Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat die Elfenbeinküste im zweiten WM-Gruppenspiel mit 2:1 (0:1) besiegt. Durch den Erfolg in Toronto steht die DFB-Auswahl schon sicher in der K.-o.-Phase.
Autor: Stojancho Gjorgjiev
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Allianz Trade Studie: 10 Jahre Brexit bremst britische Wirtschaft – und deutschen Export
Hamburg (ots) –
- Britische Wirtschaft trotz Brexit stabil, aber Wirtschaftsleistung ohne Brexit wäre heute 2-4 % höher
- Milliardenverluste durch schwächeren Handel – Warenaustausch zwischen der EU und Großbritannien ein Fünftel niedriger als in einem hypothetischen No-Brexit-Szenario
- Deutsche Exporteure verlieren Marktanteile, China und USA gewinnen hinzu
- Stärkere Annäherung zwischen EU und Großbritannien könnte Handelsdynamik beschleunigen und der EU Exportgewinne von etwa 28 Mrd. EUR ermöglichen
- Insel der Planungsunsicherheit: Politische Instabilität birgt wirtschaftliche Risiken
Zehn Jahre nach dem Brexit zeigt sich die britische Wirtschaft insgesamt robust, bleibt aber deutlich hinter ihrem Potenzial zurück. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des weltweit führenden Kreditversicherers Allianz Trade. Das hat auch Folgen für Deutschland und die Europäische Union (EU), die mit einer dauerhaft geringeren Handelsdynamik, stärkerem Wettbewerb und hoher Unsicherheit durch die anhaltende politische Instabilität kämpfen.
Resilienz ohne Revival: Britische Wirtschaft wächst solide, aber unter Potenzial
„Der befürchtete Brexit-Kollaps blieb aus – der Befreiungsschlag aber auch“, sagt Maxime Darmet, Senior Volkswirt bei Allianz Trade. „Der Preis, den die Briten mit dem Brexit bezahlen, ist kein punktueller Einbruch, sondern ein dauerhafter Wachstumsverlust. Die Wirtschaft ist weiterhin stabil und seit 2016 durchschnittlich 1,4 % pro Jahr gewachsen – allerdings ist das deutlich unter dem eigentlichen Potenzial vor dem Brexit. Ohne den Brexit wäre die britische Wirtschaftsleistung heute 2-4 % höher.“
Für die geringere Dynamik zeichnen vor allem geringere Investitionen, schwache Produktivitätszuwächse und zunehmende Handelshemmnisse verantwortlich. Darunter leiden auch deutsche und europäische Exporteure.
Einbußen im deutschen Exportgeschäft: Schwächerer Handel führt zu Milliardenverlusten
„Der Brexit hat – wenig überraschend – zu Milliardenverlusten im Handel geführt, insbesondere der Handel mit der EU wurde ausgebremst. Er liegt rund 21 Prozent unter einem Szenario ohne Brexit“, sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland Österreich und der Schweiz. „Für deutsche Exporteure ist Großbritannien seit dem Brexit kein Selbstläufer mehr, sie kämpfen mit mehr Bürokratie, höheren Kosten und vor allem stärkerer Konkurrenz. Sie mussten empfindliche Einbußen bei den Exporten und Marktanteilen hinnehmen, während Konkurrenten aus China und den USA hinzugewonnen haben.“
Besonders betroffen sind klassische Exportbranchen wie Maschinenbau, Automobil und Chemie, die traditionell eng in britische Wertschöpfungsketten eingebunden waren.
Annäherungsversuche bieten Chancen: Deutschland könnte Exportgewinne realisieren
Ein neues Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien könnte die Brexit-Verluste teilweise umkehren.
„Eine stärkere Annäherung zwischen EU und Großbritannien könnte dem bilateralen Handel einen dynamischen Schub geben und auf EU-Seite jährliche Handelsgewinne von umgerechnet über 28 Mrd. EUR ermöglichen, davon knapp 7 Mrd. EUR für Deutschland – insbesondere in Schlüsselindustrien wie Automobil oder Lebensmittel“, sagt Darmet.
Vorteil Deutschland: Investitionen und Industrie könnten profitieren
Auch bei Investitionen und Industrie könnten EU-Standorte profitieren: Großbritannien kämpft mit höheren Handels- und Regulierungskosten und in der Folge wandern Investitionen zurück in die EU. Die Energiepreise sind im Vereinigten Königreich ebenfalls höher. Das belastet die Industrie und macht Investitionen unattraktiver. Zudem erhöht der europäische CO2-Grenzausgleich (CBAM) künftig die Kosten für britische Exporte zusätzlich.
„Gerade energieintensive Industrien schauen sich wieder stärker innerhalb des EU-Binnenmarkts um“, sagt Darmet. „Das stärkt Standorte wie Deutschland – trotz der aktuell schwierigen Rahmenbedingungen.“
10 Jahre nach dem Brexit: politische Unsicherheit bleibt
Die politische Unsicherheit in London verschärft wirtschaftliche Risiken
„Die wirtschaftlichen Herausforderungen erfordern langfristige Reformen – politische Instabilität erschwert genau das“, sagt Darmet. „Die Planungsunsicherheit auf der Insel bleibt damit auch weiterhin bestehen der Brexit hat diesen Trend noch verstärkt.“
Die vollständige Studie finden Sie hier:
Allianz Tradeist weltweiter Marktführer im Kreditversicherungsgeschäft und anerkannter Spezialist für Bürgschaften und Garantien, Inkasso sowie Schutz gegen Betrug oder politische Risiken. Allianz Trade verfügt über mehr als 100 Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an, um sie im Liquiditäts- und Forderungsmanagement zu unterstützen.
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Weiteres Material: www.presseportal.de Quelle: Allianz Trade
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Industrie unter Druck – mit Folgen für die Gewerkschaft IG Metall
Die Schwierigkeiten in einigen Industriebranchen und gesellschaftliche Veränderungen haben Auswirkungen auf die Arbeit der Gewerkschaften. Die IG Metall möchte sich deshalb neu ausrichten. «Die Veränderungen sind da», sagte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, nach einer Konferenz in Bremen. «Wir wollen nicht von ihnen überrollt werden. Wir wollen sie gestalten.»
Wichtig ist demnach, dass sich die Gewerkschaft stärker auf Mitglieder, Betriebe und Tarifpolitik konzentriert. «Die Zukunft der Gewerkschaft entscheidet sich vor allem in den Betrieben», so Friedrich. Bei der Konferenz berieten rund 200 Teilnehmende aus verschiedenen IG-Metall-Einheiten im Bezirk Küste über die künftige Ausrichtung der Organisation und erstellten Vorschläge.
Brenner: Job IG Metall ist Stabilisierung der Mitte der Gesellschaft
Die IG-Metall-Chefin Christiane Benner verwies darauf, dass Transformation, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und geopolitische Krisen die Industriebranchen fundamental verändern. Seit der Corona-Pandemie seien etwa in der Metall- und Elektroindustrie, der Autoindustrie, im Maschinenbau und in der Stahlindustrie zahlreiche Jobs abgebaut worden. Durch Zölle und technologische Prozesse steige der Druck.
Die Schrumpfung der Industrie müsse umgedreht werden, Wertschöpfung in Deutschland und Europa gehalten werden. «Wir brauchen Wirtschaftswachstum in diesem Land», betonte sie. Der Job der IG Metall sei, die Mitte der Gesellschaft zu stabilisieren.
Die IG Metall hat nach eigenen Angaben bundesweit mehr als 2,2 Millionen Mitglieder. Die IG Metall Küste ist in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen und Niedersachsen aktiv.
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Iran verkündet Schließung der Straße von Hormus
Der Iran will die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr sperren. Das zentrale Militärkommando des Landes begründete den Schritt laut Agentur Tasnim mit der Nichteinhaltung der Waffenruhe im Südlibanon, die im Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran vereinbart worden war.
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Britischer Premierminister Starmer kündigt Rücktritt an
Der britische Premierminister Keir Starmer hat seinen Rücktritt angekündigt. Der 63 Jahre alte Labour-Politiker beugt sich damit dem seit Monaten steigenden Druck aus seiner eigenen Partei.
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Report: Deutsche Firmen verschwinden nach Osteuropa und Asien
Berlin (ots) –
- United Interim Wirtschaftsreport 2026: Immer mehr Unternehmen verlagern ihre Produktion ins Ausland
- Führende Interim Manager benennen die Gründe: Ulvi Aydin, Friedhelm Best, Jan Beutnagel, Ulf Camehn, Christian Florschütz, Eckhart Hilgenstock, Christian Jung, Jane Enny van Lambalgen, Dr. Sven Mues, Ulrich Schmidt, Klaus-Peter Stöppler, Roland Streibich, Paul Stricker, Dr. Andreas Vieweg.
Eine anhaltende Abwanderungswelle der deutschen Industrie stellt der Wirtschaftsreport 2026 fest, den die Management-Community United Interim (www.unitedinterim.com) herausgegeben hat. „Osteuropa oder Asien ist die primäre Frage bei vielen Industrieunternehmen, wenn es um Produktionsverlagerungen geht“, sagen die beiden Interim Manager Dr. Sven Mues und Friedhelm Best. Die beiden haben den Report gemeinsam mit ihren Kollegen Ulvi Aydin, Jan Beutnagel, Ulf Camehn, Christian Florschütz, Eckhart Hilgenstock, Christian Jung, Jane Enny van Lambalgen, Ulrich Schmidt, Klaus-Peter Stöppler, Roland Streibich, Paul Stricker und Dr. Andreas Vieweg verfasst. „Dem Report liegt eine Umfrage unter 550 Interim Managern zugrunde“, erläutert Studienleiter Dr. Harald Schönfeld.
Starker Trend zur Verlagerung nach Osteuropa
Beinahe die Hälfte der Befragten (48 Prozent) spricht von einem starken Trend zur Verlagerung von Fertigungsstätten nach Osteuropa. „Am beliebtesten sind Polen, Ungarn, Rumänien und Tschechien“, weiß Dr. Sven Mues zu berichten, der regelmäßig mit derartigen Projekten befasst ist. Diese Einschätzung teilen auch viele seiner 550 Kollegen. Deutlich mehr als ein Drittel (37 Prozent) erwartet eine weitere Umsiedlungsbewegung von Deutschland nach Rumänien. Beinahe ein Drittel (32 Prozent; Mehrfachnennungen waren erwünscht) sagt Werksverlagerungen nach Polen voraus. 29 Prozent sehen Ungarn in einer bevorzugten Position. Ein Viertel stuft Tschechien als beliebtes Zielland ein.
Dr. Sven Mues nennt die Gründe: „Die Unternehmen profitieren dort von deutlich geringeren Lohnkosten, niedrigeren regulatorischen Belastungen und einer insgesamt investitionsfreundlicheren Industriepolitik. Gleichzeitig bieten Länder wie Polen, Rumänien, Ungarn und Tschechien gut ausgebaute industrielle Infrastrukturen, qualifizierte Arbeitskräfte und eine enge Anbindung an die europäischen Absatzmärkte.“ Er spricht von einer Kombination aus Kostenvorteilen, höherer Flexibilität und stabileren Produktionsbedingungen.
Verlagerung nach Asien: China, Indien, Vietnam
Viele Unternehmen zieht es allerdings in die weitere Ferne. An erster Stelle steht dabei Asien, wissen 40 Prozent der kontaktierten Interim Manager. Als die wichtigsten Länder für Produktionsverlagerungen stufen sie China (44 Prozent), Indien (43 Prozent) und Vietnam (35 Prozent) ein. Weniger gefragt sind Singapur (7 Prozent) und Japan (6 Prozent).
„Die Verlagerung von Produktionskapazitäten nach Asien bietet deutschen Unternehmen handfeste Vorteile“, erklärt Friedhelm Best, der seit Jahrzehnten westliche Firmen in Asien aufbaut und betreut. Er zählt auf: deutlich niedrigere Lohnkosten, je nach Land bis zu 70 Prozent unter deutschem Niveau, geringere Produktions- und Energiekosten sowie häufig staatliche Förderprogramme und Steueranreize. Als weiteren Vorteil nennt er die Nähe zu schnell wachsenden Absatzmärkten – Asien steht für über die Hälfte des globalen Wirtschaftswachstums – was Transportkosten reduziert und Markteintrittsbarrieren senkt.
Friedhelm Best weiter: „Gleichzeitig profitieren die Unternehmen von hochentwickelten industriellen Clustern, etwa in China, Vietnam oder Südkorea, die eingespielte Lieferketten, spezialisierte Zulieferer und kürzere Innovationszyklen ermöglichen. Auch Skaleneffekte lassen sich durch große Produktionsvolumina leichter realisieren. In Summe verbessert die Verlagerung die Wettbewerbsfähigkeit, erhöht Margen und beschleunigt die Reaktionsfähigkeit auf globale Nachfrageverschiebungen.“
USA: eines der innovativsten Länder
Neben Osteuropa und Asien spielen auch die USA durchaus eine Rolle beim Thema Werksverlagerungen. 22 Prozent der Interim Manager halten die Vereinigten Staaten von Amerika für ein lohnendes Zielland für Produktionsstätten. Ulvi Aydin erläutert: „Völlig losgelöst von der aktuellen US-Politik sind und bleiben die USA eines der innovativsten Länder der Welt, insbesondere bei der Digitalisierung und modernen Ausprägungen davon, wie Künstlicher Intelligenz. Wer dorthin geht, profitiert von diesem Umfeld. Zudem bietet das Land einen weitgehend einheitlichen Absatzmarkt und nicht zuletzt gibt es interessante steuerliche Anreize.“
„In einer digital getriebenen Welt lohnt sich der Blick in die USA immer, um technologische Entwicklungen frühzeitig zu entdecken“, meint Klaus-Peter Stöppler. Er verweist exemplarisch auf den Bau- und Immobiliensektor mit Innovationen wie 3D-Druck von Gebäuden, Drohnen zur Baustellenüberwachung, automatisiertem Bricklaying, Modular/Prefabricated Construction, Augmented und Virtual Reality für Planung und Training, Digital Twins und Building Information Modeling (BIM). „Alle diese Technologien lassen sich auch in Deutschland nutzen“, sagt Klaus-Peter Stöppler.
Abhängigkeiten reduzieren ist am wichtigsten
Unabhängig von konkreten Standorten rät Jane Enny van Lambalgen zum verstärkten Local Sourcing. Sie sagt: „Unternehmen sollten inter-kontinentale Dependenzen so weit wie möglich abbauen, um sich vor Lieferengpässen durch Geopolitik, Zöllen oder ähnlichen kaum vorhersehbaren Entwicklungen zu schützen.“ Sie empfiehlt daher allen Industrieunternehmen, ihre Lieferketten regionaler aufzustellen.
Re-Regionalisierungen erfordern enorme strategische Investitionen, stellt Christian Jung fest. Schätzungen gehen von über zwei Prozent des Jahresumsatzes aus, die Firmen mit globalen Lieferketten mobilisieren müssen, um inter-kontinentale Abhängigkeiten abzubauen oder substanziell zu verringern. „Aber der Schritt lohnt sich“, stellt Jan Beutnagel klar, „denn nur dadurch können sich Unternehmen einigermaßen von geopolitischen Unwägbarkeiten abkoppeln, egal ob es sich um Zollkonflikte, Sanktionen, Behinderungen der See- oder Luftwege durch Terroranschläge oder plötzlich ausbrechende kriegerische Auseinandersetzungen irgendwo auf der Welt handelt.“ Sein Kollege Ulrich Schmidt weist auf den schwelenden Konflikt zwischen den USA und China um die Insel Taiwan hin: „Die nächste oder übernächste kriegerische Auseinandersetzung mit gravierenden Folgen für den Weltmarkt ist absehbar.“ Jane Enny van Lambalgen stellt klar: „Eine Werksverlagerung sollte auf jeden Fall nur dann erfolgen, wenn dadurch die inter-kontinentalen Abhängigkeiten verringert und nicht etwa vergrößert werden.“
Externer Support bei Produktionsverlagerungen
Unternehmen, die Produktionsverlagerungen ins Ausland vornehmen, greifen dabei regelmäßig auf externe Hilfe durch Interim Manager zurück. Im Unterschied zu Beratern liefern sie nicht nur Konzepte ab, sondern steigen als Führungskräfte auf Zeit selbst ins Tagesgeschäft ein und übernehmen unmittelbare Verantwortung für den „Umzug“ nach Osteuropa, Asien, die USA und wohin es auch immer geht.
Die wichtigsten Aufgaben sind in diesem Zusammenhang laut Studie die Prozessoptimierung und Implementierung neuer Prozesse, sagen 88 Prozent der befragten Interim Manager. 87 Prozent (Mehrfachnennungen waren erwünscht) stufen zudem Restrukturierungs- und Turnaround-Maßnahmen als besonders wichtig ein. „Bei einer Betriebsverlagerung geht es nicht darum, die Produktionslinie 1:1 an einem neuen Standort wieder aufzubauen“, sagt Christian Jung, „sondern um Wertschöpfung zum Absatzmarkt zu verlagern – strukturell optimiert, mit lokaler Kostenstruktur und maximaler Wettbewerbsfähigkeit.“ Tatsächlich stufen 72 Prozent seiner Kollegen Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen als typische Aufgabe externer Hilfe ein.
Das Change Management stufen 77 Prozent der Befragten als kritischen Faktor bei Produktionsverlagerungen ein. Paul Stricker ordnet ein: „Eine Werksschließung in Deutschland hat nicht nur gravierende Auswirkungen auf die unmittelbar betroffene Belegschaft, sondern sendet in der Regel Schockwellen durch das gesamte Unternehmen. Die Gefahr von Lähmung und passivem Widerstand liegt auf der Hand. Dieser Aspekt muss frühzeitig berücksichtigt und adressiert werden, damit sich die Verlagerung ins Ausland nicht als Bumerang erweist.“ So messen zwei Drittel der Interim Manager dem Stakeholder-Management eine Schlüsselrolle bei einer Produktionsverlegung zu. Dazu gehören über die Belegschaft hinausgehend Betriebsrat und Gewerkschaften, Lieferanten und Zulieferer, Logistik- und Distributionspartner, Investoren und Banken, Behörden, die lokale Politik und Kommunen sowie die Öffentlichkeit und nicht zuletzt die Kunden. „Es wird häufig unterschätzt, wie umfassend und tiefgehend die Auswirkungen einer Werksschließung tatsächlich sind“, weiß Dr. Sven Mues aus Erfahrung. Für 67 Prozent seiner Kollegen ist daher Krisenmanagement ein fester Bestandteil jeder Produktionsverlagerung.
Einen anderen Aspekt betont Friedhelm Best: „Die Mentalität an dem Standort, der geschlossen wird, lässt sich nicht unverändert auf den neuen Standort übertragen. Wird beispielsweise ein Werk in Asien aufgebaut, treffen Unternehmen auf andere Arbeitskulturen, Hierarchieverständnisse, Kommunikationsstile und Erwartungshaltungen, die tief in gesellschaftlichen Strukturen verankert sind. Was am bisherigen Standort als selbstverständlich gilt – etwa Eigenverantwortung, direkte Kritik oder flexible Problemlösung – kann in Asien zu Unverständnis, Zurückhaltung oder Orientierungslosigkeit führen. Erfolgreiche Produktionsverlagerungen in andere Regionen erfordern daher interkulturelles Verständnis, angepasste Führungsmodelle und gezielte Qualifizierungsmaßnahmen, um Produktivität und Qualität nachhaltig sicherzustellen.“
Deutschland bleibt weiterhin attraktiv
Deutschland bleibt weiterhin ein attraktiver Standort, ist nicht einmal ein Viertel (23 Prozent) der 550 befragten Interim Manager fest überzeugt. „Es kommt auf die Branche und die Umstände an“, meinen 45 Prozent. „Der Weg ins Ausland ist kein Allheilmittel“, erklärt Dr. Andreas Vieweg. Häufig werde das Potenzial unterschätzt, das sich durch Prozessoptimierungen am heimischen Standort erzielen ließe. Ulf Camehn ergänzt: „Produktionsverlagerungen können im Einzelfall richtig sein. Sie dürfen aber nicht zur Flucht vor hausgemachten Problemen werden. Wer Strategie, Führung, Prozesse, Kundenfokus und finanzielle Steuerung im Griff hat, kann auch am Standort Deutschland wettbewerbsfähig bleiben – gerade, weil Deutschland trotz aller Schwächen stabile politische Verhältnisse, starke industrielle Netzwerke und hohe Umsetzungskompetenz bietet.“
Eckhart Hilgenstock ordnet ein: „Unternehmen sind viel mehr als Produktionsstätten. Sie sind auch Think Tanks, Ingenieurbüros und Softwareschmieden, greifen innovative Technologien auf, entwickeln frische Geschäftsmodelle, finden neue Absatzmärkte, begeistern ihre Kunden mit Dienstleistungen, sehen Chancen und ergreifen sie. Der Weg ins Ausland ist also eine neue von sehr vielen Möglichkeiten, die Unternehmen haben, um sich fit für die Zukunft zu machen.“ Sein Kollege Roland Streibich stimmt zu: „Bei einem Restrukturierungs- oder Turnaround-Projekt gibt es viele Aspekte, die zunächst wichtiger sind als eine Produktionsverlagerung. Das Spektrum reicht von der Prozessoptimierung über Smart Production bis hin zur vollautomatisierten Fertigung.“ Christian Florschütz ist wichtig: „In den meisten Fällen lohnt es sich, die Kundenfokussierung konsequent zu verbessern, bevor über Werksverlagerungen nachgedacht wird. Denn viele Unternehmen sind zu einseitig im Kostensenkungsdenken verfangen statt den Kundennutzen in den Mittelpunkt zu stellen.“ Eckhart Hilgenstock hat festgestellt: „Der Weg ins Ausland führt am besten über das Business Development. Wenn es gelingt, in anderen Regionen neue Kundengruppen aufzubauen, kann dies die Vorstufe zu einer späteren Produktionsaufnahme in diesen Regionen sein.“
Studienleiter Dr. Harald Schönfeld resümiert: „Produktionsverlagerungen sind zwar in Mode gekommen, aber keineswegs in allen Fällen sinnvoll.“ Er verweist darauf, dass sich mit Tesla ein namhafter AutoherstellerfürDeutschland als Europa-Standort entschieden hat. „Das sagt schon etwas über die Zukunftsfähigkeit vonmade in Germanyaus“, meint Dr. Harald Schönfeld.
United Interimist die führende digitale Plattform und das einzige Ökosystem für Interim Management in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie macht qualitätsgeprüfte Interim Manager sichtbar, ermöglicht ihre professionelle Selbstvermarktung und bietet Unternehmen sowie Providern einen kostenfreien, direkten Zugang zu passenden Interim-Lösungen. Als offene Online-Community und kuratierter Pool erreicht UNITEDINTERIM weit über 12.000 Führungskräfte auf Zeit in der DACH-Region. Aus diesem Kreis haben einige der erfahrensten und renommiertesten Interim Manager gemeinsam mit UNITEDINTERIM eine Studie über den Stand und die Zukunft der deutschen Wirtschaft durchgeführt – darunterUlvi Aydin, Friedhelm Best, Jan Beutnagel, Ulf Camehn, Christian Florschütz, Eckhart Hilgenstock, Christian Jung, Jane Enny van Lambalgen, Dr. Sven Mues, Ulrich Schmidt, Klaus-Peter Stöppler, Roland Streibich, Paul StrickerundDr. Andreas Vieweg. Die Studienleitung liegt beiDr. Harald SchönfeldundJürgen Becker, den Gründern und Geschäftsführern von UNITEDINTERIM. An der Befragung haben über 550 ausgewählte Interim Manager teilgenommen – Vertreter der „Königsklasse“ im Management, die in mehr Unternehmen mehr Herausforderungen meistern als klassische angestellte Führungskräfte und deshalb über einen besonders breiten Überblick verfügen. Anders als Berater entwickeln Interim Manager nicht nur Konzepte, sondern verantworten in einer definierten Zeit im Unternehmen auch deren Umsetzung.
Pressekontakt: Weitere Informationen: UNITEDINTERIM, www.unitedinterim.com Presseagentur: euromarcom public relations, team@euromarcom.de, www.euromarcom.de
Weiteres Material: www.presseportal.de Quelle: UNITEDINTERIM
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Neue Linken-Spitze: Pantisano und Schwerdtner gewählt
Luigi Pantisano und Ines Schwerdtner sind die neue Doppelspitze der Partei Die Linke. Pantisano erhielt auf einem Bundesparteitag in Potsdam allerdings nur rund 53 Prozent der abgegebenen Stimmen, Schwerdtner wurde mit knapp 86 Prozent im Amt bestätigt.
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Mehr als 1000 Ebola-Fälle im Kongo
Gut einen Monat nach Beginn des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der bestätigten Fälle auf mehr als 1000 gestiegen. Nach Angaben des Informationsministeriums in Kinshasa sind unter den 1003 bestätigten Fällen in drei Provinzen des Landes insgesamt 254 Ebola-Tote.
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Finalsieg in München: Alba Berlin ist Basketball-Meister
Alba Berlin ist deutscher Basketball-Meister. Die Hauptstädter gewannen in der Finalserie das entscheidende fünfte Spiel beim FC Bayern München dank einer starken Aufholjagd und sicherten sich damit ihren zwölften Bundesliga-Titel.
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Neun Menschen bei Blitzeinschlag auf Sportfest verletzt
Bei einem Blitzeinschlag während eines Sportfests in Rastatt südlich von Karlsruhe sind neun Menschen verletzt worden. Sechs von ihnen kamen in ein Krankenhaus, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. In Lebensgefahr schwebt demnach jedoch niemand.