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  • Wadephul auf politischer Partnersuche in Brasilien

    Außenminister Johann Wadephul setzt seine Südamerikareise an diesem Donnerstag in Brasilien fort. In der Wirtschaftsmetropole Sao Paulo will der CDU-Politiker an einer Konferenz der deutschen Auslandshandelskammer zu den Chancen des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Mercosur-Ländern teilnehmen. Am Goethe-Institut ist vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in Deutschland auch ein Treffen mit Sprachschülerinnen und Sprachschülern geplant. Wadephul will außerdem das Volkswagenwerk in Sao Bernardo besichtigen. Am Abend will der Minister in die Hauptstadt Brasilia weiterreisen.

    Brasilien gehört zusammen mit Argentinien, Paraguay und Uruguay zu den Mercosur-Staaten, die seit Anfang Mai mit der EU eine große neue Freihandelszone bilden. Mercosur bedeutet «Gemeinsamer Markt des Südens». Das Abkommen soll den Austausch von Waren und Dienstleistungen durch den schrittweisen Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen ankurbeln. In Deutschland werden große Chancen für die Autoindustrie, den Maschinenbau und die Pharmabranche gesehen. 

    Für Deutschland ist Brasilien Top-Handelspartner in Südamerika – und gilt als einer der weltweit wichtigsten Standorte für deutsche Unternehmen. Das Land hat riesige Rohstoffvorräte und gilt als Exporteur mineralischer Rohstoffe auch für die deutsche Industrie als unersetzlich. Zudem gibt es große Vorkommen von kritischen Metallen und Mineralien, die für die Entwicklung von Zukunftstechnologien wie in den Bereichen erneuerbare Energien und Elektromobilität wichtig sind. Deutschland will sich in diesem Bereich von China unabhängiger machen.

  • Urteil: US-Staatsbürgerschaft bei Geburt in den USA

    Im Streit um das US-Geburtsrecht hat Präsident Donald Trump vor dem obersten US-Gericht in einem wegweisenden Urteil eine Niederlage kassiert. Kinder, die in den Vereinigten Staaten zur Welt kommen, erlangen weiterhin automatisch die US-Staatsbürgerschaft, wie der Supreme Court entschied.

  • Bahn muss Fernverkehrs-Trassen stärker für Konkurrenz öffnen

    Die Deutsche Bahn muss Wettbewerbern im Fernverkehr künftig mindestens ein Viertel der Kapazitäten auf hochbelasteten Strecken überlassen. Das geht aus einem Beschluss der Bundesnetzagentur hervor. Damit entspricht die Behörde einer zentralen Forderung des italienischen Zugunternehmens Italo, das für 2028 den Markteintritt in Deutschland plant.

  • Zahl der Arbeitslosen sinkt im Juni leicht

    Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni im Vergleich zum Juli um 15.000 auf 2,936 Millionen gesunken. Die Arbeitslosenquote sank im gleichen Zeitraum um 0,1 Punkte auf 6,2 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Im Vergleich zum Juni 2025 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 22.000.

  • Inflationsrate sinkt im Juni auf 2,3 Prozent

    Die Inflation in Deutschland hat an Tempo verloren. Im Juni lagen die Verbraucherpreise um 2,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats – nach 2,6 Prozent im Mai, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte.

  • DFB-Entscheidung über Nagelsmann-Zukunft erst nach Rückkehr

    Der Deutsche Fußball-Bund hat am Tag nach dem WM-Ausscheiden der Fußball-Nationalmannschaft noch keine Entscheidung über die Zukunft von Julian Nagelsmann als Bundestrainer verkündet. DFB-Präsident Bernd Neuendorf kündigte in einer Mitteilung eine Aufarbeitung in den kommenden Tagen an, man könne nicht zur Tagesordnung übergehen.

  • Zahl der Arbeitslosen sinkt im Juni leicht

    Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni im Vergleich zum Mai um 15.000 auf 2,936 Millionen gesunken. Die Arbeitslosenquote sank im gleichen Zeitraum um 0,1 Punkte auf 6,2 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Im Vergleich zum Juni 2025 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 22.000.

  • Unternehmer räumen illegale Geschäfte mit Russland ein

    Im Prozess um illegalen Handel mit Russland haben zwei Unternehmer aus dem Münsterland vor dem Landgericht Münster ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Über ihr Unternehmen, eine Firma für Anlagenbau und Industrieanlagen, sollen die beiden Brüder aus Oelde 2023 und 2024 Maschinenbauteile nach Russland geliefert haben – auch als die EU ihre Wirtschaftssanktionen wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine noch einmal verschärft hatte. 

    Verstoß gegen das Außenwirtschaftsgesetz in 65 Fällen lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Laut Anklage gab es 65 Lieferungen im Wert von mehr als 830.000 Euro. 

    Geständnis soll Verfahren verkürzen 

    Mehr als einen Monat nach Prozessauftakt haben die beiden deutsch-russischen Brüder im Alter von 34 und 39 Jahren alle Karten auf den Tisch gelegt: Vorausgegangen waren Gespräche zwischen der Staatsanwaltschaft und den Anwälten. Um ein langes und enorm aufwendiges Wirtschaftsverfahren zu vermeiden, haben sich beide Seiten darauf verständigt, dass die Angeklagten maximal zu vier Jahren und acht Monaten Haft verurteilt werden. Das Geständnis ist eine Bedingung für diese Einigung. 

    «Es war Naivität, dass wir das gemacht haben», sagte der jüngere der beiden. Sie hätten wissen müssen, dass auf den Verstoß gegen die Sanktionen hohe Strafen stehen. 

    «Wir wussten, worauf wir uns einlassen» 

    Den Anstoß für den illegalen Handel habe der Vater der beiden Angeklagten gegeben. Gegen ihn läuft ebenfalls ein Verfahren. Das Unternehmen müsse weiterarbeiten, habe er gesagt und massiven Druck auf seine Söhne ausgeübt. Es habe kaum noch Freizeit, dafür aber viel Streit gegeben. Der Vater habe sich häufig in seiner russischen Heimat aufgehalten, die Söhne organisierten die Warenverschickungen von Deutschland aus. «Wir wussten, worauf wir uns einlassen», räumte der 34-Jährige ein. 

    Die Bestellungen seien aus Russland gekommen, gesendet wurden die Maschinenbauteile offenbar an Briefkastenfirmen in Kirgisistan und später in der Türkei und von dort weitergeleitet. Wann in dem Verfahren nun mit einem Urteil zu rechnen ist, blieb zunächst offen.

  • Lyten bekennt sich zur Übernahme der Northvolt-Baustelle

    Nach der Pleite des schwedischen Batterieherstellers Northvolt kommt die Übernahme der deutschen Baustelle bei Heide in Schleswig-Holstein durch das US-Unternehmen Lyten voran. Der Batteriehersteller übernimmt nach der Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit der Förderbank KfW, der Northvolt Drei Project GmbH und deren Gesellschafterin LG Batterie GmbH die Kosten für den Erhalt und die Sicherung der Vermögenswerte, einschließlich der Personalkosten bei der deutschen Northvolt-Tochter, wie das Unternehmen mitteilte.

    Im Gegenzug für die Übernahme der laufenden Kosten unterzeichneten das Land Schleswig-Holstein und Lyten eine Exklusivitätsvereinbarung. Ziel sei der Abschluss eines finalen Kaufvertrags im dritten Quartal.

    Im Gegensatz zur Muttergesellschaft ging die deutsche Tochter Northvolt Drei nicht pleite, sondern wurde von Bund und Land am Leben gehalten. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll Lyten für das Areal bei Heide rund 60 Millionen Euro zahlen. Das gut 100 Hektar große Gelände mit Baurecht war nach der Northvolt-Insolvenz von Wirtschaftsprüfern auf mindestens elf Millionen Euro taxiert worden.

    Reaktionen

    Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) erklärte: «Damit gehen monatelange Verhandlungen über die deutsche Northvolt-Tochter und ihr Gelände bei Heide in die Zielgerade.» Über Einzelheiten sei mit Lyten Stillschweigen vereinbart worden.

    Lyten-Chef und Mitgründer Dan Cook kündigte an: «Wir planen, Drei als 
    deutschen Hub für saubere Batterieproduktion und industrielle Fertigung zu entwickeln, auf dem auch KI Infrastruktur angesiedelt werden soll.» Der Standort in Schleswig-Holstein zeichne sich durch hohe 
    Verfügbarkeit erneuerbarer Energien sowie außergewöhnlich qualifizierte regionale Talente aus. «Für Lyten ist dies eine langfristig angelegte Investition mit einer Perspektive über mehrere Jahrzehnte.»

    Der Chef der deutschen Northvolt-Tochter, Nicolas Steinbacher, betonte, mit der Absichtserklärung sei eine wichtige Basis für eine Übernahme und eine neue Zukunft des Projekts geschaffen. «Die Erklärung zeigt, dass der Standort weiterhin attraktiv ist und dass das Team gemeinsam mit unseren Partnern und der Region wesentliche Grundlagen geschaffen hat, auf die Lyten mit seinen Plänen aufbauen kann.»

    Ziel der rechtlich noch unverbindlichen Absichtserklärung ist nach Angaben von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU), die Konditionen des Vermögenserwerbs festzuhalten. «Das Land ist zwar keine Vertragspartei bei der Absichtserklärung und den nachfolgenden Kaufverträgen, aber zusammen mit dem Bund wirtschaftlich begünstigt.»

    Der Kaufpreis soll im Fall eines Abschlusses jeweils zur Hälfte an Bund und Land gehen. Für den Bau der Fabrik hatte Northvolt von der staatlichen Förderbank KfW eine Wandelanleihe über 600 Millionen Euro erhalten. Bund und Land bürgten jeweils zur Hälfte. Nach der Pleite konnten Bund und Land davon nur noch 153 Millionen Euro sichern. Der finanzielle Schaden für Schleswig-Holsteins liegt damit rund 200 Millionen Euro.

    Amerikanische Pläne

    Lyten will zunächst deutlich kleiner bauen als dies Northvolt mit dem Bau einer Batteriefabrik mit 3.000 Jobs vorhatte. Im März hatte Cook nach einem Besuch der Landesregierung in Kiel erste Details seiner Pläne angekündigt. Seinen damaligen Angaben zufolge sollen auf dem Gelände zunächst rund 1.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Geplant ist aber kein Geschäft, das ausschließlich von Batterien für Elektrofahrzeuge abhängt, sondern die Produktion von Batterien für ein breites Anwendungsspektrum, darunter Verteidigung, stationäre Energiespeicherung, Mobilität und Elektrofahrzeuge.

    Ende Februar hatte Lyten die Übernahme des insolventen schwedischen Teils von Northvolt abgeschlossen – die Stammfabrik in Skellefteå und das Entwicklungszentrum in Västerås.

    Auf der Northvolt-Baustelle zwischen Norderwöhrden und Lohe Rickelshof bei Heide waren vor der Insolvenz von Northvolt AB Anfang vergangenen Jahres bereits umfangreiche Erdarbeiten sowie die Installation von Strom- und Versorgungsinfrastruktur abgeschlossen worden.

    Opposition

    Gleich zweimal binnen kurzer Zeit hat die Landesregierung für ihren Umgang mit Northvolt Klatschen kassiert. Erst bemängelte der Rechnungshof, dass diese bei der Förderung gegen die Haushaltsordnung verstieß. Dann entschied das Verfassungsgericht auf Klagen von FDP und SPD, dass die Regierung den Landtag nicht ausreichend über Risiken des Projekts informiert hatte.

    Am Dienstag hatte sich bereits ein Landtagsausschuss mit dem Thema befasst. Anschließend kritisierte die Opposition erneut einen transparenteren Umgang der Landesregierung mit den Plänen.

    «Die Entscheidungsgrundlage ist auch in diesem Fall nicht belastbar, sodass die Landesregierung dem Verkauf eigentlich nicht zustimmen kann. Tut sie es doch, tut sie es – wie schon bei der Wandelanleihe – blind», sagte Ex-Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP). Der SPD-Wirtschaftspolitiker Kianusch Stender verlangte eine belastbare Entscheidungsgrundlage. Daran bestünden jedoch erhebliche Zweifel. Seine SSW-Kollegin Sybilla Nitsch betonte, nach Northvolt wäre Offenheit das Gebot der Stunde gewesen.

  • Lyten bekennt sich zur Übernahme von Northvolt-Baustelle

    Nach der Pleite des schwedischen Batterieherstellers Northvolt kommt die Übernahme der deutschen Baustelle bei Heide in Schleswig-Holstein durch das US-Unternehmen Lyten voran. Der Batteriehersteller übernimmt nach der Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit der Förderbank KfW, der Northvolt Drei Project GmbH und deren Gesellschafterin LG Batterie GmbH die Kosten für den Erhalt und die Sicherung der Vermögenswerte, einschließlich der Personalkosten bei der deutschen Northvolt-Tochter, wie das Unternehmen mitteilte. Mit dem Land Schleswig-Holstein unterzeichnete Lyten eine Exklusivitätsvereinbarung. Ziel sei der Abschluss eines finalen Kaufvertrags im dritten Quartal.

    Im Gegensatz zur Muttergesellschaft ging die deutsche Tochter Northvolt Drei nicht pleite, sondern wurde von Bund und Land am Leben gehalten. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll Lyten für das gut 100 Hektar große Areal bei Heide rund 60 Millionen Euro zahlen.

    Reaktionen

    Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) erklärte: «Damit gehen monatelange Verhandlungen über die deutsche Northvolt-Tochter und ihr Gelände bei Heide in die Zielgerade.» Über Einzelheiten sei mit Lyten Stillschweigen vereinbart worden.

    Lyten-Chef und Mitgründer Dan Cook kündigte an: «Wir planen, Drei als 
    deutschen Hub für saubere Batterieproduktion und industrielle Fertigung zu entwickeln, auf dem auch KI Infrastruktur angesiedelt werden soll.» Für Lyten sei dies eine langfristig angelegte Investition mit einer Perspektive über mehrere Jahrzehnte.

    Der Kaufpreis soll im Fall eines Abschlusses jeweils zur Hälfte an Bund und Land gehen. Für den Bau der Fabrik hatte Northvolt von der staatlichen Förderbank KfW eine Wandelanleihe über 600 Millionen Euro erhalten. Bund und Land bürgten jeweils zur Hälfte. Nach der Pleite konnten Bund und Land davon nur noch 153 Millionen Euro sichern. Der finanzielle Schaden für das Land Schleswig-Holsteins liegt damit bei rund 200 Millionen Euro.