Autor: Stojancho Gjorgjiev

  • Stabilitätsfaktor ERP: Planat meldet starkes Jahr und hohe Nachfrage

    Stuttgart (ots)

    • ERP-Software „Made in Germany“ zur Stärkung des Industriestandorts Deutschland
    • „Unser Erfolg steht exemplarisch dafür, dass auch der deutsche Mittelstand dem wirtschaftlich schwierigen Umfeld zum Trotz weiterhin erfolgreich ist“, sagt Christian Biebl.

    Der Stuttgarter ERP-Hersteller Planat meldet ein erfolgreiches Jahr 2025 und blickt mit viel Zuversicht ins neue Jahr 2026, in dem das Unternehmen in sein 45. Jahr startet. „Die Nachfrage nach unserer ERP-Software FEPA ist anhaltend hoch“, freut sich Planat-Geschäftsführer Christian Biebl. Er wertet dies auch als ein Indiz für die zunehmende Modernisierung und Digitalisierung im deutschen Mittelstand. Zielgruppe von Planat sind in erster Linie mittelständische Fertigungsunternehmen. Das System für Enterprise Resource Planning (ERP) stellt das Herzstück jeder betrieblichen Digitalisierungsstrategie dar.

    Nach aktuellen Erhebungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn zählten im Jahr 2023 rund 97 Prozent der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland zum Mittelstand. Diese KMU, welche nach EU-Definition Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten sind, sichern knapp 38 Prozent der Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe. Besonders stark vertreten sind sie im Maschinen- und Anlagenbau, in der Metallverarbeitung, der Elektrotechnik, der Kunststoffverarbeitung sowie bei industriellen Zulieferern.

    Träger der industriellen Innovation

    Mittelständisch geprägte Fertigungsunternehmen sind ein zentraler Pfeiler für Innovation und Fachkräfte in Deutschland. Gerade in der Ausbildung zeigt sich ihre Bedeutung deutlich: Mehr als 90% aller Auszubildenden werden in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ausgebildet. Auch bei Innovationen leisten KMU einen messbaren Beitrag – bei Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt entfallen rund 18 % auf KMU und Einzelerfinder. International prägt der Mittelstand das Export- und Innovationsprofil Deutschlands zudem über seine Hidden Champions: Laut ZEW (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) gibt es hierzulande rund 1.600 mittelständische Weltmarktführer.

    Planat wirkt mit, um den industriellen Kern Deutschlands zu stärken

    Planat als einer der führenden ERP-Anbieter für den produzierenden Mittelstand hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen industriellen Kern Deutschlands weiterhin zu stärken. Seit 1981 entwickelt und implementiert das Unternehmen das ERP-System FEPA – Made in Germany. Christian Biebl betont: „Made in Germany ist kein Selbstzweck und kein Mythos, sondern ein konkretes Leistungsversprechen, das gerade im industriellen Mittelstand durch täglich gelebte Praxis, technologische Kompetenz und standortgebundene Verantwortung erfüllt wird. In einer zunehmend unübersichtlichen Weltwirtschaft bietet ‚Made in Germany‘ Orientierung für Kunden, Partner und den Industriestandort Deutschland insgesamt.“

    Mittelständische Tradition und Innovationsgeist

    Planat steht in der Kombination aus mittelständischer Tradition und Innovationsgeist für „Made in Germany“. Diese Werte haben das Stuttgarter Unternehmen zu einem zuverlässigen ERP-Systempartner gemacht, der auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit setzt, auf den Kunden und Mitarbeiter vertrauen. So erfolgt die Entwicklung von FEPA durchweg in Deutschland, also so nah am Kunden wie möglich. Die FEPA-Entwickler sprechen nicht nur die Sprache der Industrie, sie kennen auch die spezifischen Anforderungen an Zuverlässigkeit, Datenschutz, Normenkonformität und langfristige Wartbarkeit. Anders als bei Offshore-Entwicklung steht nicht die kurzfristige Kostenoptimierung im Vordergrund, sondern ein tiefes Prozessverständnis, das sich in robusten, integrierten und leicht wartungsfähigen Systemen niederschlägt.

    Als Ergänzung bietet Planat umfangreiche Consulting- und Serviceleistungen, von der branchenspezifischen Beratung über termingerechtes Projektmanagement und zuverlässigen Support – wiederum durchweg „Made in Germany“. Christian Biebl sagt: „Wir bekennen uns zum Industriestandort Deutschland.“

    DiePLANAT GmbH(www.PLANAT.de) bietet mit der skalierbaren ERP-Standardsoftware FEPA einen flexiblen IT-Service „Made in Germany“ für den produzierenden Mittelstand. In der Basisversion verantwortet die Software Vertrieb, Beschaffung, Logistik, Produktionsplanung und -steuerung mit Betriebsdatenerfassung und betriebswirtschaftliche Anwendungen. On top können bedarfsgerecht branchenspezifische Softwareinhalte integriert und diverse Add-ons, wie z. B. ein Dokumentenmanagementsystem (DMS) oder Customer-Relationship-Management (CRM), eingesetzt werden. Das innovative, modulare Softwarekonzept ergänzt PLANAT seit 1981 durch branchenspezifische Beratung sowie durch verlässlichen Support.

    Pressekontakt:
    Kontakt: PLANAT GmbH,
    Schönbergstr. 45-47, 73760 Ostfildern (bei Stuttgart), Deutschland,
    Tel.: +49 (0)711-16756-0, E-Mail: software@PLANAT.de,
    Web: www.PLANAT.de
    Ansprechpartner: Cecilia Fischer - E-Mail: cecilia.fischer@planat.de
    
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    Quelle:            PLANAT GmbH
  • Maschinenbau startet mit weniger Bestellungen ins Jahr

    Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer sind mit weniger Bestellungen ins neue Jahr gestartet. Im Januar lag der preisbereinigte Wert der Order 6 Prozent unter dem Vorjahreswert, wie der Branchenverband VDMA berichtet. Die Aufträge aus dem Inland waren 8 Prozent niedriger als vor einem Jahr, während die Lücke bei den Auslandsordern 5 Prozent betrug. 

    Dabei hatte sich die Stimmung im beschäftigungsintensivsten Industriezweig Deutschlands zuletzt aufgehellt. Im vergangenen Jahr hatten die Order nach drei Jahren mit Rückgängen immerhin wieder das Vorjahresniveau erreicht. Für das laufende Jahr hat der VDMA trotz US-Zöllen und wachsender Konkurrenz aus China einen leichten Produktionszuwachs in Aussicht gestellt. 

    Sorgen um Krieg in Nahost

    Bislang handele es sich bei dem «überraschend schwachem Start» nur um einen Monatswert, sagt VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatszeitraum von November 2025 bis Januar 2026 betrage das Orderminus nur 2 Prozent. Er schränkte aber ein: «Der nun begonnene Krieg in der Golf-Region und die damit verbundene zusätzliche geopolitische Unsicherheit wird den exportorientierten Unternehmen und ihren Kunden sicherlich nicht dabei helfen, die globale Investitionsschwäche zu überwinden.»

  • Berlinale-Chefin Tricia Tuttle will im Amt bleiben

    Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle will an ihrem Posten festhalten. «Ich bin sehr stolz auf mein Team und das Festival und möchte die gemeinsam begonnene Arbeit in vollem Vertrauen und mit institutioneller Unabhängigkeit fortsetzen», sagte Tuttle der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor war über die Zukunft der Filmfestchefin spekuliert worden.

  • Kuwait: Mehrere US-Militärjets abgestürzt – Crews überleben

    Im Golfstaat Kuwait sind nach dortigen offiziellen Angaben mehrere US-Militärflugzeuge abgestürzt. Die Besatzungen hätten überlebt, teilte ein Sprecher des kuwaitischen Verteidigungsministeriums mit. Zu den Absturzursachen machte der Sprecher keine Angaben.

  • Was hinter Chinas Fünfjahresplan steckt

    Jedes Jahr ab dem 5. März kommen in der Großen Halle des Volkes in Peking knapp 3.000 Delegierte zum Nationalen Volkskongress zusammen. Das Parlament verabschiedet Gesetze, billigt den Staatshaushalt und bestätigt das von der Regierung vorgeschlagene Wachstumsziel. In diesem Jahr steht der neue Fünfjahresplan im Mittelpunkt. 

    Was ist der Volkskongress und warum ist er wichtig?

    Der Nationale Volkskongress ist formal das höchste Staatsorgan Chinas. Er tagt einmal im Jahr. Politisch gilt das Gremium als «Abnick-Parlament», da zentrale Entscheidungen zuvor im inneren Zirkel der Kommunistischen Partei festgelegt werden. Dennoch hat der Kongress Bedeutung. Er setzt offiziell die wirtschafts- und finanzpolitischen Leitlinien des Landes. So sendet China Signale an Märkte, Investoren und auch ausländische Regierungen.

    Was ist der Fünfjahresplan?

    Der Fünfjahresplan ist das zentrale Steuerungsinstrument der chinesischen Führung. Seit 1953 legt die Regierung in solchen Plänen wirtschaftliche, technologische und gesellschaftliche Ziele für jeweils fünf Jahre fest. Ursprünglich orientierte sich das Modell an der sowjetischen Planwirtschaft mit konkreten Produktionsvorgaben. Heute sind die Pläne weniger starre Produktionslisten und eher strategische Leitlinien. Sie definieren Prioritäten und politische Schwerpunkte.

    Was steht im neuen 15. Fünfjahresplan?

    Der neue Plan soll die wirtschaftliche Entwicklung von 2026 bis 2030 prägen. Bereits in den vergangenen Monaten hatten Parteigremien in Empfehlungen und Grundsatzpapieren erkennen lassen, wohin die Reise gehen soll. Der 15. Fünfjahresplan dürfte vor allem eine Fortsetzung des bisherigen Kurses sein.

    Im Zentrum steht weiterhin das Ziel größerer technologischer Eigenständigkeit. China will in Schlüsselbereichen, etwa bei Halbleitern und Künstlicher Intelligenz, unabhängig sein. Zugleich werden Zukunftsbranchen systematisch gefördert. Dazu zählen Felder wie Quantentechnologie, Kernfusion oder neue Anwendungen im Luftraum mit Drohnen.

    Zwar soll auch der private Konsum gestärkt werden. Doch Experten verweisen darauf, dass entsprechende Ziele bereits in früheren Plänen formuliert wurden. «Sozialpolitik und Bürgerwohl geraten häufig ins Hintertreffen, wenn andere Prioritäten dominieren», sagt Katja Drinhausen vom China-Forschungsinstitut Merics in Berlin. 

    Welche historische Bedeutung haben die Fünfjahrespläne?

    Die Fünfjahrespläne spiegeln die Entwicklung des Landes wider. In der Mao-Ära standen sie für radikale Zentralplanung. Besonders der «Große Sprung nach vorn» Ende der 1950er Jahre sollte China im Eiltempo zur Industrienation machen. Millionen Bauern wurden damals verpflichtet, neben ihrer Feldarbeit Stahl in improvisierten Hochöfen zu produzieren. Die Kampagne endete in wirtschaftlichem Chaos und mündete in eine verheerende Hungersnot mit Millionen von Todesopfern.

    Nach Maos Tod änderte sich der Kurs grundlegend. Heute sind die Fünfjahrespläne eher als strategischer Rahmen zu verstehen. In den vergangenen Jahrzehnten rückten Themen wie Innovation, Umwelt und technologische Aufrüstung stärker in den Vordergrund.

    Was bedeutet der neue Plan für Deutschland und Europa?

    Für die Exportnation Deutschland ist der Fünfjahresplan relevant, weil er den Kurs der zweitgrößten Volkswirtschaft vorgibt. «Der Plan macht deutlich, in welchen Bereichen deutsche Unternehmen künftig mit starkem Wettbewerb rechnen müssen – etwa in Robotik, Künstlicher Intelligenz und Maschinenbau», sagt Oliver Oehms, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Handelskammer in Nordchina. 

    Wenn Peking strategische Branchen stark fördert, erhöht das den Wettbewerbsdruck. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) verweist auf chinesische Anbieter, die nicht mehr nur die preislich attraktivere Alternative, sondern technologisch ernstzunehmende Wettbewerber seien. 

    «Das stellt uns in Deutschland vor erhebliche Herausforderungen: etwa, uns in Drittmärkten stärker gegen die chinesische Konkurrenz zu behaupten, aber auch stabile, möglichst vollständige Lieferketten aufzubauen, ohne dabei von China abhängig zu sein», sagte die VDMA-Chefrepräsentantin in China, Claudia Barkowsky.

    «Der Zugang zum chinesischen Markt wird künftig stärker an lokale Produktion und Forschung geknüpft sein», erwartet die Chefrepräsentantin des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) in China, Elisa Hörhager. Für deutsche Unternehmen bedeute das mehr Lokalisierung und höhere Anforderungen an den Umgang mit Technologie. Darunter werde das exportgetriebene Geschäft leiden, erklärt Hörhager. 

    Welche Vor- und Nachteile hat ein solcher Plan?

    Befürworter verweisen darauf, dass China – anders als Demokratien mit kurzen Wahlzyklen – langfristig planen kann. Strategische Projekte in Infrastruktur, Industrie oder Technologie werden über Jahre hinweg verfolgt, ohne politische Kurswechsel nach Regierungswechseln. Das ermöglicht große, koordinierte Investitionen etwa in Hochgeschwindigkeitszüge oder den rasanten Ausbau erneuerbarer Energien. 

    Kritiker sehen jedoch strukturelle Risiken. Wenn politische Ziele von oben vorgegeben und stark mit staatlicher Förderung unterlegt werden, kommt es leichter zu Fehlanreizen. Viele Provinzen versuchen, auf dieselben Branchen zu setzen, die von der Regierung hervorgehoben werden. 

    Das kann zu Überkapazitäten führen, wenn viele Unternehmen und Fabriken mehr produzieren als der Markt aufnehmen kann. Beispiele sind die Solarindustrie oder zuletzt Elektroautos, wo ein rasanter Ausbau zu starkem Preiswettbewerb geführt hat.

    Teils entstünden «Zombie-Unternehmen», sagt Merics-Experte Alexander Davey. Gemeint sind Firmen, die trotz fehlender Gewinne weiterproduzieren, weil sie politisch gestützt werden oder Arbeitsplätze sichern sollen.

  • Israels Armee bombardiert Ziele im Libanon

    Israels Armee bombardiert nach eigenen Angaben in Reaktion auf einen Angriff durch die libanesische Hisbollah-Miliz Ziele im nördlichen Nachbarland. Man habe damit begonnen, Stellungen der mit dem Iran verbündeten Miliz im gesamten Libanon anzugreifen, teilte die Armee in der Nacht mit. Augenzeugen berichteten von Explosionen auch in südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut.

  • Frankreich erhöht Zahl seiner Atomsprengköpfe

    Frankreich erhöht angesichts wachsender globaler Bedrohungen die Zahl seiner Atomsprengköpfe. Zu genauen Zahlen werde man sich nicht mehr äußern, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zur künftigen Strategie der atomaren Abschreckung.

  • Was der Krieg für Verbraucher und Wirtschaft bedeutet

    Der Iran-Krieg hat auch für die deutschen Verbraucher und die Wirtschaft Folgen. Manche direkt, andere dürften sich erst über die Zeit bemerkbar machen. Und nicht alle sind negativ. Ein Überblick.

    An der Tankstelle wird es teurer

    An der Zapfsäule schlagen die Folgen unmittelbar und immer kräftiger durch: Von Freitag bis Montag war Sprit laut ADAC bereits um 6 bis 7 Cent pro Liter teurer geworden, am Dienstagnachmittag stieg der Preisabstand: Um 14.30 lag der bundesweite Durchschnittspreis bei Diesel um fast 18, bei Superbenzin der Sorte E10 um fast 12 Cent höher als am Freitag zu dieser Zeit. Diesel überholte E10, obwohl es normalerweise wegen niedrigerer Steuern billiger ist. Sein Preis gilt aber als krisensensibler. 

    Die Auswirkungen für die Verbraucher sind dabei zwar schnell zu spüren, halten sich aber in Grenzen: Legt man jeweils durchschnittliche Fahrleistungen und Verbräuche zugrunde, bedeutet ein um 12 Cent gestiegener Spritpreis für den Fahrer eines typischen Benziners pro Monat knapp 10 Euro Mehrbelastung. Für einen typischen Diesel bedeuten 18 Cent pro Monat weniger als 20 Euro. 

    Preise für Heizöl und Gas steigen

    Auch Heizöl und Gas sind teurer geworden. Die Seite Heizoel24 gab den Preis für 100 Liter Heizöl am Dienstagvormittag zeitweilig mit mehr als 128 Euro an. Noch am Freitag waren es deutlich unter 100 Euro. Dieser Anstieg trifft allerdings nur Menschen, die aktuell kaufen müssen, weil beispielsweise ihr Tank leer ist oder deren Vermieter aktuell Öl kauft. Andere können darauf hoffen, dass die Preise wieder sinken, bevor sie für sie relevant werden. 

    Auch der Gaspreis stieg deutlich: An der Börse in Amsterdam lag er am Dienstagmorgen zeitweise um 30 Prozent über dem Vortag, an dem er bereits kräftig gestiegen war. Er erreichte damit den höchsten Wert seit mehr als drei Jahren. Hauptgrund ist ein Lieferstopp von Flüssigerdgas (LNG) aus dem wichtigen Förderland Katar. Verbraucher bekommen das wegen langfristiger Lieferverträge nicht direkt zu spüren. Ob und wie stark die Preise für die Haushalte steigen, hängt stark davon ab, ob die Großhandelspreise länger hoch bleiben. 

    Keine Versorgungsengpässe

    Treiber des aktuellen Anstiegs bei Heizöl und Sprit ist der Ölpreis. Er reagiert besonders empfindlich, weil der Iran-Krieg die Straße von Hormus betrifft, eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Öltransports. 

    Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie betont allerdings: «Versorgungsengpässe sind nicht zu befürchten, weder bei Benzin und Diesel, noch bei Heizöl oder Flugkraftstoff. Die Belieferung mit Kraft- und Brenn- und Treibstoffen ist sicher.» Das liegt unter anderem daran, dass Deutschland Rohöl aus rund 30 Ländern beziehe. «Hauptlieferländer sind Norwegen, die USA, Libyen, Kasachstan und Großbritannien.» Kritik an den steigenden Preisen weist ein Sprecher zurück. Man sei nicht für den Nahostkonflikt verantwortlich, «der die globalen Ölpreise und die europäischen Produktpreise für Benzin und Diesel steigen lässt».

    Inflation könnte steigen

    All die steigenden Preise könnten sich auch bei der Inflation bemerkbar machen. «Dauert der Krieg und die faktische Schließung der Straße von Hormus nur wenige Wochen, dann wird die Inflation wegen des gestiegenen Ölpreises nur vorübergehend ein wenig zulegen», sagt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Zöge sich der Krieg wider Erwarten aber Monate hin, würde der Ölpreis weiter steigen und mit ihm die Inflation in der Eurozone «schätzungsweise auf mindestens 3 Prozent». 

    Die Öl- und Gaspreise machen sich zudem nicht nur direkt bei Tanken und Heizen bemerkbar, sondern auch an anderen Stellen, weil sie beispielsweise Rohstoffe, Energie oder Transport für andere Produkte verteuern.

    Aktien sinken

    Auch beim Blick ins eigene Depot bekommen die Deutschen den Krieg zu spüren, weil die meisten Aktien an Wert verlieren. Der deutsche Aktienindex Dax fiel am Dienstagmorgen auf den niedrigsten Stand seit Dezember. Auch andere Börsen sind unter Druck. Schon am Montag war es nach unten gegangen. 

    Dauert der Krieg länger, leidet die Konjunktur

    Auch für die angeschlagene deutsche Wirtschaft birgt die Eskalation im Nahen Osten Gefahren. Bleibe es bei einem kürzeren Konflikt, seien die wirtschaftlichen Folgen begrenzt, meint Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank. Das Risiko läge in einem deutlichen Ölpreisanstieg bei einem länger andauernden Konflikt. «In diesem Falle wären die wirtschaftlichen Folgen signifikant.»

    Berechnungen der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigten, dass ein Ölpreisanstieg um 10 Prozent mittelfristig das Potenzialwachstum um 0,2 Prozent drücke, sagt Gitzel. Das wäre für die deutsche Wirtschaft, die nach Einschätzung der Bundesregierung dieses Jahr um ein Prozent wachsen dürfte, bereits schmerzhaft. 

    Regierungswechsel im Iran gleich Wachstum in Deutschland?

    Gabriel Felbermayr, Chef des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung, der als künftiger «Wirtschaftsweiser» gehandelt wird, sieht neben den kurzfristigen negativen Effekten auch Chancen, wie er in der «Welt» erklärt. «Wenn es wirklich so käme, dass die Mullahs im Iran Geschichte werden und Iran wieder ein vollwertiges Mitglied der Weltgemeinschaft, wäre das für Europa und die Welt attraktiv.»

    Dies gelte «nicht nur, weil Gas und Erdöl günstiger würden, sondern weil Iran ein großes Land mit rund 90 Millionen, überwiegend gut ausgebildeten Einwohnern ist». Dort gebe es ein gewaltiges wirtschaftliches Aufholpotenzial. Das sei etwa für den deutschen Maschinenbau eine echte Chance. In Zahlen ausgedrückt: «Ein Regimewechsel im Iran kann das deutsche Wirtschaftswachstum um 0,5 Prozent beschleunigen.»

  • Hisbollah-Miliz greift Israel an Seite des Irans an

    Die libanesische Hisbollah-Miliz reklamiert einen nächtlichen Raketenangriff auf Israel für sich. Damit reagiert sie nach eigenen Angaben auf die Tötung des obersten Führers des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, wie die vom Iran unterstützte Miliz in der Nacht mitteilte.

  • Libanon verbietet Hisbollah militärische Aktivitäten

    Die libanesische Regierung hat die militärischen Aktivitäten der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz für illegal erklärt. Das kündigte Ministerpräsident Nauaf Salam in einer Fernsehansprache an. Damit verändert sich der Status der Gruppe von einer teilweise geduldeten Widerstandsbewegung zu einer verbotenen Organisation.