Autor: Stojancho Gjorgjiev

  • Boomer gehen in Rente – und ihr Wissen geht mit

    Köln (ots)

    • Atradius-Umfrage: Mehrzahl der Unternehmen stemmt sich mit gezielten Maßnahmen gegen Wissensverlust
    • Jede fünfte Firma allerdings ohne systematische Strategie zur Sicherung der Kenntnisse ihrer Beschäftigten

    Deutschlands Boomer gehen mit großen Schritten auf die Rente zu. Bis 2039 erreichen oder überschreiten rund 13,4 Millionen Menschen der Generation der Boomer und Babyboomer das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren. „Mit dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben geht viel Wissen verloren, das angesichts des Fachkräftemangels mehr denn je benötigt wird“, sagt Frank Liebold, Country Director Deutschland beim internationalen Kreditversicherer Atradius. Der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bietet mittlerweile die Chance, Erfahrungswissen systematisch zu erfassen, zugänglich zu machen und für nachfolgende Generationen von Beschäftigten verfügbar zu halten. Dennoch: Jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent) hat keine systematische Strategie, um das implizite Wissen erfahrener Mitarbeiter:innen zu sichern und für rund 50 Prozent der Unternehmen spielt die Automatisierung bei der Kompensation von unbesetzten Stellen keine Rolle. Das ergab eine branchenweite Umfrage von Atradius.

    Die Mehrzahl der Unternehmen bereitet sich jedoch auf den Ernstfall vor. Um das Wissen der Beschäftigten, die in den nächsten drei Jahren in Rente gehen, zu erhalten, setzen knapp 61 Prozent auf die gezielte Einarbeitung von Nachfolger:innen durch die ausscheidenden Expert:innen über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten. Rund 55 Prozent erstellen Dokumentationen von Prozessen und Erfahrungswerten in internen Systemen. In 36 Prozent der befragten Unternehmen bleiben ehemalige Mitarbeiter:innen als externe Berater:innen oder auf Minijob-Basis für Spezialfragen abrufbar.

    „Die Einbindung von ausscheidenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über das Rentenalter hinaus ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Das Unternehmen verliert das über Jahre erarbeitete Wissen nicht und die Rentnerinnen und Rentner bleiben dem Unternehmen verbunden“, sagt Frank Liebold. Weitere Maßnahmen zum Wissenserhalt sind ein generationenübergreifender Austausch zur Weitergabe von implizitem Netzwerk- und Strategiewissen (20 Prozent), die Aufnahme von Arbeitsabläufen oder Erklärvideos durch die Expert:innen selbst (elf Prozent) und strukturierte Abschlussgespräche zur Erfassung von kritischen Erfolgsfaktoren kurz vor dem Ausscheiden. Künstliche Intelligenz spielt bei der Sicherung des Wissens nur eine äußerst geringe Rolle. Lediglich drei Prozent der befragten Unternehmen setzen KI-Tools ein, die aus E-Mail-Verläufen und Dokumenten automatisch Wissenslandkarten erstellen.

    Mitarbeiter:innenbindung zwischen Work-Life-Balance und monetären Leistungen

    Der anhaltende „Dauerschmerz“ Fachkräftemangel wirkt sich aber nicht nur auf den Wissenserhalt aus, sondern insbesondere auch auf die Mitarbeiter:innenbindung. Wenn erfahrene Beschäftigte in Rente gehen, verlieren Unternehmen wertvolles Erfahrungswissen – und das in einer Zeit, in der viele Branchen weiterhin unter spürbaren Fachkräfteengpässen leiden. „Umso wichtiger ist es daher, die bestehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eng an das Unternehmen zu binden“, betont Frank Liebold. Die Maßnahmen zur Mitarbeiter:innenbindung konzentrieren sich laut Umfrage dabei besonders auf die Work-Life-Balance und monetäre Leistungen.

    So rangiert an erster Stelle mit knapp 32 Prozent das Angebot von Team-Events (Mehrfachnennungen waren möglich). Auf Platz zwei folgen mit 31 Prozent zwar erfolgsbasierte Boni, doch gleich dahinter folgen Remote-Optionen und Fitness-Angebote (jeweils rund 29 Prozent). Etwa 24 Prozent der befragten Unternehmen stellen Weiterbildungsbudgets bereit, 15 Prozent bieten eine betriebliche Krankenzusatzversicherung an, 14 Prozent locken mit Inflationsausgleichsprämien und etwas mehr als zwölf Prozent bieten einen ÖPNV-Zuschuss an. Eine Vier-Tage-Woche ist nur bei knapp sechs Prozent der Unternehmen ein Thema zur Mitarbeiter:innenbindung. Eine untergeordnete Rolle mit jeweils weniger als zwei Prozent spielen Angebote zur Workation oder Sabbaticals. „Welche Art der Mitarbeiter- und Mitarbeiterinnenbindung ein Unternehmen auch anbietet, ein entscheidender Faktor für die Beschäftigten und die Firma bleibt ein fairer und respektvoller Umgang miteinander“, sagt Frank Liebold.

    Schreckgespenst Automatisierung verliert seinen Schrecken

    Die weitläufige Einschätzung, dass Automatisierung eine wichtige Rolle bei der Kompensation von unbesetzten Stellen spielt und Menschen mehr und mehr durch Maschinen ersetzt werden, scheint angesichts der Umfrageergebnisse unbedeutend zu sein. Mehr als 51 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass Automatisierung keine oder nur eine geringe Rolle beim Ausgleich unbesetzter Positionen spielt. Für 30 Prozent hat Automatisierung bei der Neubesetzung von offenen Stellen eine mittlere Bedeutung. Nur bei insgesamt 18 Prozent der Unternehmen nimmt die Automatisierung bei der Bewältigung von Vakanzen eine eher große bis sehr große Rolle ein.

    Für die im Mai und Juni dieses Jahres durchgeführte Umfrage wurden mehr als 330 Unternehmen unter anderem aus den Branchen Automotive, Bauwirtschaft und Baustoffhandel, Chemie, Dienstleistungen, Elektronik, Finanzen, IT/Software, Konsumgüter, Landwirtschaft, Lebensmittel, Maschinenbau, Metall, Papier, Textil sowie Transport befragt. Die Jahresumsatzspanne der befragten Unternehmen reicht von unter fünf Millionen bis über einer Milliarde Euro. Die Zahl der Beschäftigten liegt bei den befragten Unternehmen zwischen unter 100 und mehr als 1.500.

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  • Aras bringt neuen Industry Accelerator für die Halbleiterindustrie auf den Markt

    Die Halbleiterindustrie steht unter wachsendem Innovationsdruck. Gleichzeitig nehmen Produktkomplexität, regulatorische Anforderungen und die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz in Entwicklung und Fertigung kontinuierlich zu. Aras, ein führender Anbieter von Digital-Thread-Lösungen für Product Lifecycle Management (PLM) und Engineering-KI, unterstützt Unternehmen der Halbleiterindustrie mit seinem neuen Industry Accelerator dabei, diesen Herausforderungen schneller und effizienter zu begegnen.

    Der neue Industry Accelerator erweitert Aras Innovator um vorkonfigurierte Anwendungsvorlagen für typische Geschäftsprozesse der Halbleiterindustrie. Dazu gehören unter anderem Stage-Gate-Programmsteuerung, das Management und die Wiederverwendung von geistigem Eigentum (IP) sowie die Planung von Fertigungsprozessen. Die Lösung unterstützt Unternehmen dabei, branchenspezifische PLM-Lösungen schneller einzuführen und auf einer durchgängigen Digital-Thread-Architektur aufzubauen.

    „Die Halbleiterindustrie arbeitet in einem außergewöhnlich hohen Innovationstempo. Entscheidungen über die Wiederverwendung von geistigem Eigentum, Chipdesign oder Fertigungsprozesse haben oft langfristige Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg“, sagt Matthias Fohrer, der bei Aras als Vice President das EMEA-Geschäft verantwortet. „Unsere neue Lösung trägt den spezifischen Anforderungen der Branche Rechnung und unterstützt Unternehmen dabei, Produktinformationen über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu vernetzen, um fundiertere Entscheidungen entlang des gesamten Lebenszyklus – vom Chip bis zum fertigen System – treffen zu können.“

    Der Industry Accelerator umfasst drei branchenspezifische Anwendungsvorlagen, die einzeln oder gemeinsam eingesetzt werden können:

    • Stage-Gate Program Portfolio Management:Unterstützt datenbasierte Entscheidungen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg, indem Programmmeilensteine mit Produkt-, Fertigungs-, Lieferanten-, Qualitäts- und Compliance-Informationen verknüpft werden.
    • IP Management:Macht geistiges Eigentum (Intellectual Property, IP) zu kontrolliert verwalteten und wiederverwendbaren Unternehmenswerten – mit vollständiger Nachverfolgbarkeit über Produkte, Lizenzierung, Exportkontrollen und Engineering-Änderungen hinweg.
    • Manufacturing Process & Artifact Management:Erweitert den Digital Thread bis in die Fertigung und ermöglicht die zentrale Steuerung von Prozessplänen, Fertigungsdokumenten, Arbeitsanweisungen, Qualifizierungsnachweisen sowie der Produktionsfreigabe im Zusammenhang mit Produktinformationen.

    Die branchenspezifischen Anwendungen ergänzen die bestehende Bibliothek von Anwendungsvorlagen für Aras Innovator. Dazu gehören unter anderem Lösungen für Produktentwicklung, Änderungsmanagement, Lieferantenzusammenarbeit, Compliance, Simulationsdatenmanagement und Qualitätsmanagement.

    Mit der zunehmenden Nutzung von Künstlicher Intelligenz zur Beschleunigung von Engineering-Prozessen gewinnen vernetzte, kontrollierte und qualitativ hochwertige Produktinformationen weiter an Bedeutung. Die neue Lösung führt vertrauenswürdige Lifecycle-Informationen aus Entwicklung, Fertigung, Lieferkette, Compliance und Änderungsmanagement zusammen und schafft damit eine belastbare Datenbasis für KI-gestütztes Engineering in der Halbleiterindustrie.

    Aras präsentiert seine neue Halbleiterlösung auf derDAC 2026 (Design Automation Conference)vom26. bis 29. Juli 2026in Long Beach, Kalifornien. Deutsche Interessenten können sich für weitere Informationen gerne an Linda Valentini (LValentini@aras.com) wenden.

    Mehr Informationen über den Einsatz von PLM-Lösungen in der Hightech- und Elektronikindustrie hält auch ein neues Aras-Whitepaper bereit „Von Datensilos zu resilienten Hightech-Unternehmen: Wie Product Lifecycle Management Produktkomplexität, Lieferkettenrisiken und Änderungsprozesse sicher beherrschbar macht“. Das Whitepaper steht ab sofort kostenlos unter folgendem Link zum Download bereit: Whitepaper Hightech-Unternehmen

    Über Aras

    Aras bietet eine Digital-Thread-Plattform für Product Lifecycle Management und Engineering-KI. Aufbauend auf einer KI-nativen Low-Code-Architektur ermöglicht Aras die schnelle Bereitstellung flexibler Lösungen. Das Unternehmen verbindet Teams über Disziplinen und Funktionen hinweg mit geschäftskritischen Produktdaten und agentischer KI über den gesamten Produktlebenszyklus und die erweiterte Wertschöpfungskette hinweg. Besuchen Sie www.aras.com, um mehr zu erfahren, und folgen Sie uns auf YouTube, X, Facebook und LinkedIn.

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  • Fachkräfte fehlen, Qualifizierung stockt / Deutschlands Industrie steht vor einem doppelten Engpass / Manpower Global Manufacturing World of Work Outlook 2026 veröffentlicht (FOTO)

    Frankfurt am Main (ots)

    • 72 Prozent der Hersteller weltweit finden nicht genug qualifizierte Talente
    • 60 Prozent der Beschäftigten in der Fertigung fehlt Skill-Training
    • 45 Prozent der Beschäftigten fürchten, in den nächsten zwei Jahren durch KI oder Automatisierung ersetzt zu werden

    Die Fabrik der Zukunft braucht nicht nur Roboter, Sensoren und KI – sie braucht Menschen, die mit diesen Technologien arbeiten können. Genau hier steht die Fertigungsindustrie weltweit vor einem doppelten Engpass: es mangelt an Fachkräften und Qualifizierung der bestehenden Mitarbeitenden. Laut dem neuen „Global Manufacturing World of Work Outlook“ von Manpower* geben 72 Prozent der Hersteller weltweit an, Schwierigkeiten zu haben, die benötigten qualifizierten Talente zu finden. Gleichzeitig sagen 60 Prozent der Beschäftigten in der Fertigung, dass sie in den vergangenen sechs Monaten kein Skill-Training erhalten haben. Hinzu kommt: Fast die Hälfte der Beschäftigten im Fertigungssektor (45 Prozent) befürchtet, dass KI oder Automatisierung ihre aktuelle Stelle in den nächsten zwei Jahren ersetzen könnte.

    Die Ergebnisse treffen in Deutschland auf eine besonders angespannte Industrielage. Erstmals seit der Finanzkrise 2009 droht ein Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Gleichzeitig belasten Energiepreise, Materialengpässe, geopolitische Unsicherheit und der Umbau zentraler Branchen wie Automobil, Maschinenbau und Chemie die Personalplanung.

    Smart Manufacturing braucht Menschen, nicht nur Maschinen

    „Die entscheidende Frage ist nicht, ob Beschäftigte den Wandel mitgehen, sondern ob Unternehmen ihn schnell genug in Qualifizierung, neue Rollenprofile und strategische Personalplanung übersetzen können“, kommentiert Faris Becirovic, Country Manager und Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland, die Studienergebnisse. „Das Problem dabei ist, dass Qualifizierung vielerorts nicht systematisch genug stattfindet. Die deutsche Industrie verliert daher nicht nur Jobs, sie verliert vor allem wertvolle Zeit.“

    Automatisierung und KI verändern die industrielle Arbeit nicht erst in Zukunft, sondern bereits heute: Routinearbeiten verlieren an Bedeutung, während technologiegestützte Rollen wichtiger werden, etwa für Mitarbeitende, die automatisierte Systeme programmieren, warten und optimieren können. 93 Prozent der Hersteller weltweit erwarten, dass Robotik und Smart Manufacturing ihre Belegschaft verändern werden. Viele Unternehmen gehen davon aus, dass der Wandel konkrete Workforce-Maßnahmen erforderlich macht: 50 Prozent rechnen damit, bestehende Mitarbeitende umschulen zu müssen, 42 Prozent erwarten Neueinstellungen für veränderte Rollenprofile und 31 Prozent glauben, bestimmte Leistungen auslagern zu müssen.

    Tatsächlich stehen die Belegschaften den Veränderungen grundsätzlich offen gegenüber. 66 Prozent der Beschäftigten in der Fertigung fühlen sich sicher im Umgang mit aktueller Technologie, 79 Prozent sind zuversichtlich, neue Fähigkeiten für ihre Karriereziele lernen zu können.

    Unternehmen benötigen daher schon jetzt konkrete Workforce-Pläne, so Becirovic: „Wer künftig auf Automatisierung, KI und digitale Produktion setzen möchte, braucht nicht nur neue Technik, sondern neue Rollenprofile, gezielte Qualifizierung und klare Wege, wie Beschäftigte vom heutigen Job in die künftige Produktion hineinwachsen können. Andernfalls fehlen im nächsten Aufschwung genau die Menschen, die den Umbau tragen sollen.“

    Die zentrale Botschaft des Reports: Die Industrie kann sich nicht aus dem Fachkräftemangel herausautomatisieren. Der doppelte Engpass aus Fachkräftemangel und fehlender Qualifizierung droht zu einem zentralen Risiko für die industrielle Transformation zu werden, wenn Unternehmen neue Technologien einführen, ohne ihre Belegschaften mitzunehmen. Für den Industriestandort Deutschland wird genau das zur entscheidenden Bewährungsprobe.

    Sie möchten mehr darüber erfahren, wie Sie die Ergebnisse des Manufacturing Reports 2026 für Ihr Unternehmen nutzen können? Kontaktieren Sie uns gerne für weitere Informationen oder ein persönliches Beratungsgespräch.

    Den vollständigen Report finden Sie hier.

    *Transparenzhinweis: Der „Global Manufacturing World of Work Outlook“ wurde auf Basis verschiedener Quellen erstellt, darunter auch Studien, Marktanalysen sowie öffentlich zugängliche Daten von Drittanbietern. Die in der Pressemitteilung genannten Kennzahlen und Prognosen beziehen sich auf die im Report ausgewiesenen Quellen.

    Über Manpower Deutschland

    Als einer der größten Personaldienstleister in Deutschland vermittelt Manpower seit 1965 gewerbliches Personal und qualifizierte Fachkräfte in passende Arbeitsplätze. Mit einem weit verzweigten Netzwerk an Kunden in der Industrie, Gewerbebetrieben, Technik und Handwerk ist Manpower für Bewerber und Bewerberinnen nicht nur eine zuverlässige Anlaufstelle für die Themen Zeitarbeit und Personalvermittlung, sondern auch ein vertrauenswürdiger Partner, für den der Mensch im Mittelpunkt steht – damit Talente nicht nur vermittelt, sondern auch weiterentwickelt und nachhaltig beschäftigungsfähig gemacht werden.

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  • Es wird mehr Stahl hergestellt – aber wohl keine Trendwende

    In Deutschlands angeschlagener Stahlbranche geht es wieder etwas aufwärts, die Situation bleibt aber angespannt. Wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl in Berlin mitteilte, wurden im ersten Halbjahr rund 18,6 Millionen Tonnen Rohstahl produziert und damit neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr 2025 war es um knapp 12 Prozent nach unten gegangen, die Produktionsmenge vom ersten Halbjahr 2024 wurde also nicht wieder erreicht – damals waren es 19,4 Millionen Tonnen.

    Die aktuellen Zahlen zeigten keine nachhaltige Trendwende, hieß es von dem Verband: Auf das Jahr hochgerechnet käme man 2026 auf rund 37 Millionen Tonnen und läge damit unter der Marke von 40 Millionen Tonnen, die für eine wirtschaftlich tragfähige Auslastung nötig seien. 

    Sorgenvoll blicken Branchenvertreter auf die noch immer schwache Nachfrage in den für die Stahlhersteller so wichtigen Branchen Bau, Maschinenbau und Autoindustrie. «Echte Erholung beginnt erst, wenn auch die reale Stahlnachfrage zurückkehrt», sagt die Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Kerstin Maria Rippel. «Die steigende Produktion darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Stahlindustrie weiterhin in einer schwierigen Lage befindet.» Die Zuwächse seien vor allem Ausdruck einer technischen Gegenbewegung, etwa weil Firmenkunden ihre Lager auffüllten.

    Neue Zollregeln der EU könnten helfen

    Hoffnungsvoll blickt die heimische Branche auf neue EU-Zollregeln, die seit Juli gelten. Unter bestimmten Kriterien wird bei Stahlimporten ein Zusatzzoll fällig. Billigimporte aus Asien erschweren den deutschen Herstellern bislang die Geschäfte. «Das Handelsschutzinstrument ist für den Stahlstandort Deutschland und Europa unverzichtbar», sagt Rippel. «Es sorgt dafür, dass sich eine künftige Erholung der Nachfrage auch tatsächlich in einer höheren Kapazitätsauslastung der Stahlunternehmen in Deutschland und anderen EU-Mitgliedstaaten niederschlagen kann.»

    Die Wirtschaftsvereinigung Stahl fordert von der Politik zusätzliche Nachfrageimpulse ein, damit sich ihre Branche nachhaltig erholen könne. Mit Blick auf die geplanten staatlichen Infrastruktur-Investitionen von 500 Milliarden Euro in den kommenden Jahren sagt Rippel, diese angekündigten Investitionen müssten möglichst schnell in der Wirtschaft ankommen. «Daraus kann ein entscheidender Konjunkturimpuls erwachsen.» 

    Die Branchenvertreterin spricht sich zudem dafür aus, dass bei öffentlichen Beschaffungen heimische Stahlfabrikanten bevorteilt werden sollten: In die Vergabeverfahren sollte ein verbindliches «Made-in-EU-Kriterium» einfließen.

    Deutschlands Stahlbranche ist unter Druck, wegen Überkapazitäten baut der größte heimische Stahlhersteller Thyssenkrupp Steel Europa (TKME) Tausende Stellen ab. Die Energiekosten belasten die Firmen stark. Es gibt aber auch positive Nachrichten. So hob der Stahlhersteller Salzgitter kürzlich seine Prognose für das Jahr 2026 an.

  • Merz fordert Unionsfraktionschef Spahn zum Rücktritt auf

    Bundeskanzler Friedrich Merz hat in seiner Funktion als CDU-Chef den Unionsfraktionsvorsitzenden Jens Spahn zum Rücktritt aufgefordert. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem Umfeld des Parteivorsitzenden. Der CDU-Politiker Spahn war unter Druck geraten, weil er und sein Mann die Hilfe einer Leihmutter in den USA in Anspruch genommen hatten.

  • IG Metall: Immer schnellere Verlagerungen ins Ausland

    Die IG Metall Bayern beklagt immer mehr Verlagerungen ins Ausland. Fast jeder zweite von insgesamt 325 Betrieben, deren Betriebsräte die Gewerkschaft befragt hat, hat in den vergangenen zwölf Monaten demnach Tätigkeiten in der Produktion ins Ausland verlagert. Konkret waren es 48 Prozent und damit 3 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. In der Entwicklung stieg der Anteil ebenfalls um 3 Punkte auf 36 Prozent. Und Besserung ist nicht in Sicht.

    «Dieser Befund ist ein Armutszeugnis für die bayerischen Unternehmen und ihre Manager. Ideenlosigkeit statt Innovationskraft, Mutlosigkeit statt Investitionen, Rasenmäher-Methode statt Ausschöpfung vorhandener Potenziale: Die Entscheider wirtschaften den Standort Bayern herunter», kritisiert Bayerns IG Metall-Bezirksleiter Horst Ott.

    In den 43 Betrieben aus der Autoindustrie in der Befragung sind die Ergebnisse zudem noch deutlich schlechter. Hier haben knapp drei Viertel Produktion verlagert, knapp zwei Drittel Entwicklung. Beides sind deutlich höhere Werte als vor einem Jahr.

    Leitwerke gehen verloren

    Besonders große Sorgen macht Ott, dass auch immer mehr sogenannte Leitwerkfunktionen verloren gehen – auch insbesondere in der Autoindustrie. In Leitwerken werden neue Produkte und Produktionstechnologien erstmals eingesetzt. Das sichert diesen Werken eine wichtige Position innerhalb der Unternehmen.

    «Die Leitwerkfunktion war immer die Stärke der bayerischen Industrie», betont Ott. «Die Dominanz bei der Einführung brandneuer Produkte und Produktionsprozesse garantiert Innovation und technologische Weltspitze. Diese Führungsrolle geben die bayerischen Unternehmen gerade proaktiv und wissentlich aus der Hand.»

    vbm wehrt sich gegen Kritik

    Der Arbeitgeberverband vbm wies die Kritik zurück. «Wir wehren uns entschieden gegen den Vorwurf an die gesamte Unternehmerschaft im Freistaat, dass sie den Standort niederwirtschaften will», sagt Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. «Das ist falsch und zeigt eine in Schieflage geratene Wahrnehmung. Anstatt gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, wird Besitzstandswahrung praktiziert. Das ist inakzeptabel.»

    Der Abbau von Beschäftigung und Verlagerungen seien «Ausdruck der tiefen Standortkrise, die uns fest im Griff hat», betont Brossardt. Er kritisiert unter anderem, dass von 2015 bis 2025 die Arbeitsentgelte sehr viel schneller als die Unternehmenseinkommen gestiegen seien. Dies könne nicht gutgehen, hohe Arbeiskosten seien ein Treiber für Verlagerungen. «Es ist daher unumgänglich, Kosten zu senken, um wieder die notwendigen Mittel für Investitionen und Innovationen zu haben.» 

    Die bayerische Metall- und Elektroindustrie ist seit Jahren in der Krise. Auch in diesem Jahr ist die Produktion der bayerischen Industrie insgesamt bislang geschrumpft, wie das Landesamt für Statistik meldete. Die beiden Arbeitgeberverbände bayme und vbm hatten vergangene Woche erklärt, dass sie für dieses Jahr den Abbau von 20.000 Stellen erwarten. Auch dabei hieß es, dass Firmen im Saldo nur im Ausland neue Mitarbeiter einstellen wollten, während die Inlandsbeschäftigung sinke. Zur Metall- und Elektroindustrie zählen unter anderem Autohersteller und Zulieferer, der Maschinenbau, Elektroindustrie und Rüstungsfirmen.

  • IG Metall: Immer schnellere Verlagerungen ins Ausland

    Die IG Metall Bayern beklagt immer mehr Verlagerungen ins Ausland. Fast jeder zweite von insgesamt 325 Betrieben, deren Betriebsräte die Gewerkschaft befragt hat, hat in den vergangenen zwölf Monaten demnach Tätigkeiten in der Produktion ins Ausland verlagert. Konkret waren es 48 Prozent und damit 3 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. In der Entwicklung stieg der Anteil ebenfalls um 3 Punkte auf 36 Prozent. Und Besserung ist nicht in Sicht.

    «Dieser Befund ist ein Armutszeugnis für die bayerischen Unternehmen und ihre Manager. Ideenlosigkeit statt Innovationskraft, Mutlosigkeit statt Investitionen, Rasenmäher-Methode statt Ausschöpfung vorhandener Potenziale: Die Entscheider wirtschaften den Standort Bayern herunter», kritisiert Bayerns IG Metall-Bezirksleiter Horst Ott.

    In den 43 Betrieben aus der Autoindustrie in der Befragung sind die Ergebnisse zudem noch deutlich schlechter. Hier haben knapp drei Viertel Produktion verlagert, knapp zwei Drittel Entwicklung. Beides sind deutlich höhere Werte als vor einem Jahr.

    Leitwerke gehen verloren

    Besonders große Sorgen macht Ott, dass auch immer mehr sogenannte Leitwerkfunktionen verloren gehen – auch insbesondere in der Autoindustrie. In Leitwerken werden neue Produkte und Produktionstechnologien erstmals eingesetzt. Das sichert diesen Werken eine wichtige Position innerhalb der Unternehmen.

    «Die Leitwerkfunktion war immer die Stärke der bayerischen Industrie», betont Ott. «Die Dominanz bei der Einführung brandneuer Produkte und Produktionsprozesse garantiert Innovation und technologische Weltspitze. Diese Führungsrolle geben die bayerischen Unternehmen gerade proaktiv und wissentlich aus der Hand.»

    Die bayerische Metall- und Elektroindustrie ist seit Jahren in der Krise. Auch in diesem Jahr ist die Produktion der bayerischen Industrie insgesamt bislang geschrumpft, wie das Landesamt für Statistik meldete. Die beiden Arbeitgeberverbände bayme und vbm hatten vergangene Woche erklärt, dass sie für dieses Jahr den Abbau von 20.000 Stellen erwarten. Auch dabei hieß es, dass Firmen im Saldo nur im Ausland neue Mitarbeiter einstellen wollten, während die Inlandsbeschäftigung sinke. Zur Metall- und Elektroindustrie zählen unter anderem Autohersteller und Zulieferer, der Maschinenbau, Elektroindustrie und Rüstungsfirmen.

  • London: Andy Burnham neuer Vorsitzender der Labour-Partei

    Andy Burnham ist zum neuen Vorsitzenden der britischen Regierungspartei Labour ernannt worden. Am Montag wird der frühere Bürgermeister von Greater Manchester von König Charles III. zum Premierminister gekürt.

  • EU-Kommission will zentrales Klimaschutzinstrument lockern

    Die EU-Kommission will mit dem Emissionshandel ein zentrales Instrument für den Klimaschutz in der Wirtschaft abschwächen. Die Gesamtzahl verfügbarer Rechte für den Ausstoß klimaschädlicher Gase wie Kohlendioxid (CO2) soll langsamer abnehmen als bislang geplant, wie die Brüsseler Behörde vorschlägt.

  • NSU-Unterstützerin Susann E. zu zwei Jahren Haft verurteilt

    Die NSU-Unterstützerin Susann E. ist zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Das Oberlandesgericht Dresden (OLG) sprach sie der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und in einem Fall der Beihilfe zu einer schweren räuberischen Erpressung mit Waffen schuldig.