Autor: Stojancho Gjorgjiev

  • KfW Research erhöht Wachstumsprognose für Deutschland sowie den Euroraum

    Frankfurt am Main (ots) –

    • Ökonomen der KfW: Deutsche Wirtschaft zeigt sich widerstandsfähiger als erwartet
    • KfW Research erwartet nun für 2026 ein Wachstum von 1,1 Prozent, für 2027 von 1,5 Prozent
    • Auftragseingänge in der Industrie ziehen an

    Die deutsche Wirtschaft hat sich in diesem Jahr deutlich widerstandsfähiger gezeigt als allgemein angenommen. Im zweiten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent zum Vorquartal, im ersten Quartal gelang sogar ein Anstieg um 0,4 Prozent. KfW Research hatte angesichts der Auswirkungen des Iran-Kriegs eigentlich mit einem Rückgang des BIP im zweiten Quartal gerechnet.

    Der nächste Dämpfer für die Wirtschaft ist zwar nun das Niedrigwasser, vor allem des Rheins, das die Schifffahrt stark beeinträchtigt. Im dritten Quartal dürfte das Wachstum daher nur stagnieren. Dennoch revidieren die Ökonomen von KfW Research ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr um 0,4 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent nach oben. Für 2027 erwarten sie ein BIP-Wachstum von 1,5 Prozent – das ist eine Korrektur der Mai-Prognose um plus 0,2 Prozentpunkte.

    Die Prognose stützt sich im Wesentlichen auf die perspektivisch merklich anziehende Industrieproduktion, die in den steigenden Auftragseingängen im Verarbeitenden Gewerbe angelegt ist. Im zweiten Quartal nahmen diese um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal und um 4,5 Prozent zum Vorjahresquartal zu. Der Auftragsbestand liegt damit per Ende Juni um 9,3 Prozent höher als im Vorjahr.

    „Die unklare Situation in der Straße von Hormus, die Zollkonflikte mit den USA sowie das Niedrigwasser in Deutschland sind alles Faktoren, die die deutsche Wirtschaft weiterhin belasten. Wir sehen dennoch Licht“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. „Es besteht berechtigte Hoffnung, dass die Industrieproduktion perspektivisch merklich anzieht. Das liegt nicht nur, aber auch, an den Impulsen aus dem Sondervermögen der Bundesregierung. Wir erwarten ab dem Schlussquartal dieses Jahres wieder positive, teils kräftige Wachstumsraten.“

    Die stärkste Zunahme bei den Auftragseingängen im Vergleich zum Vorjahr gab es im zweiten Quartal mit 21 Prozent im Wirtschaftszweig „DV-Geräte, elektronische und optische Erzeugnisse“. Hierunter fallen unter anderem Produkte, die vom aktuellen weltweiten KI-Boom profitieren, etwa spezielle Laser und sonstige Produkte der Digitalisierungsindustrie. Die hohe Nachfrage im Zusammenhang mit dem Ausbau von KI-Kapazitäten hilft offenbar auch dem für Deutschland so wichtigen Maschinenbau. Dort zeigt sich im zweiten Quartal ein Plus von zehn Prozent bei den Neuaufträgen. Zudem gibt es einen deutlichen Aufwärtstrend im „Sonstigen Fahrzeugbau“, unter den auch militärisch genutzte Fahrzeuge fallen.

    Nicht nur in Deutschland, auch im Euroraum insgesamt entwickelte sich die Wirtschaft im zweiten Quartal stärker als erwartet. Anders als während des Energiepreisschocks 2022 verzeichneten die energieintensiven Industrien als Folge des Konflikts im Nahen Osten keine tiefen Einbrüche. Insgesamt entwickelte sich das Verarbeitende Gewerbe im Euroraum im zweiten Quartal leicht positiv zum Vorquartal, was vor allem durch die Produktion in verteidigungsnahen Wirtschaftszeigen sowie dem Hochtechnologiesektor getragen sein dürfte. KfW Research erhöht seine Wachstumsprognose für den Euroraum für dieses Jahr um 0,2 Prozentpunkte auf nun 0,8 Prozent und für 2027 um ebenfalls 0,2 Prozentpunkte auf 1,2 Prozent.

    Bei der Inflationsprognose gibt es nur marginale Anpassungen. KfW Research rechnet für Deutschland und den Euroraum dieses Jahr mit einem Verbraucherpreisanstieg um 2,9 Prozent (Mai-Prognose 3,1 Prozent). 2027 dürfte die Inflation in beiden Gebieten geringer ausfallen, aber das Zwei-Prozent-Ziel der EZB weiterhin leicht übertreffen. KfW Research geht unverändert davon aus, dass die EZB nach einem letzten Zinsschritt im September zunächst auf weitere Straffungen verzichtet.

    Der aktuelle KfW-Konjunkturkompass ist abrufbar unter: KfW-Konjunkturkompass | KfW

    Pressekontakt:
    KfW, Palmengartenstr. 5 - 9, 60325 Frankfurt
    Konzernkommunikation und Markensteuerung (KK), Nina Luttmer,
    Tel. +49 69743141336
    E-Mail: nina.luttmer@kfw.de, Internet: www.kfw.de
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            KfW
  • Mehrere Verletzte bei Fahrt durch Fußgängerzone in Hessen

    Bei der Fahrt eines Autos durch eine Fußgängerzone im nordhessischen Hofgeismar sind nach ersten Ermittlungen der Polizei acht Passanten verletzt worden. Laut Zeugenaussagen soll der Fahrer medizinische Probleme gehabt haben. Er befinde sich in einem kritischen Zustand, teilte die Polizei mit.

  • Terror über Chatgruppen? Bundesanwaltschaft übernimmt Fall

    Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen einen mutmaßlichen Rädelsführer von Online-Gruppierungen, der über Chats andere Menschen zu Straftaten bewegt haben soll. Die Karlsruher Behörde übernahm nach eigenen Angaben Ermittlungen gegen den Deutschen von der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz. Sie wirft ihm unter anderem Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie Anstiftungen zu Mord und Brandstiftungen sowie Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch eines Kindes vor.

  • Harry Kane ist Fußballer des Jahres – Kompany bester Coach

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  • Porsche verkauft Beratungstochter MHP

    Porsche verkauft seine Management- und IT-Beratung MHP. Es sei ein Vertrag unterzeichnet worden, der den Verkauf von MHP an Tata Consultancy Services (TCS) vorsieht, wie das Unternehmen in Stuttgart mitteilte. Mit der Veräußerung setzt Porsche Konzernchef Michael Leiters zufolge einen weiteren wichtigen Schritt seiner Strategie um, sich konsequent auf das Kerngeschäft zu fokussieren. 

    MHP hat seinen Unternehmenssitz in Ludwigsburg bei Stuttgart und ist bislang eine 100-prozentige Tochterfirma des Sport- und Geländewagenherstellers. Die Behörden müssen der vollständigen Übernahme noch zustimmen. Die Partner erwarten einen Abschluss der Transaktion in den kommenden Monaten. Zum Kaufpreis machten Porsche und TCS keine Angaben. Einer Pflichtmitteilung von Tata zufolge beträgt der MHP-Unternehmenswert 320 Millionen Euro. 

    Kooperation soll fortgeführt werden 

    TCS bietet IT-Dienstleistungen, Beratung und Technologielösungen an und ist Teil des indischen Mischkonzerns Tata Group. Die Inder wollen MHP demnach als eigenständiges Beratungshaus unter der bisherigen Marke weiterführen. Die Zusammenarbeit zwischen Porsche und MHP soll nach dem Eigentümerwechsel fortgesetzt werden. Geplant ist demnach eine Zusammenarbeit bei Künstlicher Intelligenz. Ziel sei, die digitale Transformation von Porsche voranzutreiben und zusätzliche Potenziale entlang der Wertschöpfungskette zu erschließen. 

    Porsche war seit 1998 an MHP beteiligt, vor gut zweieinhalb Jahren erfolgte die vollständige Übernahme. Das Haus berät vor allem zu Strategiethemen und IT-Transformationen. Die rund 300 Kundinnen und Kunden kommen aus der Auto- und Fertigungsindustrie, aber auch aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Energie, Verteidigung sowie aus dem öffentlichen Sektor. 2025 machte das Unternehmen, das mehr als 4.500 Mitarbeiter beschäftigt, einen Umsatz von ungefähr 743 Millionen Euro. 

    Porsche baut Beteiligungen ab 

    Nach dem Krisenjahr 2025 baut Leiters Porsche aktuell kräftig um. Dem seit Jahresbeginn amtierenden Vorstandschef schwebt eine deutlich schlankere Sportwagenschmiede vor. Die Schwaben hatten bereits im April ihre Beteiligung an der Luxus-Sportwagenmarke Bugatti verkauft. Kurze Zeit später folgte die Ankündigung, die Batterie-Tochter Cellforce, die eBike Performance GmbH sowie die Software-Tochter Cetitec nicht weiterzuführen. 

    Im vergangenen Jahr war das Ergebnis der Volkswagen-Tochter um gut 91 Prozent abgesackt. Trotz einer Stabilisierung im ersten Halbjahr befindet sich Porsche weiter in einer schwierigen Lage. Das Ergebnis nach Steuern stieg zwar auf 1,07 Milliarden Euro – das lag aber zu einem großen Teil daran, dass im Vergleich zum Vorjahr Sonderkosten für den Konzernumbau weggefallen sind. Der Umsatz sank im ersten Halbjahr um gut fünf Prozent. 

    Einer der Gründe für die Krise ist, dass die Stuttgarter von Januar bis Juni nur noch gut 122.300 Fahrzeuge verkauft haben (minus 16 Prozent). Insbesondere in China sanken die Zahlen. Porsche passt daher auch die Strukturen an – und hat angekündigt, bis 2035 in seiner Heimat weitere 5.000 Stellen zu streichen. Zusammen mit früheren Ankündigungen fällt dort in den nächsten Jahren mehr als jede dritte Stelle weg. Auch im Leipziger Werk wurden Jobs gestrichen.

  • Maschinenbau warnt vor Gasmangel im Winter

    Im deutschen Maschinenbau sorgen die niedrigen Füllstände der Gasspeicher für Unruhe. «In der Branche wächst in Anbetracht der langsamen Speicher-Befüllung die Sorge über Versorgungsengpässe im kommenden Winter», sagte Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands VDMA, in Frankfurt. Im Maschinen- und Anlagenbau werde Erdgas in vielen kritischen Prozessen benötigt. «Physischer Gasmangel oder explodierende Preise wären eine signifikante Gefahr für die Industrie.» 

    Der VDMA nimmt auch die Bundesregierung in die Pflicht: «Versorger, Großhandel und letztlich auch die Regierung haben eine klare Verantwortung für die Versorgungssicherheit», sagte Brodtmann. Man appelliere daher nachdrücklich an die Verantwortlichen, «rechtzeitig aktiv zu werden und ausreichende Vorräte sicherzustellen». 

    Wirtschaftsministerium skeptisch mit Blick auf Staatseingriffe 

    Die niedrigen Gasspeicher in Deutschland haben eine Debatte ausgelöst. Zuletzt waren die Speicher nur zu rund 50 Prozent gefüllt. Das war nach Angaben des Gasspeicher-Verbands Ines der niedrigste Stand für die Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen 2011. Im vergangenen Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 67 Prozent. Wegen des Iran-Kriegs mit der faktischen Blockade der Straße von Hormus sind die Gaspreise diesen Sommer ungewöhnlich hoch, weshalb Händler weniger Gas für den Verkauf im Winter einkaufen. 

    Das Haus von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sieht bei der Wintervorsorge vor allem die Privatwirtschaft mit Gasunternehmen und Händlern in der Pflicht. Dennoch bereite die Bundesregierung «die notwendigen Handlungsoptionen so vor, dass sie bei einer Verschlechterung der Lage schnell und gezielt eingesetzt werden können», erklärte das Ministerium kürzlich. Eine Gasmangellage sei im kommenden Winter derzeit aber nicht zu erwarten.