Autor: Stojancho Gjorgjiev

  • Grönland-Streit: Mittwoch Treffen zwischen USA und Dänemark

    Im Streit um US-Ansprüche auf Grönland trifft sich der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen an diesem Mittwoch in Washington mit US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio. An dem Treffen solle auch die für Außenpolitik zuständige grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt teilnehmen, meldete die dänische Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf Rasmussen.

  • Auswärtiges Amt bestellt Irans Botschafter ein

    Angesichts des äußerst harten Vorgehens von Regierungskräften gegen Demonstranten im Iran hat das Auswärtige Amt den Botschafter des Landes einbestellt. Die Brutalität des Regimes sei schockierend, teilte das Ministerium auf der Plattform X zur Begründung mit.

  • Trump: Zölle von 25 Prozent für Länder mit Iran-Geschäften

    Für alle Länder, die Geschäfte mit dem Iran machen, sollen US-Zölle von 25 Prozent gelten. Das kündigte Präsident Donald Trump auf der Online-Plattform Truth Social an.

  • Merz rechnet mit baldigem Ende der iranischen Staatsführung

    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) rechnet angesichts der Massenproteste im Iran mit einem baldigen Ende der dortigen Staatsführung. «Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen», sagte er während seines Indien-Besuchs in Bengaluru.

  • Leiche bei Suche nach mutmaßlichem Eisbader gefunden

    In einem Teich in Wismar haben Einsatzkräfte die Leiche eines Mannes gefunden. Das bestätigte eine Polizeisprecherin. Ein Zeuge hatte laut Polizei einen Mann dort zuvor beim Eisbaden gesehen.

  • Valeo schließt Standort in Bad Neustadt

    Der Autozulieferer Valeo schließt seinen Standort in Bad Neustadt an der Saale. Die Mitarbeiter wurden heute über das Aus für die dort noch angesiedelte Entwicklung informiert, wie ein Konzernsprecher bestätigte. Die Produktion dort wurde bereits vor einigen Jahren geschlossen.

    Damals hatte der Standort noch mehr als 500 Mitarbeiter, zum Jahreswechsel waren es laut Valeo noch 183. Mindestens 143 davon verlieren den aktuellen Plänen zufolge ihren Job, 40 soll ein Wechsel ins rund 140 Kilometer Fahrstrecke entfernte Erlangen angeboten werden. Dort hat Valeo einen größeren Standort, dessen Entwicklungsabteilung durch die Verlagerung gestärkt werden soll. Die Zahlen könnten sich allerdings noch ändern, betonte der Sprecher. 

    Der Konzern begründet den Schritt mit der schwierigen Lage der Industrie und dem hohen Wettbewerb aus dem Ausland. Dies zwinge das Unternehmen, seinen Forschungs- und Entwicklungsansatz anzupassen und die Aktivitäten in größeren Zentren zusammenzufassen. 

    Scharfe Kritik der IG Metall

    «Diese Entscheidung ist ein Skandal und ein Schlag ins Gesicht der verbliebenen Beschäftigten, die mit Herzblut am Erhalt des Standortes gearbeitet haben», sagt Reiner Gehring von der IG Metall. «Statt gemeinsam nach Lösungen zu suchen, will sich das Unternehmen aus der Verantwortung ziehen.» Mit der jetzt verkündeten Entscheidung trete «genau das ein, was wir bereits Ende 2023 prophezeit hatten. Wir haben klar gesagt: Ein Entwicklungsstandort ohne dazugehörige Produktion wird in diesem Konzern keine Zukunft haben.» Der Arbeitgeber habe dies damals aber noch vehement bestritten. 

    In der Belegschaft sei jedem die Bestürzung anzusehen, sagt die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Jessica Reichert. «Diese Nachricht ist ein Schock für uns. Es geht um Existenzen.» 

    Wann genau die Schließung vollzogen werden soll, war zunächst noch offen. Noch gebe es keinen genauen Zeithorizont, sagt der Valeo-Sprecher. Er gehe aber davon aus, dass vieles im laufenden Jahr passieren werde.

    Das Landratsamt Rhön-Grabfeld kommentierte die Entscheidung als schweren Schlag für den Industriestandort und den ländlichen Raum in Bayern. Der «schleichende Abbau von Industriearbeitsplätzen im Bereich Automotive und Maschinenbau» erfordere «gewaltige Gegenanstrengungen bundesweit, von der Bayerischen Staatsregierung, den Verantwortlichen vor Ort und den Beschäftigten». Landrat Thomas Habermann kündigte an, «mit aller Kraft nach zeitnahen Zukunftsperspektiven für die betroffenen Beschäftigten» zu suchen.

  • TÜV SÜD-CEO Ishan Palit begleitete die Wirtschaftsdelegation von Bundeskanzler Friedrich Merz (FOTO)

    Ishan Palit, CEO der TÜV SÜD AG, war Teilnehmer der deutschen Wirtschaftsdelegation, die Bundeskanzler Friedrich Merz auf seiner Reise in die Republik Indien vom 11. bis 13. Januar 2026 begleitet hat. Als erste Auslandsreise des Kanzlers nach Indien war dieser Besuch ein starkes diplomatisches und wirtschaftliches Signal, das die wachsende Bedeutung des Landes als strategischer Partner für Deutschland und Europa unterstreicht.

    Der Besuch stärkte die strategische Partnerschaft zwischen Indien und Deutschland und baute auf der starken Dynamik der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern auf. Für TÜV SÜD unterstrich der Besuch auch die langjährige und strategisch wichtige Beziehung der Gruppe zu Indien, einem Markt, der seit über drei Jahrzehnten ein wesentlicher Bestandteil ihrer globalen Entwicklung ist.

    Politischer Dialog und wirtschaftliche Zusammenarbeit im Fokus

    Die Delegation brachte politische Führungskräfte und ausgewählte Vertreter der Industrie zusammen, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu vertiefen und vertrauensvolle Partnerschaften in Bereichen wie Infrastruktur, Arbeitssicherheit, Nachhaltigkeit und neue Technologien zu fördern. Die Beteiligung von TÜV SÜD unterstrich die Bedeutung unabhängiger Fachkompetenz für die Schaffung von Vertrauen und technischer Sicherheit, die für Innovation, Investitionen und langfristigen technologischen Fortschritt erforderlich sind. Das indisch-deutsche CEO-Forum bot eine wichtige Plattform, um industrielle Prioritäten abzustimmen und eine zukunftsorientierte Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern zu diskutieren.

    TÜV SÜD beteiligte sich an Diskussionen, die sich auf die Stärkung des regulatorischen Dialogs, die Förderung der gemeinsamen Entwicklung von Standards und die Unterstützung einer besseren Abstimmung zwischen indischen und internationalen Regulierungsrahmen konzentrierten. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf Sektoren gelegt, die für das künftige Wachstum von entscheidender Bedeutung sein dürften, darunter nachhaltige Infrastruktur, Digitalisierung, Gesundheitstechnologien und neue Industrietechnologien. Dieser Austausch lieferte wertvolle Impulse dafür, wie unabhängiges Fachwissen von Dritten eine sichere Skalierung unterstützen, den Zugang zu internationalen Märkten ermöglichen und langfristige Investitionssicherheit gewährleisten kann.

    Langjährige Präsenz und konkrete Projekte in Schlüsselindustrien

    Mit mehr als 30 Jahren Präsenz in Indien hat sich TÜV SÜD als vertrauenswürdiger unabhängiger Partner in sicherheitskritischen Branchen etabliert. Heute ist Indien einer der weltweit wichtigsten Wachstumsmärkte von TÜV SÜD, da das Land eine rasante Industrialisierung, technologische Innovationen und eine zunehmende regulatorische Reife vereint. Zu den aktuellen Projekten gehören die unabhängige Sicherheitsbewertung des ersten wasserstoffbetriebenen Zuges der Indian Railways, die internationale Unterstützung bei der Prüfung und Zertifizierung einer speziellen Hochgeschwindigkeits-Teststrecke in Rajasthan, die Durchführung landesweiter Schulungen zur elektrischen Sicherheit mithilfe eines mobilen Hochspannungs-Schulungszentrums sowie der Betrieb des ersten spezialisierten Prüflabors für medizinische Geräte in Indien. Zudem unterstützt TÜV SÜD wichtige industrielle Zertifizierungssysteme und Großveranstaltungen, insbesondere in der Automobil- und Fertigungsindustrie.

    Im Bereich nachhaltige Energie und Infrastruktur unterstützt TÜV SÜD Projekte für erneuerbare Energien, die von indischen Partnern im Rahmen der indisch-deutschen Zusammenarbeit umgesetzt werden. Damit leistet das Unternehmen einen Beitrag zu großen Investitionsprogrammen, die den Schwerpunkt auf nachhaltige Entwicklung legen. Das Unternehmen ist außerdem aktives Mitglied des „Investment Forum for Renewable Energy Worldwide“ und bietet Beratungsdienstleistungen für wichtige städtische Infrastrukturprojekte an, darunter die Stromversorgungssysteme für die erste Phase der Metro in Ahmedabad und die Erweiterung der zweiten Phase der Metro in Bangalore. Diese Aktivitäten spiegeln den Beitrag von TÜV SÜD wider, Innovationen zu ermöglichen und gleichzeitig Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit in komplexen Wertschöpfungsketten zu gewährleisten.

    Ausblick: Vertiefung der Partnerschaft und persönliches Engagement

    Über die bestehenden Projekte hinaus betrachtet TÜV SÜD die hochrangigen Gespräche in Indien als einen wichtigen Schritt für die zukünftige Zusammenarbeit. Der Austausch mit politischen und industriellen Akteuren soll neue Wege für die Zusammenarbeit in Bereichen wie Normung, Angleichung von Vorschriften und institutionellem Dialog eröffnen. Dies gilt insbesondere für Bereiche wie nachhaltige Infrastruktur, digitale Technologien, Innovationen im Gesundheitswesen und Lösungen für grüne Energie. Dieser Ansatz spiegelt die Mission von TÜV SÜD wider. Technologischen Fortschritt mit robusten Sicherheitskonzepten und international anerkannten Qualitätsstandards zu verbinden, um ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in dynamischen Märkten zu unterstützen.

    Gleichzeitig baut TÜV SÜD seine lokale Präsenz in Indien durch die Zusammenarbeit mit Partnern, Behörden und Institutionen sowie durch Schulungs- und Kapazitätsaufbauinitiativen weiter aus. Durch Investitionen in lokales Fachwissen und die Förderung der Kompetenzentwicklung trägt TÜV SÜD zum Aufbau langfristiger Fähigkeiten bei, die das industrielle Wachstum und die regulatorische Reife auf dem indischen Markt unterstützen werden.

    Der Besuch hatte auch für Ishan Palit, CEO von TÜV SÜD, eine besondere Bedeutung. Palit, der in Mumbai geboren und aufgewachsen ist, gründete 1994 TÜV SÜD India und spielte eine entscheidende Rolle bei der Expansion der Gruppe in Asien. Sein tiefes Verständnis des indischen Marktes unterstützt das langfristige Engagement von TÜV SÜD in der Region weiterhin: „Die Teilnahme an dieser Delegation war sowohl eine persönliche Ehre als auch ein strategischer Meilenstein für TÜV SÜD. Das Tempo der Innovation und des Wirtschaftswachstums in Indien wird die globalen Märkte in den kommenden Jahren maßgeblich prägen. Unser Ziel ist es, mit Partnern und politischen Entscheidungsträgern zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass dieser Fortschritt von Sicherheit, Vertrauen und globaler Akzeptanz getragen wird.“

    TÜV SÜD wird auch weiterhin Regierungen und Industriepartner weltweit bei der Entwicklung robuster regulatorischer Rahmenbedingungen und Sicherheitsstandards unterstützen. Diese ermöglichen Innovationen und schützen gleichzeitig Menschen, Vermögenswerte und die Umwelt. Dabei baut TÜV SÜD auf seiner langjährigen globalen Präsenz auf.

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    Liz Fendt
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  • Hightech-Offensive: NRW setzt auf Raumfahrt und Innovationen

    Nordrhein-Westfalen möchte sich als führender Standort für Raumfahrt international positionieren. «Die Raumfahrt soll Arbeitsplätze schaffen, Innovationen fördern und Nordrhein-Westfalen als Innovationsstandort ausbauen», heißt es in einem vom schwarz-grünen Landeskabinett verabschiedeten «Chancenpapier». Zuvor hatte das Portal «Table.Briefings» berichtet. 

    Raumfahrt sei längst Teil des Alltags und wirke als Innovationsmotor, Standortfaktor und strategische Infrastruktur, heißt es in dem 31-seitigen Papier. Mit einer klaren strategischen Ausrichtung wolle NRW seine industrielle Basis verbreitern, Hightech-Arbeitsplätze schaffen und die eigene Wettbewerbsfähigkeit stärken.

    Schon heute nehme NRW mit seinen forschungsstarken Hochschulen, international anerkannte Forschungseinrichtungen bis hin zu Start-ups und führenden Industrieunternehmen eine Schlüsselrolle ein. «Es gilt nun, diese Potenziale strategisch auszubauen und international sichtbar zu machen.»

    Weltraumkommando und Astronautenausbildung

    Einrichtungen wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Europäische Astronautenzentrum der Esa in Köln, das Weltraumkommando der Bundeswehr in Uedem sowie führende Cybersicherheitsstandorte in Bochum, Bonn und Dortmund unterstreichen dem Papier zufolge die wachsende Bedeutung von NRW. Besonders stark sei das Land zudem bei Leichtbauwerkstoffen wie Aluminium, Titan und Faserverbundwerkstoffen, die für Schlüsselbranchen wie Flugzeugbau, Automobilindustrie, Maschinenbau und Raumfahrt unverzichtbar seien. 

    Große, sichtbare Projekte wie die europaweit einzigartige Luna-Mondsimulationsanlage zögen neue High-Tech-Akteure an. Das Raumfahrt-Cluster in Nordrhein-Westfalen umfasse derzeit 83 Unternehmen und 22 Forschungseinrichtungen, die ein breites Spektrum an Technologien abdeckten.

    Thema Raumfahrt schon in der Schule

    Schon Schülerinnen und Schüler sollen für Raumfahrt begeistert werden. Das Programm «Raumfahrt macht Schule» solle für die Sekundarstufe II den weiterführenden Schulen gezielte Angebote bereitstellen. In Kooperation mit Esa und DLR entstünden zum Beispiel digitale Raumfahrtlabore, die Schülern direkte Einblicke in Zukunftstechnologien ermöglichten. 

    Vorgesehen sei auch die Einrichtung eines Landesgraduiertenkollegs für Raumfahrtwirtschaft und Sicherheitsstudien sowie die Erweiterung spezialisierter internationaler Studiengänge in NRW. Unternehmen und Forschungseinrichtungen in NRW sollten gezielt Nischen mit hohem Zukunftspotenzial besetzen und ihre Alleinstellungsmerkmale weiter ausbauen.

    Auch branchenfremde Unternehmen sollen mitmachen

    Ein zentrales Entwicklungsfeld für den Raumfahrtstandort NRW sieht die Landesregierung in der aktiven Öffnung des Sektors für branchenfremde Unternehmen. Raumfahrt sei längst kein abgeschlossener Hochtechnologie-Markt mehr, sondern ein Querschnittsfeld.

    «Raumfahrt ist kein isolierter Hightech-Sektor», sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne). «Sie wirkt als Innovationsmotor für unsere Industrie, schafft neue Wertschöpfung und beschleunigt den nachhaltigen Strukturwandel – gerade in einem Industrieland wie Nordrhein-Westfalen.»

    Raumfahrtbotschafter Ewald

    Nicht zuletzt hat NRW bereits mit dem Astronauten Reinhold Ewald einen Raumfahrtbotschafter. Der Mönchengladbacher, der 1997 drei Wochen auf der damaligen russischen Raumstation «Mir» war, soll als Botschafter das prominente Gesicht der Raumfahrt-Offensive in NRW werden.

  • Strompreisspitzen gefährden Mittelstand und Energiewende / Bezahlbarer Strom für alle: Siempelkamp Giesserei plädiert für Einsatz der Netzreserve

    Wiederkehrende Tage mit wenig Sonne und Wind führen derzeit zu extremen untertägigen Strompreisspitzen am Spotmarkt. In diesen Stunden schnellen die Preise an der Börse nach oben. Das belastet energieintensive Unternehmen wie die Siempelkamp Giesserei und über höhere Beschaffungskosten auch private Haushalte. Gleichzeitig stehen Reservekraftwerke der sogenannten Netzreserve, die von allen Stromkunden finanziert werden, in diesen Situationen ungenutzt am Netzrand.

    Die Siempelkamp Giesserei schlägt vor, die in der Netzreserve vorgehaltenen Kraftwerke an Tagen mit außergewöhnlich hohen Preisen vorübergehend für den Strommarkt zu öffnen – so, wie es in der Energiepreiskrise bereits erfolgreich praktiziert wurde.

    „Kurzfristige Preisspitzen und die daraus resultierende Unsicherheit machen Investitionen im Industrieland Deutschland immer schwieriger“, sagt Dr. Georg Geier, Geschäftsführer der Siempelkamp Giesserei. „Statt neue, komplizierte Subventionsmodelle zu erfinden, sollten wir ein vorhandenes Instrument nutzen: Kraftwerke, die wir alle über die Netzentgelte bezahlen, müssen an besonders teuren Tagen helfen, die Preise zu dämpfen.“

    Netzreserve: Bezahlt von allen – aber ohne Preiswirkung auf den Markt

    In der Netzreserve werden konventionelle Kraftwerke aus Gründen der Versorgungssicherheit weiter in ständiger Einsatzbereitschaft gehalten. Sie dürfen bislang aber nicht am Strommarkt teilnehmen. Die Kosten dafür tragen alle Stromverbraucher über die Netzentgelte.

    „Faktisch zahlen alle Stromkunden heute doppelt“, so Dr. Geier. „Sie finanzieren die Netzreserve über die Netzentgelte – und zusätzlich die extremen Preisspitzen an der Börse, wenn bei geringem Stromangebot die teuersten Kraftwerke den Preis setzen. Es ist höchste Zeit, diese Schieflage zu korrigieren.“

    Weniger Spitzen, weniger Unsicherheit – niedrigere Preise für alle

    Die Siempelkamp Giesserei setzt sich deshalb dafür ein, die Netzreserve an klar definierten Hochpreis-Tagen kontrolliert in den Markt einzubinden. Zusätzliche, vergleichsweise kostengünstige Erzeugungskapazität könnte extreme Preisspitzen erheblich reduzieren und die Preisschwankungen am Markt verringern.

    „Wir reden nicht über einen Dauerbetrieb der Reservekraftwerke, sondern über wenige, klar eingegrenzte Situationen im Jahr“, betont Dr. Geier. „Gerade dann ist jedes zusätzliche steuerbare Kraftwerk Gold wert – für die Versorgungssicherheit und für die Strompreisentwicklung. Wenn wir die extremen Spitzen kappen und die Unsicherheit am Markt verringern, sinkt der durchschnittliche Strompreis – für Industrie, Mittelstand und private Haushalte.“

    Neben der direkten Wirkung auf die Börsenpreise bietet der Einsatz der Netzreserve im Markt einen zweiten Vorteil: Teile der Erlöse der Reservekraftwerke am Strommarkt können genutzt werden, um die Kosten für Vorhaltung und Betrieb der Netzreserve zu refinanzieren. Dadurch können auch die Netzentgelte geringer ausfallen.

    Begrenztes Brückeninstrument – Erfahrungen liegen vor

    Der Einsatz bliebe auf wenige Stunden im Jahr begrenzt, der zusätzliche CO2-Ausstoß entsprechend gering. Die Maßnahme wäre ein Brückeninstrument, bis neue, steuerbare und möglichst klimafreundliche Kraftwerke aus der Kraftwerksstrategie ans Netz gehen. Die gesetzlichen Grundlagen und operativen Erfahrungen aus der Energiekrise mit der befristeten Rückkehr von Reservekraftwerken liegen vor, eine Umsetzung wäre kurzfristig möglich.

    Energieintensiver Mittelstand als Partner der Transformation – kein Bittsteller

    Die Siempelkamp Giesserei versteht sich als Partner der Energiewende. Das Unternehmen investiert in Effizienz und liefert Schlüsselbauteile für Energieanlagen, Maschinenbau und Elektromobilität. „Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen“, betont Dr. Geier. „Dafür brauchen wir verlässliche und bezahlbare Strompreise. Die gezielte Nutzung der Netzreserve zur Glättung extremer Strompreisspitzen wäre ein pragmatischer, schnell wirksamer Schritt – im Interesse aller Stromverbraucher.“

    Der energieintensive Mittelstand appelliert daher an Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat, rasch die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen und die Kraftwerke der Netzreserve an Tagen mit extremen Strompreisen gezielt zur Marktteilnahme zu befähigen.

    Über Siempelkamp

    Die Siempelkamp Giesserei in Krefeld hat sich auf die Herstellung handgeformter Großgussteile bis 320 Tonnen aus Gusseisen mit Kugelgrafit spezialisiert und gehört mit einer Gussmenge von über 60.000 Tonnen pro Jahr sowie 400 Mitarbeiter:innen zu den größten Handformgießereien der Welt. Das umfassende und kundenorientierte Leistungspaket beinhaltet die Lieferung von Strukturbauteilen für viele innovativen Maschinenbauer im Bereich der Energiewirtschaft, der Rohstoffindustrie, dem Pressenbau, Stahlproduktion, Automotive und vielen anderen Bereichen der Transformation.

    Siempelkamp ist eine weltweit tätige Unternehmensgruppe mit den Geschäftsbereichen Maschinen- und Anlagenbau, Gusstechnik sowie Engineering und Service. Weltweit sorgen annähernd 3.000 Mitarbeiter dafür, dass die Siempelkamp-Gruppe mit ihren Technologien in der Weltspitze vertreten ist.

    Pressekontakt:
    Dr. Kai-Nils Eicke
    DJM Communication GmbH
    Ronsdorfer Straße 55
    D-40233 Düsseldorf
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    k.eicke@djm-com.de
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            Siempelkamp Giesserei GmbH
  • Bosch kooperiert mit Roboterhersteller Neura Robotics

    Der Technologiekonzern Bosch sieht Potenzial im Robotikmarkt und hat eine Kooperation mit dem Roboterhersteller Neura Robotics vereinbart. Das teilten die beiden Unternehmen aus Baden-Württemberg mit.

    Bosch habe im vergangenen Jahr ein Tochterunternehmen gegründet, um die Möglichkeiten der humanoiden Robotik stärker zu nutzen, so das Unternehmen. Dazu gehe das Unternehmen auch eine strategische Technologie- und Entwicklungspartnerschaft mit Neura Robotics ein.

    Ziel der Zusammenarbeit sei es, die industrielle Skalierung von humanoider Robotik voranzutreiben und das Zukunftsfeld weiterzuentwickeln, teilte Bosch mit. Den Angaben zufolge werden für die neue Bosch-Einheit in einem ersten Schritt rund 70 Menschen arbeiten.

    Daten in der Produktion sammeln

    Neben Softwareentwicklung würden die Partner auch beim Sammeln von Daten zu Bewegungsmustern im Produktionsablauf kooperieren. Die Zusammenarbeit umfasse zudem die potenzielle Zulieferung von Robotik-Komponenten durch Bosch, sowie eine mögliche Endmontage und Motorenfertigung für humanoide Roboter, teilte Bosch mit.

    «Physische Trainingsdaten sind die größte Herausforderung in der Robotik, niemand hat diese Daten», sagte Neura-Robotics-Chef David Reger laut Mitteilung. Mit Bosch habe das Unternehmen nun «die Möglichkeit, reale Daten zu erfassen, sie zu strukturieren und zu nutzen». Dafür sollen laut Neura Robotics reale Arbeits-, Bewegungs- und Umgebungsdaten in Bosch-Werken mit Sensor-Anzügen gesammelt werden.

    Neura Robotics ist ein 2019 gegründetes Start-up aus dem schwäbischen Metzingen. Im November vergangenen Jahres hatte Neura Robotics bereits eine Zusammenarbeit mit dem fränkischen Auto- und Industriezulieferer Schaeffler verkündet.