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  • Ein Jahr Trump: Wie US-Zölle die deutsche Wirtschaft treffen

    Ob aus Gründen der «nationalen Sicherheit» oder als Strafmaßnahme: Kaum ein Druckmittel war und ist für US-Präsident Donald Trump so wichtig wie Zölle, die er wiederholt als sein «Lieblingswort» bezeichnete. Gegen die EU, China oder Kanada: Im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit spielten Zölle eine wesentliche Rolle. 

    Ein Jahr nach Trumps Amtsantritt wird klar, dass die Negativfolgen für die deutsche Wirtschaft von Dauer sind. Zwar haben sich die EU und die USA im Sommer 2025 auf ein Abkommen geeinigt, das für die meisten EU-Importe einen Zollsatz von 15 Prozent vorsieht. Doch Brüssel musste große Zugeständnisse machen – etwa den zollfreien Import von amerikanischen Autos nach Europa. 

    Das Ifo-Institut rechnet mit jahrelangen Belastungen für die deutsche Wirtschaft. Eine Bilanz, wie sich Trumps Zölle bereits heute auswirken. 

    Dauer-Schock für die Konjunktur 

    «Die US-Zölle sind ein negativer Schock für die deutsche Wirtschaft und treffen sie gleich dreifach», sagte Lisandra Flach, Leiterin des Ifo-Zentrums für Außenwirtschaft. «Erstens, weil Deutschland weniger in die USA exportiert und zweitens, weil die Zölle Chinas Wirtschaft treffen und damit die Nachfrage nach deutschen Waren sinkt. Drittens, weil China wegen Trumps Zöllen nach neuen Märkten sucht und Waren verstärkt nach Europa umgelenkt werden, was Deutschland Konkurrenz macht.» 

    Schwere Last für Exporteure 

    Die hohen US-Zölle treffen die deutschen Exporteure auf ihrem wichtigsten Exportmarkt. Das Geschäft mit den Vereinigten Staaten, in die 2024 deutsche Waren im Wert von 161 Milliarden Euro gingen, ist im vergangenen Jahr eingebrochen, im November lag es laut Statistischem Bundesamt sogar um fast ein Viertel unter Vorjahresniveau. Der Rückgang im US-Geschäft lastet schwer auf dem gesamten deutschen Export, der 2025 das dritte Jahr in Folge schrumpfte. Von ihm hängt fast jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland ab. 

    Die Zölle unter Trump dämpften dem Ifo zufolge das Wachstum der deutschen Wirtschaft 2025 um 0,3 Prozentpunkte, dieses Jahr sollen es 0,6 Prozentpunkte sein. Das klingt wenig, entspricht aber etwa dem Effekt, den das Ifo aus den riesigen Staatsausgaben für Infrastruktur und Verteidigung sowie weiterer Entlastung für die Wirtschaft erwartet. Als wäre das nicht genug, hat der Dollar seit Trumps Amtsantritt kräftig an Wert verloren, was deutsche Waren auf den Weltmärkten verteuert. 

    Autobranche leidet 

    Gerade die deutsche Autobranche wird von Trumps Zöllen belastet. Die USA zählen traditionell zu den wichtigsten Auslandsmärkten, vor allem für Porsche, BMW und Mercedes. Und die Zölle trafen die Branche härter und früher als andere: Zunächst mit 27,5 Prozent, die im August nach dem Deal mit der EU auf 15 Prozent sanken. Das ist aber immer noch sechsmal so viel wie die 2,5 Prozent, die vorher galten. 

    In der Folge brach der Auto-Export aus Deutschland in die USA ein. Noch 2024 gingen laut dem Branchenverband VDA fast 450.000 Autos in die Vereinigten Staaten, knapp ein Neuntel der Gesamtproduktion. In den ersten elf Monaten 2025 waren es laut VDA acht Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, in den Monaten ab der Zoll-Einführung im April lag das Minus mit 16 Prozent doppelt so hoch. 

    «Trump hat die Autoindustrie in Deutschland und in Europa massiv getroffen», sagt Autoexperte Stefan Bratzel. Mit seinen Zöllen verstärke er den Trend, dass Autos immer mehr da gebaut werden, wo sie verkauft werden. «Für unsere exportorientierte Autoindustrie ist das ein völliges Errodieren ihres klassischen Geschäftsmodells. Für die Arbeitsplätze in Europa, in Deutschland, ist das natürlich Gift.» 

    Maschinenbau und Stahl unter Druck 

    Besonders hoch sind die US-Zölle auf Stahl mit 50 Prozent. «Ein Jahr US-Präsident Donald Trump bedeutet für die Stahlindustrie vor allem anhaltende handelspolitische Unsicherheit – und das in einer Phase, in der die Branche in Deutschland ohnehin stark unter Druck steht», sagt die Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Kerstin Maria Rippel. 

    In den ersten zehn Monaten 2025 seien die Stahlexporte in die USA um elf Prozent zum Vorjahreszeitraum geschrumpft. «Da kurzfristig nicht mit geringeren Zöllen zu rechnen ist, dürften sich die negativen Auswirkungen in den kommenden Monaten weiter verstärken.» Es dränge zunehmend Stahl aus anderen Weltregionen, der früher in die USA ging, in den EU-Markt. 

    Die Stahlzölle berechnen die Amerikaner zudem auf den Stahlanteil in Maschinen, was den deutschen Maschinenbau belastet. Dort ist die Produktion laut Branchenverband VDMA das dritte Jahr nacheinander geschrumpft, die Folge sind Jobabbau und Kurzarbeit in vielen Betrieben. 

    Nur wenige Ausnahmen 

    Nur wenige Bereichen bleiben von Trumps Zöllen verschont, sagt Ifo-Ökonomin Flach. Ausnahmen seien etwa Dienstleister, da sie nicht betroffen seien, und der deutsche Agrarsektor. Er profitiere von Vorteilen im Handel mit China, da US-Produkte mit dem Zollstreit zwischen den beiden Großmächten teurer geworden seien. «Diese beiden Effekte auf die deutsche Wirtschaft sind aber minimal.» 

    Folgen für Patienten? 

    Da Trump die Arzneipreise in den USA senken will, hat er auch den Gesundheitsmarkt ins Visier genommen. Als Zugeständnis haben eine Reihe von Pharmakonzernen angekündigt, Milliarden in den USA zu investieren und Arzneien mit Rabatt über den von Trump initiierten Direktvertrieb «TrumpRX» zu verkaufen. 

    Doch müssen Arzneihersteller die Preise im lukrativen US-Markt senken, dürften sie versuchen, höhere Preise woanders durchzusetzen. Kurzfristige Preissprünge in Deutschland sind aber nicht zu erwarten, denn der Markt für verschreibungspflichtige Medikamente ist streng reguliert und viele Lieferverträge sind langfristig angelegt. 

    Konzerne knicken vor Trump ein 

    Einige Unternehmen haben auf Trumps Druck reagiert. So sagte der Pharmakonzern Merck zu, Behandlungen für künstliche Befruchtungen in den USA deutlich günstiger anzubieten. Im Gegenzug soll der Dax-Konzern von Pharmazöllen befreit bleiben. Bedingung ist, dass er in die Produktion und Forschung in Amerika investiert. Einem ähnlichen Abkommen mit der Trump-Regierung schloss sich kürzlich Boehringer Ingelheim an. 

    Auch VW-Chef Oliver Blume mühte sich um einen Deal mit den USA – und lockte mit Investitionen. Für jeden in den USA investierten Dollar, so die Idee, könnte ein Dollar Zoll erlassen werden. In die Waagschale warf VW den Aufbau der neuen US-Marke Scout – und ein mögliches erstes Audi-Werk in den USA, das der Konzern prüft. Zu Ergebnissen führten die Gespräche bisher aber nicht. 

    Bleibt es bei Trumps Zollpolitik? 

    Nach Angaben des Vermögensverwalters Lazard Asset Management hat die Trump-Regierung die durchschnittlichen Zölle auf Importe auf das höchste Niveau seit 1935 erhöht. Lazard-Stratege Ron Temple erwartet keine Kehrtwende in der Zollpolitik, auch mit Blick auf die steigenden Schulden in den USA. «Angesichts der Haushaltslage dürfte der Spielraum für umfassende Zollsenkungen begrenzt bleiben.» Zusätzliche Zölle auf einzelne Produktgruppen seien wahrscheinlich. 

    Was die Zölle den USA bringen 

    Die Zölle auf Importe aus aller Welt bringen den USA riesige Einnahmen. Sie liegen nach Angaben des Weißen Hauses bei umgerechnet rund 200 Milliarden Euro. Zuvor hatte die US-Grenzschutzbehörde von gut 200 Milliarden Dollar zwischen Trumps Amtsantritt am 20. Januar und dem 15. Dezember gesprochen. Damit bleibt die Summe hinter Erwartungen zurück: Im Juli hatte US-Finanzminister Scott Bessent noch 300 Milliarden Dollar bis Jahresende in Aussicht gestellt. 

    Wo neue Zölle drohen 

    Auch wenn es einen Deal mit der EU gibt: Vor Trumps wankelmütiger Zollpolitik kann sich kaum eine Branche sicher fühlen. Bangen müssen etwa Hersteller von Polstermöbeln, Küchenschränken und Waschtischen. Trump hatte zunächst eine Zollerhöhung für den 1. Januar 2026 angepeilt, diese aber an Silvester um ein Jahr verschoben. Für Küchenschränke und Waschtische hatte er einen Zoll von 50 Prozent geplant, für Polstermöbel 30 Prozent. 

    Funkt das oberste US-Gericht Trump dazwischen? 

    Aber nicht alle in den USA sind von Trumps Zöllen angetan. Jene, die Trump unter Berufung auf ein Notstandsgesetz von 1977 gegen Dutzende Handelspartner verhängte, werden vor dem Obersten Gericht der USA verhandelt. Die Frage ist, ob Trump seine Kompetenz überschritten hat. 

    Dabei geht es auch um die Zölle auf EU-Produkte, die in die USA exportiert werden. Eine Entscheidung des Supreme Court steht noch aus. Unklar ist, welchen konkreten Einfluss der Prozessausgang auf den Zolldeal zwischen EU und USA hat – etwa, ob die US-Zölle dann gekippt werden könnten. 

    Selbst wenn der Supreme Court gegen Trump entscheide, bedeute das aber nicht zwingend das Ende seiner Zollpolitik, meint Adam Hersh, Ökonom am Economic Policy Institute in Washington. Denn Trump habe noch andere gesetzgeberische Wege, um Zölle durchzusetzen – auch weiter ohne Zustimmung des Kongresses. Das wäre nach einer juristischen Niederlage dann zwar komplizierter. «Aber die Instrumente wären da und die Trump-Regierung wäre sicher bereit, sie zu nutzen.» Hersh ist überzeugt: «Trump hat nicht den Geschmack daran verloren, Zölle einzusetzen.»

  • Ein Jahr Trump: Wie US-Zölle die deutsche Wirtschaft treffen

    Ob aus Gründen der «nationalen Sicherheit» oder als Strafmaßnahme: Kaum ein Druckmittel war und ist für US-Präsident Donald Trump so wichtig wie Zölle, die er wiederholt als sein «Lieblingswort» bezeichnete. Gegen die EU, China oder Kanada: Im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit spielten Zölle eine wesentliche Rolle. 

    Ein Jahr nach Trumps Amtsantritt wird klar, dass die Negativfolgen für die deutsche Wirtschaft von Dauer sind. Zwar haben sich die EU und die USA im Sommer 2025 auf ein Abkommen geeinigt, das für die meisten EU-Importe ein Zollsatz von 15 Prozent vorsieht. Doch Brüssel musste große Zugeständnisse machen – etwa den zollfreien Import von amerikanischen Autos nach Europa. 

    Das Ifo-Institut rechnet mit jahrelangen Belastungen für die deutsche Wirtschaft. Eine Bilanz, wie sich Trumps Zölle bereits heute auswirken. 

    Dauer-Schock für die Konjunktur 

    «Die US-Zölle sind ein negativer Schock für die deutsche Wirtschaft und treffen sie gleich dreifach», sagte Lisandra Flach, Leiterin des Ifo-Zentrums für Außenwirtschaft. «Erstens, weil Deutschland weniger in die USA exportiert und zweitens, weil die Zölle Chinas Wirtschaft treffen und damit die Nachfrage nach deutschen Waren sinkt. Drittens, weil China wegen Trumps Zöllen nach neuen Märkten sucht und Waren verstärkt nach Europa umgelenkt werden, was Deutschland Konkurrenz macht.» 

    Schwere Last für Exporteure 

    Die hohen US-Zölle treffen die deutschen Exporteure auf ihrem wichtigsten Exportmarkt. Das Geschäft mit den Vereinigten Staaten, in die 2024 deutsche Waren im Wert von 161 Milliarden Euro gingen, ist im vergangenen Jahr eingebrochen, im November lag es laut Statistischem Bundesamt sogar um fast ein Viertel unter Vorjahresniveau. Der Rückgang im US-Geschäft lastet schwer auf dem gesamten deutschen Export, der 2025 das dritte Jahr in Folge schrumpfte. Von ihm hängt fast jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland ab. 

    Die Zölle unter Trump dämpften dem Ifo zufolge das Wachstum der deutschen Wirtschaft 2025 um 0,3 Prozentpunkte, dieses Jahr sollen es 0,6 Prozentpunkte sein. Das klingt wenig, entspricht aber etwa dem Effekt, den das Ifo aus den riesigen Staatsausgaben für Infrastruktur und Verteidigung sowie weiterer Entlastung für die Wirtschaft erwartet. Als wäre das nicht genug, hat der Dollar seit Trumps Amtsantritt kräftig an Wert verloren, was deutsche Waren auf den Weltmärkten verteuert. 

    Autobranche leidet 

    Gerade die deutsche Autobranche wird von Trumps Zöllen belastet. Die USA zählen traditionell zu den wichtigsten Auslandsmärkten, vor allem für Porsche, BMW und Mercedes. Und die Zölle trafen die Branche härter und früher als andere: Zunächst mit 27,5 Prozent, die im August nach dem Deal mit der EU auf 15 Prozent sanken. Das ist aber immer noch sechsmal so viel wie die 2,5 Prozent, die vorher galten. 

    In der Folge brach der Auto-Export aus Deutschland in die USA ein. Noch 2024 gingen laut dem Branchenverband VDA fast 450.000 Autos in die Vereinigten Staaten, knapp ein Neuntel der Gesamtproduktion. In den ersten elf Monaten 2025 waren es laut VDA acht Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, in den Monaten ab der Zoll-Einführung im April lag das Minus mit 16 Prozent doppelt so hoch. 

    «Trump hat die Autoindustrie in Deutschland und in Europa massiv getroffen», sagt Autoexperte Stefan Bratzel. Mit seinen Zöllen verstärke er den Trend, dass Autos immer mehr da gebaut werden, wo sie verkauft werden. «Für unsere exportorientierte Autoindustrie ist das ein völliges Errodieren ihres klassischen Geschäftsmodells. Für die Arbeitsplätze in Europa, in Deutschland, ist das natürlich Gift.» 

    Maschinenbau und Stahl unter Druck 

    Besonders hoch sind die US-Zölle auf Stahl mit 50 Prozent. «Ein Jahr US-Präsident Donald Trump bedeutet für die Stahlindustrie vor allem anhaltende handelspolitische Unsicherheit – und das in einer Phase, in der die Branche in Deutschland ohnehin stark unter Druck steht», sagt die Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Kerstin Maria Rippel. 

    In den ersten zehn Monaten 2025 seien die Stahlexporte in die USA um elf Prozent zum Vorjahreszeitraum geschrumpft. «Da kurzfristig nicht mit geringeren Zöllen zu rechnen ist, dürften sich die negativen Auswirkungen in den kommenden Monaten weiter verstärken.» Es dränge zunehmend Stahl aus anderen Weltregionen, der früher in die USA ging, in den EU-Markt. 

    Die Stahlzölle berechnen die Amerikaner zudem auf den Stahlanteil in Maschinen, was den deutschen Maschinenbau belastet. Dort ist die Produktion laut Branchenverband VDMA das dritte Jahr nacheinander geschrumpft, die Folge sind Jobabbau und Kurzarbeit in vielen Betrieben. 

    Nur wenige Ausnahmen 

    Nur wenige Bereichen bleiben von Trumps Zöllen verschont, sagt Ifo-Ökonomin Flach. Ausnahmen seien etwa Dienstleister, da sie nicht betroffen seien und der deutsche Agrarsektor. Er profitiere von Vorteilen im Handel mit China, da US-Produkte mit dem Zollstreit zwischen den beiden Großmächten teurer geworden seien. «Diese beiden Effekte auf die deutsche Wirtschaft sind aber minimal.» 

    Folgen für Patienten? 

    Da Trump die Arzneipreise in den USA senken will, hat er auch den Gesundheitsmarkt ins Visier genommen. Als Zugeständnis haben eine Reihe von Pharmakonzernen angekündigt, Milliarden in den USA zu investieren und Arzneien mit Rabatt über den von Trump initiierten Direktvertrieb «TrumpRX» zu verkaufen. 

    Doch müssen Arzneihersteller die Preise im lukrativen US-Markt senken, dürften sie versuchen, höhere Preise woanders durchzusetzen. Kurzfristige Preissprünge in Deutschland sind aber nicht zu erwarten, denn der Markt für verschreibungspflichtige Medikamente ist streng reguliert und viele Lieferverträge sind langfristig angelegt. 

    Konzerne knicken vor Trump ein 

    Einige Unternehmen haben auf Trumps Druck reagiert. So sagte der Pharmakonzern Merck zu, Behandlungen für künstliche Befruchtungen in den USA deutlich günstiger anzubieten. Im Gegenzug soll der Dax-Konzern von Pharmazöllen befreit bleiben. Bedingung ist, dass er in die Produktion und Forschung in Amerika investiert. Einem ähnlichen Abkommen mit der Trump-Regierung schloss sich kürzlich Boehringer Ingelheim an. 

    Auch VW-Chef Oliver Blume mühte sich um einen Deal mit den USA – und lockte mit Investitionen. Für jeden in den USA investierten Dollar, so die Idee, könnte ein Dollar Zoll erlassen werden. In die Waagschale warf VW den Aufbau der neuen US-Marke Scout – und ein mögliches erstes Audi-Werk in den USA, das der Konzern prüft. Zu Ergebnissen führten die Gespräche bisher aber nicht. 

    Bleibt es bei Trumps Zollpolitik? 

    Nach Angaben des Vermögensverwalters Lazard Asset Management hat die Trump-Regierung die durchschnittlichen Zölle auf Importe auf das höchste Niveau seit 1935 erhöht. Lazard-Stratege Ron Temple erwartet keine Kehrtwende in der Zollpolitik, auch mit Blick auf die steigenden Schulden in den USA. «Angesichts der Haushaltslage dürfte der Spielraum für umfassende Zollsenkungen begrenzt bleiben.» Zusätzliche Zölle auf einzelne Produktgruppen seien wahrscheinlich. 

    Was die Zölle den USA bringen 

    Die Zölle auf Importe aus aller Welt bringen den USA riesige Einnahmen. Sie liegen nach Angaben des Weißen Hauses bei umgerechnet rund 200 Milliarden Euro. Zuvor hatte die US-Grenzschutzbehörde von gut 200 Milliarden Dollar zwischen Trumps Amtsantritt am 20. Januar und dem 15. Dezember gesprochen. Damit bleibt die Summe hinter Erwartungen zurück: Im Juli hatte US-Finanzminister Scott Bessent noch 300 Milliarden Dollar bis Jahresende in Aussicht gestellt. 

    Wo neue Zölle drohen 

    Auch wenn es einen Deal mit der EU gibt: Vor Trumps wankelmütiger Zollpolitik kann sich kaum eine Branche sicher fühlen. Bangen müssen etwa Hersteller von Polstermöbeln, Küchenschränken und Waschtischen. Trump hatte zunächst eine Zollerhöhung für den 1. Januar 2026 angepeilt, diese aber an Silvester um ein Jahr verschoben. Für Küchenschränke und Waschtische hatte er einen Zoll von 50 Prozent geplant, für Polstermöbel 30 Prozent. 

    Funkt das oberste US-Gericht Trump dazwischen? 

    Aber nicht alle in den USA sind von Trumps Zöllen angetan. Jene, die Trump unter Berufung auf ein Notstandsgesetz von 1977 gegen Dutzende Handelspartner verhängte, werden vor dem Obersten Gericht der USA verhandelt. Die Frage ist, ob Trump seine Kompetenz überschritten hat. 

    Dabei geht es auch um die Zölle auf EU-Produkte, die in die USA exportiert werden. Eine Entscheidung des Supreme Court steht noch aus. Unklar ist, welchen konkreten Einfluss der Prozessausgang auf den Zolldeal zwischen EU und USA hat – etwa, ob die US-Zölle dann gekippt werden könnten. 

    Selbst wenn der Supreme Court gegen Trump entscheide, bedeute das aber nicht zwingend das Ende seiner Zollpolitik, meint Adam Hersh, Ökonom am Economic Policy Institute in Washington. Denn Trump habe noch andere gesetzgeberische Wege, um Zölle durchzusetzen – auch weiter ohne Zustimmung des Kongresses. Das wäre nach einer juristischen Niederlage dann zwar komplizierter. «Aber die Instrumente wären da und die Trump-Regierung wäre sicher bereit, sie zu nutzen.» Hersh ist überzeugt: «Trump hat nicht den Geschmack daran verloren, Zölle einzusetzen.»

  • Auswärtiges Amt bestellt Irans Botschafter ein

    Angesichts des äußerst harten Vorgehens von Regierungskräften gegen Demonstranten im Iran hat das Auswärtige Amt den Botschafter des Landes einbestellt. Die Brutalität des Regimes sei schockierend, teilte das Ministerium auf der Plattform X zur Begründung mit.

  • EU-Kommission muss sich erneut Misstrauensvotum stellen

    Die EU-Kommission unter Führung von Ursula von der Leyen muss sich erneut einem Misstrauensvotum im Europäischen Parlament stellen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur unterrichtete Parlamentspräsidentin Roberta Metsola darüber die Fraktionsvorsitzenden.

  • Deutsche Wirtschaft wächst leicht und hofft auf Aufschwung

    Deutschland ist knapp am dritten Jahr ohne Wirtschaftswachstum vorbeigeschrammt und hofft nun auf einen von staatlichen Milliardeninvestitionen getragenen Aufschwung. Für 2025 errechnete das Statistische Bundesamt auf vorläufiger Basis ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent. Im Jahr 2023 (minus 0,9 Prozent) und 2024 (minus 0,5 Prozent) war Europas größte Volkswirtschaft in die Rezession gerutscht.

    Im neuen Jahr dürften Milliardenausgaben für Infrastruktur wie Straßen und Schienen sowie für Verteidigung für Auftrieb sorgen. Helfen dürfte der Konjunktur auch, dass es 2026 mehr Arbeitstage gibt, weil mehr Feiertage auf ein Wochenende fallen. 

    Einen spürbaren Aufschwung erwarten viele Ökonomen allerdings erst ab 2027, wenn die gewaltigen Summen, die der Staat in die Hand nimmt, ihre volle Wirkung entfalten. Damit jedoch die Lockerung der Schuldenbremse und die so ermöglichten Ausgaben kein Strohfeuer erzeugen, seien Reformen zwingend. 

    Hoffen auf Trendwechsel

    «Zu Jahresbeginn gibt es zumindest den Hoffnungsschimmer, dass wir die Talsohle endlich erreicht haben», sagte DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov. «Es liegt allerdings noch ein weiter Weg vor uns, bis wir einen echten Aufschwung sehen werden.»

    Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, sprach von einer geringen Wachstumsausbeute. Die Hoffnung auf einen Trendwechsel 2026 sei dennoch berechtigt. So werde die Produktion wohl anziehen, zudem dürften sich Projekte aus den Infrastruktur-Sondervermögen in den Auftragsbüchern niederschlagen. «Die deutsche Wirtschaft kann sich deshalb auf höhere Wachstumsraten freuen.»

    Jahresendspurt 2025 

    Zum Jahresende 2025 nahm die deutsche Wirtschaft bereits etwas Fahrt auf. Auf Basis vorläufiger Daten schätzen die Statistiker, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal zum Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent zulegte.

    «Das Wachstum ist vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurückzuführen», sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand, in Berlin mit Blick auf das Gesamtjahr.

    Dagegen gingen die Exporte zurück, gerade wegen der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump, die das US-Geschäft einbrechen ließ. Insgesamt schrumpften die deutschen Exporte 2025 im dritten Jahr in Folge (minus 0,3 Prozent), während die Importe um 3,6 Prozent zunahmen. «Die Exportwirtschaft sah sich heftigem Gegenwind ausgesetzt durch die höheren US-Zölle, die Euro-Aufwertung und die stärkere Konkurrenz aus China», sagte Brand. 

    Zudem halte die Investitionsschwäche der Unternehmen an. Sowohl in Ausrüstungen, zu denen Maschinen, Geräte und Fahrzeuge zählen, als auch Bauten sei weniger investiert worden.

    International hinke die deutsche Wirtschaft hinterher, erklärten die Statistiker. Unter den großen EU-Staaten entwickele sich die deutsche Wirtschaft am schwächsten. Das liege auch daran, dass China immer mehr zur Konkurrenz werde.

    Industrie in der Krise

    Vor allem die Industrie bekommt die Flaute zu spüren. Dort wurde das dritte Jahr in Folge weniger erwirtschaftet. Schlüsselbranchen wie Auto- und Maschinenbau verzeichneten Einbußen, energieintensive Industrien wie die Chemie unterschritten das niedrige Niveau der Vorjahre nochmals. Rückgänge gab es auch im Baugewerbe, wegen der Krise im Wohnungsbau.

    Verbraucher geben mehr aus

    Gestützt wurde die Wirtschaft dagegen vom Konsum der Verbraucher, die trotz gestiegener Preise, etwa für Lebensmittel, überraschend um 1,4 Prozent zulegten. Besonders für Gesundheit gaben sie mehr Geld aus, aber auch für Mobilität, etwa für Auto-Käufe.

    Der Staatskonsum stieg 2025 mit plus 1,5 Prozent noch etwas stärker – vor allem, weil die Sozialversicherung mehr Geld für Krankenhaus- und Arztbehandlungen, Medikamente sowie Pflege ausgab.

    Die Wirtschaftsflaute trifft auch den Arbeitsmarkt, wenngleich er robust bleibt. Im Jahresschnitt waren 46 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig. Damit kam der langjährige Anstieg der Erwerbstätigen zum Erliegen.

    Das Bundeswirtschaftsministerium beurteilte die Lage zurückhaltend. Mit dem Fiskalpakets dürfte sich die Konjunktur zwar stabilisieren und im Jahresverlauf an Dynamik gewinnen. Jüngste Daten signalisierten aber keine breite Belebung, so die Einschätzung.

    «Historische Herausforderungen»

    Deutlicher wird Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater: «Wirtschaftlich war 2025 ein weiteres verlorenes Jahr für Deutschland», sagte er. Das kleine Wachstum hänge am privaten Konsum und den Staatsausgaben. «Die für das langfristige Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit wichtigen Investitionen sind dagegen weiter gesunken.» Dabei seien die Herausforderungen mit den US-Zöllen, Konkurrenz aus China und technologischen Revolutionen historisch groß.

    Staatsdefizit sinkt 

    Die steigenden Staatsausgaben treiben die Staatsquote hoch – das Verhältnis der Staatsausgaben zur Wirtschaftsleistung: Sie lag 2025 bei 50,3 Prozent und stieg damit erstmals seit der Corona-Pandemie über die 50-Prozent-Marke.

    Insgesamt wuchsen die Einnahmen des Staates aber noch stärker als die Ausgaben. Das ließ das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung nach vorläufigen Daten auf rund 107 Milliarden Euro sinken. Gemessen an der Wirtschaftsleistung betrug das Defizit 2,4 Prozent – nach 2,7 Prozent 2024. Damit hielt Deutschland die europäische Verschuldungsregel ein, die ein Haushaltsdefizit von höchstens drei Prozent erlauben.

  • SLUDGE-DRYING-SYSTEMS michel gmbh setzt mit IntelligentDRY® neue Maßstäbe – Die automatisierte Steuerungssoftware, die Ihre SDS-Schlammtrocknung präzise und effizient macht (FOTO)

    – SLUDGE-DRYING-SYSTEMS (SDS) präsentiert mit IntelligentDRY® eine hochentwickelte, automatisierte Steuerungssoftware, die den Niedertemperatur-Schlammtrocknungsprozess für kommunale und industrielle Anwendungen nachhaltig optimiert. Das intelligente System sorgt dafür, dass der gewünschte Trockensubstanzgehalt (TS) zuverlässig erreicht wird – selbst bei schwankenden Energiebedingungen oder unterschiedlichen Schlammcharakteristika.

    „IntelligentDRY® ist das digitale Herz unserer Trocknungstechnologie – es steuert, optimiert und gewährleistet gleichbleibend hochwertige Ergebnisse bei maximaler Energieeffizienz“, erklärt Felix Hellmuth, Geschäftsführer der SDS.

    IntelligentDRY® – Die automatisierte Steuerung für präzise Trocknungsergebnisse

    IntelligentDRY® basiert auf einer softwaregestützten, vollautomatischen Prozesssteuerung, die kontinuierlich Messdaten aus dem Trockner verarbeitet und in Echtzeit reagiert. Das System erkennt Schwankungen im Betrieb – wie Änderungen im Energieangebot oder der Schlammzusammensetzung – und passt Trocknungsparameter dynamisch an, um den definierten Ziel-TS-Wert energetisch optimal zu erreichen.

    Datenbasiert, effizient, bedarfsgerecht

    IntelligentDRY® nutzt kontinuierliche Rückmeldungen von Sensoren zur Feuchte, Temperatur und weiteren Prozessgrößen. Die Software stellt sicher, dass:

    • der Trocknungsprozess automatisch und stabil abläuft,
    • gewünschte TS-Grade präzise erreicht werden,
    • Energie effizient eingesetzt und Ressourcen geschont werden.

    So wird die SDS-Technologie nicht nur leistungsfähiger, sondern auch wirtschaftlicher und umweltfreundlicher.

    Automatisierung reduziert Aufwand und steigert Sicherheit

    Anstelle manueller Eingriffe übernimmt IntelligentDRY® zentral:

    • Start- und Stopp-Funktionen,
    • automatische Prozessoptimierung,
    • Überwachung der Betriebszustände,
    • Anpassung von Luftströmung und Temperatur,
    • Energiemanagement inklusive Reaktion auf externe Schwankungen.

    Diese Automatisierung reduziert Personalaufwand, minimiert Fehlerquellen und erhöht die Betriebssicherheit.

    Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Fokus

    Die Software trägt maßgeblich dazu bei, den Energieverbrauch zu optimieren, indem sie Prozessparameter permanent anpasst und Energiepotenziale – etwa aus Abwärme – intelligent nutzt. In Verbindung mit der Niedertemperatur-Technologie der SDS-Trockner führt IntelligentDRY® zu deutlichen Effizienzsteigerungen und reduziertem Ressourcenbedarf.

    Flexibilität, Skalierbarkeit und Benutzerfreundlichkeit

    Dank IntelligentDRY® sind SDS-Trocknungssysteme modular skalierbar – von einzelnen Trocknungsmodulen bis zu komplexen Gesamtanlagen. Die Software-Oberfläche bietet dabei:

    • übersichtliche grafische Prozessdarstellungen,
    • Echtzeit-Prozessdaten,
    • Fernüberwachung und intuitive Bedienfunktionen,
    • automatische Protokollierung für Betreiber und Behörden.

    Warum IntelligentDRY® ein Branchen-Gamechanger ist

    1. Zuverlässige Erreichung des Ziel-TS-Grads
    2. Hohe Energieeffizienz bei schwankenden Bedingungen
    3. Automatisierte Prozesssteuerung mit reduziertem Bedienaufwand
    4. Verbesserte Betriebssicherheit
    5. Skalierbarkeit und Flexibilität für verschiedene Anlagengrößen
    6. Transparente Daten und Dokumentation für Compliance
    7. Zukunftsfähige Steuerungsplattform für nachhaltige Schlammprozesse

    „Mit IntelligentDRY® schaffen wir eine automatisierte, energieoptimierte und robuste Steuerungslösung, die die SDS-Schlammtrocknung auf ein neues Qualitäts- und Effizienzniveau hebt“, so Felix Hellmuth.

    Über SLUDGE-DRYING-SYSTEMS

    SLUDGE-DRYING-SYSTEMS michel gmbh entwickelt modulare, energieeffiziente Niedertemperatur-Schlammtrockner für kommunale und industrielle Anwendungen. SDS-Anlagen sind geprägt von hoher Betriebssicherheit, modularer Flexibilität und innovativer Steuerungstechnologie.

    Pressekontakt:
    SLUDGE-DRYING-SYSTEMS michel gmbh
    Nina Pesic
    +49 (0) 9342 96 48 07
    nina.pesic@michel-gmbh.com
    schlammtrocknung.com
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            SCHLAMMTROCKNUNG michel gmbh - SDS
  • Deutsche Wirtschaft wächst leicht und hofft auf Aufschwung

    Deutschland ist knapp am dritten Jahr ohne Wirtschaftswachstum vorbeigeschrammt und hofft nun auf einen von staatlichen Milliardeninvestitionen getragenen Aufschwung. Für 2025 errechnete das Statistische Bundesamt auf vorläufiger Basis ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent. Im Jahr 2023 (minus 0,9 Prozent) und 2024 (minus 0,5 Prozent) war Europas größte Volkswirtschaft in die Rezession gerutscht.

    Im neuen Jahr dürften Milliardenausgaben für Infrastruktur wie Straßen und Schienen sowie für Verteidigung für Auftrieb sorgen. Helfen dürfte der Konjunktur auch, dass es 2026 mehr Arbeitstage gibt, weil mehr Feiertage auf ein Wochenende fallen. 

    Einen spürbaren Aufschwung erwarten viele Ökonomen allerdings erst ab 2027, wenn die gewaltigen Summen, die der Staat in die Hand nimmt, ihre volle Wirkung entfalten. Damit jedoch die Lockerung der Schuldenbremse und die so ermöglichten Ausgaben kein Strohfeuer erzeugen, seien Reformen zwingend. 

    Hoffen auf Trendwechsel

    «Zu Jahresbeginn gibt es zumindest den Hoffnungsschimmer, dass wir die Talsohle endlich erreicht haben», sagte DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov. «Es liegt allerdings noch ein weiter Weg vor uns, bis wir einen echten Aufschwung sehen werden.»

    Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, sprach von einer geringen Wachstumsausbeute. Die Hoffnung auf einen Trendwechsel 2026 sei dennoch berechtigt. So werde die Produktion wohl anziehen, zudem dürften sich Projekte aus den Infrastruktur-Sondervermögen in den Auftragsbüchern niederschlagen. «Die deutsche Wirtschaft kann sich deshalb auf höhere Wachstumsraten freuen.»

    Jahresendspurt 2025 

    Zum Jahresende 2025 nahm die deutsche Wirtschaft bereits etwas Fahrt auf. Auf Basis vorläufiger Daten schätzen die Statistiker, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal zum Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent zulegte.

    «Das Wachstum ist vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurückzuführen», sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand, in Berlin.

    Eine große Belastung für die deutsche Wirtschaft die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Die Exporte schrumpften 2025 im dritten Jahr in Folge (minus 0,3 Prozent), während die Importe deutlich wuchsen (plus 3,6 Prozent). «Die Exportwirtschaft sah sich heftigem Gegenwind ausgesetzt durch die höheren US-Zölle, die Euro-Aufwertung und die stärkere Konkurrenz aus China», sagte Brand. 

    Zudem halte die Investitionsschwäche der Unternehmen an. Sowohl in Ausrüstungen, zu denen Maschinen, Geräte und Fahrzeuge zählen, als auch Bauten sei weniger investiert worden.

    Industrie in der Krise

    Vor allem die Industrie bekommt die Flaute zu spüren. Dort wurde laut der Statistiker das dritte Jahr in Folge weniger erwirtschaftet. Schlüsselbranchen wie Auto- und Maschinenbau verzeichneten Einbußen, energieintensive Branchen wie die Chemieindustrie unterschritten das niedrige Niveau der Vorjahre nochmals. Rückgänge gab es auch im Baugewerbe, etwa wegen der Krise im Wohnungsbau.

    Verbraucher geben mehr aus

    Gestützt wurde die Wirtschaft dagegen vom Konsum der Verbraucher, die trotz gestiegener Preise, etwa für Lebensmittel, um 1,4 Prozent zulegten. Besonders für Gesundheit gaben sie mehr Geld aus, aber auch für Mobilität, etwa für Auto-Käufe.

    Der Staatskonsum stieg 2025 mit plus 1,5 Prozent etwas noch stärker – vor allem, weil die Sozialversicherung mehr Geld für Krankenhaus- und Arztbehandlungen, Medikamente sowie Pflege ausgab.

    Die Wirtschaftsflaute trifft auch den Arbeitsmarkt, wenngleich er robust bleibt. Im Jahresschnitt 2025 waren 46 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig. Damit kam der langjährige Anstieg der Erwerbstätigenzahl zum Erliegen.

    Das Bundeswirtschaftsministerium beurteilte die Lage insgesamt zurückhaltend. Mit dem Fiskalpakets dürfte sich die Konjunktur zwar stabilisieren und im Jahresverlauf an Dynamik gewinnen. Jüngste Daten signalisierten aber noch keine breite Belebung, so die Einschätzung.

    «Historische Herausforderungen»

    Deutlicher wird Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater. «Wirtschaftlich war 2025 ein weiteres verlorenes Jahr für Deutschland», meint er. Das kleine Wachstum hänge am privaten Konsum und den Staatsausgaben. «Die für das langfristige Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit wichtigen Investitionen sind dagegen weiter gesunken.» Dabei seien die Herausforderungen mit den US-Zöllen, Konkurrenz aus China und technologische Revolutionen historisch groß.

    Staatsdefizit sinkt 

    Die steigenden Staatsausgaben zeigen sich auch in der Staatsquote – dem Verhältnis der Staatsausgaben zur Wirtschaftsleistung: Sie lag 2025 bei 50,3 Prozent und stieg damit erstmals seit der Corona-Pandemie über die 50-Prozent-Marke.

    Insgesamt wuchsen die Einnahmen des Staates aber noch stärker als die Ausgaben. Nach vorläufigen Daten belief sich das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung auf rund 107 Milliarden Euro. Gemessen an der Wirtschaftsleistung betrug das Defizit 2,4 Prozent – nach 2,7 Prozent 2024. 

    Damit hielt Deutschland die europäische Verschuldungsregel ein: Der europäische Stabilitäts- und Wachstumspakt erlaubt ein Haushaltsdefizit von höchstens drei Prozent.

  • Russische Sabotage? Zwei mutmaßliche Agenten angeklagt

    Die Bundesanwaltschaft hat am Oberlandesgericht Stuttgart Anklage gegen zwei mutmaßliche Agenten Russlands erhoben. Die beiden Ukrainer sollen im Auftrag eines russischen Nachrichtendienstes Pakete mit GPS-Trackern in Richtung Ukraine verschickt haben, um einen späteren Versand von Brandsätzen auszutesten.

  • Grönland-Streit: Mittwoch Treffen zwischen USA und Dänemark

    Im Streit um US-Ansprüche auf Grönland trifft sich der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen an diesem Mittwoch in Washington mit US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio. An dem Treffen solle auch die für Außenpolitik zuständige grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt teilnehmen, meldete die dänische Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf Rasmussen.

  • Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2025 um 0,2 % gewachsen / Wirtschaftsleistung in Deutschland nimmt nach zwei Rezessionsjahren wieder leicht zu

    Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2025 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,2 % höher als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug der Anstieg der Wirtschaftsleistung in Deutschland 0,3 %. „Nach zwei Rezessionsjahren ist die deutsche Wirtschaft wieder leicht gewachsen. Das Wachstum ist vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurückzuführen“, sagte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, bei der Pressekonferenz „Bruttoinlandsprodukt 2025“ in Berlin. „Demgegenüber gaben die Exporte erneut nach. Die Exportwirtschaft sah sich heftigem Gegenwind ausgesetzt durch die höheren US-Zölle, die Euro-Aufwertung und die stärkere Konkurrenz aus China. Zudem hielt die Investitionsschwäche an. Sowohl in Ausrüstungen als auch Bauten wurde weniger investiert als im Vorjahr“, so Brand weiter.

    Bruttowertschöpfung sinkt im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe erneut, gemischtes Bild im Dienstleistungsbereich

    Die Bruttowertschöpfung ging 2025 insgesamt leicht zurück. Preisbereinigt lag sie 0,1 % niedriger als im Vorjahr. Zwischen den Branchen gab es aber große Unterschiede.

    Im Verarbeitenden Gewerbe wurde 2025 im dritten Jahr in Folge weniger erwirtschaftet. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung nahm gegenüber dem Vorjahr um 1,3 % ab. Der Rückgang war damit weniger stark als in den beiden Vorjahren. Vor allem große Bereiche wie die Automobilindustrie und der Maschinenbau hatten Einbußen zu verzeichnen. Beide Branchen sahen sich stärkerer Konkurrenz auf den weltweiten Absatzmärkten ausgesetzt. In der Chemieindustrie und anderen energieintensiven Industriezweigen unterschritt die wirtschaftliche Aktivität das niedrige Niveau der Vorjahre nochmals leicht.

    Auch für das Baugewerbe war 2025 erneut ein schwieriges Jahr. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung sank nochmals um 3,6 %, die Zahl der Insolvenzen nahm zu. Anhaltend hohe Baupreise bremsten insbesondere den Hochbau und das Ausbaugewerbe deutlich aus. Besser war die Lage im Tiefbau: Der Neubau und die Instandsetzung etwa von Straßen, Bahnstrecken oder Energienetzen sorgten dafür, dass das Vorjahresniveau leicht übertroffen wurde.

    Im Dienstleistungsbereich zeigte sich ein gemischtes Bild: So sank die preisbereinigte Bruttowertschöpfung der Unternehmensdienstleister im Vorjahresvergleich (-0,8 %). Die sonstigen Dienstleister, etwa für Sport, Unterhaltung und Erholung, mussten ebenfalls Einbußen hinnehmen (-0,3 %). Im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung dagegen an (+1,2 %). Hierzu trug insbesondere der Einzelhandel bei. Das Gastgewerbe erwirtschaftete hingegen weniger als im Vorjahr. Im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit wuchs die Wertschöpfung erneut (+1,4 %).

    Konsumausgaben stützen das BIP, Investitionen gehen erneut zurück

    Sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben stiegen im Jahr 2025 preisbereinigt deutlich gegenüber dem Vorjahr. Die preisbereinigten privaten Konsumausgaben nahmen insgesamt um 1,4 % zu. Besonders für Gesundheit gaben die privaten Haushalte mehr Geld aus als im Vorjahr (+3,8 %). Auch die Ausgaben für Mobilität nahmen zu (+2,7 %). Dazu trugen vor allem gestiegene Pkw-Käufe bei. Weniger als im Vorjahr gaben die privaten Haushalte dagegen erneut für Gastronomie und Beherbergung aus (-0,6 %). Der Staatskonsum stieg 2025 mit einem preisbereinigten Zuwachs von 1,5 % noch etwas stärker als der private Konsum. Hauptursache für den Anstieg war, dass die Sozialversicherung mehr Geld für Krankenhaus- und Arztbehandlungen, Medikamente sowie Pflege ausgeben musste. Auch das vom Staat gezahlte Arbeitnehmerentgelt erhöhte sich weiter.

    Die Bruttoanlageinvestitionen sanken insgesamt um 0,5 % gegenüber dem Vorjahr. Die Bauinvestitionen gingen um 0,9 % zurück und damit das fünfte Mal in Folge. Anhaltend hohe Baupreise dürften dazu geführt haben, dass vor allem Vorhaben im Wohnungsbau nicht realisiert wurden. Mehr investiert wurde dagegen in Nichtwohnbauten wie Straßen, Brücken, Fabriken oder Bürogebäude. Die Investitionen in Ausrüstungen – also Maschinen, Geräte und Fahrzeuge – nahmen 2025 noch stärker ab als die Bauinvestitionen. Preisbereinigt lagen sie im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 % niedriger. Deutlich gestiegene investive Ausgaben des Staates, vor allem für Verteidigung, glichen dabei das Minus bei den gewerblichen Ausrüstungsinvestitionen nicht aus.

    Exporte von Waren und Dienstleistungen insgesamt sinken leicht, Warenimporte steigen dagegen kräftig

    In einem für den deutschen Außenhandel turbulenten Jahr gingen die Exporte 2025 nochmals zurück (-0,3 %), das war der dritte Rückgang in Folge. Ursächlich waren die Warenausfuhren, die das Vorjahresniveau preisbereinigt um 0,7 % unterschritten. Betroffen waren Kernbereiche der deutschen Exportwirtschaft: Nach den bislang vorliegenden Daten der Außenhandelsstatistik bis Oktober 2025 wurden weniger Kraftwagen und Kraftwagenteile, Maschinen und chemische Erzeugnisse exportiert. Die Dienstleistungsexporte waren dagegen preisbereinigt 1,1 % höher als im Vorjahr.

    Auf der Importseite war die Situation im Jahr 2025 gänzlich anders: Nach zwei Jahren mit Rückgängen legten die Einfuhren preisbereinigt kräftig um 3,6 % zu. Treiber waren die Warenimporte, die deutlich um 5,1 % anstiegen. Unter anderem wurden mehr Maschinen, elektrische Ausrüstungen, pharmazeutische Erzeugnisse und Nahrungsmittel importiert als im Jahr 2024. Die Einfuhren von Dienstleistungen fielen mit einem Zuwachs von 0,2 % hinter die Wachstumsraten der Vorjahre zurück.

    Langjähriger Anstieg der Erwerbstätigenzahl kommt zum Erliegen

    Im Jahresdurchschnitt 2025 waren 46,0 Millionen Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Gegenüber dem Vorjahr blieb der Wert nahezu unverändert. Mit Ausnahme des Corona-Jahres 2020 war die Erwerbstätigenzahl seit 2006 durchgängig gewachsen. Allerdings hatte der Anstieg seit Anfang 2024 deutlich an Dynamik verloren und kam nun 2025 zum Erliegen. Wie im Vorjahr legte die Beschäftigung ausschließlich in den Dienstleistungsbereichen zu, vor allem im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit. Die Zahl der Erwerbstätigen im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe sank dagegen erneut.

    Defizitquote des Staates geringer als im Vorjahr

    Die staatlichen Haushalte beendeten das Jahr 2025 nach vorläufigen Berechnungen mit einem Finanzierungsdefizit von rund 107 Milliarden Euro. Wie im Vorjahr schlossen sowohl der Bund als auch die Länder, die Gemeinden und die Sozialversicherung mit einem Defizit. Das Finanzierungsdefizit lag knapp 8 Milliarden Euro niedriger als im Jahr 2024, da die Einnahmen des Staates mit +5,8 % stärker zunahmen als die Ausgaben mit +5,1 %. Bezogen auf das BIP in jeweiligen Preisen, das um 3,3 % zunahm, ergibt sich für Deutschland im Jahr 2025 eine Defizitquote von 2,4 %. Diese fällt damit geringer aus als im Vorjahr (2,7 %) und liegt unterhalb des Referenzwertes von 3 % aus dem europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt. Die Staatsquote, die als Verhältnis der Staatsausgaben zum BIP berechnet wird, lag im Jahr 2025 bei 50,3 % und stieg damit erstmals seit den Corona-Jahren 2020 und 2021 wieder auf einen Wert über 50 %.

    BIP im 4. Quartal 2025 nach bisherigen Erkenntnissen zum Vorquartal gestiegen

    Im aktuellen Ergebnis für das Bruttoinlandsprodukt 2025 ist eine erste sehr frühe Schätzung für das 4. Quartal 2025 enthalten. Diese basiert auf einer unvollständigeren Datenbasis als die reguläre Quartalsrechnung und ist daher unsicherer. Nach bisherigen Erkenntnissen stieg das BIP im 4. Quartal 2025 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal. Auch die ersten drei Quartale des Jahres 2025 wurden überarbeitet. Daraus resultierte für das 1. Quartal 2025 preis-, saison- und kalenderbereinigt eine um 0,1 Prozentpunkte bessere Wirtschaftsentwicklung gegenüber dem Vorquartal als bisher veröffentlicht.

    Die reguläre Schnellschätzung für das Bruttoinlandsprodukt im 4. Quartal 2025 wird das Statistische Bundesamt am 30. Januar 2026 veröffentlichen. Detaillierte Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen folgen am 25. Februar 2026.

    Weitere Informationen:

    Das Statement zur Pressekonferenz „Bruttoinlandsprodukt 2025 für Deutschland“ mit weiteren Ergebnissen steht auf der Internetseite zur Pressekonferenz bereit.

    Tiefer gegliederte Ergebnisse zum BIP 2025 bietet die Fachserie 18 „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen“, Reihe 1.1 „Erste Jahresergebnisse“.

    Weitere Veröffentlichungen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen sowie ein ausführlicher Qualitätsbericht sind auf der Themenseite „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Inlandsprodukt“ unter „Publikationen“ verfügbar.

    Diese und weitere aktuelle Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen bieten die Tabellen 81000 in der Datenbank GENESIS-Online. Anschauliche aktualisierte Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) finden sich zudem im interaktiven VGR-Monitor Deutschland (www.destatis.de/vgr-monitor-deutschland).

    Das BIP ist auch im „Dashboard Konjunktur“ enthalten, das Teil des „Dashboard Deutschland“ (www.dashboard-deutschland.de) ist. In diesem Datenportal bündelt das Statistische Bundesamt hochaktuelle Indikatoren der amtlichen Statistik und weiterer Datenanbieter zu den Themen Wirtschaft und Finanzen sowie Arbeitsmarkt, Bauen und Wohnen, Energie und Ukraine. Mit dem „Pulsmesser Wirtschaft“ steht dort auch ein interaktives Tool zur Konjunkturbeobachtung in Echtzeit bereit.

    Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.

    Weitere Auskünfte:
    VGR-Infoteam
    Telefon: +49 611 75 2626
    www.destatis.de/kontakt
    Pressekontakt:
    Statistisches Bundesamt
    Pressestelle
    www.destatis.de/kontakt
    Telefon: +49 611-75 34 44
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            Statistisches Bundesamt