Das Deutschlandticket kostet ab Januar 66,80 Euro und damit 3,80 Euro mehr als bisher. Das hat der für die Preisgestaltung zuständige Koordinierungsrat auf einer heutigen Sitzung entschieden, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr.
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TRIDELTA Gruppe übernimmt Magnettechnik-Geschäft von tk accelis / Ausbau der Aktivitäten in der Permanentmagnettechnik – Geschäft wird ab 1. Oktober 2026 als TRIDELTA Magnettechnik GmbH fortgeführt (FOTO)
Die TRIDELTA Gruppe wird zum 1. Oktober 2026 die Aktivitäten der tk accelis Magnettechnik übernehmen. Das Magnettechnik-Geschäft hat seinen Standort in Bochum und wird künftig als TRIDELTA Magnettechnik GmbH fortgeführt. Der Standort in Bochum bleibt bestehen.
Mit der Übernahme erweitert die familiengeführte TRIDELTA Gruppe ihre bestehenden Aktivitäten im Bereich der Permanentmagnettechnik. Die tk accelis Magnettechnik verfügt über langjährige Erfahrung mit Permanentmagneten, in der Beschaffung und im Vertrieb sowie in der technischen Beratung für industrielle Anwendungen.
Innerhalb der Gruppe wird die künftige TRIDELTA Magnettechnik GmbH die Aktivitäten der TRIDELTA Magnetsysteme GmbH in Dortmund, Nordrhein-Westfalen, ergänzen. TRIDELTA Magnetsysteme konzentriert sich auf die Entwicklung und Fertigung permanentmagnetischer Antriebstechnologien und Baugruppen. Zu den Schwerpunkten gehören Magnetkupplungen, Magnetbremsen, Ringspaltsysteme sowie kundenspezifisch entwickelte magnetische Baugruppen.
„Mit der Übernahme der tk accelis Magnettechnik stärken wir gezielt unsere Marktposition und schaffen zusätzliche Wachstumschancen für die gesamte TRIDELTA Gruppe. Die Kombination aus Entwicklungs-, Produktions- und Handelskompetenz eröffnet neue Möglichkeiten für unsere Kunden und Partner weltweit. Dieser Schritt ist ein wichtiger Meilenstein in der Weiterentwicklung unserer Gruppe und unterstreicht unseren Anspruch, einer der führenden Partner für Permanentmagnettechnik in Europa zu sein.“erklärt Christoph Zangl, Geschäftsführer der TRIDELTA Magnetsysteme und Head of Business Development TRIDELTA Group
Gemeinsame Wurzeln in der Dortmunder Magnettechnik
TRIDELTA Magnetsysteme und tk accelis Magnettechnik verbindet eine lange industrielle Geschichte. Beide Unternehmenslinien gehen auf die 1920 gegründete Magnetfabrik Dortmund zurück.
Langfristige industrielle Entwicklung
Die TRIDELTA Gruppe verfolgt als familiengeführte Industriegruppe eine langfristig ausgerichtete Unternehmensstrategie. Im Mittelpunkt steht die Weiterentwicklung ihrer Unternehmen, ihrer technischen Kompetenzen und ihrer Standorte.
Der Standort der künftigen TRIDELTA Magnettechnik GmbH in Bochum bleibt bestehen. Von dort aus sollen die bestehenden Markt- und Kundenaktivitäten weitergeführt und weiterentwickelt werden.
Über die TRIDELTA Gruppe
Die TRIDELTA Gruppe ist eine familiengeführte Industriegruppe. Ihre Muttergesellschaft, die TRIDELTA GmbH, hat ihren Sitz in Hermsdorf, Thüringen.
Zur Gruppe gehören spezialisierte Industrieunternehmen aus den Bereichen Permanentmagnettechnik und Magnetsysteme, poröse Sinterwerkstoffe, Magnetpulver sowie Werkzeug- und Formenbau. Ergänzt werden die industriellen Aktivitäten durch Gesellschaften aus den Bereichen Energieversorgung und Gewerbeimmobilien.
Zu den Unternehmen der Gruppe gehören unter anderem die TRIDELTA Magnetsysteme GmbH und die TRIDELTA Siperm GmbH in Dortmund, Nordrhein-Westfalen, sowie die TRIDELTA Hartferrite GmbH und die TriWeFo TRIDELTA Werkzeug- und Formenbau GmbH in Hermsdorf, Thüringen.
Die Unternehmen der Gruppe bedienen Kunden unter anderem aus Maschinenbau, Automobilindustrie, Elektrotechnik, Medizintechnik, Chemieindustrie und Raumfahrt.
Die TRIDELTA Gruppe ist familiengeführt und auf eine langfristige industrielle Entwicklung ihrer Unternehmen und Standorte ausgerichtet
Über tk accelis Magnettechnik
Die tk accelis Magnettechnik ist eine Zweigniederlassung der tk accelis Materials GmbH mit Standort in Bochum. Das Geschäft verfügt über langjährige Erfahrung mit Permanentmagneten und magnetischen Komponenten für industrielle Anwendungen. Neben dem Vertrieb von Permanentmagneten gehören technische Beratung und anwendungsspezifische Lösungen zum heutigen Leistungsspektrum. Das Unternehmen geht zurück auf die 1920 gegründete Magnetfabrik Dortmund.
Ab dem 1. Oktober 2026 werden die übernommenen Aktivitäten unter dem Namen TRIDELTA Magnettechnik GmbH innerhalb der TRIDELTA Gruppe fortgeführt.
Pressekontakt: TRIDELTA GmbH Kristina Seydel 0231 4501 227 kseydel@TRIDELTA.de
Weiteres Material: www.presseportal.de Quelle: Tridelta GmbH
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Unsichere Maschinen aus China: VDMA fordert Importverbote
Deutschlands Maschinenbauer fordern eine schärfere Marktüberwachung für Importe aus Drittstaaten, um Lieferungen unsicherer Maschinen nach Europa zu verhindern. Diese gefährdeten einen fairen Wettbewerb und würden europäische Sicherheitsstandards untergraben, kritisierte der Branchenverband VDMA.
«Hersteller von unsicheren Maschinen aus Drittländern müssen auf eine Schwarze Liste gesetzt werden.» Dies müsse unmittelbar ein Importverbot nach sich ziehen, um die Lieferung solcher Maschinen nach Europa zu unterbinden, ähnlich wie es Länder wie die USA und Indien bereits täten, so der Verband.
Nach einer aktuellen Befragung unter mehr als 400 Mitgliedsfirmen sehen sich knapp zwei Drittel im Wettbewerb mit Maschinen konfrontiert, die wesentliche Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen – oft aus China, aber auch aus anderen Ländern. Genannt werden unter anderem fehlende Notabschaltungen, mangelhafte Schutzvorrichtungen oder Defizite bei der elektrischen Sicherheit. Mehr als die Hälfte der betroffenen Firmen berichtet von Auftragsverlusten, weil die Konkurrenz durch geringere Sicherheitsstandards Preisvorteile erziele. Zuvor hatte die «Welt am Sonntag» vorab berichtet.
«Sicherheit darf kein Wettbewerbsnachteil sein»
Als Herkunftsland Nummer eins für unsichere Maschinen nennen die befragten Firmen aus knapp 20 Fachzweigen des Maschinen- und Anlagenbaus China (52 Prozent). Es folgen Indien und die Türkei. In 37 Prozent der Fälle ließ sich die Herkunft nicht klar zuordnen.
«Sicherheit darf kein Wettbewerbsnachteil sein», sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. «Unsere Unternehmen halten europäische Sicherheitsvorschriften ein und stecken erhebliche Ressourcen in sichere Maschinen. Sie dürfen nicht gegenüber Anbietern benachteiligt werden, die gesetzliche Anforderungen missachten und dadurch Kostenvorteile erzielen.»
Der VDMA fordert neben Importverboten für auffällige Hersteller zudem schärfere Produktkontrollen und eine Marktüberwachung aus einer Hand. «Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die bestehenden Strukturen der Marktüberwachung nicht ausreichen, um unsichere Produkte wirksam vom europäischen Markt fernzuhalten». Die Folgen seien auch Sicherheitsrisiken für Beschäftigte.
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Inflation steigt erstmals seit Ende 2023 über drei Prozent
Hohe Energiepreise haben die Teuerung in Deutschland erstmals seit Ende 2023 über die Marke von drei Prozent getrieben. Die Verbraucherpreise lagen im September um 3,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats – nach 2,9 Prozent Inflation im August, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte.
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Oberstes US-Gericht: Tennessee darf Hinrichtung vollstrecken
In Tennessee darf die erste geplante Hinrichtung einer Frau seit mehr als 200 Jahren vollstreckt werden. Das Oberste US-Gericht gab einem Eilantrag der für die Gefängnisse zuständigen Behörde des Bundesstaates statt und setzte damit den von einer unteren Instanz verhängten Vollstreckungsstopp außer Kraft.
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Linke-Politiker Koçak gibt Sitz im Innenausschuss ganz auf
Der Berliner Linke-Abgeordnete Ferat Koçak gibt nach Kritik an zu viel Nähe zu mutmaßlichen Angehörigen krimineller Clanstrukturen seinen Sitz im Innenausschuss des Bundestags ganz auf. «Ich möchte nicht, dass meine Kolleginnen und Kollegen und ihre wichtige parlamentarische Arbeit durch Angriffe auf meine Person zusätzlich belastet werden», schrieb Koçak auf X. Er hatte seine Ausschusstätigkeit wegen der Vorwürfe zuvor bereits ruhen lassen.
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Ifo: Geschäftsklima in Chemiebranche hellt sich deutlich auf
Die Stimmung in der deutschen Chemieindustrie hellt sich immer weiter auf. Im September stieg das Ifo-Geschäftsklima für die Branche zum zweiten Mal in Folge und verbesserte sich deutlich auf +5,5 Punkte, nach -2,6 Punkten im August, wie das Institut in München mitteilte.
Die Unternehmen in der drittgrößten deutschen Industriebranche nach dem Auto- und Maschinenbau schätzten ihre Geschäftslage mit +8,8 Punkten erneut positiv ein. Auch die Geschäftserwartungen hellten sich spürbar auf: von -15,0 auf +2,3 Punkte. «Kunden im In- und Ausland stocken ihre Lager weiter auf und nehmen dafür höhere Preise in Kauf», sagte Ifo-Branchenexpertin Anna Wolf.
Getragen wird die Erholung laut Ifo von den Exporten und Aufträgen aus dem verarbeitenden Gewerbe. Auch die höheren Staatsausgaben für Verteidigung und Infrastruktur stützen über die Vorleistungskäufe die Chemie.
Chemiebranche profitiert vom Iran-Krieg
Der Auftragsbestand werde aber weiter als sehr niedrig eingeschätzt und angesichts hoher Kosten bleibe die Ertragslage angespannt. «Die Erholung ist fragil, da die verbesserte preisliche Wettbewerbsfähigkeit auf temporären Faktoren, darunter Produktionsausfällen und Lieferkettenstörungen in der Golfregion, beruht», sagte Wolf. «Die Standortnachteile bleiben, der Stellenabbau geht weiter.»
Die Chemieindustrie hat in den vergangenen Monaten vom Iran-Krieg profitiert: Mit dem Konflikt kam es zu Lieferausfällen aus dem Nahen Osten und dem besonders betroffenen Asien. So verlagerte sich die Nachfrage nach Chemie-Produkten zu deutschen und europäischen Herstellern, die teils die Preise erhöhen konnten. Konzerne wie BASF und Evonik hoben ihre Gewinnprognosen an. Der Branchenverband VCI sieht aber noch keine nachhaltige Erholung.
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80 Jahre Unimog – und wichtiger denn je?
In der kleinen badischen Gemeinde Ötigheim kann man eine Menge Spaß haben. Direkt an der Bundesstraße 3 versteckt sich im Wald das Unimog-Testgelände. Mit drei kräftigen Schritten wuchtet man sich die Stufen hinauf in die Fahrerkabine. Anschnallen, festhalten, Abfahrt. Es folgen: Wasserbecken, mächtige Schlaglöcher, Schieflage. Auf einer für Pkw-Fahrer komplett irrationalen Steigung stemmt sich der Unimog hinab der Schwerkraft entgegen, während der Gurt gegen die Brust und Schulter presst.
Dabei ist der Unimog eigentlich kein Fahrzeug, bei dem der Spaß im Vordergrund steht. Das Nutzfahrzeug wird ganz unterschiedlich genutzt. Zum Beispiel von Kommunen für den Winterdienst. Aber auch von der Feuerwehr oder dem Militär – also so ziemlich das Gegenteil von Spaßveranstaltungen.
Wie konnte sich dieses Fahrzeug – das zu Beginn mal für den Acker gedacht und so gebaut wurde, dass genau zwei Kartoffelreihen zwischen die Räder passen – in den vergangenen Jahrzehnten zu einem so vielseitigen Fahrzeug entwickeln? Und warum ist der Unimog heute womöglich relevanter denn je?
Entstanden in der Nachkriegszeit
Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erkannte Albert Friedrich, ehemaliger Leiter der Daimler-Benz Flugmotorenfertigung, «den enormen Bedarf an Agrar-Schleppern für Klein- und Mittelbetriebe in der deutschen Landwirtschaft», heißt es auf der Webseite der zum Daimler-Truck-Konzern gehörenden Sparte Mercedes-Benz Trucks.
Neben der Geländetauglichkeit habe die einfache Umrüstbarkeit für vielfältige Aufgaben im Vordergrund gestanden. Das Fahrzeug sollte robust, schnell und vielseitig sein. Sozusagen eine Art frisierter Traktor.
In Schwäbisch Gmünd auf dem Gelände der Firma Erhard & Söhne wurden die ersten Prototypen für ein solches Nutzfahrzeug getestet. Der Ingenieur Hans Zabel sei es dann gewesen, der aus dem Projektnamen «Universal-Motor-Gerät für die Landwirtschaft» die Abkürzung «Unimog» machte.
Die erste Prüfungsfahrt fand am 9. Oktober 1946 statt. Zwei Jahre später startete die erste Serienfertigung im Werk der Gebrüder Boehringer im schwäbischen Göppingen. Damals noch mit einem markanten Ochsenkopf mit Hörnern, die ein «U» darstellten, als Markenzeichen auf der Motorhaube.
Weil dort die Produktion schnell an ihre Grenzen stieß, übernahm Daimler-Benz. 1951 begann die Produktion in deren Lkw-Werk im badischen Gaggenau, südlich von Karlsruhe. Heute wird der Unimog nicht allzu weit entfernt in Wörth am Rhein produziert, die Komponenten kommen weiterhin aus Gaggenau.
Experte: Grundidee auch 80 Jahre später noch relevant
«Der eigentliche Erfolg des Unimog besteht darin, dass eine 1946 entwickelte Grundidee auch 80 Jahre später noch relevant ist», sagt Stefan Reindl, Direktor vom Institut für Automobilwirtschaft im schwäbischen Geislingen.
Seit dem ersten Prototyp sei nahezu alles am Fahrzeug technisch weiterentwickelt worden, aber nicht dessen grundlegendes Versprechen: «Ein Fahrzeug bereitzustellen, das dort arbeiten kann, wo konventionelle Fahrzeuge an ihre Grenzen gelangen.»
Der Unimog sei ein bemerkenswertes Beispiel für ein Produktkonzept, dessen technischer Wesenskern über Jahrzehnte relevant geblieben sei, sagt Experte Reindl. Aus dem ursprünglich landwirtschaftlich ausgerichteten Fahrzeug habe sich eine eigene Fahrzeuggattung zwischen Lkw, Geräteträger, Zugmaschine und hochgeländegängigem Spezialfahrzeug entwickelt.
Blick in die Zukunft
Der Unimog sei für Daimler Truck ein Wachstumsfeld, sagt Dennis Kinzelmann, der als Chef von Mercedes-Benz Special Trucks auch das Unimog-Geschäft verantwortet. Es ist September, Kinzelmann blickt auf einer Branchenmesse in Hannover auf einen grünen Unimog. Er wirkt – auch wenn es sein Job ist, seine Fahrzeuge gut zu verkaufen – begeistert, wenn er vom Unimog spricht.
Die Nachfrage nach dem Unimog werde steigen, weil zum einen eine Notwendigkeit besteht, die Verteidigungsfähigkeit in Europa sicherzustellen, sagt Kinzelmann. «Und zum anderen sehen wir, dass der Unimog bei Waldbränden, Überschwemmungen und anderen Naturkatastrophen benötigt wird, die wahrscheinlich leider im Rahmen des Klimawandels zunehmen werden», sagt Kinzelmann.
Eine konkrete Prognose zur künftigen Absatzentwicklung macht Daimler Truck jedoch nicht. Insgesamt seien in den vergangenen Jahren mehr als 375.000 Unimog produziert und verkauft worden. Jährlich liege der Unimog mit einer niedrigen vierstelligen Anzahl im Plan, sagt Kinzelmann.
Experte: «Multifunktionalität, Robustheit und Einsatzsicherheit»
Für professionelle Anwender liege der besondere Wert des Unimog in seiner «Multifunktionalität, Robustheit und Einsatzsicherheit», sagt Autoexperte Reindl. Ein Unimog werde häufig nicht für eine einzelne Aufgabe angeschafft, sondern als Plattform für sehr unterschiedliche Anwendungen.
So könnten ihn Kommunen außerhalb vom Winterdienst auch für Grünpflege einsetzen. Entscheidend sei also nicht nur der Preis, sondern die mögliche Auslastung über das gesamte Jahr.
Nach Angaben von Daimler Truck beginnt das Basisfahrzeug preislich ganz grob im hohen fünfstelligen Bereich. Je nach Ausführung könne die Preisspanne erheblich variieren. Für Privatleute stellt sich die Frage nach dem Preis für gewöhnlich ohnehin nicht. Auch wenn zuletzt ein Showcar für das Luxussegment vorgestellt wurde, das aber noch weit davon entfernt ist, wirklich auf den Markt zu kommen.
Immerhin: Wer mal in einem Unimog mitfahren möchte, kann das unweit der Teststrecke in Ötigheim im Außenbereich vom Unimog-Museum in Gaggenau tun. Kostenpunkt: 9,50 Euro.
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80 Jahre Unimog – und wichtiger denn je?
In der kleinen badischen Gemeinde Ötigheim kann man eine Menge Spaß haben. Direkt an der Bundesstraße 3 versteckt sich im Wald das Unimog-Testgelände. Mit drei kräftigen Schritten wuchtet man sich die Stufen hinauf in die Fahrerkabine. Anschnallen, festhalten, Abfahrt. Es folgen: Wasserbecken, mächtige Schlaglöcher, Schieflage. Auf einer für Pkw-Fahrer komplett irrationalen Steigung stemmt sich der Unimog hinab der Schwerkraft entgegen, während der Gurt gegen die Brust und Schulter presst.
Dabei ist der Unimog eigentlich kein Fahrzeug, bei dem der Spaß im Vordergrund steht. Das Nutzfahrzeug wird ganz unterschiedlich genutzt. Zum Beispiel von Kommunen für den Winterdienst. Aber auch von der Feuerwehr oder dem Militär – also so ziemlich das Gegenteil von Spaßveranstaltungen.
Wie konnte sich dieses Fahrzeug – das zu Beginn mal für den Acker gedacht und so gebaut wurde, dass genau zwei Kartoffelreihen zwischen die Räder passen – in den vergangenen Jahrzehnten zu einem so vielseitigen Fahrzeug entwickeln? Und warum ist der Unimog heute womöglich relevanter denn je?
Entstanden in der Nachkriegszeit
Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erkannte Albert Friedrich, ehemaliger Leiter der Daimler-Benz Flugmotorenfertigung, «den enormen Bedarf an Agrar-Schleppern für Klein- und Mittelbetriebe in der deutschen Landwirtschaft», heißt es auf der Webseite der zum Daimler-Truck-Konzern gehörenden Sparte Mercedes-Benz Trucks.
Neben der Geländetauglichkeit habe die einfache Umrüstbarkeit für vielfältige Aufgaben im Vordergrund gestanden. Das Fahrzeug sollte robust, schnell und vielseitig sein. Sozusagen eine Art frisierter Traktor.
In Schwäbisch Gmünd auf dem Gelände der Firma Erhard & Söhne wurden die ersten Prototypen für ein solches Nutzfahrzeug getestet. Der Ingenieur Hans Zabel sei es dann gewesen, der aus dem Projektnamen «Universal-Motor-Gerät für die Landwirtschaft» die Abkürzung «Unimog» machte.
Die erste Prüfungsfahrt fand am 9. Oktober 1946 statt. Zwei Jahre später startete die erste Serienfertigung im Werk der Gebrüder Boehringer im schwäbischen Göppingen. Damals noch mit einem markanten Ochsenkopf mit Hörnern, die ein «U» darstellten, als Markenzeichen auf der Motorhaube.
Weil dort die Produktion schnell an ihre Grenzen stieß, übernahm Daimler-Benz. 1951 begann die Produktion in deren Lkw-Werk im badischen Gaggenau, südlich von Karlsruhe. Heute wird der Unimog nicht allzu weit entfernt in Wörth am Rhein produziert, die Komponenten kommen weiterhin aus Gaggenau.
Experte: Grundidee auch 80 Jahre später noch relevant
«Der eigentliche Erfolg des Unimog besteht darin, dass eine 1946 entwickelte Grundidee auch 80 Jahre später noch relevant ist», sagt Stefan Reindl, Direktor vom Institut für Automobilwirtschaft im schwäbischen Geislingen.
Seit dem ersten Prototyp sei nahezu alles am Fahrzeug technisch weiterentwickelt worden, aber nicht dessen grundlegendes Versprechen: «Ein Fahrzeug bereitzustellen, das dort arbeiten kann, wo konventionelle Fahrzeuge an ihre Grenzen gelangen.»
Der Unimog sei ein bemerkenswertes Beispiel für ein Produktkonzept, dessen technischer Wesenskern über Jahrzehnte relevant geblieben sei, sagt Experte Reindl. Aus dem ursprünglich landwirtschaftlich ausgerichteten Fahrzeug habe sich eine eigene Fahrzeuggattung zwischen Lkw, Geräteträger, Zugmaschine und hochgeländegängigem Spezialfahrzeug entwickelt.
Blick in die Zukunft
Der Unimog sei für Daimler Truck ein Wachstumsfeld, sagt Dennis Kinzelmann, der als Chef von Mercedes-Benz Special Trucks auch das Unimog-Geschäft verantwortet. Es ist September, Kinzelmann blickt auf einer Branchenmesse in Hannover auf einen grünen Unimog. Er wirkt – auch wenn es sein Job ist, seine Fahrzeuge gut zu verkaufen – begeistert, wenn er vom Unimog spricht.
Die Nachfrage nach dem Unimog werde steigen, weil zum einen eine Notwendigkeit besteht, die Verteidigungsfähigkeit in Europa sicherzustellen, sagt Kinzelmann. «Und zum anderen sehen wir, dass der Unimog bei Waldbränden, Überschwemmungen und anderen Naturkatastrophen benötigt wird, die wahrscheinlich leider im Rahmen des Klimawandels zunehmen werden», sagt Kinzelmann.
Eine konkrete Prognose zur künftigen Absatzentwicklung macht Daimler Truck jedoch nicht. Insgesamt seien in den vergangenen Jahren mehr als 375.000 Unimog produziert und verkauft worden. Jährlich liege der Unimog mit einer niedrigen vierstelligen Anzahl im Plan, sagt Kinzelmann.
Experte: «Multifunktionalität, Robustheit und Einsatzsicherheit»
Für professionelle Anwender liege der besondere Wert des Unimog in seiner «Multifunktionalität, Robustheit und Einsatzsicherheit», sagt Autoexperte Reindl. Ein Unimog werde häufig nicht für eine einzelne Aufgabe angeschafft, sondern als Plattform für sehr unterschiedliche Anwendungen.
So könnten ihn Kommunen außerhalb vom Winterdienst auch für Grünpflege einsetzen. Entscheidend sei also nicht nur der Preis, sondern die mögliche Auslastung über das gesamte Jahr.
Nach Angaben von Daimler Truck beginnt das Basisfahrzeug preislich ganz grob im hohen fünfstelligen Bereich. Je nach Ausführung könne die Preisspanne erheblich variieren. Für Privatleute stellt sich die Frage nach dem Preis für gewöhnlich ohnehin nicht. Auch wenn zuletzt ein Showcar für das Luxussegment vorgestellt wurde, das aber noch weit davon entfernt ist, wirklich auf den Markt zu kommen.
Immerhin: Wer mal in einem Unimog mitfahren möchte, kann das unweit der Teststrecke in Ötigheim im Außenbereich vom Unimog-Museum in Gaggenau tun. Kostenpunkt: 9,50 Euro.
-
Deutschlandticket kostet ab Januar 66,80 Euro
Das Deutschlandticket kostet ab Januar 66,80 Euro und damit 3,80 Euro mehr als bisher. Das hat der für die Preisgestaltung zuständige Koordinierungsrat auf einer heutigen Sitzung entschieden, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr.