Bärbel Bas tritt als Arbeitsministerin und als SPD-Chefin zurück. Sie begründete den Schritt in einer öffentlichen Mitteilung mit dem Tod ihrer Stieftochter und mit öffentlichen Angriffen auf sich, auch aus den Reihen des Koalitionspartners, der Union.
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Wirtschaftsnobelpreis geht an zwei US-Forscher
Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht in diesem Jahr an die in den USA tätigen Wissenschaftler Robert E. Hall und Michael Woodford. Das gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm bekannt.
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Briefporto kann so stark steigen wie noch nie
Der Briefversand wird sich in Deutschland aller Voraussicht nach so stark verteuern wie noch nie. Die Bundesnetzagentur veröffentlichte ihren Plan, dem zufolge das Briefporto zum Januar 2027 um 20,35 Prozent steigen kann.
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Atradius-Umfrage: KI etabliert, doch verbindliche Regeln fehlen in Unternehmen
Köln (ots) –
- Knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen nutzen KI bereits in täglichen Prozessen oder in Pilotprojekten
- Nur ein Viertel verfügt über verbindliche Richtlinie zur Nutzung von KI
- Datenschutz und Datensicherheit bleiben die häufigsten Hürden
Eine aktuelle Umfrage des internationalen Kreditversicherers Atradius zeigt, dass Künstliche Intelligenz (KI) und ihre Anwendung in deutschen Unternehmen angekommen ist. Knapp 19 Prozent der befragten Unternehmen setzen KI bereits im produktiven Regelbetrieb ein, weitere 47 Prozent entsprechende Anwendungen in Pilotprojekten. Bei rund der Hälfte der befragten Unternehmen nutzen Mitarbeitende KI täglich oder mehrmals pro Woche, nur in jedem zehnten Unternehmen noch nicht. „Künstliche Intelligenz ist in vielen Unternehmen im Arbeitsalltag angekommen, interne Regeln für die Nutzung durch Mitarbeitende können allerdings nur die wenigsten aufweisen“, sagt Frank Liebold, Country Director Deutschland bei Atradius.
Die befragten Unternehmen setzen KI bislang vor allem dort ein, wo sich unmittelbare Arbeitserleichterung zeigt. Marketing und Content-Erstellung führen mit rund 43 Prozent, gefolgt von Datenanalyse und Business Intelligence (27 Prozent) sowie Finanz- und Rechnungswesen mit 26 Prozent. Als wichtigste Potenziale nennen die befragten Unternehmen Effizienzsteigerung und Zeitersparnis (73 Prozent) sowie die Entlastung bei Routineaufgaben (67 Prozent). Neue Produkte oder Geschäftsmodelle sehen dagegen nur sieben Prozent als relevantes Potenzial. „Der Einsatz von KI zielt aktuell überwiegend auf Verbesserungen im Tagesgeschäft ab, bei der Entwicklung neuer Produkte oder neuer Geschäftsmodelle wird noch weniger Potenzial gesehen“, erklärt Frank Liebold. Auch für die kommenden zwei Jahre sehen die befragten Unternehmen den größten Nutzen weiterhin im Marketing, in der Verwaltung und dem Kundenservice, deutlich seltener in Produktion oder Logistik.
Diese Schwerpunktsetzung zeigt sich auch in den Erwartungen der Unternehmen, wie KI Arbeitsplätze und Tätigkeiten verändern wird. 44 Prozent der befragten Unternehmen rechnen damit, dass KI bestimmte Tätigkeiten neu definiert, ohne Stellen abzubauen. 32 Prozent erwarten, dass einzelne Tätigkeiten ersetzt werden, einen Stellenabbau befürchten lediglich neun Prozent. Entsprechend verhalten optimistisch fällt die Investitionsplanung aus: Mehr als jedes zweite befragte Unternehmen rechnet in den kommenden zwölf Monaten mit steigenden KI-Investitionen, ein Viertel plant dagegen vorerst keine Ausgaben.
Unternehmen fehlen klare Regeln, sichere KI-Zugänge und Schulungen
Nur 14 Prozent der befragten Unternehmen stellen KI-Tools unternehmensweit zur Verfügung. 33 Prozent haben nach eigenen Angaben keine offiziellen Lizenzen. Am häufigsten werden kostenpflichtige Versionen von ChatGPT und Microsoft Copilot angeboten. Noch deutlicher wird die Lücke bei den internen Regeln: Nur jedes vierte befragte Unternehmen hat eine verbindliche Richtlinie zur Nutzung von KI etabliert, bei rund 28 Prozent besteht dafür aktuell kein wahrgenommener Bedarf. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Qualifizierung: 43 Prozent setzten auf interne Schulungen, während ein Drittel keine gezielten Schulungsangebot macht. „Wenn offizielle Richtlinien und Schulungen fehlen, entscheidet im Zweifel jeder Mitarbeitende selbst, welches Tool er nutzt. Risiken für Unternehmen entstehen insbesondere dann, wenn sensible oder vertrauliche Daten des Unternehmens mit KI-Anwendungen geteilt werden“, erklärt Frank Liebold.
Diese Risiken spiegeln sich auch in den von den Unternehmen genannten Hürden wider. Als größtes Hindernis für den weiteren Einsatz von KI nennen 53 Prozent der befragten Unternehmen Datenschutz und rechtliche Unsicherheit, dicht gefolgt von Datensicherheit mit 49 Prozent. Fehlendes Know-how und die Integration in bestehende Systeme folgen mit jeweils rund einem Drittel.
Für die im September dieses Jahres durchgeführte Umfrage wurden rund 300 Unternehmen unter anderem aus den Branchen Automotive, Bauwirtschaft und Baustoffhandel, Chemie, Dienstleistungen, Elektronik, Finanzen, IT/Software, Konsumgüter, Landwirtschaft, Lebensmittel, Maschinenbau, Metall, Papier, Textil sowie Transport befragt. Die Jahresumsatzspanne der befragten Unternehmen reicht von unter fünf Millionen bis über einer Milliarde Euro. Die Zahl der Beschäftigten liegt bei den befragten Unternehmen zwischen unter 100 und mehr als 1.500.
Pressekontakt: Atradius Kreditversicherung Niederlassung der Atradius Crédito y Caución S.A. de Seguros y Reaseguros Astrid Goldberg Pressesprecherin Telefon: +49 (0) 221 2044 - 2210 E-Mail: astrid.goldberg@atradius.com Stefanie Heilken Pressereferentin Telefon: +49 (0) 221 2044 -1034 E-Mail: stefanie.heilken@atradius.com
Weiteres Material: www.presseportal.de Quelle: Atradius Kreditversicherung
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China greift nach Deutschlands Wärmepumpenmarkt (FOTO)
Interview mit Dr. Kai Schiefelbein, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) e. V. und CEO von Stiebel Eltron.
Intro
China hat mit einem „Aktionsprogramm zur hochwertigen Entwicklung der Wärmepumpen-Industrie“ eine neue Wachstumsbranche definiert. Im jüngsten 15. Fünfjahresplan wird die Wärmepumpe als Schlüsseltechnologie für die CO2-Reduktion ausdrücklich genannt. Der strategisch geplante Industriehochlauf soll China zum weltweiten Technologie- und Marktführer bei umweltfreundlicher Wärmeerzeugung machen. Deutschland ist von dieser Offensive besonders betroffen – als größter Ziel- und Wachstumsmarkt für Heizungswärmepumpen in Europa.
Frage: Kommt Chinas neue Wirtschaftspolitik für Sie überraschend?
Dr. Kai Schiefelbein:Chinas Plan, die Weltmarktführerschaft bei Zukunfts- bzw. Schlüsselindustrien und damit auch bei Heizungswärmepumpen anzustreben, ist nicht neu und damit auch nicht überraschend. Wir kennen das aus der PV-Industrie, der Batterieindustrie mit Lithium-Ionen-Batterien oder aus der Elektromobilität, wo sich Europa noch wehrt und wo man sehen wird, wie das Ganze ausgeht. Das Bestreben ist aber in allen Fällen ganz klar und offensichtlich, und als Mensch, der an Geschichte interessiert ist, kann ich das auch gut verstehen. Die Chinesen haben sich von der verlängerten Werkbank für westliche Industrienationen zu einer erfolgreichen Wirtschaftsnation mit riesengroßem Binnenmarkt entwickelt. Davor habe ich tiefen Respekt.
Frage: Wie geht China strategisch vor?
Dr. Kai Schiefelbein:China setzt konsequent auf Zukunftsindustrien. Sie fördern und subventionieren ja nicht in der Breite irgendwelche Industrien aus der Vergangenheit, sondern subventionieren die Windenergie, die Photovoltaik, die Batteriezellenfertigung, die E-Mobilität und jetzt auch die Wärmepumpenindustrie. Das heißt, sie setzen klar auf zukunftsfähige Schlüsselindustrien – mit dem Ziel, Weltmarktführer zu werden. Das ist legitim und aus meiner Sicht industriepolitisch ausgesprochen klug. Und damit stellt sich nicht die Frage irgendwelcher moralischer Bewertungen, sondern es stellt sich die Frage, was tun wir, um weiterhin als Europa industriell signifikant zu sein.
FRAGE: Wie bewerten Sie die konkreten Maßnahmen im chinesischen Aktionsplan?
Dr. Kai Schiefelbein:Die Maßnahmen, die im Aktionsplan stehen, sind absolut sinnvoll und hochgradig geeignet, um eine Weltmarktführerschaft anzustreben. Das startet mit der Vergabe zinsgünstiger Kredite, die ganz klar angesprochen wird und die Banken in die Pflicht nimmt. Vor allem sind das Darlehen, die nicht an enge Covenants gekoppelt sind. Die Unternehmen müssen also nicht aufwendig eine hohe Profitabilität nachweisen, um an das Darlehen zu kommen, und werden auch nicht gegängelt, wenn ihnen unterwegs mal die Profitabilität temporär abhandenkommt.
FRAGE: Wie wird mit diesen Darlehen investiert?
Dr. Kai Schiefelbein:Solche Darlehen sind natürlich geeignet, Unternehmen schnell im Bereich Forschung und Entwicklung zu skalieren. Entwicklungsingenieure, Entwicklungsressourcen, Labore und IT-Umgebungen – letztendlich ist alles, was man braucht, um gut entwickeln zu können, kostenintensiv. Entwicklungskosten entstehen aber typischerweise vorlaufend zum Markterfolg und den daraus resultierenden Erlösen. Das lässt sich über solche zinsgünstigen Kredite natürlich sehr gut finanzieren. Unternehmen können so in Bezug auf ihre Kompetenz und ihr Know-how ziemlich schnell skalieren, weil sie schlicht das dafür nötige Geld zur Verfügung haben. Der nächste Punkt ist: Ich kann dann mit diesem Geld auch die Produktion schnell skalieren, also in Produktionsanlagen investieren – und auch das wieder vorlaufend zum Markt.
FRAGE: Wie ist hier der Unterschied zu Europa?
Dr. Kai Schiefelbein:In Europa werden Darlehen aufgrund der Verfügbarkeit finanzieller Mittel typischerweise nachlaufend zum Marktwachstum vergeben. Das heißt: Der Markt zieht an, wir profitieren von erhöhtem Absatz, können aber bei noch weiterem Wachstum schlecht liefern. In dieser Situation bekommen wir Kredite von der Bank, können aber erst jetzt investieren und die Produktionskapazitäten dem Marktbedarf nachfahren. Das ist in der wettbewerblichen Auseinandersetzung ziemlich unglücklich: Was ich temporär nicht liefern kann, liefert halt jemand anders. China hat nicht nur Zukunftsindustrien identifiziert, sondern auch erkannt, dass es schlau ist, hier im Voraus die Kapazitäten zu skalieren. So kann man bei einem Engpass schnell liefern und durch diesen Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb Marktanteile gewinnen.
FRAGE: Was kann unsere Politik von China lernen?
Dr. Kai Schiefelbein:Die Menschen, die in China einen Aktionsplan für die Wärmepumpenindustrie schreiben, wissen, wovon sie reden. Da wurden vorher Potentialstudien gemacht und die Ergebnisse detailliert analysiert und entsprechende Schlüsse gezogen: Nicht nur wurden zukunftsträchtige Industrien identifiziert, sondern es werden auch gleich sinnvolle Fördermaßnahmen benannt und angestoßen. Wir in Europa müssen unseren teils überheblichen Blick auf China neu justieren: Die Chinesen haben bei ihren Entscheidungen in den letzten Jahren nicht ein einziges Mal danebengegriffen. Sie haben die PV-Industrie gefördert, die Windenergie gefördert, die Akkuzellfertigung gefördert. Sie haben das Thema Elektromobilität gefördert, sie haben KI-Applikationen gefördert und digitale Massendatenanalysen oder Massendatennutzung gefördert. Jede dieser Industrien, die die Chinesen gefördert haben, hat sich als ein enorm relevanter Wirtschaftszweig erwiesen. Auch die Haltung, dass Planwirtschaft grundsätzlich „böse“ ist und dass alles „technologieneutral“ sein muss, legt nationales Industriepotenzial lahm. Politik, die sich nicht auf Technologien festlegt, die keine Industriepolitik betreibt und die auf Einflussnahme verzichtet, die verzichtet darauf, die Wirtschaft im eigenen Land leistungsfähig zu erhalten. Wenn Politik auf dem Standpunkt steht, man könne ja gar nicht wissen, was in der Zukunft für Technologien gefragt sind – dann versäumt Politik die notwendige Mitgestaltung an der Industriepolitik und sabotiert die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
FRAGE: Was könnte eine gezielte Industriepolitik insbesondere im Wärmemarkt in Europa erreichen?
Dr. Kai Schiefelbein:Mit Industriepolitik gilt es zu verhindern, dass der Massenmarkt für Wärmepumpen an die Chinesen geht. Dafür sind ein paar Maßnahmen erforderlich. Wir brauchen als erstes mal einen starken Binnenmarkt. Wir müssen also aufhören, von Technologieneutralität zu reden und dafür sorgen, dass es für die Technologie, die weltweit dominieren wird, einen Binnenmarkt gibt. Jede Nation lebt von ihrem Binnenmarkt, auch China lebt vom Binnenmarkt. Die fördern auch immer erst zuhause – das war bei E-Autos so, bei PV, bei Windenergie und das ist jetzt bei Wärmepumpen so. Und wenn ihre Firmen in einem starken Heimatmarkt eine bestimmte Größe erreicht haben, dann wird die Exportwirtschaft gefördert. Wir brauchen auch in Deutschland einen starken Binnenmarkt für die Wärmepumpe. Dafür müssen die politischen Rahmenbedingungen stimmen, dafür müssen die Förderungen stimmen, dafür müssen die Energiepreise stimmen.
FRAGE: Welche Weichenstellung braucht es für die Kreditvergabe zur wettbewerbsfähigen Förderung der Industrie?
Dr. Kai Schiefelbein:Wir brauchen einen vernünftigen Zugang zu Geld. Antizyklische Investitionen sind eine schöne Idee, in Deutschland ist das jedoch nur möglich, wenn man zufällig steinreich ist und Geld auf der hohen Kante liegen hat. Braucht man jedoch Geld von Banken, ist antizyklisches Investieren nahezu unmöglich: Als Covenant bekommen Unternehmen den Nettoverschuldungsgrad genannt, da steht das EBITDA im Nenner – und wenn der Nenner gegen 0 geht, das wissen wir Mathematiker alle, dann wird leider der Term unendlich groß. Damit ist der Nettoverschuldungsgrad extrem schlecht und die Bank interveniert. Antizyklisch investieren, was eigentlich alle Experten den Unternehmen raten, ist in Deutschland daher praktisch derzeit nicht möglich. Wir brauchen also einen vernünftigen vereinfachten Zugang zu Geld. Und es gilt, die Basel-2-Kriterien an aktuelle Herausforderungen anzupassen, zumindest für Zukunftsindustrien – sonst können wir nicht wettbewerbsfähig skalieren.
FRAGE: Welche Rolle spielt die Entwicklungsförderung in diesem Szenario?
Dr. Kai Schiefelbein:Wir brauchen eine vernünftige Förderung von Entwicklung: Nicht nur für die Forschung, sondern auch für Produkte. Die Produktentwicklung hin zum verkaufsfertigen Industrieprodukt muss ein Stück weit subventioniert werden. Wenn wir das als einzige Volkswirtschaft nicht tun, könnte es passieren, dass wir außen vor bleiben. Zusätzlich brauchen wir Ausnahmetatbestände für das Kartellrecht, so dass in Zukunftsindustrien verschiedene Unternehmen auch auf verschiedenen Wertschöpfungsstufen besser und enger zusammenarbeiten können. Dabei sollten Ingenieure und nicht, wie es derzeit der Fall ist, überwiegend Juristen am Tisch sitzen. Wir brauchen darüber hinaus eine Genehmigungspraxis, die es ermöglicht, halbwegs zeitnah eine Fabrik zu bauen, wenn man ein Produkt fertig entwickelt hat. Im Moment ist es so, dass wir in Deutschland länger auf eine Bau- und Nutzungsgenehmigung warten, als es in der Slowakei dauert, die ganze Fabrik fertig auf eine Wiese zu stellen.
FRAGE: Was ist Ihr Fazit?
Dr. Kai Schiefelbein:Eins ist klar: Europa ist im Moment auf dem Weg in die De-Industrialisierung. Wir versuchen mit unheimlich viel Aufwand, alte Industrien, von denen eigentlich alle wissen, dass sie keine Zukunft haben, so lange wie möglich am Laufen zu halten, und setzen viel zu wenig auf Zukunftstechnologien. Das ist auf vielen Feldern so: bei Photovoltaik, bei Computer-Technologie, bei Prozessoren, Mikrochips und der ganzen Internet-Technologie. Das ist so bei Massendatenanalysen, künstlicher Intelligenz, Lithium-Ionen-Akkus und der E-Mobilität. Das kann auch bei der Wärmepumpe so kommen, wenn politisch weiterhin Öl- und Gaskessel als Technologie angesehen werden, in der heimische Unternehmen stark sein müssten. Wir verschwenden zu viel Energie darauf, den Status Quo zu erhalten – zu Lasten einer erfolgreichen Zukunft.
Wir müssen etwas ändern und dabei den Nachweis bringen, dass Demokratie leistungsfähig sein kann. Demokratie muss wieder lernen, gestalten zu wollen. So bitter wie es ist: da müssen wir uns leider auch mal einzelne Maßnahmen von autoritären Systemen abgucken, um Wettbewerbsfähigkeit und damit auch ein Stück weit Unabhängigkeit zu sichern. Die Chinesen ziehen entsprechende Schlüsse aus Potenzialanalysen, identifizieren Technologien, die zukunftsträchtig sind und leiten Maßnahmen ein, so dass ihre Industrie in diesen Feldern erfolgreich sein kann. Wir können uns als Europäer natürlich entrüstet hinstellen und sagen, dass das gegen den freien Welthandel ist. Dann sind wir am Ende die, die Recht hatten – aber möglicherweise eben auch die, die kaum noch eine Rolle spielen.
Pressekontakt: STIEBEL ELTRON GMBH & CO. KG Henning Schulz +49 5531 70295685 henning.schulz@stiebel-eltron.de
Weiteres Material: www.presseportal.de Quelle: STIEBEL ELTRON
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Deutsche Unternehmen unter Modernisierungsdruck: Wie KI den Weg aus dem Legacy-Dilemma weist
Über Jahrzehnte gewachsener Code blockiert heute neue Funktionen und die KI-Integration. Doch KI-Agenten machen Modernisierung schnell und beherrschbar – wenn Unternehmen sie richtig einsetzen.
Was lange Zeit gut funktioniert hat, ist heute ein Hindernis: 20 bis 30 Jahre lang haben deutsche Unternehmen Individualsoftware für ihre spezifischen Anforderungen entwickelt – oft in Programmiersprachen wie COBOL, RPG, PowerBuilder oder Delphi und häufig für ERP-, Fertigungs- sowie Kundensysteme. Diese Anwendungslandschaften sind heute umfangreich und unübersichtlich. Viele Unternehmen können ihren eigenen Code-Bestand nicht mehr vollständig erfassen. Neue Funktionen und Updates einzuführen oder KI zu integrieren wird damit zur strukturellen Herausforderung.
Dem Technologieberatungsunternehmen Slalom Germany zufolge ist das kein Randphänomen, sondern eine Bremse für deutsche Unternehmen. Eine Slalom-Studie unter 161 befragten Führungskräften in Deutschland zeigt, dass 61 Prozent der Unternehmen mehr als 51 Prozent ihrer Hauptgeschäftsanwendungen auf veralteten Plattformen – sogenannten Legacy-Systemen – betreiben.
„Die Ansprüche von Kunden und Mitarbeitern steigen infolge immer leistungsstärkerer KI-Modelle rasant. Das verändert die Erwartungen an die Entwicklungsgeschwindigkeit, neue Features, Schnittstellen zu Drittanwendungen und Updates. Anwendungen, die auf historisch gewachsenen Code-Basen laufen, können diese Erwartungen kaum erfüllen“, erklärt Dominik Beierschoder, Managing Director Cloud-Transformation bei Slalom Germany.
Legacy-Anwendungen verhindern Modernisierung
Die Lünendonk-Studie „IT-Modernisierung zwischen Legacy, Cloud und KI“ zeigt, wie verbreitet das Problem sogar branchenübergreifend ist: 62 Prozent der befragten Unternehmen bestätigen, dass Teile ihrer geschäftskritischen Anwendungen den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Fehlende Dokumentation, verborgene Geschäftslogik und undurchsichtige Abhängigkeiten machen die Systeme zudem anfällig für Sicherheitsrisiken.
Die Haupttreiber der IT-Modernisierung sind der Lünendonk-Studie zufolge steigende Security- und Regulatorik-Anforderungen (92 Prozent), Angst vor zunehmenden Cyberangriffen (82 Prozent) und die Reduzierung technischer Komplexität durch Standardisierung und Konsolidierung von Systemen. 91 Prozent der befragten Unternehmen wollen bis 2028 40 bis 100 Prozent ihrer Anwendungen in der Cloud betreiben.
Laut Slalom Germany braucht es dabei eine umfassende Cloud-Transformation mit Applikationsmodernisierung statt des klassischen Lift and Shifts, um die verschiedenen Modernisierungsaspekte zu vereinen, schnell ein stabiles Fundament zu schaffen und die Belegschaft zu befähigen, dieses langfristig zu betreiben. Beierschoder: „In der Praxis beobachten wir oft, dass sich die Cloud-Journey auf eine Migration des Bestehenden beschränkt. Echten Mehrwert schafft die Cloud aber erst, wenn Anwendungen modernisiert und die eigenen Teams befähigt werden, sie weiterzuentwickeln.“
Das Henne-Ei-Problem
Modernisierungs- und Transformationsprojekte dieser Art sind langwierig und komplex. Sie erfordern Fachkräfte, die veraltete und individuelle Programmiersprachen verstehen und schrittweise in eine neue Zukunft überführen können. Laut Branchenverband Bitkom fehlen in Deutschland aktuell 79.000 IT-Fachkräfte. Doch die vorhandenen Fachkräfte zieht es eher in technologisch attraktive Arbeitsumgebungen, in denen sie kreativ wirken und innovativ arbeiten können.
Legacy-Modernisierung mit ihrer aufwendigen und mühsamen Arbeit bietet nicht den Reiz moderner Arbeitsumgebungen, in denen Anwendungen mit KI-Integration und -Schnittstellen zur Verfügung stehen. Vor allem für den deutschen Mittelstand, der oft mit alten Plattformen und Tools arbeitet, verschärft das die Lage zusätzlich. Doch es gibt einen Lichtblick: Laut Bitkom hat sich die Zahl der unbesetzten IT-Stellen im Vergleich zu 2023 fast halbiert – von 149.000 auf 79.000.
KI als Weg aus dem Dilemma
Laut der Bitkom-Studie setzen 35 Prozent der Unternehmen, die bereits Stellen abgebaut haben oder dies planen, KI ein, um unbesetzte IT-Stellen zu ersetzen. Beierschoder: „KI ist kein Allheilmittel. Aber mit strikten Guidelines und einem Human-in-the-Loop können KI-Agenten heute bereits komplexe Code-Basen analysieren, Abhängigkeiten sichtbar machen, die Dokumentation übernehmen und Modernisierungen vorschlagen.“
Das bestätigt auch die Lünendonk-Studie: 74 Prozent der Unternehmen erwarten, dass KI künftig Sicherheitslücken in Altsystemen aufdeckt und teilweise selbstständig behebt. 69 Prozent erhoffen sich zudem ein besseres Verständnis bestehender Programmierstrukturen. Zudem sieht etwa die Hälfte (55 Prozent) einen Mehrwert durch die Dokumentation von Legacy-Systemen und das neue Wissensmanagement.
Eine Studie von GitLab und The Harris Poll unter 251 deutschen DevSecOps-Profis zeigt: 68 Prozent nutzen KI bereits im Software-Development-Lifecycle – 63 Prozent davon für die Dokumentation, 62 Prozent für Tests und 60 Prozent für das Programmieren. 76 Prozent der Befragten stimmen sogar zu, dass die KI-Integration im Software-Development-Lifecycle schneller voranschreitet als angenommen.
„KI macht aus kleinen Teams große und ermöglicht Mitarbeitern, sich auf das zu konzentrieren, wo ihre Arbeit den Unterschied macht. Unternehmen, die KI heute in ihre Modernisierungs- und Transformationsprojekte einbinden, können mit weniger Ressourcen mehr erreichen als je zuvor. Dafür braucht es aber auch das Commitment der Führungsebene. Und vom CIO bis zur Fachkraft muss jeder verstehen, was KI für seine Funktion und Arbeit leisten kann“, betont Beierschoder.
Für den Anfang sollten Unternehmen in drei einfachen Schritten vorgehen:
1. Den eigenen Code sprechen lassen. KI-gestützte Analysen schaffen in wenigen Tagen Transparenz über Abhängigkeiten, Risiken und Aufwand.
2. An einem repräsentativen Code-Ausschnitt beweisen, dass es funktioniert, statt Großprojekte auf dem Papier zu planen. Ein lauffähiger Prototyp auf eigenem Code überzeugt auch Skeptiker.
3. Die eigenen Teams von Anfang an einbinden, damit sie die Modernisierung mittragen.
Pressesprecher:
Oguzhan Acay
Pressesprecher
Slalom Germany
Sendlinger Straße 7, 80331 München
presse@slalom.comWeiteres Material: www.presseportal.de Quelle: Slalom Germany
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Weg frei für Koalitionsverhandlungen über Rot-Rot-Grün in MV
Nach SPD und Linken haben in Mecklenburg-Vorpommern auch die Grünen für Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer rot-rot-grünen Landesregierung gestimmt. Einen entsprechenden Beschluss fasste ein Kleiner Parteitag in Rostock. Die Verhandlungen sollen am Montag beginnen.
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«Knoten in der Lunge»: Papst muss operiert werden
Papst Leo XIV. muss sich einer Operation unterziehen. Das 71 Jahre alte Oberhaupt der katholischen Kirche gab bei seinem Sonntagsgebet bekannt, dass bei ihm ein «Knoten in der Lunge» entdeckt worden sei, der sich im Anfangsstadium befinde.
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Vom Continental-Werk zur KI-Fabrik: German Edge Cloud entwickelt mit AUMOVIO das Overall Factory Brain
Hohe Standortkosten, starke Konkurrenz aus China: Deutschlands Industrie muss neue Wege gehen. Der GEC-Kunde AUMOVIO setzt auf Künstliche Intelligenz, um die Produktivität seiner deutschen Fertigung weiter zu steigern. Im Frankfurter Werk von AUMOVIO, das bis zur Abspaltung im September 2025 zum Automotive-Bereich von Continental gehörte, entsteht gemeinsam mit der German Edge Cloud (GEC) das „Overall Factory Brain“. Es verbindet Produktionsdaten und das Wissen der Beschäftigten mit Industrial AI. Erste Anwendungen zeigen das Potenzial: Analysen und Prozesse, die bisher Tage beanspruchten, werden auf Minuten verkürzt.
„Deutschlands Industrie wird den globalen Wettbewerb kaum über niedrigere Kosten für sich entscheiden. Ihre Chance liegt in höherer Produktivität. Dafür wird entscheidend sein, wie schnell Industrieunternehmen das Wissen ihrer Fabriken in bessere Entscheidungen und effizientere Prozesse übersetzen können“, sagt Dieter Meuser, Geschäftsführer der German Edge Cloud.
Das AUMOVIO-Werk in Frankfurt-Rödelheim unterstreicht, dass die Rolle von Industrial AI dabei wichtiger wird. Nach der Abspaltung vom Continental-Konzern treibt der eigenständige Automobilzulieferer mit weltweit rund 82.000 Beschäftigten die technologische Weiterentwicklung seiner Produktion voran. In Frankfurt-Rödelheim werden bereits hochautomatisiert Bremssysteme gefertigt. Mit dem „Overall Factory Brain“ kommt nun eine neue Ebene hinzu: Industrial AI macht Zusammenhänge schneller erfassbar, deckt Ursachen gezielter auf und stellt vorhandenes Produktionswissen unmittelbar für die Optimierung der Fertigung bereit.
Von Tagen auf Minuten: KI unterstützt bei der Ursachenanalyse
Wie sich das konkret auswirkt, zeigt die Analyse von Qualitätsabweichungen. Treten Fehler in der Produktion auf, beginnt in der Regel eine aufwendige Suche nach der Ursache: Produktions- und Qualitätsdaten müssen zusammengetragen, Zusammenhänge über verschiedene Prozessschritte hinweg geprüft und das Wissen von Fachleuten einbezogen werden. Im Frankfurter Werk konnte eine solche Analyse bislang mehrere Tage beanspruchen.
Mit dem Industrial AI Agent PARETO von German Edge Cloud verändert sich dieser Prozess grundlegend. Der Agent wertet Produktions- und Qualitätsdaten aus, stellt Zusammenhänge zwischen Prozessschritten her und sucht nach Mustern und möglichen Fehlerursachen. Die Ergebnisse stellt er den Fachkräften für die weitere Bewertung zur Verfügung.
„Wir können heute eine Analyse, die zuvor Tage dauerte, innerhalb weniger Minuten durchführen. Mit dem Overall Factory Brain schaffen wir die Voraussetzung für eine Fabrik, die aus Daten und Erfahrungen lernt und daraus schneller verwertbare Erkenntnisse ableitet“, sagt Torsten Rauch, Werkleiter des AUMOVIO-Werks Frankfurt-Rödelheim.
Das Wissen für das „Gehirn der Fabrik“
Doch Geschwindigkeit bei der Datenanalyse ist nur ein Teil des Konzepts. In einer Fabrik steckt Wissen, das sich nicht allein in Datenbanken findet: Beschäftigte kennen Anlagen, Prozesse und wiederkehrende Fehlerbilder aus jahrelanger Erfahrung. Dieses Wissen soll im „Overall Factory Brain“ strukturiert erfasst und dort verfügbar werden, wo es gebraucht wird. Hier kommt mit DAEDALUS ein weiterer Industrial AI Agent von German Edge Cloud ins Spiel. Er unterstützt dabei, vorhandenes Wissen für konkrete Aufgaben in der Produktion und im Engineering zugänglich zu machen. So können beispielsweise Erkenntnisse aus früheren Störungen und Analysen in neue Fragestellungen einfließen. Industrieingenieure erhalten dadurch kontextbezogene Entscheidungsunterstützung in wissensintensiven Planungs- und Bewertungsprozessen.
„Industrieunternehmen verfügen über einen enormen Erfahrungsschatz. Viel davon steckt heute in einzelnen Systemen – oder in den Köpfen der Mitarbeitenden“, sagt Peter Bonerz, Leiter Industrial Engineering bei AUMOVIO. „Mit dem Overall Factory Brain wollen wir dieses Wissen dauerhaft sichern, mit aktuellen Informationen aus der Fertigung verbinden und als Produktionsgedächtnis verfügbar machen. So arbeiten Menschen und AI Agents auf einer gemeinsamen Wissensbasis.“
Das „Overall Factory Brain“ wächst mit den Aufgaben der Fabrik
PARETO und DAEDALUS übernehmen unterschiedliche Aufgaben, greifen dabei aber auf dieselbe industrielle Daten- und Wissensbasis zu. Genau darin liegt die Idee des Overall Factory Brain: Statt immer neue isolierte KI-Lösungen für einzelne Aufgaben einzuführen, entsteht schrittweise ein System spezialisierter AI Agents, die dort unterstützen, wo ihr jeweiliges Wissen und ihre Fähigkeiten benötigt werden.
Die Grundlage dafür schafft die bestehende digitale Infrastruktur. Das ONCITE Digital Production System (DPS) von German Edge Cloud fungiert als Datendrehscheibe und führt Maschinen-, Prozess- und Qualitätsdaten zusammen. Vorhandene MES-, ERP- und Shopfloor-Systeme lassen sich einbinden, sodass die gewachsenen Produktionsstrukturen nicht ersetzt werden müssen.
Die AI Agents werden auf der „ONCITE Industrial AI Platform“ betrieben. Rollen, Berechtigungen und Governance-Regeln bestimmen, auf welche Informationen die einzelnen Agenten zugreifen und welche Aktionen sie ausführen dürfen.
Mit SENTINEL steht ein weiterer spezialisierter Agent für die Überwachung von Qualitäts-, Energie- und Produktionskennzahlen zur Verfügung. So wächst das „Overall Factory Brain“ mit den Aufgaben der Fabrik: Neue Fähigkeiten lassen sich über spezialisierte Agents einfach ergänzen.
KI ist eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit
„Für einen Hochlohnstandort wie Deutschland ist Industrial AI keine Kür, sondern eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Dieter Meuser. „Wir müssen jetzt den Schritt von einzelnen KI-Anwendungen in den industriellen Maßstab schaffen. Entscheidend ist, dass KI dort produktiv wird, wo industrielle Wertschöpfung stattfindet. Wenn die deutsche Industrie intelligenter und produktiver wird, hat sie einen echten Vorteil im internationalen Wettbewerb. AUMOVIO zeigt in Frankfurt, wie sich ein deutscher Industriestandort mit Industrial AI für die Zukunft aufstellt.“
Pressekontakt: PR-Agentur: punctum pr-agentur GmbH Neuer Zollhof 3 47800 Düsseldorf Ulrike Peter -Geschäftsführerin- Tel.: 0211-97 179 77-0 up@punctum-pr.de
Weiteres Material: www.presseportal.de Quelle: GEC
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«Ragebait» ist Jugendwort des Jahres
«Ragebait» ist zum Jugendwort des Jahres 2026 gewählt worden. Der Begriff für absichtlich provokant oder falsch gestaltete Online-Inhalte landete bei einer Abstimmung auf dem ersten Platz vor «Peak» und «Crashout», wie der Verlag Pons Langenscheidt mitteilte.