Autor: Stojancho Gjorgjiev

  • Chemie-Tarifgespräche für 585.000 Beschäftigte fortgesetzt

    Die bundesweiten Tarifverhandlungen für rund 585.000 Beschäftigte in der Chemie- und Pharmaindustrie sind in die zweite Runde gegangen. In Wiesbaden treffen sich die Branchengewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC, die Gespräche sind bis Dienstag angesetzt. Der aktuelle Tarifvertrag für die Branche läuft Ende Februar aus.

    Zum Verhandlungsauftakt in Hannover vor wenigen Wochen lagen IG BCE und BAVC noch weit auseinander. So will die Gewerkschaft Jobs in der kriselnden Chemiebranche sichern und höhere Entgelte über der Inflationsrate erreichen, wenngleich sie auf eine konkrete Lohnforderung verzichtet. 

    «Jobsicherheit und Kaufkraftsteigerung gibt es für uns nur im Paket», sagte IG-BCE-Verhandlungsführer Oliver Heinrich vor der zweiten Runde. Die Frage der Jobsicherung sei ein gutes Stück vorangekommen, beim Entgelt bewege man sich dagegen «im Schneckentempo». Die Reallöhne der Menschen lägen bis heute fünf Prozent unter dem Niveau von 2018.

    Klassische Chemie in der Krise, Pharma wächst

    Die Arbeitgeber pochen dagegen auf Lohnzurückhaltung angesichts der Krise der Chemieindustrie, die unter hohen Energiepreisen, Konjunkturflaute, US-Zöllen und Überkapazitäten am Weltmarkt leidet. BAVC-Verhandlungsführer Matthias Bürk betonte, die Branche produziere 20 Prozent weniger als 2018, zahle aber deutlich höhere Tariflöhne. 

    Die Chemie- und Pharmabranche ist die drittgrößte Industriebranche in Deutschland nach dem Auto- und Maschinenbau. Dem Chemieverband VCI zufolge erzielte sie 2025 einen Umsatz von rund 220 Milliarden Euro. Während die Geschäfte der Pharmaindustrie im vergangenen Jahr deutlich wuchsen und diese Milliarden in Deutschland investiert, steckt die klassische Chemie seit Jahren in der Flaute. Konzerne wie BASF und Evonik haben Sparprogramme verkündet samt Stellenabbau, teils wurden Anlagen geschlossen.

  • Ifo-Index steigt: Hoffen auf Aufschwung trotz Trumps Zöllen

    Die Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen hellt sich stärker auf als gedacht und schürt die Hoffnung auf eine Erholung der Wirtschaft. Im Februar stieg der Ifo-Index, das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, stärker als erwartet und liefert das nächste Signal für ein leichtes Wachstum nach Jahren der Krise. Wäre da nicht Donald Trump: Einmal mehr verunsichert die Zollpolitik des US-Präsidenten, der nach seiner Niederlage vor dem obersten Gerichtshof prompt neue Zölle ankündigte.

    Im Februar stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex um 1,0 Punkte auf 88,6 Zähler. Die Unternehmen zeigten sich zufriedener mit ihren aktuellen Geschäften, auch die Erwartungen besserten sich, so das Ifo-Institut. «Die deutsche Wirtschaft zeigt erste Signale einer Belebung», kommentierte Präsident Clemens Fuest das Ergebnis der jüngsten Ifo-Umfrage unter 9.000 Unternehmen. Demnach stieg das Geschäftsklima in der Industrie, bei Dienstleistern und am Bau. Nur im Einzelhandel gab es leicht nach.

    «Deutschland klettert aus dem Konjunkturtal»

    «Die Zahlen untermauern die Trendwende in der Industrie», meint Jens-Oliver Niklasch, Ökonom bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Natürlich dürften Trumps jüngste Zolleskapaden die Unternehmen belasten. Dennoch zeigten die Frühindikatoren nach oben, schrieb er mit Blick etwa auf die jüngst gestiegenen Industrieaufträge.

    Die deutsche Wirtschaft, die 2025 nur ein Mini-Wachstum verzeichnete und in den beiden Vorjahren geschrumpft war, wird nach Einschätzung der Bundesregierung 2026 um ein Prozent zulegen. Nach Ansicht der Bundesbank geht es im ersten Quartal verhalten nach oben.

    «Deutschland klettert aus dem Konjunkturtal» schrieb Christoph Swonke, Konjunkturanalyst bei der DZ Bank. Pünktlich zu den milderen Temperaturen laufe sich auch Deutschlands Wirtschaft warm – «zumindest in Mini-Schritten». Der Aufwärtstrend liege vor allem an den Fiskalpaketen für Infrastruktur und Verteidigung. «Trotzdem bleibt die weltweite Lage äußerst fragil.»

    Robin Winkler, Deutschland-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, sieht dagegen Grund für mehr Optimismus als allgemein angenommen. «Wir sehen immer deutlichere Anzeichen, dass die Konjunktur ordentlich Schwung aufnimmt.» 

    Exportrekord in der Elektroindustrie

    Positive Nachrichten liefert die deutsche Elektro- und Digitalindustrie, die 2025 ihre Exporte auf den Rekordwert von fast 258 Milliarden Euro steigerte – trotz Zollstreits mit den USA. Dabei halfen laut Branchenverband ZVEI ein starkes Europageschäft und sprunghaft wachsende Ausfuhren im Dezember. 

    Höhere Exporte zum Jahresende 2025 meldete auch der Maschinenbauverband VDMA. In der Jahresbilanz sanken die weltweiten Ausfuhren von Maschinen und Anlagen aber um 1,8 Prozent gegenüber 2024, das Geschäft mit den USA brach wegen der Zölle um acht Prozent ein.

    Nächstes Kapitel im Zollstreit mit Trump

    Und der Zollstreit geht bereits in die nächste Runde: Trump kündigte nach seiner Schlappe vor dem obersten Gerichtshof am Wochenende neue weltweite Zölle vorübergehend von zehn und dann 15 Prozent auf Importe in die USA an.

    Der Supreme Court hatte Trump untersagt, unter Berufung auf ein Notstandsgesetz aus den 1970er Jahren Zölle gegen den Import von Waren aus vielen Ländern zu verhängen. Unklar ist nun, ob Unternehmen zu viel gezahlte Milliardenbeträge zurückbekommen.

    Die US-Zollbehörde hat nach der Gerichtsentscheidung die Erhebung von Abgaben teilweise gestoppt. Zölle auf der Grundlage von Notstandsbefugnissen würden ab Dienstag nicht mehr erhoben. Andere Importzölle bleiben unberührt, etwa solche aus Gründen der nationalen Sicherheit oder wegen unlauterer Handelspraktiken.

    Kippt der Zolldeal mit Washington?

    Auch gibt es Zweifel, ob der Handelsdeal zwischen Brüssel und Washington von vergangenem Sommer überhaupt umgesetzt wird. Damals wurde vereinbart, dass für die meisten EU-Importe in die USA ein Zoll von maximal 15 Prozent gelten soll. Das Abkommen muss noch vom EU-Parlament angenommen werden. Der Vorsitzende des Handelsausschusses, Bernd Lange, forderte vor einer Sondersitzung des Verhandlungsteams im EU-Parlament am Montag eine Aussetzung des Deals.

    «Rüstungsaufträge machen noch keinen Aufschwung.»

    Ulrich Kater, Chefvolkswirt bei der Dekabank meint, die Zollkapriolen der USA sollten nicht überbewertet werden. «Für die Unternehmen ist jetzt Planungssicherheit wichtiger, als ob es mit den Zöllen noch einmal etwas herauf oder herunter geht.»

    Viele Experten sehen die größten Baustellen für die deutsche Wirtschaft ohnehin zu Hause. Das Ifo-Geschäftsklima zeige anders als in der ersten Hälfte 2025 noch nicht klar nach oben, schrieb Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. «Das Ausbleiben der notwendigen breiten Wirtschaftsreformen belastet die Stimmung. Rüstungsaufträge allein machen noch keinen Aufschwung.»

  • Studie: Innovationsstärke von Unternehmen zufriedenstellend, Innovationsimage von CXOs ausbaufähig (FOTO)

    Renommierte Befragung von Dr. Doeblin untersucht Innovationskraft der deutschen Wirtschaft – strategische Innovationskommunikation und CXO-Positionierung als zentrale Hebel

    Wirtschaftsjournalist:innen haben ein insgesamt positives Bild, was die Innovationsstärke der deutschen Wirtschaft angeht – doch es gibt nur wenige Manager:innen, die als besonders innovativ gelten. Das zeigt eine im Auftrag der Fink & Fuchs AG durchgeführte Umfrage der Dr. Doeblin Gesellschaft für Wirtschaftsforschung unter 126 Wirtschaftsjournalist:innen.

    53 Prozent der Befragten bewerten die deutsche Wirtschaft als sehr oder ziemlich innovativ. Demgegenüber halten 47 Prozent sie für wenig oder überhaupt nicht innovativ. Besonders auffällig: Während die Wirtschaftsjournalist:innen klare Einschätzungen zu innovativen Mittelstandsunternehmen abgeben können, gibt es vergleichsweise wenige Manager:innen dort, die unter Journalist:innen als innovativ gelten. In der Positionierung der Entscheider:innen wird hier viel Wirkung verschenkt. Denn entscheidende Faktoren für ein positives Innovationsimage liegen nicht nur in der Qualität und Sichtbarkeit der Innovationen, sondern auch bei den Personen, die für diese Innovationskraft stehen.

    Innovationslevel sehr Branchen-spezifisch

    Ein Blick auf die als besonders innovativ empfundenen Branchen (Mehrfachnennungen möglich) zeigt enorme Unterschiede: Der Maschinen- und Anlagenbau (43 Prozent), Chemie/Pharma (40 Prozent) sowie allgemein Familienunternehmen (28 Prozent) stellen die Top 3 der innovativsten Segmente Deutschlands dar.

    Mit 27 Prozent landet die Digitalwirtschaft dahinter auf Platz 4. Gerade in einer Zeit, in der digitale Souveränität ein immer größeres Thema für Deutschland und Europa darstellt, bieten sich hier Chancen und Gesprächsanlässe für Unternehmen, um stärker zu punkten.

    Die klassische Schlüsselindustrie Automobil landet mit nur 21 Prozent abgeschlagen auf Platz 7. Das passt zur Krisensituation in der Branche – und zur Wahrnehmung, dass die innovativen Impulse hier von anderen gesetzt werden.

    Nachholbedarf bei CXO-Positionierung

    Mit Blick auf die Rolle des Mittelstands als Rückgrat der deutschen Wirtschaft lohnt sich die Detailbetrachtung, wie die Innovationsstärke hier wahrgenommen wird. Auf die Frage, wer die innovativsten Führungskräfte an der mittelständischen Unternehmensspitze sind, gibt es nur wenige Manager:innen, die häufiger genannt werden. Gerade im Mittelstand stehen Führungskräfte jedoch exemplarisch für Innovationskraft und Unternehmenskultur. Die geringe Sichtbarkeit deutet auf eine strategische Lücke in der Positionierung von CXOs hin.

    Erfolgsgeschichten lassen sich besonders wirksam über Persönlichkeiten erzählen. Medien suchen starke Stimmen, die einordnen, Haltung zeigen und Debatten mitgestalten. Eine klare CXO-Positionierung zahlt direkt auf Innovationsreputation und Gesamtimage ein.

    „Führungskräfte können als Thought Leader die Innovationskraft ihres Unternehmens verkörpern und damit Reputation nachhaltig aufbauen“, sagt Alexandra Groß, Vorstand der Fink & Fuchs AG. „Positive Narrative sind entscheidend, um wirtschaftliche Zuversicht zu stärken – für einzelne Unternehmen wie auch für den Standort insgesamt.“

    Deutschland verfügt über Innovationsstärke, aber nicht über ein geschlossen positives Innovationsimage. Strategische Innovationskommunikation ist der zentrale Hebel, um tatsächliche Erfolge sichtbar zu machen und im internationalen Wettbewerb als führend wahrgenommen zu werden.

    Im Fokus sollten dabei nicht nur einzelne Produkte oder Features stehen, sondern eine übergeordnete Erzählung, die Innovationen in wirtschaftliche und gesellschaftliche Kontexte einordnet und ihnen damit Bedeutung verleiht. Das gilt auch für die CXO-Positionierung: Medienverantwortliche suchen Erfolgsgeschichten, idealerweise illustriert durch kommunikationsstarke Persönlichkeiten auf Führungsebene, die Agenda-Punkte setzen, einordnen und den Mut haben, den Finger in die Wunde zu legen.

    Top 3 der innovativen Unternehmen im Mittelstand

    Als Vorbilder können die mittelständischen Unternehmen dienen, die von den Wirtschaftsjournalist:innen am häufigsten als innovativ benannt werden: Trumpf, Würth und Viessmann stellen die Top 3 dar. Ausschlaggebend ist laut Befragten das Zusammenspiel aus technologischer Exzellenz, strategischem Weitblick, Stabilität – und überzeugender Kommunikation.

    Die Ergebnisse sind kein Zufall. Trumpf positioniert seine Kommunikation breit um die Themen Technologieführerschaft, Innovationserfolge und Tradition. Der Fokus liegt dabei nicht auf der Produktebene, sondern einer übergeordneten Innovationsreputation, die Diskurse auf Wirtschafts- und Politikebene aufgreift und das eigene Unternehmen darin verortet.

    Der Bundesverband der Kommunikatoren (BdKom) verlieh dem Kommunikationsteam von Trumpf 2024 den Award für das Team des Jahres – auch aufgrund des Dreiklangs aus Mitarbeiterbindung, Technologie- und CEO-Kommunikation. Gerade CEO Nicola Leibinger-Kammüller bezieht immer wieder klar Stellung, auch in gesellschaftlichen und politischen Debatten.

    Würth verknüpft in seiner Kommunikation Kontinuität mit Zukunftsorientierung und setzt Akzente mit Digitalisierungs-Narrativen. Die B2B-Kommunikation fokussiert auf ein Kernset klarer Storylines und die Rolle im wirtschaftlichen Ökosystem. Das Thema Generationenübergang, Verantwortung und Haltung ist mit Reinhold Würth und Benjamin Würth sichtbar – auch wenn sie in ihren Rollen als Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrates beziehungsweise als Ehrenvorsitzender nicht Teil der Konzernführung sind, sondern des übergeordneten Gremiums.

    Viessmann gehörte 2025 zu den sichtbarsten Akteuren der deutschen Industriekommunikation, kommuniziert auf Thought-Leadership-Ebene und verzahnt die Technologiekommunikation mit der übergeordneten gesellschaftlichen Perspektive, etwa beim Thema Wärmewende. 2025 hat das Unternehmen den Thought Leadership Award von UNICEPTA erhalten, der im Rahmen des Deutschen PR-Preises verliehen wird. Überzeugt wurde die Jury von einer konstruktiven, glaubwürdigen und gesellschaftlich relevanten Kommunikation mit klarer, positiver Haltung. Der nächste Award für Byung-Hun Park, Vice President Corporate Communications bei Viessmann. 2023 hatte ihn die Jury des PR Report Awards bereits zum Kommunikator des Jahres gekürt.

    „Die genannten Unternehmen vereint, dass sie nicht nur strategisch handeln, sondern ihre Innovationskraft auch strategisch sichtbar machen“, so Groß. „Sie zeigen, dass Reputation das Ergebnis konsequenter Kommunikationsarbeit ist.“

    Kurzprofil Fink & Fuchs AG

    Als Agentur für Innovationskommunikation ist Fink & Fuchs seit über 35 Jahren der strategische Partner für Unternehmen, Verbände und öffentliche Auftraggeber. Die Kommunikationsagentur beschäftigt in Wiesbaden, München und Berlin 60 Mitarbeiter:innen, zählt zu den zehn am meisten empfohlenen Agenturen in Deutschland (Business Punk, Statista-Ranking 2021) und wurde dreimal als Agentur des Jahres (PR Report / Holmes Report) ausgezeichnet. Zu den über 50 Kunden gehören unter anderem NIO, der Bundesverband der Hörsysteme-Industrie (BVHI), Cisco Deutschland, Computacenter, DE-CIX, Panasonic, Salesforce und die Socialcard. Fink & Fuchs gestaltet im Präsidium des Agenturverbandes GPRA die Weiterentwicklung der Kommunikationsbranche mit. Weitere Informationen: “ www.finkfuchs.de | “ LinkedIn

    Vorstand: Alexandra Groß

    Vorsitzender des Aufsichtsrats: Harald Zapp; Amtsgericht Wiesbaden, HRB 7013

    Pressekontakt:
    Fink & Fuchs AG
    Berliner Straße 164
    65205 Wiesbaden
    Tel.: 0611-74131-0
    info@finkfuchs.de
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            Fink & Fuchs AG
  • Kommission empfiehlt Rundfunkbeitrag von 18,64 Euro ab 2027

    Eine unabhängige Expertenkommission empfiehlt ab 2027 einen monatlichen Rundfunkbeitrag von 18,64 Euro pro Haushalt. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) an die Bundesländer übergeben hat. Derzeit zahlen Haushalte 18,36 Euro im Monat.

  • Julian Gatscher von gatscher media über Preisdruck und Auslandskonkurrenz: Warum Industrieunternehmen jetzt aktiv neue Kunden gewinnen müssen (FOTO)

    Der internationale Wettbewerb verschärft sich spürbar. Viele Industrieunternehmen stehen vor strategischen Grundsatzentscheidungen. Julian Gatscher, spezialisiert auf die Neukundengewinnung im produzierenden Mittelstand, ordnet ein, warum sich die Spielregeln im Markt dauerhaft verändert haben.

    Auf den ersten Blick schien lange alles stabil: Volle Auftragsbücher, langjährige Kundenbeziehungen und ein Geschäftsmodell, das auf Empfehlungen, Messen und persönlichen Netzwerken beruhte. Für viele mittelständische Industrieunternehmen war das über Jahre hinweg ausreichend. Technische Qualität, Zuverlässigkeit und eingespielte Prozesse sicherten eine kontinuierliche Auslastung. Doch dieses Gleichgewicht gerät zunehmend ins Wanken. Der Wettbewerb aus Osteuropa und Fernost verschärft sich, Preise stehen unter Druck, die Vergleichbarkeit von Anbietern nimmt zu. Viele Geschäftsführer erkennen die Veränderung, finden im Tagesgeschäft jedoch kaum Raum, strategisch gegenzusteuern. Wer auf die Rückkehr alter Marktmechanismen setzt, riskiert, den Anschluss zu verlieren. „Viele Unternehmen unterschätzen die Folgen, wenn sie sich nicht aktiv um neue Kunden bemühen. Irgendwann fehlen Anfragen, Abhängigkeiten wachsen und der Handlungsspielraum wird immer kleiner“, warnt Julian Gatscher, Gründer von gatscher media.

    Für den Experten steht fest, dass es sich nicht um eine vorübergehende Phase handelt, sondern um eine strukturelle Verschiebung im Industriemarkt. „Die Spielregeln haben sich verändert. Wer heute sichtbar sein will, muss systematisch vorgehen und darf sich nicht allein auf bestehende Kontakte verlassen“, betont der auf Industrieunternehmen spezialisierte Berater. Julian Gatscher hat sich mit seiner Agentur gatscher media auf die Neukundengewinnung für Industrieunternehmen spezialisiert. Durch die enge Zusammenarbeit mit Betrieben aus Maschinenbau, Werkzeugbau und Lohnfertigung kennt er die Entscheidungsprozesse technischer Geschäftsführer ebenso wie deren begrenzte zeitliche Ressourcen. Sein Ansatz zielt darauf ab, Sichtbarkeit planbar aufzubauen und qualifizierte Projektanfragen zu generieren, ohne zusätzliche operative Belastung zu erzeugen. Welche Erfahrungen er dabei in der Praxis gesammelt hat und welche Schlüsse sich daraus für den Mittelstand ziehen lassen, zeigt der folgende Beitrag.

    Der Industriemarkt im Wandel: Ursachen und neue Spielregeln

    Die aktuellen Entwicklungen im Industriemarkt sind keine kurzfristige Schwankung, sondern Ausdruck struktureller Veränderungen. Die zunehmende Internationalisierung des B2B-Geschäfts erhöht die Vergleichbarkeit von Anbietern deutlich. Wettbewerber aus Osteuropa und Fernost treten mit wettbewerbsfähigen Preisen auf, globale Lieferketten verstärken den Transparenzdruck. Für deutsche Industrieunternehmen bedeutet das: Qualität und Zuverlässigkeit bleiben zentrale Faktoren, reichen jedoch allein nicht mehr aus, um dauerhaft in die engere Auswahl zu gelangen.

    Parallel dazu hat sich das Informationsverhalten auf Kundenseite grundlegend verändert. Technische Entscheider und Einkäufer recherchieren systematisch online, vergleichen Anbieter und prüfen Referenzen, bevor es zum persönlichen Kontakt kommt. Unternehmen, die in dieser frühen Phase nicht sichtbar sind, werden im weiteren Auswahlprozess häufig nicht berücksichtigt. „Der Markt belohnt nicht nur technische Kompetenz, sondern auch Auffindbarkeit und eine klare Positionierung“, erklärt der Spezialist für industrielle Neukundengewinnung. Sichtbarkeit ist damit keine ergänzende Maßnahme mehr, sondern die Eintrittsvoraussetzung in den Wettbewerb.

    Typische Fehlreaktionen im Mittelstand

    Trotz der veränderten Rahmenbedingungen reagieren viele Industrieunternehmen abwartend. Statt eine klare Vertriebsstrategie aufzubauen, wird auf eine Stabilisierung der Auftragslage gehofft. Neukundengewinnung erfolgt häufig nur situativ, wenn Kapazitäten bereits unter Druck stehen. Ein kontinuierliches, systematisches Vorgehen fehlt.

    Hinzu kommt, dass Maßnahmen isoliert umgesetzt werden. Eine neue Website oder einzelne Marketingaktivitäten ersetzen kein tragfähiges Konzept. Ohne klare Zieldefinition und transparente Messbarkeit bleibt der geschäftliche Effekt begrenzt. „Digitale Neukundengewinnung funktioniert nicht über Einzelaktionen, sondern über ein durchdachtes Vorgehen mit klarer Ausrichtung auf qualifizierte Anfragen“, betont Julian Gatscher von gatscher media.

    Problematisch ist zudem die Zusammenarbeit mit Anbietern ohne tiefes Verständnis für industrielle Entscheidungsprozesse. Einzelne Maßnahmen werden zwar umgesetzt, nachhaltige Resultate bleiben jedoch aus. Das verstärkt die Skepsis gegenüber externen Lösungen und erhöht gleichzeitig die Abhängigkeit von wenigen Bestandskunden, weil neue, passende Anfragen ausbleiben.

    Praxisbeispiel: Strategische Neuausrichtung in der Umsetzung

    Dass eine systematische Neuausrichtung auch unter anspruchsvollen Marktbedingungen Wirkung entfalten kann, zeigt das Beispiel der Probotec GmbH unter der Leitung von Geschäftsführer Sven Müller. Das Unternehmen ist im Bereich industrieller Montagedienstleistungen und Verpackung tätig und stand vor der Aufgabe, neue Branchen und Auftraggeber gezielt zu erschließen. Intern fehlte jedoch das Know-how, um Sichtbarkeit und Auffindbarkeit strategisch aufzubauen. Frühere Erfahrungen mit externen Dienstleistern hatten keine zufriedenstellenden Ergebnisse geliefert, entsprechend groß war die Skepsis.

    Im Verlauf der Zusammenarbeit wurde die digitale Präsenz klar strukturiert und konsequent auf die Generierung qualifizierter Anfragen ausgerichtet. Über die Website und das Anfrageportal entstanden vier konkrete Projekte, aus denen sich weitere Aufträge entwickelten. Die Maßnahmen führten damit nicht nur zu erhöhter Sichtbarkeit, sondern zu messbarem Umsatz. Gleichzeitig blieb der zeitliche Aufwand für die Geschäftsführung überschaubar, da die Umsetzung effizient vorbereitet und abgestimmt wurde.

    Das Beispiel zeigt, dass planbare Neukundengewinnung auch in wirtschaftlich anspruchsvollen Phasen möglich ist, wenn sie strategisch und kontinuierlich aufgebaut wird. Entscheidend ist nicht die einzelne Maßnahme, sondern das dahinterliegende System.

    Systematische Neukundengewinnung als Führungsaufgabe

    Für Entscheider im produzierenden Mittelstand ergibt sich daraus eine klare Konsequenz: Neukundengewinnung darf nicht länger als nachgelagerte Marketingmaßnahme verstanden werden, sondern ist eine strategische Führungsentscheidung. Es geht nicht um einzelne Aktionen, sondern darum, die eigene Marktposition aktiv zu gestalten und die Abhängigkeit von wenigen Bestandskunden zu reduzieren. Wer langfristig stabil bleiben will, muss klar definieren, welche Zielkunden und welche Projekte gewonnen werden sollen. Darauf aufbauend braucht es eine präzise Positionierung und eine Sichtbarkeit, die dort ansetzt, wo technische Entscheider nach Lösungen recherchieren. „Entscheidend ist nicht die Anzahl der Maßnahmen, sondern die Stringenz des Systems dahinter“, betont der Experte von gatscher media.

    Nur wenn alle Schritte konsequent auf qualifizierte Anfragen und messbaren Geschäftsnutzen ausgerichtet sind, entsteht ein belastbarer Vertriebsprozess. Gleichzeitig bedeutet das für Geschäftsführer, Verantwortung zu delegieren, ohne die Steuerungsfähigkeit zu verlieren. Transparente Zielsetzungen, klare Kennzahlen und regelmäßige Auswertung sorgen dafür, dass Neukundengewinnung planbar und kontrollierbar wird. So entsteht kein kurzfristiger Impuls, sondern ein strukturiertes Vorgehen, das auch in volatilen Marktphasen Stabilität sichert.

    Mehr Kontrolle durch aktive Marktgestaltung

    Industrieunternehmen, die ihre Neukundengewinnung strategisch ausrichten, gewinnen vor allem eines zurück: Kontrolle. Kontrolle über die eigene Auftragslage, über die Auswahl ihrer Projekte und über ihre Verhandlungsposition. Wer regelmäßig qualifizierte Anfragen generiert, reduziert Abhängigkeiten und trifft Entscheidungen wieder aus einer Position der Stärke. Der Unterschied liegt nicht in einzelnen Maßnahmen, sondern in der Bereitschaft, den Wandel aktiv zu gestalten. „Unternehmen, die systematisch neue Kunden gewinnen, verschaffen sich langfristig Stabilität – auch in einem zunehmend internationalen Wettbewerbsumfeld“, so Julian Gatscher von gatscher media. Wer heute die Weichen stellt, sichert nicht nur die aktuelle Auslastung, sondern die unternehmerische Handlungsfähigkeit von morgen.

    Sie möchten Ihre Neukundengewinnung strukturiert aufbauen und Ihre Auftragslage langfristig unabhängiger gestalten? Dann tauschen Sie sich mit Julian Gatscher von gatscher media über mögliche Ansatzpunkte für Ihr Unternehmen aus.

    Pressekontakt:
    gatscher GmbH
    Julian Gatscher
    E-Mail: info@gatscher-media.de
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    Quelle:            gatscher GmbH
  • US-Zölle belasten Maschinenbau: Exporte sinken 2025 deutlich

    Der Handelsstreit mit den USA und ein schwaches China-Geschäft haben den deutschen Maschinenbauern 2025 Exporteinbußen beschert. Die Ausfuhren sanken um 1,8 Prozent gegenüber 2024, wie der Branchenverband VDMA in Frankfurt mitteilte. Preisbereinigt lag der Rückgang sogar bei 3,3 Prozent. Steigende Exporte im Dezember konnten das Jahresminus nicht verhindern. 

    Insgesamt wurden 2025 Maschinen und Anlagen im Wert von 198,5 Milliarden Euro aus Deutschland in die Welt exportiert. Damit schrumpften die Ausfuhren etwas stärker als die Produktion, die laut VDMA preisbereinigt um 2,6 Prozent zurückging und damit das dritte Jahr in Folge schrumpfte. 

    «Die US-Zölle, der zunehmende Protektionismus sowie die damit einhergehende Unsicherheit auf den Weltmärkten treffen den exportorientierten Maschinen- und Anlagenbau ins Mark – und stellen die Unternehmen vor große Herausforderungen», sagte VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt. 

    Europa-Geschäft hält sich wacker

    2025 blieb das Geschäft mit den EU-Ländern robust, dennoch lagen hier die Exporte mit nominal 0,3 Prozent leicht im Minus. Auf dem wichtigsten Einzelmarkt für den Maschinen- und Anlagenbau, den USA, gingen die Exporte um 8,0 Prozent auf knapp 25,2 Milliarden Euro zurück, so der VDMA. Die wichtigen Ausfuhren nach China schrumpften zudem um 8,2 Prozent im Jahresvergleich. 

    Lichtblicke gab es mit wachsenden Exporten etwa nach Italien und Spanien, in die südamerikanischen Mercosur-Staaten sowie den Nahen und Mittleren Osten. 

    Für dieses Jahr ist der Maschinenbau wenig zuversichtlich. Im US-Geschäft belasten hohe Zölle auf den Stahl- und Aluminiumanteil von Maschinen sowie neue drohende Zollschocks, so der VDMA. Erst am Wochenende hatte US-Präsident Trump nach einer Niederlage vor dem Supreme Court einen weltweiten Zollsatz von 15 Prozent angekündigt. In China dürfte sich zudem der langjährige Trend zu sinkenden Exporten fortsetzen, so der Verband. Hoffnung mache ein positiver Auftragseingang aus den Euroländern. 

    Der Maschinenbau, der rund eine Million Menschen in Deutschland beschäftigt, steckt seit langem in der Flaute. Zuletzt gab es Anzeichen für eine Erholung. Dieses Jahr soll die Produktion laut VDMA wieder steigen.

  • Nolte holt Olympia-Gold im Zweierbob

    Laura Nolte ist zum zweiten Mal Olympiasiegerin im Zweierbob. Mit Anschieberin Deborah Levi verwies sie in Cortina d’Ampezzo Lisa Buckwitz und Neele Schuten auf Rang zwei.

  • Sandra Hüller gewinnt als beste Schauspielerin bei Berlinale

    Die Schauspielerin Sandra Hüller ist bei der Berlinale mit dem Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle ausgezeichnet worden. Die 47-Jährige erhielt die Auszeichnung für ihre Rolle im Drama «Rose» von Markus Schleinzer.

  • Daniela Maier holt Olympia-Gold im Ski Cross

    Daniela Maier hat bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille im Ski Cross gewonnen. Vier Jahre nach Olympia-Bronze in Peking siegte die 29-Jährige in Livigno.

  • Trump will weltweiten Zollsatz auf 15 Prozent erhöhen

    US-Präsident Donald Trump will den von ihm verkündeten weltweiten 10-Prozent-Zollsatz auf Importe in die USA auf 15 Prozent erhöhen. Das kündigte der Republikaner auf der Plattform Truth Social an.