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  • Krise in Autobranche – Rüstungsindustrie als Rettungsanker?

    Für die kriselnde Auto-Zulieferbranche in Sachsen und Thüringen bieten sich laut einer Studie Chancen in der Rüstungsindustrie. «Rüstung ist nicht der alleinige Rettungsanker für den Automotive-Bereich», stellt der Branchenexperte Werner Olle klar. «Aber die Unternehmen müssen sich breiter aufstellen und da kann Rüstung eine Komponente sein.» Das könne helfen, Beschäftigung zu sichern. Als Beispiele nannte er die Fertigung von Karosserieteilen, Antriebskomponenten, aber auch Fahrzeug- und Assistenzsystemen. 

    Die Absatzschwäche der deutschen Auto-Industrie und der Wandel hin zur Elektromobilität trifft viele Zulieferbetriebe. Jobabbau ist die Folge. Dagegen verzeichnet die Rüstungsindustrie wegen internationaler Konflikte wie den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine starke Zuwächse und expandiert. So hat etwa der Konzern KNDS das frühere Waggonwerk in Görlitz übernommen, um dort Panzerteile zu produzieren. Die Auto-Industrie hat ebenfalls Rüstungsprojekte im Blick, um Überkapazitäten abzubauen. So sucht Volkswagen eine Zukunft für sein Werk im niedersächsischen Osnabrück und führt dazu nach eigenen Angaben auch Gespräche mit Rüstungsunternehmen. 

    Sonderfahrzeuge, Panzerung, Elektronik

    Schon heute sind etliche Unternehmen der Automobilbranche für den Rüstungsbereich tätig, wie die Analyse belegt, die Olle im Auftrag des Verbandes Automotive Thüringen erstellt hat. Dabei wurden bundesweit 150 Zulieferer der Rüstungsindustrie näher analysiert. 

    Beispiele gebe es auch in Sachsen und Thüringen, sagte der Forscher der Deutschen Presse-Agentur. So etwa im Sonderfahrzeugbau, bei der Panzerung von Fahrzeugen, aber auch im Bereich Optik, Photonik und Elektronik. 

    Die Zentren der deutschen Rüstungsproduktion liegen historisch bedingt vor allem in Westdeutschland. «Es wird schwer werden, in Ostdeutschland große Rüstungsunternehmen anzusiedeln», schätzt Olle mit Blick auf Forderungen, der Osten müsse stärker von den Rüstungsaufträgen profitieren. Doch biete die Auto-Branche technologisch viele Anknüpfungspunkte gerade mit Blick auf Produkte, die zivil und militärisch genutzt werden können. Zudem gehe es bei Rüstungsaufträgen um kleinere Stückzahlen. Das biete gerade kleinen und mittleren Unternehmen die Chance, hier als Zulieferer aktiv zu werden.

    Das Interesse seitens der Unternehmen sei groß, konstatiert Rico Chmelik, Geschäftsführer des Verbandes Automotive Thüringen. Voriges Jahr hätten bei einer Branchenumfrage rund 75 Prozent der Unternehmen angegeben, im Bereich Verteidigung tätig zu sein oder einen Einstieg zu erwägen. 

    Chmelik: «Das Fenster ist da.»

    Allerdings gibt es dabei Hürden, wie Olle erklärt. Denn die Rüstungsindustrie sei für interessierte Zulieferer Neuland – mit anderen Strukturen, Auftraggebern, Geschäftsmodellen und Anforderungen. Erfolgversprechend sei vor allem, Teile oder Komponenten an Rüstungsunternehmen zu liefern oder sich mit anderen Unternehmen zusammenzutun, die schon in diesem Bereich tätig sind.

    Es gebe derzeit gute Möglichkeiten für Autozulieferer, in diesen Sektor einzusteigen, konstatiert Chmelik: «Das Fenster ist da.» Die Politik könne Unternehmen hierbei unterstützen – etwa als Türöffner zu den großen Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall, Airbus oder KNDS. Auch Olle rät dazu, Bedarf und Angebot zu vernetzen und gemeinsame Plattformen zu schaffen.

  • Krise in Autobranche – Rüstungsindustrie als Rettungsanker?

    Für die kriselnde Auto-Zulieferbranche bieten sich laut einer Studie Chancen in der Rüstungsindustrie. «Rüstung ist nicht der alleinige Rettungsanker für den Automotive-Bereich», sagte der Branchenexperte Werner Olle der Deutschen Presse-Agentur. «Aber die Unternehmen müssen sich breiter aufstellen und da kann Rüstung eine Komponente sein.» Als Beispiele nannte Olle die Fertigung von Karosserieteilen, Antriebskomponenten, aber auch Fahrzeug- und Assistenzsystemen. 

    Die Absatzschwäche der deutschen Auto-Industrie und der Wandel hin zur Elektromobilität trifft viele Zulieferbetriebe. Jobabbau ist die Folge. Dagegen verzeichnet die Rüstungsindustrie wegen internationaler Konflikte wie den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine starke Zuwächse und expandiert. 

    So hat etwa der Konzern KNDS das frühere Waggonwerk in Görlitz übernommen, um dort Panzerteile zu produzieren. Die Auto-Industrie hat ebenfalls Rüstungsprojekte im Blick, um Überkapazitäten abzubauen. So sucht Volkswagen eine Zukunft für sein Werk im niedersächsischen Osnabrück und führt dazu nach eigenen Angaben auch Gespräche mit Rüstungsunternehmen. 

    Sonderfahrzeuge, Panzerung, Elektronik

    Schon heute sind etliche Unternehmen der Automobilbranche für Rüstung tätig, wie die Analyse belegt, die Olle im Auftrag des Verbandes Automotive Thüringen erstellt hat. Dabei wurden bundesweit 150 Zulieferer der Rüstungsindustrie näher analysiert. 

    Mehr als 40 davon seien der weitgefächerten Zulieferstruktur der Automobilindustrie zuzuordnen: von Metallbearbeitung über die Kunststoff-, Glas- und Keramikindustrie bis hin zu IT- und Ingenieurdienstleistungen. Das zeige, dass heute Unternehmen der Automobilbranche und ihre Zulieferindustrien bereits in beachtlichem Umfang für den sogenannten Defence-Bereich tätig seien, heißt es in der Studie. 

    Die Auto-Branche biete technologisch viele Anknüpfungspunkte gerade mit Blick auf Produkte, die zivil und militärisch genutzt werden können, erklärte Olle. Zudem gehe es bei Rüstungsaufträgen um kleinere Stückzahlen. Das biete auch kleinen und mittleren Unternehmen die Chance, hier als Zulieferer aktiv zu werden. 

    Doch gibt es dabei Hürden, wie Olle erklärt. Die Rüstungsindustrie sei für viele interessierte Zulieferer Neuland – mit anderen Strukturen, Auftraggebern, Geschäftsmodellen und Anforderungen. Erfolgversprechend sei vor allem, Teile oder Komponenten an Rüstungsunternehmen zu liefern oder sich mit Unternehmen zusammenzutun, die schon in diesem Bereich tätig sind.

  • „Zeit für große und schwierige Entscheidungen“ – EP-Präsidentin Metsola drängt auf Tempo bei Wettbewerbsfähigkeit und EU-Reform

    Weniger Bürokratie in allen Branchen, echte Autonomie bei der Verteidigung: Bei ihrem Berlin-Besuch am 16. und 17. März hat EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola für mutige Reformen geworben und die Führungsrolle Deutschlands betont.

    Die Stärke Europas in der Welt hänge neben dessen militärischer Verteidigungsfähigkeit gleichermaßen von seiner Wirtschaftskraft ab, sagte Roberta Metsola am Dienstag in ihrer Eröffnungsrede der „Europe 2026“-Konferenz in Berlin mit Blick auf die geopolitische Lage und den anstehenden EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 19. und 20. März in Brüssel: „Sicherheit und Wohlstand gingen schon immer Hand in Hand.“

    Auf dem Programm standen außerdem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz, Justiz- und Verbraucherschutzministerin Stefanie Hubig und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, ein Austausch mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie sowie eine Townhall-Diskussion mit Studierenden.

    Europa wieder wettbewerbsfähig machen

    Im Mittelpunkt des Berlin-Besuchs der Präsidentin stand die Frage der europäischen Wettbewerbsfähigkeit – ein Thema, das auch den kommenden EU-Gipfel prägen wird. Das Europäische Parlament trage seinen Teil bei und arbeite an der Entbürokratisierung, um die Wirtschaft zu stärken, erklärte Metsola:

    „Zu oft müssen sich Unternehmen in Europa Schicht um Schicht durch Regeln kämpfen, die sie verlangsamen und ihnen Innovationen und Investitionen erschweren. Die Regeln zu vereinfachen, bedeutet nicht, Standards zu senken. Es bedeutet anzuerkennen, dass wir unseren eigenen Unternehmen das Leben schwerer machen als allen anderen, wenn wir immer neue Regeln auf bestehende stapeln, ohne zu bedenken, wie sie in der realen Welt funktionieren.“

    Europäische Champions aufbauen mit einer Spar- und Investitionsunion

    „Europa muss außerdem in die Industrien investieren, die die Zukunft prägen werden, sei es künstliche Intelligenz, fortschrittliche Fertigung, saubere Technologien oder digitale Innovation, denn wir wissen, dass diese Sektoren das Wachstum der nächsten Generation bestimmen werden“, so Präsidentin Metsola.

    „Doch dafür brauchen wir Investitionen. Jedes Jahr legen europäische Haushalte enorme Summen zurück – Billionen von Euro. Doch zu viel dieses Geldes liegt ungenutzt auf Sparkonten, statt europäische Unternehmen und europäische Ideen zu unterstützen. Deshalb ist der Aufbau einer echten Spar- und Investitionsunion eines der wichtigsten Dinge, die wir jetzt tun können. Europäische Ersparnisse sollten helfen, die nächste Generation europäischer Champions aufzubauen.“

    Verantwortung für unsere Verteidigung übernehmen

    Die Europäerinnen und Europäer verstehen, dass die Verantwortung für die Verteidigung unseres Kontinents bei uns selbst liegt, so Metsola. Gleichzeitig verwies sie auf Herausforderungen und Ineffizienzen:

    „Es kann nicht sein, dass Europa 178 verschiedene Waffensysteme hat, während die Vereinigten Staaten nur 30 besitzen. Mit diesem Maß an Fragmentierung versucht Europa, sich mit einer Hand auf dem Rücken gefesselt zu verteidigen.“

    Zur aktuellen Situation im Nahen Osten erklärte die Präsidentin:

    „Die Eskalation des iranischen Regimes, insbesondere gegenüber den Golfstaaten, ist inakzeptabel und wird weitreichende Konsequenzen haben. Das iranische Regime treibt die Energiepreise bereits wieder nach oben und erinnert uns daran, wie schnell Ereignisse in weit entfernten Regionen direkt europäische Haushalte und die europäische Industrie erreichen können. Wir dürfen bei alldem das iranische Volk nicht vergessen. Mehr als 90 Millionen Iranerinnen und Iraner kämpfen seit 47 Jahren für Freiheit.“

    Große Sprünge wagen für Europa

    „Es ist Zeit für große, mutige und schwierige Entscheidungen. Kleine Schritte reichen in der heutigen Welt nicht mehr aus. Europa muss sich anpassen, schneller handeln und zeigen, dass unsere Lebensweise und unsere europäischen Werte unsere Zukunft in einer turbulenten Welt ebenso prägen können, wie sie unsere Vergangenheit geprägt haben.“

    „Die Führung, die wir derzeit hier in Deutschland sehen, ist wichtig. Bundeskanzler Merz hat deutlich gemacht, dass Europa sich nicht einfach treiben lassen kann, während sich die Welt um uns herum verändert. Seine Entscheidungen zu Verteidigung, Wettbewerbsfähigkeit und Reformen geben den Ton für Europa an.“

    Pressekontakt:
    Philipp BAUER
    Pressereferent | Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in
    Deutschland
    + 49 (0)30 2280 1025
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    philipp.bauer@ep.europa.eupresse-berlin@europarl.europa.eu
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    Thilo KUNZEMANN
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    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            Europäisches Parlament
  • „Zeit für große und schwierige Entscheidungen“ – EP-Präsidentin Metsola drängt auf Tempo bei Wettbewerbsfähigkeit und EU-Reform

    Weniger Bürokratie in allen Branchen, echte Autonomie bei der Verteidigung: Bei ihrem Berlin-Besuch am 16. und 17. März hat EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola für mutige Reformen geworben und die Führungsrolle Deutschlands betont.

    Die Stärke Europas in der Welt hänge neben dessen militärischer Verteidigungsfähigkeit gleichermaßen von seiner Wirtschaftskraft ab, sagte Roberta Metsola am Dienstag in ihrer Eröffnungsrede der „Europe 2026“-Konferenz in Berlin mit Blick auf die geopolitische Lage und den anstehenden EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 19. und 20. März in Brüssel: „Sicherheit und Wohlstand gingen schon immer Hand in Hand.“

    Auf dem Programm standen außerdem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz, Justiz- und Verbraucherschutzministerin Stefanie Hubig und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, ein Austausch mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie sowie eine Townhall-Diskussion mit Studierenden.

    Europa wieder wettbewerbsfähig machen

    Im Mittelpunkt des Berlin-Besuchs der Präsidentin stand die Frage der europäischen Wettbewerbsfähigkeit – ein Thema, das auch den kommenden EU-Gipfel prägen wird. Das Europäische Parlament trage seinen Teil bei und arbeite an der Entbürokratisierung, um die Wirtschaft zu stärken, erklärte Metsola:

    „Zu oft müssen sich Unternehmen in Europa Schicht um Schicht durch Regeln kämpfen, die sie verlangsamen und ihnen Innovationen und Investitionen erschweren. Die Regeln zu vereinfachen, bedeutet nicht, Standards zu senken. Es bedeutet anzuerkennen, dass wir unseren eigenen Unternehmen das Leben schwerer machen als allen anderen, wenn wir immer neue Regeln auf bestehende stapeln, ohne zu bedenken, wie sie in der realen Welt funktionieren.“

    Europäische Champions aufbauen mit einer Spar- und Investitionsunion

    „Europa muss außerdem in die Industrien investieren, die die Zukunft prägen werden, sei es künstliche Intelligenz, fortschrittliche Fertigung, saubere Technologien oder digitale Innovation, denn wir wissen, dass diese Sektoren das Wachstum der nächsten Generation bestimmen werden“, so Präsidentin Metsola.

    „Doch dafür brauchen wir Investitionen. Jedes Jahr legen europäische Haushalte enorme Summen zurück – Billionen von Euro. Doch zu viel dieses Geldes liegt ungenutzt auf Sparkonten, statt europäische Unternehmen und europäische Ideen zu unterstützen. Deshalb ist der Aufbau einer echten Spar- und Investitionsunion eines der wichtigsten Dinge, die wir jetzt tun können. Europäische Ersparnisse sollten helfen, die nächste Generation europäischer Champions aufzubauen.“

    Verantwortung für unsere Verteidigung übernehmen

    Die Europäerinnen und Europäer verstehen, dass die Verantwortung für die Verteidigung unseres Kontinents bei uns selbst liegt, so Metsola. Gleichzeitig verwies sie auf Herausforderungen und Ineffizienzen:

    „Es kann nicht sein, dass Europa 178 verschiedene Waffensysteme hat, während die Vereinigten Staaten nur 30 besitzen. Mit diesem Maß an Fragmentierung versucht Europa, sich mit einer Hand auf dem Rücken gefesselt zu verteidigen.“

    Zur aktuellen Situation im Nahen Osten erklärte die Präsidentin:

    „Die Eskalation des iranischen Regimes, insbesondere gegenüber den Golfstaaten, ist inakzeptabel und wird weitreichende Konsequenzen haben. Das iranische Regime treibt die Energiepreise bereits wieder nach oben und erinnert uns daran, wie schnell Ereignisse in weit entfernten Regionen direkt europäische Haushalte und die europäische Industrie erreichen können. Wir dürfen bei alldem das iranische Volk nicht vergessen. Mehr als 90 Millionen Iranerinnen und Iraner kämpfen seit 47 Jahren für Freiheit.“

    Große Sprünge wagen für Europa

    „Es ist Zeit für große, mutige und schwierige Entscheidungen. Kleine Schritte reichen in der heutigen Welt nicht mehr aus. Europa muss sich anpassen, schneller handeln und zeigen, dass unsere Lebensweise und unsere europäischen Werte unsere Zukunft in einer turbulenten Welt ebenso prägen können, wie sie unsere Vergangenheit geprägt haben.“

    „Die Führung, die wir derzeit hier in Deutschland sehen, ist wichtig. Bundeskanzler Merz hat deutlich gemacht, dass Europa sich nicht einfach treiben lassen kann, während sich die Welt um uns herum verändert. Seine Entscheidungen zu Verteidigung, Wettbewerbsfähigkeit und Reformen geben den Ton für Europa an.“

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  • „Zeit für große und schwierige Entscheidungen“ – EP-Präsidentin Metsola drängt auf Tempo bei Wettbewerbsfähigkeit und EU-Reform

    Weniger Bürokratie in allen Branchen, echte Autonomie bei der Verteidigung: Bei ihrem Berlin-Besuch am 16. und 17. März hat EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola für mutige Reformen geworben und die Führungsrolle Deutschlands betont.

    Die Stärke Europas in der Welt hänge neben dessen militärischer Verteidigungsfähigkeit gleichermaßen von seiner Wirtschaftskraft ab, sagte Roberta Metsola am Dienstag in ihrer Eröffnungsrede der „Europe 2026“-Konferenz in Berlin mit Blick auf die geopolitische Lage und den anstehenden EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 19. und 20. März in Brüssel: „Sicherheit und Wohlstand gingen schon immer Hand in Hand.“

    Auf dem Programm standen außerdem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz, Justiz- und Verbraucherschutzministerin Stefanie Hubig und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, ein Austausch mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie sowie eine Townhall-Diskussion mit Studierenden.

    Europa wieder wettbewerbsfähig machen

    Im Mittelpunkt des Berlin-Besuchs der Präsidentin stand die Frage der europäischen Wettbewerbsfähigkeit – ein Thema, das auch den kommenden EU-Gipfel prägen wird. Das Europäische Parlament trage seinen Teil bei und arbeite an der Entbürokratisierung, um die Wirtschaft zu stärken, erklärte Metsola:

    „Zu oft müssen sich Unternehmen in Europa Schicht um Schicht durch Regeln kämpfen, die sie verlangsamen und ihnen Innovationen und Investitionen erschweren. Die Regeln zu vereinfachen, bedeutet nicht, Standards zu senken. Es bedeutet anzuerkennen, dass wir unseren eigenen Unternehmen das Leben schwerer machen als allen anderen, wenn wir immer neue Regeln auf bestehende stapeln, ohne zu bedenken, wie sie in der realen Welt funktionieren.“

    Europäische Champions aufbauen mit einer Spar- und Investitionsunion

    „Europa muss außerdem in die Industrien investieren, die die Zukunft prägen werden, sei es künstliche Intelligenz, fortschrittliche Fertigung, saubere Technologien oder digitale Innovation, denn wir wissen, dass diese Sektoren das Wachstum der nächsten Generation bestimmen werden“, so Präsidentin Metsola.

    „Doch dafür brauchen wir Investitionen. Jedes Jahr legen europäische Haushalte enorme Summen zurück – Billionen von Euro. Doch zu viel dieses Geldes liegt ungenutzt auf Sparkonten, statt europäische Unternehmen und europäische Ideen zu unterstützen. Deshalb ist der Aufbau einer echten Spar- und Investitionsunion eines der wichtigsten Dinge, die wir jetzt tun können. Europäische Ersparnisse sollten helfen, die nächste Generation europäischer Champions aufzubauen.“

    Verantwortung für unsere Verteidigung übernehmen

    Die Europäerinnen und Europäer verstehen, dass die Verantwortung für die Verteidigung unseres Kontinents bei uns selbst liegt, so Metsola. Gleichzeitig verwies sie auf Herausforderungen und Ineffizienzen:

    „Es kann nicht sein, dass Europa 178 verschiedene Waffensysteme hat, während die Vereinigten Staaten nur 30 besitzen. Mit diesem Maß an Fragmentierung versucht Europa, sich mit einer Hand auf dem Rücken gefesselt zu verteidigen.“

    Zur aktuellen Situation im Nahen Osten erklärte die Präsidentin:

    „Die Eskalation des iranischen Regimes, insbesondere gegenüber den Golfstaaten, ist inakzeptabel und wird weitreichende Konsequenzen haben. Das iranische Regime treibt die Energiepreise bereits wieder nach oben und erinnert uns daran, wie schnell Ereignisse in weit entfernten Regionen direkt europäische Haushalte und die europäische Industrie erreichen können. Wir dürfen bei alldem das iranische Volk nicht vergessen. Mehr als 90 Millionen Iranerinnen und Iraner kämpfen seit 47 Jahren für Freiheit.“

    Große Sprünge wagen für Europa

    „Es ist Zeit für große, mutige und schwierige Entscheidungen. Kleine Schritte reichen in der heutigen Welt nicht mehr aus. Europa muss sich anpassen, schneller handeln und zeigen, dass unsere Lebensweise und unsere europäischen Werte unsere Zukunft in einer turbulenten Welt ebenso prägen können, wie sie unsere Vergangenheit geprägt haben.“

    „Die Führung, die wir derzeit hier in Deutschland sehen, ist wichtig. Bundeskanzler Merz hat deutlich gemacht, dass Europa sich nicht einfach treiben lassen kann, während sich die Welt um uns herum verändert. Seine Entscheidungen zu Verteidigung, Wettbewerbsfähigkeit und Reformen geben den Ton für Europa an.“

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    Quelle:            Europäisches Parlament
  • ZEW-Konjunkturbarometer bricht wegen Iran-Krieg ein

    Bei Finanzexperten wachsen die Sorgen, dass der Krieg im Nahen Osten die erwartete Erholung der deutschen Wirtschaft verzögert. Die ZEW-Konjunkturerwartungen brachen im März um 58,8 Punkte zum Vormonat auf minus 0,5 Punkte ein, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt einen viel weniger deutlichen Rückgang auf plus 39,2 Punkte erwartet.

    «Die Eskalation im Nahen Osten treibt die Energiepreise massiv nach oben und sorgt für steigenden Inflationsdruck», kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach. Die Finanzmarktexperten seien skeptisch, dass es zu einem schnellen Ende des Konflikts kommen werde. «Kaum eine Branche erfährt eine Verbesserung im März», berichtete das ZWE. Die deutlichsten Rückgänge gab es in der Chemie- und Pharmaindustrie sowie dem Auto und Maschinenbau. Für das ZEW-Barometer werden regelmäßig Analysten und Investoren befragt.

    Aktuelle Lage besser beurteilt

    Verbessert hat sich allerdings die immer noch sehr schwache Bewertung der aktuellen Lage, so das ZEW. Der entsprechende Indikator stieg um 3,0 Punkte auf minus 62,9 Punkte. Ökonomen hatten einen Rückgang auf minus 68,0 Punkten erwartet. «Das Rüstungs- und Infrastrukturprogramm wirkt jetzt stabilisierend, zielt es doch auf binnenwirtschaftliche Impulse ab», kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. 

    Der Energiepreisschock drohe die Erholung der deutschen Volkswirtschaft spürbar zu verzögern, meint Marc Schattenberg, Volkswirt bei Deutsche Bank Research. «Wir haben unsere Wachstumsprognose für 2026 auf 1 Prozent abgesenkt. Wir gehen jedoch nicht davon aus, dass die Erholung der deutschen Wirtschaft vollständig zum Erliegen kommt.» Vor allem angesichts der staatlichen Impulse mit den Milliardenausgaben für Verteidigung und Infrastruktur halte man an der Prognose für 2027 von 1,5 Prozent fest.

  • Michael B. Jordan gewinnt Oscar als bester Hauptdarsteller

    Michael B. Jordan ist mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet worden. Die US-Filmakademie verlieh dem 39-Jährigen die Auszeichnung für seine Doppelrolle im Vampir-Südstaatendrama «Blood & Sinners» von Ryan Coogler.

  • Philosoph Jürgen Habermas mit 96 Jahren gestorben

    Der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas ist tot. Er starb heute im Alter von 96 Jahren in Starnberg, wie der Suhrkamp Verlag unter Berufung auf die Familie der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

  • Erneut ÖPNV-Warnstreiks in mehreren Bundesländern

    Die Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag in mehreren Bundesländern erneut zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. Betroffen sind Fahrgäste in Bayern, dem Saarland, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg sowie möglicherweise in Hessen und in Bremen, wie die Gewerkschaft mitteilte.

  • Kunststofferzeugung sinkt 2025 um 4,5 Prozent / Branche warnt vor Dominoeffekt (FOTO)

    Die deutsche Kunststofferzeugung steckt weiterhin in der Krise. 2025 entwickelten sich alle zentralen wirtschaftlichen Kennzahlen der deutschen Kunststofferzeugung negativ: Die Produktion sank um 4,5 Prozent, der Umsatz um 7,6 Prozent auf 24,6 Milliarden Euro, die Exporte um 5,5 Prozent.

    Ursachen waren die schwache Konjunktur und die damit verbundene geringere Nachfrage, zunehmender Wettbewerb aus dem Ausland sowie anhaltende Handelskonflikte. Unter anderem war die Umlenkung von chinesischen Produkten, die ursprünglich für den US-amerikanischen Markt vorgesehen waren, nach Europa deutlich sichtbar.

    Seit Beginn der Energiekrise 2022 summiert sich der Produktionsrückgang der Kunststofferzeuger in Deutschland auf mehr als 26 Prozent, während die weltweite Nachfrage nach Kunststoffen weiter gestiegen ist. Das teilte Plastics Europe Deutschland, der Verband der Kunststofferzeuger, auf seiner Wirtschaftspressekonferenz mit.

    Die Stärke des Standorts wird zur Achillesferse

    Die enge Verzahnung der Wertschöpfungskette ist bislang ein zentraler Standortvorteil Deutschlands: kurze Wege zwischen Forschung und Industrie, hochqualifizierte Fachkräfte und die Nähe zu Schlüsselbranchen.

    Daher träfen die Folgen der Krise in der Kunststoff- und Chemieindustrie weit mehr als nur eine Branche, erklärt Dr. Ralf Düssel, Vorstandsvorsitzender von Plastics Europe Deutschland. „In Chemieparks gibt es kein Rosinenpicken. Rohstoffe, Energie, Dampf und Infrastruktur sind standortübergreifend kalkuliert.“ Man könne nicht einzelne Anlagen herausnehmen und glauben, der Rest funktioniere weiter. Falle ein zentraler Baustein weg, drohe ein Dominoeffekt – zunächst am Standort und dann auch für Zulieferer, Verarbeiter, Maschinenbau und andere Partner.

    Dringende Maßnahmen zum Erhalt der deutschen Kunststoffindustrie

    Für die Stabilisierung des Industriestandorts braucht es aus Sicht der Kunststofferzeuger dringende und umfassende Reformen: den Abbau verbliebener Handelsbarrieren im EU-Binnenmarkt, weniger nationale Sonderwege bei der Umsetzung europäischer Vorgaben und spürbare Entlastungen bei Energie- und Strompreisen.

    Geopolitik rückt Lieferketten und Rohstoffsicherheit in den Fokus

    Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen führen vor Augen, wie verletzlich Europas Rohstoffversorgung ist. Deutschland und Europa sind rohstoffarm. Wer die industrielle Basis sichern wolle, müsse die Rohstoffe, die bereits im Land sind, konsequent im Kreislauf halten, so Dr. Christine Bunte, Hauptgeschäftsführerin von Plastics Europe Deutschland.

    Der Wettbewerb um Kreislaufwirtschaft wird härter

    Zwar habe es zuletzt positive Impulse gegeben, doch reichten diese aus Sicht des Verbands nicht aus, um in der Kreislaufwirtschaft das nötige Tempo zu entfalten. Gleichzeitig holen andere Regionen der Welt rasch auf: China hat seine Recyclingkapazitäten innerhalb von nur zwei Jahren nahezu verdoppelt und ist bezogen auf die Menge zum weltweit größten Lieferanten von recycelten Kunststoffen aufgestiegen. Europa hat zwar noch einen Technologie- und Infrastrukturvorsprung, doch häufen sich aktuell die Insolvenzen auch bei Kunststoffrecyclern.

    Rezyklateinsatzziele: Ohne neue Technologien unerreichbar

    Der Verband betont: Marktanreize wie Recycling- und Rezyklateinsatzquoten oder Hebel wie die öffentliche Beschaffung seien unverzichtbar, um Nachfrage zu schaffen. Doch ohne einen Rahmen, der die Zielerreichung ermögliche, liefen diese Maßnahmen ins Leere. Bunte hebt in dem Zusammenhang die zentrale Bedeutung von pragmatischen und anwendbaren Massenbilanzregeln hervor.

    „In beiden Bereichen – Standortsicherung und Transformation – müssen wir Pragmatismus vor Perfektion stellen,“ fasst Bunte zusammen. „Nicht jede Regel muss von Beginn an vollständig ausformuliert sein. Nicht jede offene Frage lässt sich vorab klären. Wir können nicht darauf warten, dass andere langsamer werden. Wir müssen schneller werden.“

    Pressekontakt:
    Bettina Dempewolf
    Leiterin Kommunikation
    Telefon: +49 171 9713962
    E-Mail: bettina.dempewolf@plasticseurope.de
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            PlasticsEurope Deutschland e.V.