Autor: Stojancho Gjorgjiev

  • Bosch meldet erstmals seit Finanzkrise Verlust

    Die Milliardenkosten für den Stellenabbau, die US-Zölle und eine hohe Steuerbelastung haben den Technologiekonzern Bosch vergangenes Jahr tief in die roten Zahlen gedrückt. Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 363 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht der Schwaben hervorgeht. 2024 hatte sich der Nachsteuergewinn von Bosch im Vorjahresvergleich bereits halbiert, aber immerhin noch gut 1,3 Milliarden Euro betragen. 

    Damit liegt das Unternehmen deutlich hinter den eigenen Erwartungen. Das Ergebnis sei vor dem Hintergrund der angespannten Rahmenbedingungen und der Sonderbelastungen noch im Bereich des Annehmbaren, sagte Bosch-Chef Stefan Hartung. Es zeige aber auch deutlich, dass man Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern müsse. Zuletzt Verlust gemeldet hatte der weltweit größte Autozulieferer demnach im Krisenjahr 2009.

    Kosten für Stellenabbau und Steuereffekte belasten

    Ein wesentlicher Grund für den Einbruch sind die Kosten für den Stellenabbau. Diese hätten das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro belastet, maßgeblich in Form von Rückstellungen. Das heißt: Unter anderem die Kosten für Abfindungen sind nun in der Bilanz berücksichtigt, die tatsächlichen Auszahlungen erfolgen aber erst schrittweise in den kommenden Jahren. Außerdem wirkten demnach auch Wechselkurseffekte, hohe Kosten und zusätzliche Zölle belastend. 

    In die roten Zahlen drückte Bosch dann letztlich ein anderer Effekt: Vor Steuern lag der Gewinn bei gut 500 Millionen Euro. Dass vor dem Nachsteuergewinn ein Minus steht, hängt Finanzchef Markus Forschner zufolge mit dem Ergebnismix zusammen. Es gibt ihm zufolge Einheiten, die Gewinn machen und normal Steuern bezahlen. Es gebe aber Einheiten mit negativem Ergebnis. Diese bekommen demnach keine Steuern zurück, sondern die Verluste werden in der Zukunft verrechnet.

    Damit ergebe sich ein Bild, das von Sonder- und Einmaleffekten jenseits der eigentlichen Geschäftsentwicklung stark beeinflusst sei, sagte Forschner. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern lag bei 1,8 Milliarden Euro (minus 42 Prozent). Der Umsatz stieg leicht auf rund 91,0 Milliarden Euro. 

    Bosch muss Milliarden einsparen 

    Die schwierige Wirtschaftslage hat im vergangenen Jahr mit voller Wucht bei Bosch durchgeschlagen. Der weltweit größte Autozulieferer leidet nicht nur in seinem Kernbereich, sondern auch in fast allen anderen Geschäftsfeldern. So halten sich zum Beispiel viele Verbraucherinnen und Verbraucher wegen der aktuellen Wirtschaftslage beim Kauf von Geräten wie Kühlschränken, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeugen und Gartengeräten zurück.

    Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Um das Ruder herumzureißen, spart das Management um Hartung kräftig an Personal und Strukturen. Allein im Zulieferbereich will der Konzern aus Gerlingen bei Stuttgart in den kommenden Jahren bis zu 22.000 Stellen streichen. Abbaupläne gibt es aber auch in anderen Bereichen – unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge. 

    Verhandlungen über Stellenabbau abgeschlossen

    Die Gespräche im Mobility-Bereich über den Personalabbau sind den Angaben nach inzwischen abgeschlossen. Damit werde man angesichts des steigenden Preisdrucks die künftige Wettbewerbsposition verbessern. «Und auch wenn es noch etwas dauern wird, bis die Maßnahmen die volle Wirksamkeit erreichen, müssen wir sie jetzt umsetzen: so schnell und konsequent wie nötig, aber auch so sozialverträglich wie möglich», sagte Hartung.

    Ende 2025 beschäftigte die Gruppe etwa 412.774 Menschen auf der ganzen Welt – 5.085 weniger als ein Jahr zuvor. Dabei zeigte sich eine Verschiebung von Europa in andere Weltregionen. Überproportional von der Entwicklung betroffen war Deutschland, wo knapp 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten. Insgesamt waren es hier zuletzt etwa 123.803 Menschen – und damit 6.681 oder fünf Prozent weniger als zum Ende des Vorjahres.

    Wird 2026 besser für Bosch?

    Für eine Entwarnung ist es Hartung zufolge zu früh. Die Herausforderungen seien weiterhin vorhanden und noch immer erheblich. Das Management geht nach wie vor davon aus, dass die hohe globale Unsicherheit – vor allem die nicht abschätzbaren Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten – die Inflation und Wirtschaftsleistung beeinträchtigen werden. Außerdem dürfte der Preis- und Wettbewerbsdruck hoch bleiben. 

    Im laufenden Jahr rechnet Bosch dennoch mit etwas besseren Geschäften. Im ersten Quartal habe man den Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau halten können. Für das Gesamtjahr peilen die Manager ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent an. Davon soll auch wieder mehr Gewinn übrig bleiben. 

    «Für 2026 gehen wir von einer erheblichen Ergebnisverbesserung aus», sagte Finanzchef Forschner. Ein Grund dafür sei, dass Sondereffekte nicht mehr im Maße des Vorjahres belasteten. Ebenso wirken sich die Sparmaßnahmen sukzessive positiv auf das Ergebnis aus. Statt einer operativen Umsatzrendite von zwei Prozent wie 2025 rechnet der Finanzchef mit vier bis sechs Prozent.

  • Das sind die größten Baustellen bei Bosch

    Für den Technologiekonzern Bosch war 2025 ein äußerst schwieriges Jahr. Die schwächelnde Weltwirtschaft schlug mit Wucht auf alle Geschäftsbereiche der Schwaben durch. Und die Sparmaßnahmen des Managements drücken den Gewinn. Denn bevor der Abbau Tausender Stellen Wirkung zeigt, kostet er erst einmal Milliarden. Das sorgte im vergangenen Jahr für einen Verlust von 400 Millionen Euro, wie Finanzchef Markus Forschner bei der Bilanzvorlage in Renningen bei Stuttgart erläutert. 

    2024 hatte sich der Gewinn unter dem Strich bei dem Stiftungsunternehmen im Vorjahresvergleich bereits halbiert, aber immerhin noch bei rund 1,3 Milliarden Euro gelegen. Zuletzt Verlust gemeldet hatte Bosch einem Sprecher zufolge im Krisenjahr 2009.

    Ein wesentlicher Grund für den Einbruch sind die Kosten für den Stellenabbau. Diese hätten das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro belastet, maßgeblich in Form von hohen Rückstellungen. Die tatsächlichen Auszahlungen erfolgen schrittweise in den kommenden Jahren. Außerdem wirkten demnach unter anderem Wechselkurseffekte, hohe Kosten und zusätzliche Zölle belastend. Zum Vergleich: Selbst im Corona-Jahr 2020 hatte Bosch noch gut zwei Milliarden Euro operativen Gewinn eingefahren. Der Umsatz stieg 2025 im Vergleich zu 2024 leicht auf 91,0 Milliarden Euro. 

    «Die wirtschaftliche Realität spiegelt sich auch in unseren Ergebnissen wider. 2025 war ein schwieriges, teils auch schmerzhaftes Jahr für Bosch», sagte Bosch-Chef Stefan Hartung bereits im Januar. Die selbstgesteckten Umsatz- und Gewinnziele habe man nicht erreicht. Aber woran lag das? Ein Überblick. 

    Weltlage und «mangelnde Wettbewerbsfähigkeit»

    Die Herausforderungen, die Bosch auf der ganz großen Bühne beschäftigt, sind nicht neu: Die Weltkonjunktur schwächelt, die geopolitische Lage ist nach wie vor unsicher. Hinzugekommen sind 2025 unter anderem die US-Zölle. Auch die Konkurrenz, gerade durch chinesische Anbieter, hat sich erheblich verschärft. Und das nicht nur in der Automobilindustrie, die ohnehin weniger produziert als noch vor ein paar Jahren. 

    Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Soll heißen: Der Konzern kann im Vergleich zur Konkurrenz nicht mithalten. Der Anspruch ist aber ein anderer. In den wesentlichen Märkten will Bosch zu den drei führenden Anbietern gehören. Das erfordert Hartung zufolge vor allem niedrigere Kosten und nachfrageorientierte Kapazitäten.

    Stellenabbau kostet Milliarden

    Um das Ruder herumzureißen, müssen die Schwaben deutlich sparen. Allein im Zulieferbereich geht es um Milliarden. «Wir arbeiten hart an unseren Sach- und Materialkosten, wir setzen KI noch intensiver ein, um unsere Produktivität zu erhöhen, und wir wägen jede Investition noch sorgfältiger ab», sagte Hartung. Um Wettbewerbsfähigkeit und Investitionskraft dauerhaft zu sichern, müsse man die Organisation aber auch deutlich verschlanken.

    Das heißt: Es muss am Personal gespart werden. Allein im Zulieferbereich will Bosch in den kommenden Jahren rund 22.000 Stellen streichen. Außerdem gibt es Abbaupläne in anderen Bereichen, unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge. 

    Ende 2025 beschäftigte die Gruppe rund 412.400 Menschen auf der ganzen Welt – 5.400 weniger als ein Jahr zuvor. Dabei zeigte sich eine Verschiebung von Europa in andere Weltregionen. Überproportional von der Entwicklung betroffen war Deutschland, wo knapp 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten. Insgesamt waren es hier zuletzt rund 123.100 Menschen – und damit 6.500 oder fünf Prozent weniger als zum Ende des Vorjahres.

    Um langfristig beim Personal sparen zu können, muss Bosch richtig tief in die Tasche greifen. «Die Kosten für sozialverträgliche Lösungen belasten unser Ergebnis erheblich», sagte Finanzchef Forschner schon im Januar. 2025 wurden rund 2,7 Milliarden Euro zur Seite gelegt – beispielsweise für Abfindungen. Gedrückt wurde der Gewinn des Unternehmens aber unter anderem auch von den gestiegenen Zöllen. 

    Zukunftsprojekte: Teuer – und werfen (noch) wenig ab

    Bosch investiert seit Jahren Milliarden in die Zukunft. E-Mobilität, Software für das automatisierten Fahren, Wasserstoff, Wärmepumpen, bestimmte Chips – in all diesen Bereichen wollen die Schwaben künftig gut aufgestellt sein und Geld verdienen. Bisher geht die Rechnung aber nicht auf. Die Zukunftsfelder müsse man nach wie vor erheblich vorfinanzieren, sagte Forschner. «Das zehrt an den Erträgen, zumal die Durststrecke mit der verzögerten Marktdurchdringung neuer Technologien länger ist als ursprünglich erwartet.»

    Bosch hat also zahlreiche innovative Produkte im Schaufenster stehen. Aber es greifen weniger Kunden zu als ursprünglich erwartet. Dazu gehören Produkte und Komponenten für Elektroautos. Es gibt aber auch andere Beispiele: Bereits seit längerem haben die Schwaben einen prämierten Brennstoffzellen-Antrieb für Lastwagen im Angebot. Die Nachfrage ist nach der Pleite des Hauptkunden aber überschaubar. Bis sich das System auszahlt, dürften Jahre vergehen. 

    Kauflaune der Menschen ist im Keller

    Bosch ist nicht nur der weltgrößte Autozulieferer. Die Produkte des Konzerns finden sich auch in zahlreichen Haushalten. Viele Menschen halten wegen der mauen Wirtschaftslage ihr Geld aktuell aber lieber zusammen. Kühlschränke, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeuge und Gartengeräte verkauften sich zuletzt schlechter. Die Konsumgüterindustrie sei von einer andauernden Marktschwäche geprägt. Nur in diesem Bereich ging der Umsatz 2025 zurück.

    Wenn doch geshoppt wird, dann oft günstiger – und bei Anbietern aus Fernost. Gerade in Deutschland könne man zum Beispiel beobachten, dass weniger und preiswertere Küchen gekauft werden, sagte Konzernchef Hartung. Mit spürbaren Folgen für die Hausgerätetochter BSH, deren deutsche Werke nicht ausgelastet sind. 

    Zu BSH gehören die Handelsmarken Bosch, Siemens, Neff und Gaggenau. Mit fast identischen Problemen hat auch die Elektrowerkzeug-Sparte zu kämpfen. Die Folge sind auch dort Werksschließungen in Deutschland, Stellenabbau und eine Verlagerung der Produktion ins Ausland.

  • Vier Tote bei Gewalttat an türkischer Schule

    Bei einer Gewalttat an einer Schule im südosttürkischen Kahramanmaras sind drei Schüler und ein Lehrer getötet worden. 20 Menschen seien verletzt worden, sagte der Provinzgouverneur Mükerrem Ünlüer.

  • Koalition will Autofahrer durch Steuersenkung entlasten

    Die schwarz-rote Koalition plant angesichts der hohen Spritpreise eine Entlastung der Autofahrer. Dazu soll die Energiesteuer bei Diesel und Benzin um jeweils rund 17 Cent brutto pro Liter begrenzt auf zwei Monate gesenkt werden, wie CDU, CSU und SPD in Berlin mitteilten.

  • Bosch meldet erstmals seit Finanzkrise Verlust

    Die Milliardenkosten für den Stellenabbau und die US-Zölle haben den Technologiekonzern Bosch vergangenes Jahr tief in die roten Zahlen gedrückt. Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 400 Millionen Euro, wie Finanzchef Markus Forschner bei der Bilanzvorlage im Renningen sagte. 

    2024 hatte sich der Nachsteuergewinn von Bosch im Vorjahresvergleich bereits halbiert, aber immerhin noch bei rund 1,3 Milliarden Euro gelegen. Zuletzt Verlust gemeldet hatte Bosch einem Sprecher zufolge im Krisenjahr 2009.

    Ein wesentlicher Grund für den Einbruch sind die Kosten für den Stellenabbau. Diese hätten das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro belastet, maßgeblich in Form von hohen Rückstellungen. Die tatsächlichen Auszahlungen erfolgen schrittweise in den kommenden Jahren. Außerdem wirkten demnach unter anderem Wechselkurseffekte, hohe Kosten und zusätzliche Zölle belastend. 

    Dadurch ergibt sich nach Angaben von Forschner insgesamt ein Bild, das von Sonder- und Einmaleffekten stark beeinflusst ist – jenseits der eigentlichen Geschäftsentwicklung. Zwar brach der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ebenfalls um rund 42 Prozent ein – war mit 1,8 Milliarden Euro aber positiv. Der Umsatz stieg leicht auf 91,0 Milliarden Euro. Damit liegt das Unternehmen deutlich unter den eigenen Erwartungen. Die langfristigen Ziele hat Bosch bereits länger verschoben.

    Bosch muss Milliarden einsparen 

    Die schwierige Wirtschaftslage hat im vergangenen Jahr mit voller Wucht bei Bosch durchgeschlagen. Der weltweit größte Autozulieferer leidet nicht nur in seinem Kernbereich, sondern auch in fast allen anderen Geschäftsfeldern. So halten sich zum Beispiel viele Verbraucherinnen und Verbraucher wegen der aktuellen Wirtschaftslage beim Kauf von Geräten wie Kühlschränken, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeugen und Gartengeräten zurück.

    Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Um das Ruder herumzureißen, spart das Management um Unternehmenschef Stefan Hartung kräftig an Personal und Strukturen. Allein im Zulieferbereich will der Konzern aus Gerlingen bei Stuttgart in den kommenden Jahren bis zu 22.000 Stellen streichen. Weitere Abbaupläne gibt es aber auch in anderen Bereichen – unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge. 

    Verhandlungen über Stellenabbau abgeschlossen

    Die Gespräche im Mobility-Bereich über den Personalabbau sind den Angaben nach inzwischen abgeschlossen. Damit werde man angesichts des steigenden Preisdrucks die künftige Wettbewerbsposition verbessern. Die beschlossenen Maßnahmen setze man jetzt so schnell und konsequent wie nötig, aber auch so sozialverträglich wie möglich um, sagte Hartung bei der Bilanzvorlage.

    Ende 2025 beschäftigte die Gruppe rund 412.774 Menschen auf der ganzen Welt – 5.085 weniger als ein Jahr zuvor. Dabei zeigte sich eine Verschiebung von Europa in andere Weltregionen. Überproportional von der Entwicklung betroffen war Deutschland, wo knapp 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten. Insgesamt waren es hier zuletzt etwa 123.000 Menschen – und damit 6.700 oder fünf Prozent weniger als zum Ende des Vorjahres.

    Wird 2026 besser für Bosch?

    Im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen mit etwas besseren Geschäften. Zwar geht das Management weiter davon aus, dass die hohe Unsicherheit – vor allem die nicht abschätzbaren Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten – die Inflation und globale Wirtschaftsleistung weiter beeinträchtigen werden. Außerdem dürfte der Preis- und Wettbewerbsdruck hoch bleiben. Dennoch konnte Bosch im ersten Quartal des Jahres den Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau halten.

    Zudem baut der Konzern darauf, dass sich erste positive Effekte aus den Sparprogrammen bemerkbar machen. Diese seien eine wichtige Voraussetzung für profitables Wachstum, sagte Hartung. Die Bosch-Geschäftsführung peilt 2026 ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent an. Davon soll auch wieder mehr operativer Gewinn hängenbleiben. Statt zwei Prozent wie 2025 rechnen die Manager mit vier bis sechs Prozent.

  • Dax startet mit Minus

    Nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran startet der Dax mit einem Minus. Der deutsche Leitindex verlor zum Handelsstart 1,02 Prozent auf 23.562 Punkte.

  • Pilotengewerkschaft kündigt weitere Streiks bei Lufthansa an

    Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) kündigt weitere Streiks bei der Lufthansa und ihren Töchtern CityLine und Eurowings für Donnerstag und Freitag an. Zugleich schlägt VC ein Schlichtungsverfahren vor, wie die Gewerkschaft in Frankfurt mitteilte.

  • Magyars Tisza-Partei mit Zweidrittelmehrheit in Ungarn

    Die Tisza-Partei des ungarischen Oppositionsführers Peter Magyar hat nach Berechnungen der Wahlkommission eine Zweidrittelmehrheit im neuen Parlament erreicht. Nach Auszählung von 84,91 Prozent der Wahllokale kommt Tisza auf 138 von 199 Mandaten.

  • Das sind die größten Baustellen bei Bosch

    Für den Technologiekonzern Bosch war 2025 ein äußerst schwieriges Jahr. Die schwächelnde Weltwirtschaft schlug mit Wucht auf alle Geschäftsbereiche der Schwaben durch. Und die Sparmaßnahmen des Managements drücken den Gewinn. Denn bevor der Abbau Tausender Stellen Wirkung zeigt, kostet er erst einmal Milliarden. Heute veröffentlicht der Konzern aus Gerlingen bei Stuttgart die endgültigen Geschäftszahlen für 2025 – und einen Ausblick darauf, wie es im laufenden Jahr weitergehen soll. 

    Aber bereits die vorläufigen Zahlen zeigen, unter welch hohem Druck Bosch steht. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sackte demnach um gut 45 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro ab. Bereits 2024 war der Wert um ein Drittel gesunken. Zum Vergleich: Selbst im Corona-Jahr 2020 hatte Bosch noch gut zwei Milliarden Euro operativen Gewinn eingefahren. Der Umsatz stieg im Vergleich zu 2024 leicht auf 91,0 Milliarden Euro. 

    «Die wirtschaftliche Realität spiegelt sich auch in unseren Ergebnissen wider. 2025 war ein schwieriges, teils auch schmerzhaftes Jahr für Bosch», sagte Bosch-Chef Stefan Hartung im Januar. Die selbstgesteckten Umsatz- und Gewinnziele habe man nicht erreicht. Aber woran lag das? Ein Überblick. 

    Weltlage und «mangelnde Wettbewerbsfähigkeit»

    Die Herausforderungen, die Bosch auf der ganz großen Bühne beschäftigt, sind nicht neu: Die Weltkonjunktur schwächelt, die geopolitische Lage ist nach wie vor unsicher. Hinzugekommen sind 2025 unter anderem die US-Zölle. Auch die Konkurrenz, gerade durch chinesische Anbieter, hat sich erheblich verschärft. Und das nicht nur in der Automobilindustrie, die ohnehin weniger produziert als noch vor ein paar Jahren. 

    Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Soll heißen: Der Konzern kann im Vergleich zur Konkurrenz nicht mithalten. Der Anspruch ist aber ein anderer. In den wesentlichen Märkten will Bosch zu den drei führenden Anbietern gehören. Das erfordert Hartung zufolge vor allem niedrigere Kosten und nachfrageorientierte Kapazitäten.

    Stellenabbau kostet Milliarden

    Um das Ruder herumzureißen, müssen die Schwaben deutlich sparen. Allein im Zulieferbereich geht es um Milliarden. «Wir arbeiten hart an unseren Sach- und Materialkosten, wir setzen KI noch intensiver ein, um unsere Produktivität zu erhöhen, und wir wägen jede Investition noch sorgfältiger ab», sagte Hartung. Um Wettbewerbsfähigkeit und Investitionskraft dauerhaft zu sichern, müsse man die Organisation aber auch deutlich verschlanken.

    Das heißt: Es muss am Personal gespart werden. Allein im Zulieferbereich will Bosch in den kommenden Jahren rund 22.000 Stellen streichen. Außerdem gibt es Abbaupläne in anderen Bereichen, unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge. 

    Ende 2025 beschäftigte die Gruppe rund 412.400 Menschen auf der ganzen Welt – 5.400 weniger als ein Jahr zuvor. Dabei zeigte sich eine Verschiebung von Europa in andere Weltregionen. Überproportional von der Entwicklung betroffen war Deutschland, wo knapp 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten. Insgesamt waren es hier zuletzt rund 123.100 Menschen – und damit 6.500 oder fünf Prozent weniger als zum Ende des Vorjahres.

    Um langfristig beim Personal sparen zu können, muss Bosch richtig tief in die Tasche greifen. «Die Kosten für sozialverträgliche Lösungen belasten unser Ergebnis erheblich», sagte Bosch-Finanzchef Markus Forschner im Januar. 2025 wurden rund 2,7 Milliarden Euro zur Seite gelegt – beispielsweise für Abfindungen. Gedrückt wurde der Gewinn des Unternehmens aber unter anderem auch von den gestiegenen Zöllen. 

    Zukunftsprojekte: Teuer – und werfen (noch) wenig ab

    Bosch investiert seit Jahren Milliarden in die Zukunft. E-Mobilität, Software für das automatisierten Fahren, Wasserstoff, Wärmepumpen, bestimmte Chips – in all diesen Bereichen wollen die Schwaben künftig gut aufgestellt sein und Geld verdienen. Bisher geht die Rechnung aber nicht auf. Die Zukunftsfelder müsse man nach wie vor erheblich vorfinanzieren, sagte Forschner. «Das zehrt an den Erträgen, zumal die Durststrecke mit der verzögerten Marktdurchdringung neuer Technologien länger ist als ursprünglich erwartet.»

    Bosch hat also zahlreiche innovative Produkte im Schaufenster stehen. Aber es greifen weniger Kunden zu als ursprünglich erwartet. Dazu gehören Produkte und Komponenten für Elektroautos. Es gibt aber auch andere Beispiele: Bereits seit längerem haben die Schwaben einen prämierten Brennstoffzellen-Antrieb für Lastwagen im Angebot. Die Nachfrage ist nach der Pleite des Hauptkunden aber überschaubar. Bis sich das System auszahlt, dürften Jahre vergehen. 

    Kauflaune der Menschen ist im Keller

    Bosch ist nicht nur der weltgrößte Autozulieferer. Die Produkte des Konzerns finden sich auch in zahlreichen Haushalten. Viele Menschen halten wegen der mauen Wirtschaftslage ihr Geld aktuell aber lieber zusammen. Kühlschränke, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeuge und Gartengeräte verkauften sich zuletzt schlechter. Die Konsumgüterindustrie sei von einer anhaltenden Marktschwäche geprägt. Nur in diesem Bereich ging der Umsatz 2025 zurück.

    Wenn doch geshoppt wird, dann oft günstiger – und bei Anbietern aus Fernost. Gerade in Deutschland könne man zum Beispiel beobachten, dass weniger und preiswertere Küchen gekauft werden, sagte Hartung. Mit spürbaren Folgen für die Hausgerätetochter BSH, deren deutsche Werke nicht ausgelastet sind. 

    Zu BSH gehören die Handelsmarken Bosch, Siemens, Neff und Gaggenau. Mit fast identischen Problemen hat auch die Elektrowerkzeug-Sparte zu kämpfen. Die Folge sind auch dort Werksschließungen in Deutschland, Stellenabbau und eine Verlagerung der Produktion ins Ausland.

  • Ungarn: Orban gesteht Wahlniederlage ein

    Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat seine Niederlage bei der Parlamentswahl in Ungarn eingestanden. «Was auch immer kommt, wir werden auch in der Opposition der Heimat dienen», sagte er vor Anhängern in Budapest. Die Last der Regierungsarbeit liege nicht mehr auf seinen Schultern, fügte er hinzu.