Autor: Stojancho Gjorgjiev

  • IG Metall will mit neuen Regeln heimische Industrie stärken

    Angesichts der schwierigen Lage der deutschen Industrie sollten aus Sicht der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen zentrale Produktionszweige im eigenen Land durch Fördervorgaben geschützt werden. «Es ist unverständlich, dass wir das woanders machen», sagte Bezirksleiter Jan Otto und nannte die Batterie – und Chipherstellung. Die Gewerkschaft fordert sogenannte Local-Content-Regeln für Investitionen und Auftrags-Vergaben.

    Unter Local Content wird der Anteil an der Wertschöpfung verstanden, der in einer Region erbracht, also nicht importiert wird. Das kann bedeuten, dass Unternehmen, die über staatliche Förderung oder in Form von öffentlichen Aufträgen Geld bekommen, auch in Teilen in Deutschland produzieren müssen. Local-Content-Kriterien werden vor dem Hintergrund der Konkurrenz aus China und der Zollpolitik der USA diskutiert. 

    Otto: Schlüsseltechnologien dürfen nicht abwandern

    «Damit wird sichergestellt, dass die großen öffentlichen finanzpolitischen Anstrengungen wieder in den Wirtschaftskreislauf eingehen, statt in andere Weltregionen abzufließen», heißt es in einem «Masterplan» zur Arbeitsplatz-Sicherung der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. «Wir können dafür sorgen, dass wir bei Schlüsseltechnologien sagen, wir machen sie hier», sagte Bezirksleiter Otto. Die Bundesländer müssen laut Gewerkschaft auch Flächen für neue Ansiedlungen bereitstellen.

    Große Unternehmen der Automobil-, Elektro- und Stahlbranche in Deutschland bauen Tausende Stellen ab. Bei der Batteriefertigung zum Beispiel gelten Europa und Deutschland als abgeschlagen. 

    Gewerkschaft: Auftragsbücher in der Luftfahrt-Industrie voll

    Volle Auftragsbücher gibt es laut IG Metall bei der Luftfahrt-Industrie. Dort gebe es einen Beschäftigungsaufbau, sagte Otto. Der Triebwerkshersteller Rolls Royce im brandenburgischen Blankenfelde-Mahlow etwa baut sein Werk aus. Auch eine Sogwirkung des Flughafens BER setze langsam ein, meinte der Gewerkschafter. 

    Für das Mercedes-Werk in Ludwigsfelde sei er zuversichtlich, dass «wir eine gute Zukunft hinbekommen». Bei der Gewerkschaft gab es Sorgen um die Perspektiven für den Standort, und die IG Metall zog im vergangenen Jahr protestierend vors Werkstor. In Ludwigsfelde werden Transporter Sprinter produziert. Schließungspläne gibt es laut Unternehmen nicht.

  • IG Metall will mit neuen Regeln heimische Industrie stärken

    Angesichts der schwierigen Lage der deutschen Industrie sollten aus Sicht der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen zentrale Produktionszweige im eigenen Land durch Fördervorgaben geschützt werden. «Es ist unverständlich, dass wir das woanders machen», sagte Bezirksleiter Jan Otto und nannte die Batterie – und Chipherstellung. Die Gewerkschaft fordert sogenannte Local-Content-Regeln für Investitionen und Auftrags-Vergaben.

    Unter Local Content wird der Anteil an der Wertschöpfung verstanden, der in einer Region erbracht, also nicht importiert wird. Das kann bedeuten, dass Unternehmen, die über staatliche Förderung oder in Form von öffentlichen Aufträgen Geld bekommen, auch in Teilen in Deutschland produzieren müssen. Local-Content-Kriterien werden vor dem Hintergrund der Konkurrenz aus China und der Zollpolitik der USA diskutiert. 

    Otto: Schlüsseltechnologien dürfen nicht abwandern

    «Damit wird sichergestellt, dass die großen öffentlichen finanzpolitischen Anstrengungen wieder in den Wirtschaftskreislauf eingehen, statt in andere Weltregionen abzufließen», heißt es in einem «Masterplan» zur Arbeitsplatz-Sicherung der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. «Wir können dafür sorgen, dass wir bei Schlüsseltechnologien sagen, wir machen sie hier», sagte Bezirksleiter Otto. Die Bundesländer müssen laut Gewerkschaft auch Flächen für neue Ansiedlungen bereitstellen.

    Große Unternehmen der Automobil-, Elektro- und Stahlbranche in Deutschland bauen Tausende Stellen ab. Bei der Batteriefertigung zum Beispiel gelten Europa und Deutschland als abgeschlagen. 

    Gewerkschaft: Auftragsbücher in der Luftfahrt-Industrie voll

    Volle Auftragsbücher gibt es laut IG Metall bei der Luftfahrt-Industrie. Dort gebe es einen Beschäftigungsaufbau, sagte Otto. Der Triebwerkshersteller Rolls Royce im brandenburgischen Blankenfelde-Mahlow etwa baut sein Werk aus. Auch eine Sogwirkung des Flughafens BER setze langsam ein, meinte der Gewerkschafter. 

    Für das Mercedes-Werk in Ludwigsfelde sei er zuversichtlich, dass «wir eine gute Zukunft hinbekommen». Bei der Gewerkschaft gab es Sorgen um die Perspektiven für den Standort, und die IG Metall zog im vergangenen Jahr protestierend vors Werkstor. In Ludwigsfelde werden Transporter Sprinter produziert. Schließungspläne gibt es laut Unternehmen nicht.

  • Künstliche Intelligenz in der Robotik – Neues Positionspapier der International Federation of Robotics veröffentlicht

    Die neue Generation KI-gestützter Roboter, die aktuell aus den Forschungslabors in die reale Welt Einzug hält, wird von KI-Technologieunternehmen und Analysten mit einem zukünftigen Marktwert von mehreren Billionen Dollar beziffert. Die Vision ist es, künstlicher Intelligenz eine Gestalt zu geben. Die International Federation of Robotics hat ein neues Positionspapier zu den Trends, Herausforderungen und kommerziellen Anwendungen von „KI in der Robotik“ veröffentlicht.

    „KI verändert die Robotik rasant“, sagt Takayuki Ito, Präsident der International Federation of Robotics. „Mit der Integration von KI in die Robotik lassen sich Fähigkeiten verbessern, Effizienzen steigern und Anpassungsfähigkeit erhöhen. Diese Entwicklung verwandelt KI von einer unterstützenden Technologie in einen leistungsstarken Wegbereiter und öffnet damit Türen für einen breiteren Einsatz von Robotik über alle Branchen hinweg.“

    Vorreiter-Branchen

    Derzeit gibt es mehrere Schlüsselbranchen, die bei der Integration von KI und Robotik eine Vorreiterrolle einnehmen:

    Logistik- und Lagerhaltungwerden häufig als führender Bereich genannt. Dies ist auf die hohe Nachfrage, verfügbare Investitionen und relativ kontrollierbare Umgebungen zurückzuführen. Zu den Anwendungsbereichen gehören Logistik, Lagerhaltung und Intralogistik sowie die weitere Lieferkette. Aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit und seines Wachstumspotenzials zieht der Sektor verstärkte Aufmerksamkeit auf sich.

    DieFertigungs- und Industrieautomationbildet einen weiteren Investitionsschwerpunkt: Da Unternehmen bestrebt sind, ihre Abläufe zu rationalisieren und die Produktionsqualität zu verbessern, spielen KI und Robotik eine immer zentralere Rolle in modernen Fertigungsstrategien. Der Sektor umfasst eine Vielzahl von Branchen wie die Automobilindustrie, die Elektronikindustrie und allgemeine Industriezweige wie die Pharmaindustrie. Schwerpunkte liegen auf hochqualifizierten Produktionsprozessen, Fabrikautomatisierungssystemen und präzisen Montageaufgaben.

    DerDienstleistungssektorgehört ebenfalls zu den führenden Kundenbranchen, die KI und Robotik einsetzen. KI unterstützt hier unter anderem die Mensch-Roboter-Interaktion, ermöglicht beispielsweise eine natürliche Kommunikation und macht die Roboter personalisierter und benutzerfreundlicher. Die Nachfrage wird von steigenden Kosten und den Arbeitskräftemangel getrieben. Das gilt insbesondere in Bereichen, in denen nach der Pandemie offene Stellen nicht mehr besetzt werden können. Restaurantbetriebe experimentieren zum Beispiel mit Roboter-Kellnern und Küchenassistenzrobotern. Die Zukunft liegt in hybriden Modellen, bei denen Roboter repetitive Aufgaben übernehmen und Menschen für die persönliche Ansprache sorgen.

    Neue Vision für KI in der Robotik

    Roboter- und Chiphersteller investieren derzeit verstärkt in spezielle Hard- und Software, die reale Umgebungen simulieren. Diese sogenannte „physische KI“ ermöglicht es Robotern, sich in virtuellen Umgebungen selbst zu trainieren und anhand ihrer Erfahrungen zu agieren, anstatt für Einzelaufgaben programmiert zu werden. Die Begeisterung für diese „Embodied AI“ hat das Interesse großer Technologieunternehmen und Regierungen auf der ganzen Welt auf sich gezogen.

    In denUSAkündigten Unternehmen wie Amazon, Tesla und NVIDIA Rekordinvestitionen an. Das Risikokapital fließt in ein wachsendes Ökosystem von Start-ups, die sich auf spezialisierte Roboteranwendungen konzentrieren.

    InEuropaunterzeichnete ABB jüngst eine Vereinbarung zur Veräußerung seines Robotikbereichs an die japanische SoftBank Group. Mit dem Zusammenschluss sollen die Kompetenzen im KI-Bereich von ABB Robotics mit denen von SoftBank gebündelt werden.

    InChinakündigte das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) einen speziellen Aktionsplan zur Beschleunigung der „Embodied AI“ an und hat diese als „Zukunftsindustrie“ eingestuft, die für Chinas wirtschaftliche Transformation von entscheidender Bedeutung sein soll.

    Ausblick

    In den kommenden fünf bis zehn Jahren wird KI voraussichtlich in verschiedenen Robotikanwendungen breit eingesetzt werden. Durch Effizienzsteigerung, Fehlerreduktion und Senkung von Wartungskosten, verspricht es Unternehmen im Vergleich zu Nicht-KI-Systemen oft einen schnelleren Return on Investment (ROI).

    Über das POSITION PAPER „AI in Robotics“ von IFR

    Kostenfreier Download in englischer Sprache unter https://ifr.org/papers/download

    Inhaltsübersicht:

    1. Wie KI die Robotik unterstützt

    2. Führende Branchen

    3. KI verändert den Arbeitsplatz

    4. Makroökonomische Trends und KI

    5. Sicherheit und Schutz für KI in der Robotik

    6. Nachhaltigkeit adressieren

    7. Staatliche KI-Regulierung

    8. Ausblick

    Downloads

    Über die IFR

    Die International Federation of Robotics ist das Sprachrohr der weltweiten Robotikindustrie. IFR vertritt nationale Roboterverbände, Forschungseinrichtungen sowie Roboterhersteller aus mehr als zwanzig

    Ländern. IFR wurde 1987 als nicht gewinnorientierte Organisation gegründet. Mehr auf: www.ifr.org

    IFR auf LinkedIn und YouTube

    Pressekontakt:
    International Federation of Robotics
    PRESS OFFICER
    Carsten Heer
    econNEWSnetwork
    Telefon +49 (0) 40 822 44 284
    E-Mail: press@ifr.org
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            IFR - International Federation of Robotics
  • Lichtkonzern ams Osram baut Stellen in Baden-Württemberg ab

    Trotz besserer Zahlen will der deutsch-österreichische Lichtkonzern ams Osram weltweit Jobs abbauen – betroffen ist davon auch ein Standort in Baden-Württemberg. Mehrere hundert fallen an Standorten in Deutschland weg, wie das Unternehmen mitteilte. Insgesamt geht es um 2.000 Stellen, je etwa 1.000 in Europa und Asien – ein Teil der Maßnahmen ist allerdings bereits bekannt. Parallel dazu legte ams Osram am Morgen Zahlen vor, die einen klaren Aufwärtstrend zeigen: Der Verlust sinkt. 

    Am Standort Herbrechtingen (Kreis Heidenheim), wo Halogenlampen hergestellt werden, sollen auch Jobs gestrichen werden. Wie viele, sagte ein Sprecher auf Anfrage nicht. In Herbrechtingen seien rund 470 Personen beschäftigt, so der Sprecher. 

    Schwerpunkt des Jobabbaus in Europa ist Deutschland. Hier fällt im Halbleitergeschäft in Regensburg eine niedrige bis mittlere dreistellige Zahl an Jobs weg, wie ams-Osram-Chef Aldo Kamper sagte. Es gehe vor allem um etablierte Produkte, die auch von asiatischen Wettbewerbern angeboten würden. Deren Produktion wird aus Kostengründen nach Asien verlagert. Dadurch entstehe in Regensburg aber Platz für hochautomatisierte Fertigungen. 

    Lampengeschäft schrumpft 

    Weitere Jobs werden im Lampengeschäft gestrichen. Hier geht es neben dem Standort in Baden-Württemberg vor allem um Schwabmünchen bei Augsburg. Die Schließung in Schwabmünchen ist bereits seit einiger Zeit bekannt, ams Osram rechnet sie in den aktuellen Zahlen allerdings mit. Die IG Metall hatte zuletzt den Abbau dort mit 270 Jobs beziffert. Das Geschäft mit klassischen Halogenlampen für Autos schrumpft langsam, weil die Produkte sukzessiv von LEDs verdrängt werden. Kamper betonte aber, dass es noch viele Jahre weitergehen werde. 

    Gut 1.000 Jobs sollen außerdem an den asiatischen Standorten wegfallen. Derzeit hat ams Osram weltweit gut 19.000 Mitarbeiter, 7.500 davon in Europa und 10.700 in Asien. Den Jobabbau nannte Kamper einen wichtigen, aber schmerzhaften Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. 

    Aufwärtstrend bei den Zahlen 

    Finanziell verbessert sich die Situation von ams Osram, wie die ebenfalls vorgelegten Geschäftszahlen zeigen. Im abgelaufenen Jahr hat das Unternehmen nach Steuern 129 Millionen Euro Verlust gemacht – das ist ein Sechstel des Wertes aus dem Vorjahr. Vor allem im operativen Bereich lief es sehr viel besser. Der Konzern litt dabei allerdings noch immer unter hohen Schulden. Für einen Teil davon hat er vor wenigen Tagen durch den Verkauf eines Geschäftsteils an Infineon eine Lösung gefunden.

  • Jobabbau nach besseren Zahlen bei ams Osram

    Der deutsch-österreichische Lichtkonzern ams Osram will weltweit Jobs abbauen. Mehrere hundert fallen an Standorten in Deutschland weg, wie das Unternehmen mitteilte. Insgesamt geht es um 2.000 Stellen, je etwa 1.000 in Europa und Asien – ein Teil der Maßnahmen ist allerdings bereits bekannt. Parallel dazu legte ams Osram am Morgen Zahlen vor, die einen klaren Aufwärtstrend zeigen: Der Verlust sinkt.

    Schwerpunkt des Jobabbaus in Europa ist Deutschland. Hier fällt im Halbleitergeschäft in Regensburg eine niedrige bis mittlere dreistellige Zahl an Jobs weg, wie ams-Osram-Chef Aldo Kamper sagte. Es gehe vor allem um etablierte Produkte, die auch von asiatischen Wettbewerbern angeboten würden. Deren Produktion wird aus Kostengründen nach Asien verlagert. Dadurch entstehe in Regensburg aber Platz für hochautomatisierte Fertigungen. 

    Lampengeschäft schrumpft

    Weitere Jobs werden im Lampengeschäft gestrichen. Hier geht es vor allem um die Standorte Herbrechtingen in Baden-Württemberg und Schwabmünchen bei Augsburg. Die Schließung in Schwabmünchen ist bereits seit einiger Zeit bekannt, ams Osram rechnet sie in den aktuellen Zahlen allerdings mit. Die IG Metall hatte zuletzt den Abbau dort mit 270 Jobs beziffert. Das Geschäft mit klassischen Halogenlampen für Autos schrumpft langsam, weil die Produkte sukzessiv von LEDs verdrängt werden. Kamper betonte aber, dass es noch viele Jahre weitergehen werde. 

    Gut 1.000 Jobs sollen außerdem an den asiatischen Standorten wegfallen. Derzeit hat ams Osram weltweit gut 19.000 Mitarbeiter, 7.500 davon in Europa und 10.700 in Asien. Den Jobabbau nannte Kamper einen wichtigen, aber schmerzhaften Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. 

    Aufwärtstrend bei den Zahlen

    Finanziell verbessert sich die Situation von ams Osram, wie die ebenfalls vorgelegten Geschäftszahlen zeigen. Im abgelaufenen Jahr hat das Unternehmen nach Steuern 129 Millionen Euro Verlust gemacht – das ist ein Sechstel des Wertes aus dem Vorjahr. Vor allem im operativen Bereich lief es sehr viel besser. Der Konzern litt dabei allerdings noch immer unter hohen Schulden. Für einen Teil davon hat er vor wenigen Tagen durch den Verkauf eines Geschäftsteils an Infineon eine Lösung gefunden.

  • Langenhan holt erste deutsche Goldmedaille bei Olympia

    Rodel-Weltmeister Max Langenhan hat für die erste deutsche Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen 2026 gesorgt. Der 26-Jährige siegte nach vier Läufen im Einsitzer.

  • Flughafen BER stellt Betrieb wegen Blitzeis ein

    Der Hauptstadtflughafen BER hat den Betrieb vorübergehend eingestellt. Aufgrund von Blitzeis seien derzeit keine Starts und Landungen mehr möglich, sagte eine Flughafensprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Abend.

  • Emma Aicher holt erste deutsche Medaille bei Olympia

    Skirennfahrerin Emma Aicher hat die erste deutsche Medaille bei den Olympischen Winterspielen 2026 gewonnen. Die 22-Jährige holte in Cortina d’Ampezzo die Silbermedaille in der Abfahrt, Gold ging an die US-Amerikanerin Breezy Johnson.

  • Anna Langsch legt Abgeordnetenmandat nieder

    Die Grünen-Landtagsabgeordnete Anna Langsch (43) legt ihr Mandat Ende Februar aus gesundheitlichen Gründen nieder. Das teilte die Fraktion mit. Für sie rückt von der Grünen-Landesliste Sebastian Bonau nach. «Anna Langsch hat für sich erkannt, dass es ihr nicht möglich ist, im Umfeld eines Mandates zu gesunden. Ich habe großen Respekt vor der Entscheidung, ihr Mandat niederzulegen», so Fraktionschef Lasse Petersdotter.

    Langsch hatte bei der Landtagswahl 2022 das Mandat im Wahlkreis Kiel-West direkt gewonnen. Sie war als erste transgeschlechtliche Abgeordnete in das Landesparlament eingezogen.

    Lob für das politische Engagement aus Fraktion und Partei

    Die Grünen-Landesvorsitzende Lydia Rudow lobte ihren Einsatz: «Anna Langsch hat als erste trans*-Frau im Landtag ein historisches Zeichen für die Vielfalt unserer Gesellschaft gesetzt.» Mit viel Empathie und Fachwissen sei sie eine starke Stimme gegen Diskriminierung und für gleiche Rechte gewesen – egal, woher man kommt, wie man aussieht oder wen man liebt. Langsch habe diese wichtige Perspektive in die Fraktion und in den schleswig-holsteinischen Landtag eingebracht.

    Sebastian Bonau (37) war den Angaben zufolge bis Dezember 2025 Fraktionsvorsitzender in der grünen Stadtratsfraktion in Glücksburg und hatte bei der Landtagswahl 2022 im Wahlkreis Flensburg-Land kandidiert. Er ist IT-Abteilungsleiter und Informationssicherheitsbeauftragter bei einem Maschinenbauunternehmen.

  • Neue Jets und alte Schatten – Lufthansa feiert 100 Jahre

    Es ist kein einfaches Jubiläum, das die Lufthansa im neuen Jahr groß feiern will. Heute steht der 100. Jahrestag der Gründung der ersten «Deutsche Luft Hansa Aktiengesellschaft» in Berlin an, doch die ganz großen Feierlichkeiten sind erst für den April geplant, wenn sich der Erstflug zum 100. Mal jährt. Obwohl die heutige Deutsche Lufthansa AG rechtlich nichts mit der NS-belasteten Vorgängerin zu tun hat, bezieht sich damit der MDax-Konzern in seinen fliegerischen und technischen Traditionen auf sie. 

    Wie wird gefeiert? 

    Zum Jubiläum spendiert sich Europas umsatzstärkster Luftverkehrskonzern ein neues Besucher- und Konferenzzentrum, das im April mit Glanz und Gloria eröffnet werden soll. Im «Hangar One» unmittelbar neben der Unternehmenszentrale am Frankfurter Flughafen werden künftig zwei historische Propeller-Flugzeuge die Blicke auf sich ziehen: Eine Lockheed Super Star aus dem Jahr 1958 und eine Junkers Ju 52 aus dem Jahr 1936 sollen Technik zum Anfassen und gleichzeitig langjährige fliegerische Kompetenz vermitteln. Gleich sechs aktuelle Flugzeuge fliegen zudem mit einer Sonderlackierung, die das Kranich-Symbol mit der 100 und den Jahreszahlen 1926 und 2026 verbindet. 

    Was haben die Passagiere davon?

    Zum Jubiläum kommt die dringend notwendige Flottenerneuerung in Schwung. Vor allem bei der Lufthansa-Kerngesellschaft kommen nahezu im Wochentakt neue, effektivere Langstreckenflugzeuge mit der neuen Allegris-Kabine in die Flotte. Auch abseits der neuen Sitze hat man sich vorgenommen, das Flugerlebnis für die Passagiere umfassend zu verbessern. Auf Fernflügen soll es in allen vier Reiseklassen mehr Auswahl an Speisen geben und das komplette Equipment von Kissen über Bestecke und Tassen wird ausgetauscht. 187 Millionen neue Artikel sind dafür angeschafft worden. Erstmalig erhalten auch Eco-Passagiere für die Reise eine kleine Kulturtasche (Amenity Kit). 

    Was für ein Unternehmen war die erste Lufthansa? 

    Die «Deutsche Luft Hansa AG» entstand 1926 auf Initiative der deutschen Reichsregierung aus der Fusion der bis dahin konkurrierenden Unternehmen Aero Lloyd und Junkers Luftverkehr, um die Ambitionen der deutschen Flugzeugindustrie zu bündeln. Laut Forschungen war das stark subventionierte Unternehmen eng in die vom Versailler Vertrag verbotene Aufrüstung des Deutschen Reiches eingebunden und später wichtiger Teil des nationalsozialistischen Kriegsapparats. 

    Die zunächst zivil eingesetzten Junkers Ju 52 der Lufthansa wurden später mit geringen Mitteln für Zwecke der Nazi-Luftwaffe umgebaut. Im Zweiten Weltkrieg transportierten die langsamen, aber zuverlässigen Flugzeuge Material, Soldaten und Verwundete, wurden aber auch als Hilfsbomber eingesetzt. Die erste Hansa organisierte auch den Einsatz tausender Zwangsarbeiter unter ausbeuterischen Bedingungen bei der Flugzeugwartung. 

    In welchem Verhältnis steht die heutige Lufthansa zu ihrer Vorgängerin? 

    Erst im April 1955 und damit fast zehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs durften erste Linienflüge der neu gegründeten Deutschen Lufthansa AG abheben. Zunächst hatten die Alliierten den Deutschen jeden Luftverkehr untersagt. Juristisch hat der heutige Konzern nichts mit der Vorgängerin zu tun, sicherte sich aber aus der Liquidation die Rechte am Namen, an der Farbgebung und am ikonischen Kranich-Symbol. Die Marke Lufthansa war in der öffentlichen Wahrnehmung so stark, dass auch die DDR ihre Fluggesellschaft zunächst in «Deutsche Lufthansa» taufte und erst später wegen fehlender Markenrechte in «Interflug» umbenannte. 

    Wie hat der Konzern seine Vergangenheit aufgearbeitet? 

    Die zunächst vollständig staatliche Deutsche Lufthansa AG im Westen wurde zwar im Unterschied zu ihrer Vorgängerin von der deutschen Flugzeugindustrie gelöst, hat sich aber gleichzeitig lange mit der belasteten NS-Vorgeschichte schwergetan. Eng waren die personellen Kontinuitäten zwischen der ersten und der zweiten Lufthansa, unter anderem mit dem Aufsichtsratschef Kurt Weigelt und Görings einstigem Inspekteur Luftschutz, Kurt Knipfer. 

    «Die Lufthansa wurde teils bis in die 1960er-Jahre hinein von Männern – Bankiers, aber vor allem Regierungsbeamten – beherrscht, die sie 1926 gegründet hatten und auch nach dem Zweiten Weltkrieg nicht von ihrem Pfad abweichen wollten», resümiert der Bochumer Historiker Lutz Budrass in seinem Buch «Adler und Kranich». 1999 trat der Konzern dem Entschädigungsfonds für Zwangsarbeiter und andere NS-Opfer bei. 

    Zum 100-jährigen Bestehen lässt Lufthansa ihre Verantwortung im Nationalsozialismus von den Historikern Hartmut Berghoff, Manfred Grieger und Jörg Lesczenski kritisch beleuchten. Ein Sprecher kündigt an: «Im März 2026 wird ein umfassender Geschichtsband erscheinen, der eine ausführliche und historisch fundierte Aufarbeitung der Rolle der Lufthansa in der Zeit von 1933 bis 1945 enthält. Auch eine Ausstellung im neuen Konferenz- und Besucherzentrum befasst sich unter anderem mit der Entwicklung in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland.» 

    In welcher Verfassung befindet sich das Unternehmen? 

    Durch die Übernahme der einstigen Staats-Carrier in den Nachbarländern Schweiz, Österreich und Belgien ist die privatisierte Lufthansa zum größten Luftverkehrskonzern in Europa mit rund 104.000 Beschäftigten gewachsen. Einschließlich der jüngsten Minderheitsbeteiligung Ita aus Italien hat die Gruppe rund 840 Flugzeuge in der Luft und will als Nächstes die portugiesische Tap ins Kranich-Reich holen. Weltweit ist man damit nach den drei großen US-Gesellschaften die Nummer Vier. 

    Kommerzielle Stützen sind die Wartungstochter Lufthansa Technik und das Frachtunternehmen Lufthansa Cargo. In den vergangenen Jahren hat sich die Kern-Airline Lufthansa zum teuren Sorgenkind entwickelt. Mit einem harten Sanierungsprogramm ist sie laut Airline-Chef Jens Ritter aber wieder auf dem Weg in die schwarzen Zahlen. 4.000 Stellen sollen im Konzern wegfallen, der die Funktionen der einzelnen Airlines stärker zentral steuern will. 

    Seit Mai 2014 leitet der Wirtschaftsingenieur und Verkehrspilot Carsten Spohr den Konzern und hat ihn durch unruhige Zeiten gesteuert. Stichworte sind der vom Co-Piloten herbeigeführte Germanwings-Absturz mit 150 Toten in den französischen Alpen oder die Übernahme von Teilen der Air Berlin. In der Corona-Krise retteten die Herkunftsländer mit milliardenschweren Krediten den Konzern, der von einem Tag auf den anderen seinen Flugbetrieb einstellen musste. Nach Rückzahlung der Staatshilfen tat sich Lufthansa schwer beim Neustart und war weniger profitabel unterwegs als Konkurrenten wie die British-Airways-Mutter IAG oder Air France-KLM. 

    Wie sind die Aussichten für die kommenden Jahre? 

    Spohr will am Ende seiner dritten Amtszeit Ende 2028 ein geordnetes und hochprofitables Unternehmen vorweisen können. Helfen sollen dabei die langersehnten neuen Flugzeuge mit der lukrativ vermarktbaren Allegris-Kabine. Bislang hat die von den Herstellern Boeing und Airbus verursachte Jet-Knappheit das Wachstum begrenzt, gleichzeitig aber die Ticket-Preise hochgehalten. Grundsätzlich können daher alle Airlines in den kommenden Jahren Gewinne einfliegen, sofern sie ihre Kosten im Griff haben. Für das Jahr 2026 erwartet der Airline-Weltverband IATA einen Netto-Rekordgewinn der Gesellschaften von 41 Milliarden Dollar (35,2 Mrd. Euro) nach 39,5 Milliarden Dollar im laufenden Jahr. 

    Bei den Kosten für das fliegende Personal setzt das Lufthansa- Management auf neu gegründete Flugbetriebe, in denen die Beschäftigten nach jüngeren Tarifverträgen geringer bezahlt werden. Die klassische Lufthansa und die Regio-Tochter Lufthansa Cityline verlieren damit Flugzeuge und Crews an die neu gegründeten Gesellschaften Discover und City Airlines. Diese firmieren als «Member of Lufthansa Group» – die Kunden sollen möglichst keine Unterschiede bemerken. Die alteingesessenen Gewerkschaften wollen die Entwicklung aber nicht kampflos hinnehmen, sodass weitere Streiks nicht ausgeschlossen sind. 

    Und wie steht es um die längerfristigen Perspektiven? 

    Längerfristig muss sich der Konzern gegen staatlich subventionierte Wettbewerber aus der Türkei oder den Golfstaaten behaupten. Deren Gesellschaften lenken bereits täglich tausende Passagiere aus Europa über ihre Drehkreuze in Richtung Asien, Afrika und Australien. Stärkste Säule der Lufthansa bleibt daher der Flugverkehr über den Atlantik. Richtung Südamerika wäre ein Drehkreuz in Lissabon hilfreich. 

    Grundsätzlich steht der Luftverkehrssektor vor großen Herausforderungen in der Klimafrage. Eine Dekarbonisierung der Luftfahrt ist aus technischen Gründen weit schwieriger als im landgebundenen Verkehr. Lufthansa hat mit den Boeing 747-8-Jumbos und den zwischenzeitlich schon ausgemusterten Airbus A380 einen vergleichsweise großen Anteil von Vierstrahlflugzeugen mit hohem Kerosinverbrauch über das Jahr 2030 hinaus in der Flotte. Lufthansa-Chef Spohr hat bereits öffentlich bezweifelt, dass die von IATA für 2050 anvisierte CO2-Neutralität tatsächlich zu erreichen ist.