Autor: Stojancho Gjorgjiev

  • Iran-Krieg, Zölle, Kosten – Industrie warnt vor Dauerkrise

    Die Industrie fordert auf der Hannover Messe von der Bundesregierung spürbare Reformen. «An die Stelle von kurzfristigem Krisenmanagement müssen durchdachte, strukturelle Reformen treten, die dauerhafte Wachstumsimpulse schaffen», sagte der Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Bertram Kawlath, zum Auftakt der Hannover Messe. «Der Reformstau muss endlich aufgelöst werden», forderte der Präsident des Elektro- und Digitalindustrieverbandes ZVEI, Gunther Kegel. 

    Wenn die Politik in Brüssel und Berlin jetzt nicht umsteuere, werde der langfristige Schaden in der Industrie nicht mehr behebbar sein, warnte Kawlath. «Die Grenzen der Leidensfähigkeit sind erreicht.» Angesichts der vielen Belastungen, zuletzt nochmals erhöht durch die Folgen des Iran-Kriegs und der US-Zollpolitik, brauche es eine echte Kehrtwende. «Unser Standort ist zu teuer und unflexibel, das lässt sich mit keinem Fleiß und keinem Erfindergeist mehr kompensieren.»

    Die Unternehmenssteuern müssten gesenkt, die Sozialversicherungsbeiträge gedeckelt und die Regeln für die Wochenarbeitszeit gelockert werden. Und auch das Rentenalter sollte mit der Lebenserwartung steigen, forderte Kawlath. «Die Politik muss den Mut haben, allen etwas abzuverlangen.» Bisher würden die Reformen viel zu zaghaft angegangen. «Hinzu kommen neue Belastungen, die unsere Mitglieder zur Verzweiflung bringen.»

    Iran-Krieg bremst Stimmung

    Dabei hatte sich die Stimmung der Unternehmen bis Ende 2025 nach und nach verbessert. «Im ersten Quartal 2026 drehte sich der Wind dann aber wieder», berichtet Kawlath. «Die Risiken des Iran-Krieges, US-Zölle, dauerhaft erhöhte Energiepreise, eine allgemein höhere Inflation und Störungen in den Lieferketten heizen die nach wie vor hohe Unsicherheit weiter an.»

    Für 2026 geht der VDMA aber weiter von einer leichten Erholung und einem Plus bei der Produktion beim Maschinen- und Anlagenbau um ein Prozent aus. In der Elektro- und Digitalindustrie rechnet dessen Branchenverband ZVEI sogar mit zwei Prozent mehr Produktion – vorausgesetzt allerdings, die Lage im Iran normalisiert sich bis Mitte des Jahres. Der Trend sei aber positiv, sagte ZVEI-Präsident Kegel. «Und wir hoffen, dass die Hannover Messe diesen Trend verstärken wird.»

    Rüstung als Chance

    Hoffnung machen der Industrie die geplanten Milliardeninvestitionen in Verteidigung. Die Maschinen- und Anlagenbauer stellten zwar nicht selbst Waffen her, könnten aber als Ausrüster helfen, die Produktion hochzufahren, sagte Kawlath. Aktuell mache die Branche geschätzt etwa zwei bis fünf Prozent ihres Umsatzes in diesem Bereich. Das, so die Prognose des Verbands, lasse sich innerhalb von drei bis fünf Jahren verdoppeln. 

    Weiteren Schub erwarten die Fabrikausrüster auch von den Trends zu Künstlicher Intelligenz (KI) und humanoiden Robotern. «Technologisch herrscht Aufbruchstimmung», sagte ZVEI-Chef Kegel. Die Industrie stehe an der Schwelle des nächsten großen industriellen Entwicklungsschritts. Humanoide Roboter in der Industrie seien hier eine große Chance. VDMA-Chef Kawlath: «Jetzt entscheidet sich, ob Europa Gestalter eines neuen industriellen Ökosystems wird – oder vor allem Anwender fremder Technologien.»

    Mehr als 3.000 Aussteller dabei

    Mehr als 3.000 Aussteller aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie der Energiewirtschaft zeigen bis Freitag auf der Hannover Messe ihre Neuheiten. Hauptthemen sind der Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Produktion, Automatisierung und Robotik. Erstmals mit einem eigenen Themenschwerpunkt vertreten ist der Bereich Rüstung.

    Vertreten sind auch zahlreiche Technologie-Firmen wie Microsoft, SAP und Siemens. Hinzu kommen Mittelständler und zahlreiche Start-ups. 2025 kamen 127.000 Besucher zu der weltweit wichtigsten Industrieschau.

  • Iran-Krieg, Zölle, Kosten – Industrie warnt vor Dauerkrise

    Die Industrie fordert auf der Hannover Messe von der Bundesregierung spürbare Reformen. «An die Stelle von kurzfristigem Krisenmanagement müssen durchdachte, strukturelle Reformen treten, die dauerhafte Wachstumsimpulse schaffen», sagte der Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Bertram Kawlath, zum Auftakt der Hannover Messe. «Der Reformstau muss endlich aufgelöst werden», forderte der Präsident des Elektro- und Digitalindustrieverbandes ZVEI, Gunther Kegel. 

    Wenn die Politik in Brüssel und Berlin jetzt nicht umsteuere, werde der langfristige Schaden in der Industrie nicht mehr behebbar sein, warnte Kawlath. «Die Grenzen der Leidensfähigkeit sind erreicht.» Angesichts der vielen Belastungen, zuletzt nochmals erhöht durch die Folgen des Iran-Kriegs und der US-Zollpolitik, brauche es eine echte Kehrtwende. «Unser Standort ist zu teuer und unflexibel, das lässt sich mit keinem Fleiß und keinem Erfindergeist mehr kompensieren.»

    Die Unternehmenssteuern müssten gesenkt, die Sozialversicherungsbeiträge gedeckelt und die Regeln für die Wochenarbeitszeit gelockert werden. Und auch das Rentenalter sollte mit der Lebenserwartung steigen, forderte Kawlath. «Die Politik muss den Mut haben, allen etwas abzuverlangen.» Bisher würden die Reformen viel zu zaghaft angegangen. «Hinzu kommen neue Belastungen, die unsere Mitglieder zur Verzweiflung bringen.»

    Iran-Krieg bremst Stimmung

    Dabei hatte sich die Stimmung der Unternehmen bis Ende 2025 nach und nach verbessert. «Im ersten Quartal 2026 drehte sich der Wind dann aber wieder», berichtet Kawlath. «Die Risiken des Iran-Krieges, US-Zölle, dauerhaft erhöhte Energiepreise, eine allgemein höhere Inflation und Störungen in den Lieferketten heizen die nach wie vor hohe Unsicherheit weiter an.»

    Für 2026 geht der VDMA aber weiter von einer leichten Erholung und einem Plus bei der Produktion beim Maschinen- und Anlagenbau um ein Prozent aus. In der Elektro- und Digitalindustrie rechnet dessen Branchenverband ZVEI sogar mit zwei Prozent mehr Produktion – vorausgesetzt allerdings, die Lage im Iran normalisiert sich bis Mitte des Jahres. Der Trend sei aber positiv, sagte ZVEI-Präsident Kegel. «Und wir hoffen, dass die Hannover Messe diesen Trend verstärken wird.»

    Rüstung als Chance

    Hoffnung machen der Industrie die geplanten Milliardeninvestitionen in Verteidigung. Die Maschinen- und Anlagenbauer stellten zwar nicht selbst Waffen her, könnten aber als Ausrüster helfen, die Produktion hochzufahren, sagte Kawlath. Aktuell mache die Branche geschätzt etwa zwei bis fünf Prozent ihres Umsatzes in diesem Bereich. Das, so die Prognose des Verbands, lasse sich innerhalb von drei bis fünf Jahren verdoppeln. 

    Weiteren Schub erwarten die Fabrikausrüster auch von den Trends zu Künstlicher Intelligenz (KI) und humanoiden Robotern. «Technologisch herrscht Aufbruchstimmung», sagte ZVEI-Chef Kegel. Die Industrie stehe an der Schwelle des nächsten großen industriellen Entwicklungsschritts. Humanoide Roboter in der Industrie seien hier eine große Chance. VDMA-Chef Kawlath: «Jetzt entscheidet sich, ob Europa Gestalter eines neuen industriellen Ökosystems wird – oder vor allem Anwender fremder Technologien.»

    Mehr als 3.000 Aussteller dabei

    Mehr als 3.000 Aussteller aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie der Energiewirtschaft zeigen bis Freitag auf der Hannover Messe ihre Neuheiten. Hauptthemen sind der Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Produktion, Automatisierung und Robotik. Erstmals mit einem eigenen Themenschwerpunkt vertreten ist der Bereich Rüstung.

    Vertreten sind auch zahlreiche Technologie-Firmen wie Microsoft, SAP und Siemens. Hinzu kommen Mittelständler und zahlreiche Start-ups. 2025 kamen 127.000 Besucher zu der weltweit wichtigsten Industrieschau.

  • Iran-Krieg, Zölle, Kosten – Industrie warnt vor Dauerkrise

    Die Industrie fordert auf der Hannover Messe von der Bundesregierung spürbare Reformen. «An die Stelle von kurzfristigem Krisenmanagement müssen durchdachte, strukturelle Reformen treten, die dauerhafte Wachstumsimpulse schaffen», sagte der Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Bertram Kawlath, zum Auftakt der Hannover Messe. «Der Reformstau muss endlich aufgelöst werden», forderte der Präsident des Elektro- und Digitalindustrieverbandes ZVEI, Gunther Kegel. 

    Wenn die Politik in Brüssel und Berlin jetzt nicht umsteuere, werde der langfristige Schaden in der Industrie nicht mehr behebbar sein, warnte Kawlath. «Die Grenzen der Leidensfähigkeit sind erreicht.» Angesichts der vielen Belastungen, zuletzt nochmals erhöht durch die Folgen des Iran-Kriegs und der US-Zollpolitik, brauche es eine echte Kehrtwende. «Unser Standort ist zu teuer und unflexibel, das lässt sich mit keinem Fleiß und keinem Erfindergeist mehr kompensieren.»

    Die Unternehmenssteuern müssten gesenkt, die Sozialversicherungsbeiträge gedeckelt und die Regeln für die Wochenarbeitszeit gelockert werden. Und auch das Rentenalter sollte mit der Lebenserwartung steigen, forderte Kawlath. «Die Politik muss den Mut haben, allen etwas abzuverlangen.» Bisher würden die Reformen viel zu zaghaft angegangen. «Hinzu kommen neue Belastungen, die unsere Mitglieder zur Verzweiflung bringen.»

    Iran-Krieg bremst Stimmung

    Dabei hatte sich die Stimmung der Unternehmen bis Ende 2025 nach und nach verbessert. «Im ersten Quartal 2026 drehte sich der Wind dann aber wieder», berichtet Kawlath. «Die Risiken des Iran-Krieges, US-Zölle, dauerhaft erhöhte Energiepreise, eine allgemein höhere Inflation und Störungen in den Lieferketten heizen die nach wie vor hohe Unsicherheit weiter an.»

    Für 2026 geht der VDMA aber weiter von einer leichten Erholung und einem Plus bei der Produktion beim Maschinen- und Anlagenbau um ein Prozent aus. In der Elektro- und Digitalindustrie rechnet dessen Branchenverband ZVEI sogar mit zwei Prozent mehr Produktion – vorausgesetzt allerdings, die Lage im Iran normalisiert sich bis Mitte des Jahres. Der Trend sei aber positiv, sagte ZVEI-Präsident Kegel. «Und wir hoffen, dass die Hannover Messe diesen Trend verstärken wird.»

    Rüstung als Chance

    Hoffnung machen der Industrie die geplanten Milliardeninvestitionen in Verteidigung. Die Maschinen- und Anlagenbauer stellten zwar nicht selbst Waffen her, könnten aber als Ausrüster helfen, die Produktion hochzufahren, sagte Kawlath. Aktuell mache die Branche geschätzt etwa zwei bis fünf Prozent ihres Umsatzes in diesem Bereich. Das, so die Prognose des Verbands, lasse sich innerhalb von drei bis fünf Jahren verdoppeln. 

    Weiteren Schub erwarten die Fabrikausrüster auch von den Trends zu Künstlicher Intelligenz (KI) und humanoiden Robotern. «Technologisch herrscht Aufbruchstimmung», sagte ZVEI-Chef Kegel. Die Industrie stehe an der Schwelle des nächsten großen industriellen Entwicklungsschritts. Humanoide Roboter in der Industrie seien hier eine große Chance. VDMA-Chef Kawlath: «Jetzt entscheidet sich, ob Europa Gestalter eines neuen industriellen Ökosystems wird – oder vor allem Anwender fremder Technologien.»

    Mehr als 3.000 Aussteller dabei

    Mehr als 3.000 Aussteller aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie der Energiewirtschaft zeigen bis Freitag auf der Hannover Messe ihre Neuheiten. Hauptthemen sind der Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Produktion, Automatisierung und Robotik. Erstmals mit einem eigenen Themenschwerpunkt vertreten ist der Bereich Rüstung.

    Vertreten sind auch zahlreiche Technologie-Firmen wie Microsoft, SAP und Siemens. Hinzu kommen Mittelständler und zahlreiche Start-ups. 2025 kamen 127.000 Besucher zu der weltweit wichtigsten Industrieschau.

  • Iran-Krieg, Zölle, Kosten – Industrie warnt vor Dauerkrise

    Die Industrie fordert auf der Hannover Messe von der Bundesregierung spürbare Reformen. «An die Stelle von kurzfristigem Krisenmanagement müssen durchdachte, strukturelle Reformen treten, die dauerhafte Wachstumsimpulse schaffen», sagte der Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Bertram Kawlath, zum Auftakt der Hannover Messe. «Der Reformstau muss endlich aufgelöst werden», forderte der Präsident des Elektro- und Digitalindustrieverbandes ZVEI, Gunther Kegel. 

    Wenn die Politik in Brüssel und Berlin jetzt nicht umsteuere, werde der langfristige Schaden in der Industrie nicht mehr behebbar sein, warnte Kawlath. «Die Grenzen der Leidensfähigkeit sind erreicht.» Angesichts der vielen Belastungen, zuletzt nochmals erhöht durch die Folgen des Iran-Kriegs und der US-Zollpolitik, brauche es eine echte Kehrtwende. «Unser Standort ist zu teuer und unflexibel, das lässt sich mit keinem Fleiß und keinem Erfindergeist mehr kompensieren.»

    Die Unternehmenssteuern müssten gesenkt, die Sozialversicherungsbeiträge gedeckelt und die Regeln für die Wochenarbeitszeit gelockert werden. Und auch das Rentenalter sollte mit der Lebenserwartung steigen, forderte Kawlath. «Die Politik muss den Mut haben, allen etwas abzuverlangen.» Bisher würden die Reformen viel zu zaghaft angegangen. «Hinzu kommen neue Belastungen, die unsere Mitglieder zur Verzweiflung bringen.»

    Iran-Krieg bremst Stimmung

    Dabei hatte sich die Stimmung der Unternehmen bis Ende 2025 nach und nach verbessert. «Im ersten Quartal 2026 drehte sich der Wind dann aber wieder», berichtet Kawlath. «Die Risiken des Iran-Krieges, US-Zölle, dauerhaft erhöhte Energiepreise, eine allgemein höhere Inflation und Störungen in den Lieferketten heizen die nach wie vor hohe Unsicherheit weiter an.»

    Für 2026 geht der VDMA aber weiter von einer leichten Erholung und einem Plus bei der Produktion beim Maschinen- und Anlagenbau um ein Prozent aus. In der Elektro- und Digitalindustrie rechnet dessen Branchenverband ZVEI sogar mit zwei Prozent mehr Produktion – vorausgesetzt allerdings, die Lage im Iran normalisiert sich bis Mitte des Jahres. Der Trend sei aber positiv, sagte ZVEI-Präsident Kegel. «Und wir hoffen, dass die Hannover Messe diesen Trend verstärken wird.»

    Rüstung als Chance

    Hoffnung machen der Industrie die geplanten Milliardeninvestitionen in Verteidigung. Die Maschinen- und Anlagenbauer stellten zwar nicht selbst Waffen her, könnten aber als Ausrüster helfen, die Produktion hochzufahren, sagte Kawlath. Aktuell mache die Branche geschätzt etwa zwei bis fünf Prozent ihres Umsatzes in diesem Bereich. Das, so die Prognose des Verbands, lasse sich innerhalb von drei bis fünf Jahren verdoppeln. 

    Weiteren Schub erwarten die Fabrikausrüster auch von den Trends zu Künstlicher Intelligenz (KI) und humanoiden Robotern. «Technologisch herrscht Aufbruchstimmung», sagte ZVEI-Chef Kegel. Die Industrie stehe an der Schwelle des nächsten großen industriellen Entwicklungsschritts. Humanoide Roboter in der Industrie seien hier eine große Chance. VDMA-Chef Kawlath: «Jetzt entscheidet sich, ob Europa Gestalter eines neuen industriellen Ökosystems wird – oder vor allem Anwender fremder Technologien.»

    Mehr als 3.000 Aussteller dabei

    Mehr als 3.000 Aussteller aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie der Energiewirtschaft zeigen bis Freitag auf der Hannover Messe ihre Neuheiten. Hauptthemen sind der Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Produktion, Automatisierung und Robotik. Erstmals mit einem eigenen Themenschwerpunkt vertreten ist der Bereich Rüstung.

    Vertreten sind auch zahlreiche Technologie-Firmen wie Microsoft, SAP und Siemens. Hinzu kommen Mittelständler und zahlreiche Start-ups. 2025 kamen 127.000 Besucher zu der weltweit wichtigsten Industrieschau.

  • Iran-Krieg, Zölle, Kosten – Industrie warnt vor Dauerkrise

    Die Industrie fordert auf der Hannover Messe von der Bundesregierung spürbare Reformen. «An die Stelle von kurzfristigem Krisenmanagement müssen durchdachte, strukturelle Reformen treten, die dauerhafte Wachstumsimpulse schaffen», sagte der Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Bertram Kawlath, zum Auftakt der Hannover Messe. «Der Reformstau muss endlich aufgelöst werden», forderte der Präsident des Elektro- und Digitalindustrieverbandes ZVEI, Gunther Kegel. 

    Wenn die Politik in Brüssel und Berlin jetzt nicht umsteuere, werde der langfristige Schaden in der Industrie nicht mehr behebbar sein, warnte Kawlath. «Die Grenzen der Leidensfähigkeit sind erreicht.» Angesichts der vielen Belastungen, zuletzt nochmals erhöht durch die Folgen des Iran-Kriegs und der US-Zollpolitik, brauche es eine echte Kehrtwende. «Unser Standort ist zu teuer und unflexibel, das lässt sich mit keinem Fleiß und keinem Erfindergeist mehr kompensieren.»

    Die Unternehmenssteuern müssten gesenkt, die Sozialversicherungsbeiträge gedeckelt und die Regeln für die Wochenarbeitszeit gelockert werden. Und auch das Rentenalter sollte mit der Lebenserwartung steigen, forderte Kawlath. «Die Politik muss den Mut haben, allen etwas abzuverlangen.» Bisher würden die Reformen viel zu zaghaft angegangen. «Hinzu kommen neue Belastungen, die unsere Mitglieder zur Verzweiflung bringen.»

    Iran-Krieg bremst Stimmung

    Dabei hatte sich die Stimmung der Unternehmen bis Ende 2025 nach und nach verbessert. «Im ersten Quartal 2026 drehte sich der Wind dann aber wieder», berichtet Kawlath. «Die Risiken des Iran-Krieges, US-Zölle, dauerhaft erhöhte Energiepreise, eine allgemein höhere Inflation und Störungen in den Lieferketten heizen die nach wie vor hohe Unsicherheit weiter an.»

    Für 2026 geht der VDMA aber weiter von einer leichten Erholung und einem Plus bei der Produktion beim Maschinen- und Anlagenbau um ein Prozent aus. In der Elektro- und Digitalindustrie rechnet dessen Branchenverband ZVEI sogar mit zwei Prozent mehr Produktion – vorausgesetzt allerdings, die Lage im Iran normalisiert sich bis Mitte des Jahres.

    Rüstung als Chance

    Hoffnung machen der Industrie die geplanten Milliardeninvestitionen in Verteidigung. Die Maschinen- und Anlagenbauer würden zwar nicht selbst Waffen herstellen, könnten aber als Ausrüster helfen, die Produktion hochzufahren, sagte Kawlath. Aktuell mache die Branche geschätzt etwa zwei bis fünf Prozent ihres Umsatzes in diesem Bereich. Das, so die Prognose des Verbands, lasse sich innerhalb von drei bis fünf Jahren verdoppeln. 

    Weiteren Schub erwarten die Fabrikausrüster auch von den Trends zu Künstlicher Intelligenz (KI) und humanoiden Robotern. «Technologisch herrscht Aufbruchstimmung», sagte ZVEI-Chef Kegel. Die Industrie stehe an der Schwelle des nächsten großen industriellen Entwicklungsschritts. Humanoide Roboter in der Industrie seien hier eine große Chance. VDMA-Chef Kawlath: «Jetzt entscheidet sich, ob Europa Gestalter eines neuen industriellen Ökosystems wird – oder vor allem Anwender fremder Technologien.»

    Mehr als 3.000 Aussteller dabei

    Mehr als 3.000 Aussteller aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie der Energiewirtschaft zeigen bis Freitag auf der Hannover Messe ihre Neuheiten. Hauptthemen sind der Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Produktion, Automatisierung und Robotik. Erstmals mit einem eigenen Themenschwerpunkt vertreten ist der Bereich Rüstung.

    Vertreten sind auch zahlreiche Technologie-Firmen wie Microsoft, SAP und Siemens. Hinzu kommen Mittelständler und zahlreiche Start-ups. 2025 kamen 127.000 Besucher zu der weltweit wichtigsten Industrieschau.

  • Trump verkündet zehntägige Waffenruhe im Libanon

    Mehr als sechs Wochen nach Beginn der jüngsten Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz hat US-Präsident Donald Trump eine Waffenruhe im Libanon verkündet. Die zehntägige Feuerpause solle um Mitternacht (Ortszeit) beginnen, schrieb er nach Gesprächen mit dem libanesischen Staatspräsidenten Joseph Aoun und mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu auf seiner Plattform Truth Social.

  • Lula attackiert Trump vor Beratungen mit Merz

    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva beraten am Montag in Hannover zusammen mit insgesamt 15 Ministern beider Seiten über den Ausbau der Beziehungen der Länder. Kurz bevor das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den lateinamerikanischen Mercosur-Staaten vorläufig in Kraft tritt, wird es bei dem Treffen vor allem um wirtschaftliche Fragen gehen. Das Abkommen, durch das eine Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Menschen entsteht, kann ab dem 1. Mai angewendet werden.

    Lula nennt Iran-Krieg «Wahnsinn»

    Aber auch die aktuelle Energiekrise und das Agieren von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran sowie gegenüber lateinamerikanischen Ländern wie Venezuela und Kuba dürften Thema werden. Bei der Eröffnung der Hannover Messe am Sonntagabend prangerte Lula den Krieg der USA und Israels gegen den Iran als «Wahnsinn» an. 

    Es sei im 21. Jahrhundert nicht hinnehmbar, so der 80-jährige, dass Hunger, Analphabetismus und fehlender Zugang zu Elektrizität für Milliarden Menschen weiter ungelöst blieben, während zugleich 2,7 Billionen US-Dollar für Kriege ausgegeben würden. «Wir erleben einen kritischen Moment in der globalen Geopolitik, geprägt von großen Paradoxa: Während Astronauten zum Mond fliegen, werden bei den Bombardements im Nahen Osten wahllos Frauen und Kinder getötet», klagte der linksgerichtete Staatschef aus Südamerika.

    Brasilien und Deutschland wollen in den UN-Sicherheitsrat

    Lula kritisierte nicht nur Trump, sondern alle fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats. Das Gremium sei geschaffen worden, um Frieden zu sichern und eine Wiederholung des Zweiten Weltkriegs zu verhindern. Stattdessen erlebe die Welt heute so viele Konflikte wie nie seit 1945, und die Mächtigen schauten tatenlos zu. Man müsse die Staats- und Regierungschefs Donald Trump, Wladimir Putin, Xi Jinping, Emmanuel Macron sowie Keir Starmer fragen, wozu der Sicherheitsrat überhaupt diene, sagte Lula.

    Brasilien dringt wie Deutschland auf eine Reform des Gremiums. Beide Länder streben einen ständigen Sitz in dem Gremium. Seit Jahrzehnten scheitern alle Reformversuche an den Strukturen, in denen die fünf ständigen Mitglieder USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien Veto-Recht haben. 

    Gemeinsamer Messerundgang vor Konsultationen

    Merz und seine Frau Charlotte hatten Lula und seine Frau Janja bereits am Sonntagabend am Schloss Herrenhausen in Empfang genommen, wo heute die Regierungskonsultationen stattfinden. Vorher werden Lula und Merz noch gemeinsam den traditionellen Messerundgang absolvieren und an einem Wirtschaftsforum teilnehmen. Brasilien ist Partnerland der Hannover Messe. 

    Deutschland führt Regierungskonsultationen mit besonders engen Partnern wie Frankreich, Polen und Italien oder besonders wichtigen Ländern wie Brasilien oder Indien durch. 

    Merz betonte bereits am Freitag, wie bedeutend das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten für die Wirtschaftsbeziehungen zu Lateinamerika sei. «Wir treffen uns zu einem Zeitpunkt, der auf der einen Seite besser nicht sein könnte, was das europäisch-südamerikanische Verhältnis betrifft», sagte Merz mit Blick auf die Vereinbarung. «Aber wir treffen uns auch zu einer Zeit großer Herausforderungen und Veränderungen.»

  • Deutschland will Minenjagdboote für Hormus-Mission anbieten

    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will bei den Beratungen über eine Militärmission zur Sicherung der Straße von Hormus nach einem Ende der Kampfhandlungen am Freitag in Paris ein konkretes Angebot für eine deutsche Beteiligung machen. So soll die Bundeswehr Minenjagdboote, ein Begleitschiff und Aufklärungsflugzeuge bereitstellen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr.

  • Erneut Stromausfall in Berlin Nikolassee

    Rund drei Monate nach einem längeren Stromausfall im Berliner Südwesten ist in einem Teil des Gebiets erneut der Strom ausgefallen. Nach Angaben des Netzbetreibers Stromnetz Berlin GmbH sind in Nikolassee 1.314 Haushalte betroffen.

  • Merz zur Hannover Messe: «Zuversicht, das ist der Geist»

    «Wir eröffnen die Hannover Messe 2026 als Tage der Zukunft, als Tage der Zukunftszuversicht»: Mit diesem Appell hat Bundeskanzler Friedrich Merz die weltweit wichtigste Industrieschau eröffnet. Es gehe darum, nach vorn zu schauen und zu zeigen, «was wir können», sagte der CDU-Politiker. «Zuversicht, das ist der Geist, in dem wir uns einig wissen, gerade auch mit Brasilien.»

    Das diesjährige Partnerland der Messe bezeichnete Merz als einen der wichtigsten Partner Deutschlands in einer sich neu ordnenden Welt. Beide Länder teilten das Interesse an einer politischen Ordnung, in der auf Verabredungen Verlass sei und globale Probleme gemeinsam gelöst werden könnten.

    Regierungskonsultationen in Hannover

    Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ist nicht nur zur Messe-Eröffnung nach Hannover gereist, sondern auch zu Regierungskonsultationen. Am Sonntagnachmittag wurde er vor dem Schloss Herrenhausen mit militärischen Ehren empfangen.

    An den Beratungen nehmen sieben Minister aus Brasilien und acht aus Deutschland teil. Ziel ist es, die Zusammenarbeit in Bereichen wie Handel, Rohstoffe, Rüstung, Digitalisierung, Forschung und Klimaschutz auszubauen. Große Bedeutung kommt dabei dem Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten zu, das zum 1. Mai wirksam werden soll.

    Lula wirbt für erneuerbare Energien

    In seiner Eröffnungsrede unterstrich Lula die Bedeutung erneuerbarer Energien. «Brasilien kann der Europäischen Union dabei helfen, die Energiekosten zu senken und ihre Industrie zu dekarbonisieren», sagte er. Brasilien ist eines der Länder mit dem saubersten Energiemix der Welt. 92 Prozent des Stroms wird über erneuerbare Energien erzeugt.

    «Der konsequente Weg bei den erneuerbaren Energien hat unsere Energiesicherheit gestärkt. Brasilien gehört zu den Ländern, die am wenigsten vom Wahnsinn des Krieges mit dem Iran betroffen sind. Wir leiden nicht unter dem Anstieg des Ölpreises, wie es andere Länder derzeit tun», sagte Lula. «Zu ihnen spricht der Präsident eines Landes, das sehr viel Erdöl produziert: Wir sind der Auffassung, dass es dringend notwendig ist, einen Weg zu finden, saubere Energieträger zu nutzen, wenn wir die Menschheit retten wollen.»

    Merz will Nationalen Sicherheitsrat einberufen

    Mit Blick auf die Energiekrise kündigte Merz an, den Nationalen Sicherheitsrat «zeitnah» einzuberufen. «Unser Ziel ist dabei klar: Die deutsche Wirtschaft und die Bürger müssen sich darauf verlassen können, dass die Versorgung mit zentralen Produkten wie etwa Diesel, Benzin, Flugbenzin gesichert bleibt», sagte er. Derzeit sei die Lage zwar angespannt, aber die Versorgung gesichert. «Für den Fall, dass sich die Lage verschärfen sollte, sind wir auf Maßnahmen vorbereitet.»

    Die schwarz-rote Bundesregierung hatte den Nationalen Sicherheitsrat im vergangenen Jahr gegründet, um auf Krisen und Bedrohungen aller Art schnell und effektiv reagieren zu können. Neben Mitgliedern der Bundesregierung und Sicherheitsbehörden können auch Vertreter der Länder zu seinen Sitzungen eingeladen werden.

    Industrie fordert «großen Wurf, keine Flickschusterei»

    Während die Bundesregierung auf Versorgungssicherheit setzt, fordert die Industrie derweil deutlich mehr Tempo bei Reformen. Gunther Kegel, Präsident des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie ZVEI, mahnte in seiner Rede einen «großen Wurf» statt «Flickschusterei» an. Nötig seien niedrigere Steuern, ein schlankerer Sozialstaat, weniger Bürokratie und mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt.

    Zugleich nahm Kegel auch die Unternehmen in die Pflicht. «Auch wir, die Unternehmen, stehen im Obligo, unsere Hausaufgaben zu machen», sagte er. Innovation bleibe Aufgabe der Wirtschaft.

    Auch Bürgermeister fordert mehr Tempo

    In eine ähnliche Richtung argumentierte auch Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay. Er forderte mehr Tempo bei Reformen und mehr Entschlossenheit bei der Umsetzung. «Ich begrüße Ihren Reformwillen», sagte der Grünen-Politiker an Merz gerichtet. «Gleichzeitig appelliere ich an Ihre Entschlossenheit, die Dinge umzusetzen, die jetzt erforderlich sind für unser Land.»

    Geopolitische Risiken, hohe Energiepreise und unsichere Investitionsbedingungen verlangten nach einem klaren Plan, sagte Onay. Investitionen müssten schneller umgesetzt werden. «Jede verzögerte Investition ist eine vertane Chance.»

    Rüstung erstmals stärker im Fokus

    Mehr als 3.000 Aussteller aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie der Energiewirtschaft zeigen von Montag an auf dem Messegelände ihre Neuheiten. Merz und Lula wollen sich am Montag bei einem Rundgang einen Überblick verschaffen. Die Industrieverbände BDI, VDMA (Maschinen- und Anlagenbau) und ZVEI (Elektro- und Digitalindustrie) geben zum Auftakt ihre Einschätzungen zur aktuellen Lage.

    Hauptthema der Hannover Messe sind der Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Produktion, Automatisierung und Robotik. Erstmals mit einem eigenen Themenschwerpunkt vertreten ist der Bereich Rüstung. Rund 40 Unternehmen zeigen dort Lösungen für den schnellen Aufbau der Produktion von Rüstungsgütern.

    Neben Merz haben sich auch zahlreiche weitere Bundespolitiker angekündigt, darunter Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). 2025 kamen 127.000 Besucher zu der weltweit wichtigsten Industrieschau.