Autor: Stojancho Gjorgjiev

  • KI im Zollprozess: Janine Lampprecht von der Grenzlotsen GmbH ordnet ein, wo Automatisierung wirklich funktioniert – und wo ihre Grenzen liegen (FOTO)

    Der Fachkräftemangel, steigende Datenmengen und wachsender Kostendruck setzen Zollabteilungen spürbar unter Zugzwang. Gleichzeitig wächst in vielen Unternehmen die Hoffnung, dass künstliche Intelligenz einen Großteil der Arbeit künftig automatisch übernimmt. Tatsächlich eröffnet KI neue Möglichkeiten – allerdings nur dort, wo die Voraussetzungen stimmen. Entscheidend ist deshalb nicht, ob KI eingesetzt wird, sondern wo sie echten Mehrwert schafft und wo menschliche Expertise weiterhin unverzichtbar bleibt.

    Kaum ein Digitalisierungsthema wird derzeit so intensiv diskutiert wie künstliche Intelligenz. Auch im Zollbereich setzen viele Unternehmen große Hoffnungen auf die Technologie. Schließlich bestehen zahlreiche Prozesse aus wiederkehrenden Arbeitsschritten, umfangreichen Datensätzen und klar definierten Abläufen – ideale Voraussetzungen für die Automatisierung. Gleichzeitig verschärfen der Fachkräftemangel, steigende regulatorische Anforderungen und der Wunsch nach effizienteren Prozessen den Druck, schnell Lösungen zu finden. Doch an diesem Punkt entstehen häufig falsche Erwartungen. Nicht selten wird KI als Lösung für strukturelle Probleme verstanden, obwohl deren Ursachen ganz woanders liegen. Fehlende Stammdatenqualität, unklare Prozesse oder mangelnde Zollkompetenz lassen sich nicht einfach durch neue Technologien kompensieren. Im Gegenteil: Werden fehlerhafte Daten automatisiert verarbeitet, können falsche Zollanmeldungen, fehlerhafte Bewertungen oder kostspielige Beanstandungen die Folge sein. Was zunächst wie ein Effizienzgewinn wirkt, kann sich spätestens bei einer späteren Zollprüfung als erhebliches Risiko erweisen. „Wer KI auf einer schlechten Datenbasis arbeiten lässt oder Ergebnisse ungeprüft übernimmt, automatisiert im schlimmsten Fall nicht den Erfolg, sondern den Fehler. Die Konsequenzen zeigen sich oft erst dann, wenn sie sich nicht mehr ohne Weiteres korrigieren lassen“, erklärt Janine Lampprecht, Geschäftsführerin der Grenzlotsen GmbH.

    „Deshalb sollte der erste Schritt nicht die Einführung einer KI sein, sondern die Frage, welche Aufgaben sich überhaupt sinnvoll automatisieren lassen und welche fachliche Kontrolle erfordern“, so Janine Lampprecht weiter. Als Geschäftsführerin der Grenzlotsen GmbH beschäftigt sie sich seit vielen Jahren mit der Optimierung von Zoll- und Außenwirtschaftsprozessen. Gemeinsam mit ihrem Team unterstützt sie Unternehmen dabei, Abläufe effizienter, rechtssicherer und datenbasiert aufzustellen. Dabei bewertet die Grenzlotsen GmbH KI-Anwendungen nicht danach, wie innovativ sie erscheinen, sondern danach, ob Datenqualität, fachliche Anforderungen, technische Möglichkeiten und praktische Umsetzung tatsächlich zusammenpassen. Gerade diese realistische Herangehensweise zeigt immer wieder: Nicht die Menge eingesetzter Technologien entscheidet über den Erfolg einer Digitalisierung, sondern ihr sinnvoller Einsatz innerhalb eines durchdachten Zollprozesses.

    Wo künstliche Intelligenz heute bereits echten Mehrwert schafft

    Die größten Potenziale von KI liegen dort, wo Prozesse nach klaren Regeln ablaufen, Daten eindeutig strukturiert sind und Ergebnisse fachlich überprüft werden können. Gerade im Zollbereich treffen diese Voraussetzungen auf zahlreiche operative Aufgaben zu. Ein anschauliches Beispiel ist die Erstellung von Zollanmeldungen. Hier müssen große Mengen an Produkt-, Lieferanten- und Verfahrensdaten zusammengeführt werden. Sind diese Informationen vollständig und konsistent gepflegt, lassen sich viele vorbereitende Arbeitsschritte automatisieren. Dadurch sinkt der manuelle Aufwand. Gleichzeitig gewinnen Fachkräfte Zeit für Aufgaben, die Erfahrung und zollrechtliches Know-how erfordern.

    Nach demselben Prinzip kann KI auch im Global Trade Management unterstützen. Sie analysiert große Datenmengen innerhalb kurzer Zeit, erkennt Auffälligkeiten und macht Inkonsistenzen sichtbar, die im Tagesgeschäft leicht übersehen werden. Darüber hinaus hilft sie bei der Pflege von Stammdaten, indem sie fehlende Angaben, widersprüchliche Informationen oder ungewöhnliche Abweichungen erkennt und für eine fachliche Prüfung kennzeichnet. So lassen sich Datenqualität und Transparenz kontinuierlich verbessern – wichtige Voraussetzungen für stabile und effiziente Zollprozesse.

    „Der größte Nutzen entsteht nicht dort, wo KI möglichst viele Aufgaben übernimmt, sondern dort, wo sie Fachkräfte gezielt unterstützt und ihnen Raum für die wirklich komplexen Entscheidungen verschafft“, erklärt Janine Lampprecht von der Grenzlotsen GmbH. Der wirtschaftliche Mehrwert liegt folglich nicht darin, Menschen zu ersetzen. Vielmehr übernimmt KI zeitintensive Routinetätigkeiten, während sich Zollabteilungen stärker auf fachliche Bewertungen, Ausnahmen und strategische Fragestellungen konzentrieren können. Genau dieses Zusammenspiel aus Automatisierung und Expertenwissen schafft die Grundlage für effizientere und zugleich rechtssichere Zollprozesse.

    Wo menschliche Expertise weiterhin unverzichtbar bleibt

    So groß die Potenziale auch sind – überall dort, wo rechtliche Verantwortung, individuelle Einzelfallentscheidungen oder regulatorische Risiken eine Rolle spielen, kann KI den Menschen nicht ersetzen. Sie liefert wertvolle Unterstützung, die fachliche Bewertung muss jedoch weiterhin durch qualifizierte Mitarbeitende erfolgen. Das zeigt sich besonders bei der Zolltarifierung. Moderne Systeme können anhand vorhandener Produktinformationen Vorschläge für die passende Zolltarifnummer erstellen und so den Arbeitsaufwand reduzieren. Die endgültige Einreihung bleibt jedoch eine fachliche Entscheidung. Schließlich beeinflusst die Tarifnummer unter anderem den Zollsatz, Genehmigungspflichten sowie geltende Verbote und Beschränkungen. Fehler können zu fehlerhaften Zollanmeldungen, Nachforderungen oder Beanstandungen führen.

    Dasselbe gilt für die Exportkontrolle. KI kann Produktdaten mit Prüfkriterien abgleichen, Auffälligkeiten kennzeichnen und mögliche Risiken frühzeitig sichtbar machen. Ob tatsächlich Genehmigungspflichten bestehen oder außenwirtschaftsrechtliche Vorgaben greifen, lässt sich jedoch nur anhand des konkreten Einzelfalls beurteilen. Besonders kritisch wird es, wenn Mitarbeitende allgemeine KI-Anwendungen für rechtliche Einschätzungen oder konkrete Zollentscheidungen nutzen. Deren Antworten wirken häufig plausibel, berücksichtigen jedoch weder die tatsächliche Datenlage noch die individuellen Rahmenbedingungen eines Unternehmens. Dadurch entsteht leicht eine trügerische Sicherheit, obwohl wesentliche Informationen für eine belastbare Entscheidung fehlen.

    „Gerade bei rechtlich sensiblen Fragestellungen sollte KI niemals die letzte Instanz sein. Sie liefert wertvolle Hinweise – die Verantwortung für die Entscheidung bleibt jedoch immer beim Menschen“, betont Janine Lampprecht. Genau darin liegt die Rolle künstlicher Intelligenz im Zollprozess: Sie bereitet Informationen auf, erkennt Auffälligkeiten und unterstützt Fachkräfte bei ihrer Arbeit. Die rechtliche Bewertung, die abschließende Entscheidung und damit auch die Verantwortung bleiben jedoch weiterhin Aufgabe erfahrener Zollexperten.

    Diese Voraussetzungen müssen Unternehmen schaffen

    Wer künstliche Intelligenz dauerhaft nutzen möchte, sollte nicht mit der Auswahl eines Tools beginnen, sondern mit den eigenen Prozessen. Viele Unternehmen investieren in neue Technologien, obwohl die eigentlichen Schwachstellen ganz woanders liegen: unvollständige Stammdaten, uneinheitliche Abläufe oder fehlende Verantwortlichkeiten. Solange diese Grundlagen nicht stimmen, kann auch die leistungsfähigste KI ihr Potenzial nicht entfalten. Statt Prozesse zu verbessern, werden bestehende Fehler lediglich schneller verarbeitet. Damit bilden qualitativ hochwertige Stammdaten die Grundlage jeder erfolgreichen Automatisierung. Dazu gehören neben Produktinformationen auch Lieferantendaten, Ursprungsangaben, Zolltarifnummern und Verfahrensinformationen, die vollständig, aktuell und konsistent gepflegt sein müssen.

    Ebenso wichtig ist ein realistischer Blick auf die eigenen Abläufe. Unternehmen sollten zunächst analysieren, welche Tätigkeiten standardisiert ablaufen, welche Entscheidungen klaren Regeln folgen und an welchen Stellen weiterhin individuelle Bewertungen erforderlich sind. Erst auf dieser Grundlage lässt sich sinnvoll entscheiden, welche Aufgaben sich automatisieren lassen und wo menschliche Expertise unverzichtbar bleibt.

    Neben einer belastbaren Datenbasis und klar definierten Prozessen brauchen Unternehmen schließlich auch die notwendige Fachkompetenz. Mitarbeitende müssen KI-Ergebnisse einordnen, kritisch hinterfragen und mögliche Fehler erkennen können. Das gilt ausdrücklich auch für Führungskräfte. Denn nur wer die Anforderungen moderner Zollprozesse versteht, kann beurteilen, an welchen Stellen künstliche Intelligenz echten Mehrwert schafft – und wo sie bewusst nur unterstützend eingesetzt werden sollte.

    Diese Denkfehler kosten Unternehmen Zeit und Geld

    Sind die Daten, Prozesse und Verantwortlichkeiten geklärt, sind die wichtigsten Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz von KI zwar geschaffen. Dennoch bleiben die gewünschten Ergebnisse in vielen Unternehmen aus. Der Grund liegt meist nicht in der Technologie selbst, sondern in unrealistischen Erwartungen an ihren Einsatz. Eben diese Fehlannahmen begegnen Janine Lampprecht in ihrer täglichen Arbeit immer wieder.

    „Der häufigste Irrtum besteht darin, künstliche Intelligenz als eine Art Allheilmittel zu betrachten“, berichtet Janine Lampprecht von der Grenzlotsen GmbH. So gehen viele Unternehmen davon aus, dass sich jahrelang gewachsene Prozessprobleme allein durch neue Software lösen lassen. Tatsächlich bleiben schlechte Stammdaten, unklare Zuständigkeiten oder fehlerhafte Abläufe jedoch bestehen – unabhängig davon, ob sie manuell oder automatisiert verarbeitet werden. Hinzu kommt die Annahme, KI könne den Fachkräftemangel vollständig kompensieren. Zwar übernimmt sie zahlreiche Routinetätigkeiten und reduziert den manuellen Aufwand, fachliche Verantwortung und zollrechtliche Entscheidungen kann sie jedoch nicht ersetzen.

    Ein weiterer Fehler besteht darin, KI ohne klare Zielsetzung einzuführen. Fehlt eine Strategie, welche Prozesse verbessert werden sollen oder anhand welcher Kennzahlen sich der Erfolg später messen lässt, entsteht zwar der Eindruck von Digitalisierung – messbare Verbesserungen bleiben jedoch häufig aus. Auf der anderen Seite gibt es Unternehmen, die aus Sorge vor Datenschutz oder regulatorischen Anforderungen ganz auf KI verzichten. Auch das ist keine zukunftsfähige Lösung. Datenschutz und Informationssicherheit müssen selbstverständlich berücksichtigt werden. Entscheidend ist jedoch ein kontrollierter und fachlich fundierter Einsatz – nicht die pauschale Ablehnung neuer Technologien. „Am Ende entscheidet nicht die Technologie über den Erfolg, sondern die Art, wie Unternehmen sie einsetzen. Wer falsche Erwartungen an KI hat, wird ihr Potenzial niemals vollständig ausschöpfen“, fasst Janine Lampprecht zusammen.

    KI entfaltet ihren Nutzen erst im Zusammenspiel mit Fachkompetenz

    Künstliche Intelligenz wird die Zollabwicklung in den kommenden Jahren nachhaltig verändern. Unternehmen stehen deshalb vor der Herausforderung, neue Technologien sinnvoll in bestehende Abläufe zu integrieren, ohne dabei rechtliche Anforderungen und fachliche Verantwortung aus den Augen zu verlieren.

    Hierbei unterstützt die Grenzlotsen GmbH ihre Kunden: Gemeinsam analysiert sie bestehende Zoll- und Außenwirtschaftsprozesse, bewertet sinnvolle Einsatzmöglichkeiten und schafft die Voraussetzungen für einen fachlich fundierten und wirtschaftlich nachhaltigen KI-Einsatz. Nicht möglichst viel Automatisierung ist das Ziel, sondern ein KI-Einsatz, der Unternehmen langfristig sicherer, effizienter und zukunftsfähiger macht. „Die Zukunft gehört nicht der künstlichen Intelligenz allein. Sie gehört den Unternehmen, die Technologie und Fachkompetenz sinnvoll miteinander verbinden.“

    Sie möchten künstliche Intelligenz sinnvoll und rechtssicher in Ihre Zollprozesse integrieren und wünschen sich dabei die Unterstützung einer erfahrenen Expertin? Dann melden Sie sich jetzt bei Janine Lampprecht von der Grenzlotsen GmbH und vereinbaren Sie einen Termin!

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  • Stihl und Kärcher starten Akku-Allianz für Profis

    Motorsägen, Garten- und Forstgeräte von Stihl und Reinigungsgeräte von Kärcher für Profis sollen künftig mit dem gleichen Akku funktionieren. Die beiden schwäbischen Unternehmen gehen eine strategische Partnerschaft ein, wie die Vorstandschefs der Mittelständler in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) mitteilten. Kernstück der Allianz sei ein von Stihl neu entwickeltes Akkusystem, das künftig in den Profi-Geräten der beiden Familienunternehmen zum Einsatz kommt.

    Professionelle Anwender benötigten Systeme, die viele Aufgaben abdeckten, Komplexität reduzierten und Investitionen langfristig nutzbar machten, sagte Stihl-Chef Michael Traub. Kärcher-Vorstandschef Hartmut Jenner betonte, die Zusammenarbeit sei weit mehr als nur eine technische Lösung. Man treibe die Elektrifizierung professioneller Anwendungen konsequent voran. Nach Angaben der beiden Mittelständler sollen künftig zahlreiche weitere Partner wie für Forstwinden, Geräteträger oder mobile Tankstellensysteme das neue System in ihren Geräten nutzen. 

    Von den weltweit verkauften Geräten von Stihl sind aktuell 27 Prozent mit Akku betrieben, wie Traub mitteilte. In das neue System habe der Motorsägenhersteller in den vergangenen zwei bis drei Jahren einen «kleinen dreistelligen Millionen-Betrag» investiert. Nach Angaben von Jenner werden von Kärcher 40 Prozent der Geräte schon mit Akku betrieben. 

    Nicht die erste Akku-Allianz in Deutschland

    Seit Anfang Mitte 2018 gibt es schon die von Metabo ins Leben gerufene Akku-Allianz mit dem Namen CAS (Cordless Alliance System). Inzwischen vereint sie 50 mittelständische Hersteller von Elektrowerkzeugen für Profis. Mit einem Akku können 500 verschiedene Maschinen betrieben werden. Metabo hatte einst das eigene Akku-System für andere Hersteller geöffnet.

    Gleichfalls ist Bosch Power Tools schon seit Jahren dabei, seine Akku-Aktivitäten mit anderen Partnern zu teilen. Aktuell gehörten bereits 34 Partner dieser AmpShare Akku-Allianz für Profianwender an – mit einer starken Tendenz zu deutlich über 40 Partnern in naher Zukunft. Die andere Kooperation für Heimanwender umfasst aktuell elf führende Marken, die das gemeinsame Akkusystem nutzen: Bosch (Home & Garden), Gardena, Husqvarna, BSH Hausgeräte, Flymo, Gloria, Wagner, Rapid, Steinel, Ledvance und HK Audio.

  • Großteil der Unternehmen in Deutschland setzt auf strikten Sparkurs / Investitionen in Resilienz priorisiert nur jeder fünfte Finanzvorstand (FOTO)

    München (ots)

    • Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, setzen 68 Prozent auf Kostensenkungen und 64 Prozent auf die Integration von Künstlicher Intelligenz.
    • Die CFOs rechnen mit Preissteigerungen von durchschnittlich 3 Prozent in den kommenden zwölf Monaten.
    • Zwei Drittel der CFOs erwarten durch den Einsatz von KI einen signifikanten Stellenabbau in ihrem Funktionsbereich.

    In der angespannten wirtschaftlichen Situation fokussieren sich die Finanzverantwortlichen in Deutschland auf Kostenreduktion (68 %), die Integration von Künstlicher Intelligenz (64 %) und ihr Kerngeschäft (50 %). Knapp weniger als die Hälfte der Finanzverantwortlichen baut auf Innovationen (48 %), sehr viel weniger auf die Erschließung neuer Märkte (40 %) oder neuer Geschäftsfelder (28 %), um langfristig die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, wie der aktuelle CFO Survey zeigt.

    Vor allem der Maschinenbau plant kostenbewusst. 44 Prozent der Befragten aus diesem Sektor priorisieren Investitionen in Kosteneffizienz über Wachstum und Resilienz. Einzig der Technologiesektor setzt, aufgrund des KI-Aufschwungs, bei seinen Investitionen primär auf Wachstum (50 %) und weniger auf Widerstandsfähigkeit und Kosten. Lediglich 19 Prozent der Unternehmen priorisieren branchenübergreifend bei ihren Investitionen Resilienz über Wachstumsinitiativen und Maßnahmen zur Kosteneffizienz. Für den Survey wurden zwischen dem 16. April und dem 7. Mai 2026 164 Finanzvorstände in Deutschland befragt.

    „Zahlreiche Unternehmen schalten in den Überlebensmodus“, sagt Dr. Alexander Börsch, Chefökonom und Leiter Research bei Deloitte. „Dennoch dürfte die langfristige Wettbewerbsfähigkeit leiden, wenn Unternehmen in der geopolitisch schwierigen Lage nicht mehr in Resilienz investieren.“

    Unternehmen passen Risikomanagement nur punktuell an

    Die Schwerpunktsetzung der CFOs findet vor dem Hintergrund ihrer Sorge um steigende Kosten, insbesondere im Energie- und Rohstoffbereich, statt. Die Finanzvorstände erwarten für die kommenden zwölf Monate eine Inflation von durchschnittlich 3 Prozent. Die Bedenken der CFOs bezüglich weiterer Kostensteigerungen, Rohstoffengpässen und der Ausbreitung von Cyberangriffen sind groß. Die Auswirkungen von Handelskonflikten sowie die technologische Abkopplung zwischen China und dem Westen fürchten sie im Vergleich dazu weniger (s. Abb. 1).

    Das Bewusstsein für die Risiken führt jedoch nicht zu einem umfassenden Ausbau des Risikomanagements. Zwar investieren drei Viertel der Befragten verstärkt in Cybersicherheit, jedoch weniger als die Hälfte in weitere Maßnahmen zu geopolitischer Resilienz – etwa darin, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren (48 %), ihre IT-Unabhängigkeit zu stärken (32 %), geopolitisches Monitoring (29 %), die Absicherung von Preisschwankungen (26 %) oder eine stärkere Lagerhaltung (18 %).

    Auswirkungen von KI auf die Finanzfunktion

    Die CFOs beschäftigt auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der eigenen Abteilung. Fast die Hälfte der Befragten (48 %) plant, KI-Anwendungen in der Finanzfunktion in den kommenden 24 Monaten zu skalieren. 45 Prozent setzen dabei auf strategische, funktionsübergreifende KI-Initiativen statt auf isolierte Anwendungen. Gleichzeitig erwarten zwei Drittel der CFOs (66 %) einen substanziellen Stellenabbau in der Finanzfunktion durch KI.

    „KI führt zu einer tiefgreifenden Transformation. Wer die Technologie dabei nur als Effizienzhebel betrachtet, verkennt jedoch ihr eigentliches Potenzial, die Problemlösungskapazität vor allem von Wissensarbeitenden in der Finanzfunktion zu verbessern“, meint Markus Seeger, Director und Mitglied des CFO Program bei Deloitte.

    Über Deloitte

    Deloitte bietet führende Prüfungs- und Beratungsleistungen für nahezu 90% der Fortune Global 500®-Unternehmen und Tausende von privaten Unternehmen an. Rechtsberatung wird in Deutschland von Deloitte Legal erbracht. Unsere Mitarbeitenden liefern messbare und langfristig wirkende Ergebnisse, die dazu beitragen, das öffentliche Vertrauen in die Kapitalmärkte zu stärken und unsere Kunden bei Wandel und Wachstum unterstützen. Deloitte baut auf eine über 180-jährige Geschichte auf und ist in mehr als 150 Ländern tätig. Erfahren Sie mehr darüber, wie die über 470.000 Mitarbeitenden von Deloitte zusammenarbeiten, um das Leitbild „making an impact that matters“ täglich zu leben: www.deloitte.com/de.

    Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited (DTTL), ihr weltweites Netzwerk von Mitgliedsunternehmen und ihre verbundenen Unternehmen (zusammen die „Deloitte-Organisation“). DTTL (auch „Deloitte Global“ genannt) und jedes ihrer Mitgliedsunternehmen sowie ihre verbundenen Unternehmen sind rechtlich selbstständige und unabhängige Unternehmen, die sich gegenüber Dritten nicht gegenseitig verpflichten oder binden können. DTTL, jedes DTTL-Mitgliedsunternehmen und verbundene Unternehmen haften nur für ihre eigenen Handlungen und Unterlassungen und nicht für die der anderen. DTTL erbringt selbst keine Leistungen gegenüber Kunden. Weitere Informationen finden Sie unter www.deloitte.com/de/UeberUns. Wenn Sie keine Informationen mehr erhalten wollen, antworten Sie bitte auf diese E-Mail.

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  • Deutsch-dänisches Industriekonsortium investiert siebenstelligen Betrag in Kognitive Systeme

    embraceable Technology erhöht sein Eigenkapital um eine siebenstellige Summe. Die Maßnahme wird von der Karlsruher hp-TECHNIK GmbH und ihrer Gesellschafterin, der dänischen Danfoss-Gruppe, getragen. Sie dient der Weiterentwicklung sogenannter Kognitiver Systeme – einer neuen Klasse autonomer Softwaresysteme, die die Engpässe rein generativer KI-Architekturen überwindet und zuverlässige Maschinenautonomie ermöglicht.

    Die bisherige Entwicklung generativer KI wurde vor allem durch größere Modelle, mehr Daten und steigende Rechenleistung geprägt. Gleichzeitig zeigen sich bei komplexen Entscheidungs- und Handlungsprozessen zunehmend Grenzen dieser Technologie als Grundlage für autonome Systeme wie etwa KI-Agenten. Insbesondere dort, wo Zielkonflikte und komplexe Richtlinien berücksichtigt werden müssen, steigen Rechenlast und Modellierungsaufwand überproportional – häufig zulasten von Wirtschaftlichkeit und Verlässlichkeit.

    Kognitive Systeme haben das Ziel, diese strukturellen Grenzen zu überwinden. Sie nutzen Sprachmodelle für Hypothesengenerierung und semantische Verarbeitung und ergänzen diese um zusätzliche kognitive Strukturen wie explizite Abstraktionen. Auf diese Weise verändert sich der innere Denkablauf der KI. Komplexe Denk- und Entscheidungsprozesse lassen sich so mit deutlich höherer Qualität und gleichzeitig deutlich geringerer Rechenlast abbilden. Dadurch verringert sich auch der Bedarf an proprietären Hochleistungsmodellen und den dahinterstehenden Infrastrukturen.

    „Wir stehen an einem fundamentalen Übergang von der Skalierung durch reine Rechenleistung hin zu einer Skalierung durch kognitive Architekturen“, erklärt Dr.-Ing. Christian Gilcher, Gründer und CEO von embraceable Technology.„Für viele hochwertige industrielle und geschäftskritische Anwendungen reicht generative KI in der heutigen Form nicht aus. Es braucht Systeme, die anspruchsvolle kognitive Aufgaben strukturiert ausführen können. Genau das leisten Kognitive Systeme.“

    Zu den frühen Anwendern der Technologie zählt unter anderem die RWE AG.

    „Die kognitive Leistungsfähigkeit pro eingesetztem Euro wird zu einer entscheidenden Größe für die wirtschaftliche Nutzung intelligenter Systeme“, betont Scott-Oliver Lührs, Enterprise Architect der RWE AG.„Der Ansatz ist sowohl aus architektonischer als auch aus kommerzieller Sicht vielversprechend.“

    Diese Einschätzung teilen auch die beteiligten Investoren:

    „Die bisherige KI-Entwicklung wurde maßgeblich durch den Zugang zu Kapital, Rechenleistung und Energie geprägt“, sagt Ulf-Henning Elsässer, Geschäftsführer der hp-TECHNIK GmbH.„Sollte sich der Trend zu neuen kognitiven Architekturen fortsetzen, könnten wissenschaftliche Exzellenz, Ingenieurskompetenz und industrielle Integration deutlich stärker in den Mittelpunkt rücken. Das hätte erhebliche strategische Bedeutung für Europa, weil es einen alternativen Entwicklungspfad zu Hochleistungs-KI eröffnet.“

    Die Kapitalmaßnahme soll die Weiterentwicklung der Technologieplattform sowie die Skalierung produktiver Anwendungen beschleunigen. Die Einführung der Technologie erfolgt schrittweise in strategischen Schlüsselindustrien, darunter Industrial Engineering, Energy & Utilities, Financial Services sowie Defence & Intelligence.

    Über embraceable Technology

    embraceable Technology entwickelt die infrastrukturellen Grundlagen für zuverlässige Maschinenautonomie. Dazu gehören Kognitive Systeme für komplexe Entscheidungsprozesse ebenso wie Technologien für Wissensorganisation und autonome Geschäftsprozesse. Ziel ist es, komplexe Analyse-, Entscheidungs- und Handlungsprozesse zuverlässiger, nachvollziehbarer und ressourceneffizienter zu gestalten.

    Weitere Informationen unter www.embraceable.technology .

    Pressekontakt:
    Dr. Fabian Prechtl
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    Quelle:            embraceable Technology
  • Stihl und Kärcher starten Akku-Allianz für Profis

    Motorsägen, Garten- und Forstgeräte von Stihl und Reinigungsgeräte von Kärcher für Profis sollen künftig mit dem gleichen Akku funktionieren. Die beiden schwäbischen Unternehmen gehen eine strategische Partnerschaft ein, wie die Vorstandschefs der Mittelständler in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) mitteilten. Kernstück der Allianz sei ein von Stihl neu entwickelte Akkusystem, das künftig in den Profi-Geräten der beiden Familienunternehmen zum Einsatz kommt.

    Professionelle Anwender benötigten Systeme, die viele Aufgaben abdeckten, Komplexität reduzierten und Investitionen langfristig nutzbar machten, sagte Stihl-Chef Michael Traub. Kärcher-Vorstandschef Hartmut Jenner betonte, die Zusammenarbeit sei weit mehr als nur eine technische Lösung. Man treibe die Elektrifizierung professioneller Anwendungen konsequent voran. Nach Angaben der beiden Mittelständler sollen künftig zahlreiche weitere Partner wie für Forstwinden, Geräteträger oder mobile Tankstellensysteme das neue System in ihren Geräten nutzen. 

    Von den weltweit verkauften Geräten von Stihl sind aktuell 27 Prozent mit Akku betrieben, wie Traub mitteilte. In das neue System habe der Motorsägenhersteller in den vergangenen zwei bis drei Jahren einen «kleinen dreistelligen Millionen-Betrag» investiert. Nach Angaben von Jenner werden von Kärcher 40 Prozent der Geräte schon mit Akku betrieben. 

    Nicht die erste Akku-Allianz in Deutschland

    Seit Anfang Mitte 2018 gibt es schon die von Metabo ins Leben gerufene Akku-Allianz mit den Namen CAS (Cordless Alliance System). Inzwischen vereint sie 50 mittelständische Hersteller von Elektrowerkzeugen für Profis. Mit einem Akku können 500 verschiedene Maschinen betrieben werden. Metabo hatte einst das eigene Akku-System für andere Hersteller geöffnet.

    Gleichfalls ist Bosch Power Tools schon seit Jahren dabei, seine Akku-Aktivitäten mit anderen Partnern zu teilen. Aktuell gehörten bereits 34 Partner dieser AmpShare Akku-Allianz an – mit einer starken Tendenz zu deutlich über 40 Partnern in naher Zukunft. Die Kooperation umfasst aktuell elf führende Marken, die das gemeinsame Akkusystem nutzen: Bosch (Home & Garden), Gardena, Husqvarna, BSH Hausgeräte, Flymo, Gloria, Wagner, Rapid, Steinel, Ledvance und HK Audio.

  • Stihl und Kärcher starten Akku-Allianz für Profis

    Motorsägen, Garten- und Forstgeräte von Stihl und Reinigungsgeräte von Kärcher für Profis sollen künftig mit dem gleichen Akku funktionieren. Die beiden schwäbischen Unternehmen gehen eine strategische Partnerschaft ein, wie die Vorstandschefs der Mittelständler in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) mitteilten. Kernstück der Allianz sei ein von Stihl neu entwickelte Akkusystem, das künftig in den Profi-Geräten der beiden Familienunternehmen zum Einsatz kommt.

    Professionelle Anwender benötigten Systeme, die viele Aufgaben abdeckten, Komplexität reduzierten und Investitionen langfristig nutzbar machten, sagte Stihl-Chef Michael Traub. Kärcher-Vorstandschef Hartmut Jenner betonte, die Zusammenarbeit sei weit mehr als nur eine technische Lösung. Man treibe die Elektrifizierung professioneller Anwendungen konsequent voran. Kärcher investierte rund 10 Millionen Euro für die Umstellung auf die neue Akku-Technologie. Nach Angaben der beiden Mittelständler sollen künftig zahlreiche weitere Partner wie für Forstwinden, Geräteträger oder mobile Tankstellensysteme das neue System in ihren Geräten nutzen. 

    Nicht die erste Akku-Allianz in Deutschland

    Seit Anfang Mitte 2018 gibt es schon die von Metabo ins Leben gerufene Akku-Allianz mit den Namen CAS (Cordless Alliance System). Inzwischen vereint sie 50 mittelständische Hersteller von Elektrowerkzeugen für Profis. Mit einem Akku können 500 verschiedene Maschinen betrieben werden. Metabo hatte einst das eigene Akku-System für andere Hersteller geöffnet.

    Gleichfalls ist Bosch Power Tools schon seit Jahren dabei, seine Akku-Aktivitäten mit anderen Partnern zu teilen. Aktuell gehörten bereits 34 Partner dieser AmpShare Akku-Allianz an – mit einer starken Tendenz zu deutlich über 40 Partnern in naher Zukunft. Die Kooperation umfasst aktuell elf führende Marken, die das gemeinsame Akkusystem nutzen: Bosch (Home & Garden), Gardena, Husqvarna, BSH Hausgeräte, Flymo, Gloria, Wagner, Rapid, Steinel, Ledvance und HK Audio.

  • Das steht im Reformpaket der Koalition

    Die Spitzen von CDU, CSU und SPD haben ein umfangreiches Reformpaket geschnürt. Es soll Deutschland modernisieren, die Wirtschaft wieder in Schwung bringen und den Sozialstaat zukunftsfest machen. Im Koalitionsausschuss einigten sich die drei Partner auf insgesamt 34 Punkte. Ein Überblick:

    Steuern

    Die schwarz-rote Koalition will Millionen Steuerzahler finanziell entlasten – beginnend am 1. Januar kommenden Jahres. Geschehen soll dies durch eine Anhebung des Grundfreibetrages, die Anhebung des Kinderfreibetrages, die Erhöhung des Kindergeldes, eine Anhebung des Arbeitnehmerpauschbetrages und ein Abflachen der Progression in der Einkommensteuer.

    Profitieren sollen davon kleine und mittlere Einkommen. Eine berufstätige Familie mit zwei Kindern und einem zu versteuernden Gesamteinkommen von 60.000 Euro soll im Vergleich zu heute um bis zu 600 Euro jährlich entlastet werden. Das Entlastungsvolumen wird mit rund zehn Milliarden Euro angegeben. 

    Zur Gegenfinanzierung soll die sogenannte Reichensteuer verschärft werden. Der Steuersatz von 45 Prozent soll bereits ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 250.000 Euro greifen. Ab einem Einkommen von 280.000 Euro soll er auf 47 Prozent steigen. Eine Erhöhung der Erbschafts- und Vermögensteuer wird es nicht geben. 

    Steigen soll auch der pauschale Steuersatz bei Mini-Jobs – von zwei auf fünf Prozent. Gekürzt werden soll bei der steuerlichen Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen.

    Arbeitsmarkt 

    Die telefonische Krankschreibung wird abgeschafft, die Strafen für das unrichtige Ausstellen einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung werden erhöht. Künftig muss eine solche Bescheinigung bereits ab dem ersten Krankheitstag vorgelegt werden. 

    Um den Arbeitsmarkt flexibler zu machen, ist künftig eine sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen bis zu maximal 48 Monaten mit einer sechsmaligen Verlängerung möglich. Das ist eine Verdoppelung im Vergleich zu den bisherigen Regelungen. Gelten soll dies für bis zum 31. Dezember 2030 eingestellte Arbeitnehmer. 

    Eine zwischenzeitlich diskutierte Flexibilisierung der Arbeitszeiten kommt nicht.

    Für Hochverdiener wird eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit der Option einer Abfindung ermöglicht. Für Abfindungen sollen die Steuern sinken, wenn zügig eine neue Stelle angetreten wird. So soll der schnelle Wechsel von einem Job in den nächsten attraktiver werden.

    Steuerlich begünstigte Sonn- und Feiertagszuschläge werden erhöht. Steuerfreie Zuschläge, die in Tarifverträgen geregelt sind, werden vollständig beitragsfrei gestellt.

    Die Koalition will die Zahl der Jugendlichen ohne Schul- und Ausbildungsabschluss deutlich verringern. Dazu soll ein Programm «zweite Chance» entwickelt werden.

    Wachstum und Gerechtigkeit

    Zukunftsbranchen sollen konsequent gefördert werden. Das gilt insbesondere für den Automobilsektor, die chemische und pharmazeutische Industrie, Clean Tech, die Kreislaufwirtschaft, den Maschinenbau, die Batteriezellen- und Halbleiterproduktion sowie den Bereich der Künstlichen Intelligenz.

    Noch im Juli sollen das Bundesarbeits- und das Bundesinnenministerium einen Aktionsplan zur Bekämpfung des Missbrauchs von Sozialleistungen vorlegen. Dazu soll ein möglichst umfassender Datenaustausch zwischen allen zuständigen Behörden gehören. Per Haftbefehl gesuchte Personen oder Menschen, die sich unrechtmäßig in Deutschland aufhalten, sollen keine Leistungen mehr bekommen. 

    Der nationale Datenschutz soll vereinfacht werden. Dazu will die Koalition konsequent alle Spielräume nutzen, die die Datenschutzgrundverordnung hergibt. In der EU will sie darauf hinwirken, dass kleine und mittelständische Unternehmen sowie risikoarme Bereiche von Datenverarbeitung – etwa Kundenlisten von Handwerkern – von der Anwendung der Datenschutzgrundverordnung ausgenommen werden. Das soll auch für nicht-kommerzielle Tätigkeiten etwa in Vereinen gelten. 

    Bürokratieabbau

    Die gesetzlichen Berichtspflichten gegenüber staatlichen Stellen sollen pauschal aufgehoben werden. Bestehen bleiben nur Berichtspflichten, deren Notwendigkeit von den zuständigen Ministerien explizit begründet wird. Oder die in Rechtsverordnungen der Ministerien mit entsprechender Begründung als weiter geltend bestimmt werden. 

    Alle Dokumentationspflichten werden mit dem Ziel überprüft, innerhalb eines Jahres jede vierte abzuschaffen. Das gilt nicht für Pflichten, die sich aus EU-Recht ergeben oder verfassungsrechtlich geboten sind. 

    Die Abgabe von Steuererklärungen für die Bürger soll erleichtert werden. Dazu sollen die Finanzminister von Bund und Ländern gemeinsame Vorschläge erarbeiten. Die Bundesregierung will dann Vorschläge zur Steuervereinfachung vorlegen. In einem ersten Schritt wird eine automatisch vorausgefüllte, digitale Steuererklärung eingeführt. Die Finanzämter werden verpflichtet, innerhalb von maximal vier Wochen eine Steuernummer an Unternehmen zu vergeben. 

    Rente

    Der Streit um die Sicherung des Rentensystems war schon vor dem Koalitionsausschuss entschärft worden. Indem erst die dafür eingesetzte Kommission fristgerecht ihren Reformkatalog vorlegte. Und indem dann Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) erklärten, die 33 Punkte würden 1 zu 1 umgesetzt. 

    Ein zentraler Baustein ist die Einführung einer «Kapitalrente», für die der von Arbeitnehmern und Arbeitgebern hälftig gezahlte Rentenbeitrag um bis zu zwei Prozentpunkte erhöht wird. Vorgesehen ist auch eine Anhebung des gesetzlichen Rentenalters: Es soll über 67 Jahre hinaus in den nächsten Jahrzehnten in kleinen Schritten weiter steigen. 

    Die vorgezogene Rente ohne Abschläge für Menschen mit mindestens 45 Berufsjahren soll entfallen. Auch mit Abschlägen soll man nicht vor 64 in den Ruhestand gehen können. Der «Nachhaltigkeitsfaktor» soll ab 2031 wieder greifen und die jährliche Rentensteigerung dämpfen. In die gesetzliche Rente einbezogen werden künftig auch Selbstständige sowie Politikerinnen und Politiker, aber nicht Beamte. 

    Gesundheit

    Auch für die Reform der Gesetzlichen Krankenversicherung lag dem Koalitionsausschuss bereits ein Konzept vor. Ziel ist es, erneute Erhöhungen der Krankenkassenbeiträge zu verhindern. Über dafür vorgesehene Milliarden-Einschnitte bei den Gesundheitsausgaben ringen die schwarz-roten Fraktionen schon im regulären parlamentarischen Verfahren.

    Vorgesehen ist, die gesetzlichen Krankenkassen 2027 um mindestens 16,3 Milliarden Euro zu entlasten. Gelingen soll dies über Ausgabenbremsen für Praxen, Kliniken und die Pharmabranche. Auf Versicherte kommen unter anderem höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern zu.

    Wahlrecht

    Zur Reform des Bundestagswahlrechts, die im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist, wurde nichts beschlossen. Das stehe noch aus, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Entscheidungen seien hier aber auch erst bis zum Frühjahr kommenden Jahres nötig.

  • Meere so warm wie noch nie um diese Jahreszeit

    Zum Sommerbeginn sind die Weltmeere an der Oberfläche noch nie so warm gewesen wie in diesem Jahr. Am Stichtag 21. Juni lagen zwei verschiedene Messungen des EU-Klimaprogramms Copernicus mit 20,86 sowie 21,0 Grad über den bisherigen Höchstwerten für dieses Datum aus den Jahren 2023 und 2024.

  • Maschinenbau ringt mit schwacher Nachfrage aus dem Euroraum

    Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat im Mai weniger Bestellungen erhalten. Der Auftragseingang lag preisbereinigt um 1 Prozent unter dem Vorjahreswert, wie der Branchenverband VDMA in Frankfurt mitteilt. Während die Inlandsbestellungen um 3 Prozent zurückgingen, legten die Aufträge aus dem Ausland um 1 Prozent zu.

    Besonders schwach fiel dem Verband zufolge die Nachfrage aus den Euro-Partnerländern aus, aus denen 21 Prozent weniger Bestellungen eingingen als ein Jahr zuvor. Aus Nicht-Euro-Ländern kamen dagegen 11 Prozent mehr Aufträge. 

    Branche in Wartestellung

    VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt nannte die Sorgen der Kunden über die weltweiten Krisen und damit auch über drohende Lieferengpässe bei Vormaterialien als Grund für die Zurückhaltung. «Damit bleibt die Branche in Wartestellung.» Im Inland müsse die Regierung die Unternehmen mit Reformen spürbar entlasten. «Unser Industriestandort braucht dringend ein maßgebliches Upgrade.»

    Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatszeitraum von März bis Mai ergaben sich Zuwächse sowohl bei Bestellungen aus dem Inland (plus 3 Prozent) als auch aus dem Ausland (plus 13 Prozent). Laut Verband hatte es im März außergewöhnlich starke Großaufträge gegeben.

  • Venezuela: Zahl der Toten bei Erdbeben steigt auf über 1.900

    Nach den Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der Toten auf mindestens 1.943 gestiegen. Das teilte der Präsident der Nationalversammlung Jorge Rodríguez mit. Verletzt wurden demnach mehr als 10.500 Menschen.