Öl- und Gasheizungen sollen nach dem Willen der schwarz-roten Koalition weiter in Wohnhäusern eingebaut werden. Das von der Ampel-Regierung eingeführte Gesetz solle so geändert werden, dass alle Heizungen wieder möglich seien, sagte Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) in Berlin.
Autor: Stojancho Gjorgjiev
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Kreise: US-Zoll auf EU-Importe soll 15 Prozent betragen
Nach der Zoll-Entscheidung des Obersten US-Gerichts soll auf EU-Importe in die Vereinigten Staaten US-Regierungskreisen zufolge künftig ein Zoll von 15 Prozent erhoben werden. Grundlage dafür sei das von US-Präsident Donald Trump jüngst unterzeichnete weltweite Zolldekret, teilte ein ranghoher Vertreter des Weißen Hauses mit.
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Defizit steigt kräftig: Deutscher Staat 2025 tiefer im Minus
Die Löcher im deutschen Staatshaushalt 2025 sind größer als zunächst angenommen. Das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung lag bezogen auf die Wirtschaftsleistung bei 2,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Auf vorläufiger Basis hatte die Wiesbadener Behörde das Minus auf 2,4 Prozent beziffert.
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Tax Technology Studie 2026: KI übernimmt Compliance-Themen, Steuerfunktion wird zum Business-Enabler (FOTO)
Düsseldorf (ots) –
- Regulatorik als größter Treiber: E-Invoicing (87 %) hat stärksten Einfluss auf Automatisierung
- 94 % nutzen weiterhin Excel und erhalten hiermit Lücken innerhalb der Systemlandschaft
- Steuerfunktion entwickelt sich zum Business-Enabler: bereits heute arbeiten 58 % in Mischrolle „Compliance und Beratung“
In der deutschen Steuerlandschaft entwickelt sich die Automatisierung der Steuerfunktion vom Trendthema zum neuen strategischen Gebot. Was treibt, was hemmt die Automatisierung? Worauf sollten Unternehmen bei der Entwicklung automatisierter Prozesse achten? Welche Rolle wird die Steuerfunktion in Zukunft übernehmen; welche wird sie an die Künstliche Intelligenz (KI) abtreten? In der aktuellen Studie „Tax Technology 3.0″*, gemeinsam mit Lünendonk, gibt Grant Thornton in Deutschland Einblicke in die Zukunft der digitalen Transformation der Steuerfunktion.
Regulatorik ist dominanter Digitalisierungs-Treiber
Steigende regulatorische Anforderungen und internationale Berichtspflichten gehören zu den stärksten Treibern für den Wandel in der Steuerfunktion. 87 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass E-Invoicing den größten Einfluss auf die Steuerfunktion hat. 57 Prozent sehen die Regulatorik im Bereich der globalen Mindestbesteuerung durch Pillar 2 als größten Treiber an, 29 Prozent nennen die bürokratischen Hürden im ESG-Bereich. Automatisierung von Prozessen findet sich daher aktuell besonders im Bereich der VAT-Meldungen (57 Prozent) und des Reportings (54 Prozent).
Lückenlose System-Architektur und hohe Datenqualität sind entscheidend für Automatisierung der Steuerfunktion
Automatisierung und Künstliche Intelligenz bieten Potenzial für erhöhte Transparenz und Entscheidungsunterstützung. Auf dem Weg zur Automatisierung wird dabei eine funktionierende Prozesslandschaft entscheidender sein als lückenhaft verknüpfte, aber im Einzelnen perfektionierte Tool-Lösungen. Die Studie macht deutlich: Deutsche Unternehmen schätzen ihren Digitalisierungsgrad deutlich höher ein, als es in der Realität der Fall ist. So bewerten 23 Prozent der Unternehmen den Stand der Transformation ihres Unternehmens mit „hoch“, 45 Prozent mit „mittel“.
Dennoch nutzen ganze 94 Prozent der befragten Unternehmen weiterhin hauptsächlich Excel als „Vermittler“ zwischen unterschiedlichen Systemen – und erhalten so eine Lücke in der System-Architektur. 85 Prozent nutzen ERP-Systeme wie SAP; nur 33 Prozent KI- und Automatisierung als hauptsächliche Tools. Hinzu kommt: Während 89 Prozent der Unternehmen ihr Stammdatenmanagement bereits über ERP-Systeme betreiben, liegen bei knapp zwei Dritteln der befragten Unternehmen (61 Prozent) relevante Daten weiterhin in Excel-Dateien oder vielfach an dezentralen Stellen ab. Dieses Bild zeichnet sich ebenfalls bei der Betrachtung der größten Hemmnisse beim Einsatz neuer Technologien ab: die mit Budgetrestriktionen (71 Prozent), Systemintegration (63 Prozent) und Datenqualität (56 Prozent) angegeben werden.
Aktuell geringer Einsatz von KI im Bereich der Steuerfunktion
Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen (44 Prozent) setzt bisher keine KI-Lösungen im Bereich der Steuerfunktion ein. Die Unternehmen, die KI nutzen, setzen sie v.a. zur Dokumentengenerierung (35 Prozent), zur Anfragebeantwortung (Chat Bots) (33 Prozent) oder zum Invoice-Matching (ein Viertel) ein.
Die verschiedenen KI-Technologien kommen unterschiedlich stark zum Einsatz: In 27 Prozent der Unternehmen sind RPA-Tools (regelbasierte Automatisierung) im produktiven Stadium; im Bereich der Generativen KI sind es 21 Prozent, und beim Machine Learning 14 Prozent. Die nächste Entwicklung, Agentic AI, steht bereits in den Startlöchern: Zwar haben 71 Prozent der Unternehmen bisher keine Agentic AI im Einsatz, jedoch befinden sich 15 Prozent der Unternehmen hiermit in der Planungs- und 14 Prozent in der Pilot-Phase. Keines der befragten Unternehmen setzt Agentic AI aktuell im produktiven Stadium ein.
Die Steuerfunktion der Zukunft: wertschöpfender Business-Enabler
„Wir sehen einen klaren Trend in der Entwicklung der Steuerfunktion“, erklärt Stefanie Nattkämper-Scholz, Partnerin und Sprecherin des Geschäftsbereichs Tax bei Grant Thornton in Deutschland. „Compliance und Beratung werden sich strukturell trennen. Compliance-Themen werden in Zukunft häufiger durch eine automatisierte Infrastruktur bearbeitet, während die Expertinnen und Experten in der Steuerfunktion vermehrt Beratungsaufgaben übernehmen. Basierend auf der Unterstützungsfunktion neuester Technologien, wird sich die Steuerfunktion daher zukünftig zum Business-Enabler und internen Berater weiterentwickeln.“
Bisher war die Arbeit der Steuerfunktion von externen Faktoren geprägt, arbeitete häufig reaktiv und erbrachte in der Regel Compliance-Services. In Zukunft werden automatisierte Prozesse verstärkter Teil der Arbeitsrealität der Steuerfunktion werden und den Bereich Compliance übernehmen, sodass sich die Teams zu wertschöpfenden, internen Beratern weiterentwickeln werden. Diese Entwicklung zeichnet sich schon heute ab: So hat in den befragten Unternehmen die Steuerfunktion bereits heute Einfluss auf die Investitionsplanung (63 Prozent), auf operative Themen (60 Prozent) und auf Standortwahl und Lieferketten-Thematiken (45 Prozent). Die Veränderung der Steuerfunktion wird auch in ihrem aktuellen Selbstverständnis deutlich: Stand heute verstehen sich nur noch 11 Prozent der Steuerfunktionen als reine Compliance-Abteilung. Der überwiegende Teil der Steuerfunktionen (58 Prozent) identifiziert sich bereits als Mischrolle aus Compliance und Beratung; 15 Prozent sehen sich schon jetzt als Business-Enabler und 16 Prozent als voll integrierter Planungsstab.
Das Studienbooklet ist auf Anfrage erhältlich.
*Über die Studie
Die Studie „Tax Technology 3.0“ wurde auf Initiative von Lünendonk in Kooperation mit DCCS, Ecovis, Grant Thornton, KMLZ und WTS durchgeführt. Im Zeitraum September bis November 2025 wurden 84 Unternehmen mit Sitz in Deutschland, hiervon 25 Klein- und Mittelständler, 28 Großunternehmen und 31 Konzerne, aus diversen Branchen wie Chemie, Pharma und Life Science, Maschinenbau, Automotive und Handel, durch Lünendonk befragt. Je ein Viertel der Teilnehmenden waren Tax Manager, CEOs bzw. CFOs oder Leiter der Steuerfunktion, die zu Themen wie Treibern und Hemmnissen der Automatisierung, Einbindung von KI in Unternehmensprozessen sowie zum zukünftigen Selbstverständnis der Steuerfunktion befragt wurden. Bei den Befragungen kamen, bei einem Mixed-Methods-Ansatz, vor allem standardisierte telefonische Interviews mit geschlossenen sowie offenen Fragen zum Einsatz.
Über Lünendonk
Lünendonk & Hossenfelder, mit Sitz in Mindelheim (Bayern), analysiert seit dem Jahr 1983 die europäischen Business-to-Business-Dienstleistungsmärkte (B2B). Im Fokus der Marktforscher stehen die Branchen Digital & IT, Business Consulting, Audit & Tax, Real Estate Services, Personaldienstleistung (Zeitarbeit, IT-Workforce) und Weiterbildung. Zum Portfolio zählen Studien, Publikationen, Benchmarks und Beratung über Trends, Pricing, Positionierung oder Vergabeverfahren. Weitere Informationen: www.luenendonk.de
Über Grant Thornton in Deutschland
Die Grant Thornton AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gehört zu den zehn größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in Deutschland. Rund 2.000 Mitarbeitende betreuen an zehn Standorten neben dem gehobenen Mittelstand auch börsennotierte Unternehmen. Das Prüfungs- und Beratungsunternehmen besteht aus den Geschäftsbereichen Audit & Assurance, Tax, Advisory und Legal. Die Gesellschaft ist rechtlich selbständig und unabhängig. Um die nationalen Kunden auch international gut begleiten zu können, ist die Gesellschaft Mitglied im internationalen Netzwerk Grant Thornton International Ltd. (GTIL). GTIL und deren Mitgliedsfirmen sind keine weltweite Partnerschaft, sondern rechtlich selbständige Gesellschaften. Mit rund 80.000 Mitarbeitenden in über 150 Ländern berät das Grant Thornton Netzwerk Unternehmen auf der ganzen Welt. Weitere Informationen: www.grantthornton.de
Pressekontakt: Corporate Communications Grant Thornton in Deutschland kommunikation@de.gt.com
Weiteres Material: www.presseportal.de Quelle: Grant Thornton AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
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Roboter und Rüstung: Schaeffler drosselt Auto-Abhängigkeit
Die deutsche Industrie ist in keiner guten Verfassung und die Konkurrenz in China und in den USA scheint davonzugaloppieren, technologisch und strukturell. Wie geht ein klassisches Industrieunternehmen mit einer solchen Situation um, was hält es am Standort Deutschland? Und wie muss es sich verändern, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein? Der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Schaeffler, Klaus Rosenfeld, hat der Deutschen Presse-Agentur die wichtigsten Fragen beantwortet:
Frage: Herr Rosenfeld, Deutschland und Europa wirken im internationalen Vergleich oft abgehängt – in China geht vieles schneller, in den USA ist vieles größer. Was macht Sie dennoch zuversichtlich, dass Sie als Global Player aus Deutschland heraus auch künftig erfolgreich sein können?
Antwort: Wir müssen Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen. Das ist nicht einfach. Aber es gibt durchaus gute Voraussetzungen: Der starke Mittelstand in Deutschland und Europa, die Innovationskraft, die wir seit Jahren unter Beweis stellen, unsere Technologiekompetenz. Vor allem auch in der Fertigung. Es mag viele Dinge geben, die uns im Weg stehen. Aber der Kern, die Kombination aus Innovation, Technologie, und fleißigen, engagierten Leuten, das ist das, was uns ausmacht.
Frage: Sie sprechen von engagierten Leuten. Gleichzeitig wird über Produktivität, Teilzeitquoten und mangelnde Flexibilität diskutiert. Wo stehen wir wirklich?
Antwort: Ich kann hier nur für Schaeffler sprechen. Die meisten Menschen, die ich treffe, strengen sich an, arbeiten gerne und sind engagiert. Natürlich gibt es auch mal Leute, die nicht mitziehen. Wenn das so ist, dann ist das aus meiner Sicht in erster Linie ein Führungsthema. Klar kann man sagen, die Produktivität in Deutschland ist nicht da, wo sie sein sollte. Wir haben einen Arbeitsmarkt, der nicht gerade durch Flexibilität glänzt. Wir haben demografische Probleme, die wir lösen müssen. Wir brauchen jede Menge engagierte junge Leute. Gleichzeitig ändern sich die Arbeitsbedingungen. Mit immer neuen Aufgaben. Qualifizierung wird immer wichtiger. Wir müssen stärker vorausdenken. Das ist eine Aufgabe, die es nicht nur politisch zu lösen gilt, sondern auch in den Unternehmen.
Frage: Ihr Unternehmen, Schaeffler, war lange stark vom klassischen Verbrennungsmotor abhängig. Wie lange bleibt dieses Geschäft tragfähig?
Antwort: Wir glauben an die E-Mobilität. Aber es wird noch eine lange Zeit auch Antriebe mit Verbrennungsmotoren geben oder zumindest Elemente daraus. Denken Sie an Hybrid-Antriebe. Auch für Reparaturen werden die Komponenten noch weiterhin gebraucht. Das ist ein starkes Geschäft bei uns. Ich glaube auch, dass wir noch lange nicht genug getan haben, um das Thema Recycling von Autos über den Lebenszyklus des Autos vom Anfang bis zum Ende durchzudenken. Die gesamte Kreislaufwirtschaft hat aus meiner Sicht viel mehr zu bieten, als wir bisher denken.
Frage: Die Automobilbranche bleibt Ihr wichtigster Kunde, steht aber selbst unter Druck. Woher soll künftig zusätzliches Wachstum kommen?
Antwort: Wir haben uns vorgenommen, dass wir 2035 zehn Prozent unseres Umsatzes aus neuen Aktivitäten erzielen wollen. Wenn wir 2035 bei etwa 30 Milliarden Euro Umsatz liegen, dann müssen wir 3 Milliarden Umsatz aus neuen Wachstumsfeldern erzielen. Dazu zählen zum Beispiel humanoide Roboter, aber auch die Verteidigungsindustrie oder die Raumfahrt. Wir sind gut gestartet. Die 3 Milliarden werden wir hinbekommen.
Frage: Sie setzen stark auf Komponenten für humanoide Roboter. Was genau planen Sie in diesem Geschäft?
Antwort: Das Thema Humanoide Roboter ist in aller Munde. Wir können uns aktuell vor Interesse nicht retten. Wir haben mittlerweile mehr als 28 Aufträge für Prototypen. Das, was Schaeffler technologisch kann, ist gefragt. Sei es Präzisionsmechanik, oder ein innovativer Aktuator. Im Humanoid-Geschäft fangen wir nicht von vorn an, sondern greifen auf bestehende Kernkompetenzen zurück. Das ist ein signifikanter Vorteil.
Frage: Der Markt gilt als stark von chinesischen Anbietern geprägt. Lässt sich aus Europa heraus dennoch Geld verdienen?
Antwort: Im Humanoid-Bereich sind wir einer der ersten Zulieferer, der sich hier engagiert hat. Dabei können wir nicht nur Prototypen. Wir können skalieren. Das ist ein weiterer wichtiger Vorteil. Wir selbst bauen keine humanoide Roboter, aber wir wollen die Lieferkette mitgestalten und als einer der führenden Zulieferer am Wachstum partizipieren. Und das weltweit. Dazu engagieren wir uns sowohl in China als auch in den USA. Jeweils mit getrennten Einheiten. Und unterschätzen Sie Europa nicht. Wir sehen auch hier große Chancen. Dabei hilft uns, dass wir in der Lage sind, humanoide Roboter in unserer eigenen Fertigung einzusetzen. Für uns ist das Humanoid-Geschäft ein Glücksfall.
Frage: Neue Technologien werfen auch ethische Fragen auf – etwa, wenn Roboter militärisch eingesetzt werden. Wie wird das intern diskutiert?
Antwort: Sie können sich vorstellen, dass das nicht jedem behagt. Jede Technologie lässt sich auch falsch verwenden. Es gibt Anwendungsfelder, nehmen wir militärische, wo das gefährlich ist. Darüber muss man reden. Wir fokussieren uns bei Schaeffler auf die zivilen Anwendungsfelder für humanoide Roboter, wo deren Anwendung sehr viel Sinn macht.
Frage: Sie haben auch die Verteidigungsindustrie als Wachstumsfeld definiert. Ist das eine Reaktion auf die Schwäche der Autoindustrie – oder eine bewusste strategische Neuausrichtung?
Antwort: Schaeffler ist schon seit vielen Jahren im Verteidigungsgeschäft engagiert. Allerdings nur im kleineren Rahmen. Der Einstieg in das Verteidigungsgeschäft ist für uns ein strategischer Schritt. Wir denken seit jeher langfristig. Es geht insofern um mehr, als nicht ausgelastete Kapazitäten im Automotive-Bereich auszugleichen. Gleichzeitig nutzen wir auch in diesem Bereich bestehende Kompetenzen. Wenn Sie etwa Flugobjekte wie Drohnen bauen wollen, brauchen Sie dafür kleine, sehr hochleistungsfähige Elektromotoren. Die können wir heute schon. Und genau da setzt die Partnerschaft mit dem Drohnenbauer Helsing an.
Frage: Wie ist dieses Geschäft organisatorisch bei Ihnen verankert?
Antwort: Wir haben für das Verteidigungsgeschäft eine eigene legale Einheit geschaffen, die sitzt nicht in Herzogenaurach, sondern in München. Aktuell sind wir dabei, das Managementteam dafür zusammenzustellen. Es ist wichtig, dass wir die Bedingungen im Verteidigungsgeschäft richtig verstehen. Am Ende sitzen da immer auch die Streitkräfte und andere staatliche Akteure mit am Tisch.
Frage: Was unterscheidet das Verteidigungsgeschäft strukturell vom klassischen Automobilzuliefergeschäft?
Antwort: Es gibt Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Im traditionellen Automobilzulieferergeschäft gilt: The Winner takes it all. Einer bekommt den großen Auftrag, Konsortien gibt es eher nicht. In der Verteidigung scheint es eher üblich zu sein, sich gegenseitig zu ergänzen, und zu verstehen, was man denn gemeinsam machen will. Das ist interessant. In beiden Bereichen gibt es große etablierte Unternehmen und Start-ups. Und den Bedarf für stabile und verlässliche Lieferketten. Da kommt unsere Kompetenz ins Spiel. Sie können Kunden im Verteidigungsgeschäft dann gut bedienen, wenn die Lieferkette China-frei ist. Und am besten auch US-frei. Magneten für Elektromotoren kommen heute überwiegend aus China. Da muss man einen Weg finden, wie man die Magneten aus Europa oder vielleicht sogar aus Deutschland bekommt. Dafür braucht man Erfahrung mit Lieferketten und einen Namen als starker Partner.
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Heiner Wilmer neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz
Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Der Bischof von Hildesheim wurde am Vormittag zum Nachfolger des bisherigen Vorsitzenden Georg Bätzing gewählt.
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Verdi ruft zu bundesweiten Warnstreiks im Nahverkehr auf
Die Gewerkschaft Verdi ruft für Freitag und in manchen Regionen auch für Samstag zu bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr auf. Wie Verdi mitteilte, will sie so den Druck auf die Arbeitgeberseite bei den Tarifverhandlungen erhöhen.
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Kreise: US-Zoll auf EU-Importe soll zehn Prozent betragen
Nach der Zoll-Entscheidung des obersten US-Gerichts soll auf EU-Importe in die Vereinigten Staaten US-Regierungskreisen zufolge künftig ein Zoll von zehn Prozent erhoben werden. Grundlage dafür sei das von US-Präsident Donald Trump jüngst unterzeichnete weltweite Zolldekret, teilte ein ranghoher Vertreter des Weißen Hauses mit.
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Rüstung erstmals mit eigenem Bereich auf Hannover Messe
Die Hannover Messe setzt in diesem Jahr erstmals auch auf das Thema Rüstung: In einem neuen Themenbereich auf der weltgrößten Industrieschau (20. bis 24. April) werden Lösungen für den schnellen Aufbau der Produktion von Rüstungsgütern gezeigt, teilte die Messegesellschaft in Hannover mit. In Halle 26 wird dafür ein spezieller Ausstellungsbereich ausgewiesen, der Defense Production Park.
Rund 40 Unternehmen stellen dort auf 1.200 Quadratmetern ihre Angebote zur Produktionstechnik für Rüstung aus. Als Gäste erwartet werden unter anderem Rheinmetall-Chef Armin Papperger und Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Papperger will dabei auch über die Bedeutung industrieller Leistungsfähigkeit im Spannungsfeld von Sicherheit, Geopolitik und technologischer Unabhängigkeit referieren.
Weniger Aussteller als vor einem Jahr
Hauptthema der Hannover Messe ist aber erneut der Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Produktion, Automatisierung und Robotik. 3.500 Aussteller aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie der Energiewirtschaft werden erwartet, 500 weniger als vor einem Jahr. Vertreten sind auch zahlreiche Technologie-Firmen wie Microsoft, Amazon Web Services, SAP und Siemens. Hinzu kommen Mittelständler und mehr als 200 Start-ups. 2025 kamen 127.000 Besucher.
Eröffnet wird die Messe von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und dem Präsidenten des diesjährigen Partnerlandes Brasilien, Luiz Inácio Lula da Silva. «Die Zusammenarbeit mit Brasilien ist mehr als Handel – sie ist ein strategisches Bündnis», sagte Messechef Jochen Köckler. «Gerade in Zeiten globaler Spannungen müssen wir auf verlässliche Partner setzen. Die Hannover Messe bietet dafür die ideale Plattform.»
Für die Messegesellschaft ist der neue Bereich Verteidigung auch ein Vorgeschmack auf die bevorstehende Sicherheits- und Verteidigungsmesse, die hier in gut einem Jahr erstmals stattfinden soll. Premiere der Defence & Security Equipment International Germany ist im März 2027.
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Solides Baujahr 2025: Starke Branche, bereit für drängende Aufgaben
Alle Betriebe des Bauhauptgewerbes, inklusive der Betriebe mit weniger als 20 Beschäftigten, haben im Jahr 2025 ca. 172 Mrd. Euro umgesetzt, ein nominales Plus von 5,3 Prozent, unter Herausrechnung der Preisentwicklung ein reales Wachstum um ca. 2,5 Prozent. Die Auftragseingänge stiegen 2025 real um ca. sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dazu Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe:
„Das Bauhauptgewerbe hat ein insgesamt solides Jahr hinter sich. Während die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland nur schleppend verläuft, wuchs das Bauhauptgewerbe real um rund 2,5 Prozent. Das ist ein klares Signal, dass sich die Baubranche trotz vieler Hindernisse als einer der Stabilitätsanker der deutschen Wirtschaft weiter behaupten kann. Und das muss sie auch, denn die drängenden Aufgaben von Wohnungsbau über Infrastruktur und Energiewende müssen gebaut werden. Unsere Betriebe stehen dafür bereit.
Wachstumsimpulse gab es aus einzelnen Bereichen des Tiefbaus. Treiber waren Großprojekte zum Umbau der Energieinfrastruktur, zur Sanierung der Schienenwege, zum Ausbau des ÖPNV und zum Breitbandausbau.
Der Straßenbau dagegen lief enttäuschend. Wegen der späten Verabschiedung des Bundeshaushaltes und der Umgliederung von Haushaltsmitteln ins Sondervermögen blieben die Order bis ins vierte Quartal deutlich unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt stieg der Umsatz im Tiefbau um 11 Prozent, real ca. 9 Prozent.
Hochbau weiter schwach
Der Wohnungsbau bleibt das Sorgenkind der Branche. Der über drei Jahre andauernde Rückgang der Baugenehmigungen hat sich erwartungsgemäß in der Umsatzentwicklung niedergeschlagen (nominal ca. +1,0 Prozent, real ca. minus 2 Prozent). Zudem blieb die Umsatzentwicklung im Wirtschaftshochbau verhalten. Einerseits hat die schwache Konjunktur im Maschinenbau, der Automobilindustrie und der chemischen Industrie die Investitionsneigung in Wirtschaftsgebäude gebremst. Deutliche Impulse kamen demgegenüber aus dem Aufbau von Rechenzentren. Insgesamt kam der Hochbau nur auf ein nominales Umsatzwachstum von knapp zwei Prozent, real ein Rückgang um ca. 1,0 Prozent.
Umsatzprognose 2026: Plus 2,5 Prozent
Für 2026 rechnen wir mit einem realen Umsatzwachstum im Bauhauptgewerbe von 2,5 Prozent. Treiber der Entwicklung bleibt der Tiefbau, der nun zusätzliche Impulse aus dem Sondervermögen erhält. Im Wohnungsbau ist der Tiefpunkt der Nachfrage durchschritten. Baugenehmigungen und Order haben hier auf niedrigem Niveau wieder Fuß gefasst. Das reicht aber noch nicht, um auf die benötigten gut 300.000 Wohnungen zu kommen. Die Sonderabschreibung sollte auf den EH-55-Standard abgesenkt werden, so wie es bei der degressiven AfA bereits gilt und bei der KfW-Förderung verankert werden muss.
Beschäftigte
Schon im vergangenen Jahr konnte der Beschäftigtenstand erfreulicherweise gehalten werden. Nach ca. 916.300 Beschäftigten 2024 waren im Bauhauptgewerbe 2025 ca. 923.000 Beschäftigte an Bord. Die Zahl der Auszubildenden steigt erfreulich weiter an.
Die steigende Nachfrage im Tiefbau hat dieses Wachstum möglich gemacht. Die Bauwirtschaft steht bereit, den Kapazitätsaufbau fortzusetzen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.“
Alle Zahlen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes und eigenen Berechnungen. Die Zahlen gelten für sämtliche Betriebe des Bauhauptgewerbes.
Pressekontakt: Iris Rabe Leiterin Abteilung Kommunikation und Presse Zentralverband Deutsches Baugewerbe Kronenstr. 55-58 10117 Berlin Telefon 030-20314-409, Fax 030-20314-420 eMail rabe@zdb.de
Weiteres Material: www.presseportal.de Quelle: ZDB Zentralverband Dt. Baugewerbe