Blog

  • Europaparlament stimmt für EuGH-Prüfung von Mercosur-Deal

    Das Europäische Parlament hat beschlossen, das EU-Freihandelsabkommen mit Ländern des südamerikanischen Mercosur-Staatenbunds vom Gerichtshof der Europäischen Union überprüfen zu lassen. Eine knappe Mehrheit der Abgeordneten stimmte in Straßburg für einen entsprechenden Antrag.

  • Wohl kein Treffen zwischen Merz und Trump in Davos

    Ein von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erhofftes Treffen mit US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos kommt voraussichtlich nicht zustande. Grund dafür sei die «verspätete Ankunft des US-Präsidenten», hieß es aus deutschen Regierungskreisen.

  • Mutmaßliche Spionin Russlands in Berlin festgenommen

    Die Bundesanwaltschaft hat in Berlin eine mutmaßliche Spionin festnehmen lassen, die für Russland gearbeitet haben soll. Die Deutsch-Ukrainerin soll unter anderem Informationen mit Bezug zum Krieg in der Ukraine für einen russischen Geheimdienst beschafft haben, teilte die Karlsruher Behörde mit.

  • Mutmaßliche Unterstützer prorussischer Gruppen festgenommen

    Die Bundesanwaltschaft hat in Brandenburg zwei mutmaßliche Unterstützer der prorussischen «Volksrepubliken Donezk und Luhansk» festnehmen lassen. Sie wirft den Männern die Unterstützung ausländischer terroristischer Vereinigungen vor, wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte.

  • Netanjahu nimmt Trumps Einladung zum «Friedensrat» an

    Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Einladung von US-Präsident Donald Trump zur Teilnahme am sogenannten Friedensrat für den Gazastreifen angenommen. Das gab sein Büro auf der Plattform X bekannt.

  • ZDF: Kaulitz-Brüder moderieren nächstes «Wetten, dass..?»

    Die Musiker und Podcaster Bill und Tom Kaulitz moderieren die nächste Ausgabe von «Wetten, dass..?» im ZDF. Wie der Sender im ZDF-«Morgenmagazin» bestätigte, werden sie als Gastgeber durch die traditionsreiche TV-Show führen.

  • Chemie führt bei Promotionsquote – BWL weit abgeschlagen

    Das Studienfach Chemie hat in Deutschland die größte Promotionsquote. Rechnerisch haben in diesem Fachbereich vier von fünf Studierenden, also 80 Prozent, nach ihrem Masterabschluss noch einen Doktortitel, erworben. Das geht aus einer Auswertung des CHE Centrums für Hochschulentwicklung auf Basis von Zahlen des Statistischen Bundesamt für das Jahr 2024 hervor. 

    Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Medizin und Biologie mit einer Quote von 71 Prozent. Bei den absoluten Zahlen liegt Medizin allerdings seit Jahren vorn. 7.400 Mediziner machten 2024 ihren Doktor, in Chemie und Biologie waren es mit jeweils 2.000 deutlich weniger. Die Promotion ist der höchste zu erlangende Studienabschluss an deutschen Hochschulen. 

    Bei den Studienanfängern ist Betriebswirtschaftslehre (BWL) das beliebteste Fach. Allerdings macht zum Abschluss des Studiums nur jeder 20. Masterabsolvent auch seinen Doktor. Das ist eine Quote von 5 Prozent. 

    Zahlen zur Zahn- und Tiermedizin

    Etwas besser sind die Zahlen bei den Ingenieurwissenschaften. Im Maschinenbau liegt die Quote bei 24 und in der Elektrotechnik bei 21 Prozent. In der Zahnmedizin promoviert mit 47 Prozent fast jeder zweite, in der Tiermedizin liegt die Quote nur bei 38 Prozent.

    Das CHE mit Sitz in Gütersloh ist eine gemeinsame Tochter der Bertelsmann Stiftung und Hochschulrektorenkonferenz der Länder.

  • EU-Minister: Mercosur-Stopp ist ernstes Problem für Bayern

    Die Überprüfung des Mercosur-Abkommens durch den Europäischen Gerichtshof schadet aus der Sicht von Bayerns Europaminister Eric Beißwenger dem Freistaat schwer. Für Bayern sei die neuerliche Blockade ein ernstes wirtschaftliches Problem, sagte der CSU-Politiker in München. Das Abkommen hätte zentrale Exportbranchen wie Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, High‑Tech‑Industrie und Dienstleistungen entlastet und den Zugang zu wichtigen Wachstumsmärkten in Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay verbessert. 

    CSU-Chef Markus Söder bezeichnete die Entscheidung als «nächste große Enttäuschung» in Europa. Die Prüfung durch den EuGH dauere Jahre – «auf diese Weise kommen wir nicht voran», schrieb Bayerns Ministerpräsident auf X. «Das ist ein schlechtes Signal für unsere Wirtschaft und schwächt #Europa im Zollstreit zusätzlich.» Damit die EU handlungsfähig werde, müsse die Kommission das Mercosur-Abkommen vorläufig in Kraft setzen.

    Das Europäische Parlament hatte zuvor mit knapper Mehrheit beschlossen, das EU-Freihandelsabkommen mit Ländern des südamerikanischen Staatenbunds Mercosur dem Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) vorzulegen. 334 Stimmen gab es für eine Überprüfung, 324 dagegen. 11 Abgeordnete enthielten sich. Durch das Warten auf das Gutachten könnte sich der Ratifizierungsprozess erheblich verzögern. Theoretisch könnte es allerdings schon zuvor vorläufig angewandt werden, wenn die EU-Kommission eine entsprechende Entscheidung trifft.

    Entscheidung schwächt EU enorm gegenüber den USA

    «Die Entscheidung kommt angesichts der Zolldrohungen durch US-Präsident Trump zur absoluten Unzeit und schwächt die EU unmittelbar in den Gesprächen mit Trump in Davos enorm», sagte Beißwenger. Die Mehrheit der Abgeordneten habe offensichtlich den Ernst der Lage nicht erkannt. «Damit haben die Glaubwürdigkeit und die Verlässlichkeit der Europäischen Union einen schweren Schaden erlitten. So steht die endgültige Entscheidung über das Abkommen auf der Kippe.»

    «Wir schießen uns damit ins eigene Knie», sagte Beißwenger. Für Bayern, dessen Wirtschaftskraft wesentlich auf Export basiere, gelte mehr denn je: «Europa muss handlungsfähig bleiben und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen – gerade in Zeiten globaler Instabilität und Herausforderungen.»

  • EU-Minister: Mercosur-Stopp ist ernstes Problem für Bayern

    Die Überprüfung des Mercosur-Abkommens durch den Europäischen Gerichtshof schadet aus der Sicht von Bayerns Europaminister Eric Beißwenger dem Freistaat schwer. Für Bayern sei die neuerliche Blockade ein ernstes wirtschaftliches Problem, sagte der CSU-Politiker in München. Das Abkommen hätte zentrale Exportbranchen wie Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, High‑Tech‑Industrie und Dienstleistungen entlastet und den Zugang zu wichtigen Wachstumsmärkten in Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay verbessert. 

    Das Europäische Parlament hatte zuvor mit knapper Mehrheit beschlossen, das EU-Freihandelsabkommen mit Ländern des südamerikanischen Staatenbunds Mercosur dem Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) vorzulegen. 334 Stimmen gab es für eine Überprüfung, 324 dagegen. 11 Abgeordnete enthielten sich. Durch das Warten auf das Gutachten könnte sich der Ratifizierungsprozess erheblich verzögern. Theoretisch könnte es allerdings schon zuvor vorläufig angewandt werden, wenn die EU-Kommission eine entsprechende Entscheidung trifft.

    Entscheidung schwächt EU enorm gegenüber den USA

    «Die Entscheidung kommt angesichts der Zolldrohungen durch US-Präsident Trump zur absoluten Unzeit und schwächt die EU unmittelbar in den Gesprächen mit Trump in Davos enorm», sagte Beißwenger. Die Mehrheit der Abgeordneten habe offensichtlich den Ernst der Lage nicht erkannt. «Damit haben die Glaubwürdigkeit und die Verlässlichkeit der Europäischen Union einen schweren Schaden erlitten. So steht die endgültige Entscheidung über das Abkommen auf der Kippe.»

    «Wir schießen uns damit ins eigene Knie», sagte Beißwenger. Für Bayern, dessen Wirtschaftskraft wesentlich auf Export basiere, gelte mehr denn je: «Europa muss handlungsfähig bleiben und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen – gerade in Zeiten globaler Instabilität und Herausforderungen.»

  • Wegen USA und China: Wadephul für mehr Afrika-Kooperation

    Deutschland will die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Afrika angesichts einer unberechenbaren Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump und massiver chinesischer Konkurrenz stärker als bisher ausbauen. «Afrika ist ein Chancenkontinent», auch für die deutsche Wirtschaft, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) bei einem Treffen mit seinem kenianischen Amtskollege Musalia Mudavadi in Nairobi. Dies sei bisher nicht ausreichend in Deutschland wahrgenommen worden. 

    «Deswegen sehen wir immer wieder, dass bedauerlicherweise ein chinesisches Engagement vor uns da ist, schneller da ist und effektiver hilft», sagte Wadephul. Daraus müsse jetzt die Lehre gezogen werden: «Wir müssen flexibler werden, wir müssen schneller werden.» Am Nachmittag wurde Wadephul auch von Präsident William Ruto empfangen. 

    Wie aktiv China in Afrika ist, ist gerade in Nairobi unübersehbar. In vielen Teilen der Stadt ziehen chinesische Baufirmen Apartmentblocks und Bürohochhäuser hoch – auch in der Umgebung des Hotels, in dem Wadephul wohnt. Zugleich ist Kenias Regierung angesichts der bei China aufgenommenen Kredite tief verschuldet – Peking hält etwa zwei Drittel der bilateralen externen Schulden. Sparmaßnahmen sorgen für soziale Unruhe bei der jungen Generation, die auch auf den Arbeitsmarkt im Ausland hofft.

    Wadephul: Wirtschaftspotenzial längst nicht ausgeschöpft

    Die Zollpolitik der US-Regierung sei ein klares Signal, dass alle Länder ihr Wirtschaftsportfolio diversifizieren müssten, sagte Wadephul. «Der afrikanische Kontinent birgt dabei voraussichtlich großes Wachstumspotenzial.» Wadephul ist mit einer Wirtschaftsdelegation in Kenia. Derzeit sind rund 120 deutsche Unternehmen in Kenia vertreten.

    Das gemeinsame Wirtschaftspotenzial von Deutschland und Kenia sei aber noch längst nicht ausgeschöpft, sagte Wadephul. Besonders in den Bereichen erneuerbare Energien, Wasserstoff, Gesundheit, Maschinen und Anlagenbau sowie E-Mobilität sehe er Möglichkeiten zur Zusammenarbeit.

    Kenia Partner bei internationaler Zusammenarbeit und im UN-System

    «Die regelbasierte internationale Ordnung steht massiv unter Druck», Instabilität, Klimawandel und Gesundheitskrisen seien grenzüberschreitende Herausforderungen, sagte Wadephul. «In dieser Welt im Umbruch brauchen wir einander, denn nur gemeinsam können wir die großen Herausforderungen angehen.» Kenia sei «ein echtes Schwergewicht, politisch wie wirtschaftlich, mit einer Führungsrolle weit über Ostafrika hinaus.»

    Minister verweisen auf Chancen durch Migrationsabkommen

    Beide Minister verwiesen auf Chancen durch das 2024 noch von der Ampel-Regierung beschlossene deutsch-kenianische Migrationsabkommen, das Fachkräften einen legalen Weg auf den deutschen Arbeitsmarkt ebnet. 

    Wadephul lässt sich Sprengfallen-Bekämpfung zeigen 

    Beim Besuch eines multinationalen Schulungszentrums für humanitäre Friedenseinsätze ließ sich Wadephul eine Lehrvorführung von der Bekämpfung von improvisierten Sprengfallen zeigen. Kenia engagiert sich im Kampf gegen regionale Krisen und Konflikte etwa im Sudan, in Südsudan sowie im Ostkongo und ist wichtiger Truppensteller bei der Mission der Afrikanischen Union in Somalia. Auf US-Bitte hatte Kenia 2023 die Führung einer Stabilisierungsmission unter UN-Mandat auf Haiti übernommen. 

    Besuch beim deutschen Anlagen-Spezialisten Krones 

    Wadephul besuchte zudem ein Ausbildungszentrum der Krones AG in Nairobi. Das Unternehmen mit Sitz bei Regensburg produziert Anlagen und Maschinen für die Herstellung, Abfüllung und Verpackung von Getränken und flüssigen Nahrungsmitteln. Die Niederlassung dient als Service-Hub, Schulungs- und Vertriebszentrum für Ostafrika und hat rund 110 Mitarbeiter. Krones beschäftigt weltweit an mehr als 100 Standorten etwa 18.500 Mitarbeiter und hatte 2024 einen Konzernumsatz von 5,2 Milliarden Euro. 

    Kenia ist die viertgrößte Volkswirtschaft Subsahara-Afrikas nach Nigeria, Südafrika und Äthiopien. Die Regierung des ostafrikanischen Landes versucht politisch für möglichst viele Partner anschlussfähig zu bleiben. Außenpolitisch gelten etwa die USA und Großbritannien beim Kampf gegen Terror durch die Al-Shabaab-Miliz aus Somalia als unverzichtbar. Zugleich gibt es enge Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten und China.