Autor: Stojancho Gjorgjiev

  • Warken wird Kanzleramtschefin

    Die bisherige Bundesgesundheitsministerin Nina Warken wird neue Kanzleramtschefin. Das teilte Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin mit. Die CDU-Politikerin folgt auf Thorsten Frei, der an die Unionsfraktionsspitze wechseln soll.

  • Blume will VW-Sparpaket bis Jahresende festzurren

    VW-Chef Oliver Blume strebt eine Verabschiedung seines neuen Sparpakets für den Konzern noch in diesem Jahr an. Sein Ziel sei es, dazu bis Jahresende Beschlüsse im Aufsichtsrat zu treffen, sagte Blume im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

  • Per Mertesacker wird DFB-Geschäftsführer

    Per Mertesacker wird Geschäftsführer beim Deutschen Fußball-Bund. Der frühere Weltmeister übernimmt den Posten zum Jahresbeginn 2027, Vorgänger Andreas Rettig bleibt bis dahin im Amt, wie der DFB kurz nach der Ernennung von Jürgen Klopp zum Bundestrainer mitteilte.

  • Kann autonomes Fahren zum Motor des Strukturwandels werden?

    Erst kam das Elektroauto, nun rückt das autonome Fahren in den Fokus. Während deutsche Hersteller noch mit den Folgen des Umbruchs zur Elektromobilität ringen und Werke wie der VW-Standort Zwickau unter Druck geraten sind, warnen Branchenvertreter bereits vor der nächsten technologischen Herausforderung. Sie sehen im autonomen Fahren die Chance, den Anschluss an die internationale Konkurrenz nicht erneut zu verlieren.

    Ganz neu ist die Technik dabei längst nicht mehr. In Hamburg können ausgewählte Fahrgäste bereits mit selbstfahrenden Kleinbussen unterwegs sein, weitere Projekte laufen unter anderem in Hessen, Berlin und München. Auch Sachsen-Anhalt beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema. Die entscheidende Frage lautet nun: Gelingt es Deutschland diesmal, aus einer Zukunftstechnologie auch wirtschaftlich Kapital zu schlagen?

    Deutschland unter Zugzwang

    Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sieht Deutschland unter Zugzwang. «Beim autonomen Fahren herrscht weltweit eine große Dynamik, die vor allem aus Ländern wie den USA und China kommt», sagt VDV-Präsident Ingo Wortmann. Der Verband fordert deshalb eine nationale Strategie, mehr Investitionen und bessere Rahmenbedingungen.

    Auch aus Sicht der Industrie eröffnet das autonome Fahren neue Chancen für Ostdeutschland. Karsten Schulze, Geschäftsführer des Technologieunternehmens FDTech, das Software und Systeme für automatisiertes und autonomes Fahren entwickelt, verweist auf die Kompetenzen ostdeutscher Unternehmen. Diese deckten die gesamte Wertschöpfungskette von der Algorithmenentwicklung über Sensorik bis zur Funktionsabsicherung ab und reichten weit über den Individualverkehr hinaus – etwa in den öffentlichen Nahverkehr, die Logistik, Landwirtschaft oder den Bau.

    «Wir sind mit all unserer Stärken noch wettbewerbsfähig – aber nicht mehr Vorreiter, weil die Rahmenbedingungen anderswo deutlich vorteilhafter sind», sagt Schulze. Jetzt müsse der politische und gesellschaftliche Rahmen so gesetzt werden, dass die Technologie auch in Deutschland zum Einsatz komme. «Sonst bleiben wir am Ende nur Integrator fremder Technik, statt selbst Technologieentwickler zu sein.»

    Sachsen-Anhalt setzt auf Modellregion

    Auch Sachsen-Anhalt setzt auf die Technologie. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums soll das Land bis 2030 Modellregion für autonomes Fahren im öffentlichen Nahverkehr werden. Chancen sieht das Ministerium unter anderem für Automobilzulieferer sowie Unternehmen aus Maschinenbau, Chemie und Elektronik. Forschungseinrichtungen wie das Institut für Kompetenz in AutoMobilität (IKAM) in Magdeburg sollen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen bei der Transformation unterstützen.

    Der neue Branchenverband SAHREG Automotive erwartet kurzfristig allerdings noch keine größeren wirtschaftlichen Effekte. «Momentan sind wir hier in Sachsen-Anhalt in der Forschungsphase mit regionalen Pilotprojekten, zum Beispiel in Magdeburg und Stolberg», sagt SAHREG-Chef Jens Lücke. Mittel- bis langfristig sieht der Verband Chancen vor allem bei Sensorik, Kameratechnik, Software und Testdienstleistungen.

    Vom Testbetrieb zum Linienverkehr

    Wie weit die Entwicklung bereits ist, zeigen Projekte in Magdeburg. Nach dem Shuttlebus «Elbi» wird derzeit im Forschungsprojekt «IMIQ – Intelligente Mobilität im Quartier» an der nächsten Generation autonomer Busse gearbeitet. Ziel sei es, «ganz grundsätzlich nachhaltige, skalierbare und gesellschaftlich etablierte Mobilitätslösungen für Magdeburg und Sachsen-Anhalt zu entwickeln», heißt es von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

    Im Unterschied zu «Elbi» soll ein deutlich größerer Bus mit bis zu 20 Sitzplätzen und einer Geschwindigkeit von bis zu 50 Kilometern pro Stunde zum Einsatz kommen. Eine Leitstelle soll die Fahrzeuge künftig aus der Ferne überwachen. Langfristiges Ziel ist ein autonomer Linienbetrieb.

    Zwischen Vorreiterrolle und Aufholbedarf

    Hartmut Zadek, Leiter des Lehrstuhls Logistik an der Otto-von-Guericke-Universität und verantwortlich für den Aufbau des Reallabors zur Erprobung neuer Mobilitätskonzepte, sieht Sachsen-Anhalt mit Projekten wie «Elbi», «Thyra Floh» in Stolberg und «IMIQ» bundesweit in einer Vorreiterrolle. Bis 2029 solle ein autonomer Bus in Magdeburg in den Regelbetrieb gehen. Zwar verfüge Deutschland nach seiner Einschätzung bereits über einen international führenden Rechtsrahmen für autonomes Fahren. «Deutschland hat mit den gesetzlichen Regelungen zum autonomen Fahren aus 2023 und 2025 einen weitgehenden Rechtsrahmen geschaffen und ist damit Vorreiter weltweit.» Gleichzeitig müsse das Land «schneller in der Anwendung werden».

    Auch die Magdeburger Verkehrsbetriebe sehen Fortschritte, mahnen aber zur Geduld. «Aus betrieblicher Sicht zeigte das Projekt jedoch auch deutlich, dass bis zu einem regulären Einsatz im Linienverkehr noch erheblicher Entwicklungsbedarf besteht», teilten die Verkehrsbetriebe mit. Bis zu einem flächendeckenden Einsatz seien deshalb weitere technische Fortschritte nötig. Erst wenn autonome Fahrzeuge zuverlässig unterwegs seien und die rechtlichen Voraussetzungen stimmten, könne die Technik den Nahverkehr sinnvoll ergänzen.

    Ob autonomes Fahren tatsächlich zum nächsten Wachstumsmotor für die deutsche Automobilindustrie wird, ist offen. Während Deutschland den Wandel zur Elektromobilität vielerorts nur schwer aufholen konnte, beginnt beim autonomen Fahren bereits der nächste internationale Wettbewerb.

  • Kann autonomes Fahren zum Motor des Strukturwandels werden?

    Die Transformation der Automobilindustrie ist für Sachsen längst Realität. Während Hersteller und Zulieferer den Wandel zur Elektromobilität bewältigen müssen und Standorte wie das Volkswagen-Werk in Zwickau unter Druck geraten sind, rückt bereits die nächste Schlüsseltechnologie in den Fokus: autonomes Fahren. Politik, Wissenschaft und Unternehmen verbinden damit die Hoffnung, den Strukturwandel nicht nur zu bewältigen, sondern neue Wertschöpfung im Freistaat aufzubauen.

    Ganz neu ist die Technik dabei längst nicht mehr. In Hamburg können ausgewählte Fahrgäste bereits mit selbstfahrenden Kleinbussen unterwegs sein, weitere Projekte laufen unter anderem in Berlin, Hessen und Bayern. Auch Sachsen arbeitet seit Jahren an entsprechenden Technologien und will autonome Fahrzeuge bis 2030 im öffentlichen Nahverkehr in den Regelbetrieb bringen. Dafür unterzeichneten im Frühjahr 19 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kommunen und Politik eine gemeinsame Absichtserklärung.

    Deutschland unter Zugzwang

    Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sieht Deutschland im internationalen Wettbewerb unter Zugzwang. «Beim autonomen Fahren herrscht weltweit eine große Dynamik, die vor allem aus Ländern wie den USA und China kommt», sagt VDV-Präsident Ingo Wortmann. Der Verband fordert deshalb eine nationale Strategie, mehr Investitionen und bessere Rahmenbedingungen.

    Auch aus Sicht der Industrie eröffnet das autonome Fahren neue Chancen für Sachsen und Ostdeutschland. Karsten Schulze, Geschäftsführer des Chemnitzer Technologieunternehmens FDTech, verweist auf die besondere Stärke der Region. Rund um Chemnitz gebe es eine deutschlandweit einzigartige Dichte spezialisierter Unternehmen, die gemeinsam die gesamte Wertschöpfungskette von der Algorithmenentwicklung über Sensorik bis zur Funktionsabsicherung abdeckten. Die Kompetenzen reichten weit über den Automobilbau hinaus und könnten auch im öffentlichen Nahverkehr, der Logistik, Landwirtschaft oder im Bau eingesetzt werden.

    «Wir sind mit all unserer Stärken noch wettbewerbsfähig – aber nicht mehr Vorreiter, weil die Rahmenbedingungen anderswo deutlich vorteilhafter sind», sagt Schulze. Jetzt müsse der politische und gesellschaftliche Rahmen so gesetzt werden, dass die Technologie auch in Deutschland zum Einsatz komme. «Sonst bleiben wir am Ende nur Integrator fremder Technik, statt selbst Technologieentwickler zu sein.»

    Sachsen setzt auf Zukunftstechnologien

    Die Staatsregierung setzt dabei nicht allein auf den klassischen Fahrzeugbau. Sie sieht die Zukunft vor allem dort, wo Automobilindustrie, Halbleiter, Software und Forschung zusammenkommen. Autonomes Fahren verbinde Robotik, Künstliche Intelligenz, Sensorik und Datenmanagement zu einer neuen Schlüsseltechnologie. Gerade daraus könnten neue industrielle Wertschöpfung und Arbeitsplätze entstehen.

    Nach Einschätzung des Wirtschaftsministeriums bringt Sachsen dafür gute Voraussetzungen mit. Neben einer starken Automobil- und Maschinenbauindustrie verfüge der Freistaat über Europas größtes Mikroelektronik-Cluster Silicon Saxony sowie leistungsfähige Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Softwareentwicklung, Systemvalidierung und digitale Dienstleistungen könnten den klassischen Fahrzeugbau künftig ergänzen, hieß es. 

    Vom Labor auf die Straße

    Seit Jahren fördert der Freistaat nach eigenen Angaben Forschungs- und Pilotprojekte. An der Technischen Universität Dresden entsteht im Smart Mobility Lab in Schwarzkollm eine Versuchshalle für autonome Systeme. In Leipzig soll das Verbundprojekt «Sächsische Initiative Automatisierte Shuttle im ÖPNV» (SIAS-ÖV) den Weg für fahrerlose Shuttlebusse ebnen. Parallel unterstützt Sachsen Kommunen und Verkehrsunternehmen bei Machbarkeitsstudien und der Vorbereitung auf den späteren Einsatz autonomer Fahrzeuge.

    Dass die Technik zunehmend den Sprung aus dem Labor schafft, zeigen erste Projekte bereits heute. So ist der automatisierte Shuttlebus «Flash» seit 2023 im Landkreis Nordsachsen im Testbetrieb unterwegs. Noch fährt ein Operator zur Sicherheit mit, künftig soll der Bus jedoch über eine Leitstelle aus der Ferne überwacht werden.

    Mit der «Vision 2030: Autonomes Fahren im sächsischen ÖPNV» verfolgt der Freistaat das Ziel, autonome Fahrzeuge schrittweise in den Regelbetrieb zu bringen. Vor allem im städtischen Umland und im ländlichen Raum sollen dadurch neue Mobilitätsangebote entstehen. Auch erste konkrete Vorhaben laufen bereits: In Dorfhain im Nordwesten des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge soll künftig ein autonomer Shuttlebus die Gemeinde mit dem Bahnhof Edle Krone verbinden und so den öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen.

    Zwischen Forschung und Regelbetrieb

    Nach Einschätzung des Infrastrukturministeriums verfügt Deutschland inzwischen über umfangreiche Erfahrungen aus Forschungs- und Pilotprojekten sowie über einen Rechtsrahmen für autonome Fahrzeuge. Jetzt komme es darauf an, ausreichend Fahrzeuge, Infrastruktur und qualifiziertes Personal bereitzustellen. Dafür brauche es insbesondere eine verlässliche Finanzierung durch den Bund und Unterstützung für Modellregionen.

    Ob autonomes Fahren tatsächlich zum nächsten Wachstumsmotor für Sachsens Schlüsselindustrie wird, ist offen. Dass die Technologie inzwischen weit mehr ist als ein Forschungsthema, zeigte zuletzt auch der Sächsische Industriedialog in Chemnitz. Dort diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik autonomes Fahren bereits als Baustein für den Strukturwandel der Industrie. Während Deutschland den Wandel zur Elektromobilität vielerorts nur mühsam bewältigte, beginnt mit dem autonomen Fahren bereits der nächste internationale Wettbewerb.

  • US-Regierung genehmigt Atom-Deal mit Saudi-Arabien

    Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will Saudi-Arabien beim Aufbau eines zivilen Atomprogramms helfen. Die Energieminister beider Länder, Chris Wright und Abdulasis bin Salman, unterzeichneten in Washington ein entsprechendes Abkommen, wie das US-Energieministerium mitteilte.

  • Trump: Angriff auf Brücke oder Kraftwerk für Schiffsbeschuss

    Die USA werden nach den Worten von US-Präsident Donald Trump künftig jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk im Iran «bombardieren und zerstören», wenn die Islamische Republik ein Schiff in der Straße von Hormus beschießt. Das teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit.

  • Merz und Söder schlagen Frei als Unionsfraktionschef vor

    Die Vorsitzenden von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, haben Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) offiziell als neuen Vorsitzenden der Unionsfraktion im Bundestag vorgeschlagen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus einer digitalen Sitzung des Fraktionsvorstands, an der Merz und Söder teilnahmen.

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