, mutlos und geht am Thema vorbei», kritisierte er die bisherigen Maßnahmen. «Es ist im Wesentlichen eine Reaktion auf den Iran-Krieg, nicht ein Reformkonzept für mehr Wettbewerbsfähigkeit.»

  • BDI streicht Wachstumsprognose wegen Iran-Krieg

    Wegen des Iran-Kriegs rechnet der Industrieverband BDI in diesem Jahr nicht mehr mit Wachstum bei der Industrieproduktion. Statt der bisher angepeilten leichten Verbesserung sei bestenfalls noch mit einem stagnierenden Ergebnis zu rechnen, sagte BDI-Präsident Peter Leibinger zum Auftakt der Hannover Messe. Damit kassierte der Verband die eigene Prognose von Januar, die noch einen Zuwachs von einem Prozent in Aussicht gestellt hatte.

    Zur Begründung verwies der Verband auf einen schwachen Jahresstart. Angesichts des Iran-Kriegs sehe er sogar Risiken für einen erneuten Rückgang der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe. «Seit 2022 ist die Industrieproduktion in Deutschland jedes Jahr gesunken», sagte Leibinger. «Für 2026 rechnen wir nicht mehr mit einer Erholung, sondern mit Stagnation.»

    Kapazitäten nur zu 78 Prozent ausgelastet

    Die Krise im Iran schaffe zusätzliche Unsicherheit und belaste Unternehmen. Sollten die Störungen im Schiffsverkehr länger anhalten, droht nach Einschätzung des Verbands das fünfte Jahr in Folge ein Rückgang der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe. Die Produktion liege weiter deutlich unter früheren Niveaus, die Kapazitäten seien nur zu gut 78 Prozent ausgelastet.

    «Der Druck auf die Industrie besteht weiter – und wächst», sagte Leibinger. Und forderte: «Deutschland muss jetzt handeln.» Geopolitische Entwicklungen seien nicht die Ursache, sie verschärfen die Lage nur, so der BDI-Chef. «Die Ursache liegt bei uns.» Es gebe gravierende strukturelle Probleme, alle voran die hohen Kosten am Standort, Steuern und Bürokratie. «Wir sind als Standort nicht mehr wettbewerbsfähig.»

    BDI fordert Reformpaket bis Sommer

    Die Bundesregierung forderte Leibinger auf, sich bis Sommer auf ein echtes Reformpaket zu einigen, das als Gesamtkonzept wirken könne und dann Wachstumskräfte freisetze. «Was bisher verkündet wurde, ist enttäuschend, mutlos und geht am Thema vorbei», kritisierte er die bisherigen Maßnahmen. «Es ist im Wesentlichen eine Reaktion auf den Iran-Krieg, nicht ein Reformkonzept für mehr Wettbewerbsfähigkeit.»

  • Hannover Messe: TÜV-Verband fordert einheitliche Rahmenbedingungen für industrielle KI

    AI Act sollte wie geplant umgesetzt werden. Verzicht auf Sicherheitsanforderungen für Hochrisiko-Produkte schadet der Industrie. TÜV-Verband warnt vor Regulierungsvakuum und Flickenteppich von Einzelregelungen. Hannover Messe 2026 gestartet.

    Der TÜV-Verband hat eine zügige Umsetzung des EU AI Acts nach dem Vorschlag der EU-Kommission gefordert, um einen europaweit einheitlichen Rechtsrahmen für industrielle KI-Anwendungen zu schaffen. „Künstliche Intelligenz macht gerade den Sprung in die physische Welt von Maschinen, Robotik und Geräten“, sagt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands, zum Start der Hannover Messe 2026. „KI ermöglicht immer flexiblere Roboter, die mit Menschen Hand in Hand arbeiten, automatisierte Qualitätskontrollen oder Simulationen mit digitalen Zwillingen.“ Die Grundlage dafür bilden die umfangreichen Datenbestände, die in der deutschen Fertigungsindustrie vorhanden sind. Bühler: „Deutsche Unternehmen haben die Chance, diesen Datenschatz zu heben und ihre Produktion auf das nächste Level zu heben. Das Ziel sind eine effizientere Fertigung und bessere Produkte.“ Voraussetzung dafür sind neben technischen und digitalen Kompetenzen die rechtlichen Rahmenbedingungen, um mögliche Risiken bewerten und eindämmen zu können. „Von physischen KI-Systemen gehen spezifische Gefahren aus, zum Beispiel, wenn Mensch und Maschine miteinander interagieren oder autonome Systeme Fehlentscheidungen treffen.“ Der europäische AI Act sieht daher bestimmte Sicherheitsanforderungen für Hochrisiko-KI-Systeme vor. „Dieser risikobasierte Ansatz soll für verschiedene Produktgruppen wie Maschinen, Medizinprodukte oder auch Spielzeug gelten“, betont Bühler. Darüber hinaus werden auf dieser Basis Industriestandards entwickelt, die beispielsweise die Qualität der Trainingsdaten, den Schutz vor systematischen Verzerrungen sowie die Cybersicherheit von KI-Systemen betreffen. Bühler: „Diese industriellen KI-Standards werden in Europa für den Weltmarkt entwickelt.“

    Jahreslanges Regulierungsvakuum und unzureichendes Schutzniveau droht

    Aktuell wird darüber diskutiert, den bereits beschlossenen AI Act im Rahmen des „Digital Omnibus“ wieder aufzuschnüren und zentrale Regelungen aus dem Gesetzespaket herauszulösen. Während längere Umsetzungsfristen und Entlastungen für den Mittelstand sinnvoll sind, warnt der TÜV-Verband davor, Hochrisiko-Produkte aus dem direkten Anwendungsbereich des AI Act zu streichen. KI-Produkte mit hohem Risiko sind laut AI Act unter anderem Maschinen, Medizinprodukte, KI-Steuerungen für Aufzüge, Seilbahnen oder auch Spielzeuge. Diese Produktgruppen sollen nach dem Willen der Befürworter eines solchen Sektor-Exits stattdessen über spezifische Einzelgesetze geregelt werden. Dabei macht es technologisch keinen Unterschied, ob zum Beispiel ein Computer Vision KI-System in einem Medizingerät oder in einer Fertigungsmaschine Anwendung findet. Da die technische Basis und die KI-spezifischen Risiken dieselben sind, müssen dafür auch dieselben Regeln gelten. „Mit einem Sektor-Exit würde der ursprüngliche Ansatz des AI Acts ausgehebelt, einheitliche Regeln für viele Produktgruppen zu schaffen. Die Festlegung von Sicherheitsanforderungen für risikoreiche KI-Anwendungen würde auf unbestimmte Zeit verschoben“, sagt Bühler. „Es droht ein jahrelanges Regulierungsvakuum und anschließend ein Flickenteppich unterschiedlicher Einzelregelungen.“ Zugleich müsse das im AI Act politisch verankert Schutzniveau für KI-Systeme vollständig erhalten bleiben. Bühler: „Eine Absenkung oder Aufweichung zentraler Sicherheitsanforderungen würde Vertrauen in KI untergraben und den europäischen Binnenmarkt schwächen.“

    Aus Sicht des TÜV-Verbands würde eine sektorale Regulierung den Rechtsrahmen nicht vereinfachen, sondern weiter zersplittern. KI-Anforderungen müssten in zahlreiche Einzelregelwerke integriert werden – mit unterschiedlichen Standards, Verfahren und Fristen. Gleichzeitig entwickelt sich KI schneller, als sektorale Regulierung angepasst werden kann. „Das wäre kein Bürokratieabbau, sondern der Einstieg in einen regulatorischen Flickenteppich – mit mehr Aufwand, mehr Unsicherheit und höheren Belastungen für Unternehmen“, warnt Bühler. Darüber hinaus droht die Entwicklung einheitlicher Sicherheitsstandards für KI zum Erliegen zu kommen, da die beteiligten Unternehmen ihre Experten aus den entsprechenden Gremien abziehen würden. Bühler: „Europa würde die Chance verspielen, weltweit eine Führungsrolle bei der Entwicklung von KI-Standards zu übernehmen.“ In den Trilog-Verhandlungen seien nun EU-Kommission, Mitgliedstaaten und EU-Parlament gefordert, den horizontalen Ansatz des AI Acts zu sichern und klare Regeln für Hochrisiko-KI zu erhalten.

    Über den TÜV-Verband:Als TÜV-Verband e.V. vertreten wir die politischen Interessen der TÜV-Prüforganisationen und fördern den fachlichen Austausch unserer Mitglieder. Wir setzen uns für die technische und digitale Sicherheit sowie die Nachhaltigkeit von Fahrzeugen, Produkten, Anlagen und Dienstleistungen ein. Grundlage dafür sind allgemeingültige Standards, unabhängige Prüfungen und qualifizierte Weiterbildung. Unser Ziel ist es, das hohe Niveau der technischen Sicherheit zu wahren, Vertrauen in die digitale Welt zu schaffen und unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Dafür sind wir im regelmäßigen Austausch mit Politik, Behörden, Medien, Unternehmen und Verbraucher:innen.

    Pressekontakt:
    Maurice Shahd
    Pressesprecher
    TÜV-Verband e. V.
    Friedrichstraße 136 | 10117 Berlin
    030 760095-320, presse@tuev-verband.dewww.tuev-verband.de | www.linkedin.com/company/tuevverband
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            TÜV-Verband e. V.
  • Iran-Krieg, Zölle, Kosten – Industrie warnt vor Dauerkrise

    Die Industrie fordert auf der Hannover Messe von der Bundesregierung spürbare Reformen. «An die Stelle von kurzfristigem Krisenmanagement müssen durchdachte, strukturelle Reformen treten, die dauerhafte Wachstumsimpulse schaffen», sagte der Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Bertram Kawlath, zum Auftakt der Hannover Messe. «Der Reformstau muss endlich aufgelöst werden», forderte der Präsident des Elektro- und Digitalindustrieverbandes ZVEI, Gunther Kegel. 

    Wenn die Politik in Brüssel und Berlin jetzt nicht umsteuere, werde der langfristige Schaden in der Industrie nicht mehr behebbar sein, warnte Kawlath. «Die Grenzen der Leidensfähigkeit sind erreicht.» Angesichts der vielen Belastungen, zuletzt nochmals erhöht durch die Folgen des Iran-Kriegs und der US-Zollpolitik, brauche es eine echte Kehrtwende. «Unser Standort ist zu teuer und unflexibel, das lässt sich mit keinem Fleiß und keinem Erfindergeist mehr kompensieren.»

    Die Unternehmenssteuern müssten gesenkt, die Sozialversicherungsbeiträge gedeckelt und die Regeln für die Wochenarbeitszeit gelockert werden. Und auch das Rentenalter sollte mit der Lebenserwartung steigen, forderte Kawlath. «Die Politik muss den Mut haben, allen etwas abzuverlangen.» Bisher würden die Reformen viel zu zaghaft angegangen. «Hinzu kommen neue Belastungen, die unsere Mitglieder zur Verzweiflung bringen.»

    Iran-Krieg bremst Stimmung

    Dabei hatte sich die Stimmung der Unternehmen bis Ende 2025 nach und nach verbessert. «Im ersten Quartal 2026 drehte sich der Wind dann aber wieder», berichtet Kawlath. «Die Risiken des Iran-Krieges, US-Zölle, dauerhaft erhöhte Energiepreise, eine allgemein höhere Inflation und Störungen in den Lieferketten heizen die nach wie vor hohe Unsicherheit weiter an.»

    Für 2026 geht der VDMA aber weiter von einer leichten Erholung und einem Plus bei der Produktion beim Maschinen- und Anlagenbau um ein Prozent aus. In der Elektro- und Digitalindustrie rechnet dessen Branchenverband ZVEI sogar mit zwei Prozent mehr Produktion – vorausgesetzt allerdings, die Lage im Iran normalisiert sich bis Mitte des Jahres. Der Trend sei aber positiv, sagte ZVEI-Präsident Kegel. «Und wir hoffen, dass die Hannover Messe diesen Trend verstärken wird.»

    Rüstung als Chance

    Hoffnung machen der Industrie die geplanten Milliardeninvestitionen in Verteidigung. Die Maschinen- und Anlagenbauer stellten zwar nicht selbst Waffen her, könnten aber als Ausrüster helfen, die Produktion hochzufahren, sagte Kawlath. Aktuell mache die Branche geschätzt etwa zwei bis fünf Prozent ihres Umsatzes in diesem Bereich. Das, so die Prognose des Verbands, lasse sich innerhalb von drei bis fünf Jahren verdoppeln. 

    Weiteren Schub erwarten die Fabrikausrüster auch von den Trends zu Künstlicher Intelligenz (KI) und humanoiden Robotern. «Technologisch herrscht Aufbruchstimmung», sagte ZVEI-Chef Kegel. Die Industrie stehe an der Schwelle des nächsten großen industriellen Entwicklungsschritts. Humanoide Roboter in der Industrie seien hier eine große Chance. VDMA-Chef Kawlath: «Jetzt entscheidet sich, ob Europa Gestalter eines neuen industriellen Ökosystems wird – oder vor allem Anwender fremder Technologien.»

    Mehr als 3.000 Aussteller dabei

    Mehr als 3.000 Aussteller aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie der Energiewirtschaft zeigen bis Freitag auf der Hannover Messe ihre Neuheiten. Hauptthemen sind der Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Produktion, Automatisierung und Robotik. Erstmals mit einem eigenen Themenschwerpunkt vertreten ist der Bereich Rüstung.

    Vertreten sind auch zahlreiche Technologie-Firmen wie Microsoft, SAP und Siemens. Hinzu kommen Mittelständler und zahlreiche Start-ups. 2025 kamen 127.000 Besucher zu der weltweit wichtigsten Industrieschau.

  • Iran-Krieg, Zölle, Kosten – Industrie warnt vor Dauerkrise

    Die Industrie fordert auf der Hannover Messe von der Bundesregierung spürbare Reformen. «An die Stelle von kurzfristigem Krisenmanagement müssen durchdachte, strukturelle Reformen treten, die dauerhafte Wachstumsimpulse schaffen», sagte der Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Bertram Kawlath, zum Auftakt der Hannover Messe. «Der Reformstau muss endlich aufgelöst werden», forderte der Präsident des Elektro- und Digitalindustrieverbandes ZVEI, Gunther Kegel. 

    Wenn die Politik in Brüssel und Berlin jetzt nicht umsteuere, werde der langfristige Schaden in der Industrie nicht mehr behebbar sein, warnte Kawlath. «Die Grenzen der Leidensfähigkeit sind erreicht.» Angesichts der vielen Belastungen, zuletzt nochmals erhöht durch die Folgen des Iran-Kriegs und der US-Zollpolitik, brauche es eine echte Kehrtwende. «Unser Standort ist zu teuer und unflexibel, das lässt sich mit keinem Fleiß und keinem Erfindergeist mehr kompensieren.»

    Die Unternehmenssteuern müssten gesenkt, die Sozialversicherungsbeiträge gedeckelt und die Regeln für die Wochenarbeitszeit gelockert werden. Und auch das Rentenalter sollte mit der Lebenserwartung steigen, forderte Kawlath. «Die Politik muss den Mut haben, allen etwas abzuverlangen.» Bisher würden die Reformen viel zu zaghaft angegangen. «Hinzu kommen neue Belastungen, die unsere Mitglieder zur Verzweiflung bringen.»

    Iran-Krieg bremst Stimmung

    Dabei hatte sich die Stimmung der Unternehmen bis Ende 2025 nach und nach verbessert. «Im ersten Quartal 2026 drehte sich der Wind dann aber wieder», berichtet Kawlath. «Die Risiken des Iran-Krieges, US-Zölle, dauerhaft erhöhte Energiepreise, eine allgemein höhere Inflation und Störungen in den Lieferketten heizen die nach wie vor hohe Unsicherheit weiter an.»

    Für 2026 geht der VDMA aber weiter von einer leichten Erholung und einem Plus bei der Produktion beim Maschinen- und Anlagenbau um ein Prozent aus. In der Elektro- und Digitalindustrie rechnet dessen Branchenverband ZVEI sogar mit zwei Prozent mehr Produktion – vorausgesetzt allerdings, die Lage im Iran normalisiert sich bis Mitte des Jahres. Der Trend sei aber positiv, sagte ZVEI-Präsident Kegel. «Und wir hoffen, dass die Hannover Messe diesen Trend verstärken wird.»

    Rüstung als Chance

    Hoffnung machen der Industrie die geplanten Milliardeninvestitionen in Verteidigung. Die Maschinen- und Anlagenbauer stellten zwar nicht selbst Waffen her, könnten aber als Ausrüster helfen, die Produktion hochzufahren, sagte Kawlath. Aktuell mache die Branche geschätzt etwa zwei bis fünf Prozent ihres Umsatzes in diesem Bereich. Das, so die Prognose des Verbands, lasse sich innerhalb von drei bis fünf Jahren verdoppeln. 

    Weiteren Schub erwarten die Fabrikausrüster auch von den Trends zu Künstlicher Intelligenz (KI) und humanoiden Robotern. «Technologisch herrscht Aufbruchstimmung», sagte ZVEI-Chef Kegel. Die Industrie stehe an der Schwelle des nächsten großen industriellen Entwicklungsschritts. Humanoide Roboter in der Industrie seien hier eine große Chance. VDMA-Chef Kawlath: «Jetzt entscheidet sich, ob Europa Gestalter eines neuen industriellen Ökosystems wird – oder vor allem Anwender fremder Technologien.»

    Mehr als 3.000 Aussteller dabei

    Mehr als 3.000 Aussteller aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie der Energiewirtschaft zeigen bis Freitag auf der Hannover Messe ihre Neuheiten. Hauptthemen sind der Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Produktion, Automatisierung und Robotik. Erstmals mit einem eigenen Themenschwerpunkt vertreten ist der Bereich Rüstung.

    Vertreten sind auch zahlreiche Technologie-Firmen wie Microsoft, SAP und Siemens. Hinzu kommen Mittelständler und zahlreiche Start-ups. 2025 kamen 127.000 Besucher zu der weltweit wichtigsten Industrieschau.