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  • Israels Militär greift Ziele im Iran an

    Israels Luftwaffe hat Ziele im Iran angegriffen. Das teilte das israelische Militär in den frühen Morgenstunden auf der Plattform X mit.

  • Feuer in Umspannwerk – Ermittler gehen von Brandstiftung aus

    Nach einem Feuer in einem Umspannwerk in Reutlingen und einem daraus folgenden großflächigen Stromausfall gehen die Ermittler von Brandstiftung aus. «Nach derzeitigem Ermittlungsstand sind ein oder mehrere bislang noch unbekannte Täter auf das Gelände des Umspannwerks eingedrungen, um dort an mehreren Stellen Brände zu legen», teilten die Generalstaatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mit.

  • Deutsche Robotikfirma sammelt Milliardensumme ein

    Der Roboterhersteller Neura Robotics hat für die weitere Expansion bis zu 1,4 Milliarden US-Dollar bei Investoren eingesammelt. Das teilte das Unternehmen in Metzingen bei Stuttgart mit. Die Finanzierungsrunde gehört zu einer der größten, die es in Deutschland je gegeben hat. Mit dem frischen Kapital will Neura demnach unter anderem die Serienproduktion auf mehrere Millionen Roboter bis 2030 ausweiten.

    Zu den Geldgebern zählen namhafte Konzerne aus Tech-Branche und Industrie, darunter das Kryptounternehmen Tether, die Chipkonzerne Qualcomm und Nvidia sowie Amazon, der fränkische Auto- und Industriezulieferer Schaeffler und der Technologiekonzern Bosch. Außerdem beteiligt sich die Europäische Investitionsbank. Mit welchen Summen sich die einzelnen Investoren an der Runde beteiligen und wie viel Geld bereits geflossen ist, wurde nicht mitgeteilt.

    Roboter sollen in Industrie eingesetzt werden

    Neura-Gründer David Reger sagte, die Zukunft der Künstlichen Intelligenz (KI) werde nicht einfach auf Bildschirmen stattfinden. Sie werde sich bewegen, interagieren, lernen und in der realen Welt an unserer Seite arbeiten. Die Firma entwickelt humanoide Roboter, die sehen und hören können und einen Tastsinn haben. Sie sollen beispielsweise in der Industrie oder auch in Haushalten zum Einsatz kommen können. Das 2019 gegründete Start-up arbeitet in Deutschland unter anderem bereits mit Schaeffler und Bosch zusammen.

    Neura hat eigenen Angaben einen aktuellen Auftragsbestand und strategische Entwicklungspipeline von über einer Milliarde US-Dollar. Reger sagte, künftig würden die Menschen nicht mehr allein fragen, was KI ihnen erzählen könne. Sie würden fragen, was KI physisch leisten könne. Automatisierung mithilfe von humanoiden Roboter steckt erst in den Anfängen und gilt als Zukunftsmarkt.

  • Bosch setzt auf Milliardenmarkt mit Robotik und KI

    Angesichts einer Ertragskrise im klassischen Automobilgeschäft setzt der Technologiekonzern Bosch stärker auf einen rasant wachsenden Zukunftsmarkt: die Automatisierung und humanoide Robotik. «Bosch bewegt die Zukunft – auf Rädern und mit Armen», sagte Bosch-Digitalchefin Tanja Rückert auf dem Branchentreff «Bosch Connected World» (BCW) in Berlin. 

    Konzernchef Stefan Hartung machte deutlich, dass mit dem Aufkommen humanoider Roboter der Bedarf an Bosch-Lösungen rasant steige. Er stellte in Aussicht, dieses Segment zu einem «Geschäft in Milliardenhöhe» zu entwickeln.

    Marktvolumen in Milliardenhöhe

    Dabei verfolgt der Zulieferer-Riese eine klare Rollenverteilung: Bosch will nicht selbst als Hersteller humanoider Roboter auftreten, sondern als Partner das «Gehirn und Nervensystem» für diese Systeme liefern. Eine wichtige Rolle dabei spielen mikroelektromechanische Systeme (MEMS-Sensoren). Mit diesen Sensoren, in denen Bosch bereits Weltmarktführer ist, bekommen Roboter einen feinen Tastsinn, um etwa ein empfindliches Glas von einem robusten Gegenstand zu unterscheiden. Es ist ein höchst lukrativer Markt: Schätzungen zufolge soll das Marktvolumen für MEMS-Sensoren bis 2030 auf über 19,2 Milliarden US-Dollar anwachsen.

    Um die Industrialisierung zu beschleunigen, hat der Konzern eigens die neue Einheit Robert Bosch Robotics GmbH gegründet und bündelt seine Aktivitäten für den asiatischen Markt im neuen Bosch Robotics Center China (BROC). Partnerschaften mit Start-ups wie dem deutschen Unternehmen Neura Robotics sollen die Entwicklung kognitiver Roboter vorantreiben. Als Basis für das Training von Künstlicher Intelligenz dient Bosch dabei ein in der Industrie einzigartiger Datenschatz aus weltweit über 230 eigenen Werken.

    Schwieriges Stammgeschäft 

    Der optimistische Auftritt in Berlin findet vor einem düsteren Hintergrund statt: Die kürzlich vorgelegte Bilanz für das Jahr 2025 zeigt schonungslos auf: Bosch steckt tief in der Krise. Erstmals seit dem Jahr 2009 musste der Konzern einen Nachsteuerverlust in Höhe von 363 Millionen Euro verbuchen, nachdem sich der Gewinn im Vorjahr bereits halbiert hatte. Der Umsatz stieg 2025 lediglich leicht auf 91 Milliarden Euro.

    Die Ursachen für den Einbruch sind vielfältig: Eine schwächelnde Weltkonjunktur, neue US-Zölle und die massiv verschärfte Konkurrenz durch chinesische Anbieter belasten das Geschäft. Laut eigenem Eingeständnis ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Zukunftsprojekte wie die E-Mobilität oder Wasserstoffantriebe werfen bisher zu wenig ab, während gleichzeitig das Geschäft mit Konsumgütern, wie Waschmaschinen der Tochtergesellschaft BSH oder Elektrowerkzeugen, unter einer hartnäckigen Marktschwäche leidet.

    Um die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen, plant das Management einen beispiellosen Stellenabbau. Allein im Zulieferbereich sollen in den kommenden Jahren rund 22.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Weitere Kürzungen sind bei der Hausgerätetochter BSH und den Elektrowerkzeugen vorgesehen. Bereits bis Ende 2025 schrumpfte die deutsche Belegschaft um über fünf Prozent auf 122.968 Mitarbeiter. Die massiven Kosten für diesen Abbau drückten das Jahresergebnis 2025 mit rund 2,7 Milliarden Euro für Rückstellungen in die Tiefe.

    Rückendeckung aus der Politik

    Bosch erhielt auf der BCW prominente politische Rückendeckung durch Bundesdigitalminister Karsten Wildberger. In seiner Rede zeigte sich der CDU-Politiker zutiefst zuversichtlich, dass Bosch die aktuelle Transformation erfolgreich meistern werde. Der Minister würdigte das 140-jährige Bestehen des Unternehmens und betonte, dass Bosch die vernetzte Welt nicht nur theoretisch bespreche, sondern tatsächlich baue. Der Konzern sei der lebende Beweis dafür, dass sich ein industrieller Champion durch Technologie immer wieder neu erfinden könne. Den tiefgreifenden Wandel hin zu einem KI-Unternehmen habe Bosch bereits verinnerlicht.

    Damit Bosch und Deutschland diesen Weg aus der Krise meistern könnten, versprach der Minister eine grundlegende Modernisierung staatlicher Rahmenbedingungen. Er kündigte den Abbau von Bürokratie im Wert von 16 Milliarden Euro sowie den massiven Ausbau von Glasfaser- und KI-Infrastruktur an. Der Staat wolle künftig als Wegbereiter agieren und verlässliche «Schienen» in Form von offener digitaler Infrastruktur liefern, auf denen Unternehmen wie Bosch ihre eigenen Lösungen bauen können. Wildberger sagte, die mutige Denkweise, für die sich Bosch im aktuellen Umbruch entschieden habe, sei genau die Einstellung, die nun das ganze Land benötige, um wieder wirtschaftliche Stärke zu erlangen.

  • Flughafen München stellt Betrieb zum Teil ein

    Am Flughafen München wurde der Betrieb zum Teil eingestellt. Medien berichten von einem Brand im Tower, die Bundespolizei sprach gegenüber dpa von einer bislang unklaren Lage. Die Feuerwehr prüfe die Situation.

  • Flughafen München stellt Betrieb zum Teil ein

    Am Flughafen München wurde der Betrieb zum Teil eingestellt. Medien berichten von einem Brand im Tower, die Bundespolizei sprach gegenüber dpa von einer bislang unklaren Lage. Die Feuerwehr prüfe die Situation.

  • Land soll von Militärtechnik-Projekten profitieren

    Europaweit geplante Milliardeninvestitionen in Sicherheit und Verteidigung bieten nach Ansicht von Wirtschaftsministerin Colette Boos-John Chancen für die Thüringer Wirtschaft. «Wir wollen, dass unsere Unternehmen von dieser Entwicklung profitieren und Aufträge, Arbeitsplätze und neue Wertschöpfung im Freistaat entstehen», erkläre die CDU-Politikerin bei einem Forum zu Sicherheits- und Verteidigungstechnologien in Erfurt. 

    Thüringens Wirtschaft verfüge über Kompetenzen in Bereichen wie Optik, Sensorik, Elektronik, Maschinenbau und Softwareentwicklung, die in diesem Markt stark nachgefragt seien. Die Werbung um Produktionsstätten von Rüstungsunternehmen ist in Thüringen nicht unumstritten. Vor allem die Landtagsfraktion der Linken sieht die Entwicklung kritisch. 

    Ministerin: Wettbewerb der Bundesländer 

    Andere Bundesländer würden sich bereits offensiv als Standorte für die wachsende Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft anbieten, erklärte Boos-John. «Thüringen darf bei diesem Wettbewerb nicht am Rand stehen.» Der Freistaat könnte sich auf diesem Gebiet als «leistungsfähigen Zuliefer-, Forschungs- und Produktionsstandort etablieren». 

    An dem Forum auf der Erfurter Messe beteiligten sich nach Ministeriumsangaben etwa 300 Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Verbänden, Kammern, Bundeswehr und öffentlichen Institutionen. Erstmals habe sich das neu gegründete Thüringer «Defense-Netzwerk» vorgestellt. Es will Kooperation zwischen Mittelstand, Start-ups, Forschungseinrichtungen und potenziellen Auftraggebern unterstützten. 

    Erste Unternehmen in Thüringen sind bereits in diesem Bereich aktiv. Beispielsweise baut der bayerische Drohnen- und Softwarehersteller Quantum Systems (Gilching) nach der Übernahme der Jenaer Spleenlab GmbH seinen Standort in Thüringen aus. Quantum ist auf die Entwicklung und Produktion von zivilen und militärischen Überwachungsdrohnen sowie anderen autonom agierenden Systemen spezialisiert. Das 2018 in Saalburg-Ebersdorf gegründete Startup Spleenlab liefert dafür die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende Software.

  • CO2-reduzierte Stahlproduktion der Zukunft: Drees & Sommer begleitet thyssenkrupp beim Bau einer innovativen Produktionsanlage (FOTO)

    Beim größten Stahlhersteller Deutschlands stehen alle Zeichen auf Transformation: Perspektivisch weichen Hochöfen im Duisburger Stahlwerk von thyssenkrupp Steel einer modernen Direktreduktions-(DR)-Anlage. Mit klimafreundlicher Wasserstofftechnologie und innovativen Einschmelzern soll dort künftig CO2-armes Roheisen hergestellt werden. Ein wegweisender Schritt, denn rund 30 Prozent der gesamten Industrieemissionen Deutschlands gehen auf die Stahlindustrie zurück. Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen beteiligen sich mit zwei Milliarden Euro am Zukunftsprojekt. Das auf Bau und Immobilien spezialisierte Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE mit Hauptsitz in Stuttgart unterstützt thyssenkrupp Steel dabei mit Objekt- und Tragwerksplanung, Technischer Gebäudeausrüstung, Bauphysik und Infrastrukturplanung. Für den Bau der Direktreduktionsanlage ist die Mönchengladbacher SMS Group verantwortlich.

    Die neue Anlage läutet eine technologische Wende ein und ist zugleich eines der größten Projekte in der Konzerngeschichte. Der Grund: Mit einer Kapazität von 2,5 Millionen Tonnen direktreduziertem Eisen ist die geplante Direktreduktionsanlage eines der weltweit größten Dekarbonisierungsprojekte. „Mit der Direktreduktionsanlage und den beiden nachgeschalteten Einschmelzern können wir im Wasserstoffbetrieb jährlich bis zu 3,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Das entspricht etwa sieben Prozent der gesamten Emissionen der deutschen Stahlindustrie“, sagt Dr. Florian Kremers, Betriebsleiter Direktreduktionsanlage und Einschmelzer bei thyssenkrupp Steel.Das sogenannte Direktreduktionsverfahren gilt als nachhaltige Alternative zum energie- und CO2-intensiven Hochofenprozess, da statt Kohle Wasserstoff als Reduktionsmittel zum Einsatz kommen soll. Doch bevor erster klimafreundlicher Stahl das Duisburger Werk verlassen kann, heißt es: baggern, bohren und bauen.

    Höchstmaß an planerischem Know-how gefragt

    So starteten bereits Mitte 2024 die Tiefbauarbeiten auf der rund 40 Fußballfelder großen Baufläche unweit des derzeitigen Kraftwerks in Duisburg-Walsum. Aktuell sind weitgehend alle Fundamente vorbereitet und mit massiven Pfählen stabilisiert, Baustraßen errichtet und Leitungen verlegt. Neben der neuen Direktreduktionsanlage mit dem Turm und zwei Einschmelzern als Herzstücken entstehen zahlreiche Funktionsgebäude sowie ein großes Büro- und Werkstattgebäude, eine komplett neue Infrastruktur mit Verkehrsanlagen und Lagerflächen.

    „Wir haben es hier mit einem gewaltigen Industriekomplex zu tun, der insgesamt über 60 neue Bauwerke und Anlagen umfasst. Die Planungen sind entsprechend anspruchsvoll, erfordern ein Höchstmaß an planerischem und bautechnischem Know-how und verlangen den Beteiligten in Kommunikation und Koordination alles ab“, berichtet Christoph Blessing, Verantwortlicher für das Großprojekt bei Drees & Sommer. Das Beratungsunternehmen ist mit Planungs- und Beratungsleistungen über alle Gewerke hinweg beauftragt. In der Gebäudeplanung begleitet Drees & Sommer die technischen Gespräche und übernimmt die Qualitätssicherung bei Plänen und Dokumenten.

    Herzensprojekt mit großer Wirkung

    „Damit der Anlagenbau reibungslos abläuft, müssen Hunderte Planungs- und Bauschritte penibel aufeinander abgestimmt werden. Das ist eine der größten Herausforderungen des Projekts“, sagt der Planungsexperte. Trotz der hohen Projektkomplexität sind Blessing und sein bis zu 80-köpfiges Team mit Herzblut dabei: „Uns motiviert es enorm, dass wir mit der DR-Anlage eine zukunftsweisende Technologie umsetzen und so zur Transformation der Stahlwirtschaft von einem der größten CO2-Emittenten hin zum klimabewussten Produzenten beitragen“.

    Auch für thyssenkrupp Steel ist das ein Herzensprojekt, das einen Wendepunkt in der Konzerngeschichte markiert. Noch ist der notwendige grüne Wasserstoff jedoch teuer und nicht in ausreichenden Mengen am Markt verfügbar. Deshalb wird die neue Anlage zunächst mit Erdgas betrieben, was jedoch bereits über fünfzig Prozent der CO2-Emissionen einspart. Perspektivisch ist für industrielle Großabnehmer wie thyssenkrupp Steel der Ausbau des Wasserstoffnetzes eine entscheidende und notwendige Entwicklung, die die Markt- und Wettbewerbsfähigkeit von grünem Wasserstoff sicherstellt und die wachsende Nachfrage bedient.

    Pressekontakt:
    presse@dreso.com
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            Drees & Sommer SE
  • Heidelberger Druck setzt auf Produktion im günstigen Ausland

    Der Maschinenbauer Heidelberger Druckmaschinen will im laufenden Geschäftsjahr 2026/2027 wieder deutlich profitabler werden. Dazu beitragen soll ein Sparprogramm, aber auch die Verlagerung eines Teils der Produktion ins günstigere Ausland, wie der Konzern mit Hauptsitz in Wiesloch-Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) mitteilte. Zudem setzt das Unternehmen stärker auf die Rüstungsindustrie. 

    Der Umsatz soll den Angaben nach im laufenden Geschäftsjahr auf dem Vorjahresniveau verharren, nachdem er im vergangenen Jahr um ein Prozent auf 2,29 Milliarden Euro gestiegen war. Das Unternehmen hatte bereits Mitte Mai vorläufige Jahreszahlen vorgelegt, die nun bestätigt wurden.

    Personalabbau läuft schon seit längerem

    Zur Kostensenkung verlagerte das Unternehmen nach eigenen Angaben die Produktion seiner meistverkauften Druckmaschine vollständig nach China. Zudem entstand ein Standort in Nordmazedonien, an dem einzelne Produktgruppen günstiger gefertigt werden sollen.

    Auch ein Personalabbau in deutschen Standorten läuft schon seit längerem. Der Maschinenbauer erwartet dadurch niedrigere Personalkosten und eine höhere Wettbewerbsfähigkeit. Bereits 2024 hatte Heidelberger Druck angekündigt, am Standort Wiesloch-Walldorf 450 von damals 4.000 Stellen sozialverträglich abzubauen. Derzeit sind laut Unternehmen am Hauptsitz rund 3.800 Mitarbeiter beschäftigt, weltweit rund 9.100.

    Ausbau im Rüstungsbereich

    Wegen der Digitalisierung steht das traditionelle Druckmaschinengeschäft seit Jahren unter Druck. Der Konzern hat sich daher ein Standbein mit Ladeboxen für Elektrofahrzeuge aufgebaut und rückt nun in den Rüstungsbereich vor. Im März kündigte Heidelberger Druck dazu die Gründung eines Joint-Ventures mit dem US-amerikanisch-israelischen Verteidigungssystem-Hersteller Ondas Autonomous Systems an. 

    Das Gemeinschaftsunternehmen Onberg entwickelt und betreibt autonome Systeme zur Drohnenabwehr. Noch in dieser Woche soll auf der Messe ILA in Berlin eine Absichtserklärung zu einer potenziellen Zusammenarbeit mit einem ukrainischen Unternehmen im Drohnenumfeld veröffentlicht werden, hieß es weiter.

  • Bosch setzt auf Milliardenmarkt mit Robotik und KI

    Angesichts einer massiven Ertragskrise im klassischen Automobilgeschäft setzt der Technologiekonzern Bosch künftig stärker auf einen rasant wachsenden Zukunftsmarkt: die Automatisierung und humanoide Robotik. «Bosch bewegt die Zukunft – auf Rädern und mit Armen», sagte Bosch-Digitalchefin Tanja Rückert auf dem Branchentreff «Bosch Connected World» (BCW) in Berlin. 

    Konzernchef Stefan Hartung machte deutlich, dass mit dem Aufkommen humanoider Roboter der Bedarf an Bosch-Lösungen rasant steige. Er stellte in Aussicht, dieses Segment zu einem «Geschäft in Milliardenhöhe» zu entwickeln.

    Marktvolumen in Milliardenhöhe

    Dabei verfolgt der Zulieferer-Riese eine klare Rollenverteilung: Bosch will nicht selbst als Hersteller humanoider Roboter auftreten, sondern als Partner das «Gehirn und Nervensystem» für diese Systeme liefern. Eine wichtige Rolle dabei spielen mikroelektromechanische Systeme (MEMS-Sensoren). Mit diesen Sensoren, in denen Bosch bereits Weltmarktführer ist, bekommen Roboter einen feinen Tastsinn, um etwa ein empfindliches Glas von einem robusten Gegenstand zu unterscheiden. Es ist ein höchst lukrativer Markt: Schätzungen zufolge soll das Marktvolumen für MEMS-Sensoren bis 2030 auf über 19,2 Milliarden US-Dollar anwachsen.

    Um die Industrialisierung zu beschleunigen, hat der Konzern eigens die neue Einheit Robert Bosch Robotics GmbH gegründet und bündelt seine Aktivitäten für den asiatischen Markt im neuen Bosch Robotics Center China (BROC). Partnerschaften mit Start-ups wie dem deutschen Unternehmen Neura Robotics sollen die Entwicklung kognitiver Roboter vorantreiben. Als Basis für das Training von Künstlicher Intelligenz dient Bosch dabei ein in der Industrie einzigartiger Datenschatz aus weltweit über 230 eigenen Werken.

    Schwieriges Stammgeschäft 

    Der optimistische Auftritt in Berlin findet vor einem düsteren Hintergrund statt: Die kürzlich vorgelegte Bilanz für das Jahr 2025 zeigt schonungslos auf: Bosch steckt tief in der Krise. Erstmals seit dem Jahr 2009 musste der Konzern einen Nachsteuerverlust in Höhe von 363 Millionen Euro verbuchen, nachdem sich der Gewinn im Vorjahr bereits halbiert hatte. Der Umsatz stieg 2025 lediglich leicht auf 91 Milliarden Euro.

    Die Ursachen für den Einbruch sind vielfältig: Eine schwächelnde Weltkonjunktur, neue US-Zölle und die massiv verschärfte Konkurrenz durch chinesische Anbieter belasten das Geschäft. Laut eigenem Eingeständnis ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Zukunftsprojekte wie die E-Mobilität oder Wasserstoffantriebe werfen bisher zu wenig ab, während gleichzeitig das Geschäft mit Konsumgütern, wie Waschmaschinen der Tochtergesellschaft BSH oder Elektrowerkzeugen, unter einer hartnäckigen Marktschwäche leidet.

    Um die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen, plant das Management einen beispiellosen Stellenabbau. Allein im Zulieferbereich sollen in den kommenden Jahren rund 22.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Weitere Kürzungen sind bei der Hausgerätetochter BSH und den Elektrowerkzeugen vorgesehen. Bereits bis Ende 2025 schrumpfte die deutsche Belegschaft um über fünf Prozent auf 122.968 Mitarbeiter. Die massiven Kosten für diesen Abbau drückten das Jahresergebnis 2025 mit rund 2,7 Milliarden Euro für Rückstellungen in die Tiefe.

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