Autor: Stojancho Gjorgjiev

  • Rüstungsboom: Wie profitiert der Osten vom Milliardenmarkt?

    Kriege, Krisen, Zeitenwende – die Nachfrage nach Rüstungsgütern hat der deutschen Industrie einen Aufschwung beschert. Laut dem Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri ist Deutschland inzwischen viertgrößter Waffenexporteur der Welt. 

    Was davon kommt im Osten an? Zu wenig, findet Martin Kurczyk, Vorstand des neu gegründeten Mitteldeutschen Instituts für Sicherheitsindustrie (MISI) in Leipzig. Das müsse sich ändern. Auch, um die Menschen in Ostdeutschland mit den enormen Verteidigungsausgaben der Bundesregierung – 108 Milliarden allein in diesem Jahr – «zu versöhnen», findet der langjährige Generalmajor der Bundeswehr. Es sei «ungerecht», wenn diese Ausgaben nur in alten Bundesländern in Form von Wertschöpfung ankämen. Ziel müsse sein, dass Investitionen «analog der Größe der Einwohnerzahl» anteilig auch nach Mitteldeutschland zurückflössen. Kurczyks Rechnung nach wären das etwa zehn Prozent der in Deutschland entstehenden Wertschöpfung. 

    Wie groß ist die ostdeutsche Rüstungsbranche im Vergleich? 

    Zahlen zur Rüstungsbranche in Ostdeutschland gibt es kaum. Etwas Licht ins Dunkel bringt die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsgruppe BSW im Jahr 2024. Darin heißt es, für den Zeitraum von Januar bis zum 15. Oktober 2024 wurden für Sachsen Exportgenehmigungen für Rüstungsgüter und Kriegswaffen im Wert von gut 2,2 Millionen Euro erteilt, für Sachsen-Anhalt rund 7,9 Millionen Euro und für Thüringen rund 90 Millionen Euro. Zum Vergleich: Spitzenreiter im selben Zeitraum war Niedersachsen mit 3,9 Milliarden Euro gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern mit je etwa 2,3 Milliarden Euro.

    Die Gründe dafür sind historisch, sagt Peter Scheben vom Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV). Die Rüstungsindustrie sei traditionell stärker im Westen angesiedelt. Der Verband führe aktuell für Sachsen 16 Mitgliedsunternehmen. In Sachsen-Anhalt sind es vier und in Thüringen sieben. 

    Doch es gab zuletzt auch Bewegung: Im vergangenen Jahr hatte der Rüstungskonzern KNDS den früheren Alstom-Standort für Eisenbahnwaggonbau in Görlitz übernommen. Dort werden seitdem Panzerteile produziert. In Sachsen-Anhalt will die Rheinmetall AG Millionen in ihren Standort in Silberhütte im Harz investieren. Das Unternehmen hatte vergangenes Jahr zudem die Munitionsfirma Muni Berka in Dietersdorf (Kreis Mansfeld-Südharz) übernommen.

    Welche Branchen im Osten können profitieren? 

    Aus Sicht von Thomas Horn, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS), ergeben sich Chancen unter anderem für die Branchen Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Elektronik und Luft- und Raumfahrt. Auch die aktuell krisengeplagten Autozulieferer können profitieren, glaubt Jens Katzek, Geschäftsführer des Automotive-Clusters Ostdeutschland (ACOD). Die Unternehmen seien es gewohnt, «in großen Stückzahlen in hoher Präzision unter einem engen regulatorischen Korsett» zu arbeiten. Das sei «genau dasselbe wie auch im Verteidigungsbereich». Das Thüringer Wirtschaftsministerium sieht «ausreichend Potenzial, damit Thüringer Unternehmen wegbrechende Geschäftsfelder in anderen Branchen zumindest teilweise durch solche neuen Geschäftsfelder ersetzen können».

    Wie groß ist das Interesse an Rüstungsaufträgen? 

    Das Interesse scheint riesig. So schildern es alle Befragten. Ein Informationsforum der Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft im vergangenen Jahr platzte aus allen Nähten – knapp 300 Unternehmensvertreter waren vor Ort. Weitere Foren und «thematische Reisen» seien geplant, teilt das Wirtschaftsministerium mit. Es gebe «zahlreiche Anfragen zum potenziellen Einstieg in die Lieferketten», so Sachsens oberster Wirtschaftsförderer Thomas Horn. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsministerium bestätigt ein wachsendes Interesse bei Automobilzulieferern. Der Bundesverband BDSV und auch Martin Kurczyk vom MISI berichten von einem dauerhaft hohen Aufkommen neuer Mitgliedsanträge. Zentral für eine Aufnahme sei für Kurczyk aber nicht allein Geschäftsinteresse, sondern auch die «Haltung». Er erwarte, dass neue Mitglieder Interesse daran hätten «das, was ich kann, einzusetzen für die Sicherheit unseres Landes».

    Ist die Rüstung Zukunftsbranche oder eher zweites Standbein?

    Rüstungsaufträge seien «kein Allheilmittel» für die krisengeplagte Autoindustrie, so ACOD-Chef Jens Katzek. Er kenne «niemanden, der die Hoffnung hat, hier verliere ich im Autobereich mein Geschäft und deshalb werde ich zu 100 Prozent jetzt in den militärischen Bereich gehen». Für viele gehe es darum, fünf oder 15 Prozent ihres Umsatzes in diesem Feld zu erzielen. Das berichtet auch ein im Erzgebirge ansässiges Unternehmen der Automotive-Branche, das auch im Verteidigungsbereich arbeitet. Einen deutlichen Auftragsboom gebe es bislang nicht. Es gehe eher um ein «Zubrot». 

    MISI-Chef Kurczyk empfiehlt, die Verteidigungsbranche eher als zweites Standbein zu betrachten. Doch das Potenzial sei dank voller Auftragsbücher bei den größten Rüstungsunternehmen groß: «Da ist noch nichts produziert, aber die müssen liefern», so der Experte. Sich selbst hat der neu gegründete Branchenverband ambitionierte Ziele gegeben: Bis Ende 2027 will der Verein nach eigenen Planungen eine wesentliche Rolle bei Investitionen von mehr als 200 Millionen Euro in Mitteldeutschland spielen und zur Schaffung von über 1.000 Arbeitsplätzen beitragen, nicht allein im Bereich Rüstung, sondern auch beim zivilen Schutz, dem Schutz kritischer Infrastruktur und der Cyber-Sicherheit.

  • Rüstungsboom: Wie profitiert der Osten vom Milliardenmarkt?

    Kriege, Krisen, Zeitenwende – die Nachfrage nach Rüstungsgütern hat der deutschen Industrie einen Aufschwung beschert. Laut dem Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri ist Deutschland inzwischen viertgrößter Waffenexporteur der Welt. 

    Was davon kommt im Osten an? Zu wenig, findet Martin Kurczyk, Vorstand des neu gegründeten Mitteldeutschen Instituts für Sicherheitsindustrie (MISI) in Leipzig. Das müsse sich ändern. Auch, um die Menschen in Ostdeutschland mit den enormen Verteidigungsausgaben der Bundesregierung – 108 Milliarden allein in diesem Jahr – «zu versöhnen», findet der langjährige Generalmajor der Bundeswehr. Es sei «ungerecht», wenn diese Ausgaben nur in alten Bundesländern in Form von Wertschöpfung ankämen. Ziel müsse sein, dass Investitionen «analog der Größe der Einwohnerzahl» anteilig auch nach Mitteldeutschland zurückflössen. Kurczyks Rechnung nach wären das etwa zehn Prozent der in Deutschland entstehenden Wertschöpfung. 

    Wie groß ist die ostdeutsche Rüstungsbranche im Vergleich? 

    Zahlen zur Rüstungsbranche in Ostdeutschland gibt es kaum. Etwas Licht ins Dunkel bringt die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsgruppe BSW im Jahr 2024. Darin heißt es, für den Zeitraum von Januar bis zum 15. Oktober 2024 wurden für Sachsen Exportgenehmigungen für Rüstungsgüter und Kriegswaffen im Wert von gut 2,2 Millionen Euro erteilt, für Sachsen-Anhalt rund 7,9 Millionen Euro und für Thüringen rund 90 Millionen Euro. Zum Vergleich: Spitzenreiter im selben Zeitraum war Niedersachsen mit 3,9 Milliarden Euro gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern mit je etwa 2,3 Milliarden Euro.

    Die Gründe dafür sind historisch, sagt Peter Scheben vom Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV). Die Rüstungsindustrie sei traditionell stärker im Westen angesiedelt. Der Verband führe aktuell für Sachsen 16 Mitgliedsunternehmen. In Sachsen-Anhalt sind es vier und in Thüringen sieben. 

    Doch es gab zuletzt auch Bewegung: Im vergangenen Jahr hatte der Rüstungskonzern KNDS den früheren Alstom-Standort für Eisenbahnwaggonbau in Görlitz übernommen. Dort werden seitdem Panzerteile produziert. In Sachsen-Anhalt will die Rheinmetall AG Millionen in ihren Standort in Silberhütte im Harz investieren. Das Unternehmen hatte vergangenes Jahr zudem die Munitionsfirma Muni Berka in Dietersdorf (Kreis Mansfeld-Südharz) übernommen.

    Welche Branchen im Osten können profitieren? 

    Aus Sicht von Thomas Horn, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS), ergeben sich Chancen unter anderem für die Branchen Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Elektronik und Luft- und Raumfahrt. Auch die aktuell krisengeplagten Autozulieferer können profitieren, glaubt Jens Katzek, Geschäftsführer des Automotive-Clusters Ostdeutschland (ACOD). Die Unternehmen seien es gewohnt, «in großen Stückzahlen in hoher Präzision unter einem engen regulatorischen Korsett» zu arbeiten. Das sei «genau dasselbe wie auch im Verteidigungsbereich». Das Thüringer Wirtschaftsministerium sieht «ausreichend Potenzial, damit Thüringer Unternehmen wegbrechende Geschäftsfelder in anderen Branchen zumindest teilweise durch solche neuen Geschäftsfelder ersetzen können».

    Wie groß ist das Interesse an Rüstungsaufträgen? 

    Das Interesse scheint riesig. So schildern es alle Befragten. Ein Informationsforum der Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft im vergangenen Jahr platzte aus allen Nähten – knapp 300 Unternehmensvertreter waren vor Ort. Weitere Foren und «thematische Reisen» seien geplant, teilt das Wirtschaftsministerium mit. Es gebe «zahlreiche Anfragen zum potenziellen Einstieg in die Lieferketten», so Sachsens oberster Wirtschaftsförderer Thomas Horn. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsministerium bestätigt ein wachsendes Interesse bei Automobilzulieferern. Der Bundesverband BDSV und auch Martin Kurczyk vom MISI berichten von einem dauerhaft hohen Aufkommen neuer Mitgliedsanträge. Zentral für eine Aufnahme sei für Kurczyk aber nicht allein Geschäftsinteresse, sondern auch die «Haltung». Er erwarte, dass neue Mitglieder Interesse daran hätten «das, was ich kann, einzusetzen für die Sicherheit unseres Landes».

    Ist die Rüstung Zukunftsbranche oder eher zweites Standbein?

    Rüstungsaufträge seien «kein Allheilmittel» für die krisengeplagte Autoindustrie, so ACOD-Chef Jens Katzek. Er kenne «niemanden, der die Hoffnung hat, hier verliere ich im Autobereich mein Geschäft und deshalb werde ich zu 100 Prozent jetzt in den militärischen Bereich gehen». Für viele gehe es darum, fünf oder 15 Prozent ihres Umsatzes in diesem Feld zu erzielen. Das berichtet auch ein im Erzgebirge ansässiges Unternehmen der Automotive-Branche, das auch im Verteidigungsbereich arbeitet. Einen deutlichen Auftragsboom gebe es bislang nicht. Es gehe eher um ein «Zubrot». 

    MISI-Chef Kurczyk empfiehlt, die Verteidigungsbranche eher als zweites Standbein zu betrachten. Doch das Potenzial sei dank voller Auftragsbücher bei den größten Rüstungsunternehmen groß: «Da ist noch nichts produziert, aber die müssen liefern», so der Experte. Sich selbst hat der neu gegründete Branchenverband ambitionierte Ziele gegeben: Bis Ende 2027 will der Verein nach eigenen Planungen eine wesentliche Rolle bei Investitionen von mehr als 200 Millionen Euro in Mitteldeutschland spielen und zur Schaffung von über 1.000 Arbeitsplätzen beitragen, nicht allein im Bereich Rüstung, sondern auch beim zivilen Schutz, dem Schutz kritischer Infrastruktur und der Cyber-Sicherheit.

  • Körber erwartet 2026 schwächeres Umsatzwachstum

    Der Hamburger Technologiekonzern Körber rechnet 2026 mit einem schwächeren Umsatzwachstum als in Vorjahren. Körber erwartet ein Umsatzplus zwischen vier bis sechs Prozent, wie der Vorstandsvorsitzende Stephan Seifert im Interview der Deutschen Presse-Agentur sagte. Das entspreche organisch einem Umsatz von rund 3,2 bis 3,3 Milliarden Euro.

    Dass die Erwartung niedriger ist als in Vorjahren, hängt Seifert zufolge mit der aktuell volatilen und angespannten Weltlage zusammen. «Die Märkte sind insgesamt für uns in Ordnung», sagte Seifert, dessen Unternehmen international tätig ist. «Wegen der vielen Unsicherheiten planen wir dieses Jahr zwar etwas moderater, aber mal schauen, wo wir am Ende des Jahres landen.»

    Seifert zufolge ist das Stiftungsunternehmen Körber, das einen Teil des Gewinns an die gemeinnützige Körber-Stiftung ausschüttet, in vergangenen Jahren schnell gewachsen: «Die letzten sechs, sieben Jahre haben wir immer ein zweistelliges Umsatzwachstum gehabt zwischen 10 und 20 Prozent.»

    Die Ursprünge Körbers reichen bis 1946 zurück. Das Unternehmen belieferte als Maschinenbauer die Tabakindustrie, später kamen Bereiche wie Papier und Schleiftechnik hinzu. Seifert leitete nach eigener Aussage Ende 2016 einen Umbau ein: Körber gab mehrere konventionelle Geschäftsfelder ab und kaufte an anderer Stelle zu – etwa im Softwarebereich.

    Inzwischen ist Körber in die Bereiche Pharma, Supply-Chain und Technologies (Deutsch: Lieferkette und Technologien) gegliedert. Körber bietet vor allem Maschinen, Anlagen und Software an. Laut Website hat der Konzern rund 13.000 Mitarbeiter an mehr als 100 Standorten weltweit.

  • Kommunalwahl in Bayern ausgezählt: CSU verliert, AfD legt zu

    Die CSU hat bei den bayerischen Kommunalwahlen landesweit leichte Verluste hinnehmen müssen: Ihr Stimmenanteil in den Landkreisen und kreisfreien Städten ging im Vergleich zur Wahl 2020 von 34,5 auf nun 32,5 Prozent zurück. Die AfD legte von 4,7 auf 12,2 Prozent zu, vor allem die Grünen fuhren dagegen Verluste ein, wurden aber landesweit zweitstärkste Kraft, wie nach Auszählung der 96 Gremienwahlen beim Statistischen Landesamt im Internet ersichtlich war.

  • Kommunalwahl in Bayern ausgezählt: CSU verliert, AfD legt zu

    Die CSU hat bei den bayerischen Kommunalwahlen landesweit leichte Verluste hinnehmen müssen: Ihr Stimmenanteil in den Landkreisen und kreisfreien Städten ging im Vergleich zur Wahl 2020 von 34,5 auf nun 32,5 Prozent zurück. Die AfD legte von 4,7 auf 12,2 Prozent zu, vor allem die Grünen fuhren dagegen Verluste ein, wurden aber landesweit zweitstärkste Kraft, wie nach Auszählung der 96 Gremienwahlen beim Statistischen Landesamt im Internet ersichtlich war.

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    Die CSU hat bei den bayerischen Kommunalwahlen landesweit leichte Verluste hinnehmen müssen: Ihr Stimmenanteil in den Landkreisen und kreisfreien Städten ging im Vergleich zur Wahl 2020 von 34,5 auf nun 32,5 Prozent zurück. Die AfD legte von 4,7 auf 12,2 Prozent zu, vor allem die Grünen fuhren dagegen Verluste ein, wurden aber landesweit zweitstärkste Kraft, wie nach Auszählung der 96 Gremienwahlen beim Statistischen Landesamt im Internet ersichtlich war.

  • Kein Rechtsruck – IG Metall gewinnt Wahl bei VW Zwickau

    Der befürchtete große Rechtsruck bei der Betriebsratswahl im Zwickauer Volkswagen-Werk ist ausgeblieben. Die IG Metall erhielt zwar weniger Stimmen als vor einem Jahr, holte aber trotzdem mehr als 81 Prozent, wie aus einer Mitteilung der Gewerkschaft hervorgeht. Das als AfD-nah geltende «Bündnis freie Betriebsräte» kam auf 11,5 Prozent, die Liste 1 «Die Andere Liste» auf gut 7,3 Prozent. Etwa 8.200 Mitarbeiter waren zur Wahl ihrer neuen Mitarbeitervertretung aufgerufen.

    «Mit diesem Rückhalt gehen wir als Team IG Metall gestärkt und selbstbewusst in die bevorstehenden Auseinandersetzungen um die Zukunft des Standortes – und damit der gesamten Automobilregion», erklärte der erste Bevollmächtigte der IG Metall Zwickau, Thomas Knabel. «Der im Vorfeld vielfach vermutete Rechtsruck hat sich als medialer Scheinriese erwiesen. Diese Belegschaft weiß sehr genau, wer für ihre Interessen einsteht und wer nicht – auch das zeigt das eindeutige Ergebnis.»

    Rösler: Kommende Jahre entscheidend für Automobilregion

    Der Spitzenkandidat der IG Metall-Liste, Mike Rösler, sprach von einer Zeit, in der viele Beschäftigte verunsichert seien. «Die kommenden vier Jahre werden entscheidend für die Zukunft unserer gesamten Automobilregion sein», so der bisherige stellvertretende Betriebsratsvorsitzende. «Wir werden alles dafür tun, dass es hier am Standort auch über 2030 hinaus weitergeht, für sichere Arbeitsplätze und eine starke Industrieregion Zwickau.»

    Wegen Überkapazitäten an seinen deutschen Standorten baut Volkswagen bis 2030 bundesweit 35.000 Stellen ab. Das trifft auch die Standorte in Sachsen. Während die Gläserne Manufaktur in Dresden die Autoproduktion ganz eingestellt hat, muss das Fahrzeugwerk in Zwickau auf absehbare Zeit die Fertigung mehrerer Modelle abgeben. Statt wie bisher in drei Schichten wird hier nur noch in zwei Schichten gearbeitet. 

    Jobabbau auch bei VW in Zwickau

    Infolgedessen wurden den Angaben nach bereits 1.200 Arbeitsplätze abgebaut – durch altersbedingte Abgänge, Aufhebungsverträge und weil befristete Verträge nicht verlängert wurden. Mancher befürchtet, dass die Autoproduktion ganz eingestellt werden könnte, wenn die aktuelle Standortgarantie nach 2030 ausläuft. Die Auto-Fabrik ist innerhalb des VW-Konzerns Vorreiter in der E-Mobilität. Hier werden ausschließlich Elektroautos gebaut. 

    Bei der letzten Wahl vor gut einem Jahr hatte die IG Metall bei Volkswagen in Zwickau mit fast 89 Prozent noch größeren Zuspruch erhalten als bei der aktuellen Wahl. Allerdings gab es dieses Mal mit insgesamt drei Listen auch mehr Konkurrenz. Von den 35 Sitzen im neuen Gremium entfallen nun 29 auf die IG Metall, 4 auf das Bündnis freie Betriebsräte und 2 auf «Die Andere Liste».

  • Irans neuer oberster Führer fordert Rache für Kriegsopfer

    Irans neuer Religionsführer und Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei hat in einer ersten Stellungnahme Rache für die Kriegsopfer gefordert. Der 56-jährige Kleriker betonte die Notwendigkeit von Vergeltung, insbesondere für die bei einem Luftangriff getöteten Schülerinnen, wie es in einer Erklärung des Geistlichen hieß, die im Staatsfernsehen verlesen wurde.

  • Razzien gegen rechtsextremen Verlag

    In mehreren deutschen Bundesländern sowie Spanien und Polen laufen aktuell Razzien wegen eines rechtsextremen Verlags. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Karlsruhe. Zuvor hatte der rbb berichtet.

  • Thüringer Industrie hat schweres Jahr hinter sich

    Die Thüringer Industrie hat ein schwieriges Jahr 2025 hinter sich. Die Umsätze seien im Vergleich zum Vorjahr um 1,0 Prozent zurückgegangen, bei den Auftragseingängen habe das Minus bei 2,6 Prozent betragen, teilte das Landesamt für Statistik mit. Besonders hart traf es den Statistikern zufolge unter anderem die Maschinenbauer und die Autobranche mit jeweils deutlich zweistelligen Umsatzeinbrüchen. 

    Aus Sicht der IHK Erfurt machte sich vor allem die Investitionsschwäche im Inland, als auch die schleppende Nachfrage aus dem Ausland im Maschinenbau als einem der wichtigsten Thüringer Industriezweige bemerkbar. Dazu seien Unsicherheiten mit der US-Zollpolitik gekommen. Auch die stark vertretenen Auto- und Zulieferunternehmen im Freistaat litten nach Einschätzung der Experten unter der allgemeinen Investitionsschwäche. 

    Besonders auffällig: Während die Industrie bundesweit zum Ende des Jahres 2025 deutlich mehr Aufträge verzeichnen konnte, ging es in Thüringen bei den Auftragseingängen bergab. Das hängt laut IHK damit zusammen, dass bundesweit zuletzt Großaufträge in der Rüstungsindustrie für Zuwächse gesorgt hätten. Thüringen mit seiner kleinteilig strukturierten Wirtschaft sei von diesem Trend weitgehend abgekoppelt.