Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) kündigt weitere Streiks bei der Lufthansa und ihren Töchtern CityLine und Eurowings für Donnerstag und Freitag an. Zugleich schlägt VC ein Schlichtungsverfahren vor, wie die Gewerkschaft in Frankfurt mitteilte.
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Warnstreik trifft Hannover Messe – Politik appelliert
Ein Warnstreik im Nahverkehr am Montag und Dienstag zum Start der Hannover Messe setzt Politik und Veranstalter unter Druck. Kurz vor Beginn der weltweit wichtigsten Industrieschau appellieren sie an die Tarifparteien. Dafür trafen sich Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD), Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) und Messechef Jochen Köckler mit Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern.
Tonne betonte die Neutralität der Politik im Tarifkonflikt. «Wir sind nicht Tarifvertragspartei, wir mischen uns auch nicht in Tarifverhandlungen ein.» Zugleich unterstrich er die Dimension: «Die Hannover Messe ist wirklich ein Leuchtstern unter den Messen.» Die Bereitschaft der Tarifparteien zu Gesprächen wertete er als positiv. Mehr könne die Politik nicht tun; man habe appelliert und auf die Bedeutung der Messe hingewiesen.
Große Bühne, holpriger Auftakt
Zur Messe werden vom 20. bis zum 24. April mehr als 3.000 Aussteller und Besucher aus aller Welt erwartet. Im vergangenen Jahr kamen rund 127.000 Menschen. Zur Eröffnung werden zudem zahlreiche hochrangige Politiker erwartet, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva.
Ein Streik müsse «wehtun» – das sei hier «besonders gut gelungen», sagte Onay. Zugleich betonte er, man habe den Tarifparteien deutlich gemacht, welche Bedeutung die Messe für Wirtschaft und Standort habe. Konflikte dürften nicht zulasten der Stadt ausgetragen werden. Die Stadt werde sich daran messen lassen, gute Rahmenbedingungen und Alternativen im Verkehr zu schaffen, damit die Messe gelinge. Der Ball liege nun bei den Tarifparteien.
So soll die Anreise trotz Warnstreiks gelingen
Der Warnstreik falle in eine wirtschaftlich schwierige Zeit, sagte Köckler. «Aber wir wissen, wie man reagieren kann.» Man habe alles getan, damit Aussteller und Besucher trotz des Warnstreiks zur Messe kommen können. «Wir haben die Welt eingeladen, wir sind Gastgeber und wir müssen alles dafür tun, dass wir den Gästen zeigen, dass sie letztendlich willkommen sind.»
Geplant sind Shuttlebusse vom Hauptbahnhof und von stark frequentierten Hotels zum Messegelände sowie zusätzliche S-Bahn-Verbindungen. Zudem sollen mehr Taxis bereitstehen. Besucher sollen während möglicher Wartezeiten am Messegelände mit Getränken und Snacks versorgt werden. «Es wird sicherlich eine historische Hannover Messe werden, nicht wegen des Streiks, sondern wegen der Dinge, die man da sehen kann», sagte Köckler.
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Jan van Aken gibt sein Amt als Linken-Chef im Juni ab
Jan van Aken gibt sein Amt als Co-Vorsitzender der Linken im Juni aus gesundheitlichen Gründen ab. Das teilte van Aken in Berlin mit.
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Ufo ruft zweitägigen Streik bei Lufthansa aus
Passagiere der Lufthansa müssen sich auf weitere Streiktage einrichten. Die Kabinengewerkschaft Ufo hat die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter von Lufthansa und Cityline für Mittwoch und Donnerstag zu einem zweitägigen Streik aufgerufen.
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Minister: Neun Tote nach Schüssen in türkischer Schule
Die Zahl der Toten nach dem Angriff eines Achtklässlers in einer Schule im südosttürkischen Kahramanmaras ist auf neun gestiegen. Acht Schüler und ein Lehrer seien tot und es gebe 13 Verletzte, teilte der türkische Innenminister Mustafa Ciftci mit.
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Sachsen will Exporte nach Indien und in EU-Länder verstärken
Rückgänge in den bisher wichtigsten Exportmärkten USA, China und Großbritannien belasten Sachsens Außenhandel. Um gegenzusteuern, will der Freistaat seine Beziehungen zu anderen EU-Ländern ausbauen und setzt Hoffnungen auf Länder wie Indien. Europa habe die erste Priorität, sagte Staatssekretär Sebastian Scheel beim Außenwirtschaftstag in Chemnitz. «Europa first heißt aber nicht Abschottung wie in Amerika.» Es gehe vielmehr darum, den gemeinsamen Binnenmarkt zu stärken und Regulierungen abzubauen.
Den Angaben zufolge summierten sich Sachsens Exporte voriges Jahr auf 50,6 Milliarden Euro. Das seien 1,1 Prozent weniger als 2024, aber fast 26 Prozent mehr als vor der Corona-Pandemie. Aufgrund der globalen Entwicklungen gingen die Ausfuhren in die USA (-6 Prozent), China (-26) und Großbritannien (-1) zurück. Sie belegen bisher die vordersten Plätze im Länderranking. Derweil nahm der Export in andere EU-Länder um 5 Prozent zu. Auf sie entfallen mit 24,3 Milliarden Euro fast die Hälfte der Ausfuhren Sachsens.
Auto-Branche wichtige Stütze des Exports
Sachsen sei ganz klar ein Exportland, betonte der Präsident der IHK Chemnitz, Max Jankowsky. «Sächsische Produkte werden weltweit nachgefragt.» Den Hauptanteil mache die Automobilbranche aus. «Deswegen müssen wir um jeden Arbeitsplatz und um jeden Zulieferer kämpfen.» Zudem müsse Deutschland wieder wettbewerbsfähiger werden. Nachteilig seien im Wettbewerb mit anderen Ländern etwa die hohen Lohn- und Energiekosten.
Innerhalb der EU belasteten immer neue Auflagen den Warenaustausch und erhöhten die Bürokratiekosten, erklärte der Präsident der Handwerkskammer Chemnitz, Frank Wagner. Als Beispiel nannte er eine neue Verpackungsverordnung, wonach sich Unternehmen für Lieferungen in ein anderes EU-Land speziell registrieren lassen müssen. Das gelte selbst für kleine Mengen wie den Versand eines Schwibbogens, kritisierte Wagner. Landesregierung und Kammern wollen daher in Brüssel verstärkt Druck machen, solche Regulierungen «auf ein gesundes Maß zurückzuführen», hieß es.
Hoffnungen auf mehr Handel mit Indien
Schub für den Außenhandel erhofft sich die hiesige Wirtschaft von neuen Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten und Indien. «Das wird zu einem drastischen Zollabbau führen», sagte der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sachsen, Thomas Horn. Aktuell liege Indien auf Platz 31 bei den Exporten. «Wir werden sehen, dass das deutlich nach vorn gehen wird.» Gute Chancen gebe es etwa für die Fahrzeug- und Textilindustrie sowie den Maschinenbau.
Indien gewinne für die Wirtschaft im Freistaat angesichts geopolitischer Unsicherheiten und Handelskonflikte an Bedeutung, erklärte das Wirtschaftsministerium. Deswegen wollen Sachsen und der südindische Bundesstaat Tamil Nadu in Zukunft wirtschaftlich und bei der Gewinnung von Fachkräften stärker zusammenarbeiten. In Dresden wurde dazu den Angaben zufolge eine Absichtserklärung unterzeichnet. Mit der neuen Vereinbarung soll die Beziehung zu Tamil Nadu ausgeweitet werden.
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Koalition: 1000 Euro Krisen-Bonus vom Arbeitgeber steuerfrei
Union und SPD wollen es Arbeitgebern ermöglichen, Krisen-Boni von bis zu 1.000 Euro steuer- und abgabenfrei an ihre Beschäftigten zu zahlen. Zur Gegenfinanzierung werde die Tabaksteuer schon im Jahr 2026 erhöht, geht aus einem Beschlusspapier hervor.
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Minister gibt Okay für Rettungsversuch für Wal
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister gibt grünes Licht für den Rettungsversuch einer privaten Initiative für den bei Wismar gestrandeten Buckelwal. Das Konzept sehe eine Bergung des lebenden Tieres und einen Transport in die Nordsee und gegebenenfalls bis in den Atlantik vor, sagte Till Backhaus (SPD) bei einer Pressekonferenz in Schwerin.
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Das sind die größten Baustellen bei Bosch
Für den Technologiekonzern Bosch war 2025 ein äußerst schwieriges Jahr. Die schwächelnde Weltwirtschaft schlug mit Wucht auf alle Geschäftsbereiche der Schwaben durch. Und die Sparmaßnahmen des Managements drücken den Gewinn deutlich. Denn bevor der Abbau Tausender Stellen Wirkung zeigt, kostet er erst einmal Milliarden.
Im vergangenen Jahr machten die Schwaben einen Nachsteuerverlust von 363 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. 2024 hatte sich der Gewinn unter dem Strich bei dem Stiftungsunternehmen im Vorjahresvergleich bereits halbiert, aber immerhin noch bei rund 1,3 Milliarden Euro gelegen. Zuletzt Verlust gemeldet hatte Bosch demnach im Krisenjahr 2009.
Ein wesentlicher Grund für den Einbruch sind die Kosten für den Stellenabbau. Diese hätten das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro belastet, maßgeblich in Form von hohen Rückstellungen. Außerdem wirkten auch Wechselkurseffekte, hohe Kosten, zusätzliche Zölle und Steuereffekte belastend. Der Umsatz stieg 2025 im Vergleich zu 2024 leicht auf 91,0 Milliarden Euro.
«Die wirtschaftliche Realität spiegelt sich auch in unseren Ergebnissen wider. 2025 war ein schwieriges, teils auch schmerzhaftes Jahr für Bosch», sagte Bosch-Chef Stefan Hartung bereits im Januar. Die selbstgesteckten Umsatz- und Gewinnziele habe man nicht erreicht. Aber woran lag das? Ein Überblick.
Weltlage und «mangelnde Wettbewerbsfähigkeit»
Die Herausforderungen, die Bosch auf der ganz großen Bühne beschäftigt, sind nicht neu: Die Weltkonjunktur schwächelt, die geopolitische Lage ist nach wie vor unsicher. Hinzugekommen sind 2025 unter anderem die US-Zölle. Auch die Konkurrenz, gerade durch chinesische Anbieter, hat sich erheblich verschärft. Und das nicht nur in der Automobilindustrie, die ohnehin weniger produziert als noch vor ein paar Jahren. In diesem Jahr dürften außerdem die Folgen des Iran-Kriegs hinzukommen und das Unternehmen belasten.
Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Soll heißen: Der Konzern kann im Vergleich zur Konkurrenz nicht mithalten. Der Anspruch ist aber ein anderer. In den wesentlichen Märkten will Bosch zu den drei führenden Anbietern gehören. Das erfordert Hartung zufolge vor allem niedrigere Kosten und nachfrageorientierte Kapazitäten.
Stellenabbau kostet Milliarden
Um das Ruder herumzureißen, müssen die Schwaben deutlich sparen. Allein im Zulieferbereich geht es um Milliarden. «Wir arbeiten hart an unseren Sach- und Materialkosten, wir setzen KI noch intensiver ein, um unsere Produktivität zu erhöhen, und wir wägen jede Investition noch sorgfältiger ab», sagte Hartung zu Jahresbeginn. Um Wettbewerbsfähigkeit und Investitionskraft dauerhaft zu sichern, müsse man die Organisation aber auch deutlich verschlanken.
Das heißt: Es muss am Personal gespart werden. Allein im Zulieferbereich will Bosch in den kommenden Jahren rund 22.000 Stellen streichen. Außerdem gibt es Abbaupläne in anderen Bereichen, unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge. Um langfristig beim Personal sparen zu können, muss Bosch richtig tief in die Tasche greifen.
Ende 2025 beschäftigte die Gruppe rund 412.774 Menschen auf der ganzen Welt – 5.085 weniger als ein Jahr zuvor. Dabei zeigte sich eine Verschiebung von Europa in andere Weltregionen. Überproportional von der Entwicklung betroffen war Deutschland, wo knapp 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten. Insgesamt waren es hier zuletzt 123.803 Menschen – und damit 6.681 oder fünf Prozent weniger als zum Ende des Vorjahres.
Zukunftsprojekte: Teuer – und werfen (noch) wenig ab
Bosch investiert seit Jahren Milliarden in die Zukunft. E-Mobilität, Software für das automatisierte Fahren, Wasserstoff, Wärmepumpen, bestimmte Chips – in all diesen Bereichen wollen die Schwaben künftig gut aufgestellt sein und Geld verdienen. Bisher geht die Rechnung aber nicht auf. Die Zukunftsfelder müssen nach wie vor erheblich vorfinanziert werden. «Das zehrt an den Erträgen, zumal die Durststrecke mit der verzögerten Marktdurchdringung neuer Technologien länger ist als ursprünglich erwartet», sagte Finanzchef Markus Forschner im Januar.
Bosch hat also zahlreiche innovative Produkte im Schaufenster stehen. Aber es greifen weniger Kunden zu als ursprünglich erwartet. Dazu gehören Produkte und Komponenten für Elektroautos. Es gibt aber auch andere Beispiele: Bereits seit längerem haben die Schwaben einen prämierten Brennstoffzellen-Antrieb für Lastwagen im Angebot. Die Nachfrage ist nach der Pleite des Hauptkunden aber überschaubar. Bis sich das System auszahlt, dürften Jahre vergehen.
Kauflaune der Menschen ist im Keller
Bosch ist nicht nur der weltgrößte Autozulieferer. Die Produkte des Konzerns finden sich auch in zahlreichen Haushalten. Viele Menschen halten wegen der mauen Wirtschaftslage ihr Geld aktuell aber lieber zusammen. Kühlschränke, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeuge und Gartengeräte verkauften sich zuletzt schlechter. Die Konsumgüterindustrie sei von einer andauernden Marktschwäche geprägt. Nur in diesem Bereich ging der Umsatz 2025 zurück.
Wenn doch geshoppt wird, dann oft günstiger – und bei Anbietern aus Fernost. Gerade in Deutschland könne man zum Beispiel beobachten, dass weniger und preiswertere Küchen gekauft werden, sagte Hartung. Mit spürbaren Folgen für die Hausgerätetochter BSH, deren deutsche Werke nicht ausgelastet sind.
Zu BSH gehören die Handelsmarken Bosch, Siemens, Neff und Gaggenau. Mit fast identischen Problemen hat auch die Elektrowerkzeug-Sparte zu kämpfen. Die Folge sind auch dort Werksschließungen in Deutschland, Stellenabbau und eine Verlagerung der Produktion ins Ausland.
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Bosch meldet erstmals seit Finanzkrise Verlust
Die Milliardenkosten für den Stellenabbau, die US-Zölle und eine hohe Steuerbelastung haben den Technologiekonzern Bosch vergangenes Jahr tief in die roten Zahlen gedrückt. Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 363 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht der Schwaben hervorgeht. 2024 hatte sich der Nachsteuergewinn von Bosch im Vorjahresvergleich bereits halbiert, aber immerhin noch gut 1,3 Milliarden Euro betragen.
Damit liegt das Unternehmen deutlich hinter den eigenen Erwartungen. Das Ergebnis sei vor dem Hintergrund der angespannten Rahmenbedingungen und der Sonderbelastungen noch im Bereich des Annehmbaren, sagte Bosch-Chef Stefan Hartung. Es zeige aber auch deutlich, dass man Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern müsse. Zuletzt Verlust gemeldet hatte der weltweit größte Autozulieferer demnach im Krisenjahr 2009.
Kosten für Stellenabbau und Steuereffekte belasten
Ein wesentlicher Grund für den Einbruch sind die Kosten für den Stellenabbau. Diese hätten das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro belastet, maßgeblich in Form von Rückstellungen. Das heißt: Unter anderem die Kosten für Abfindungen sind nun in der Bilanz berücksichtigt, die tatsächlichen Auszahlungen erfolgen aber erst schrittweise in den kommenden Jahren. Außerdem wirkten demnach auch Wechselkurseffekte, hohe Kosten und zusätzliche Zölle belastend.
In die roten Zahlen drückte Bosch dann letztlich ein anderer Effekt: Vor Steuern lag der Gewinn bei gut 500 Millionen Euro. Dass vor dem Nachsteuergewinn ein Minus steht, hängt Finanzchef Markus Forschner zufolge mit dem Ergebnismix zusammen. Es gibt ihm zufolge Einheiten, die Gewinn machen und normal Steuern bezahlen. Es gebe aber Einheiten mit negativem Ergebnis. Diese bekommen demnach keine Steuern zurück, sondern die Verluste werden in der Zukunft verrechnet.
Damit ergebe sich ein Bild, das von Sonder- und Einmaleffekten jenseits der eigentlichen Geschäftsentwicklung stark beeinflusst sei, sagte Forschner. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern lag bei 1,8 Milliarden Euro (minus 42 Prozent). Der Umsatz stieg leicht auf rund 91,0 Milliarden Euro.
Bosch muss Milliarden einsparen
Die schwierige Wirtschaftslage hat im vergangenen Jahr mit voller Wucht bei Bosch durchgeschlagen. Der weltweit größte Autozulieferer leidet nicht nur in seinem Kernbereich, sondern auch in fast allen anderen Geschäftsfeldern. So halten sich zum Beispiel viele Verbraucherinnen und Verbraucher wegen der aktuellen Wirtschaftslage beim Kauf von Geräten wie Kühlschränken, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeugen und Gartengeräten zurück.
Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Um das Ruder herumzureißen, spart das Management um Hartung kräftig an Personal und Strukturen. Allein im Zulieferbereich will der Konzern aus Gerlingen bei Stuttgart in den kommenden Jahren bis zu 22.000 Stellen streichen. Abbaupläne gibt es aber auch in anderen Bereichen – unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge.
Verhandlungen über Stellenabbau abgeschlossen
Die Gespräche im Mobility-Bereich über den Personalabbau sind den Angaben nach inzwischen abgeschlossen. Damit werde man angesichts des steigenden Preisdrucks die künftige Wettbewerbsposition verbessern. «Und auch wenn es noch etwas dauern wird, bis die Maßnahmen die volle Wirksamkeit erreichen, müssen wir sie jetzt umsetzen: so schnell und konsequent wie nötig, aber auch so sozialverträglich wie möglich», sagte Hartung.
Ende 2025 beschäftigte die Gruppe etwa 412.774 Menschen auf der ganzen Welt – 5.085 weniger als ein Jahr zuvor. Dabei zeigte sich eine Verschiebung von Europa in andere Weltregionen. Überproportional von der Entwicklung betroffen war Deutschland, wo knapp 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten. Insgesamt waren es hier zuletzt etwa 123.803 Menschen – und damit 6.681 oder fünf Prozent weniger als zum Ende des Vorjahres.
Wird 2026 besser für Bosch?
Für eine Entwarnung ist es Hartung zufolge zu früh. Die Herausforderungen seien weiterhin vorhanden und noch immer erheblich. Das Management geht nach wie vor davon aus, dass die hohe globale Unsicherheit – vor allem die nicht abschätzbaren Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten – die Inflation und Wirtschaftsleistung beeinträchtigen werden. Außerdem dürfte der Preis- und Wettbewerbsdruck hoch bleiben.
Im laufenden Jahr rechnet Bosch dennoch mit etwas besseren Geschäften. Im ersten Quartal habe man den Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau halten können. Für das Gesamtjahr peilen die Manager ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent an. Davon soll auch wieder mehr Gewinn übrig bleiben.
«Für 2026 gehen wir von einer erheblichen Ergebnisverbesserung aus», sagte Finanzchef Forschner. Ein Grund dafür sei, dass Sondereffekte nicht mehr im Maße des Vorjahres belasteten. Ebenso wirken sich die Sparmaßnahmen sukzessive positiv auf das Ergebnis aus. Statt einer operativen Umsatzrendite von zwei Prozent wie 2025 rechnet der Finanzchef mit vier bis sechs Prozent.