Ein Kind ist in einer Berliner Kita bei einem Unfall gestorben. Es sei von einem schweren Gegenstand, vermutlich einer Tür, erschlagen worden, sagte ein Polizeisprecher.
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Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen: Freisprüche
Im Prozess um das Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen mit fünf Toten hat das Landgericht München II die beiden Angeklagten freigesprochen. Das entschied das Gericht am Montag.
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Alvarez & Marsal veröffentlicht aktuellen Activist Alert: Aktivistische Investoren bei deutschen Unternehmen zunehmend skeptisch
N.Y./München (ots) –
- Die Zahl aktivistischer Kampagnen in Europa sinkt 2025 von 174 auf 133 im Vergleich zum Vorjahr.
- Der Anteil in Deutschland fällt von 24 % auf 17 %.
- Der Markt zögert 2025 und sortiert sich angesichts zahlreicher disruptiver Faktoren neu.
- Aktivismus wird 2026 auch in Deutschland wieder Fahrt aufnehmen.
Alvarez & Marsal, (A&M), eines der weltweit führenden Beratungsunternehmen, hat die neueste Ausgabe seines A&M Activist Alert (AAA) mit einer Einordnung der jüngsten Tätigkeit aktivistischer Investoren und einem Ausblick auf 2026 veröffentlicht. Der AAA ist die führende Quelle für die Bewertung von Shareholder-Aktivismus in Europa. Die aktuelle Ausgabe zeigt, dass technologischer Wandel, geopolitische Unsicherheiten und makroökonomische Volatilität das Umfeld für Aktivismus in Deutschland und Europa im Jahr 2025 spürbar verändert haben.
Der aktuelle A&M Activist Alert (AAA) verzeichnet einen deutlichen Rückgang bei der Gesamtzahl aktivistischer Kampagnen in Europa. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 133 Kampagnen registriert, im Jahr 2024 waren es hingegen noch 174. Gleichzeitig nimmt der Anteil von US-Fonds als Initiatoren zum fünften Mal in Folge von 33 % auf nun 41 % zu.
Einer der wesentlichen Gründe für den allgemeinen Rückgang der Aktivität ist die anhaltende Unsicherheit rund um die internationale Zollpolitik, die viele Investoren zu einer zurückhaltenderen Vorgehensweise veranlasste. Regional verlagerte sich der Fokus der Aktivisten deutlich auf das Vereinigte Königreich. 41 % aller europäischen Kampagnen, insgesamt 39 Fälle, entfielen auf britische Unternehmen. Damit bleibt das Vereinigte Königreich der mit Abstand wichtigste Zielmarkt für aktivistische Investoren in Europa.
Patrick Siebert, Managing Director und Co-Head von A&M Deutschland, erklärt die Entwicklung: „Mit dem Anstieg der M&A-Aktivität in den USA hat auch das Engagement aktivistischer Investoren dort spürbar zugenommen. In Europa bleibt das Vereinigte Königreich der zentrale Markt für Aktivismus. Dies wird bedingt durch moderat bewertete Aktienkurse, die britische Unternehmen besonders attraktiv für Investoren machen. Deutschland und die Schweiz folgen auf den Plätzen zwei und drei der aktivsten Märkte für aktivistische Investoren.“
Deutschland stand 2025 weniger im Fokus
Der Fokus aktivistischer Investoren auf Deutschland hat 2025 spürbar nachgelassen. Zwar verzeichnete Deutschland weiterhin die zweithöchste Anzahl aktivistischer Kampagnen in Europa, der Anteil an der Gesamtzahl ging aber von 24 % im Jahr 2024 auf 17 % im Jahr 2025 deutlich zurück. Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren vor allem geopolitische Spannungen, internationale Handels- und Zollkonflikte sowie Chinas zunehmende Positionierung entlang der industriellen Wertschöpfungskette. Diese Faktoren betreffen insbesondere in Deutschland stark vertretene Industriesektoren wie die Automobilindustrie oder den Anlagen- und Maschinenbau und erhöhen die Unsicherheit für Investoren.
Gleichzeitig eröffnen solche Rahmenbedingungen zwar grundsätzlich Chancen für aktivistische Engagements, erhöhen jedoch auch das Risiko, frühzeitig in strukturell belastete Geschäftsmodelle zu investieren. Entsprechend agieren Aktivisten derzeit selektiver und vorsichtiger.
Patrick Siebert ordnet ein: „Während deutsche Unternehmen lange Exportweltmeister waren, übernimmt China heute zunehmend zentrale Teile der industriellen Wertschöpfung selbst. Diese Entwicklung macht aktivistische Investoren vorsichtiger: Sie engagieren sich nur dort, wo sie klare Schwächen erkennen, und realistische Chancen sehen, durch ihren Einfluss nachhaltig Wert zu schaffen. In vielen Fällen erscheint der Wettbewerbsdruck aus China jedoch zu groß. Besonders betroffen sind exportorientierte Branchen wie die Automobilindustrie, Zulieferer sowie der Anlagen- und Maschinenbau.“
2026 kommt auch in Deutschland die Kehrtwende
Für 2026 rechnen die Experten von A&M mit einer vorübergehenden Zurückhaltung aktivistischer Investoren in Deutschland. In den ersten sechs bis neun Monaten dürften Kampagnen weiter zurückgehen. Eine Trendwende erwartet A&M im zweiten Halbjahr, wenn klarer wird, wie Unternehmen auf aktuelle Herausforderungen reagieren. Insgesamt werden derzeit sieben deutsche Unternehmen mit einem hohen Risiko bewertet, innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate zum Ziel aktivistischer Investoren zu werden, und weitere 19 Unternehmen könnten in den folgenden zwölf bis 18 Monaten ins Visier geraten.
„KI-Strategien rücken zunehmend in den Fokus aktivistischer Investoren“, sagt Patrick Siebert. „Entscheidend ist hier nicht, ob über KI gesprochen wird, sondern ob sie messbar zur Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit beiträgt. 2026 wird das zur Kernfrage für viele Unternehmen.“
Die Atempause ist vorbei
Schon 2025 verlagerte sich Aktivismus zunehmend ins Verborgene und statt lauter Kampagnen setzen Investoren verstärkt auf diskrete Einflussnahme. Dabei nutzen sie auch unter der Meldeschwelle jede Gelegenheit, an Einfluss zu gewinnen.
Nach einer Phase der Zurückhaltung infolge wirtschaftlicher Unsicherheit und geopolitischer Risiken zeigt sich nun, dass die Aktivität wieder deutlich zunimmt. Steigende M&A-Dynamik und mehr öffentliche Kampagnen deuten auf einen erneuten Aufschwung des Shareholder-Aktivismus in Europa hin.
Den vollständigen Report und die Berichte aus den Vorjahren finden Sie unter diesem Link.
Hinweis zum aktuellen A&M Activist Alert:
Das Activist Alert-Modell von A&M umfasst detaillierte Analysen börsennotierter Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mindestens 200 Millionen Euro und Sitz in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Skandinavien, der Schweiz, den Benelux-Ländern, Italien und Spanien. Insgesamt wurden 1.543 europäische Unternehmen analysiert und ihre Performance mit 4.378 globalen Wettbewerbern verglichen. A&M analysiert jedes Unternehmen anhand von 49 quantitativen und qualitativen Variablen, die aus öffentlich zugänglichen Daten abgeleitet wurden. Auf dieser Basis bewertet A&M die relative Performance eines Unternehmens im Vergleich zu seinen globalen Wettbewerbern in derselben Branche.
Über Alvarez & Marsal
Alvarez & Marsal wurde 1983 gegründet und ist ein weltweit führendes Unternehmen für professionelle Dienstleistungen. Das Unternehmen ist bekannt für seine Führungsqualität, sein engagiertes, ergebnisorientiertes Handeln – Leadership, Action, Results und bietet Beratungs-, Leistungsverbesserungs- und Turnaround-Management-Services an. Alvarez & Marsal liefert praktische Lösungen für die individuellen Herausforderungen seiner Kunden. Mit seinem weltweiten Netzwerk von erfahrenen Mitarbeitern, erstklassigen Beratern sowie Experten mit langjähriger Erfahrung in Aufsichtsbehörden und Industrieunternehmen unterstützt Alvarez & Marsal Unternehmen, Vorstände, Private-Equity-Unternehmen, Anwaltskanzleien und Regierungsbehörden dabei, ihre Transformation voranzutreiben, Risiken zu minimieren und in jeder Wachstumsphase Mehrwert zu schaffen.
Um mehr zu erfahren, besuchen Sie AlvarezandMarsal.com und folgen Sie uns auf LinkedIn, auf X und auf Facebook.
Pressekontakt: PR-Agentur: HBI Communication Helga Bailey GmbH Corinna Voss M.D./Partner aandm@hbi.de Unternehmenskontakt: Alvarez & Marsal Jutta Bamberger Director Go To Market Germany jbamberger@alvarezandmarsal.com
Weiteres Material: www.presseportal.de Quelle: Alvarez & Marsal
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IWF rechnet mit stärkerem Wachstum der deutschen Wirtschaft
Die deutsche Wirtschaft wird im laufenden Jahr nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) stärker wachsen als bislang angenommen. 2026 dürfte das Plus bei 1,1 Prozent liegen und damit 0,2 Prozentpunkte höher ausfallen als noch im Oktober prognostiziert, wie der IWF mit Sitz in Washington mitteilte.
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EU organisiert wegen Trumps Zoll-Drohungen Sondergipfel
EU-Ratspräsident António Costa wird nach den neuen Zoll-Drohungen von US-Präsident Donald Trump im Grönland-Streit einen Sondergipfel einberufen. Als Termin für ein Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs kommt nach Angaben einer EU-Beamtin Donnerstag infrage.
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Auftragspolster der deutschen Industrie wächst weiter
In der deutschen Industrie mehren sich die Hinweise auf ein Ende der Krise. In den Betrieben des verarbeitenden Gewerbes ist das Auftragspolster auch dank Zuwächsen in der Autobranche den vierten Monat in Folge gewachsen. Der Auftragsbestand stieg im November um 5,9 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt. Im Monatsvergleich wird ein Plus von 1,8 Prozent gemeldet.
Der Anstieg sei wesentlich auf den sogenannten «Sonstigen Fahrzeugbau» zurückzuführen, zu dem auch Militärfahrzeuge zählen. Außerdem haben sich laut Bundesamt auch Anstiege in der Automobilindustrie und im Maschinenbau positiv auf das Gesamtergebnis ausgewirkt.
Mit dem Auftragspolster sind die Firmen für die kommenden Monate ausgelastet. Wie das Bundesamt weiter mitteilte, beträgt die sogenannte Reichweite des Auftragsbestands acht Monate. Sie gibt an, wie lange die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Auftragseingänge produzieren müssten, um vorhandene Aufträge abzuarbeiten.
Die Zahlen stützen die Hoffnung, dass die krisengeplagte deutsche Industrie vor einer Erholung steht. Laut jüngsten Daten war der Auftragseingang im November deutlich gestiegen, um 5,6 Prozent. Dabei hatte es überdurchschnittlich viele Großaufträge aus dem Inland gegeben. Ökonomen sprachen von positiven Signalen aus der deutschen Industrie und von Zeichen für eine mögliche Trendwende.
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Materialmangel entspannt sich – vor allem für Autoindustrie
Die Versorgung der deutschen Industrie mit Material und Teilen hat sich deutlich verbessert. Zuletzt klagten nur noch 7,5 Prozent der Unternehmen über Schwierigkeiten bei der Beschaffung, wie eine Umfrage des Münchner Ifo-Instituts im Dezember ergab. Das waren 3,7 Punkte weniger als im November.
«Die Verfügbarkeit von Vorprodukten in der Industrie hat sich insgesamt verbessert», sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. Gleichzeitig warnt er aber: «Die Lieferketten müssen aber weiterhin aufmerksam beobachtet werden.» Er hoffe aber, dass die Industrie aus den Krisen der vergangenen Jahre gelernt habe und besser vorbereitet sei.
Wie der aktuelle Wert von 7,5 Prozent einzuordnen ist, kommt auf die Betrachtungsweise an. Der langjährige Durchschnitt seit 1991 liegt mit rund 15 Prozent deutlich höher, wie Wohlrabe sagt. Allerdings machen sich in diesem Durchschnittswert die Krisen der vergangenen fünf Jahre deutlich bemerkbar. In den Jahrzehnten vor Corona lag der Wert mit im Schnitt 5,2 Prozent deutlich niedriger.
Große Entspannung in der Autoindustrie
Außergewöhnlich stark entspannte sich die Situation in der Autoindustrie. Hier fiel der Anteil der Unternehmen mit Schwierigkeiten von 27,6 im November auf nur noch 5,6. Dabei dürfte sich bemerkbar machen, dass sich der Konflikt um den für die Branche wichtigen Chiphersteller Nexperia etwas entspannt hat.
Nexperia hat seinen europäischen Sitz im niederländischen Nimwegen. Nach Berichten, dass der chinesische Eigentümer technologisches Wissen und Produktionskapazitäten nach China verlagern könnte, hatte das niederländische Wirtschaftsministerium im vergangenen Herbst in die Führung des Unternehmens eingegriffen. In der Folge hatte China den Export von Nexperia-Chips gestoppt. Das Export-Verbot wurde zwar inzwischen gelockert, ganz gelöst ist der Konflikt aber nicht.
Deutlich schlechter als für die Autoindustrie ist die Situation unter anderem für die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen, bei denen 12,2 Prozent über Mangel klagen. Auch hier verbesserte sich die Situation aber. In der Chemischen Industrie und im Maschinenbau sind mit 7,1 und 6,7 Prozent etwas weniger Betriebe betroffen als im Durchschnitt.
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«Die Verfügbarkeit von Vorprodukten in der Industrie hat sich insgesamt verbessert», sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. Gleichzeitig warnt er aber: «Die Lieferketten müssen aber weiterhin aufmerksam beobachtet werden.» Er hoffe aber, dass die Industrie aus den Krisen der vergangenen Jahre gelernt habe und besser vorbereitet sei.
Wie der aktuelle Wert von 7,5 Prozent einzuordnen ist, kommt auf die Betrachtungsweise an. Der langjährige Durchschnitt seit 1991 liegt mit rund 15 Prozent deutlich höher, wie Wohlrabe sagt. Allerdings machen sich in diesem Durchschnittswert die Krisen der vergangenen fünf Jahre deutlich bemerkbar. In den Jahrzehnten vor Corona lag der Wert mit im Schnitt 5,2 Prozent deutlich niedriger.
Große Entspannung in der Autoindustrie
Außergewöhnlich stark entspannte sich die Situation in der Autoindustrie. Hier fiel der Anteil der Unternehmen mit Schwierigkeiten von 27,6 im November auf nur noch 5,6. Dabei dürfte sich bemerkbar machen, dass sich der Konflikt um den für die Branche wichtigen Chiphersteller Nexperia etwas entspannt hat.
Nexperia hat seinen europäischen Sitz im niederländischen Nimwegen. Nach Berichten, dass der chinesische Eigentümer technologisches Wissen und Produktionskapazitäten nach China verlagern könnte, hatte das niederländische Wirtschaftsministerium im vergangenen Herbst in die Führung des Unternehmens eingegriffen. In der Folge hatte China den Export von Nexperia-Chips gestoppt. Das Export-Verbot wurde zwar inzwischen gelockert, ganz gelöst ist der Konflikt aber nicht.
Deutlich schlechter als für die Autoindustrie ist die Situation unter anderem für die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen, bei denen 12,2 Prozent über Mangel klagen. Auch hier verbesserte sich die Situation aber. In der Chemischen Industrie und im Maschinenbau sind mit 7,1 und 6,7 Prozent etwas weniger Betriebe betroffen als im Durchschnitt.
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Geopolitische Spannungen erhöhen Risiken für deutsche Wirtschaft
Köln (ots) –
- Unsicherheiten beeinflussen kurzfristig Lieferketten, Energieversorgung und Investitionsentscheidungen
- Steigende Risiken für Finanzierung, Liquidität und Zahlungsfähigkeit deutscher Unternehmen
Der Jahresauftakt 2026 ist von zunehmenden geopolitischen Spannungen geprägt. Die jüngsten Eingriffe der Vereinigten Staaten in Venezuela, neue Souveränitätsdebatten rund um Grönland, die Proteste im Iran gegen das Mullah-Regime sowie der schwelende Konflikt zwischen China und Taiwan verändern die Rahmenbedingungen für den Welthandel. „Für Unternehmen wird Planbarkeit zunehmend zur Ausnahme. Geopolitische Entscheidungen können Lieferketten, Energieversorgung und Investitionsentscheidungen kurzfristig beeinflussen“, sagt Frank Liebold, Country Director Deutschland beim internationalen Kreditversicherer Atradius. Für deutsche Unternehmen steigen damit vor allem in stark international vernetzten Branchen die wirtschaftlichen Risiken.
Die Entwicklungen in Venezuela verdeutlichen, wie stark politische Eingriffe globale Energiemärkte beeinflussen können. Zwar sind die direkten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Venezuela heute gering, dennoch erhöhen Unsicherheiten in ölproduzierenden Regionen die Volatilität an den Energiemärkten. Für energieintensive Branchen sowie Unternehmen mit hohen Transport- und Logistikkosten bedeutet das zusätzlichen Kostendruck und erschwerte Kalkulationen, rund ein Drittel des Energiebedarfs der deutschen Wirtschaft entfällt auf Erdöl. „Kurzfristig bleiben die Auswirkungen auf Preise und Versorgung zwar begrenzt, langfristig verstärken geopolitische Eingriffe die Unsicherheit auf den Energiemärkten jedoch. Investitionen, Infrastruktur und politische Stabilität bleiben entscheidende Faktoren der Wirtschaft und genau hier steigt das Risiko“, erklärt Frank Liebold.
Industrie besonders anfällig für geopolitische Störungen
Hinzu kommen geopolitische Spannungen, deren wirtschaftliche Folgen bislang vor allem als Szenario diskutiert werden, deren Auswirkungen für die Industrie jedoch erheblich wären. Die zunehmenden Militärpräsenz der Volksrepublik China sowie die strategische Ambivalenz der Vereinigten Staaten betreffen einen zentralen Knotenpunkt der globalen Wertschöpfung: die Halbleiterproduktion. Rund 90 Prozent der leistungsfähigsten Chips werden in Taiwan gefertigt. Sie sind essenziell für den Automobilbau, den Maschinenbau und die Elektronikindustrie – Branchen, die bereits heute zu den insolvenzanfälligsten Sektoren zählen. Bereits geringe Störungen der Halbleiterversorgung haben spürbare Folgen für Produktion, Lieferfähigkeit und Kostenstrukturen deutscher Unternehmen. Ein mögliches Blockadeszenario Taiwans würde komplexe globale Lieferketten empfindlich treffen und insbesondere technologie- und exportorientierte Industrien unter Druck setzen. Unternehmen sollten sich daher frühzeitig mit alternativen Lieferstrategien, Lokalisierungsoptionen und einem verstärkten Risikomanagement auseinandersetzen.
Steigende Risiken für Finanzierung und Zahlungsfähigkeit
Unabhängig vom jeweiligen Krisenherd gilt: Je häufiger geopolitische Konflikte eskalieren, desto schwieriger wird die wirtschaftliche Planbarkeit. Das wirkt sich zunehmend auf die finanzielle Stabilität von Unternehmen aus. Steigende Nichtzahlungsmeldungen, eine höhere Sensibilität der Finanzmärkte gegenüber politischen Risiken sowie volatile Rohstoffpreise als Folgen erhöhen den Druck auf Liquidität und Margen, insbesondere im industriellen Mittelstand. „Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass geopolitische Risiken kein Ausnahmezustand mehr sind, sondern Teil des wirtschaftlichen Alltags bleiben bzw. sich noch verstärken können“, sagt Liebold. Resiliente Lieferketten, Diversifikation und ein aktives Risikomanagement gewinnen damit weiter an Bedeutung.
Pressekontakt: Atradius Kreditversicherung Niederlassung der Atradius Crédito y Caución S.A. de Seguros y Reaseguros Astrid Goldberg Pressesprecherin Telefon: +49 (0) 221 2044 - 2210 E-Mail: astrid.goldberg@atradius.com Stefanie Heilken Pressereferentin Telefon: +49 (0) 221 2044 -1034 E-Mail: stefanie.heilken@atradius.com
Weiteres Material: www.presseportal.de Quelle: Atradius Kreditversicherung