Blog

  • EU und Australien einigen sich auf Freihandelsabkommen

    Die Europäische Union und Australien haben nach rund acht Jahren die Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen abgeschlossen. Das Vertragswerk werde Zölle und Handelshemmnisse abbauen, die Wirtschaft ankurbeln und damit für mehr Wohlstand sorgen, sagten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Premierminister Anthony Albanese in der australischen Hauptstadt Canberra.

    Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von sehr guten Nachrichten für die Wirtschaft. «Jetzt geht es darum, das schnell umzusetzen», erklärte er zum Abschluss der Verhandlungen.

    Konkret sehen die Vereinbarungen die Abschaffung von mehr als 99 Prozent der Zölle auf EU-Warenexporte nach Australien vor, wodurch Firmen aller Größen nach EU-Angaben jährlich rund eine Milliarde Euro an Zöllen sparen sollen. Auch soll das Abkommen EU-Fachkräften die Arbeit in Australien erleichtern. Für Australien ist nach Angaben von Premierminister Albanese unter anderem der Wegfall von Zöllen auf den Export von Wein und Meeresfrüchten bedeutend. Zudem könnten künftig mehr landwirtschaftliche Produkte wie Rindfleisch in die EU exportiert werden.

    Industriebereiche, die besonders von dem Abkommen profitieren könnten, sind der EU-Kommission zufolge etwa Maschinenbau, Chemie, Fahrzeugindustrie und Landwirtschaft. Die EU soll zudem einen besseren Zugang zu Australiens strategisch wertvollen Rohstoffen wie seltenen Erden und Lithium bekommen.

    «Starkes Signal an den Rest der Welt»

    Von der Leyen machte deutlich, dass es für die EU wichtig sei, internationale Handelsbeziehungen auszubauen und zu diversifizieren, um Risiken und Abhängigkeiten zu verringern – zumal in einer Zeit, in der die USA unter Präsident Donald Trump mit ihrer aggressiven Zollpolitik ein zunehmend schwieriger Partner sind und China immer selbstbewusster auftritt.

    «Wir senden ein starkes Signal an den Rest der Welt, dass in Zeiten der Turbulenzen Freundschaft und Zusammenarbeit das Wichtigste sind», erklärte die deutsche Kommissionspräsidentin. Die EU und Australien seien geografisch weit voneinander entfernt, doch in der Sicht auf die Welt könne man einander kaum näher sein.

    Gemeinsam mit Albanese stellte von der Leyen auch eine neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft vor, die stärkere Kooperation gegen Cyber-Risiken, hybride Bedrohungen sowie ausländische Informationsmanipulation und Einmischung zum Ziel hat. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte dazu: «Australien und Europa sind durch Ozeane getrennt, doch die Sicherheit Europas und Australiens ist eng miteinander verknüpft.» Als Beispiel nannte sie mit Blick auf Chinas Besitzanspruch auf Taiwan den Ukraine-Krieg. «Sollte Russland sich in der Ukraine durchsetzen, würde das einen gefährlichen Präzedenzfall für den indopazifischen Raum schaffen», erklärte sie.

    «Prosecco»-Streit konnte Abkommen nicht aufhalten

    Strittig war bei den Verhandlungen um das Handelsabkommen bis zuletzt unter anderem der Umgang mit bestimmten Agrarprodukten, deren Namen in Europa geschützt sind und die bestimmte Herstellungskriterien erfüllen müssen – etwa Käsesorten wie Feta, Gruyère und Parmesan. Auch der in Australien produzierte «Prosecco» war der EU ein Dorn im Auge. Doch beide Seiten waren letztlich kompromissbereit. Australische Weinproduzenten dürfen demnach weiter Prosecco herstellen und unter diesem Namen verkaufen, dürfen ihn aber nicht exportieren, wie Albanese erläuterte. 

    Bedenken der europäischen Agrarlobby begegnete die EU-Seite mit dem Hinweis, das Abkommen werde Zölle auf wichtige EU-Ausfuhren wie Käse, Fleischzubereitungen, Wein und Schaumwein, einige Obst- und Gemüsearten einschließlich verarbeiteter Produkte, Schokolade und Zuckerwaren abschaffen. Gleichzeitig werde man für sensible Waren wie Rindfleisch, Schaf- und Ziegenfleisch, Zucker, einige Molkereiprodukte und Reis zollfreie oder zollermäßigte Einfuhren aus Australien nur in begrenztem Umfang zulassen.

    Deutsche Automobilindustrie begrüßt Deal

    Die EU geht davon aus, dass die Exporte aus den Mitgliedstaaten nach Australien im kommenden Jahrzehnt um ein Drittel auf jährlich bis zu 17,7 Milliarden Euro wachsen könnten. Besonderes Wachstumspotenzial gibt es den Angaben zufolge bei Milchprodukten, Kraftfahrzeugen und Chemikalien. EU-Investitionen in Australien könnten um mehr als 87 Prozent zulegen, heißt es.

    Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller, erklärte, das Handelsabkommen werde für die europäische Automobilindustrie «erhebliche Chancen eröffnen», vor allem auch für die exportorientierten deutschen Hersteller. Sie haben auf dem australischen Markt starke Konkurrenz aus China und Japan. Positiv äußerten sich auch der Branchenverband der deutschen und europäischen Maschinen- und Anlagenbauer VDMA und der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA).

    Im Jahr 2024 lag Australien mit seinen knapp 28 Millionen Einwohnern immerhin auf Platz 20 der wichtigsten Partner der EU im Warenhandel. Andersherum war die EU zuletzt Australiens drittgrößter Handelspartner nach China und Japan. Australien will über die verstärkte Zusammenarbeit mit der EU auch die Abhängigkeit von China reduzieren, das im Indopazifik-Raum immer fordernder auftritt und die Australier seine Machtposition deutlich spüren lässt.

    Jahrelange Verhandlungen, Scheitern und Neubeginn

    Wann das Abkommen mit Australien unterzeichnet werden kann, ist noch unklar. Denn der Vertragstext muss noch rechtlich geprüft und in alle Amtssprachen der EU übersetzt werden. Anschließend muss er von den Mitgliedstaaten und vom Europäischen Parlament gebilligt werden.

    Die EU hatte 2018 beschlossen, die Gespräche für das Handelsabkommen mit Australien zu beginnen. Zwischenzeitlich gab es Verstimmungen, weil die Australier mit den USA und Großbritannien 2021 hinter dem Rücken der EU einen neuen Sicherheitspakt für den Indopazifik-Raum aushandelten und einen milliardenschweren U-Boot-Deal mit Frankreich platzen ließen. Bei einem Treffen im japanischen Osaka 2023 scheiterte das Abkommen schließlich wegen Streitigkeiten über Agrarimporte – dann schliefen die Gespräche ein. 

    Richtig Fahrt nahmen die Verhandlungen erst wieder auf, als Trump erneut ins Weiße Haus einzog. Seither mischt er die einst eher berechenbare Welt des internationalen Handels mit immer neuen Zollentscheidungen auf. Mit seinen politischen Alleingängen macht er aber indirekt auch gute Werbung für den kooperativeren Ansatz der EU – und die mühsame Arbeit daran, verlässliche Handelsbeziehungen durch Freihandelsabkommen zu stärken. Beispiele dafür sind das jüngst nach jahrzehntelangen Verhandlungen unterzeichnete Abkommen mit vier südamerikanischen Staaten des Mercosur-Bunds und die neu vereinbarte große Freihandelszone mit Indien.

  • Tarifgespräche für Chemiebranche gehen in heiße Phase

    Schwierige Gespräche in Zeiten des Iran-Kriegs: In den bundesweiten Tarifverhandlungen für rund 585.000 Beschäftigte der Chemie- und Pharmaindustrie hat die dritte Runde begonnen. Die Branchengewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC ringen im rheinland-pfälzischen Bad Breisig um Gehaltszuwächse und Jobsicherung inmitten der Konjunkturflaute. Die Verhandlungen sind bis Mittwoch angesetzt.

    Ende Februar waren die Gespräche ergebnislos vertagt worden, nun macht der Krieg im Nahen Osten die Verhandlungen komplexer. Denn gerade die Chemiebranche ist vom Anstieg der Energiepreise stark betroffen. Sie verbraucht viel Öl und Gas, zugleich spielen die Rohstoffe eine zentrale Rolle als Ausgangsstoffe etwa für Kunststoffe, Dünger, Medikamente, Lösungsmittel und Kosmetika. 

    Drittgrößte deutsche Industriebranche in der Krise

    Während die Arbeitgeber wegen der Krise der Chemiebranche auf Lohnzurückhaltung pochen, will die IG BCE Jobs sichern und höhere Entgelte oberhalb der Inflation erreichen. Die dürfte mit dem Nahost-Krieg steigen. Auf eine konkrete Lohnforderung hatte die Gewerkschaft aber verzichtet. Der aktuelle Tarifvertrag lief Ende Februar aus.

    Die Chemie- und Pharmabranche ist die drittgrößte Industriebranche in Deutschland nach dem Auto- und Maschinenbau. Dem Chemieverband VCI zufolge erzielte sie 2025 einen Umsatz von rund 220 Milliarden Euro. Während die Pharmaindustrie wächst, steckt die klassische Chemie seit langem in der Flaute. Ihr machen teure Energie, US-Zölle, die schwache Konjunktur und Überkapazitäten am Weltmarkt zu schaffen.

  • Sonepar erzielt Rekordumsatz von 33,6 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2025 und unterstreicht seine Marktführerschaft im Elektrogroßhandel / Sonepar stärkt Profitabilität trotz herausforderndem Umfeld (FOTO)

    Sonepar hat im Geschäftsjahr 2025 einen Rekordumsatz von 33,6 Milliarden Euro erzielt und die Profitabilität trotz eines anspruchsvollen globalen Wirtschaftsumfelds weiter gestärkt. Die fortschreitende Elektrifizierung eröffnet dem Unternehmen weltweit neue Wachstumschancen – insbesondere in den Bereichen Industrieautomation, Energiespeicherung, Modernisierung von Netzen und Infrastrukturen sowie im stark wachsenden Markt für Rechenzentren. Allein im Segment Rechenzentren erzielte Sonepar einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro und unterstreicht damit die führende Rolle des Unternehmens bei Innovation und Marktführerschaft.

    „Die Performance von Sonepar im Jahr 2025 ist das Ergebnis einer mutigen Transformationsstrategie, die 2021 gestartet wurde, diszipliniert umgesetzt wird und von engagierten Teams auf der ganzen Welt vorangetrieben wird. Das Unternehmen hat seine Führungsposition auf dem amerikanischen Kontinent gefestigt und treibt seine Initiativen in den Bereichen Digitalisierung, Modernisierung der Lieferkette und Nachhaltigkeit kontinuierlich voran. Geleitet von unserem Purpose, gestaltet Sonepar nicht nur das eigene Geschäft neu, sondern prägt auch die Zukunft des Elektrogroßhandels“, erklärt Philippe Delpech, President & CEO von Sonepar.

    Fortschrittliche digitale Technologien transformieren die Geschäftsprozesse von Sonepar und steigern die Leistungsfähigkeit in den Bereichen Kundeninteraktion, Mitarbeitererfahrung und Lieferkette. Künstliche Intelligenz (KI) spielt als dritte Phase der Transformation eine zentrale Rolle bei der Optimierung kritischer Geschäftsprozesse – darunter die Automatisierung von Verkaufsaufträgen, Bedarfsplanung und Bestandsmanagement. So kann Sonepar über sein globales Netzwerk hinweg mehr Effizienz und Mehrwert liefern.

    Strategische Akquisitionen und erfolgreiche Integration

    „Wir haben enorme Fortschritte bei unserer digitalen Unternehmensagenda gemacht und unsere Fähigkeiten durch fortschrittliche Datenanalysen und KI-Technologie gestärkt, die Sonepar schnell und in großem Maßstab einsetzt. Unser Online-Umsatz ist 2025 auf 12,3 Milliarden Euro gestiegen – angetrieben durch Spark, unsere hochmoderne Omnichannel-Plattform, die ein beeindruckendes Umsatzwachstum von 50 Prozent im Vergleich zu 2024 verzeichnete. Die Modernisierung der Lieferkette bleibt ein zentraler Fokus: Weltweit sind inzwischen 37 automatisierte Distributionszentren in Betrieb, was Effizienz und Servicequalität weiter erhöht. Diese Transformation wird durch kontinuierliche Weiterbildung unterstützt, die allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gruppe zugutekommt. Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen von Sonepar für ihre harte Arbeit und ihr Engagement bei der Umsetzung unserer Ergebnisse 2025“, so Philippe Delpech.

    Im Jahr 2025 erzielte Sonepar starke Erfolge in allen drei Regionen und setzte die strategische Expansion durch die Akquisition von zehn neuen Unternehmen fort, die zusammen 245 Millionen Euro zum Umsatz beitrugen. Die nahtlose Integration der 2024 erworbenen Unternehmen, die gemeinsam 2,2 Milliarden Euro Umsatz erwirtschafteten, hatte dabei Priorität. Ein besonderer Erfolg war die Zusammenführung von fünf amerikanischen Unternehmen unter der einheitlichen Marke Echo Electric, um Kunden in der zentralen Region der USA besser zu bedienen und weiter zu wachsen.

    Starke Ergebnisse in allen Regionen

    Amerika:Sonepar ist nun Marktführer im B-to-B-Elektrovertrieb auf dem amerikanischen Kontinent. Mit einem Umsatz von 17 Milliarden Euro über acht Länder hinweg verzeichnete die Region ein starkes Umsatzwachstum bei historisch hoher EBIT-Performance und Cashflow-Generierung. In Brasilien festigten vier strategische Akquisitionen die Marktführerschaft im Bereich Industrieautomation. In den USA stieg der Umsatz um 15 Prozent im Jahresvergleich; der digitale Umsatz machte 33 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Sonepar USA erhielt zudem die Cybersecurity Maturity Model Certification (CMMC) 2.0 Level 2 Advanced und bietet seinen Kunden damit eine konforme, zuverlässige und sichere Plattform für sensible, staatlich regulierte Versorgungsprojekte und kritische Infrastrukturen.

    Europa:Sonepar erreichte einen bedeutenden Meilenstein in der digitalen Transformation: Der digitale Umsatz macht nun 45 Prozent des Gesamtumsatzes der Region aus – ein Anstieg von 2,5 Prozentpunkten im Jahresvergleich. In Italien leitete Sonepar eine neue Wachstumsphase ein, indem eine kohärente Führung und eine strategische Roadmap mit dem Ziel von 3 Milliarden Euro Umsatz etabliert wurde. In Europa sind inzwischen 80 Prozent der Kommissionierlinien vollständig automatisiert – dank der Eröffnung von vier neuen automatisierten Distributionszentren in Spanien, Frankreich und den Niederlanden. Spanien steht kurz vor der Fertigstellung eines dritten automatisierten Zentrallagers in Madrid, was die Transformation der Lieferkette weiter beschleunigt, die Integration der vier jüngsten Akquisitionen unterstützt und die Einführung von Spark vorbereitet. Die iberische Region entwickelt sich so zu einer 1-Milliarde-Euro-Plattform für Sonepar.

    APAC:Australien eröffnete zwei automatisierte regionale Fulfillment-Center in Brisbane und Melbourne und verzeichnete einen Umsatzanstieg von 28 Prozent. Sonepar expandiert in Indien weiter durch Akquisitionen und erzielt ein starkes profitables organisches Wachstum. In China hielt Sonepar trotz schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen für ausländische Distributoren das Wachstum aufrecht.

    Nachhaltigkeit und Mitarbeiterbeteiligung im Fokus

    Vereint durch den gemeinsamen Purpose – Powering Progress for Future Generations – treiben die 46.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Sonepar die Nachhaltigkeitsverpflichtungen des Unternehmens voran. Im Jahr 2025 erhielt Sonepar ein Platin-Rating von EcoVadis und gehört damit zu den weltweit besten 1 Prozent. Zudem reichte Sonepar erstmals Umweltdaten beim Carbon Disclosure Project (CDP) ein und erhielt ein B-Rating. Diese Meilensteine spiegeln konsequentes Klimahandeln, stringentes Datenmanagement und transparente Berichterstattung wider.

    Im Einklang mit dem Purpose stärkte Sonepar das Engagement für inklusive Wertschöpfung. 2024 startete das Unternehmen auf Initiative von Colam Entreprendre, dem Shareholder von Sonepar, ein jährliches Programm zur kostenlosen Aktienzuteilung. Dieses Programm vergibt jedes Jahr kostenlose Aktien an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit mindestens drei Jahren Betriebszugehörigkeit, ohne dass eine finanzielle Beteiligung erforderlich ist. Bis 2025 sind mehr als 28.000 Kolleginnen und Kollegen potenzielle Aktionäre geworden. Diese langfristige Initiative spiegelt Sonepars Engagement wider, die Interessen des Unternehmens, seiner Anteilseigner und seiner Mitarbeitenden in Einklang zu bringen und eine Kultur der Inklusivität und des gemeinsamen Erfolgs zu fördern.

    Die Erfolge des Jahres 2025 markieren einen weiteren entscheidenden Schritt auf dem Transformationsweg von Sonepar. Mit kontinuierlichen Investitionen in Innovation, digitale Fähigkeiten, Nachhaltigkeit und Talente ist das Unternehmen bestens positioniert, um Kunden weltweit zu unterstützen und langfristiges, profitables und verantwortungsvolles Wachstum zu verfolgen.

    Über Sonepar

    Sonepar ist ein unabhängiges familiengeführtes Unternehmen und weltweiter Marktführer im B-to-B-Vertrieb von Elektroprodukten, -lösungen und -dienstleistungen. In 2024 erreichte Sonepar einen Umsatz von 32,5 Milliarden Euro. Vertreten in 40 Ländern mit einem dichten Netzwerk aus verschiedenen Marken, verfolgt die Gruppe das ambitionierte Transformationsziel, das Leben ihrer Kunden einfacher zu machen, indem sie ihnen ein Einkaufserlebnis über alle Vertriebskanäle sowie nachhaltige Lösungen in den Bereichen Gebäude, Industrie und Energie bietet. Die 46.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Sonepar engagieren sich dafür, die Elektrifizierung der Welt voranzutreiben und werden von dem gemeinsamen Purpose angetrieben: Den Fortschritt für zukünftige Generationen voranzutreiben.

    www.sonepar.com

    Sonepar in Deutschland

    In Deutschland unterstützt Sonepar als Partner auf Augenhöhe Kunden aus Handel, Handwerk und Industrie mit kundenorientierten Lösungen: qualitativ hochwertige Produkte und Systeme gepaart mit einem umfassenden Service- und Dienstleistungsangebot.

    Wir sind angetrieben von der Leidenschaft für individuell passende Lösungen und stellen die Bedürfnisse unserer Kunden in den Mittelpunkt: offen, mutig und immer fair. Über 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 167 Standorten deutschlandweit bereichern Sonepar durch ihre Fähigkeiten, Kompetenzen und Persönlichkeiten. Wir gestalten, heute und in Zukunft und treiben gemeinsam den Fortschritt voran.

    www.sonepar.de

    Pressekontakt:
    SMART PR GmbH
    Simone Frohn
    Talstraße 22-24
    
    40217 Düsseldorf
    Tel.: 0211 2709-22
    sonepar@smart-pr.de
    
    Sonepar Deutschland GmbH
    Maria von Wirth
    Peter-Müller-Straße 3
    40468 Düsseldorf
    Tel.: 0211 302 32 129
    maria.vonwirth@sonepar.de
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            Sonepar Deutschland GmbH
  • Gustav Wolf GmbH setzt auf FEPA für zukunftssichere Fertigung

    Führender Hersteller von Stahlseilen und Drahtprodukten ist erfolgreich auf ERP-Software von Planat umgestiegen

    Die Gustav Wolf GmbH, führender Hersteller von Stahlseilen und Drahtprodukten, hat erfolgreich auf das ERP-System FEPA von Planat umgestellt. Das mittelständische Unternehmen mit komplexen Fertigungsprozessen stellte dabei hohe Anforderungen an die Software – eine Herausforderung, die FEPA souverän meisterte. „Mit der neuen Lösung sind wir bestens gerüstet, um Prozesse effizienter zu gestalten und zukünftiges Wachstum zu sichern“, sagt der IT-Leiter Christian Traud.

    Das traditionsreiche Industrieunternehmen mit Hauptsitz in Gütersloh betreibt Produktionsstandorte in Europa, den USA und Asien. Vor diesem Hintergrund stellte die Ablösung des bisherigen ERP-Systems ein strategisches Transformationsprojekt dar. Auslöser war die Abkündigung der bisherigen Lösung zum Juli 2024. Daraufhin kontaktierte Gustav Wolf beinahe zehn ERP-Anbieter. Ein Großteil kam nicht in Frage, weil das Unternehmen kein Stückgutproduzent ist, sondern Längenfertiger. „Damit können viele ERP-Systeme schlichtweg nicht umgehen“, sagt Christian Traud.

    In die engere Auswahl kamen drei Anbieter. „Einer war zu umfangreich, zu teuer und eher für Großunternehmen geeignet. Ein zweiter war uns aufgrund der Unternehmensstruktur zu unsicher. Planat hat am besten zu unseren Kapazitäten und zu unserem Kostenrahmen als Mittelständler gepasst“, erklärt der IT-Chef.

    Einführung in zwei Phasen

    Die Einführung des neuen ERP-Systems erfolgte in zwei Stufen. Der erste Go-live startete am 1. Juli 2024 mit allen Werken weltweit außer China. Am 1. Januar 2025 folgte die zweite Phase mit der vollständigen Funktionsintegration. „In dieser Übergangsphase waren die Berater von Planat praktisch jeden Tag vor Ort und wir hatten einen sehr intensiven Austausch der Teams“, betont Christian Traud die gute Zusammenarbeit.

    Als besonders wichtig in der Go-live-Phase erwiesen sich weniger technische Themen als die Stammdatenqualität. Artikel, Kunden, Produktions- und Logistikstammdaten mussten bereinigt, harmonisiert und vollständig gepflegt werden. „Das wurde im Zuge der Umstellung sehr kompetent unterstützt“, betont Christian Traud.

    Heute bildet FEPA das zentrale ERP-Rückgrat für Einkauf, Vertrieb, Produktion, Materialwirtschaft, Kalkulation, Betriebsdatenerfassung sowie Dokumentenmanagement. Ein Schwerpunkt liegt auf der standortübergreifenden Produktionsplanung, mit der Kapazitäten und Prioritäten über mehrere Werke hinweg koordiniert werden können.

    Harmonisierung internationaler Prozesse

    Mit der Einführung wurde zugleich die IT-Struktur international vereinheitlicht. Während im Altsystem mehrere voneinander getrennte Datenbanken existierten, arbeitet FEPA mit einer zentralen Datenbasis und Mandantenstruktur. Das reduziert Pflegeaufwand und erleichtert die internationale Zusammenarbeit.

    Auch logistische Prozesse wurden standardisiert. So erfolgen beispielsweise Buchungen direkt in der Produktion über mobile Handscanner. Dieser Prozess ist inzwischen an allen europäischen Standorten und in den USA identisch implementiert.

    Produktionslogik harmonisiert, Lieferketten optimiert

    Eine besondere Herausforderung stellte die Abbildung der Produktionslogik im ERP-Systems dar. Bei Gustav Wolf werden Drahtprodukte sowohl nach Gewicht als auch nach Länge gehandelt, während Stahlseile ausschließlich nach Länge verkauft werden. Im Zuge der FEPA-Einführung ist es gelungen, die Prozesse für die Draht- und die Seilherstellung anzugleichen. Zudem wurden die internen Lieferketten zwischen verschiedenen Werken optimiert.

    Diese Abläufe sind heute überwiegend automatisiert. „Wenn ein Werk bei einem anderen bestellt, wird im zweiten Werk sofort ein Auftrag angelegt. Wareneingang, Rechnungsstellung und Verbuchung laufen anschließend weitgehend automatisiert“, erklärt IT-Leiter Christian Traud.

    Weitere Automatisierung geplant

    In einem nächsten Schritt soll die Fertigungssteuerung weiter automatisiert werden. Ziel ist, dass mit der Anlage eines Kundenauftrags direkt auch die entsprechenden Fertigungsaufträge und Materialbedarfe über mehrere Werke hinweg generiert werden. Darüber hinaus plant Gustav Wolf weitere Ausbaustufen, unter anderem in den Bereichen Qualitätssicherung und automatisierte Eingangsrechnungsverarbeitung.

    „Wir arbeiten mit Planat auf Augenhöhe. Beide Unternehmen sind mittelständisch geprägt – das erleichtert die Zusammenarbeit und sorgt für kurze Entscheidungswege“, sagt IT-Chef Christian Traud.

    DieGustav Wolf GmbHmit Hauptsitz in Gütersloh hat sich in ihrer rund 130-jährigen Firmengeschichte vom regionalen Hersteller zu einem national und international führenden Anbieter von Stahlseilen und Stahldrähten entwickelt. Die Kunden kommen aus so unterschiedlichen Bereichen wie Aufzugindustrie, Schlauchindustrie, Bürstenindustrie, Kranindustrie, Matratzen- und Polsterindustrie auf allen Kontinenten der Welt. So wird Qualität made in Germany über ein eigenes Logistikzentrum und weltweit agierende Distributoren binnen 24 Stunden an jeden Ort der Welt geliefert. In dieser gewachsenen Struktur mit Standorten in Polen, Ungarn, den USA und China, mit unterschiedlichen Fertigungslogiken, Währungen und regulatorischen Anforderungen war der Wechsel des ERP-Systems auf FEPA ein strategisches Projekt, das mit Bravour gelungen ist.

    DiePLANAT GmbH(www.PLANAT.de) bietet mit der skalierbaren ERP-Standardsoftware FEPA einen flexiblen IT-Service „Made in Germany“ für den produzierenden Mittelstand. In der Basisversion verantwortet die Software Vertrieb, Beschaffung, Logistik, Produktionsplanung und -steuerung mit Betriebsdatenerfassung und betriebswirtschaftliche Anwendungen. On top können bedarfsgerecht branchenspezifische Softwareinhalte integriert und diverse Add-ons, wie z. B. ein Dokumentenmanagementsystem (DMS) oder Customer-Relationship-Management (CRM), eingesetzt werden. Das innovative, modulare Softwarekonzept ergänzt PLANAT seit 1981 durch branchenspezifische Beratung sowie durch verlässlichen Support.

    Pressekontakt:
    Kontakt: PLANAT GmbH,
    Schönbergstr. 45-47, 73760 Ostfildern (bei Stuttgart), Deutschland,
    Tel.: +49 (0)711-16756-0, E-Mail: software@PLANAT.de,
    Web: www.PLANAT.de
    Ansprechpartner: Cecilia Fischer - E-Mail: cecilia.fischer@planat.de
    
    PR-Agentur: euromarcom public relations GmbH,
    E-Mail: team@euromarcom.de, Web: www.euromarcom.de
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            PLANAT GmbH
  • Pressemitteilung zum EU-Australien-Freihandelsabkommen / Wichtige Stärkung der Position im Indo-Pazifik, auch zur Rohstoffsicherung

    Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. begrüßt die Einigung auf das Freihandelsabkommen der EU mit Australien. „Die Einigung sendet ein starkes Signal. Angesichts derveränderten Weltlagesind Deutschland und die EU mehr denn je gefordert, neue Handels-, Rohstoff- und Investitionspartnerschaften überall auf der Welt abzuschließen. Die Handelspolitik von US-Präsident Trump belastet den gesamten Welthandel. China nutzt seine Exportkontrollen für Seltene Erden als machtpolitisches Mittel. Eine internationale und global vernetzte Volkswirtschaft wie Bayern bekommt das zu spüren. Das Abkommen mit Australien ist nach dem erzielten Abkommen mit Indien ein weiterer wichtiger Schritt, um unsereHandelsbeziehungen zu diversifizierenund unserePosition im Indo-Pazifik zu stärken„, sagt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

    2025 gingennur 0,8 Prozent aller bayerischen Exporte nach Australien. Der Pazifikstaat nimmt damit lediglich Platz 25 unter den größten Exportmärkten für bayerische Waren ein. Gleichzeitig landet Australien mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 1.580 Milliarden Euro im Vergleich der größten Volkswirtschaften weltweit auf Rang 14. „Wird das Abkommen umgesetzt, könnte der Handel mit Waren und Dienstleistungen zwischen den beiden Partnern nach Einschätzung der Europäischen Kommission um rund ein Drittel steigen. Durch denWegfall der Zölle auf 99 Prozent der Warenexporte der EUbietet das Abkommen neue Absatzmöglichkeiten. Insbesondere der Maschinenbau, die Automobilindustrie sowie die Chemie- und Pharmaindustrie könnten profitieren“, so Brossardt und ergänzt: „Obwohl nur 2,3 Prozent der gesamten bayerischen ausländischen Direktinvestitionen nach Australien gehen, zeigt sich ein kontinuierliches Interesse bayerischer Unternehmen an diesem Markt.“

    Australien gehört zu denführenden Rohstoffexporteurender Welt, ist der weltgrößte Lithiumförderer und verfügt über bedeutende Vorkommen an Seltenen Erden. „Das Abkommen spielt also auch für den Zugang zu kritischen Rohstoffen für Europa eine zentrale Rolle“, erläutert Brossardt.

    Laut vbw muss Europa mit Blick auf die industrielle Expansion Chinas und die angespannten transatlantischen Beziehungen Einigkeit und Stärke demonstrieren. „Wir sind überzeugt, dass jedes Freihandelsabkommen unseren europäischen Wirtschaftsraum und unsere bayerische Volkswirtschaft stärker macht. Deswegen setzen wir auf einezügige Ratifizierung des Abkommensohne unnötige Verzögerungen“, betont Brossardt abschließend.

    Pressekontakt:
    Lena Grümann, Tel. +49 (0) 89-551 78-391, E-Mail: lena.gruemann@vbw-bayern.de
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
  • EU und Australien einigen sich auf Freihandelsabkommen

    Die Europäische Union und Australien haben nach rund acht Jahren die Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen abgeschlossen. Das Vertragswerk werde Zölle und Handelshemmnisse abbauen, die Wirtschaft ankurbeln und damit für mehr Wohlstand sorgen, sagten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Premierminister Anthony Albanese in der australischen Hauptstadt Canberra. 

    Von der Leyen machte deutlich, dass es für die EU wichtig ist, internationale Handelsbeziehungen auszubauen und zu diversifizieren, um Risiken und Abhängigkeiten zu verringern – zumal in einer Zeit, in der die USA unter Präsident Donald Trump mit ihrer aggressiven Zollpolitik ein zunehmend schwieriger Partner sind und China als immer selbstbewusster auftritt.

    Industriebereiche, die besonders von dem Abkommen profitieren könnten, sind der EU-Kommission zufolge etwa Maschinenbau, Chemie, Fahrzeugindustrie und Landwirtschaft. Die EU soll zudem einen besseren Zugang zu Australiens strategisch wertvollen Rohstoffen wie seltenen Erden und Lithium bekommen. 

    «Starkes Signal an den Rest der Welt»

    «Wir senden ein starkes Signal an den Rest der Welt, dass in Zeiten der Turbulenzen Freundschaft und Zusammenarbeit das Wichtigste sind», sagte die deutsche Kommissionspräsidentin. Die EU und Australien seien geografisch weit voneinander entfernt, doch in der Sicht auf die Welt könne man einander kaum näher sein. Enger zusammenrücken will man auch mit einer neuen Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft, die stärkere Kooperation gegen Cyber-Risiken, hybride Bedrohungen sowie ausländische Informationsmanipulation und Einmischung vorsieht.

    Premierminister Albanese erklärte, das Freihandelsabkommen werde beiden Seiten zugutekommen. Für Australien sei der Wegfall von Zöllen auf den Export von Wein und Meeresfrüchten bedeutend. Zudem könnten künftig mehr landwirtschaftliche Produkte wie Rindfleisch in die EU exportiert werden. Umgekehrt sieht das Abkommen die Abschaffung von mehr als 99 Prozent der Zölle auf EU-Warenexporte nach Australien vor, wodurch Firmen aller Größen nach EU-Angaben jährlich rund eine Milliarde Euro an Zöllen sparen würden. Auch soll das Abkommen EU-Fachkräften die Arbeit in Australien erleichtern.

    «Prosecco»-Streit konnte Abkommen nicht aufhalten

    Strittig war bei den Verhandlungen bis zuletzt unter anderem der Umgang mit bestimmten Agrarprodukten, deren Namen in Europa geschützt sind und die bestimmte Herstellungskriterien erfüllen müssen – etwa Feta-Käse, Gruyère und Parmesan. Auch der in Australien produzierte «Prosecco» war der EU ein Dorn im Auge. Doch beide Seiten waren letztlich kompromissbereit. Australische Weinproduzenten dürfen demnach weiter Prosecco herstellen und unter diesem Namen verkaufen, dürfen ihn aber nicht exportieren, wie Albanese erläuterte. 

    Bedenken der europäischen Agrarlobby begegnete die EU-Seite mit dem Hinweis, das Abkommen werde Zölle auf wichtige EU-Ausfuhren wie Käse, Fleischzubereitungen, Wein und Schaumwein, einige Obst- und Gemüsearten einschließlich verarbeiteter Produkte, Schokolade und Zuckerwaren abschaffen. Gleichzeitig werde man für sensible Waren wie Rindfleisch, Schaf- und Ziegenfleisch, Zucker, einige Molkereiprodukte und Reis zollfreie oder zollermäßigte Einfuhren aus Australien nur in begrenztem Umfang zulassen.

    Deutsche Automobilindustrie begrüßt Deal

    Die EU geht davon aus, dass die Exporte aus den Mitgliedstaaten nach Australien im kommenden Jahrzehnt um ein Drittel auf jährlich bis zu 17,7 Milliarden Euro wachsen könnten. Besonderes Wachstumspotenzial gibt es den Angaben zufolge bei Milchprodukten, Kraftfahrzeugen und Chemikalien. EU-Investitionen in Australien könnten um mehr als 87 Prozent zulegen, heißt es.

    Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller, erklärte vorab, das Handelsabkommen werde für die europäische Automobilindustrie «erhebliche Chancen eröffnen», vor allem auch für die exportorientierten deutschen Hersteller. Sie haben auf dem australischen Markt starke Konkurrenz aus China und Japan.

    Die EU ist Australiens drittgrößter Handelspartner nach China und Japan. Umgekehrt liegt Australien im Warenhandel mit den 27 EU-Staaten hingegen nur auf dem 20. Platz. Das Land mit knapp 28 Millionen Einwohnern will über die verstärkte Zusammenarbeit mit der EU auch die Abhängigkeit von seinem größten Handelspartner China reduzieren, der im Indopazifik-Raum immer fordernder auftritt und die Australier seine Machtposition deutlich spüren lässt.

    Wann das Abkommen mit Australien unterzeichnet werden kann, ist noch unklar. Denn der Vertragstext muss noch rechtlich geprüft und in alle Amtssprachen der EU übersetzt werden. Anschließend muss er von den Mitgliedstaaten und vom Europäischen Parlament gebilligt werden.

    Jahrelange Verhandlungen, Scheitern und Neubeginn

    Die EU hatte 2018 beschlossen, die Gespräche für das Handelsabkommen mit Australien zu beginnen. Zwischenzeitlich gab es Verstimmungen, weil die Australier mit den USA und Großbritannien 2021 hinter dem Rücken der EU einen neuen Sicherheitspakt für den Indopazifik-Raum aushandelten und einen milliardenschweren U-Boot-Deal mit Frankreich platzen ließen. Bei einem Treffen im japanischen Osaka 2023 scheiterte das Abkommen schließlich wegen Streitigkeiten über Agrarimporte – dann schliefen die Gespräche ein. 

    Richtig Fahrt nahmen die Verhandlungen erst wieder auf, als Trump erneut ins Weiße Haus einzog. Seither mischt er die einst eher berechenbare Welt des internationalen Handels mit immer neuen Zollentscheidungen auf. Mit seinen politischen Alleingängen macht er aber indirekt auch gute Werbung für den kooperativeren Ansatz der EU – und die mühsame Arbeit daran, verlässliche Handelsbeziehungen durch Freihandelsabkommen zu stärken. Beispiele dafür sind das jüngst nach jahrzehntelangen Verhandlungen unterzeichnete Abkommen mit vier südamerikanischen Staaten des Mercosur-Bunds und die neu vereinbarte große Freihandelszone mit Indien.

  • EU und Australien einigen sich auf Freihandelsabkommen

    Die Europäische Union und Australien haben nach rund acht Jahren die Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen abgeschlossen. Das teilten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Premierminister Anthony Albanese in der australischen Hauptstadt Canberra mit. Beide stellten zudem auch eine neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft vor.

    Von der Leyen machte deutlich, dass es für die EU wichtig ist, internationale Handelsbeziehungen auszubauen und zu diversifizieren, um Risiken und Abhängigkeiten zu verringern – zumal in einer Zeit, in der die USA unter Präsident Donald Trump mit ihrer aggressiven Zollpolitik ein zunehmend schwieriger Partner sind. Das Abkommen mit Australien folgt auch den politischen Zielen der EU, die Beziehungen im Indopazifik-Raum auszubauen und die Kooperation mit gleichgesinnten Demokratien zu stärken.

    Mit dem Abkommen sollen Zölle und Handelshemmnisse abgebaut werden, um die Wirtschaft aller Partner anzukurbeln. Industriebereiche, die besonders von dem Abkommen profitieren könnten, sind der EU-Kommission zufolge etwa Maschinenbau, Chemikalien, Fahrzeugindustrie und Landwirtschaft.

    «Ein starkes Signal an den Rest der Welt»

    «Wir senden ein starkes Signal an den Rest der Welt, dass in Zeiten der Turbulenzen Freundschaft und Zusammenarbeit das Wichtigste sind», sagte die deutsche Kommissionspräsidentin. Die EU und Australien seien geografisch weit voneinander entfernt, doch in der Sicht auf die Welt könne man einander kaum näher sein. Auch mit der neuen Partnerschaften im Bereich Sicherheit und Verteidigung rücke man noch enger zusammen. Sie sieht unter anderem stärkere Kooperation gegen Cyber-Risiken, hybride Bedrohungen sowie ausländische Informationsmanipulation und Einmischung vor.

    Die EU geht davon aus, dass die Exporte aus den Mitgliedstaaten nach Australien im kommenden Jahrzehnt um bis zu 33 Prozent auf jährlich 17,7 Milliarden Euro wachsen könnten. Zu den Schlüsselsektoren mit starkem Wachstumspotenzial zählen den Angaben zufolge Molkereierzeugnisse mit einem erwarteten Plus von bis zu 48 Prozent, Kraftfahrzeuge mit 52 Prozent sowie Chemikalien mit 20 Prozent. EU-Investitionen in Australien könnten um mehr als 87 Prozent zulegen, heißt es.

    Die EU ist nach Angaben aus Brüssel Australiens drittgrößter Handelspartner nach China und Japan. Für die Europäer ist Australien allerdings nur ein relativ kleiner Handelspartner: Im Warenhandel mit den 27 EU-Staaten rangiert das Land mit knapp 28 Millionen Einwohnern auf dem 20. Platz.

    Deutsche Automobilindustrie begrüßt Deal

    Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller, erklärte vorab, das Handelsabkommen werde für die europäische Automobilindustrie «erhebliche Chancen eröffnen», vor allem auch für die exportorientierten deutschen Hersteller, die auf dem australischen Markt mit starker Konkurrenz aus China und Japan um Anteile ringen. «In Zeiten von zunehmendem Isolationismus und Protektionismus sendet das Abkommen ein kraftvolles Signal für fairen und regelbasierten Handel», erklärte Müller. 

    Zuletzt wurden im Jahr nach VDA-Angaben gut 44.000 Autos aus Deutschland nach Australien exportiert – mehr als nach Portugal, aber weniger als nach Norwegen.

    Fast alle Zölle sollen wegfallen

    Das Abkommen sieht die Abschaffung von mehr als 99 Prozent der Zölle auf EU-Warenausfuhren nach Australien vor, wodurch Unternehmen aller Größen nach Angaben aus Brüssel jährlich rund eine Milliarde Euro an Zöllen sparen würden.

    Zudem sind die Öffnung des australischen Dienstleistungsmarktes bei Finanzdienstleistungen und in der Telekommunikation, ein besserer Zugang für EU-Unternehmen zu öffentlichen Aufträgen in Australien und Maßnahmen für eine bessere Versorgung Europas mit kritischen Rohstoffen aus Australien Teil des Abkommens.

    Auch soll es EU-Fachkräften die Arbeit in Australien erleichtern, und mit Einreisequoten für Ingenieure und Forschende auf beiden Seiten die Innovationskraft stärken.

    Wann das Abkommen mit Australien unterzeichnet werden kann, ist noch unklar. Denn der Vertragstext muss noch rechtlich geprüft und in alle Amtssprachen der EU übersetzt werden. Anschließend muss er von den Mitgliedstaaten und vom Europäischen Parlament gebilligt werden.

    Jahrelange Verhandlungen, Scheitern und Neubeginn

    Die EU hatte 2018 beschlossen, Gespräche für ein Freihandelsabkommen mit Australien zu beginnen. Zwischenzeitlich gab es Verstimmungen, weil die Australier mit den USA und Großbritannien 2021 hinter dem Rücken der EU einen neuen Sicherheitspakt für den Indopazifik-Raum namens Aukus aushandelten – samt einem Deal zu U-Booten mit nuklearem Antrieb. Insbesondere die Regierung in Paris war verärgert, weil damit ein Milliardenvertrag für die Lieferung von U-Booten französischer Bauart platzte.

    Bei einem Treffen im japanischen Osaka 2023 scheiterte das Freihandelsabkommen schließlich wegen Streitigkeiten über Agrarimporte – dann schliefen die Gespräche ein. 

    Richtig Fahrt nahmen die Verhandlungen erst wieder auf, seitdem Trump wieder US-Präsident ist. Er mischt die einst eher berechenbare Welt des internationalen Handels mit immer neuen Zollentscheidungen auf. Mit seinen politischen Alleingängen macht er aber indirekt auch gute Werbung für den kooperativeren Ansatz der EU – und die mühsame Arbeit daran, verlässliche Handelsbeziehungen durch Freihandelsabkommen zu stärken.

    Anfang des Jahres unterzeichnete die EU nach jahrzehntelangen Verhandlungen ein Abkommen mit vier südamerikanischen Staaten des Mercosur-Bunds. Außerdem verständigte sie sich jüngst mit Indien auf eine große neue Freihandelszone.

    Nun will auch Australien über verstärkte Zusammenarbeit mit der EU Risiken begrenzen und seine Handelsbeziehungen diversifizieren. Infolge von Trumps Verhalten auch gegenüber den engsten Verbündeten gab es im Land zuletzt zunehmend kritische Fragen zur traditionell felsenfesten geopolitischen Anbindung an die USA. Zudem will Australien die Abhängigkeit von seinem größten Handelspartner China reduzieren, der im Indopazifik-Raum immer fordernder auftritt und seine Machtstellung weiter ausbauen will.

  • Medien: Kwasniok nicht mehr Trainer des 1. FC Köln

    Der 1. FC Köln hat sich Medien zufolge von Trainer Lukas Kwasniok getrennt. Der vom Abstieg bedrohte Fußball-Bundesligist habe den Rauswurf einen Tag nach dem 3:3 gegen Borussia Mönchengladbach beschlossen, berichteten «Bild» und «Express».

  • Münchens OB Reiter gratuliert Grünen-Bewerber zum Sieg

    Münchens SPD-Oberbürgermeister Dieter Reiter hat im Rennen um die Rathausspitze seine Niederlage eingestanden und dem Grünen-Bewerber Dominik Krause gratuliert. Es sei der letzte Tag seiner politischen Karriere, sagte Reiter angesichts eines deutlichen Vorsprungs von Krause bei der laufenden Auszählung der Stichwahl. Reiter stand zuletzt wegen seines Umgangs mit Vereinsmandaten beim FC Bayern München samt Vergütungen in der Kritik.

  • Vorläufiges Ergebnis: Erstmals grüner Oberbürgermeister in München

    Der Grünen-Politiker Dominik Krause ist zum neuen Münchner Oberbürgermeister gewählt worden. Laut vorläufigem Ergebnis gewann Krause 56,4 Prozent der Stimmen. Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) konnte in der Stichwahl nur 43,6 Prozent der Wählerstimmen hinter sich vereinen.