Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva beraten am Montag in Hannover zusammen mit insgesamt 15 Ministern beider Seiten über den Ausbau der Beziehungen der Länder. Kurz bevor das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den lateinamerikanischen Mercosur-Staaten Wirkung entfalten kann, wird es bei dem Treffen vor allem um wirtschaftliche Fragen gehen. Das Abkommen, durch das eine Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Menschen entsteht, kann ab dem 1. Mai vorläufig angewendet werden.
Es wird aber auch um die Förderung der für die Produktion von Smartphones, Laptops und E-Motoren so wichtigen seltenen Erden sowie Digitalisierung, Forschung und Klimaschutz gehen. Außerdem dürften die aktuelle Energiekrise und das Agieren von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran sowie gegenüber lateinamerikanischen Ländern wie Venezuela und Kuba Thema werden.
«Trump wurde nicht zum Kaiser der Welt gewählt», sagte Lula vor seinem Deutschlandbesuch dem «Spiegel». «Er kann anderen Ländern nicht pausenlos mit Krieg drohen.» Der US-Präsident hatte wiederholt eine mögliche Intervention in Kuba angedeutet. «Vielleicht werden wir in Kuba vorbeischauen, wenn wir hiermit fertig sind», hat er mit Blick auf den Iran gesagt.
Gemeinsamer Messerundgang vor Konsultationen
Deutschland führt Regierungskonsultationen mit besonders engen Partnern wie Frankreich, Polen und Italien oder besonders wichtigen Ländern wie Brasilien oder Indien durch. Merz und Lula trafen sich bereits am Sonntag im Schloss Herrenhausen zu einem Gespräch unter vier Augen und wollten dann an der Eröffnung der Hannover Messe teilnehmen. Am Montag ist vor den Regierungskonsultationen im Schloss unter anderem ein gemeinsamer Messerundgang des Kanzlers und des Präsidenten geplant.
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