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  • Die KI-Token-Falle: Warum Unternehmen mit ChatGPT & Co. ihr blaues Wunder erleben werden (FOTO)

    Viele Unternehmen setzen derzeit voll auf KI-Agenten und machen sich unwissentlich von großen Anbietern wie OpenAI oder Anthropic extrem abhängig. Doch mit neueren, komplexeren Modellen explodieren die Token-Kosten bereits jetzt und haben sich stellenweise schon verzehn- oder verzwanzigfacht. Wenn die Preise in den nächsten Jahren weiter steigen, droht vielen Firmen ein böses Erwachen, weil der vermeintlich günstige KI-Mitarbeiter plötzlich teurer wird als eine echte Fachkraft.

    Wer seine Prozesse blind an externe Cloud-KI koppelt, läuft sehenden Auges in eine existenzbedrohende Kostenfalle. Hier erfahren Sie, wie der Wechsel zu lokalen Systemen gelingt und wie Firmen ihre KI-Kosten dauerhaft unter Kontrolle behalten.

    Warum die tatsächlichen KI-Kosten oft unterschätzt werden

    Die Einführung von KI beginnt in vielen Unternehmen zunächst unkompliziert. Einzelne Teams testen ChatGPT oder andere Systeme mit ersten Automatisierungen und erzielen schnell sichtbare Ergebnisse. Dadurch entsteht häufig der Eindruck, KI lasse sich nahezu unbegrenzt skalieren.

    Genau hier liegt jedoch das Problem. Moderne KI-Agenten benötigen enorme Rechenleistung. Sobald Unternehmen KI produktiv einsetzen – etwa für Programmierung, Datenanalyse oder Prozessautomatisierung –, steigen die laufenden Betriebskosten deutlich an.

    Hinzu kommt die Abhängigkeit von wenigen großen Plattformanbietern. Derzeit beherrschen 4 US-Techunternehmen den weltweiten Markt. Unternehmen haben weder Einfluss auf die Preisentwicklung noch auf Lizenzbedingungen oder die Verfügbarkeit bestimmter Modelle. Steigende API-Kosten können dadurch direkte wirtschaftliche Folgen haben.

    Warum lokale KI-Systeme an Bedeutung gewinnen

    Immer mehr Unternehmen beschäftigen sich deshalb mit lokalen KI-Infrastrukturen. Dabei geht es nicht nur um Datenschutz, sondern zunehmend auch um Kostenkontrolle und Planbarkeit.

    Besonders sensible Daten sollten ohnehin nicht unkontrolliert in externe Cloud-Systeme gelangen. Dazu gehören beispielsweise Fertigungsrezepte, CAD-Modelle, technische Entwicklungsdaten oder sicherheitsrelevante Informationen. Gerade im Maschinenbau können solche Daten einen erheblichen Wettbewerbsvorteil darstellen.

    Deshalb empfiehlt sich häufig ein schrittweiser Einstieg. Unternehmen können zunächst mit unkritischen Prozessen in der Cloud Erfahrungen sammeln und gleichzeitig intern Kompetenzen aufbauen. Denn viele Probleme entstehen weniger durch die KI selbst, sondern durch schlecht strukturierte Unternehmensdaten und fehlende semantische Zuordnungen. Semantik meint in diesem Zusammenhang die klare, digitale Deutung der zugrundeliegenden Daten wie z.B. Maschineneinstellungen.

    Kleine Modelle statt maximaler Rechenleistung

    Ein häufiger Irrtum besteht darin, automatisch die größten Modelle einsetzen zu müssen, weil Mitarbeitende sich daraus erhoffen, unklare Daten besser interpretieren zu können. In der Praxis zeigt sich oft das Gegenteil.

    Sobald ein Use Case sauber beschrieben und die Daten sinnvoll aufbereitet wurden, reichen häufig deutlich kleinere Modelle aus. Dadurch sinken sowohl die Hardwareanforderungen als auch die laufenden Kosten. Gleichzeitig verbessern sich oft Geschwindigkeit und Stabilität der Systeme. Entscheidend ist daher nicht allein die Modellgröße, sondern die Qualität der Prozessbeschreibung und Datenstruktur.

    Die neue Abhängigkeit vom Cloud-Markt

    Zusätzlich verschärft sich derzeit die Situation auf dem Hardwaremarkt. Leistungsfähige KI-Beschleuniger von Nvidia oder vergleichbaren Herstellern haben häufig Lieferzeiten von drei bis sechs Monaten. Gleichzeitig werden viele Systeme inzwischen primär an große Rechenzentrumsbetreiber ausgegeben.

    Für mittelständische Unternehmen entsteht dadurch eine neue Abhängigkeit. Eigene KI-Infrastrukturen lassen sich oft nicht kurzfristig aufbauen, weshalb viele Firmen auf gemietete Cloud-Ressourcen angewiesen bleiben. Dadurch verlieren sie jedoch erneut einen Teil ihrer Kostenkontrolle

    Eigene Infrastruktur als langfristige Lösung

    Trotz hoher Anfangsinvestitionen kann eine eigene KI-Infrastruktur wirtschaftlich sinnvoll sein. Spezialisierte KI-Server kosten zwar schnell 40.000 bis 50.000 Euro oder mehr, ermöglichen anschließend jedoch planbare monatliche Kosten über Leasing- oder Abschreibungsmodelle.

    Gerade bei KI-gestützter Softwareentwicklung oder sogenanntem Agentic Programming kann sich dieser Ansatz lohnen. Mehrere Entwickler können gleichzeitig auf lokale Open-Source-Modelle zugreifen, ohne dass jede einzelne Anfrage zusätzliche API-Kosten verursacht.

    Wichtig bleibt allerdings eine saubere Planung. Fehlkäufe bei KI-Hardware sind teuer und aufgrund der angespannten Marktlage schwer zu korrigieren. Deshalb sollten Unternehmen ihre Use Cases, Lastprofile und Skalierungsanforderungen genau analysieren, bevor sie größere Investitionen tätigen.

    KI braucht langfristige Strategien

    Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich, dass KI nicht nur eine Softwarefrage ist. Unternehmen müssen sich zunehmend mit Infrastruktur, Skalierung und langfristigen Betriebskosten beschäftigen.

    Wer heute ausschließlich auf externe KI-Dienste setzt, erzielt zwar kurzfristig schnelle Ergebnisse, begibt sich jedoch gleichzeitig in eine erhebliche wirtschaftliche Abhängigkeit. Deshalb dürfte die Fähigkeit, eigene KI-Infrastrukturen strategisch aufzubauen und intelligent mit Cloud-Systemen zu kombinieren, in den kommenden Jahren zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden.

    Wer KI langfristig wirtschaftlich einsetzen will, muss deshalb nicht nur über Modelle nachdenken, sondern vor allem über Infrastruktur, Datenhoheit und kontrollierbare Betriebskosten. Genau dort entscheidet sich künftig, welche Unternehmen KI strategisch beherrschen und welche lediglich hohe Cloud-Rechnungen bezahlen.

    Über Dr. Alexander Nichau:

    Dr. Alexander Nichau ist Geschäftsführer der niologic GmbH und Experte für Künstliche Intelligenz, Machine Learning und datengetriebene Prozessautomatisierung im Mittelstand. Seit 2015 unterstützt er Unternehmen bei der Integration von KI in bestehende Systemlandschaften. Als Google-AI-Partner zählt niologic zu den wenigen spezialisierten KI-Beratungen im deutschen Mittelstand. Weitere Informationen unter: www.niologic.de.

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    Ruben Schäfer
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  • Komplexe Zeichnungsteile für die Luftfahrt: Becker Avionics hebt Beschaffung mit FACTUREE auf neue Flughöhe

    Spezielle Oberflächen, 3.1-Materialprüfzeugnisse, Verzollung und unterschiedliche Fertigungsverfahren machen die Beschaffung von Zeichnungsteilen im Luftfahrtumfeld besonders anspruchsvoll. Becker Avionics setzt daher bei Serien- und Projektbedarfen auf FACTUREE. Der Spezialist für digitales Procurement liefert unter anderem beschichtete Blechteile sowie CNC-Dreh- und Fräskomponenten. Fertigung, Oberflächenbehandlung, Nachweise, Logistik und Verzollung sind in einem zentralen Beschaffungsprozess gebündelt.

    Die Becker Avionics GmbH entwickelt und produziert Kommunikations-, Navigations-, Surveillance- und Intercom-Systeme sowie Search-and-Rescue-Lösungen für Luftfahrt- und Bodenanwendungen. Die über FACTUREE beschafften Bauteile kommen in unterschiedlichen Geräten und Baugruppen für den Luftfahrtbereich zum Einsatz.

    Im Fokus stehen sowohl Serienbedarfe als auch projektbezogene Fertigungen mit Stückzahlen typischerweise zwischen 10 und 300 Teilen. Besonders hoch sind dabei die Anforderungen an Oberflächenqualität, Dokumentation und Prozesssicherheit.

    Wenn Oberfläche, Nachweise und Logistik keine Kompromisse zulassen

    Für Becker Avionics geht es nicht allein um die Fertigung einzelner Zeichnungsteile. Entscheidend ist vielmehr, dass unterschiedliche Anforderungen entlang der gesamten Beschaffungskette zuverlässig zusammenspielen – von Fertigungsverfahren und Oberflächenbehandlung bis hin zu Nachweisen und Logistik.

    Eine besondere Rolle spielen dabei spezifizierte Oberflächenbehandlungen wie SurTec 650, eine chrom(VI)-freie Passivierung für Aluminium und Aluminiumlegierungen. Solche Oberflächen sind im Luftfahrtumfeld relevant, da sie definierte Anforderungen an Korrosionsschutz und Materialeigenschaften erfüllen müssen. Gleichzeitig erhöht dies die Komplexität in der Beschaffung erheblich. Die geforderte Oberflächenausführung konnte nur von wenigen spezialisierten Anbietern umgesetzt werden.

    Zusätzlich müssen Materialprüfzeugnisse nach EN 10204-3.1 sowie Liefer- und Verzollungsprozesse zuverlässig abgebildet werden.

    „Gerade bei spezialisierten Anforderungen steigt der Aufwand schnell, wenn unterschiedliche Lieferanten und Prozesse koordiniert werden müssen. Für uns war deshalb entscheidend, die Beschaffung zentral steuern zu können. FACTUREE bildet alle Schritte in einem durchgängigen Beschaffungsprozess ab und übernimmt die Abwicklung als zentraler Vertragspartner“, sagt Tobias Ollech, Senior Einkäufer bei der Becker Avionics GmbH.

    One-Stop-Shop reduziert Komplexität

    FACTUREE koordiniert für Becker Avionics unterschiedliche Fertigungsverfahren und technische Anforderungen über einen zentralen Beschaffungsprozess. Über das Netzwerk aus mehr als 2.000 Fertigungspartnern stehen immer geeignete Fertigungskapazitäten bereit, auch für komplexe Bedarfe. Der Spezialist für digitales Procurement deckt dabei auch alle erforderlichen begleitenden Prozesse wie Verzollung und Nachweisdokumentation ab.

    Dadurch ist Becker Avionics sowohl bei Serien- als auch Projektbedarfen schnell mit entsprechenden Bauteilen ausgestattet, ohne selbst für unterschiedliche Fertigungs- und Oberflächenanforderungen separate Lieferketten aufbauen zu müssen. Der organisatorische Aufwand im Einkauf reduziert sich deutlich.

    „Für uns hat sich FACTUREE als One-Stop-Shop für anspruchsvolle Zeichnungsteile etabliert. Wir sparen wertvolle Zeit und Kosten“, erklärt Tobias Ollech. „Den Bezug von CNC-Dreh- und Frästeilen über FACTUREE möchten wir weiter ausbauen. Zudem wollen wir die Belieferung mit Blechteilen fortsetzen und das entsprechende Volumen steigern.“

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  • Höchststrafe für Terroranschlag von Bielefeld

    Für den Terroranschlag auf feiernde Menschen in Bielefeld ist der Attentäter zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht sprach den 36-jährigen Syrer wegen vierfachen versuchten Mordes schuldig, stellte die besondere Schwere seiner Schuld fest und ordnete Sicherungsverwahrung an.

  • Deutscher Filmpreis geht an «In die Sonne schauen»

    Das Drama «In die Sonne schauen» von Mascha Schilinski ist beim Deutschen Filmpreis mit der Goldenen Lola ausgezeichnet worden. Das gab die Deutsche Filmakademie in Berlin bekannt.

  • In der Lebensmittelinnovation ist die nächste Herausforderung die Skalierung (FOTO)

    Deutschlands Lebensmittelsystem zählt zu den weltweit stärksten, weist aber kritische Lückenin der Effizienz der Lieferkette und der Klimaresilienz auf. Der Global Resilient Food Systems Index zeigt, dass selbst stabile Systeme wie das deutsche (weltweit auf Platz 7 rangiert) durch Störungen destabilisiert werden können. Der Economist Impact Index hebt Stärken bei Erschwinglichkeit und Stabilität hervor und zeigt Möglichkeiten, die Resilienz durch verbesserte Klimaanpassung und innovative Skalierungslösungen weiter zu stärken.

    Deutschlands Lebensmittelsysteme weisen solide Grundlagen auf

    Deutschlands Lebensmittelsystem hat solide Grundlagen bei Erschwinglichkeit und Versorgungsstabilität, gestützt auf robuste landwirtschaftliche Produktion und effektive inländische Verteilungssysteme, die solide zugrundeliegende Strukturen widerspiegeln. Das zeigen neue Recherchen der Wochenzeitung „The Economist“, einem führenden Wirtschaftsmagazin, unterstützt durch das Unternehmen Cargill.

    Der Resilient Food Systems Index (RFSI) ordnet 60 Länder nach ihrer Fähigkeit, trotz Störungen ausreichend, erschwingliche und nahrhafte Lebensmittel bereitzustellen. Deutschland rangiert mit einer Gesamtpunktzahl von 73,5 auf einer Skala von 100 auf Platz 7 von 60 – deutlich über dem globalen Durchschnitt von 63,88 und positioniert das Land unter den weltweit führenden Lebensmittelsystemen mit starken Grundlagen. Diese Einstufung spiegelt Deutschlands außergewöhnliche Leistung in Schlüsselbereichen wider: Die Erschwinglichkeit einer gesunden Ernährung erreicht 98,3 für die Gesamtbevölkerung und 99,5 für die unteren 40 %, wodurch das Land zu den weltweit gerechtesten Ernährungssystemen zählt. Deutschland erreicht bei der Reaktionsfähigkeit auf Klimarisiken 59 Punkte und liegt damit unter dem weltweiten Durchschnitt, wobei das Land besonders anfällig für physische Klimarisiken (40,6) ist, was die Fähigkeit zur Bewältigung künftiger Schocks beeinträchtigen könnte.

    Die nächste Phase: von Innovation zur Skalierung

    Europa mangelt es nicht an Ideen, wenn es um Lebensmittelinnovation geht. Die herausfordernde Aufgabe besteht darin, vielversprechende Konzepte in Produkte umzuwandeln, die zuverlässig hergestellt, realistisch bepreist und von Verbrauchern akzeptiert werden können. Diese Herausforderung wird dringender, da Lebensmittelhersteller mit steigendem Kostendruck, zunehmend komplexer Regulierung und wachsenden Erwartungen hinsichtlich Ernährung, Transparenz von Zutaten und Lieferketten-Resilienz zu navigieren haben.

    Deutschlands spezifische Innovationsherausforderungen

    Für Lebensmittelhersteller wird diese Herausforderung immer dringlicher. Besonders in Deutschland bleibt die Rezepturänderung auf der Agenda, da Unternehmen auf die Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in verarbeiteten Lebensmitteln reagieren. Die Reduzierung dieser Inhaltsstoffe ist selten eine einfache Eins-zu-eins-Substitution; Zucker, Fett und Salz spielen oft mehrfache Rollen bei Geschmack, Textur, Mundgefühl, Konservierung, Verarbeitung und Verbraucherakzeptanz. Der Übergang von Konzept zu Kommerzialisierung bedeutet, technische, fertigungstechnische, behördliche und kommerzielle Fragen gleichzeitig zu lösen.

    Deshalb wird die nächste Phase der Lebensmittelinnovation weniger von Ideenfindung allein und mehr von Ausführung abhängen. Neue Produkte und Technologien müssen in der Fabrik, in der gesamten Lieferkette und bei Verbrauchern funktionieren.

    Das Skalierungsproblem

    Viele vielversprechende Lebensmittelideen verlieren an Schwung, wenn sie von Konzept in kommerzielle Produktion übergehen. Ein Durchbruch kann in technischen Tests gut abschneiden, dann aber auf praktische Herausforderungen rund um Skalierung, Beschaffung, Regulierung, Kosten oder Anwendungsleistung stoßen. Um Innovation erfolgreich auf den Markt zu bringen, müssen diese Probleme zusammen gelöst werden.

    Um diese Lücke zu schließen, braucht es Partner, die sowohl die wissenschaftliche als auch die kommerzielle Seite verstehen. Cargill ist ein Familienunternehmen, das Lebensmittel, Zutaten, Agrarlösungen und Industrieprodukte bereitstellt, um die Welt zu ernähren. Diese Breite gibt Cargill einen Überblick über Zutaten, Anwendungen, Lieferketten und Kundenbedürfnisse. Es hilft Herstellern, Zutaten-Wissenschaft mit Anwendungstests, Lieferungssicherung und kommerzieller Ausführung zu verbinden, damit vielversprechende Konzepte von technischer Möglichkeit zu Produkten werden, die in Fabriken und auf Regalen funktionieren.

    Technologie und Partnerschaft als Lösungen

    Als wahrer Verfechter der Lebensmittelsicherheit muss Cargill diese Störungen nicht nur beheben, sondern auch vorausschauend berücksichtigen. Ein Schlüssel zur Stärkung der Lieferketten-Resilienz auf operativer Ebene ist künstliche Intelligenz; ein anderer ist die Entwicklung strategischer Partnerschaften.

    Künstliche Intelligenz zur Stärkung der Lieferketten-Resilienz

    Digitale Tools und KI können technischen Teams helfen, Optionen in frühen Stadien einzugrenzen, Formulierungsvarianten zu modellieren oder Laborarbeit auf die vielversprechendsten Wege zu konzentrieren. Dies ermöglicht es, Unsicherheiten in einem frühen Stadium zu reduzieren und Ressourcen auf Lösungen zu konzentrieren, die einen besseren Weg zur Validierung, Herstellung und Kommerzialisierung bieten.

    Die praktischen Vorteile sind erheblich: Teams können schneller zwischen technischer Machbarkeit und kommerzieller Umsetzung navigieren – genau das, was Deutschland benötigt, um die Effizienz seiner Lieferkette von derzeit 46,8 auf Weltniveau zu erhöhen.

    Partnerschaft als Schlüsselfaktor

    Partnerschaft wird dabei zunehmend zentral. Cargill arbeitet mit Startups, Technologieentwicklern und Kunden im gesamten Lebensmittelsystem zusammen, um Ideen mit kommerziellem Potenzial zu skalieren. Durch Partnerschaften, Innovationszentren und technische Anwendungskompetenz in ganz Europa hilft das Unternehmen, frühe Wissenschaft mit Fertigung, Formulierung und Markt-Realitäten zu verbinden.

    Praktische Beispiele erfolgreicher SkalierungEverSweet: Fermentation als Lösung zur Zuckerreduktion

    Fermentation ist ein Beispiel dafür, wie traditionelle Methoden an der Grenze zur neuen Lebensmittelwissenschaft stehen. Fermentationsbasierte Zutaten können mit einem wissenschaftlichen Durchbruch beginnen, aber ihr Langzeitwert hängt davon ab, ob sie konsistent produziert, in reale Anwendungen integriert und zu tragbaren Kosten geliefert werden können. Für Hersteller ist die Gelegenheit praktisch: Fermentation kann Reformulierung, Geschmack und Leistung unterstützen, vorausgesetzt, sie kann über technische Versprechen hinaus zu kommerzieller Umsetzung gelangen.

    EverSweet-Stevia-Süßstoff (ein Produkt von Avansya, ein Joint Venture von dsm-firmenich und Cargill) zeigt, wie das in der Praxis aussehen kann. EverSweet ist ein fermentationsbasierter, kalorienfreier Stevia-Süßstoff. Durch Fermentation hergestellt, ermöglicht EverSweet Zuckerreduktion, während es das Geschmackserlebnis unterstützt, das Verbraucher erwarten. Das ist wichtig auf Märkten wie Deutschland, wo Initiativen im Bereich öffentliche Gesundheit und Industrie weiterhin Zuckerreduktion in Kategorien wie Getränke, Molkerei und Süßwaren fördern.

    Damit ist EverSweet ein anschauliches Beispiel für die allgemeine Herausforderung bei der Neuformulierung. Der Erfolg hängt davon ab, dass praktische Fragen hinsichtlich des Geschmacks, der Rezeptur, der Leistungsfähigkeit und der Vermarktung geklärt werden, damit verbesserte Nährwertprofile auch weiterhin zu Produkten führen, die die Verbraucher wiedererkennen und genießen.

    NextCoa(TM): Nachhaltige Schokoladealternativen

    Im Rahmen seiner Zusammenarbeit mit Voyage Foods arbeitet Cargill daran, NextCoa (TM), eine Alternative zu Schokolade für Süßwaren, in größerem Maßstab zu produzieren. Im Vergleich zu Schokolade weist NextCoa(TM) einen um bis zu 67 % geringeren CO2-Fußabdruck, eine um 93 % geringere Flächenbelastung und einen um 99 % geringeren Wasserverbrauch auf.

    Für Hersteller von Schokolade, Backwaren und Süßwaren führen die Schwankungen auf dem Kakaomarkt und sich wandelnde Geschäftserwartungen dazu, dass die Nachfrage nach flexiblen Zutatenoptionen steigt. Die Herausforderung besteht darin, neue Ansätze in bewährten Anwendungen zum Erfolg zu führen, sensorische Erwartungen zu erfüllen und den Anforderungen der industriellen Produktion gerecht zu werden. Neue Ansätze schaffen Mehrwert, wenn sie Herstellern helfen, auf den Druck des Marktes zu reagieren und dabei die Akzeptanz bei den Verbrauchern im Mittelpunkt zu behalten.

    Von der Wissenschaft zur Produktion

    Die nächste Phase der Lebensmittelinnovation wird weniger auf Ideenfindung und mehr auf praktische Umsetzung angewiesen sein. Neue Zutaten und Technologien müssen im Labor, in der Fabrik, in der gesamten Lieferkette und bei Verbrauchern wirksam funktionieren.

    Systemisches Denken

    Technologie kann diesen Weg von der Idee bis zur Umsetzung unterstützen, auch wenn sie nur ein Teil eines umfassenderen Systems zur Unternehmensskalierung ist. Digitale Tools und künstliche Intelligenz können technischen Teams helfen, Optionen einzugrenzen, Formulierungsentscheidungen zu modellieren und Laborarbeit auf die vielversprechendsten Wege zu konzentrieren. Der Wert ist praktisch: Teams dabei helfen, Unsicherheit früher zu reduzieren und Ressourcen auf Lösungen mit einem stärkeren Weg zur Validierung, Herstellung und Kommerzialisierung zu konzentrieren.

    Resilienz durch skalierte Innovation

    Deutschlands 7. Platz im globalen RFSI zeugt von seinen soliden Grundlagen in den Bereichen Erschwinglichkeit, Qualität und Versorgungssicherheit. Hinter diesem beeindruckenden Ranking verbirgt sich jedoch eine entscheidende Herausforderung: Die Lücken bei der Effizienz der Lieferkette (46,8/100, fast 20 Punkte unter dem globalen Durchschnitt von 66,6/100) und der Klimaresilienz (59/100, mit einer physischen Risikoexposition von 40,6/100) könnten diese Erfolge untergraben, wenn es zu Störungen kommt.

    Die nächste Phase der Lebensmittelinnovation wird Unternehmen und Ökosysteme bevorzugen, die von Wissenschaft zu Fertigung, sicherer Versorgung und Transformation von Innovation in kommerzielle Umsetzung übergehen können. Die Gelegenheit besteht darin, wissenschaftliche Ideen mit industrieller Disziplin zu verbinden. Durch sein Netzwerk europäischer Innovations- und Anwendungszentren arbeitet Cargill mit Herstellern zusammen, um Zutaten-Wissenschaft, Anwendungskompetenz, Lieferketten-Wissen und kommerzielle Umsetzung zu verbinden, damit mehr Innovationen in großem Maßstab auf den Markt gelangen.

    Dies ist nicht nur eine Frage der technischen Machbarkeit. Es ist eine Frage der Koordination – zwischen Forschung und Produktion, zwischen einzelnen Maßnahmen und Systemintegration, zwischen lokalen Innovationen und globaler Auswirkung. Resilienz wird nicht durch einzelne Maßnahmen erreicht. Sie wird durch Systeme erreicht, die funktionieren.

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  • Bestellungen bei Maschinenbauern stagnieren

    Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat im April einen stagnierenden Auftragseingang verzeichnet. Während aus dem Ausland preisbereinigt 4 Prozent höhere Bestellungen eingingen als im Vorjahresmonat, brach die Inlandsnachfrage um 7 Prozent ein. Unter dem Strich blieb ein unveränderter Bestellwert, wie der Branchenverband VDMA berichtet. Die Unternehmen zeigten sich trotz der geopolitischen Krisen robust. 

    VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt sieht trotz einzelner Lichtblicke wie der Sonderkonjunktur zur Ausstattung von Rechenzentren wachsende Standortprobleme in Deutschland. «Noch immer wird zu viel über Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit geredet und viel zu wenig umgesetzt», kritisierte er. Der Verband fordert niedrigere Steuern, flexiblere Arbeitsmärkte und Bürokratieabbau.

    Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonats-Schnitt von Februar bis April verbuchte die Branche ein Orderplus von 5 Prozent – getrieben vor allem durch Großaufträge im außergewöhnlich starkem März. Die Nachfrage kam vor allem aus Ländern außerhalb des Euro-Raums (+9 Prozent), während die Eurozone stagnierte und das Inlandsgeschäft sogar um 2 Prozent zurückging.

  • Hamburger stimmen deutlich gegen Olympia-Bewerbung

    Die Hamburgerinnen und Hamburger haben sich in einem Referendum gegen eine Bewerbung ihrer Stadt um Olympische und Paralympische Spiele ausgesprochen. Schon vor Ende der Auszählung aller laut Landeswahlleiter Oliver Rudolf abgegebenen 652.193 Stimmen stand eine klare Mehrheit gegen die Kandidatur für die Spiele 2036, 2040 oder 2044 fest.

  • Höhlendrama in Laos: Erster Goldsucher geborgen

    Der erste von fünf in einer überfluteten Höhle in Laos eingeschlossenen Goldsucher ist geborgen worden. Er sei am Abend (Ortszeit) erfolgreich aus dem Berg geholt worden, berichteten der Sender CNN und die thailändische Rettungseinheit MTK übereinstimmend. Die weiteren Eingeschlossenen sollen nun nach und nach aus der Höhle geholt werden.

  • EU-Kommission will Milliarden für Ungarn freigeben

    Nach dem Regierungswechsel in Ungarn will die Europäische Kommission festgesetzte EU-Mittel in Höhe von bis zu 16,4 Milliarden Euro für das Land freigeben. Der Großteil des Geldes solle fließen, wenn von Ungarn beschlossene Reformen und Investitionen umgesetzt seien, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

  • Adi Hütter wieder Trainer bei Eintracht Frankfurt

    Adi Hütter ist neuer Trainer von Eintracht Frankfurt. Für den 56 Jahren alten Österreicher ist es die zweite Amtszeit beim hessischen Fußball-Bundesligisten, den er bereits von 2018 bis 2021 trainierte.