Die Schauspielerin Sandra Hüller ist bei der Berlinale mit dem Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle ausgezeichnet worden. Die 47-Jährige erhielt die Auszeichnung für ihre Rolle im Drama «Rose» von Markus Schleinzer.
Autor: Stojancho Gjorgjiev
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Ifo-Index steigt: Hoffen auf Aufschwung trotz Trumps Zöllen
Die Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen hellt sich stärker auf als gedacht und schürt die Hoffnung auf eine Erholung der Wirtschaft. Im Februar stieg der Ifo-Index, das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, stärker als erwartet und liefert das nächste Signal für ein leichtes Wachstum nach Jahren der Krise. Wäre da nicht Donald Trump: Einmal mehr verunsichert die Zollpolitik des US-Präsidenten, der nach seiner Niederlage vor dem obersten Gerichtshof prompt neue Zölle ankündigte.
Im Februar stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex um 1,0 Punkte auf 88,6 Zähler. Die Unternehmen zeigten sich zufriedener mit ihren aktuellen Geschäften, auch die Erwartungen besserten sich, so das Ifo-Institut. «Die deutsche Wirtschaft zeigt erste Signale einer Belebung», kommentierte Präsident Clemens Fuest das Ergebnis der jüngsten Ifo-Umfrage unter 9.000 Unternehmen. Demnach stieg das Geschäftsklima in der Industrie, bei Dienstleistern und am Bau. Nur im Einzelhandel gab es leicht nach.
«Deutschland klettert aus dem Konjunkturtal»
«Die Zahlen untermauern die Trendwende in der Industrie», meint Jens-Oliver Niklasch, Ökonom bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Natürlich dürften Trumps jüngste Zolleskapaden die Unternehmen belasten. Dennoch zeigten die Frühindikatoren nach oben, schrieb er mit Blick etwa auf die jüngst gestiegenen Industrieaufträge.
Die deutsche Wirtschaft, die 2025 nur ein Mini-Wachstum verzeichnete und in den beiden Vorjahren geschrumpft war, wird nach Einschätzung der Bundesregierung 2026 um ein Prozent zulegen. Nach Ansicht der Bundesbank geht es im ersten Quartal verhalten aufwärts.
«Deutschland klettert aus dem Konjunkturtal» schrieb Christoph Swonke, Konjunkturanalyst bei der DZ Bank. Pünktlich zu den milderen Temperaturen laufe sich auch Deutschlands Wirtschaft warm – «zumindest in Mini-Schritten». Der Aufwärtstrend liege vor allem an den Fiskalpaketen für Infrastruktur und Verteidigung. «Trotzdem bleibt die weltweite Lage äußerst fragil.»
Robin Winkler, Deutschland-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, sieht dagegen Grund für mehr Optimismus als allgemein angenommen. «Wir sehen immer deutlichere Anzeichen, dass die Konjunktur ordentlich Schwung aufnimmt.»
Exportrekord in der Elektroindustrie
Positive Nachrichten liefert die deutsche Elektro- und Digitalindustrie, die 2025 ihre Exporte auf den Rekordwert von fast 258 Milliarden Euro steigerte – trotz Zollstreits mit den USA. Dabei halfen laut Branchenverband ZVEI ein starkes Europageschäft und sprunghaft wachsende Ausfuhren im Dezember.
Höhere Exporte zum Jahresende 2025 meldete auch der Maschinenbauverband VDMA. In der Jahresbilanz sanken die weltweiten Ausfuhren von Maschinen und Anlagen aber um 1,8 Prozent gegenüber 2024, das Geschäft mit den USA brach wegen der Zölle um acht Prozent ein.
Nächstes Kapitel im Zollstreit mit Trump
Und der Zollstreit geht bereits in die nächste Runde: Trump kündigte nach seiner Schlappe vor dem obersten Gerichtshof am Wochenende neue weltweite Zölle vorübergehend von zehn und dann 15 Prozent auf Importe in die USA an.
Der Supreme Court hatte Trump untersagt, unter Berufung auf ein Notstandsgesetz aus den 1970er Jahren Zölle gegen den Import von Waren aus vielen Ländern zu verhängen. Unklar ist nun, ob Unternehmen zu viel gezahlte Milliardenbeträge zurückbekommen.
Die US-Zollbehörde hat nach der Gerichtsentscheidung die Erhebung von Abgaben schon teilweise gestoppt. Zölle auf Grundlage von Notstandsbefugnissen würden ab Dienstag nicht mehr erhoben. Andere Importzölle bleiben unberührt, etwa solche aus Gründen der nationalen Sicherheit oder wegen unlauterer Handelspraktiken.
Kippt der Zolldeal mit Washington?
Auch ist unklar, was die neuen Zollankündigungen von Trump für den Handelsdeal zwischen Brüssel und Washington von vergangenem Sommer bedeuten. Dieses sah eine Zollobergrenze von 15 Prozent für die meisten EU-Importe in den USA vor.
Am Montag legte das Europäische Parlament, wo die Annahme des Abkommens noch ausstand, die Umsetzung formell auf Eis. Man wolle von den USA die klare Zusicherung, dass sie das Abkommen einhalten, sagte der Vorsitzende des Handelsausschusses, Bernd Lange (SPD). Später hieß es aus US-Regierungskreisen, der amerikanische Zoll auf EU-Importe solle 15 Prozent betragen.
«Rüstungsaufträge machen noch keinen Aufschwung.»
Ulrich Kater, Chefvolkswirt bei der Dekabank meint, die Zollkapriolen der USA sollten nicht überbewertet werden. «Für die Unternehmen ist jetzt Planungssicherheit wichtiger, als ob es mit den Zöllen noch einmal etwas herauf oder herunter geht.»
Viele Experten sehen die größten Baustellen für die deutsche Wirtschaft ohnehin zu Hause. Das Ifo-Geschäftsklima zeige anders als in der ersten Hälfte 2025 noch nicht klar nach oben, schrieb Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. «Das Ausbleiben der notwendigen breiten Wirtschaftsreformen belastet die Stimmung. Rüstungsaufträge allein machen noch keinen Aufschwung.»
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Trump will weltweiten Zollsatz auf 15 Prozent erhöhen
US-Präsident Donald Trump will den von ihm verkündeten weltweiten 10-Prozent-Zollsatz auf Importe in die USA auf 15 Prozent erhöhen. Das kündigte der Republikaner auf der Plattform Truth Social an.
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Trump will weltweiten Zollsatz auf 15 Prozent erhöhen
US-Präsident Donald Trump will den von ihm verkündeten weltweiten 10-Prozent-Zollsatz auf Importe in die USA auf 15 Prozent erhöhen. Das kündigte der Republikaner auf der Plattform Truth Social an.
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Trump will nach Zollurteil Alternativen nutzen
US-Präsident Donald Trump will nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs gegen die von ihm verhängten Zölle andere Wege gehen. Er werde Alternativen nutzen, mit denen er mehr Geld einnehmen werde, sagte Trump in Washington.
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Merz als CDU-Vorsitzender wiedergewählt
Die CDU hat ihren Vorsitzenden Friedrich Merz mit großer Mehrheit wiedergewählt. Beim Parteitag in Stuttgart stimmten 878 Delegierte für den Bundeskanzler. Es wurden 963 gültige Stimmen abgegeben.
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Streit um Zölle: Niederlage für Trump vor Oberstem Gericht
US-Präsident Donald Trump hat im Streit um seine aggressive Zollpolitik eine Niederlage vor dem Supreme Court kassiert. Das Oberste Gericht der USA entschied, dass Trump seine Befugnisse überschritten hat, als er sich auf ein Notstandsgesetz berief, um umfangreiche Zölle gegen viele Handelspartner zu verhängen – darunter auch die Europäischen Union.
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Lochner holt Olympia-Gold im Viererbob vor Friedrich
Zweierbob-Olympiasieger Johannes Lochner hat bei den Winterspielen in Cortina d’Ampezzo auch Gold im Vierer gewonnen. Der 35-Jährige verwies mit seiner Crew das Team von Francesco Friedrich auf Platz zwei.
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Bayerns Exporte legen leicht zu – trotz Trump und Xi
Bayerns exportabhängige Industrie hat sich 2025 trotz großen Gegenwinds in den USA und China wacker geschlagen: Die weltweiten Ausfuhren sind im vergangenen Jahr um 0,9 Prozent auf knapp 227 Milliarden Euro gestiegen, wie das Statistische Landesamt mitteilte.
Bayerns zwei wichtigste Industriezweige – Auto- und Maschinenbau – allerdings erlitten im Saldo Einbußen. Abgesehen davon blieb es bei dem seit einigen Jahren gewohnten Handelsdefizit, auch wenn dieses vergleichsweise klein ist: Auch die Importe legten um 0,9 Prozent auf 229,3 Milliarden Euro zu.
Bayerns Industrie auf Kundensuche außerhalb der USA und Chinas
Die Handelsbilanz des vergangenen Jahres offenbart eine großenteils politisch bedingte Verschiebung der Handels- und Warenströme: Die Exporte in die USA brachen um knapp 10 Prozent auf 26 Milliarden Euro ein, die Ausfuhren nach China um knapp 11 Prozent auf etwa 14 Milliarden Euro.
Dafür legten die Ausfuhren in die restliche EU, Großbritannien, die Türkei und einige andere Länder zu. Die Exportwirtschaft brauche dringend neue Ausgleichsmärkte, resümierte Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft.
Das Landesamt veröffentlichte wie üblich nur die nackten Zahlen ohne Analyse der Ursachen, doch bei den schlechten Geschäften mit den beiden größten Volkswirtschaften spielt die Politik eine maßgebliche Rolle: Im Falle der USA sind es die Zollerhöhungen der Trump-Regierung, im Falle Chinas die langjährige Strategie der Pekinger Führung unter Staatschef Xi Jinping, Importe durch heimische Produkte ersetzen.
«Sowohl in den USA als auch in China machen Protektionismus und wettbewerbsverzerrende Maßnahmen unseren Unternehmen das Leben schwer», kommentierte Brossardt. Viele Unternehmen reagieren darauf, indem sie ihre Vertriebsmanager vermehrt auf Kundensuche in anderen Ländern schicken.
Einst erfolgreiches Chinageschäft zur Belastung geworden
Im Außenhandel mit China jedoch wächst das Handelsdefizit von Jahr zu Jahr: Während die bayerischen Unternehmen 2025 nur noch Waren für knapp 14 Milliarden Euro in die Volksrepublik ausführten, stiegen auf der anderen Seite die Importe aus China auf über 33 Milliarden Euro.
Im vergangenen Jahrzehnt war das Chinageschäft ein Pfeiler des bayerischen Exporterfolgs, inzwischen hat sich dies umgekehrt: China reduziert die Importe, erhöht aber die Ausfuhren. Auch dabei spielen mittelbar die USA eine Rolle: Da Präsident Trump chinesische Exporte in die Vereinigten Staaten erschwert, dringen chinesische Firmen vermehrt nach Europa und andere Märkte vor.
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Zwischen Dankbarkeit und Neubeginn – Ukrainerinnen in Hessen
Viele Tausend Menschen haben seit dem russischen Angriff auf die Ukraine vor vier Jahren ihre Heimat verlassen und in Hessen Zuflucht gesucht. Unter ihnen sind drei Frauen, die jetzt im Main-Kinzig-Kreis leben und von dem Verein Ukrainehilfe Birstein und Brachttal unterstützt werden. Ihr Schicksal steht für die Lebenssituation vieler anderer Frauen.
Wie gelingt es den Ukrainerinnen, sich ihr neues Leben in Hessen aufzubauen? Wollen sie hierbleiben oder irgendwann wieder heimkehren?
Galina Federenko kam im Mai 2022 mit ihren beiden Kindern nach Deutschland. Ihr Sohn ist heute 18 Jahre alt und ihre Tochter 12. Die drei leben in Freigericht, der Rest ihrer Familie weiter in der Ukraine. Die alleinerziehende Mutter ist derzeit dabei, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und die nötigen Zertifikate zu bekommen. «Ich bin Buchhalterin und möchte wieder in meinem Beruf arbeiten», sagt die 42-Jährige. «Ich habe viel Berufserfahrung, muss aber weiter Deutsch lernen.»
«Mama hat nur vier Stunden Strom»
Mit der Familie und den Freunden in der Ukraine hat sie täglich Kontakt, zumeist über Whatsapp. Die Situation zu Hause sei sehr schwierig. «Meine Mama hat nur vier Stunden Strom am Tag. Vergangene Woche gab es kein Wasser, und die Heizung hat nicht funktioniert.» Auch bei ihrem Mann und ihrer Schwester sehe es nicht besser aus.
Ob sie eines Tages in die Ukraine zurückkehren, weiß Federenko nicht. Ursprünglich habe sie das immer vorgehabt. Doch inzwischen hat ihr Sohn Dmytro seinen Realschulabschluss gemacht und bereitet sich derzeit in Hanau auf sein Fachabi vor. Und der Sohn sieht seine Zukunft eindeutig in Deutschland.
«Ich will einmal Maschinenbau studieren», sagt Dmytro. Der 18-Jährige spricht sehr gut Deutsch. Er habe auch sehr viele deutsche Freunde. Eine Rückkehr in sein Geburtsland kann er sich nicht vorstellen. Das sei zu schwer, in Deutschland habe er ein ganz anderes Leben, sagt er.
Deutschland schon vor der Flucht kennengelernt
Olena Demeshko hätte es in dieser Hinsicht etwas einfacher, falls sie einmal in die Ukraine zurückkehren möchte. Ihr Sohn ist erst fünf und damit weit von der Volljährigkeit entfernt. Allerdings habe ihr Kind keine Erinnerung mehr an die Ukraine, sagt die 33-Jährige, die in Bad Soden-Salmünster ein Tattoo-Studio besitzt. Sie floh im April 2022 mit ihrem Sohn vor dem Krieg in ihrer Heimat. Sie hatte allerdings schon vor dem Krieg unter anderem als Au-pair Deutschland-Erfahrung gesammelt.
«Ich konnte schon ein bisschen Deutsch und habe gedacht, vielleicht finde ich hier Arbeit», erzählt sie. Und das hat auch geklappt. Sie arbeitete zunächst für ein Tattoo-Studio in Steinau (Main-Kinzig-Kreis), bevor sie wenige Monate nach ihrer Ankunft in Hessen in Bad Soden-Salmünster ihren eigenen Laden eröffnete.
«Vielleicht erst einmal ein paar Jahre hier bleiben»
Ihre Schwester und deren Familie wohnen in der Nähe von Kiew. «Sie wollen immer mal wieder nach Deutschland zu Besuch kommen, aber irgendwie klappt das nicht», sagt Demeshko. Die 33-Jährige hat sich trotz aller Schwierigkeiten gut in Hessen eingelebt. Ob ihre Zukunft und die ihres Sohnes in der Ukraine oder in Deutschland liegt, weiß die alleinerziehende Mutter aktuell nicht wirklich.
Ihre Heimatstadt liegt im russisch besetzten Teil des Landes. Die Großstadt Lwiw (deutsch Lemberg) in der Westukraine oder Kiew wären eine Option bei einer Rückkehr, überlegt sie. «Ich möchte vielleicht erst einmal ein paar Jahre hier bleiben, weil ich hier mit dem, was ich machen will, eigentlich gut verdienen kann.» Ihr Sohn im Kindergartenalter spreche gut Deutsch.
Eröffnung eines eigenen Ladens geplant
Wie Olena Demeshko floh auch Kristina Basos wenige Wochen nach Kriegsbeginn mit ihrem Sohn aus der Ukraine. Beide wohnen in Bad Soden-Salmünster. Wegen einer Behinderung besucht ihr neun Jahre alter Sohn eine Förderschule in Schlüchtern. In der Ukraine arbeitete sie in der Gastronomie. In Deutschland sei ihre Ausbildung inzwischen anerkannt worden, doch sie sei dabei, sich in einer anderen Branche selbstständig zu machen.
Online bietet die Ukrainerin hübsche Geschenksortimente an, die sie je nach Wunsch der Kundschaft beispielsweise mit Blumen, Süßigkeiten, Obst oder Spielsachen arrangiert. Demnächst wird sie Nachbarin von Demeshko und neben deren Tattoo-Studio ihren eigenen Laden eröffnen.
«Elektrizität ist wie Gold»
Basos‘ Schwester und Eltern leben im Norden der Ukraine. Mit ihnen hält sie per Smartphone Kontakt. Wegen der vielen Stromengpässe sei bei ihren Verwandten aber oft der Handy-Akku leer. «Elektrizität ist wie Gold. Damit muss man sparsam umgehen.» Wenn es Strom gebe, müsse man viel erledigen, die Wäsche waschen und alles aufladen.
«Ich möchte vielen Dank sagen»
Ihre Zukunft sieht sie für sich und ihren Sohn in Deutschland. In der Ukraine werde es nie wieder so wie vor dem Krieg werden, sagt sie. Sie wolle sich jetzt hier eine Existenz aufbauen und nicht auf gepackten Koffern sitzen. Das sei auch besser für ihren Sohn.
Und eine Sache ist Kristina Basos noch ganz wichtig: «Ich möchte vielen Dank sagen. Sehr, sehr viele helfen und unterstützen uns.»