Bei einer Gewalttat an einer Schule im südosttürkischen Kahramanmaras sind drei Schüler und ein Lehrer getötet worden. 20 Menschen seien verletzt worden, sagte der Provinzgouverneur Mükerrem Ünlüer.
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Das sind die größten Baustellen bei Bosch
Für den Technologiekonzern Bosch war 2025 ein äußerst schwieriges Jahr. Die schwächelnde Weltwirtschaft schlug mit Wucht auf alle Geschäftsbereiche der Schwaben durch. Und die Sparmaßnahmen des Managements drücken den Gewinn deutlich. Denn bevor der Abbau Tausender Stellen Wirkung zeigt, kostet er erst einmal Milliarden.
Im vergangenen Jahr machten die Schwaben einen Nachsteuerverlust von 363 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. 2024 hatte sich der Gewinn unter dem Strich bei dem Stiftungsunternehmen im Vorjahresvergleich bereits halbiert, aber immerhin noch bei rund 1,3 Milliarden Euro gelegen. Zuletzt Verlust gemeldet hatte Bosch demnach im Krisenjahr 2009.
Ein wesentlicher Grund für den Einbruch sind die Kosten für den Stellenabbau. Diese hätten das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro belastet, maßgeblich in Form von hohen Rückstellungen. Außerdem wirkten auch Wechselkurseffekte, hohe Kosten, zusätzliche Zölle und Steuereffekte belastend. Der Umsatz stieg 2025 im Vergleich zu 2024 leicht auf 91,0 Milliarden Euro.
«Die wirtschaftliche Realität spiegelt sich auch in unseren Ergebnissen wider. 2025 war ein schwieriges, teils auch schmerzhaftes Jahr für Bosch», sagte Bosch-Chef Stefan Hartung bereits im Januar. Die selbstgesteckten Umsatz- und Gewinnziele habe man nicht erreicht. Aber woran lag das? Ein Überblick.
Weltlage und «mangelnde Wettbewerbsfähigkeit»
Die Herausforderungen, die Bosch auf der ganz großen Bühne beschäftigt, sind nicht neu: Die Weltkonjunktur schwächelt, die geopolitische Lage ist nach wie vor unsicher. Hinzugekommen sind 2025 unter anderem die US-Zölle. Auch die Konkurrenz, gerade durch chinesische Anbieter, hat sich erheblich verschärft. Und das nicht nur in der Automobilindustrie, die ohnehin weniger produziert als noch vor ein paar Jahren. In diesem Jahr dürften außerdem die Folgen des Iran-Kriegs hinzukommen und das Unternehmen belasten.
Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Soll heißen: Der Konzern kann im Vergleich zur Konkurrenz nicht mithalten. Der Anspruch ist aber ein anderer. In den wesentlichen Märkten will Bosch zu den drei führenden Anbietern gehören. Das erfordert Hartung zufolge vor allem niedrigere Kosten und nachfrageorientierte Kapazitäten.
Stellenabbau kostet Milliarden
Um das Ruder herumzureißen, müssen die Schwaben deutlich sparen. Allein im Zulieferbereich geht es um Milliarden. «Wir arbeiten hart an unseren Sach- und Materialkosten, wir setzen KI noch intensiver ein, um unsere Produktivität zu erhöhen, und wir wägen jede Investition noch sorgfältiger ab», sagte Hartung zu Jahresbeginn. Um Wettbewerbsfähigkeit und Investitionskraft dauerhaft zu sichern, müsse man die Organisation aber auch deutlich verschlanken.
Das heißt: Es muss am Personal gespart werden. Allein im Zulieferbereich will Bosch in den kommenden Jahren rund 22.000 Stellen streichen. Außerdem gibt es Abbaupläne in anderen Bereichen, unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge. Um langfristig beim Personal sparen zu können, muss Bosch richtig tief in die Tasche greifen.
Ende 2025 beschäftigte die Gruppe rund 412.774 Menschen auf der ganzen Welt – 5.085 weniger als ein Jahr zuvor. Dabei zeigte sich eine Verschiebung von Europa in andere Weltregionen. Überproportional von der Entwicklung betroffen war Deutschland, wo knapp 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten. Insgesamt waren es hier zuletzt 122.968 Menschen – und damit 6.681 oder gut fünf Prozent weniger als zum Ende des Vorjahres.
Zukunftsprojekte: Teuer – und werfen (noch) wenig ab
Bosch investiert seit Jahren Milliarden in die Zukunft. E-Mobilität, Software für das automatisierte Fahren, Wasserstoff, Wärmepumpen, bestimmte Chips – in all diesen Bereichen wollen die Schwaben künftig gut aufgestellt sein und Geld verdienen. Bisher geht die Rechnung aber nicht auf. Die Zukunftsfelder müssen nach wie vor erheblich vorfinanziert werden. «Das zehrt an den Erträgen, zumal die Durststrecke mit der verzögerten Marktdurchdringung neuer Technologien länger ist als ursprünglich erwartet», sagte Finanzchef Markus Forschner im Januar.
Bosch hat also zahlreiche innovative Produkte im Schaufenster stehen. Aber es greifen weniger Kunden zu als ursprünglich erwartet. Dazu gehören Produkte und Komponenten für Elektroautos. Es gibt aber auch andere Beispiele: Bereits seit längerem haben die Schwaben einen prämierten Brennstoffzellen-Antrieb für Lastwagen im Angebot. Die Nachfrage ist nach der Pleite des Hauptkunden aber überschaubar. Bis sich das System auszahlt, dürften Jahre vergehen.
Kauflaune der Menschen ist im Keller
Bosch ist nicht nur der weltgrößte Autozulieferer. Die Produkte des Konzerns finden sich auch in zahlreichen Haushalten. Viele Menschen halten wegen der mauen Wirtschaftslage ihr Geld aktuell aber lieber zusammen. Kühlschränke, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeuge und Gartengeräte verkauften sich zuletzt schlechter. Die Konsumgüterindustrie sei von einer andauernden Marktschwäche geprägt. Nur in diesem Bereich ging der Umsatz 2025 zurück.
Wenn doch geshoppt wird, dann oft günstiger – und bei Anbietern aus Fernost. Gerade in Deutschland könne man zum Beispiel beobachten, dass weniger und preiswertere Küchen gekauft werden, sagte Hartung. Mit spürbaren Folgen für die Hausgerätetochter BSH, deren deutsche Werke nicht ausgelastet sind.
Zu BSH gehören die Handelsmarken Bosch, Siemens, Neff und Gaggenau. Mit fast identischen Problemen hat auch die Elektrowerkzeug-Sparte zu kämpfen. Die Folge sind auch dort Werksschließungen in Deutschland, Stellenabbau und eine Verlagerung der Produktion ins Ausland.
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Bosch meldet erstmals seit Finanzkrise Verlust
Die Milliardenkosten für den Stellenabbau, die US-Zölle und eine hohe Steuerbelastung haben den Technologiekonzern Bosch vergangenes Jahr tief in die roten Zahlen gedrückt. Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 363 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht der Schwaben hervorgeht. 2024 hatte sich der Nachsteuergewinn von Bosch im Vorjahresvergleich bereits halbiert, aber immerhin noch gut 1,3 Milliarden Euro betragen.
Damit liegt das Unternehmen deutlich hinter den eigenen Erwartungen. Das Ergebnis sei vor dem Hintergrund der angespannten Rahmenbedingungen und der Sonderbelastungen noch im Bereich des Annehmbaren, sagte Bosch-Chef Stefan Hartung. Es zeige aber auch deutlich, dass man Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern müsse. Zuletzt Verlust gemeldet hatte der weltweit größte Autozulieferer demnach im Krisenjahr 2009.
Kosten für Stellenabbau und Steuereffekte belasten
Ein wesentlicher Grund für den Einbruch sind die Kosten für den Stellenabbau. Diese hätten das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro belastet, maßgeblich in Form von Rückstellungen. Das heißt: Unter anderem die Kosten für Abfindungen sind nun in der Bilanz berücksichtigt, die tatsächlichen Auszahlungen erfolgen aber erst schrittweise in den kommenden Jahren. Außerdem wirkten demnach auch Wechselkurseffekte, hohe Kosten und zusätzliche Zölle belastend.
In die roten Zahlen drückte Bosch dann letztlich ein anderer Effekt: Vor Steuern lag der Gewinn bei gut 500 Millionen Euro. Dass vor dem Nachsteuergewinn ein Minus steht, hängt Finanzchef Markus Forschner zufolge mit dem Ergebnismix zusammen. Es gibt ihm zufolge Einheiten, die Gewinn machen und normal Steuern bezahlen. Es gebe aber Einheiten mit negativem Ergebnis. Diese bekommen demnach keine Steuern zurück, sondern die Verluste werden in der Zukunft verrechnet.
Damit ergebe sich ein Bild, das von Sonder- und Einmaleffekten jenseits der eigentlichen Geschäftsentwicklung stark beeinflusst sei, sagte Forschner. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern lag bei 1,8 Milliarden Euro (minus 42 Prozent). Der Umsatz stieg leicht auf rund 91,0 Milliarden Euro.
Bosch muss Milliarden einsparen
Die schwierige Wirtschaftslage hat im vergangenen Jahr mit voller Wucht bei Bosch durchgeschlagen. Der weltweit größte Autozulieferer leidet nicht nur in seinem Kernbereich, sondern auch in fast allen anderen Geschäftsfeldern. So halten sich zum Beispiel viele Verbraucherinnen und Verbraucher wegen der aktuellen Wirtschaftslage beim Kauf von Geräten wie Kühlschränken, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeugen und Gartengeräten zurück.
Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Um das Ruder herumzureißen, spart das Management um Hartung kräftig an Personal und Strukturen. Allein im Zulieferbereich will der Konzern aus Gerlingen bei Stuttgart in den kommenden Jahren bis zu 22.000 Stellen streichen. Abbaupläne gibt es aber auch in anderen Bereichen – unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge.
Verhandlungen über Stellenabbau abgeschlossen
Die Gespräche im Mobility-Bereich über den Personalabbau sind den Angaben nach inzwischen abgeschlossen. Damit werde man angesichts des steigenden Preisdrucks die künftige Wettbewerbsposition verbessern. «Und auch wenn es noch etwas dauern wird, bis die Maßnahmen die volle Wirksamkeit erreichen, müssen wir sie jetzt umsetzen: so schnell und konsequent wie nötig, aber auch so sozialverträglich wie möglich», sagte Hartung.
Ende 2025 beschäftigte die Gruppe etwa 412.774 Menschen auf der ganzen Welt – 5.085 weniger als ein Jahr zuvor. Dabei zeigte sich eine Verschiebung von Europa in andere Weltregionen. Überproportional von der Entwicklung betroffen war Deutschland, wo knapp 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten. Insgesamt waren es hier zuletzt 122.968 Menschen – und damit 6.681 oder gut fünf Prozent weniger als zum Ende des Vorjahres.
Wird 2026 besser für Bosch?
Für eine Entwarnung ist es Hartung zufolge zu früh. Die Herausforderungen seien weiterhin vorhanden und noch immer erheblich. Das Management geht nach wie vor davon aus, dass die hohe globale Unsicherheit – vor allem die nicht abschätzbaren Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten – die Inflation und Wirtschaftsleistung beeinträchtigen werden. Außerdem dürfte der Preis- und Wettbewerbsdruck hoch bleiben.
Im laufenden Jahr rechnet Bosch dennoch mit etwas besseren Geschäften. Im ersten Quartal habe man den Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau halten können. Für das Gesamtjahr peilen die Manager ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent an. Davon soll auch wieder mehr Gewinn übrig bleiben.
«Für 2026 gehen wir von einer erheblichen Ergebnisverbesserung aus», sagte Finanzchef Forschner. Ein Grund dafür sei, dass Sondereffekte nicht mehr im Maße des Vorjahres belasteten. Ebenso wirken sich die Sparmaßnahmen sukzessive positiv auf das Ergebnis aus. Statt einer operativen Umsatzrendite von zwei Prozent wie 2025 rechnet der Finanzchef mit vier bis sechs Prozent.
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KSB erhöht seine Beteiligung an ai-omatic (FOTO)
Frankenthal (ots) –
- Anteil an ai-omatic solutions auf 47 Prozent ausgebaut
- Ganzheitliche Lösung zur vorausschauenden Wartung industrieller Anlagen
- Wartungscockpit basierend auf Künstlicher Intelligenz (KI) mit hohem Mehrwert in der Anlagenbetreuung
Der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB treibt seine Digitalstrategie konsequent voran. Das Unternehmen baut seine strategische Partnerschaft mit ai-omatic solutions deutlich aus und erhöht seine Beteiligung an dem Hamburger KI-Start-up von bisher 5 Prozent auf nun 47 Prozent. Mit dem Schritt vertieft KSB die Zusammenarbeit im Bereich KI-gestützter Serviceplattformen.
Bereits die erste Beteiligung Anfang 2024 zeigte klare technologische und geschäftliche Vorteile. „Die digitale Vernetzung von Maschinenkomponenten unter Einsatz von KI bietet einen erheblichen Mehrwert sowohl für Kunden als auch die Maschinenhersteller. Sie führen zu einer neuen Definition der Kundenschnittstelle und erlauben ein ganz neues Portfolio an wichtigen Dienstleistungen wie vorbeugender Wartung“, sagt Dr. Stephan Timmermann, Sprecher der KSB-Geschäftsleitung. „Die KI-Plattform des Unternehmens ermöglicht eine Anlagenüberwachung, die weit über einzelne Komponenten wie Pumpen hinausgeht.“
Serviceangebot erweitert
KSB bietet mit dem „KSB Guard Monitoring Service“ bereits jetzt eine etablierte Lösung zur Pumpenüberwachung. Die Technologie von ai-omatic erweitert diesen Ansatz auf komplette Maschinenparks bis hin zu ganzen Industrieanlagen. „Damit können wir unseren Kunden ein ganzheitliches Anlagen-Monitoring aus einer Hand anbieten“, so Dr. Timmermann.
In gemeinsamen Kundenprojekten zeigt sich heute der Erfolg der Partnerschaft. Die Daten der KSB-Sensorik fließen in die Software von ai-omatic ein und werden dort mit KI-basierten Modellen ausgewertet. Für die Kunden hat das viele Vorteile: Ungeplante Stillstände von Anlagen lassen sich durch frühzeitiges Erkennen von Abweichungen reduzieren. Die Wartungsmannschaften werden entlastet, ein Vorteil in Zeiten des Fachkräftemangels. Darüber hinaus lässt sich die Instandhaltung optimieren, weil der Austausch von Anlagenbauteilen zum bestmöglichen Zeitpunkt stattfindet.
Wachsender Markt für Predictive Maintenance
Der Markt für KI-gestützte vorbeugende Wartung wächst jährlich um bis zu 30 Prozent. Besonders Branchen mit kontinuierlichen Produktionsprozessen wie Chemie, Industrie, Energie und Stahl setzen auf entsprechende Lösungen, da Ausfälle hier hohe Folgekosten verursachen. KI bietet dabei einen erheblichen Mehrwert. „Das Unternehmen ai-omatic verfügt über ein innovatives, in der Praxis erprobtes Produkt, das perfekt zu unserer Digitalstrategie passt“, erläutert Dr. Timmermann.
Zukauf statt Eigenentwicklung
Die erhöhte Beteiligung ist zugleich ein klares „Win-Win“-Modell für alle Beteiligte. „Durch die Integration des Produktes von ai-omatic verkürzen wir die Entwicklungszeit der KSB-eigenen Steuerungs- und Überwachungsplattform erheblich. Gleichzeitig unterstützen wir ai-omatic in der Professionalisierung ihres Marktzuganges, indem wir dem Unternehmen die KSB-Vertriebskompetenz und das zugehörige Netzwerk zur Verfügung stellen“, sagt Dr. Timmermann.
KSB ist ein international führender Hersteller von Pumpen und Armaturen. Der Konzern mit seiner Zentrale in Frankenthal ist mit eigenen Vertriebsgesellschaften, Fertigungsstätten und Servicebetrieben auf fünf Kontinenten vertreten. Der Konzern hat im Geschäftsjahr 2025 mit rund 16.800 Mitarbeitern einen Umsatz von über 3 Mrd. EUR erzielt
Pressekontakt: Sonja Ayasse Tel + 49 6233 86-3118 Mobil +49 151 22953838 sonja.ayasse@ksb.com
Weiteres Material: www.presseportal.de Quelle: KSB SE & Co. KGaA
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7 Milliarden Euro zusätzliches BIP: Mehr Ingenieurinnen als Schlüssel für Wachstum und Transformation (FOTO)
Gutachten von VDI und IW vor der Hannover Messe
Deutschland lässt wirtschaftliches Potenzial in Milliardenhöhe ungenutzt: Kurz vor der Hannover Messe, dem weltweit wichtigsten Branchentreff der Industrie, hat der VDI gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) neue Zahlen zur Rolle von Ingenieurinnen für den Standort Deutschland vorgestellt. Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierte der VDI ein Gutachten, das zeigt: Deutschland nutzt das Potenzial von Frauen in Ingenieur- und Informatikberufen noch immer nicht ausreichend.
Mit biszu 56.100 zusätzlichen weiblichen Fachkräften bis 2035 sind rund 7 Milliarden Euroweitere Wertschöpfung pro Jahr möglich, wenn die Potenziale von Frauen für die Ingenieur- und Informatikberufe konsequenter gehoben werden. Das entspricht einem spürbaren Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) und könnte noch deutlich höher ausfallen, wenn zusätzlich Frauen mit einem Ingenieurstudium auch in anderen Berufsfeldern – etwa Bildung, Forschung oder öffentlichem Dienst – mit eingerechnet werden. Aktuell liegt der Frauenanteil in Ingenieurberufen bei20,6 Prozent. Das entspricht rund217.400 Ingenieurinnenbei insgesamt etwa 1,05 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in diesem Beruf.
„Die Hannover Messe zeigt, welche Technologien unsere Zukunft prägen werden. Doch klar ist auch: Die größte Herausforderung der Transformation ist nicht die Technik, sondern ihre Umsetzung“, sagt Adrian Willig, Direktor des VDI. „Die Zukunftsfähigkeit Deutschlands entscheidet sich nicht an unseren Potenzialen, sondern daran, ob wir sie konsequent heben. Dazu gehört auch, dass wir das Potenzial von Ingenieurinnen endlich stärker nutzen. Mehr Ingenieurinnen sind nicht nur ein Gleichstellungsthema, sondern ein 7-Milliarden-Euro-Wachstumsprogramm für Deutschland. Es geht nicht um Ersatz, sondern um die konsequente Nutzung vorhandener Talente“, so Willig weiter.
Ingenieurinnen sind keine Randfrage, sondern ein zentraler Hebel für Wachstum und Innovation in Deutschland. Die VDI-Initiative „Zukunft Deutschland 2050“ zeigt, dass hier ein zentraler Hebel liegt, wenn Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern will.
Ingenieurinnen fehlen in industriellen Schlüsselbranchen
Viele Ingenieurinnen arbeiten laut Erhebung nicht in industriellen Kernbranchen bzw. außerhalb ihres eigentlichen Berufsfeldes. Ingenieurinnen entscheiden sich häufiger für wissensintensive Bereiche wie Forschung, Lehre oder Bildung. Sie sind unter anderem Lehrkräfte in MINT-Fächern,Prüferinnen, Unternehmensberaterinnen oder Vertrieblerinnen technischer Produkte. Junge Frauen zeigen insbesondere bei zukunftsrelevanten Themen wie dem Klimaschutz ein starkes Interesse. In industriellen Schlüsselbranchen wie Maschinenbau oder Elektrotechnik sind Ingenieurinnen jedoch deutlich unterrepräsentiert. Im Maschinenbau liegt der Frauenanteil bei 9,0 Prozent. In der Elektroindustrie liegt er nur etwas höher bei 9,5 Prozent.
Vorhandene Potenziale besser nutzen
Die Beschäftigung von jungen Frauen in Ingenieur- und Informatikberufen ist in den letzten zehn Jahren bereits gestiegen. „Wenn wir das Potenzial von Frauen stärker nutzen, reden wir über ein Wachstumsprogramm in Milliardenhöhe für den Standort Deutschland“, sagt Prof. Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. „Allein durch eine weitere Erhöhung des Anteils von Frauen in Ingenieur- und Informatikberufen könnten bis 2035 rund 56.000 zusätzliche Fachkräfte gewonnen werden. Entscheidend ist, vor allem vorhandene Potenziale besser zu heben und zusätzlich neue Qualifikationen zu schaffen.“
„Ingenieurinnen sind in vielen wichtigen Bereichen aktiv. Netzwerke, Sichtbarkeit und Role Models sind entscheidend, um mehr Frauen für technische Berufe zu gewinnen und sie langfristig in diesen Feldern zu halten“, sagt Prof. Burghilde Wieneke-Toutaoui, Co-Vorsitzende des Netzwerks Frauen im Ingenieurberuf. Der VDI setzt hier gezielt an; unter anderem mit dem Netzwerk „Frauen im Ingenieurberuf„, Mentoring-Programmen und der Initiative „Zukunft Deutschland 2050“. Ziel ist es, die Rolle von Ingenieurinnen stärker sichtbar zu machen und vorhandene Potenziale systematisch zu erschließen.
Handlungsempfehlungen der VDI-/IW-Studie
Um dieses Potenzial zu heben, formuliert die Studie konkrete Handlungsempfehlungen. Entscheidend sind bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, flexible Arbeitsmodelle sowie gezielte Weiterbildungs- und Re-Skilling-Angebote – insbesondere für industrielle Schlüsselbranchen. Gleichzeitig gilt es, mehr Frauen für Führungspositionen zu gewinnen und ihre Sichtbarkeit durch Netzwerke und Role Models zu stärken. Ziel ist es, vorhandene Qualifikationen konsequenter in den Bereichen einzusetzen, in denen sie die größte Wirkung für Innovation und Wertschöpfung entfalten.
Fachlicher Ansprechpartner:
Maximilian Stindt Referent Beruf und Arbeitsmarkt VDI e.V. Telefon: +49 211 6214-653 E-Mail: maximilian.stindt@vdi.de
Ihre Ansprechpartnerin in der VDI-Pressestelle: Sarah Janczura Pressesprecherin Telefon: +49 211 6214-641 E-Mail: presse@vdi.de
Weiteres Material: www.presseportal.de Quelle: VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V.
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Aras zeigt KI-gestützte Variantenoptimierung auf dem Microsoft-Stand auf der Hannover Messe 2026
Künstliche Intelligenz ermöglicht die effiziente Steuerung komplexer Produktvarianten auch im großen Maßstab. Auf der diesjährigen Hannover Messe präsentiert Aras, ein führender Anbieter von Digital-Thread-Lösungen für das Product Lifecycle Management (PLM), auf dem Stand von Microsoft einen produktionsreifen KI-Agenten für das industrielle Variantenmanagement. Wie der „Variant BOM Agent“ die systematische Modularisierung über Produktfamilien hinweg automatisiert, wird auf der Industriemesse gemeinsam mit der SICK AG, einem der weltweit führenden Lösungsanbieter für sensorbasierte Anwendungen im industriellen Sektor, demonstriert.
Der Variant BOM Agent basiert auf Aras InnovatorEdgeAI, einer KI-Serviceschicht auf Unternehmensebene für regelbasierte Steuerung. Diese ermöglicht es Herstellern, Workflows mit autonomen KI-Agenten entlang des digitalen Produktdatenflusses (Digital Thread) zu entwickeln, bereitzustellen und zu verwalten. Die Plattform basiert auf Microsoft Foundry. Diese schafft eine skalierbare Grundlage für den Einsatz generativer und agentischer KI in komplexen Engineering-Umgebungen und verwandelt fragmentierte Daten in eine KI-native zentrale Produktdatenbasis.
KI-Agent ermöglicht Personalisierung im industriellen Maßstab
Der „Variant BOM Agent“ analysiert bestehende Stücklisten (BOMs), identifiziert modulare Komponenten und schlägt standardisierte Varianten vor, die für die Wiederverwendung über Produktfamilien und Märkte hinweg optimiert sind. Ingenieurinnen und Ingenieure können über natürliche Sprache mit dem System interagieren, von der KI generierte Abhängigkeitsregeln überprüfen und Variantenstrukturen schrittweise verfeinern. Dadurch wird eine Configure-to-Order-Personalisierung möglich, ohne bestehende PLM- oder ERP-Systeme zu verändern.
Weitere in der Demonstration gezeigte Agenten verdeutlichen die Erweiterbarkeit von InnovatorEdgeAI und ermöglichen es Kunden, Partnern und Drittanbietern, eigene Agenten auf derselben Infrastruktur zu entwickeln und zu betreiben.
Große Datenmengen schneller verarbeiten und fundiertere Entscheidungen treffen
Wie die neue Lösung in der Praxis funktioniert, zeigt der weltweit tätige Sensorhersteller SICK auf der Hannover Messe. Marcellus Menges, Vice President Global R&D der SICK AG: „Mit wachsender Produktvielfalt steigen auch Komplexität und Kosten im Variantenmanagement. Die KI-gestützte PLM-Lösung von Aras analysiert automatisch Abhängigkeiten, erkennt Konflikte frühzeitig und schafft Transparenz über alle Konfigurationen. So können wir große Datenmengen schneller verarbeiten und fundiertere Entscheidungen treffen – Risiken reduzieren, die Markteinführung beschleunigen und unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken.“
„Was wir auf der Hannover Messe zeigen, ist eine praxisnahe Anwendung von KI entlang des Digital Thread“, sagt Rob McAveney, CTO von Aras. „Durch die Kombination von InnovatorEdgeAI mit Microsoft Foundry auf Basis von Azure können Hersteller über isolierte KI-Experimente hinausgehen und skalierbare Transformation erreichen – Innovation beschleunigen, Lifecycle-Kosten senken und qualitativ hochwertigere Produktvarianten bereitstellen.“
Treffen Sie Aras auf der Hannover Messe am Stand G06 in Halle 17
Mit rund 3.500 Ausstellern und mehr als 120.000 erwarteten Besuchern gilt die Hannover Messe (20. bis 24. April 2026) als die weltweit wichtigste Plattform für industrielle Transformation. Sie finden Aras als Teil der „Redefine Product Lifecycle Intelligence Neighborhood“ am Stand G06 in Halle 17.
Über Aras
Aras bietet eine Digital-Thread-Plattform für Product Lifecycle Management und Engineering-KI. Aufbauend auf einer KI-nativen Low-Code-Architektur ermöglicht Aras die schnelle Bereitstellung flexibler Lösungen. Das Unternehmen verbindet Teams über Disziplinen und Funktionen hinweg mit geschäftskritischen Produktdaten und agentischer KI über den gesamten Produktlebenszyklus und die erweiterte Wertschöpfungskette hinweg. Besuchen Sie www.aras.com, um mehr zu erfahren, und folgen Sie uns auf YouTube, X, Facebook und LinkedIn.
Pressekontakt Arne Stuhr Thöring & Stuhr Kommunikationsberatung Tel: +49 40 207 6969 83 Mobil: +49 177 3055 194 arne.stuhr@corpnewsmedia.de
Weiteres Material: www.presseportal.de Quelle: Aras Software GmbH
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Studie: Deutsche Industrie bei KI-Einsatz vorn
Künstliche Intelligenz (KI) hält Einzug in die Industrie und kommt immer öfter real zum Einsatz. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Netzwerk-Ausrüsters Cisco vor der am Montag beginnenden Hannover Messe (20. bis 24. April). Fast zwei Drittel der deutschen Industriebetriebe setzen KI demnach bereits in laufenden Industrieprozessen ein.
Die Technologie komme damit aus dem Experimentierstadium heraus. «KI wird Realität», sagte Cisco-Manager Christian Korff der Deutschen Presse-Agentur. «KI hält Einzug in die Produktion, um Produktionsprozesse zu verbessern.»
Deutsche Unternehmen seien hier sogar führend. Mit 65 Prozent liege der Anteil der Industrieunternehmen, die KI aktiv einsetzen, hier deutlich höher als im Rest Europas. Und auch höher als im weltweiten Durchschnitt. Europaweit liegt der Wert den Angaben zufolge nur bei 56 Prozent. Und auch weltweit waren es mit 61 Prozent weniger als in Deutschland.
KI soll Produktivität steigern und Kosten senken
Für die Untersuchung hatte Cisco weltweit mehr als 1.000 Führungskräfte aus Unternehmen in 19 Ländern befragt, davon rund 500 Manager in Europa und etwa 100 aus Deutschland. Am häufigsten genannt wurden dabei der Einsatz von KI-Assistenten, den fast drei von vier deutschen Industriebetrieben zumindest untersuchen. Wichtigste Ziele hinter der KI-Offensive: Verbesserung der Produktivität, gefolgt von Kostensenkung.
«Die Reise hat vor zwei, drei Jahren begonnen – und jetzt ernten wir die Früchte», sagte Korff. «Am Anfang dieser KI-Welle war noch eine hohe Erwartungshaltung da. Es wurden fast panikartig Projekte initiiert.» Jetzt sei das Thema im realen Betrieb angekommen. «Da ist wahnsinnig viel Neugier im Spiel. Neugier und die Erkenntnis, wie leistungsfähig das ist.»
Investitionen machen sich binnen zwei Jahren bezahlt
Das mache sich nun bezahlt. «KI ist angekommen, wird genutzt, hat auch einen betriebswirtschaftlichen Nutzen und löst das Versprechen ein, dass sich diese Investition auch lohnt.» Genau das würden Unternehmen auch erwarten – dass sich Investitionen bezahlt machen, «idealerweise innerhalb von ein bis maximal zwei Jahren», so Korff. Und das sei «mittlerweile absolut realistisch».
Allerdings zeige die Studie auch: Viele Firmen würden bei dem Thema noch hinterherhinken. Rund 40 Prozent der Firmen hätten die Zusammenarbeit von IT und Betriebsteam noch nicht vollzogen, berichtet Korff. Hier müsse dringend nachgebessert werden. «Wir können es uns eigentlich nicht leisten, dass über ein Drittel der Unternehmen abgehängt wird.»
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Pilotengewerkschaft kündigt weitere Streiks bei Lufthansa an
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) kündigt weitere Streiks bei der Lufthansa und ihren Töchtern CityLine und Eurowings für Donnerstag und Freitag an. Zugleich schlägt VC ein Schlichtungsverfahren vor, wie die Gewerkschaft in Frankfurt mitteilte.
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Warnstreik trifft Hannover Messe – Politik appelliert
Ein Warnstreik im Nahverkehr am Montag und Dienstag zum Start der Hannover Messe setzt Politik und Veranstalter unter Druck. Kurz vor Beginn der weltweit wichtigsten Industrieschau appellieren sie an die Tarifparteien. Dafür trafen sich Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD), Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) und Messechef Jochen Köckler mit Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern.
Tonne betonte die Neutralität der Politik im Tarifkonflikt. «Wir sind nicht Tarifvertragspartei, wir mischen uns auch nicht in Tarifverhandlungen ein.» Zugleich unterstrich er die Dimension: «Die Hannover Messe ist wirklich ein Leuchtstern unter den Messen.» Die Bereitschaft der Tarifparteien zu Gesprächen wertete er als positiv. Mehr könne die Politik nicht tun; man habe appelliert und auf die Bedeutung der Messe hingewiesen.
Große Bühne, holpriger Auftakt
Zur Messe werden vom 20. bis zum 24. April mehr als 3.000 Aussteller und Besucher aus aller Welt erwartet. Im vergangenen Jahr kamen rund 127.000 Menschen. Zur Eröffnung werden zudem zahlreiche hochrangige Politiker erwartet, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva.
Ein Streik müsse «wehtun» – das sei hier «besonders gut gelungen», sagte Onay. Zugleich betonte er, man habe den Tarifparteien deutlich gemacht, welche Bedeutung die Messe für Wirtschaft und Standort habe. Konflikte dürften nicht zulasten der Stadt ausgetragen werden. Die Stadt werde sich daran messen lassen, gute Rahmenbedingungen und Alternativen im Verkehr zu schaffen, damit die Messe gelinge. Der Ball liege nun bei den Tarifparteien.
So soll die Anreise trotz Warnstreiks gelingen
Der Warnstreik falle in eine wirtschaftlich schwierige Zeit, sagte Köckler. «Aber wir wissen, wie man reagieren kann.» Man habe alles getan, damit Aussteller und Besucher trotz des Warnstreiks zur Messe kommen können. «Wir haben die Welt eingeladen, wir sind Gastgeber und wir müssen alles dafür tun, dass wir den Gästen zeigen, dass sie letztendlich willkommen sind.»
Geplant sind Shuttlebusse vom Hauptbahnhof und von stark frequentierten Hotels zum Messegelände sowie zusätzliche S-Bahn-Verbindungen. Zudem sollen mehr Taxis bereitstehen. Besucher sollen während möglicher Wartezeiten am Messegelände mit Getränken und Snacks versorgt werden. «Es wird sicherlich eine historische Hannover Messe werden, nicht wegen des Streiks, sondern wegen der Dinge, die man da sehen kann», sagte Köckler.
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Jan van Aken gibt sein Amt als Linken-Chef im Juni ab
Jan van Aken gibt sein Amt als Co-Vorsitzender der Linken im Juni aus gesundheitlichen Gründen ab. Das teilte van Aken in Berlin mit.