Autor: Stojancho Gjorgjiev

  • Auftragseingang legt stärker als erwartet zu

    Hoffnungsschimmer für die angeschlagene deutsche Industrie: Nach dem Rückschlag im April hat der Auftragseingang im Mai wieder zugelegt. Der Anstieg fiel zudem deutlich höher aus als von Experten erwartet. Die Aufträge stiegen im Mai im Vergleich zum Vormonat saison- und kalenderbereinigt um 1,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag in Wiesbaden mitteilte. 

    Von Bloomberg befragte Volkswirte hatten lediglich mit einem Plus von etwas mehr als einem Prozent gerechnet. Zudem fiel der April-Rückgang aktuellen Daten zufolge nicht so stark aus, wie zunächst angenommen. Die Statistiker revidierten den Rückgang von 3,8 Prozent auf 3,2 Prozent. Im Mai profitierte die Industrie unter anderem von Großaufträgen. Ohne die Berücksichtigung dieser Orders sei der Auftragseingang um 1,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat gestiegen.

    Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, kommentiert zurückhaltend: «Für die deutsche Wirtschaft sind es derzeit keine einfachen Zeiten. Der Automobilbau muss sich gesundschrumpfen, worunter viele nachgelagerte Industrien leiden. Darunter insbesondere der Maschinenbau. Letzterer kann zwar im Mai einen positiven Auftragseingang verbuchen, doch das übergeordnete Bild schaut betrüblich aus.»

  • Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im Mai 2026: +1,9 % zum Vormonat / Auftragseingang ohne Großaufträge +1,0 %

    Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe

    Mai 2026 (real, vorläufig):

    +1,9 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)

    +6,2 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

    April 2026 (real, revidiert):

    -3,2 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)

    +2,1 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

    Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Mai 2026 gegenüber April 2026 saison- und kalenderbereinigt um 1,9 % gestiegen. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen war der Auftragseingang um 1,0 % höher als im Vormonat. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang von März bis Mai 2026 um 0,2 % niedriger als in den drei Monaten zuvor, ohne Großaufträge stieg er im gleichen Zeitraum um 4,1 %. Im April 2026 fiel der Auftragseingang nach Revision der vorläufigen Ergebnisse gegenüber März 2026 um 3,2 % (vorläufiger Wert: -3,8 %).

    Die positive Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Mai 2026 ist wesentlich auf den deutlichen Anstieg im Sonstigen Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge) zurückzuführen. Hier lagen die Neuaufträge aufgrund mehrerer Großaufträge um 85,0 % höher als im Vormonat. Auch die Zuwächse der Auftragseingänge im Maschinenbau (+3,7 %) und im Bereich Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (+5,7 %) beeinflussten das Gesamtergebnis positiv. Negativ wirkte sich hingegen der Rückgang in der Automobilindustrie (-3,8 %) und im Bereich Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (-7,8 %) aus.

    Bei den Investitionsgütern lag der Auftragseingang im Mai 2026 um 2,2 % höher und bei den Vorleistungsgütern um 1,4 % höher als im Vormonat. Bei den Konsumgütern stieg er um 2,4 %.

    Die Auslandsaufträge stiegen im Mai 2026 um 2,2 %. Dabei stiegen die Aufträge aus der Eurozone um 11,2 % und die Aufträge von außerhalb der Eurozone sanken um 3,2 %. Die Inlandsaufträge stiegen um 1,3 %.

    Umsatz im Mai 2026 um 1,8 % höher als im Vormonat

    Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben im Mai 2026 saison- und kalenderbereinigt 1,8 % höher als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 war der Umsatz kalenderbereinigt 4,2 % höher. Für April 2026 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Anstieg von 0,1 % gegenüber März 2026; damit wurde das vorläufige Ergebnis bestätigt.

    Methodische Hinweise:

    In allen Meldungen zu Konjunkturindikatoren sind die unterschiedlichen Vergleichszeiträume zu beachten. Im Fokus der Konjunkturbeobachtung steht der Vergleich der kalender- und saisonbereinigten Werte zum Vormonat/Vorquartal. Hieraus lässt sich die kurzfristige konjunkturelle Entwicklung ablesen. Der kalenderbereinigte Vorjahresvergleich dient einem längerfristigen Niveauvergleich und ist von saisonalen Schwankungen und Kalendereffekten unabhängig.

    Auftragseingänge und Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe werden in der Gliederung der „Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008)“ erfasst und ausgewertet. Dabei werden die Auftragseingänge nur in ausgewählten Wirtschaftszweigen des Verarbeitenden Gewerbes erhoben. Die Veränderungsraten basieren auf den preisbereinigten Indizes des Auftragseingangs- und Umsatzindexes im Verarbeitenden Gewerbe. Das durchschnittliche Ergebnis im Jahr 2021 wird dabei als Basis des Index verwendet und auf 100 Indexpunkte festgelegt (2021 = 100). Die Saison- und Kalenderbereinigung erfolgte mit dem Verfahren X13 JDemetra+.

    In dieser Pressemitteilung werden für einige Wirtschaftszweige für ein besseres Verständnis Kurzbezeichnungen verwendet, die von den Bezeichnungen der „Klassifikation der Wirtschaftszweige (Ausgabe 2008)“ abweichen. Eine Übersicht dieser Kurzbezeichnungen ist auf der Themenseite „Industrie, Verarbeitendes Gewerbe“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes zu finden.

    Weitere Informationen:

    Ergebnisse in tiefer Gliederung und lange Zeitreihen können in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden (42151-0004 Auftragseingangsindizes, 42151-0008 Auftragseingangsindizes ohne Großaufträge und 42152-0004 Umsatzindizes).

    Eine Analyse zum Zusammenhang zwischen Materialknappheit, Auftragseingängen, Produktion und Preisen in der Industrie bietet ein Dossier auf der Themenseite „Konjunkturindikatoren“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes. Ausführliche Informationen zur Produktion der energieintensiven Industriezweige stehen auf der Themenseite „Industrie, Verarbeitendes Gewerbe“ bereit.

    Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist auch im „Dashboard Konjunktur“ (www.dashboard-konjunktur.de) verfügbar. In diesem Datenportal bündelt das Statistische Bundesamt hochfrequente Indikatoren der amtlichen Statistik und weiterer Datenanbieter zu den Themen Wirtschaft und Finanzen sowie Arbeitsmarkt, Bauen und Energie. Zudem bietet das „Dashboard Konjunktur“ einen Frühindikator zur Schätzung des Umsatzes im Verarbeitenden Gewerbe. Damit liegen erste Daten zum Umsatz bereits 20 Tage nach Ende eines Berichtsmonats vor.

    Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.

    Weitere Auskünfte:
    Konjunkturindizes, Saisonbereinigung
    Telefon: +49 611 75 2806
    www.destatis.de/kontakt
    Pressekontakt:
    Statistisches Bundesamt
    Pressestelle
    www.destatis.de/kontakt
    Telefon: +49 611-75 34 44
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            Statistisches Bundesamt
  • Neue Wege bei Loewe: Hifi und Video für Auto und Jacht

    Das ehedem auf Luxusfernseher spezialisierte Traditionsunternehmen Loewe wagt sich mit einer neuen Tochtergesellschaft auf schwieriges Terrain vor: Unterhaltungssysteme mit Ton und Bild für hochpreisige Autos, Yachten oder auch Wohnmobile. Anders als das Mutterunternehmen ist die neue Gesellschaft Loewe Systems nicht in Kronach im ländlichen Nordosten Bayerns ansässig, sondern in Berlin. 

    «Wir sind nicht nur ein Audiounternehmen, wie das für die Partner der Autohersteller bislang typisch ist, sondern auch auf Vision und Bildwiedergabe spezialisiert», sagt Loewe-Eigentümer und -Chef Aslan Khabliev. «Jedes Auto hat heute mehrere Displays, und die Bedeutung der Bildwiedergabe im Auto wird wachsen.» Im Frühjahr hatte Loewe das französische Unternehmen Cabasse übernommen, einen Hersteller von High-End-Lautsprecherboxen. Die neue Tochter Loewe Systems wird von drei Managern geleitet, die zuvor für das auf das Edelsegment spezialisierte deutsche Hifi-Unternehmen Burmester tätig waren. 

    Zielgruppe im Luxusmarkt 

    «Wir haben bereits 2019 darüber nachgedacht, ins B2B-Geschäft mit der Automobilindustrie einzusteigen, aber damals war das Unternehmen in schlechter Verfassung», sagte Khabliev, der Loewe damals aus der Insolvenz heraus übernommen hatte. «Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, und ich bin überzeugt, dass das ein Erfolg werden wird.» Als Kunden soll Loewe Systems vorrangig europäische Premium-Autohersteller gewinnen. 

    Ein klassischer Autozulieferer mit eigener Fertigung soll Loewe Systems jedoch nicht werden. «Das ist ein sehr schwieriger Markt», sagte Khabliev. «Wir konzentrieren uns auf Engineering und Design.» Entwickeln soll die Tochtergesellschaft nicht einzelne Produkte beziehungsweise Bauteile, sondern aufeinander abgestimmte audiovisuelle Systeme. «Heute kommt es nicht mehr wie früher auf die einzelnen Komponenten wie die Lautsprecher an, sondern darauf, eine integrierte Gesamtlösung zu entwickeln», sagte Alexander Meisen, der Loewe-Systems-Geschäftsführer. 

    Der aus der Unterhaltungsbranche kommende Khabliev hat Loewe neue Wege verordnet. Loewe stellt schon seit einigen Jahren nicht mehr nur teure Fernseher her, sondern mittlerweile auch Luxus-Kopfhörer, Radios, Lautsprecher und sogar Espressomaschinen im oberen Preissegment. Als prominenten Markenbotschafter hat das Unternehmen unter anderem den französischen Fußballstar Kylian Mbappé engagiert.

  • Verfassungsgericht bekräftigt Verbot von Kindersexpuppen

    Das Verbot von Sexpuppen, die wie Kinder aussehen, ist verfassungskonform. Die gesetzliche Regelung, die das Herstellen, Verkaufen, Kaufen und Besitzen solcher Puppen untersagt, ist mit dem Grundgesetz vereinbar, entschied das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.

  • Koalition plant schärfere Regeln für Krankschreibungen

    Die Möglichkeit zu telefonischen Krankschreibungen soll nach Plänen der Koalition abgeschafft werden. Für Beschäftigte soll zudem die verpflichtende Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Tag der Erkrankung eingeführt werden, wie Union und SPD nach Beschlüssen des Koalitionsausschusses mitteilten.

  • Nagelsmann nicht mehr Bundestrainer – Klopp steht bereit

    Jürgen Klopp ist nach dem Rücktritt von Julian Nagelsmann grundsätzlich zur Übernahme des Bundestrainer-Amts bereit. Der Deutsche Fußball-Bund bestätigte in einer Mitteilung die Trennung von Nagelsmann und will nun Verhandlungen mit Klopp führen.

  • Berichte: Bundestrainer Nagelsmann wird Rücktritt erklären

    Bundestrainer Julian Nagelsmann soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge in Kürze seinen Rücktritt erklären. Der 38-Jährige soll nach der Krisensitzung beim Deutschen Fußball-Bund am Donnerstag in Frankfurt/Main zu dieser Entscheidung gekommen sein, wie der TV-Sender Sky und die «Bild»-Zeitung berichteten.

  • Koalition einigt sich auf Steuerentlastungen

    Die Koalition hat sich auf eine Reform der Einkommensteuer mit steuerlichen Entlastungen zum 1. Januar 2027 geeinigt. Das Entlastungsvolumen soll insgesamt rund 10 Milliarden Euro pro Jahr betragen, wie die Spitzen von CDU, CSU und SPD nach dem Koalitionsausschuss mitteilten.

  • Dax steigt auf Rekordhoch

    Der deutsche Leitindex Dax ist erstmals seit Januar wieder auf einen Rekordwert gestiegen. Das Börsenbarometer erreichte am Donnerstagnachmittag 25.517 Punkte.

  • Woidke: Strompreiszone mit polnischen Regionen prüfen

    Brandenburg lotet nach Angaben von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) die Möglichkeit einer gemeinsamen Strompreiszone mit Regionen im Nachbarland Polen aus. «Schleswig-Holstein, Hamburg, Teile von Niedersachsen prüfen, ob eine engere Zusammenarbeit grenzüberschreitend in Europa, in dem Fall mit Dänemark, möglich ist», sagte Woidke nach einem Treffen mit dem Marschall der Woiwodschaft Niederschlesien, Paweł Jarosław Gancarz. «Wir sind dabei, auch dieses zu prüfen mit polnischen Regionen.» Das sei aber ganz in den Anfängen.

    Der Regierungschef kann sich vorstellen, dass das Modell einen Effekt für die Verbraucher hat. «Das hätte dann natürlich auch Auswirkungen auf die Strompreise, nämlich auf niedrigere Strompreise auch in Brandenburg», sagte er. Es sei nötig, im europäischen Rahmen die Energiesicherheit und die Nutzung erneuerbarer Energien mehr in den Fokus zu nehmen.

    IHK für Stromzone von Nordländern mit Westdänemark 

    Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein schlägt eine gemeinsame Stromzone für Schleswig-Holstein und Hamburg mit Westdänemark vor. Das Modell bietet nach Ansicht der IHK günstige Voraussetzungen zur wirtschaftlichen Produktion und Vermarktung regional erzeugten Stroms, der stärker vor Ort genutzt würde. Eine stärkere regionale Nutzung der Energie fordert auch Woidke, damit Strom günstiger wird.

    Nach Angaben der IHK könnten durch eine gemeinsame Energiezone die Kosten durch effizientere Energienutzung in ganz Deutschland gesenkt und Platz für weitere Öko-Energien geschaffen werden. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte sich offen dafür gezeigt.

    Debatte über Strompreiszone

    Union und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag aber keine Änderung zur sogenannten Stromgebotszone geplant. Der Strompreis in Deutschland ist einheitlich, Erzeugung und Verbrauch unterscheiden sich aber. Wenn im Norden mehr Windstrom produziert als benötigt wird oder durch das Stromnetz in den Süden abtransportiert werden kann, müssen Windräder zeitweise abgeschaltet werden, was zu Kosten führt.

    Im vergangenen Jahr gab es eine Forderung norddeutscher Bundesländer nach einer Neuregelung des Stromsystems für niedrigere Preise in ihren Regionen, was Widerstand in Bayern und Baden-Württemberg auslöste.

    Brandenburg vereinbarte mit der Partnerregion Niederschlesien, die Zusammenarbeit in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur auszubauen. Geplant seien neue Projekte in Zukunftsbranchen wie Medizintechnik, Maschinenbau und Elektrotechnik, teilte die Staatskanzlei mit.