Autor: Stojancho Gjorgjiev

  • Ein KI-Unternehmen aus Bengaluru zeigt deutschen Herstellern, wie Null-Fehler-Produktion tatsächlich aussieht

    Die DeepInspect® Plattform von SwitchOn senkt bereits bei Bosch und auf mehr als 170 Produktionslinien weltweit die Qualitätskosten um bis zu 50 Prozent. Nun eröffnet das Unternehmen einen Standort in Berlin und stellt diese Erfolgsbilanz direkt der deutschen Industrie vor.

    Deutschland hat seinen industriellen Ruf auf Präzision aufgebaut. SwitchOn, ein in Bengaluru, Indien, gegründetes Physical-AI-Unternehmen, stellt deutschen Herstellern nun eine zugespitzte Frage: Die Technologie erkennt Fehler mit einer Genauigkeit von 99,5 Prozent und einer Präzision von unter 150 Mikrometern und kann die Qualitätskosten um bis zu 50 Prozent senken. Sie ist bereits bei Bosch und auf mehr als 170 Produktionslinien weltweit im Einsatz. Wie viel Qualitätskontrolle wird in deutschen Werken heute noch von Hand erledigt?

    Die KI-basierte DeepInspect® Plattform von SwitchOn ist in mehr als 60 Produktionsstätten auf vier Kontinenten im Einsatz und erkennt Fehler bei Geschwindigkeiten von mehr als 1.200 Produkten pro Minute. Das Unternehmen eröffnet einen Standort in Berlin und wird dabei durch eine Partnerschaft mit GIIC, dem German Indian Innovation Corridor, unterstützt. Ziel ist es, dasselbe System künftig auch auf europäischen Produktionslinien einzusetzen.

    Aniruddha Banerjee, Mitgründer von SwitchOn, wird die Plattform am 29. September 2026 beim Flagship Innovation Summit von GIIC in Berlin vor mehr als 300 geladenen Führungskräften, CEOs sowie politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern aus Deutschland und Indien präsentieren. Damit richtet sich SwitchOn direkt an den Markt, den das Unternehmen nun herausfordert.

    Die Expansion folgt auf die im Juli 2026 bekannt gegebene Pre-Series-B-Finanzierungsrunde von SwitchOn in Höhe von 8 Millionen US-Dollar, umgerechnet 780 Millionen Indische Rupien. Angeführt wurde die Finanzierungsrunde von IvyCap Ventures unter Beteiligung von SIG Tattva und Trifecta Capital.

    „Die deutsche Industrie hat den Standard gesetzt, dem der Rest der Welt noch immer nacheifert. Doch vieles von dem, was heute als präzise Qualitätskontrolle bezeichnet wird, besteht noch immer darin, dass ein Mensch Bauteile unter einer Lampe betrachtet. Bei Bosch und auf 170 Produktionslinien weltweit haben wir bereits gezeigt, was möglich ist, wenn die Qualitätskontrolle nicht mehr allein von manueller Sichtprüfung abhängt. Wir eröffnen unseren Standort in Berlin, um diese Erfolgsbilanz genau den Menschen zu präsentieren, die sie am kritischsten beurteilen werden“, sagt Aniruddha Banerjee, Mitgründer von SwitchOn.

    „Wir bringen Unternehmen nicht nach Deutschland, damit sie hier einen höflichen Einstand geben. SwitchOn verfügt über reale Implementierungen und belastbare Zahlen, die die Leistungsfähigkeit der Technologie belegen. Deutsche Hersteller sollten sie hier selbst auf die Probe stellen, statt sich allein auf diese Angaben zu verlassen“, sagt Siddharth Bhasin, Managing Director von GIIC.

    Über SwitchOn

    SwitchOn (Abee Research Labs Pvt. Ltd.) ist ein Physical-AI-Unternehmen mit Hauptsitz in Bengaluru, das künstliche Intelligenz direkt in Produktionslinien integriert und KI-basierte Systeme zur automatisierten optischen Qualitätsprüfung bereitstellt. Seit den ersten produktiven Implementierungen im Jahr 2021 ist SwitchOn gewachsen und arbeitet heute mit Fortune-100- und Fortune-500-Herstellern aus den Bereichen Konsumgüter, Elektronik, Automobil und Pharma in mehr als zehn Ländern weltweit zusammen. Dazu gehört auch ein neuer Standort in Berlin zur Betreuung europäischer Kunden. Die Plattform DeepInspect® ermöglicht Null-Fehler-Produktion in großem Maßstab. SwitchOn wird von IvyCap Ventures, SIG Tattva und Trifecta Capital unterstützt.

    Weitere Informationen unter: www.switchon.io

    Über GIIC

    GIIC, der German Indian Innovation Corridor, ist eine mitgliederbasierte Plattform, die deutsche und indische Unternehmen, Start-ups, Investoren und Institutionen miteinander verbindet, um grenzüberschreitende Innovationsökosysteme aufzubauen. Grundlage ist die Mission „Germany + India for the World“. Der Flagship Innovation Summit von GIIC findet am 28. und 29. September 2026 in Berlin statt.

    Weitere Informationen unter: www.giic.co

    Pressekontakt:

    Luke Lalor
    GIIC e.V.
    ll@giic.co
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle: GIIC e.V.
  • Wie die europäische Chemieindustrie ihre Zukunft durch Spezialisierung, Innovation und starke Industriestandorte sichern kann (FOTO)

    Die europäische Chemieindustrie steht unter spürbarem Druck: Hohe Energie- und Rohstoffkosten, internationale Konkurrenz, strengere Regulierung und der Wandel hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft verändern die Branche. Gleichzeitig bleibt sie ein wichtiger Pfeiler der europäischen Industrie. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss die Chemieindustrie in Deutschland und Europa effizienter produzieren, Innovationen vorantreiben und sich stärker auf hochwertige Spezialprodukte ausrichten. Chancen liegen vor allem in Advanced Materials, Katalysatorträgern, Spezialtensiden und Lösungen für Kreislaufwirtschaft und Energiewende. Dafür braucht es leistungsfähige Industriestandorte, eine verlässliche Energieversorgung, moderne Infrastruktur sowie gute Bedingungen für Investitionen und Forschung. So kann die Chemieindustrie ihre industrielle Stärke erhalten und neue Wachstumsmärkte erschließen.

    Antje Gerber verantwortet als Executive Vice President (EVP) das internationale Chemiegeschäft von Sasol. Im Interview spricht sie über die Bedeutung von Kundenwünschen, die Erweiterung am etablierten Standort Brunsbüttel und die Frage, wie sich Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit verbinden lassen.

    Frau Gerber, wie kann Europas Chemieindustrie Innovationen schneller vom Labor in die industrielle Produktion bringen?

    Innovation schafft erst dann Wert, wenn sie den industriellen Maßstab erreicht und konkrete Kundenanforderungen löst. Dafür müssen Forschung, Kunden und Produktion früh zusammenarbeiten. Wir beziehen Kunden von Beginn an ein und prüfen Anwendungen unter realen Bedingungen. Unsere Ergebnisse im Geschäftsjahr 2026 zeigen, dass dieser Ansatz wirkt: Kundennähe, Portfoliooptimierung, operative Exzellenz und Kostendisziplin haben trotz schwieriger Märkte zu besseren Ergebnissen beigetragen. In Brunsbüttel verbinden wir Forschung, Analytik und industrielle Fertigung. Das beschleunigt Tests und Skalierung und bringt differenzierte Lösungen schneller zu unseren Kunden.

    Sasol investiert 60 Millionen Euro in Brunsbüttel. Was macht einen europäischen Produktionsstandort langfristig wettbewerbsfähig?

    Ein wettbewerbsfähiger Standort braucht qualifizierte Mitarbeitende, hohe Sicherheits- und Qualitätsstandards, Kundennähe sowie verlässliche Infrastruktur und wettbewerbsfähige Energiepreise. Ebenso wichtig ist ein klares Profil. Unser Ansatz lautet „value over volume“: Wir setzen Kapital diszipliniert dort ein, wo nachhaltige Wettbewerbsvorteile und langfristige Nachfrage zusammenkommen. Diese Ausrichtung hat im Geschäftsjahr 2026 zu besseren Ergebnissen und einer stärkeren Bilanz beigetragen; das bereinigte EBITDA ist deutlich gestiegen.

    In Brunsbüttel investieren wir 60 Millionen Euro in zusätzliche Katalysatorträger-Kapazitäten im Geschäftsbereich Advanced Materials. Der Standort verfügt über jahrzehntelanges Spezial-wissen, und die Nachfrage wächst. Die Investition stärkt die Versorgung unserer Kunden und unterstreicht die Bedeutung Brunsbüttels für unser internationales Geschäft. So schaffen wir Wert durch Technologie und Produktion – statt durch Volumen um seiner selbst willen.

    Wie lassen sich Klimaschutz und internationale Wettbewerbsfähigkeit miteinander verbinden?

    Antje Gerber: Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit sollten sich gegenseitig verstärken. Deshalb investieren wir bevorzugt in Maßnahmen, die Umweltleistung, operative Effizienz und Resilienz stärken.

    Bei jeder Investition prüfen wir Kundennutzen, Emissionsminderung, Versorgungssicherheit und wirtschaftlichen Ertrag. Die Erweiterung in Brunsbüttel ist dafür ein Beispiel: Sie soll Energieeffizienz und Kapazität erhöhen und den CO2-Fußabdruck der Katalysatorträger-Produktion je Tonne um bis zu 15 Prozent senken. Am Standort nutzen wir erneuerbaren Strom und Dampf aus Biomasse.

    Die Ergebnisse im Geschäftsjahr 2026 zeigen: Eine resiliente, wettbewerbsfähige Chemieindustrie kann eher in Innovation, Nachhaltigkeit und künftiges Wachstum investieren. Damit die Transformation gelingen kann, müssen Politik und Behörden liefern. Wir brauchen wettbewerbsfähige Energiepreise, leistungsfähige Netze, schnellere Genehmigungen und Investitionssicherheit für die gesamte Chemieindustrie.

    Pressekontakt:
    N: Cristina Miranda Zerr
    T: +49 40 63684-1027
    E: mediarelations@de.sasol.com
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            Sasol Germany GmbH
  • Wie die europäische Chemieindustrie ihre Zukunft durch Spezialisierung, Innovation und starke Industriestandorte sichern kann (FOTO)

    Die europäische Chemieindustrie steht unter spürbarem Druck: Hohe Energie- und Rohstoffkosten, internationale Konkurrenz, strengere Regulierung und der Wandel hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft verändern die Branche. Gleichzeitig bleibt sie ein wichtiger Pfeiler der europäischen Industrie. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss die Chemieindustrie in Deutschland und Europa effizienter produzieren, Innovationen vorantreiben und sich stärker auf hochwertige Spezialprodukte ausrichten. Chancen liegen vor allem in Advanced Materials, Katalysatorträgern, Spezialtensiden und Lösungen für Kreislaufwirtschaft und Energiewende. Dafür braucht es leistungsfähige Industriestandorte, eine verlässliche Energieversorgung, moderne Infrastruktur sowie gute Bedingungen für Investitionen und Forschung. So kann die Chemieindustrie ihre industrielle Stärke erhalten und neue Wachstumsmärkte erschließen.

    Antje Gerber verantwortet als Executive Vice President (EVP) das internationale Chemiegeschäft von Sasol. Im Interview spricht sie über die Bedeutung von Kundenwünschen, die Erweiterung am etablierten Standort Brunsbüttel und die Frage, wie sich Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit verbinden lassen.

    Frau Gerber, wie kann Europas Chemieindustrie Innovationen schneller vom Labor in die industrielle Produktion bringen?

    Innovation schafft erst dann Wert, wenn sie den industriellen Maßstab erreicht und konkrete Kundenanforderungen löst. Dafür müssen Forschung, Kunden und Produktion früh zusammenarbeiten. Wir beziehen Kunden von Beginn an ein und prüfen Anwendungen unter realen Bedingungen. Unsere Ergebnisse im Geschäftsjahr 2026 zeigen, dass dieser Ansatz wirkt: Kundennähe, Portfoliooptimierung, operative Exzellenz und Kostendisziplin haben trotz schwieriger Märkte zu besseren Ergebnissen beigetragen. In Brunsbüttel verbinden wir Forschung, Analytik und industrielle Fertigung. Das beschleunigt Tests und Skalierung und bringt differenzierte Lösungen schneller zu unseren Kunden.

    Sasol investiert 60 Millionen Euro in Brunsbüttel. Was macht einen europäischen Produktionsstandort langfristig wettbewerbsfähig?

    Ein wettbewerbsfähiger Standort braucht qualifizierte Mitarbeitende, hohe Sicherheits- und Qualitätsstandards, Kundennähe sowie verlässliche Infrastruktur und wettbewerbsfähige Energiepreise. Ebenso wichtig ist ein klares Profil. Unser Ansatz lautet „value over volume“: Wir setzen Kapital diszipliniert dort ein, wo nachhaltige Wettbewerbsvorteile und langfristige Nachfrage zusammenkommen. Diese Ausrichtung hat im Geschäftsjahr 2026 zu besseren Ergebnissen und einer stärkeren Bilanz beigetragen; das bereinigte EBITDA ist deutlich gestiegen.

    In Brunsbüttel investieren wir 60 Millionen Euro in zusätzliche Katalysatorträger-Kapazitäten im Geschäftsbereich Advanced Materials. Der Standort verfügt über jahrzehntelanges Spezial-wissen, und die Nachfrage wächst. Die Investition stärkt die Versorgung unserer Kunden und unterstreicht die Bedeutung Brunsbüttels für unser internationales Geschäft. So schaffen wir Wert durch Technologie und Produktion – statt durch Volumen um seiner selbst willen.

    Wie lassen sich Klimaschutz und internationale Wettbewerbsfähigkeit miteinander verbinden?

    Antje Gerber: Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit sollten sich gegenseitig verstärken. Deshalb investieren wir bevorzugt in Maßnahmen, die Umweltleistung, operative Effizienz und Resilienz stärken.

    Bei jeder Investition prüfen wir Kundennutzen, Emissionsminderung, Versorgungssicherheit und wirtschaftlichen Ertrag. Die Erweiterung in Brunsbüttel ist dafür ein Beispiel: Sie soll Energieeffizienz und Kapazität erhöhen und den CO2-Fußabdruck der Katalysatorträger-Produktion je Tonne um bis zu 15 Prozent senken. Am Standort nutzen wir erneuerbaren Strom und Dampf aus Biomasse.

    Die Ergebnisse im Geschäftsjahr 2026 zeigen: Eine resiliente, wettbewerbsfähige Chemieindustrie kann eher in Innovation, Nachhaltigkeit und künftiges Wachstum investieren. Damit die Transformation gelingen kann, müssen Politik und Behörden liefern. Wir brauchen wettbewerbsfähige Energiepreise, leistungsfähige Netze, schnellere Genehmigungen und Investitionssicherheit für die gesamte Chemieindustrie.

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    N: Cristina Miranda Zerr
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    Quelle:            Sasol Germany GmbH
  • Trump: Vertreter der USA und des Irans haben sich getroffen

    Vertreter der USA und des Irans haben sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen. Das Gespräch sei «sehr gut» gelaufen und habe drei Stunden gedauert, sagte Trump vor Reportern, ohne konkrete Angaben zu allen Teilnehmern des Treffens zu machen.

  • Trump: Vertreter der USA und des Irans haben sich getroffen

    Vertreter der USA und des Irans haben sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen. Das Gespräch sei «sehr gut» gelaufen und habe drei Stunden gedauert, sagte Trump vor Reportern, ohne konkrete Angaben zu allen Teilnehmern des Treffens zu machen.

  • Trump: Vertreter der USA und des Irans haben sich getroffen

    Vertreter der USA und des Irans haben sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen. Das Gespräch sei «sehr gut» gelaufen und habe drei Stunden gedauert, sagte Trump vor Reportern, ohne konkrete Angaben zu allen Teilnehmern des Treffens zu machen.

  • Razzien wegen illegalen Schusswaffenhandels in Berlin

    Die Berliner Polizei durchsucht seit dem frühen Morgen in der ganzen Stadt Wohnungen wegen des Verdachts auf illegalen Schusswaffenhandel. Es habe mehrere Festnahmen gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Die Razzien stehen demnach im Zusammenhang mit Ermittlungen der Sondereinheit «Ferrum» zur Bekämpfung von Schusswaffenkriminalität.

  • EU hebt Sanktionen gegen russische Milliardäre auf

    Nach langem Ringen hebt die EU wegen einer drohenden Totalblockade von Russland-Sanktionen durch einzelne Mitgliedstaaten ihre Strafmaßnahmen gegen die beiden russischen Oligarchen Alischer Usmanow und Michail Fridman auf. Das teilte ein EU-Diplomat mit.

  • Künstliche Intelligenz hört den Unterschied (FOTO)

    Das Klirren von Metall, das Surren von Robotern, das Dröhnen von Maschinen – eine typische Geräuschkulisse in industriellen Fertigungsbereichen. Mittendrin an einer Prüfstation das kurze Klacken eines Bauteils, das möglicherweise auf einen Mangel hinweist: Für die akustische Qualitätskontrolle ist das eine Herausforderung. Denn Umgebungsgeräusche können dazu führen, dass Testsysteme Fehler „hören“, die gar nicht existieren.

    Deshalb befinden sich akustische Prüfstationen in schallgedämmten Zellen, um sie vor Störgeräuschen und Vibrationen zu schützen. Dennoch können einzelne Produktionsgeräusche bis zu den Sensoren durchdringen und die Messung stören. Die Folge sind sogenannte Pseudo-Fehler: Sie verursachen aufwendige Nachprüfungen, kosten Zeit und Geld.

    Saubere Ergebnisse trotz Lärm

    Der Automobilzulieferer Brose geht daher mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) neue Wege: Das Unternehmen hat eine eigene KI-basierte Akustikprüfung entwickelt, die verlässliche Messdaten in der Qualitätssicherung liefert. Damit werden Nacharbeiten deutlich reduziert und effizientere Abläufe ermöglicht. Die KI analysiert akustische Signale und lernt, charakteristische Merkmale bestimmter Klangmuster zu erkennen. „Ein Defekt im Bauteil äußert sich oft als regelmäßiges Klackern, während Geräusche aus der Produktionshalle unregelmäßig und zufällig auftreten. Unser KI-basiertes System erkennt, ob es sich tatsächlich um eine Abweichung oder Hintergrundlärm handelt. So reduzieren wir bis zu 95 Prozent aller Pseudo-Fehler“, erklärt Alexej Zitzer, Testexperte Fertigungstechnologie bei Brose.

    Auf das Training kommt es an

    Die Fähigkeit zur Unterscheidung muss die KI zunächst anhand von Trainingsdaten erlernen. Akustikexperten kennzeichnen Audiodaten und legen fest, welche Geräusche unkritisch und welche fehlerhaft sind. Auf dieser Basis liefert die KI präzise Informationen, verhindert Pseudo-Fehler und ermöglicht es, Produkte ohne Verzögerung weiter durch den Fertigungsprozess zu leiten.

    Eigenentwicklung mit Potenzial

    Um die neue KI-Lösung gezielt auf die eigenen Produktionsprozesse abzustimmen, hat Brose das Testsystem selbst entwickelt. „Das macht uns unabhängiger, flexibler und stärkt dauerhaft die Qualität und Effizienz unserer Serienfertigung“, betont Alexej Zitzer. Darüber hinaus wurde die Lösung als globale Plattform konzipiert, die sich an verschiedenen Standorten einsetzen und auf andere Technologien wie etwa die Bildverarbeitung übertragen lässt. So kann die Lösung auch zukünftig mit wachsenden Anforderungen in der Qualitätssicherung Schritt halten. Brose zeigt exemplarisch, wie KI in der Industrie ihren größten Mehrwert entfaltet: nicht als Ersatz für menschliche Expertise, sondern als intelligentes Werkzeug, das den entscheidenden Unterschied erkennt. Zugleich belegt die Eigenentwicklung die starke Technologie- und Produktionskompetenz des Unternehmens und macht deutlich, wie Brose innovative Lösungen für eine effiziente Fertigung vorantreibt.

    Pressekontakt:
    N: Carmen Eberhardt
    E: Carmen.Eberhardt@brose.com
    W: https://www.brose.com/de-de/
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            Brose SE
  • Dampfrückverdichtung kann CO2-Emissionen massiv senken (FOTO)

    Industrielle Prozesswärme stellt einen bedeutenden Anteil des Energieverbrauchs in der Industrie dar. Sie wird in zahlreichen Branchen benötigt, darunter die Lebensmittel-, Chemie- und Papierindustrie. Bei zahlreichen Produktionsprozessen dient Dampf als zentraler Wärmeträger, da er Wärme gleichmäßig und effizient überträgt und sich besonders für chemische Reaktionen, Trennverfahren oder Eindampfprozesse eignet. In der Vergangenheit wurde die bei diesen Prozessen entstehende Abwärme meistens ungenutzt an die Umgebung abgegeben.

    Vor dem Hintergrund steigender Energiekosten, verschärfter Klimaziele und des wachsenden Bedarfs an einer effizienteren Energienutzung rückt die Rückgewinnung dieser Abwärme zunehmend in den Fokus. Durch geeignete Technologien kann die enthaltene Wärme erneut für industrielle Prozesse genutzt werden, wodurch sowohl der Energieverbrauch als auch die CO2-Emissionen reduziert werden.

    Christoph Böhnisch, Geschäftsführer der Piller Blowers & Compressors GmbH, spricht im Interview über neue Verfahren der Abwärmenutzung durch Verdichtung.

    PILLER liefert mit insgesamt elf VapoFlex®-Verdichtern das technologische Herzstück für eine der weltweit leistungsstärksten industriellen Wärmepumpenanlagen, die derzeit bei BASF in Ludwigshafen montiert wird. Wie kann man sich das vorstellen?

    Das BASF-Projekt zeigt, wie sich industrielle Abwärme mithilfe der mechanischen Brüdenverdichtung (Mechanical Vapor Recompression, kurz MVR) wieder für industrielle Prozesse nutzbar machen lässt. Dabei wird Dampf, der zunächst unter Unterdruck und auf niedrigem Temperatur- und Druckniveau vorliegt, in mehreren Verdichtungsstufen angehoben und anschließend in das Dampfnetz zurückgeführt.

    Für Planung, Lieferung und Umsetzung der Gesamtanlage ist der österreichische Anlagenbauer GKT, ehemals GIG Karasek, verantwortlich. Die elf PILLER-Verdichter sind zentrale Komponenten des sogenannten CompriVAP-Wärmepumpensystems von GKT. Sie erhöhen den Dampfdruck und gleichzeitig die Temperatur, sodass hochwertiger Prozessdampf für industrielle Anwendungen entsteht. Damit ermöglichen sie die kontinuierliche Bereitstellung großer Mengen an CO2-freiem Prozessdampf und machen vorhandene Abwärme wieder nutzbar. Das Verfahren ist grundsätzlich auf viele Industrieprozesse übertragbar. Je nach Anwendung variieren die Anforderungen an Temperatur, Dampfqualität und Verdichtungsstufen. Herausforderungen sind vor allem der hohe Strom- und Platzbedarf, hohe Investitionskosten sowie lange Planungszeiten.

    Die Gesamtanlage soll jährlich rund 100.000 Tonnen CO2 einsparen. Unter welchen Voraussetzungen lässt sich das erreichen?

    Ein wichtiges Leistungsmerkmal der Gesamtanlage ist der Coefficient of Performance (COP), der bei etwa 3 für das Gesamtsystem liegt. Der COP beschreibt das Verhältnis der zurückgewonnenen Wärme zur elektrischen Leistungsaufnahme des Verdichtungssystems. Im BASF-Projekt werden jährlich rund 500.000 Tonnen Dampf erzeugt, indem Abwärme durch mehrstufige Verdichtung angehoben und wieder in den Produktionsprozess eingespeist wird. Dadurch können laut BASF bis zu 100.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart und die Treibhausgasemissionen der Ameisensäureproduktion um bis zu 98 Prozent reduziert werden.

    Welche Rolle können mechanische Brüdenverdichtung und industrielle Hochtemperaturwärmepumpen bei der Dekarbonisierung der Chemieindustrie und anderer energieintensiver Branchen spielen?

    Ich sehe die Energiewende als strategische Notwendigkeit, um Europas Energieunabhängigkeit und Versorgungssicherheit zu stärken. Die Prozessindustrie verbraucht rund ein Drittel des deutschen Primärenergiebedarfs. Die mechanische Brüdenverdichtung ist seit Jahren in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie etabliert und wird zunehmend auch in der Papier- und Chemieindustrie, unter anderem bei BASF, eingesetzt. Dadurch sinken Energieverbrauch, der Einsatz fossiler Brennstoffe und CO2-Emissionen. Für Hochtemperaturprozesse ist die Technologie jedoch nur eingeschränkt geeignet.

    Sie blicken jetzt auf ca. 45 Jahre Erfahrung in diesem Bereich zurück. Welche konkreten Ziele verbindet PILLER mit diesem Geschäftsfeld?

    PILLER hat sich auf die mechanische Dampfrückverdichtung (MVR) zur Nutzung industrieller Abwärme spezialisiert. Die Technologie zählt in diesem Temperaturbereich zu den effizientesten Verfahren der Rückgewinnung von Abwärme. Mit der Produktlinie „VapoLine©“ bietet PILLER Lösungen für verschiedene Anwendungen. Rund 90 Prozent des Unternehmensumsatzes entfallen inzwischen auf Dampfrückverdichtung und industrielle Wärmepumpen, weshalb das Unternehmen seine internationale Präsenz weiter ausbaut.

    Pressekontakt:
    N: Kerstin Stumpf-Trautmann
    T: +49 17612011255
    E: kerstin.stumpf-trautmann@piller.de
    W: www.piller.de
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            Piller Blowers & Compressors GmbH