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  • Skoda eröffnet neue Hightech-Fabrik für Batteriesysteme

    Die tschechische VW-Tochter Skoda hat nach weniger als einjähriger Bauzeit ein neues Montagewerk für Batteriesysteme eröffnet. In der Halle am Stammsitz in Mlada Boleslav werden Batteriesysteme für bis zu 335.000 Fahrzeuge pro Jahr vom Fließband laufen, wie der Autobauer mitteilte. In den Ausbau der Batterieproduktion seien 205 Millionen Euro geflossen. Das neue Werk erstrecke sich über eine Fläche von 55.000 Quadratmetern.

    Kostensenkende Fertigung

    Mit dieser Investition werde Skoda zum größten Hersteller von Batteriesystemen für BEV (batterieelektrische Fahrzeuge) innerhalb des Volkswagen-Konzerns, sagte Thomas Schäfer, Chef der Wolfsburger Kernmarke VW. In der neuen Halle kommt die «Cell-to-Pack»-Technik zum Einsatz, bei welcher die Zellen ohne den Zwischenschritt über ein Modul direkt in das Akkupaket integriert werden. Die Technik zeichnet sich nach Angaben von Skoda durch Langlebigkeit, vereinfachte Fertigung und Kosteneffizienz aus.

    Taktzeit von nur 60 Sekunden

    Mit den neuen Batteriesystemen aus Mlada Boleslav sollen Modelle mehrerer Marken des Volkswagen-Konzerns versorgt werden. Eine hohe Automatisierungsrate und der Einsatz von 131 Industrierobotern gewährleisten Skoda zufolge eine Taktzeit von nur 60 Sekunden pro Batteriesystem. An der Eröffnungsfeier nahmen der tschechische Regierungschef Andrej Babis und Industrieminister Karel Havlicek teil.

    Skoda fertigt seit September 2019 Hochvolt-Batteriesysteme. Die Tochtermarke gilt als wichtiges Zugpferd im zuletzt krisengeschüttelten Volkswagen-Konzern. Skoda lieferte im vorigen Jahr erstmals seit 2019 wieder mehr als eine Million Fahrzeuge aus. Davon war mehr als jedes fünfte ein E-Auto oder ein Plug-in-Hybrid. Der Autohersteller plant noch in diesem Jahr die Premiere des neuen vollelektrischen City-SUV Epiq sowie des Flaggschiffs Peaq mit bis zu sieben Sitzen.

    Klare Arbeitsteilung

    Im Dezember hatte die Konzernschwester Seat bereits ein Batteriesystem-Montagewerk in Martorell bei Barcelona eröffnet. Dort sollen Batteriesysteme für bis zu 300.000 Elektro-Kleinwagen wie den VW ID. Polo entstehen. Laut VW gilt hier innerhalb des Konzerns eine klare Arbeitsteilung: In Spanien entstehen die Batteriesysteme für die Kleinwagen mehrerer Konzernmarken, die dort in diesem Jahr in Serie gehen sollen, in Tschechien die für mittelgroße Fahrzeuge aufwärts. Auch der Skoda Epiq soll in Spanien gebaut werden.

  • Epstein-Skandal: Chef des Weltwirtschaftsforums tritt zurück

    Nach Bekanntwerden seiner Kontakte zu Sexualstraftäter Jeffrey Eppstein tritt Børge Brende als Chef des Weltwirtschaftsforums (WEF) zurück. Zu diesem Entschluss sei er nach reiflicher Überlegung gekommen, sagte der ehemalige norwegische Außenminister einer WEF-Mitteilung zufolge.

  • Nächster Bundespräsident wird am 30. Januar 2027 gewählt

    Der nächste Bundespräsident wird am 30. Januar kommenden Jahres gewählt. Für diesen Tag will Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) die Bundesversammlung einberufen, um einen Nachfolger für Frank-Walter Steinmeier zu bestimmen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Parlamentskreisen.

  • Piloten der Lufthansa-Tochter Cityline stimmen für Streik

    Die Piloten der Lufthansa-Regionaltochter Cityline haben in einer Urabstimmung für einen Streik gestimmt. Einen Termin für den möglichen Arbeitskampf um höhere Gehälter nannte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit zunächst nicht.

  • Epstein-Skandal: Chef des Weltwirtschaftsforums tritt zurück

    Nach Bekanntwerden seiner Kontakte zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein tritt Børge Brende als Chef des Weltwirtschaftsforums (WEF) zurück. Zu diesem Entschluss sei er nach reiflicher Überlegung gekommen, sagte der ehemalige norwegische Außenminister einer WEF-Mitteilung zufolge.

  • Wie der Bodensee zur Rüstungshochburg wird

    Bekannt ist der Bodensee vor allem als idyllische Urlaubsregion mit Zeppelinen und Segelschiffen. Doch an den Ufern reihen sich auch wichtige Standorte für die Rüstungsindustrie. Hinter Zäunen und Werksmauern arbeiten Menschen an Motoren für Panzer, an Flugabwehrsystemen, an Technologien für Verteidigungsstrategien und Einsatzpläne. 

    Namhafte Unternehmen wie Diehl Defence, Airbus Defence and Space, Rheinmetall und Rolls-Royce Power Systems produzieren und entwickeln am Bodensee Wehrtechnik. Die Region zählt neben Bayern und NRW sowie den Werften an Nord- und Ostsee zu den wichtigsten im Land für die Branche. Und die boomt gerade. 

    Panzermotoren sorgen für Rekorde 

    Im Zentrum steht in Friedrichshafen der Großmotorenhersteller Rolls-Royce Power Systems, vielen noch unter der Marke mtu bekannt. Das Tochterunternehmen eines britischen Konzerns produziert Antriebe für Schiffe, Energieanlagen – und für Militärfahrzeuge wie den Schützenpanzer Puma. 2025 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 5,72 Milliarden Euro. Vorstandschef Jörg Stratmann sprach von einem Rekordjahr und einer sehr guten Auftragslage.

    Die gestiegene Nachfrage der Bundeswehr und anderer Staaten macht sich direkt in der Region bemerkbar. Rolls-Royce Power Systems hatte erst kürzlich zusätzliches Personal gesucht und sich Beschäftigte vom angeschlagenen Autozulieferer ZF in Friedrichshafen «ausgeliehen». Geplant ist nun auch ein neues Werk, dass 2028 fertig sein soll.

    Gefragtes Flugabwehrsystem Iris-T kommt auch vom Bodensee 

    Ein zweiter zentraler Akteur am Bodensee ist Diehl Defence mit seinem Standort in Überlingen. Diehl ist unter anderem wegen seiner Luftabwehrsysteme bekannt. Die Iris-T-Systeme des Herstellers gehören zu den modernsten Luftabwehrwaffen weltweit und sind auch in der Ukraine im Einsatz. 

    Die Rüstungssparte des Nürnberger Diehl-Konzerns steigerte ihren Umsatz im vergangenen Jahr um rund 60 Prozent auf etwa 1,8 Milliarden Euro – mit weiter steigender Tendenz. Am Bodensee sollen bis 2030 rund 2.000 neue Jobs entstehen, auch neue Fertigungsflächen sind in Arbeit.

    Neue Panzer-Fabrik geplant

    Der internationale Rüstungskonzern General Dynamics European Land Systems (GDELS) baut in der Bodensee-Gemeinde Immenstaad einen neuen Standort für die Herstellung von Radpanzern des Typs Piranha. Mit einem feierlichen Spatenstich fiel im Dezember der offizielle Startschuss für das Projekt: Auf einer Fläche von rund 10.000 Quadratmetern entsteht eine Produktionshalle mit angeschlossenen Büro- und Sozialbereichen. 

    Bis Ende 2026 sollen rund 100 Beschäftigte mit der Montage der Radpanzer beginnen. Auftraggeber ist die Bundeswehr. Sie hatte GDELS Ende Oktober damit betraut, mit dem Radpanzer «Luchs 2» ein neues Spähfahrzeug für die Heeresaufklärungstruppe zu liefern. Der Auftrag für die Bundeswehr hat ein Volumen von rund drei Milliarden Euro.

    Standorte von Airbus und Rheinmetall 

    Auch in Immenstaad ist der Standort von Airbus Defence and Space, an dem neben Satelliten auch an militärischen Flugzeugen und Aufklärungssystemen gearbeitet wird. Es entstehen etwa Mobile Hospitäler. Seinen berühmten Eurofighter-Kampfjet montiert der Hersteller im oberbayerischen Manching. Kunden sind Streitkräfte auf der ganzen Welt.

    Auch die aus einer früheren Sparte des Airbus-Konzerns 2017 hervorgegangene Hensoldt AG, die Sensor- und Radarsysteme herstellt, hat neben München und Ulm auch einen Sitz in Immenstaad. In Stockach – mehr als 30 Kilometer westlich – betreibt Rheinmetall Soldier Electronics ein Werk. Dort freute man sich erst im Dezember über einen Rekordauftrag der Bundeswehr in dreistelliger Millionenhöhe für Laser-Licht-Module.

    Warum ist die Industrie am Bodensee?

    Das liegt unter anderem an der Luftfahrtindustrie, die mit dem Zeppelin eine lange Tradition am Bodensee hat. Im ganzen Bundesland sei die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie breit aufgestellt und über das ganze Land verteilt, erklärte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums.

    Schätzungen der Tübinger Informationsstelle für Militarisierung zufolge gibt es in Baden-Württemberg mehr als 120 Unternehmen in der Rüstungsbranche, verteilt auf über 70 Standorte – Tendenz steigend. «Immer mehr Unternehmen versuchen damit Geld zu verdienen», sagte Andreas Seifert, der die Informationsstelle mitgegründet hat.

    Verein kritisiert Ausbau der Industrie

    Baden-Württemberg gehöre neben Bayern zu den Bundesländern, die hoffen, was vom «Rüstungskuchen» abzubekommen. Seitdem die Branche aus der «Schmuddelecke» raus sei, werde offener über das Geschäft gesprochen. Der gemeinnützige Verein, den es seit den 90er Jahren gibt, gehört zu den Kritikern der Rüstungsindustrie und will das Bewusstsein für die Verzweigungen in der Branche fördern. 

    Viele der Firmen würden in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem mit Luft- und Raumfahrt, Maschinenbau oder Elektronik verbunden. Ein Teil ihrer Produkte geht jedoch direkt oder indirekt in militärische Anwendungen.

  • EU-Kommission kündigt Anwendung von Mercosur-Abkommen an

    Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und südamerikanischen Mercosur-Staaten wird trotz einer noch ausstehenden Überprüfung durch den Gerichtshof der Europäischen Union in Kürze angewendet. Das kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel an. Zuvor hatten am Donnerstag die beiden Mercosur-Staaten Uruguay und Argentinien das Abkommen ratifiziert und damit den Weg für diesen Schritt geebnet.

    Das Mercosur-Abkommen schaffe einen Markt mit 720 Millionen Menschen und senke Zölle in Milliardenhöhe, sagte von der Leyen. Für Unternehmen öffneten sich Märkte in einer Größenordnung, von denen sie zuvor nur hätten träumen können.

    Termin ist noch nicht fix

    Einen konkreten Termin für die vorläufige Anwendung nannte die Kommission zunächst nicht. Frühestens wäre nach den Regeln der 1. April möglich, wenn die Formalitäten bis Ende Februar abgeschlossen werden können. Sonst wäre es vermutlich der 1. Mai.

    Die vorläufige Anwendung wird es Unternehmen in der EU und aus Uruguay und Argentinien schon vor dem formellen Inkrafttreten des Abkommens ermöglichen, von attraktiven neuen Zollregeln und anderen Vorteilen zu profitieren. Dies ist vor allem deswegen relevant, weil das formelle Inkrafttreten wegen des Europäischen Parlaments noch Monate oder länger auf sich warten lassen könnte. Dieses hatte im Januar mit knapper Mehrheit beschlossen, das Abkommen vor einer endgültigen Abstimmung vom Europäischen Gerichtshof überprüfen zu lassen.

    Richter prüfen Abkommen 

    Wie lange es dauert, bis die Luxemburger Richterinnen und Richter ihre Einschätzung vorlegen, ist unklar. Es gibt keine Frist. Aus Luxemburg hieß es, dass die letzten Gutachtenverfahren zwischen 16 und 26 Monaten gedauert hätten.

    Gegner des Abkommens kritisieren, es sei so angelegt, dass die Freihandelsabsprachen von Mitgliedstaaten nicht nach dem Einstimmigkeitsprinzip angenommen werden mussten. Zudem wird befürchtet, dass EU-Standards bei Verbraucherschutz, Umwelt und Tierwohl beeinträchtigt werden könnten – was die EU-Kommission allerdings kategorisch zurückweist.

    Chancen für europäische Auto- und Pharmahersteller

    Der Mercosur-Deal war zu Jahresbeginn in Paraguay nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen gegen den Willen von Staaten wie Frankreich und Polen unterzeichnet worden. Durch den Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen soll der Austausch von Waren und Dienstleistungen angekurbelt werden. Besonders große Chancen werden für die Autoindustrie, den Maschinenbau und die Pharmabranche gesehen. Auf Autoimporte in die Mercosur-Länder wird beispielsweise derzeit ein Zoll in Höhe von 35 Prozent fällig.

    Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, zeigte sich am Freitag entsprechend zufrieden. «Die vorläufige Anwendung des Handelsteils des EU-Mercosur-Abkommens ist eine gute Nachricht für die Wirtschaft in Europa und für die deutsche Automobilindustrie», kommentierte sie. Die EU-Kommission sende damit in Zeiten des erstarkenden Protektionismus weltweit ein richtiges Signal für den weltweiten und fairen Handel.

    Symbol gegen Trumps Protektionismus

    Müller spielte damit darauf an, dass das Freihandelsabkommen auch als ein Zeichen gegen die protektionistische Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump gilt. Von der Leyen sagte dazu, der Deal sei «eine Plattform für tiefes politisches Engagement mit Partnern, die die Welt so sehen wie wir und die an Offenheit, Partnerschaft und guten Glauben glauben – Partnern, die verstehen, dass offener und regelbasierter Handel positive Ergebnisse für alle liefert». Mercosur verkörpere den Geist, in dem Europa auf der globalen Bühne handele. «Europa wird stärker und unabhängiger», ergänzte sie.

    Neben Wirtschaftsvertretern begrüßte auch die Bundesregierung die Ankündigung der EU-Kommission zur vorläufigen Anwendung des Mercosur-Abkommens. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich in den vergangenen Monaten mehrmals dafür ausgesprochen.

    Schutz vor Agrar-Dumpingpreisen 

    Widerstand gegen das Abkommen hatte es in Europa vor allem aus der Agrarlobby gegeben. Diese sieht die Konkurrenz aus den Mercosur-Staaten als Existenzbedrohung für die europäische Landwirtschaft. In Südamerika können etwa Agrarprodukte wie Rindfleisch günstiger produziert werden als in Europa. 

    Um ausreichend viele Regierungen der Mitgliedstaaten dennoch zur Unterstützung des Abkommens zu bewegen, wurden in den vergangenen Monaten noch weitreichende zusätzliche Schutzmechanismen für Landwirte geschaffen. Im Fall eines schädlichen Anstiegs der Einfuhren aus den Mercosur-Staaten oder eines übermäßigen Preisverfalls für die EU-Erzeuger sollen damit rasch Gegenmaßnahmen in Gang gesetzt werden können. Diese würden dazu führen, dass Zollvorteile vorübergehend wieder ausgesetzt werden.

    Neben Uruguay und Argentinien sind auch Brasilien und Paraguay bei dem Abkommen mit dabei. Sie werden auch von der vorläufigen Anwendung profitieren können, wenn sie den nationalen Zustimmungsprozess abgeschlossen haben.

  • Rolls-Royce: Gute Geschäfte mit Notstrom und Panzermotoren

    Der Großmotorenhersteller Rolls-Royce Power Systems hat seine Rekordzahlen der vergangenen Jahre noch einmal deutlich übertroffen. Das Unternehmen mit britischem Mutterkonzern erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 5,72 Milliarden Euro, wie es am Hauptsitz in Friedrichshafen mitteilte. Das sei ein Anstieg von 19 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor. «In den vergangenen drei Jahren haben wir unseren Umsatz 50 Prozent gesteigert», sagte der Vorstandsvorsitzende Jörg Stratmann.

    Der bereinigte Betriebsgewinn liege mit 995 Millionen Euro etwa 60 Prozent über dem des Jahres 2024. In den vergangenen drei Jahren sei der Betriebsgewinn verdreifacht worden, so Stratmann weiter. Ein Nettoergebnis wurde nicht genannt. 

    Die Auftragsbücher sind Stratmann zufolge voll. Der Auftragseingang liege bei mehr als sieben Milliarden Euro und damit 21 Prozent höher als im Jahr zuvor. 

    Was macht Rolls-Royce Power Systems?

    Punkten kann der Großmotorenhersteller in Krisenzeiten vor allem mit Notstromaggregaten für Rechenzentren und Panzermotoren. Unter der Marke mtu vertreibt Rolls-Royce Power Systems auch Großmotoren für Jachten und schwere Land- und Schienenfahrzeuge. Die Dieselaggregate sichern etwa auch Krankenhäuser und Flughäfen vor möglichen Stromausfällen ab. 

    11.000 Menschen arbeiten weltweit für den Konzern, mehr als die Hälfte davon in zwei Werken und anderen Unternehmensteilen am Hauptstandort Friedrichshafen. Mit einem Bonus von 2.800 Euro sollen sie am Unternehmenserfolg beteiligt werden. 

    Ein drittes Werk soll nun dazu kommen, wie Stratmann sagte. «Unsere Fabriken arbeiten an der Kapazitätsgrenze.» Deshalb werde so stark investiert wie nie zuvor – weltweit. Der Spatenstich für Werk 3 ist für dieses Jahr geplant. 2028 soll es fertig werden. 

    1.000 neue Stellen im laufenden Jahr geplant

    In den Ausbau und die Modernisierung fließe ein hoher dreistelliger Millionenbetrag. Im laufenden Jahr sollen zudem mehr 1.000 neue Stellen weltweit besetzt werden, die Hälfte davon am Bodensee. «Wir suchen qualifizierte Fachkräfte», sagte Arbeitsdirektorin Thelse Godewerth. In diesen Zeiten sei dies eine gute Nachricht. 

    Das Geschäft mit Rechenzentren macht laut Power Systems mittlerweile etwa die Hälfte des Umsatzes aus. Stratmann geht davon aus, dass sich dieser Markt weiter gut entwickeln werde. Eine zuverlässige Stromversorgung für Rechenzentren sei sehr wichtig.

    Seit mehr als 60 Jahren im Verteidigungs-Business

    Beim sogenannten Behördengeschäft, zu dem die Panzermotoren für Modelle wie Leopard und Puma gehören, liegt der Anteil am Umsatz den Angaben nach bei rund 25 Prozent. Vor wenigen Jahren lag dieser noch bei knapp zehn Prozent. Die Nachfrage ist dem Unternehmen zufolge stark. Zu den Kunden gehören demnach etwa die Bundeswehr, Nato-Staaten und ihre Verbündeten.

  • Sachsen-Anhalt will Intel-Fläche schnell zurückkaufen

    Nach dem Rückzug des US-Chipherstellers Intel setzt das Land Sachsen-Anhalt auf einen zeitnahen Rückkauf der Industriefläche in Magdeburg. Die Stadt habe ein Vorkaufsrecht, sagte Finanzminister Michael Richter (CDU) in Magdeburg. Das Land führe derzeit Gespräche mit der Kommune und mit dem Unternehmen. «Intel erwartet auch relativ zügige Verhandlungen.» 

    Parallel dazu wird die Erschließung des Hightech-Parks vorangetrieben. Für die Versorgung mit Strom und Wasser sollen in den nächsten zwei Jahren die wichtigsten Voraussetzungen geschaffen werden. «Strom ist ein Riesenthema», sagte Richter. 

    Chips für KI-Rechenzentren 

    Der US-Hersteller Intel hatte seine Pläne für eine Chipfabrik in Magdeburg vor einigen Monaten endgültig aufgegeben. Gespräche werden derzeit mit einem anderen Unternehmen geführt: FMC will Chips für KI-Rechenzentren produzieren. Mit dem Bund und der EU laufen Verhandlungen zu möglichen Förderungen. 

    FMC (Ferroelectric Memory Company) wurde 2016 gegründet und ist aus dem Umfeld der Technischen Universität Dresden entstanden. Hinter FMC stehen unter anderem die Unternehmen Bosch, Air Liquide, Merck und weitere internationale Investoren. Magdeburg wäre die erste Chipfabrik von FMC in Deutschland. Dabei geht es um eine Fläche von rund 100 Hektar. Der Hightech-Park umfasst eine Gesamtfläche von etwa 1.100 Hektar. 

    Klärung bis zum Sommer? 

    Die Finanzierung solle bis zum Sommer stehen, sagte Richter. Details wollte er mit Verweis auf die laufenden Gespräche mit FMC aktuell nicht bekanntgeben. Er betonte zudem, dass weitere Investoren an einer Ansiedlung in Magdeburg interessiert sind. «Es gibt auch andere Anfragen», sagte Richter. 

    Das gilt nicht nur für den Norden, sondern auch den Süden des Landes, wo der Strukturwandel im Zuge des Braunkohleausstiegs voranschreitet. «Wir schaffen Infrastruktur», sagte Wirtschaftsstaatssekretärin Stefanie Pötzsch. Sie sei sehr sicher, dass man die Industrieflächen auch besetzt bekomme. «Die Anfragen sind da.» So gebe es diese etwa aus den Bereichen Maschinenbau, Chemie und der Halbleiter-Wertschöpfungskette.

  • Haushaltsausschuss bewilligt Kamikazedrohnen mit Auflagen

    Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat der Beschaffung von Kamikazedrohnen für die Bundeswehr zugestimmt. Die Fachpolitiker billigten Pläne des Verteidigungsministeriums unter Auflagen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus der Sitzung erfuhr.