Autor: Stojancho Gjorgjiev

  • Planet Labs startet bald Satellitenproduktion in Berlin

    Das US-Unternehmen Planet Labs will von diesem Herbst an mit dem Bau von Satelliten in Deutschland beginnen. Die gesamte Fertigung und Erprobung der Satelliten solle in Berlin stattfinden, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens in Deutschland, Martin Polak, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die neue Produktionsstätte sei der erste vollwertige Fertigungsstandort des Unternehmens neben San Francisco in den USA. 

    Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) verwies bei der Vorstellung des Vorhabens auf die Bedeutung von Satelliten für Sicherheit und technologische Souveränität. Das gelte sowohl im zivilen Bereich als auch im Spannungs- und Verteidigungsfall.

    Fertigung von bis zu 60 Satelliten pro Jahr

    Der erste in Berlin gebaute Satellit solle vor Ende des Jahres fertig sein, sagte Polak. Die Anlage könne auf eine Kapazität von bis zu 60 Satelliten pro Jahr ausgebaut werden. Zum genauen Umfang der Investition machte das Unternehmen keine Angaben. Es hieß aber, man erwarte, dass ein achtstelliger Betrag überstiegen werde. Derzeit arbeiten nach Unternehmensangaben knapp 150 Mitarbeiter in der Berliner Niederlassung. Diese Zahl solle um weitere 70 wachsen. 

    Satelliten liefern Daten zu Wetter, Klimawandel oder auch zu militärischen Anlagen, teils geht es um kritische Informationen. Sie spielen zum Beispiel im Ukraine-Krieg eine wichtige Rolle. Die sogenannten Pelican-Satelliten, die in Berlin gebaut werden sollen, liefern laut Planet Labs hochauflösende Bilder für die Erdbeobachtung.

    Reiche sagte mit Blick auf die Bedrohung durch Russland: «Russland bedroht die EU täglich. Russland bedroht Deutschland täglich.» Deutschland und Europa müssten in der Lage sein, Erdbeobachtung eigenständig und mit eigenen Daten zu betreiben. «Und diese Partnerschaften gehen wir hier ein, um handlungsfähig zu bleiben», sagte Reiche weiter. 

    Unternehmen: Betreuen problemlos Regierungskunden in Europa

    Auf Fragen nach einem möglichen Einfluss der US-Regierung und amerikanischer Behörden auf sensible Daten reagierte Planet Labs beschwichtigend. «Seit über zehn Jahren betreuen wir ohne Schwierigkeiten Regierungskunden in ganz Europa», versicherte Polak. «Unser Ziel ist es, Abhängigkeiten dort zu verringern, wo sie für europäische Kunden am wichtigsten sind, und ihre operative Widerstandsfähigkeit sowie ihre Kontrolle in Europa zu stärken.» 

    Das geschehe unter anderem durch die Satellitenfertigung in Berlin, den Missionsbetrieb von Deutschland aus, europäische Bodenstationen und Daten, die in europäischer Cloud-Infrastruktur gespeichert würden. Detailfragen zu einem möglichen Zugriff oder Einfluss von US-Behörden beantwortete Polak nicht.

  • IG Metall Mitte fordert fünf Prozent mehr Geld

    In den Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie fordert der IG-Metall-Bezirk Mitte fünf Prozent mehr Geld für 388.000 Beschäftigte. Die Gewerkschaft will zudem in Betrieben mit guter wirtschaftlicher Lage eine tarifliche Gewinnbeteiligung erreichen sowie über die Absicherung von Arbeitsplätzen und Standorten in den vier Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen verhandeln. 

    «Die wirtschaftliche Situation ist herausfordernd, und die Arbeitgeber führen einen abgestimmten, flächendeckenden Kampf gegen tarifliche Standards», sagte der Chef des Gewerkschaftsbezirks Mitte, Jörg Köhlinger, nach Beratungen der Tarifkommissionen in Mainz. «Wir müssen uns auf eine kämpferische Runde einstellen und uns gegen massive Angriffe wehren.» Der neue Tarifvertrag soll nach Ansicht der Gewerkschaft eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. 

    Erste Verhandlungen im Oktober 

    An diesem Mittwoch (23.9.) will der Vorstand der Gewerkschaft in Frankfurt auf Basis der Rückmeldungen aus den regionalen Tarifkommissionen seine Forderung für die insgesamt etwa 3,7 Millionen Beschäftigten der deutschen Metall- und Elektroindustrie bekanntgeben. Erste Verhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden sind ab dem 7. Oktober geplant. Warnstreiks sind ab November möglich. 

    Bei den regional geführten Verhandlungen ist der Bezirk Mitte für etwa 360.000 Beschäftigte in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie 28.000 Metallerinnen und Metaller in Thüringen zuständig. Die erste Verhandlung mit den Arbeitgebern der Mittelgruppe ist für den 9. Oktober in Frankfurt geplant. Am 12. Oktober verhandelt die IG Metall mit den Arbeitgebern Thüringen in Erfurt. 

    In der Tarifrunde geht es um die Entgelt-Tarifverträge für Beschäftigte in der Autoindustrie, im Maschinenbau, in Metallbearbeitung und Elektrotechnik. Nicht verhandelt wird für die Beschäftigten der kriselnden Volkswagen AG, für die ein eigener Haustarifvertrag gilt. Dieser läuft zum Jahresende aus.

  • Planet Labs startet bald Satellitenproduktion in Berlin

    Das US-Unternehmen Planet Labs will von diesem Herbst an mit dem Bau von Satelliten in Deutschland beginnen. Die gesamte Fertigung und Erprobung der Satelliten solle in Berlin stattfinden, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens in Deutschland, Martin Polak, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die neue Produktionsstätte sei der erste vollwertige Fertigungsstandort des Unternehmens neben San Francisco in den USA. 

    Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) verwies bei der Vorstellung des Vorhabens auf die Bedeutung von Satelliten für Sicherheit und technologische Souveränität. Das gelte sowohl im zivilen Bereich als auch im Spannungs- und Verteidigungsfall.

    Fertigung von bis zu 60 Satelliten pro Jahr

    Der erste in Berlin gebaute Satellit solle vor Ende des Jahres fertig sein, sagte Polak. Die Anlage könne auf eine Kapazität von bis zu 60 Satelliten pro Jahr ausgebaut werden. Zum genauen Umfang der Investition machte das Unternehmen keine Angaben. Es hieß aber, man erwarte, dass ein achtstelliger Betrag überstiegen werde. Derzeit arbeiten nach Unternehmensangaben knapp 150 Mitarbeiter in der Berliner Niederlassung. Diese Zahl solle um weitere 70 wachsen. 

    Satelliten liefern Daten zu Wetter, Klimawandel oder auch zu militärischen Anlagen, teils geht es um kritische Informationen. Sie spielen zum Beispiel im Ukraine-Krieg eine wichtige Rolle. Die sogenannten Pelican-Satelliten, die in Berlin gebaut werden sollen, liefern laut Planet Labs hochauflösende Bilder für die Erdbeobachtung.

    Reiche sagte mit Blick auf die Bedrohung durch Russland: «Russland bedroht die EU täglich. Russland bedroht Deutschland täglich.» Deutschland und Europa müssten in der Lage sein, Erdbeobachtung eigenständig und mit eigenen Daten zu betreiben. «Und diese Partnerschaften gehen wir hier ein, um handlungsfähig zu bleiben», sagte Reiche weiter. 

    Unternehmen: Betreuen problemlos Regierungskunden in Europa

    Auf Fragen nach einem möglichen Einfluss der US-Regierung und amerikanischer Behörden auf sensible Daten reagierte Planet Labs beschwichtigend. «Seit über zehn Jahren betreuen wir ohne Schwierigkeiten Regierungskunden in ganz Europa», versicherte Polak. «Unser Ziel ist es, Abhängigkeiten dort zu verringern, wo sie für europäische Kunden am wichtigsten sind, und ihre operative Widerstandsfähigkeit sowie ihre Kontrolle in Europa zu stärken.» 

    Das geschehe unter anderem durch die Satellitenfertigung in Berlin, den Missionsbetrieb von Deutschland aus, europäische Bodenstationen und Daten, die in europäischer Cloud-Infrastruktur gespeichert würden. Detailfragen zu einem möglichen Zugriff oder Einfluss von US-Behörden beantwortete Polak nicht.

  • Planet Labs startet bald Satellitenproduktion in Berlin

    Das US-Unternehmen Planet Labs will von diesem Herbst an mit dem Bau von Satelliten in Deutschland beginnen. Die gesamte Fertigung und Erprobung der Satelliten solle in Berlin stattfinden, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens in Deutschland, Martin Polak, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die neue Produktionsstätte sei der erste vollwertige Fertigungsstandort des Unternehmens neben San Francisco in den USA. 

    Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) verwies bei der Vorstellung des Vorhabens auf die Bedeutung von Satelliten für Sicherheit und technologische Souveränität. Das gelte sowohl im zivilen Bereich als auch im Spannungs- und Verteidigungsfall.

    Fertigung von bis zu 60 Satelliten pro Jahr

    Der erste in Berlin gebaute Satellit solle vor Ende des Jahres fertig sein, sagte Polak. Die Anlage könne auf eine Kapazität von bis zu 60 Satelliten pro Jahr ausgebaut werden. Zum genauen Umfang der Investition machte das Unternehmen keine Angaben. Es hieß aber, man erwarte, dass ein achtstelliger Betrag überstiegen werde. Derzeit arbeiten nach Unternehmensangaben knapp 150 Mitarbeiter in der Berliner Niederlassung. Diese Zahl solle um weitere 70 wachsen. 

    Satelliten liefern Daten zu Wetter, Klimawandel oder auch zu militärischen Anlagen, teils geht es um kritische Informationen. Sie spielen zum Beispiel im Ukraine-Krieg eine wichtige Rolle. Die sogenannten Pelican-Satelliten, die in Berlin gebaut werden sollen, liefern laut Planet Labs hochauflösende Bilder für die Erdbeobachtung.

    Reiche sagte mit Blick auf die Bedrohung durch Russland: «Russland bedroht die EU täglich. Russland bedroht Deutschland täglich.» Deutschland und Europa müssten in der Lage sein, Erdbeobachtung eigenständig und mit eigenen Daten zu betreiben. «Und diese Partnerschaften gehen wir hier ein, um handlungsfähig zu bleiben», sagte Reiche weiter. 

    Unternehmen: Betreuen problemlos Regierungskunden in Europa

    Auf Fragen nach einem möglichen Einfluss der US-Regierung und amerikanischer Behörden auf sensible Daten reagierte Planet Labs beschwichtigend. «Seit über zehn Jahren betreuen wir ohne Schwierigkeiten Regierungskunden in ganz Europa», versicherte Polak. «Unser Ziel ist es, Abhängigkeiten dort zu verringern, wo sie für europäische Kunden am wichtigsten sind, und ihre operative Widerstandsfähigkeit sowie ihre Kontrolle in Europa zu stärken.» 

    Das geschehe unter anderem durch die Satellitenfertigung in Berlin, den Missionsbetrieb von Deutschland aus, europäische Bodenstationen und Daten, die in europäischer Cloud-Infrastruktur gespeichert würden. Detailfragen zu einem möglichen Zugriff oder Einfluss von US-Behörden beantwortete Polak nicht.

  • IG Metall Mitte fordert fünf Prozent mehr Geld

    In den Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie fordert der IG-Metall-Bezirk Mitte fünf Prozent mehr Geld für 388.000 Beschäftigte. Die Gewerkschaft will zudem in Betrieben mit guter wirtschaftlicher Lage eine tarifliche Gewinnbeteiligung erreichen sowie über die Absicherung von Arbeitsplätzen und Standorten in den vier Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen verhandeln. 

    «Die wirtschaftliche Situation ist herausfordernd, und die Arbeitgeber führen einen abgestimmten, flächendeckenden Kampf gegen tarifliche Standards», sagte der Chef des Gewerkschaftsbezirks Mitte, Jörg Köhlinger, nach Beratungen der Tarifkommissionen in Mainz. «Wir müssen uns auf eine kämpferische Runde einstellen und uns gegen massive Angriffe wehren.» Der neue Tarifvertrag soll nach Ansicht der Gewerkschaft eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. 

    Erste Verhandlungen im Oktober 

    An diesem Mittwoch (23.9.) will der Vorstand der Gewerkschaft in Frankfurt auf Basis der Rückmeldungen aus den regionalen Tarifkommissionen seine Forderung für die insgesamt etwa 3,7 Millionen Beschäftigten der deutschen Metall- und Elektroindustrie bekanntgeben. Erste Verhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden sind ab dem 7. Oktober geplant. Warnstreiks sind ab November möglich. 

    Bei den regional geführten Verhandlungen ist der Bezirk Mitte für etwa 360.000 Beschäftigte in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie 28.000 Metallerinnen und Metaller in Thüringen zuständig. Die erste Verhandlung mit den Arbeitgebern der Mittelgruppe ist für den 9. Oktober in Frankfurt geplant. Am 12. Oktober verhandelt die IG Metall mit den Arbeitgebern Thüringen in Erfurt. 

    In der Tarifrunde geht es um die Entgelt-Tarifverträge für Beschäftigte in der Autoindustrie, im Maschinenbau, in Metallbearbeitung und Elektrotechnik. Nicht verhandelt wird für die Beschäftigten der kriselnden Volkswagen AG, für die ein eigener Haustarifvertrag gilt. Dieser läuft zum Jahresende aus.

  • IG Metall Mitte fordert fünf Prozent mehr Geld

    In den Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie fordert der IG-Metall-Bezirk Mitte fünf Prozent mehr Geld für 388.000 Beschäftigte. Die Gewerkschaft will zudem in Betrieben mit guter wirtschaftlicher Lage eine tarifliche Gewinnbeteiligung erreichen sowie über die Absicherung von Arbeitsplätzen und Standorten in den vier Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen verhandeln. 

    «Die wirtschaftliche Situation ist herausfordernd, und die Arbeitgeber führen einen abgestimmten, flächendeckenden Kampf gegen tarifliche Standards», sagte der Chef des Gewerkschaftsbezirks Mitte, Jörg Köhlinger, nach Beratungen der Tarifkommissionen in Mainz. «Wir müssen uns auf eine kämpferische Runde einstellen und uns gegen massive Angriffe wehren.» Der neue Tarifvertrag soll nach Ansicht der Gewerkschaft eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. 

    Erste Verhandlungen im Oktober 

    An diesem Mittwoch (23.9.) will der Vorstand der Gewerkschaft in Frankfurt auf Basis der Rückmeldungen aus den regionalen Tarifkommissionen seine Forderung für die insgesamt etwa 3,7 Millionen Beschäftigten der deutschen Metall- und Elektroindustrie bekanntgeben. Erste Verhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden sind ab dem 7. Oktober geplant. Warnstreiks sind ab November möglich. 

    Bei den regional geführten Verhandlungen ist der Bezirk Mitte für etwa 360.000 Beschäftigte in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie 28.000 Metallerinnen und Metaller in Thüringen zuständig. Die erste Verhandlung mit den Arbeitgebern der Mittelgruppe ist für den 9. Oktober in Frankfurt geplant. Am 12. Oktober verhandelt die IG Metall mit den Arbeitgebern Thüringen in Erfurt. 

    In der Tarifrunde geht es um die Entgelt-Tarifverträge für Beschäftigte in der Autoindustrie, im Maschinenbau, in Metallbearbeitung und Elektrotechnik. Nicht verhandelt wird für die Beschäftigten der kriselnden Volkswagen AG, für die ein eigener Haustarifvertrag gilt. Dieser läuft zum Jahresende aus.

  • Industrieabwärme könnte fast ein Drittel des Bedarfs großer deutscher Wärmenetze decken / Eine neue Danfoss-Analyse zeigt drei Wege, bereits erzeugte Wärme zu nutzen (FOTO)

    Kernaussagen

    • Die erfasste Industrieabwärme im Umkreis von 178 großen Fernwärmenetzen entspricht rechnerisch 30,4 Prozent ihres gemeinsamen jährlichen Wärmebedarfs.
    • Ab 2030 müssen Wärmenetze mindestens 30 Prozent ihrer jährlichen Nettowärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme beziehen. Die Analyse zeigt, wo industrielle Abwärme dazu beitragen könnte.
    • Abwärme kann im eigenen Betrieb, in benachbarten Gebäuden oder über Wärmenetze genutzt werden.

    Rund um 178 große deutsche Fernwärmenetze fallen erhebliche Mengen Industrieabwärme an. Rechnerisch entspricht die erfasste Wärmemenge 30,4 Prozent ihres gemeinsamen jährlichen Wärmebedarfs. Das zeigt eine neue Analyse im Danfoss Impact Paper „Waste Heat“.

    Die Größenordnung ist auch mit Blick auf die gesetzlichen Anforderungen ab 2030 relevant. Dann muss jedes Wärmenetz mindestens 30 Prozent seiner jährlichen Nettowärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien, unvermeidbarer Abwärme oder einer Kombination daraus beziehen. Die Analyse belegt nicht, dass die untersuchten Netze diese Vorgabe mithilfe der erfassten Abwärme erfüllen können. Sie zeigt jedoch, an welchen Standorten Industrieabwärme einen Beitrag leisten könnte und sich eine genauere technische und wirtschaftliche Prüfung lohnt.

    Für die Analyse wurden 178 Fernwärmenetze in allen 16 Bundesländern ausgewertet. Sie versorgen zusammen rund 4,6 Millionen Haushalte. Berücksichtigt wurden registrierte industrielle Abwärmequellen in höchstens einem Kilometer Entfernung. Die dort erfasste Wärmemenge entspricht 30,4 Prozent* des gemeinsamen jährlichen Wärmebedarfs der untersuchten Netze.

    „Deutschland hat mit seinem Abwärmeregister die nötige Transparenz geschaffen. Unsere Analyse zeigt, dass rund um große Wärmenetze erhebliche Mengen ungenutzter Wärme anfallen. Sie könnten einen wichtigen Beitrag zu den Vorgaben für 2030 leisten“, sagt Andrea Voigt, Vizepräsident für Public & Industry Affairs und ESG bei Danfoss Climate Solutions. „Jetzt müssen aus diesen Erkenntnissen konkrete Projekte werden. Wer bereits erzeugte Wärme weiterverwendet, verringert die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und stärkt zugleich Energiesicherheit und Wettbewerbsfähigkeit.“

    Abwärme aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen wurde nicht berücksichtigt. Auch die Abwärme von Rechenzentren ist in den verwendeten Registerdaten bislang nicht vollständig erfasst. In Deutschland gibt es mehr als 3.000 Rechenzentren – mehr als in jedem anderen europäischen Land. Wäre ihre Abwärme vollständig erfasst, könnte der Anteil höher liegen.

    Bereits erzeugt und bezahlt – aber ungenutzt

    Nahezu zwei Drittel der weltweit eingesetzten Energie gehen in Form von Wärme verloren. Abwärme fällt unter anderem in Fabriken, Rechenzentren, Supermärkten und Kläranlagen an.

    Diese Energie wurde bereits erzeugt und bezahlt. Ihre Wiederverwendung kann Energiekosten und CO2-Emissionen senken, fossile Brennstoffe ersetzen und die Energieversorgung weniger anfällig für Lieferengpässe und Preissprünge machen. In Deutschland liegt mehr als ein Fünftel des europäischen Potenzials, industrielle Abwärme zurückzugewinnen.

    Das Danfoss Impact Paper „Waste Heat“ zeigt drei Wege, diese Wärme zu nutzen:

    1. Direkt am Entstehungsort:Unternehmen können Abwärme im eigenen Betrieb für Warmwasser, Raumwärme oder andere Produktionsschritte einsetzen. In einer Brauerei lässt sich beispielsweise die beim Kühlen entstehende Wärme für Reinigungsprozesse oder die Produktion verwenden.

    2. In benachbarten Gebäuden und Betrieben:Wird die Wärme im eigenen Betrieb nicht vollständig benötigt, kann sie in benachbarten Betrieben oder Gebäuden genutzt werden. So lässt sich etwa die Abwärme eines Rechenzentrums über einen lokalen Energieverbund für Gewerbe-, Wohn- oder Pflegegebäude einsetzen.

    3. Über ein Wärmenetz:Liegen Wärmequelle und Netz nah beieinander und passen Temperatur und Infrastruktur, kann Abwärme einen Teil der bislang mit fossilen Energieträgern erzeugten Wärme ersetzen. Reicht die Temperatur nicht aus, können Wärmepumpen die Abwärme auf das benötigte Niveau bringen.

    Öffentliche Daten als Ausgangspunkt für konkrete Projekte

    Für die Analyse glich Danfoss die Standorte und Wärmemengen aus dem öffentlichen Abwärmeregister mit Lage und Bedarf von 178 Fernwärmenetzen ab. Jedes dieser Netze versorgt mindestens 5.000 Haushalte. Berücksichtigt wurden registrierte industrielle Abwärmequellen in höchstens einem Kilometer Entfernung.

    So wird sichtbar, wo größere Abwärmemengen in unmittelbarer Nähe eines entsprechenden Wärmebedarfs anfallen. Damit lassen sich Standorte finden, an denen sich eine genauere technische und wirtschaftliche Prüfung lohnt.

    Die 30,4 Prozent sind keine Prognose für die tatsächlich nutzbare Abwärmemenge. Sie bezeichnen ein theoretisches räumliches Potenzial. Für jeden Standort muss einzeln geprüft werden, wie viel der Wärme technisch und wirtschaftlich genutzt werden kann. Das öffentliche Register liefert dafür konkrete Ansatzpunkte.

    Abwärme für Energiesicherheit und Wettbewerbsfähigkeit nutzen

    „Aktuelle und vollständige Daten sind eine wichtige Voraussetzung für Investitionen. Ebenso wichtig sind verlässliche Rahmenbedingungen für Wärmerückgewinnung, Wärmepumpen sowie Leitungen und Anlagen, die die Wärme zu den Abnehmern bringen. Abwärme sollte deshalb von Anfang an in die Planung neuer Anlagen und Standorte einfließen“, so Andrea Voigt. „Auch bei der kommunalen Wärmeplanung und der Entwicklung von Industrie- und Energiestandorten muss sie systematisch mitgedacht werden.“

    * Die 30,4 Prozent bezeichnen ein theoretisches räumliches Potenzial. Wie viel davon technisch und wirtschaftlich nutzbar ist, muss für jeden Standort einzeln geprüft werden. Die Abwärme von Rechenzentren war in den verwendeten Registerdaten noch nicht vollständig erfasst.

    Über Danfoss

    Danfoss entwickelt Lösungen, die die Produktivität von Maschinen erhöhen, Emissionen und Energieverbrauch senken und die Elektrifizierung vorantreiben.

    Die Lösungen des Unternehmens kommen unter anderem in der Kälte- und Klimatechnik, der Wärmeversorgung, der Energieumwandlung, der Motorsteuerung, im Maschinenbau, in der Schifffahrt sowie in mobilen Arbeitsmaschinen und Straßenfahrzeugen zum Einsatz. Darüber hinaus bietet Danfoss Lösungen für Rechenzentren, erneuerbare Energien, Energiespeicherung, Wärmerückgewinnung sowie kommunale Wärme- und Energiesysteme.

    Seit 1933 entwickelt Danfoss innovative technische Lösungen. Das Familienunternehmen beschäftigt mehr als 39.000 Menschen, produziert an über 100 Standorten und beliefert Kunden in mehr als 100 Ländern.

    Pressekontakt:
    Rebecca Bernstein
    M +49 172 43 79 973
    rb@mhoch4.com
    Mhoch4 GmbH & Co. KG
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            Danfoss GmbH
  • ARD-Hochrechnung: CDU fällt in MV unter 5,0 Prozent

    Die CDU ist in Mecklenburg-Vorpommern erstmals in einer Hochrechnung unter fünf Prozent gerutscht. Die ARD (21.47 Uhr) sieht die Partei nun bei 4,9 Prozent, in der letzten ZDF-Hochrechnung (21.45 Uhr) steht die Partei bei 5,0 Prozent. In der Geschichte der Bundesrepublik ist die CDU bisher bei Landtagswahlen noch nie an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert, die den Einzug ins Parlament sicherstellt.

  • Linke gewinnt Berliner Wahl mit großem Vorsprung

    Die Linke hat die Abgeordnetenhauswahl in Berlin mit 25,7 Prozent der Stimmen und großem Vorsprung vor den anderen Parteien gewonnen. Dahinter folgen CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3 Prozent), Grüne (14,3 Prozent) und SPD (12,1 Prozent), wie die Landeswahlleitung nach Auszählung aller Stimmen mitteilte. Die regierende CDU/SPD-Koalition hat damit ihre Mehrheit verloren.

  • Planet Labs startet bald Satellitenproduktion in Berlin

    Das US-Unternehmen Planet Labs will von diesem Herbst an mit dem Bau von Satelliten in Deutschland beginnen. Die gesamte Fertigung und Erprobung der Satelliten solle in Berlin stattfinden, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens in Deutschland, Martin Polak, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die neue Produktionsstätte sei der erste vollwertige Fertigungsstandort des Unternehmens neben San Francisco in den USA. 

    Fertigung von bis zu 60 Satelliten pro Jahr

    Der erste in Berlin gebaute Satellit solle vor Ende des Jahres fertig sein, sagte Polak. Die Anlage könne auf eine Kapazität von bis zu 60 Satelliten pro Jahr ausgebaut werden. Zum genauen Umfang der Investition machte das Unternehmen keine Angaben. Es hieß aber, man erwarte, dass ein achtstelliger Betrag überstiegen werde. Derzeit arbeiten nach Unternehmensangaben knapp 150 Mitarbeiter in der Berliner Niederlassung. Diese Zahl solle um weitere 70 wachsen. 

    Satelliten liefern Daten zu Wetter, Klimawandel oder auch zu militärischen Anlagen, teils geht es um kritische Informationen. Sie spielen zum Beispiel im Ukraine-Krieg eine wichtige Rolle. Die sogenannten Pelican-Satelliten, die in Berlin gebaut werden sollen, liefern laut Planet Labs hochauflösende Bilder für die Erdbeobachtung. 

    Unternehmen: Betreuen problemlos Regierungskunden in Europa

    Auf Fragen nach einem möglichen Einfluss der US-Regierung und amerikanischer Behörden auf sensible Daten reagierte Planet Labs beschwichtigend. «Seit über zehn Jahren betreuen wir ohne Schwierigkeiten Regierungskunden in ganz Europa», versicherte Polak. «Unser Ziel ist es, Abhängigkeiten dort zu verringern, wo sie für europäische Kunden am wichtigsten sind, und ihre operative Widerstandsfähigkeit sowie ihre Kontrolle in Europa zu stärken.» 

    Das geschehe unter anderem durch die Satellitenfertigung in Berlin, den Missionsbetrieb von Deutschland aus, europäische Bodenstationen und Daten, die in europäischer Cloud-Infrastruktur gespeichert würden. Detailfragen zu einem möglichen Zugriff oder Einfluss von US-Behörden beantwortete Polak nicht.