Autor: Stojancho Gjorgjiev

  • Schulze und Siegmund im Duell – das sind die Streitpunkte

    Wenige Tage vor der Landtagswahl haben sich CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze und AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund ein ausführliches Rededuell geliefert. Bei der Veranstaltung von «Mitteldeutscher Zeitung» und «Magdeburger Volksstimme» standen sich Schulze und Siegmund nicht direkt gegenüber, sondern Seite an Seite. Bei der Diskussion wendeten sie sich immer wieder einander zu. Um diese Themen ging es:

    Wirtschaft

    Siegmund machte wiederholt deutlich, dass er darauf setzt, ausgewanderte Arbeitskräfte nach Deutschland zurückzuholen. Langfristig müsse man den Fachkräftebedarf jedoch aus eigener Kraft bewältigen, so der AfD-Spitzenkandidat. Nötig seien außerdem eine stärkere berufliche Orientierung an den Schulen und weniger Bürokratie.

    Ministerpräsident Schulze wies das als zu allgemein zurück und betonte stattdessen: «Wir brauchen eine Zuwanderung in den Arbeitsmarkt.» Man dürfe nicht abschreckend sein, man brauche Personal, etwa in der Pflege und im Maschinenbau. Viele Menschen, die nicht in Sachsen-Anhalt oder Deutschland geboren seien, lebten und arbeiteten bereits im Land und zahlten Steuern. «Viele von denen sagen, sie fühlen sich dann hier nicht mehr willkommen. Und das darf nicht passieren.»

    Migration

    Energisch stritten die beiden Kontrahenten über den Umgang mit den etwa 5.400 ausreisepflichtigen Personen in Sachsen-Anhalt. «Wir müssen doch unser eigenes Recht mal durchsetzen», sagte Siegmund. Es müsse weniger «gemütlich» zugehen, Abschiebungen dürften nicht mehrere Wochen im Voraus angekündigt werden.

    Schulze betonte, die Zugangszahlen seien bereits gesunken und wieder auf dem Niveau des Jahres 2011. Er forderte Siegmund dazu auf, zu sagen, wohin er denn abschieben wolle, da viele Herkunftsländer die Menschen nicht zurücknehmen würden. «Das geht nicht aus Magdeburg zu lösen», sagte Schulze. «Das geht nur aus Berlin, vielleicht aus Brüssel zu lösen.»

    Siegmund warf Schulze vor, er sage immer, was alles nicht gehe. «Ich sage, was geht.» Die habe EU möglich gemacht, dass Drittstatten Aufnahmen vollziehen können. «Von dieser Regelung könnte man Gebrauch machen.»

    Bildung

    Siegmund kündigte an, im Fall einer Regierungsübernahme in den Schulen den Leistungsgedanken wieder in den Vordergrund zu stellen. Außerdem müsse es wieder eine verpflichtende Empfehlung für die Schullaufbahn jedes Kindes geben, sagte er. «Das heißt, dass nicht ein Gefühl darüber entscheidet, wohin man seinen Lebensweg gestalten sollte, sondern wirklich die Realität, die Noten.»

    Zudem beklagte er, dass es etwa in Magdeburg-Neustadt und anderen Stadtteilen Gewaltprobleme an Schulen gebe, «die Lehrer an den Rand der Verzweiflung bringen, weil es auch wenig Sanktionsmöglichkeiten gibt». Angesprochen auf Vorschläge des kulturpolitischen Sprechers der AfD im Landtag, Hans-Thomas Tillschneider, dass auf Schulhöfen Wachmänner mit Tränengas postiert werden sollten, sagte Siegmund, das sei «eine satirische Überspitzung» gewesen.

    Schulze sagte dazu: «Ich möchte nicht, dass aus der Staatskanzlei heraus die Anweisung kommt, dass auf jedem Schulhof jemand mit Tränengas steht und dann einschreitet, wenn Schüler in irgendeiner Form einen Konflikt miteinander haben. Das möchte ich definitiv nicht.» Siegmund entgegnete: «Wir sehen das doch gar nicht für jede Schule. Wir sehen es für Problemschulen.»

    Finanzen

    Während Wirtschaftswissenschaftler die finanzpolitischen Vorhaben der AfD in Sachsen-Anhalt mit Skepsis betrachten, verteidigte Spitzenkandidat Siegmund seine Pläne. «Wir werden sofort beginnen, so viel wie möglich einzusparen.» Er sieht Einsparpotenziale von 300 bis 500 Millionen Euro, etwa bei Asyl und Migration, Förderungen, Verwaltung und unbesetzten Stellen. «Wir erben ein völlig überschuldetes Land. Alle Rücklagen wurden geplündert in den letzten Jahren», sagte der AfD-Politiker. Zusätzliche Einnahmen erwartet er durch Neuansiedlungen und eine bessere wirtschaftliche Entwicklung.

    Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hatte für die AfD-Pläne eine Finanzierungslücke von rund 2,2 Milliarden Euro errechnet. Schulze warf Siegmund vor, Vorhaben ohne tragfähige Gegenfinanzierung anzukündigen. «Sie versprechen Dinge, die Sie so definitiv nicht einhalten können», sagte der CDU-Politiker.

    Schulze sieht vor allem beim Personal Sparmöglichkeiten. Frei werdende Stellen sollten nicht immer wieder besetzt werden. Er verwies auf die gestiegenen Ausgaben für die Kinderbetreuung und sagte, kostenloses Essen und kostenlose Schulspeisung, wie es die AfD in ihrem Wahlprogramm verspricht, finde er prinzipiell gut. Doch das würde das Land eine Million Euro pro Tag kosten. «Wo wollen Sie das Geld denn hernehmen?», fragte Schulze.

    Wer hat den Regierungsauftrag?

    Kurz vor der Landtagswahl am 6. September führt die AfD in allen Umfragen klar vor der CDU. Die Regierungsbildung könnte schwierig werden, da eine AfD-Alleinregierung demnach rechnerisch nicht möglich wäre und andere Mehrheiten kaum zu bilden sind. Möglicherweise müsste die CDU dafür die Linke einbinden.

    Siegmund will sich nur bei einer stabilen eigenen Mehrheit im Landtag zum Ministerpräsidenten wählen lassen. «Eine Stimme mehr ist mir ein bisschen wackelig», sagte er. «Ich brauche eine stabile Mehrheit.»

    Siegmund strebt eine Alleinregierung der AfD an. Verfehle die Partei die absolute Mehrheit, wolle er keine Regierung mit den politischen Kräften bilden, die Sachsen-Anhalt aus seiner Sicht seit Jahrzehnten prägten. «Wir möchten hier Geschichte schreiben. Wir möchten die erste AfD-geführte Alleinregierung in Deutschland möglich machen.»

    Schulze warb dagegen um Stimmen für die CDU, um eine absolute Mehrheit einer Partei zu verhindern. Für den Fall einer von ihm geführten Regierung schloss der CDU-Politiker Ministerposten für AfD und Linke aus. Es werde «keinen Minister von AfD oder von Linkspartei geben», sagte Schulze. Zugleich betonte er: «Ich habe mich noch nie, und das mache ich auch nicht, von irgendjemand abhängig gemacht.»

    Das kündigen Siegmund und Schulze noch an

    Siegmund kündigte im Fall eines Wahlsiegs einen Umbau der Sicherheitsbehörden an. Den Landesverfassungsschutz werde er «auf seine eigentliche Grundaufgabe zurückführen, Straftäter, Terroristen und Gewalttäter aus dem Verkehr zu holen, beispielsweise bevor sie in Weihnachtsmärkte fahren, und nicht mehr die Opposition zu bekämpfen». Seine Partei wird vom Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestuft, was die AfD immer wieder als ungerechtfertigt anprangert.

    Schulze kündigte an, sich weiter dafür einzusetzen, dass die abschlagsfreie Frührente nach 45 Beitragsjahren erhalten bleibt – trotz eines Machtworts von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in der Debatte. Die sogenannte Rente mit 63 müsse deshalb bleiben, «weil wir hier gerade in Ostdeutschland andere Biografien haben als in Westdeutschland. Und ich weiß, das findet nicht jeder gut, dass ich mich da sehr stark für einsetze, aber ich habe ein gutes Rückgrat, ein starkes Rückgrat. Und ich werde das genau auch weiter zu meinem Thema in Berlin machen.»

  • Schulze und Siegmund im Duell – das sind die Streitpunkte

    Wenige Tage vor der Landtagswahl haben sich CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze und AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund ein ausführliches Rededuell geliefert. Bei der Veranstaltung von «Mitteldeutscher Zeitung» und «Magdeburger Volksstimme» standen sich Schulze und Siegmund nicht direkt gegenüber, sondern Seite an Seite. Bei der Diskussion wendeten sie sich immer wieder einander zu. Um diese Themen ging es:

    Wirtschaft

    Siegmund machte wiederholt deutlich, dass er darauf setzt, ausgewanderte Arbeitskräfte nach Deutschland zurückzuholen. Langfristig müsse man den Fachkräftebedarf jedoch aus eigener Kraft bewältigen, so der AfD-Spitzenkandidat. Nötig seien außerdem eine stärkere berufliche Orientierung an den Schulen und weniger Bürokratie.

    Ministerpräsident Schulze wies das als zu allgemein zurück und betonte stattdessen: «Wir brauchen eine Zuwanderung in den Arbeitsmarkt.» Man dürfe nicht abschreckend sein, man brauche Personal, etwa in der Pflege und im Maschinenbau. Viele Menschen, die nicht in Sachsen-Anhalt oder Deutschland geboren seien, lebten und arbeiteten bereits im Land und zahlten Steuern. «Viele von denen sagen, sie fühlen sich dann hier nicht mehr willkommen. Und das darf nicht passieren.»

    Migration

    Energisch stritten die beiden Kontrahenten über den Umgang mit den etwa 5.400 ausreisepflichtigen Personen in Sachsen-Anhalt. «Wir müssen doch unser eigenes Recht mal durchsetzen», sagte Siegmund. Es müsse weniger «gemütlich» zugehen, Abschiebungen dürften nicht mehrere Wochen im Voraus angekündigt werden.

    Schulze betonte, die Zugangszahlen seien bereits gesunken und wieder auf dem Niveau des Jahres 2011. Er forderte Siegmund dazu auf, zu sagen, wohin er denn abschieben wolle, da viele Herkunftsländer die Menschen nicht zurücknehmen würden. «Das geht nicht aus Magdeburg zu lösen», sagte Schulze. «Das geht nur aus Berlin, vielleicht aus Brüssel zu lösen.»

    Siegmund warf Schulze vor, er sage immer, was alles nicht gehe. «Ich sage, was geht.» Die habe EU möglich gemacht, dass Drittstatten Aufnahmen vollziehen können. «Von dieser Regelung könnte man Gebrauch machen.»

    Bildung

    Siegmund kündigte an, im Fall einer Regierungsübernahme in den Schulen den Leistungsgedanken wieder in den Vordergrund zu stellen. Außerdem müsse es wieder eine verpflichtende Empfehlung für die Schullaufbahn jedes Kindes geben, sagte er. «Das heißt, dass nicht ein Gefühl darüber entscheidet, wohin man seinen Lebensweg gestalten sollte, sondern wirklich die Realität, die Noten.»

    Zudem beklagte er, dass es etwa in Magdeburg-Neustadt und anderen Stadtteilen Gewaltprobleme an Schulen gebe, «die Lehrer an den Rand der Verzweiflung bringen, weil es auch wenig Sanktionsmöglichkeiten gibt». Angesprochen auf Vorschläge des kulturpolitischen Sprechers der AfD im Landtag, Hans-Thomas Tillschneider, dass auf Schulhöfen Wachmänner mit Tränengas postiert werden sollten, sagte Siegmund, das sei «eine satirische Überspitzung» gewesen.

    Schulze sagte dazu: «Ich möchte nicht, dass aus der Staatskanzlei heraus die Anweisung kommt, dass auf jedem Schulhof jemand mit Tränengas steht und dann einschreitet, wenn Schüler in irgendeiner Form einen Konflikt miteinander haben. Das möchte ich definitiv nicht.» Siegmund entgegnete: «Wir sehen das doch gar nicht für jede Schule. Wir sehen es für Problemschulen.»

    Finanzen

    Während Wirtschaftswissenschaftler die finanzpolitischen Vorhaben der AfD in Sachsen-Anhalt mit Skepsis betrachten, verteidigte Spitzenkandidat Siegmund seine Pläne. «Wir werden sofort beginnen, so viel wie möglich einzusparen.» Er sieht Einsparpotenziale von 300 bis 500 Millionen Euro, etwa bei Asyl und Migration, Förderungen, Verwaltung und unbesetzten Stellen. «Wir erben ein völlig überschuldetes Land. Alle Rücklagen wurden geplündert in den letzten Jahren», sagte der AfD-Politiker. Zusätzliche Einnahmen erwartet er durch Neuansiedlungen und eine bessere wirtschaftliche Entwicklung.

    Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hatte für die AfD-Pläne eine Finanzierungslücke von rund 2,2 Milliarden Euro errechnet. Schulze warf Siegmund vor, Vorhaben ohne tragfähige Gegenfinanzierung anzukündigen. «Sie versprechen Dinge, die Sie so definitiv nicht einhalten können», sagte der CDU-Politiker.

    Schulze sieht vor allem beim Personal Sparmöglichkeiten. Frei werdende Stellen sollten nicht immer wieder besetzt werden. Kostenloses Essen und kostenlose Kita, wie es die AfD in ihrem Wahlprogramm verspricht, finde er prinzipiell gut, betonte Schulze. Doch das würde das Land eine Million Euro pro Jahr kosten. «Wo wollen Sie das Geld denn hernehmen?», fragte Schulze.

    Wer hat den Regierungsauftrag?

    Kurz vor der Landtagswahl am 6. September führt die AfD in allen Umfragen klar vor der CDU. Die Regierungsbildung könnte schwierig werden, da eine AfD-Alleinregierung demnach rechnerisch nicht möglich wäre und andere Mehrheiten kaum zu bilden sind. Möglicherweise müsste die CDU dafür die Linke einbinden.

    Siegmund will sich nur bei einer stabilen eigenen Mehrheit im Landtag zum Ministerpräsidenten wählen lassen. «Eine Stimme mehr ist mir ein bisschen wackelig», sagte er. «Ich brauche eine stabile Mehrheit.»

    Siegmund strebt eine Alleinregierung der AfD an. Verfehle die Partei die absolute Mehrheit, wolle er keine Regierung mit den politischen Kräften bilden, die Sachsen-Anhalt aus seiner Sicht seit Jahrzehnten prägten. «Wir möchten hier Geschichte schreiben. Wir möchten die erste AfD-geführte Alleinregierung in Deutschland möglich machen.»

    Schulze warb dagegen um Stimmen für die CDU, um eine absolute Mehrheit einer Partei zu verhindern. Für den Fall einer von ihm geführten Regierung schloss der CDU-Politiker Ministerposten für AfD und Linke aus. Es werde «keinen Minister von AfD oder von Linkspartei geben», sagte Schulze. Zugleich betonte er: «Ich habe mich noch nie, und das mache ich auch nicht, von irgendjemand abhängig gemacht.»

    Das kündigen Siegmund und Schulze noch an

    Siegmund kündigte im Fall eines Wahlsiegs einen Umbau der Sicherheitsbehörden an. Den Landesverfassungsschutz werde er «auf seine eigentliche Grundaufgabe zurückführen, Straftäter, Terroristen und Gewalttäter aus dem Verkehr zu holen, beispielsweise bevor sie in Weihnachtsmärkte fahren, und nicht mehr die Opposition zu bekämpfen». Seine Partei wird vom Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestuft, was die AfD immer wieder als ungerechtfertigt anprangert.

    Schulze kündigte an, sich weiter dafür einzusetzen, dass die abschlagsfreie Frührente nach 45 Beitragsjahren erhalten bleibt – trotz eines Machtworts von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in der Debatte. Die sogenannte Rente mit 63 müsse deshalb bleiben, «weil wir hier gerade in Ostdeutschland andere Biografien haben als in Westdeutschland. Und ich weiß, das findet nicht jeder gut, dass ich mich da sehr stark für einsetze, aber ich habe ein gutes Rückgrat, ein starkes Rückgrat. Und ich werde das genau auch weiter zu meinem Thema in Berlin machen.»

  • Mutmaßliche Unterstützer rechter Terrorgruppe angeklagt

    Die Bundesanwaltschaft hat in Jena Anklage gegen zwei mutmaßliche Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe «Letzte Verteidigungswelle» erhoben. Die Behörde wirft ihnen unter anderem die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und Beihilfe zum versuchten Mord vor.

  • Schulze kritisiert Siegmunds Pläne gegen Fachkräftemangel

    CDU-Landeschef und Ministerpräsident Sven Schulze hat die Vorschläge seines AfD-Kontrahenten Ulrich Siegmund gegen den Fachkräftemangel als zu allgemein kritisiert. «Wenn man sagt, einsparen in der Verwaltung, wäre es ganz gut, wenn man mal sagt, wie man das macht», sagte Schulze in einem von «Volksstimme» und «Mitteldeutscher Zeitung» veranstalteten Wahlkampf-Duell.

    Siegmund verwies auf die Arbeitslosigkeit im Land, nötig seien eine stärkere berufliche Orientierung an den Schulen und weniger Bürokratie. Beschäftigte würden teils allein durch komplizierte Förderanträge gebunden. Zudem müsse man Deutsche, die ins Ausland gezogen seien, zur Rückkehr bewegen. «Wir möchten denen wieder ihre Heimat zurückgeben», sagte der AfD-Spitzenkandidat.

    Die Anwerbung ausländischer Fachkräfte hält Siegmund nicht für eine dauerhafte Lösung. Herausforderungen der Demografie und der Wirtschaft müsse Sachsen-Anhalt langfristig «aus eigener Kraft» bewältigen.

    Schulze betonte dagegen einen unmittelbaren Personalbedarf etwa in Pflege, Gesundheit und Maschinenbau. «Wir brauchen eine Zuwanderung in den Arbeitsmarkt, nicht in Sozialsysteme», sagte er. Viele Menschen, die nicht in Sachsen-Anhalt oder Deutschland geboren seien, lebten und arbeiteten bereits im Land und zahlten Steuern. «Viele von denen sagen, sie fühlen sich dann hier nicht mehr willkommen. Und das darf nicht passieren.»

  • Sachsen buhlt auf Chip-Messe um Taiwans Firmen

    Deutschland wirbt mit einer wachsenden Präsenz auf der wichtigen Halbleitermesse Semicon in Taiwan um mehr taiwanische Firmen. Die Chefrepräsentantin der deutschen Handelskammer in Taipeh, Eva Langerbeck, sprach von einer neuen Phase in der Zusammenarbeit im Halbleiterbereich. Die Kooperation weite sich über Großinvestitionen auf die Bereiche Ausrüstung, Materialien, intelligente Fertigung, Fachkräfte und die gesamte Lieferkette aus.

    Besonders der Freistaat Sachsen wirbt für sich als Standort. «Wir wollen Sachsen zu einem Taiwan-Hub machen», sagte Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) auf der Messe. Er kündigte die Unterzeichnung einer Absichtserklärung der Stadt Chemnitz mit der südtaiwanischen Stadt Kaohsiung an. Ganz Sachsen sei interessiert daran, die Partnerschaft mit Taiwan auszubauen, betonte Panter. 

    In Sachsen entsteht derzeit die Fabrik ESMC – ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Taiwans führendem Chiphersteller TSMC, Bosch, Infineon und NXP. 2027 soll dort die Produktion von Chips für die Automobilindustrie planmäßig beginnen. Mehr als 20 taiwanische Unternehmen haben sich laut Panter als Zulieferer für ESMC in Sachsen niedergelassen. 

    Zulieferer will sich in Dresden niederlassen

    Charles Lee, Geschäftsführer des TSMC-Zulieferers Topco Scientific, sagte der Deutschen Presse-Agentur, sein Unternehmen plane, im November seine erste europäische Niederlassung in Dresden zu eröffnen. Die Niederlassung soll als Plattform für taiwanische Zulieferer dienen, die in den europäischen Markt eintreten, um gemeinsam ESMC und möglicherweise weitere Kunden zu betreuen. Deutschland habe die Verbesserung des Investitionsklimas nachdrücklich unterstützt, sagte er.

    Die Semicon wurde am Mittwoch in Taipeh mit mehr als 1.300 Unternehmen, 4.300 Messeständen und über 25 internationalen Foren eröffnet. Taiwan will damit auch seine führende Position in der globalen Halbleiterindustrie stärken. Der deutsche Pavillon erreichte laut Handelskammerangaben mit 31 teilnehmenden Unternehmen, Städten und Wirtschaftsförderungen eine Rekordbeteiligung. Im Vorjahr waren es noch 18.

  • Himalaya: Zahl der Sturzflut-Toten steigt auf mehr als 1.000

    Nach der Sturzflut-Katastrophe im Himalaya ist die Zahl der Toten in Nepal und Tibet auf mehr als 1.000 gestiegen. In ihrer jüngsten Statistik spricht die nepalesische Polizei von 1.007 Toten allein in Nepal, China hatte 16 Opfer gemeldet.

  • Mord an Rapper Tupac Shakur: Angeklagter schuldig gesprochen

    Knapp 30 Jahre nach dem Mord an US-Rapper Tupac Shakur ist der frühere Gang-Anführer Duane Davis schuldig gesprochen worden. In einem Prozess in Las Vegas sahen es die Geschworenen als erwiesen an, dass der 63-Jährige als Drahtzieher für den Tod des Rappers verantwortlich ist.

  • Acht deutsche Familienunternehmen älter als 400 Jahre

    Krise, welche Krise? Acht deutsche Familienunternehmen haben mit einer Firmengeschichte von jeweils über vierhundert Jahren sämtliche historischen Katastrophen überstanden. Zwei weitere werden in den nächsten Jahren ihre 400. Geburtstage feiern können. Das geht aus der aktualisierten Rangliste der 50 ältesten deutschen Familienunternehmen hervor, welche die Stiftung Familienunternehmen in München veröffentlichte. 

    NRW, Bayern und Baden-Württemberg vorn 

    An der Spitze stehen nach wie vor zwei Unternehmen aus NRW, die beide schon über ein halbes Jahrtausend auf dem Buckel haben: Erste auf der Liste ist die 1502 – allerdings nicht mit englischem Namen – gegründete Coatinc Company in Kreuztal, ein metallverarbeitender Betrieb. An zweiter Stelle folgt mit Gründungsjahr 1530 die Prym Group aus dem rheinländischen Stolberg – das Unternehmen erfand ehedem den Druckknopf. 

    Auf der Liste der fünfzig ältesten Unternehmen finden sich ausschließlich westdeutsche Firmen, da in der ehemaligen DDR Familienunternehmen verstaatlicht wurden. In der Spitzengruppe der ersten zehn wiederum sind ausschließlich Firmen aus drei Bundesländern vertreten: Neben NRW sind das Bayern und Baden-Württemberg. 

    Die jüngste Firma auf der Liste hat 226 Jahre auf dem Buckel 

    Quasi in Sichtweite ist der 400. Firmengeburtstag für den blechbearbeitenden Betrieb W. Albrecht aus Lindlar bei Köln, der 1634 gegründet wurde. Danach folgt auf Platz zehn die Tuchfabrik Mehler im bayerischen Tirschenreuth, die seit 1644 besteht. Jüngstes Unternehmen ist auf Platz 50 der zu Napoleons Lebzeiten im Jahr 1800 gegründete Maschinenbauer Kurtz Ersa in Kreuzwertheim in Bayern. 

    «Über Jahrhunderte haben sich diese Unternehmen immer neu erfunden, mit der Familie als Stabilitätsanker und Fels in der Brandung», sagte Stefan Heidbreder, der Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen: «Sie sind es auch heute und machen die deutsche Wirtschaft resilient in diesen krisenhaften Zeiten.» 

    Erstellt hat die Stiftung ihre Liste auf Basis öffentlich zugänglicher Daten. Aufgenommen wurden die Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern, die sich am längsten in ununterbrochenem Eigentum einer oder mehrerer miteinander verbundener Familien befinden. Nicht berücksichtigt wurden vier Typen traditioneller Kleinunternehmen, unter denen etliche ebenfalls auf eine sehr lange Historie zurückblicken: Apotheken, Gasthäuser, Mühlen und Bauernhöfe. 

    Die Fugger fehlen 

    Nicht auf der Liste steht auch die einst mächtigste deutsche Unternehmerfamilie, obwohl diese keineswegs ausgestorben ist: Die Augsburger Fugger gelangten im 16. Jahrhundert im Bank- und Bergbauwesen zu Adel, europaweitem Einfluss und immensem Reichtum. Doch leiten die heutigen Nachfahren kein kommerziell tätiges Familienunternehmen mehr, sondern verwalten laut Familienwebseite neun soziale Stiftungen, die sämtlich ebenfalls im 16. Jahrhundert gegründet wurden. 

    Und auch Staatsbetriebe können krisenresistent sein 

    Darüber hinaus haben sich auch einige Firmen als äußerst stabil erwiesen, die nicht in Familienbesitz sind. So hat die einst kirchliche und heute staatliche Brauerei Weihenstephan im oberbayerischen Freising seit dem Jahr 1040 das Braurecht und blickt somit ihrem tausendjährigen Bestehen entgegen. Auch das weltbekannte – und ebenfalls staatliche – Münchner Hofbräuhaus hat sich mit Gründungsjahr 1589 als resistent gegen alle Krisen, Kriege und Katastrophen erwiesen. Und würde man die heute noch bestehenden Klöster der katholischen Kirche als Wirtschaftsbetriebe zählen, wären diese die unangefochtenen Spitzenreiter: So wurde die Abtei Tholey im Saarland erstmals im Jahr 634 urkundlich erwähnt.

  • Lionel Messi beendet Länderspielkarriere

    Fußball-Superstar Lionel Messi hat seinen Rücktritt aus der argentinischen Nationalmannschaft erklärt. Der 39-Jährige verkündete seine Entscheidung via Social Media sechs Wochen nach der 0:1-Niederlage nach Verlängerung im WM-Endspiel gegen Spanien.

  • Klingbeil deutet härtere Gangart gegenüber China an

    Finanzminister Lars Klingbeil hat in der Debatte über unfaire Handelspraktiken eine härtere Gangart gegenüber China angedeutet. «Das heißt nicht, dass wir die Konfrontation suchen, aber an den Stellen, wo wir sehen, China spielt nicht mehr nach den Regeln, müssen wir uns eben anders aufstellen», sagte der SPD-Chef bei einem Besuch im BMW-Werk in Spartanburg in den USA. 

    Dabei könne es um weitere Zölle etwa auf Hybridfahrzeuge gehen. Denkbar sei auch eine Joint-Venture-Pflicht, bei der chinesische Firmen zu Partnerschaften mit europäischer Mehrheitskontrolle verpflichtet werden, um technologisches Wissen zu schützen. 

    In Deutschland wächst schon länger die Sorge vor stärkerer chinesischer Konkurrenz. Als besonders betroffen gelten wichtige Branchen wie der Auto- und Maschinenbau. Die Europäer werfen China unfaire Handelspraktiken vor – unter anderem wegen massiver staatlicher Subventionen, Überkapazitäten und Dumpingpreisen. Westliche Unternehmen haben oft nur unter schwierigen Bedingungen Zugang zum Markt.