Die Bundeswehr schickt am Donnerstag 13 Soldaten für eine Erkundungsmission mehrerer europäischer Staaten nach Grönland. Das geschehe auf Einladung Dänemarks, zu dem die Arktisinsel gehört, teilte das Verteidigungsministerium in Berlin mit.
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Ein Jahr Trump: Wie US-Zölle die deutsche Wirtschaft treffen
Ob aus Gründen der «nationalen Sicherheit» oder als Strafmaßnahme: Kaum ein Druckmittel war und ist für US-Präsident Donald Trump so wichtig wie Zölle, die er wiederholt als sein «Lieblingswort» bezeichnete. Gegen die EU, China oder Kanada: Im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit spielten Zölle eine wesentliche Rolle.
Ein Jahr nach Trumps Amtsantritt wird klar, dass die Negativfolgen für die deutsche Wirtschaft von Dauer sind. Zwar haben sich die EU und die USA im Sommer 2025 auf ein Abkommen geeinigt, das für die meisten EU-Importe einen Zollsatz von 15 Prozent vorsieht. Doch Brüssel musste große Zugeständnisse machen – etwa den zollfreien Import von amerikanischen Autos nach Europa.
Das Ifo-Institut rechnet mit jahrelangen Belastungen für die deutsche Wirtschaft. Eine Bilanz, wie sich Trumps Zölle bereits heute auswirken.
Dauer-Schock für die Konjunktur
«Die US-Zölle sind ein negativer Schock für die deutsche Wirtschaft und treffen sie gleich dreifach», sagte Lisandra Flach, Leiterin des Ifo-Zentrums für Außenwirtschaft. «Erstens, weil Deutschland weniger in die USA exportiert und zweitens, weil die Zölle Chinas Wirtschaft treffen und damit die Nachfrage nach deutschen Waren sinkt. Drittens, weil China wegen Trumps Zöllen nach neuen Märkten sucht und Waren verstärkt nach Europa umgelenkt werden, was Deutschland Konkurrenz macht.»
Schwere Last für Exporteure
Die hohen US-Zölle treffen die deutschen Exporteure auf ihrem wichtigsten Exportmarkt. Das Geschäft mit den Vereinigten Staaten, in die 2024 deutsche Waren im Wert von 161 Milliarden Euro gingen, ist im vergangenen Jahr eingebrochen, im November lag es laut Statistischem Bundesamt sogar um fast ein Viertel unter Vorjahresniveau. Der Rückgang im US-Geschäft lastet schwer auf dem gesamten deutschen Export, der 2025 das dritte Jahr in Folge schrumpfte. Von ihm hängt fast jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland ab.
Die Zölle unter Trump dämpften dem Ifo zufolge das Wachstum der deutschen Wirtschaft 2025 um 0,3 Prozentpunkte, dieses Jahr sollen es 0,6 Prozentpunkte sein. Das klingt wenig, entspricht aber etwa dem Effekt, den das Ifo aus den riesigen Staatsausgaben für Infrastruktur und Verteidigung sowie weiterer Entlastung für die Wirtschaft erwartet. Als wäre das nicht genug, hat der Dollar seit Trumps Amtsantritt kräftig an Wert verloren, was deutsche Waren auf den Weltmärkten verteuert.
Autobranche leidet
Gerade die deutsche Autobranche wird von Trumps Zöllen belastet. Die USA zählen traditionell zu den wichtigsten Auslandsmärkten, vor allem für Porsche, BMW und Mercedes. Und die Zölle trafen die Branche härter und früher als andere: Zunächst mit 27,5 Prozent, die im August nach dem Deal mit der EU auf 15 Prozent sanken. Das ist aber immer noch sechsmal so viel wie die 2,5 Prozent, die vorher galten.
In der Folge brach der Auto-Export aus Deutschland in die USA ein. Noch 2024 gingen laut dem Branchenverband VDA fast 450.000 Autos in die Vereinigten Staaten, knapp ein Neuntel der Gesamtproduktion. In den ersten elf Monaten 2025 waren es laut VDA acht Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, in den Monaten ab der Zoll-Einführung im April lag das Minus mit 16 Prozent doppelt so hoch.
«Trump hat die Autoindustrie in Deutschland und in Europa massiv getroffen», sagt Autoexperte Stefan Bratzel. Mit seinen Zöllen verstärke er den Trend, dass Autos immer mehr da gebaut werden, wo sie verkauft werden. «Für unsere exportorientierte Autoindustrie ist das ein völliges Erodieren ihres klassischen Geschäftsmodells. Für die Arbeitsplätze in Europa, in Deutschland, ist das natürlich Gift.»
Maschinenbau und Stahl unter Druck
Besonders hoch sind die US-Zölle auf Stahl mit 50 Prozent. «Ein Jahr US-Präsident Donald Trump bedeutet für die Stahlindustrie vor allem anhaltende handelspolitische Unsicherheit – und das in einer Phase, in der die Branche in Deutschland ohnehin stark unter Druck steht», sagt die Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Kerstin Maria Rippel.
In den ersten zehn Monaten 2025 seien die Stahlexporte in die USA um elf Prozent zum Vorjahreszeitraum geschrumpft. «Da kurzfristig nicht mit geringeren Zöllen zu rechnen ist, dürften sich die negativen Auswirkungen in den kommenden Monaten weiter verstärken.» Es dränge zunehmend Stahl aus anderen Weltregionen, der früher in die USA ging, in den EU-Markt.
Die Stahlzölle berechnen die Amerikaner zudem auf den Stahlanteil in Maschinen, was den deutschen Maschinenbau belastet. Dort ist die Produktion laut Branchenverband VDMA das dritte Jahr nacheinander geschrumpft, die Folge sind Jobabbau und Kurzarbeit in vielen Betrieben.
Nur wenige Ausnahmen
Nur wenige Bereichen bleiben von Trumps Zöllen verschont, sagt Ifo-Ökonomin Flach. Ausnahmen seien etwa Dienstleister, da sie nicht betroffen seien, und der deutsche Agrarsektor. Er profitiere von Vorteilen im Handel mit China, da US-Produkte mit dem Zollstreit zwischen den beiden Großmächten teurer geworden seien. «Diese beiden Effekte auf die deutsche Wirtschaft sind aber minimal.»
Folgen für Patienten?
Da Trump die Arzneipreise in den USA senken will, hat er auch den Gesundheitsmarkt ins Visier genommen. Als Zugeständnis haben eine Reihe von Pharmakonzernen angekündigt, Milliarden in den USA zu investieren und Arzneien mit Rabatt über den von Trump initiierten Direktvertrieb «TrumpRX» zu verkaufen.
Doch müssen Arzneihersteller die Preise im lukrativen US-Markt senken, dürften sie versuchen, höhere Preise woanders durchzusetzen. Kurzfristige Preissprünge in Deutschland sind aber nicht zu erwarten, denn der Markt für verschreibungspflichtige Medikamente ist streng reguliert und viele Lieferverträge sind langfristig angelegt.
Konzerne knicken vor Trump ein
Einige Unternehmen haben auf Trumps Druck reagiert. So sagte der Pharmakonzern Merck zu, Behandlungen für künstliche Befruchtungen in den USA deutlich günstiger anzubieten. Im Gegenzug soll der Dax-Konzern von Pharmazöllen befreit bleiben. Bedingung ist, dass er in die Produktion und Forschung in Amerika investiert. Einem ähnlichen Abkommen mit der Trump-Regierung schloss sich kürzlich Boehringer Ingelheim an.
Auch VW-Chef Oliver Blume mühte sich um einen Deal mit den USA – und lockte mit Investitionen. Für jeden in den USA investierten Dollar, so die Idee, könnte ein Dollar Zoll erlassen werden. In die Waagschale warf VW den Aufbau der neuen US-Marke Scout – und ein mögliches erstes Audi-Werk in den USA, das der Konzern prüft. Zu Ergebnissen führten die Gespräche bisher aber nicht.
Bleibt es bei Trumps Zollpolitik?
Nach Angaben des Vermögensverwalters Lazard Asset Management hat die Trump-Regierung die durchschnittlichen Zölle auf Importe auf das höchste Niveau seit 1935 erhöht. Lazard-Stratege Ron Temple erwartet keine Kehrtwende in der Zollpolitik, auch mit Blick auf die steigenden Schulden in den USA. «Angesichts der Haushaltslage dürfte der Spielraum für umfassende Zollsenkungen begrenzt bleiben.» Zusätzliche Zölle auf einzelne Produktgruppen seien wahrscheinlich.
Was die Zölle den USA bringen
Die Zölle auf Importe aus aller Welt bringen den USA riesige Einnahmen. Sie liegen nach Angaben des Weißen Hauses bei umgerechnet rund 200 Milliarden Euro. Zuvor hatte die US-Grenzschutzbehörde von gut 200 Milliarden Dollar zwischen Trumps Amtsantritt am 20. Januar und dem 15. Dezember gesprochen. Damit bleibt die Summe hinter Erwartungen zurück: Im Juli hatte US-Finanzminister Scott Bessent noch 300 Milliarden Dollar bis Jahresende in Aussicht gestellt.
Wo neue Zölle drohen
Auch wenn es einen Deal mit der EU gibt: Vor Trumps wankelmütiger Zollpolitik kann sich kaum eine Branche sicher fühlen. Bangen müssen etwa Hersteller von Polstermöbeln, Küchenschränken und Waschtischen. Trump hatte zunächst eine Zollerhöhung für den 1. Januar 2026 angepeilt, diese aber an Silvester um ein Jahr verschoben. Für Küchenschränke und Waschtische hatte er einen Zoll von 50 Prozent geplant, für Polstermöbel 30 Prozent.
Funkt das oberste US-Gericht Trump dazwischen?
Aber nicht alle in den USA sind von Trumps Zöllen angetan. Jene, die Trump unter Berufung auf ein Notstandsgesetz von 1977 gegen Dutzende Handelspartner verhängte, werden vor dem Obersten Gericht der USA verhandelt. Die Frage ist, ob Trump seine Kompetenz überschritten hat.
Dabei geht es auch um die Zölle auf EU-Produkte, die in die USA exportiert werden. Eine Entscheidung des Supreme Court steht noch aus. Unklar ist, welchen konkreten Einfluss der Prozessausgang auf den Zolldeal zwischen EU und USA hat – etwa, ob die US-Zölle dann gekippt werden könnten.
Selbst wenn der Supreme Court gegen Trump entscheide, bedeute das aber nicht zwingend das Ende seiner Zollpolitik, meint Adam Hersh, Ökonom am Economic Policy Institute in Washington. Denn Trump habe noch andere gesetzgeberische Wege, um Zölle durchzusetzen – auch weiter ohne Zustimmung des Kongresses. Das wäre nach einer juristischen Niederlage dann zwar komplizierter. «Aber die Instrumente wären da und die Trump-Regierung wäre sicher bereit, sie zu nutzen.» Hersh ist überzeugt: «Trump hat nicht den Geschmack daran verloren, Zölle einzusetzen.»
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Ein Jahr Trump: Wie US-Zölle die deutsche Wirtschaft treffen
Ob aus Gründen der «nationalen Sicherheit» oder als Strafmaßnahme: Kaum ein Druckmittel war und ist für US-Präsident Donald Trump so wichtig wie Zölle, die er wiederholt als sein «Lieblingswort» bezeichnete. Gegen die EU, China oder Kanada: Im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit spielten Zölle eine wesentliche Rolle.
Ein Jahr nach Trumps Amtsantritt wird klar, dass die Negativfolgen für die deutsche Wirtschaft von Dauer sind. Zwar haben sich die EU und die USA im Sommer 2025 auf ein Abkommen geeinigt, das für die meisten EU-Importe einen Zollsatz von 15 Prozent vorsieht. Doch Brüssel musste große Zugeständnisse machen – etwa den zollfreien Import von amerikanischen Autos nach Europa.
Das Ifo-Institut rechnet mit jahrelangen Belastungen für die deutsche Wirtschaft. Eine Bilanz, wie sich Trumps Zölle bereits heute auswirken.
Dauer-Schock für die Konjunktur
«Die US-Zölle sind ein negativer Schock für die deutsche Wirtschaft und treffen sie gleich dreifach», sagte Lisandra Flach, Leiterin des Ifo-Zentrums für Außenwirtschaft. «Erstens, weil Deutschland weniger in die USA exportiert und zweitens, weil die Zölle Chinas Wirtschaft treffen und damit die Nachfrage nach deutschen Waren sinkt. Drittens, weil China wegen Trumps Zöllen nach neuen Märkten sucht und Waren verstärkt nach Europa umgelenkt werden, was Deutschland Konkurrenz macht.»
Schwere Last für Exporteure
Die hohen US-Zölle treffen die deutschen Exporteure auf ihrem wichtigsten Exportmarkt. Das Geschäft mit den Vereinigten Staaten, in die 2024 deutsche Waren im Wert von 161 Milliarden Euro gingen, ist im vergangenen Jahr eingebrochen, im November lag es laut Statistischem Bundesamt sogar um fast ein Viertel unter Vorjahresniveau. Der Rückgang im US-Geschäft lastet schwer auf dem gesamten deutschen Export, der 2025 das dritte Jahr in Folge schrumpfte. Von ihm hängt fast jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland ab.
Die Zölle unter Trump dämpften dem Ifo zufolge das Wachstum der deutschen Wirtschaft 2025 um 0,3 Prozentpunkte, dieses Jahr sollen es 0,6 Prozentpunkte sein. Das klingt wenig, entspricht aber etwa dem Effekt, den das Ifo aus den riesigen Staatsausgaben für Infrastruktur und Verteidigung sowie weiterer Entlastung für die Wirtschaft erwartet. Als wäre das nicht genug, hat der Dollar seit Trumps Amtsantritt kräftig an Wert verloren, was deutsche Waren auf den Weltmärkten verteuert.
Autobranche leidet
Gerade die deutsche Autobranche wird von Trumps Zöllen belastet. Die USA zählen traditionell zu den wichtigsten Auslandsmärkten, vor allem für Porsche, BMW und Mercedes. Und die Zölle trafen die Branche härter und früher als andere: Zunächst mit 27,5 Prozent, die im August nach dem Deal mit der EU auf 15 Prozent sanken. Das ist aber immer noch sechsmal so viel wie die 2,5 Prozent, die vorher galten.
In der Folge brach der Auto-Export aus Deutschland in die USA ein. Noch 2024 gingen laut dem Branchenverband VDA fast 450.000 Autos in die Vereinigten Staaten, knapp ein Neuntel der Gesamtproduktion. In den ersten elf Monaten 2025 waren es laut VDA acht Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, in den Monaten ab der Zoll-Einführung im April lag das Minus mit 16 Prozent doppelt so hoch.
«Trump hat die Autoindustrie in Deutschland und in Europa massiv getroffen», sagt Autoexperte Stefan Bratzel. Mit seinen Zöllen verstärke er den Trend, dass Autos immer mehr da gebaut werden, wo sie verkauft werden. «Für unsere exportorientierte Autoindustrie ist das ein völliges Errodieren ihres klassischen Geschäftsmodells. Für die Arbeitsplätze in Europa, in Deutschland, ist das natürlich Gift.»
Maschinenbau und Stahl unter Druck
Besonders hoch sind die US-Zölle auf Stahl mit 50 Prozent. «Ein Jahr US-Präsident Donald Trump bedeutet für die Stahlindustrie vor allem anhaltende handelspolitische Unsicherheit – und das in einer Phase, in der die Branche in Deutschland ohnehin stark unter Druck steht», sagt die Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Kerstin Maria Rippel.
In den ersten zehn Monaten 2025 seien die Stahlexporte in die USA um elf Prozent zum Vorjahreszeitraum geschrumpft. «Da kurzfristig nicht mit geringeren Zöllen zu rechnen ist, dürften sich die negativen Auswirkungen in den kommenden Monaten weiter verstärken.» Es dränge zunehmend Stahl aus anderen Weltregionen, der früher in die USA ging, in den EU-Markt.
Die Stahlzölle berechnen die Amerikaner zudem auf den Stahlanteil in Maschinen, was den deutschen Maschinenbau belastet. Dort ist die Produktion laut Branchenverband VDMA das dritte Jahr nacheinander geschrumpft, die Folge sind Jobabbau und Kurzarbeit in vielen Betrieben.
Nur wenige Ausnahmen
Nur wenige Bereichen bleiben von Trumps Zöllen verschont, sagt Ifo-Ökonomin Flach. Ausnahmen seien etwa Dienstleister, da sie nicht betroffen seien, und der deutsche Agrarsektor. Er profitiere von Vorteilen im Handel mit China, da US-Produkte mit dem Zollstreit zwischen den beiden Großmächten teurer geworden seien. «Diese beiden Effekte auf die deutsche Wirtschaft sind aber minimal.»
Folgen für Patienten?
Da Trump die Arzneipreise in den USA senken will, hat er auch den Gesundheitsmarkt ins Visier genommen. Als Zugeständnis haben eine Reihe von Pharmakonzernen angekündigt, Milliarden in den USA zu investieren und Arzneien mit Rabatt über den von Trump initiierten Direktvertrieb «TrumpRX» zu verkaufen.
Doch müssen Arzneihersteller die Preise im lukrativen US-Markt senken, dürften sie versuchen, höhere Preise woanders durchzusetzen. Kurzfristige Preissprünge in Deutschland sind aber nicht zu erwarten, denn der Markt für verschreibungspflichtige Medikamente ist streng reguliert und viele Lieferverträge sind langfristig angelegt.
Konzerne knicken vor Trump ein
Einige Unternehmen haben auf Trumps Druck reagiert. So sagte der Pharmakonzern Merck zu, Behandlungen für künstliche Befruchtungen in den USA deutlich günstiger anzubieten. Im Gegenzug soll der Dax-Konzern von Pharmazöllen befreit bleiben. Bedingung ist, dass er in die Produktion und Forschung in Amerika investiert. Einem ähnlichen Abkommen mit der Trump-Regierung schloss sich kürzlich Boehringer Ingelheim an.
Auch VW-Chef Oliver Blume mühte sich um einen Deal mit den USA – und lockte mit Investitionen. Für jeden in den USA investierten Dollar, so die Idee, könnte ein Dollar Zoll erlassen werden. In die Waagschale warf VW den Aufbau der neuen US-Marke Scout – und ein mögliches erstes Audi-Werk in den USA, das der Konzern prüft. Zu Ergebnissen führten die Gespräche bisher aber nicht.
Bleibt es bei Trumps Zollpolitik?
Nach Angaben des Vermögensverwalters Lazard Asset Management hat die Trump-Regierung die durchschnittlichen Zölle auf Importe auf das höchste Niveau seit 1935 erhöht. Lazard-Stratege Ron Temple erwartet keine Kehrtwende in der Zollpolitik, auch mit Blick auf die steigenden Schulden in den USA. «Angesichts der Haushaltslage dürfte der Spielraum für umfassende Zollsenkungen begrenzt bleiben.» Zusätzliche Zölle auf einzelne Produktgruppen seien wahrscheinlich.
Was die Zölle den USA bringen
Die Zölle auf Importe aus aller Welt bringen den USA riesige Einnahmen. Sie liegen nach Angaben des Weißen Hauses bei umgerechnet rund 200 Milliarden Euro. Zuvor hatte die US-Grenzschutzbehörde von gut 200 Milliarden Dollar zwischen Trumps Amtsantritt am 20. Januar und dem 15. Dezember gesprochen. Damit bleibt die Summe hinter Erwartungen zurück: Im Juli hatte US-Finanzminister Scott Bessent noch 300 Milliarden Dollar bis Jahresende in Aussicht gestellt.
Wo neue Zölle drohen
Auch wenn es einen Deal mit der EU gibt: Vor Trumps wankelmütiger Zollpolitik kann sich kaum eine Branche sicher fühlen. Bangen müssen etwa Hersteller von Polstermöbeln, Küchenschränken und Waschtischen. Trump hatte zunächst eine Zollerhöhung für den 1. Januar 2026 angepeilt, diese aber an Silvester um ein Jahr verschoben. Für Küchenschränke und Waschtische hatte er einen Zoll von 50 Prozent geplant, für Polstermöbel 30 Prozent.
Funkt das oberste US-Gericht Trump dazwischen?
Aber nicht alle in den USA sind von Trumps Zöllen angetan. Jene, die Trump unter Berufung auf ein Notstandsgesetz von 1977 gegen Dutzende Handelspartner verhängte, werden vor dem Obersten Gericht der USA verhandelt. Die Frage ist, ob Trump seine Kompetenz überschritten hat.
Dabei geht es auch um die Zölle auf EU-Produkte, die in die USA exportiert werden. Eine Entscheidung des Supreme Court steht noch aus. Unklar ist, welchen konkreten Einfluss der Prozessausgang auf den Zolldeal zwischen EU und USA hat – etwa, ob die US-Zölle dann gekippt werden könnten.
Selbst wenn der Supreme Court gegen Trump entscheide, bedeute das aber nicht zwingend das Ende seiner Zollpolitik, meint Adam Hersh, Ökonom am Economic Policy Institute in Washington. Denn Trump habe noch andere gesetzgeberische Wege, um Zölle durchzusetzen – auch weiter ohne Zustimmung des Kongresses. Das wäre nach einer juristischen Niederlage dann zwar komplizierter. «Aber die Instrumente wären da und die Trump-Regierung wäre sicher bereit, sie zu nutzen.» Hersh ist überzeugt: «Trump hat nicht den Geschmack daran verloren, Zölle einzusetzen.»
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Ein Jahr Trump: Wie US-Zölle die deutsche Wirtschaft treffen
Ob aus Gründen der «nationalen Sicherheit» oder als Strafmaßnahme: Kaum ein Druckmittel war und ist für US-Präsident Donald Trump so wichtig wie Zölle, die er wiederholt als sein «Lieblingswort» bezeichnete. Gegen die EU, China oder Kanada: Im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit spielten Zölle eine wesentliche Rolle.
Ein Jahr nach Trumps Amtsantritt wird klar, dass die Negativfolgen für die deutsche Wirtschaft von Dauer sind. Zwar haben sich die EU und die USA im Sommer 2025 auf ein Abkommen geeinigt, das für die meisten EU-Importe ein Zollsatz von 15 Prozent vorsieht. Doch Brüssel musste große Zugeständnisse machen – etwa den zollfreien Import von amerikanischen Autos nach Europa.
Das Ifo-Institut rechnet mit jahrelangen Belastungen für die deutsche Wirtschaft. Eine Bilanz, wie sich Trumps Zölle bereits heute auswirken.
Dauer-Schock für die Konjunktur
«Die US-Zölle sind ein negativer Schock für die deutsche Wirtschaft und treffen sie gleich dreifach», sagte Lisandra Flach, Leiterin des Ifo-Zentrums für Außenwirtschaft. «Erstens, weil Deutschland weniger in die USA exportiert und zweitens, weil die Zölle Chinas Wirtschaft treffen und damit die Nachfrage nach deutschen Waren sinkt. Drittens, weil China wegen Trumps Zöllen nach neuen Märkten sucht und Waren verstärkt nach Europa umgelenkt werden, was Deutschland Konkurrenz macht.»
Schwere Last für Exporteure
Die hohen US-Zölle treffen die deutschen Exporteure auf ihrem wichtigsten Exportmarkt. Das Geschäft mit den Vereinigten Staaten, in die 2024 deutsche Waren im Wert von 161 Milliarden Euro gingen, ist im vergangenen Jahr eingebrochen, im November lag es laut Statistischem Bundesamt sogar um fast ein Viertel unter Vorjahresniveau. Der Rückgang im US-Geschäft lastet schwer auf dem gesamten deutschen Export, der 2025 das dritte Jahr in Folge schrumpfte. Von ihm hängt fast jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland ab.
Die Zölle unter Trump dämpften dem Ifo zufolge das Wachstum der deutschen Wirtschaft 2025 um 0,3 Prozentpunkte, dieses Jahr sollen es 0,6 Prozentpunkte sein. Das klingt wenig, entspricht aber etwa dem Effekt, den das Ifo aus den riesigen Staatsausgaben für Infrastruktur und Verteidigung sowie weiterer Entlastung für die Wirtschaft erwartet. Als wäre das nicht genug, hat der Dollar seit Trumps Amtsantritt kräftig an Wert verloren, was deutsche Waren auf den Weltmärkten verteuert.
Autobranche leidet
Gerade die deutsche Autobranche wird von Trumps Zöllen belastet. Die USA zählen traditionell zu den wichtigsten Auslandsmärkten, vor allem für Porsche, BMW und Mercedes. Und die Zölle trafen die Branche härter und früher als andere: Zunächst mit 27,5 Prozent, die im August nach dem Deal mit der EU auf 15 Prozent sanken. Das ist aber immer noch sechsmal so viel wie die 2,5 Prozent, die vorher galten.
In der Folge brach der Auto-Export aus Deutschland in die USA ein. Noch 2024 gingen laut dem Branchenverband VDA fast 450.000 Autos in die Vereinigten Staaten, knapp ein Neuntel der Gesamtproduktion. In den ersten elf Monaten 2025 waren es laut VDA acht Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, in den Monaten ab der Zoll-Einführung im April lag das Minus mit 16 Prozent doppelt so hoch.
«Trump hat die Autoindustrie in Deutschland und in Europa massiv getroffen», sagt Autoexperte Stefan Bratzel. Mit seinen Zöllen verstärke er den Trend, dass Autos immer mehr da gebaut werden, wo sie verkauft werden. «Für unsere exportorientierte Autoindustrie ist das ein völliges Errodieren ihres klassischen Geschäftsmodells. Für die Arbeitsplätze in Europa, in Deutschland, ist das natürlich Gift.»
Maschinenbau und Stahl unter Druck
Besonders hoch sind die US-Zölle auf Stahl mit 50 Prozent. «Ein Jahr US-Präsident Donald Trump bedeutet für die Stahlindustrie vor allem anhaltende handelspolitische Unsicherheit – und das in einer Phase, in der die Branche in Deutschland ohnehin stark unter Druck steht», sagt die Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Kerstin Maria Rippel.
In den ersten zehn Monaten 2025 seien die Stahlexporte in die USA um elf Prozent zum Vorjahreszeitraum geschrumpft. «Da kurzfristig nicht mit geringeren Zöllen zu rechnen ist, dürften sich die negativen Auswirkungen in den kommenden Monaten weiter verstärken.» Es dränge zunehmend Stahl aus anderen Weltregionen, der früher in die USA ging, in den EU-Markt.
Die Stahlzölle berechnen die Amerikaner zudem auf den Stahlanteil in Maschinen, was den deutschen Maschinenbau belastet. Dort ist die Produktion laut Branchenverband VDMA das dritte Jahr nacheinander geschrumpft, die Folge sind Jobabbau und Kurzarbeit in vielen Betrieben.
Nur wenige Ausnahmen
Nur wenige Bereichen bleiben von Trumps Zöllen verschont, sagt Ifo-Ökonomin Flach. Ausnahmen seien etwa Dienstleister, da sie nicht betroffen seien und der deutsche Agrarsektor. Er profitiere von Vorteilen im Handel mit China, da US-Produkte mit dem Zollstreit zwischen den beiden Großmächten teurer geworden seien. «Diese beiden Effekte auf die deutsche Wirtschaft sind aber minimal.»
Folgen für Patienten?
Da Trump die Arzneipreise in den USA senken will, hat er auch den Gesundheitsmarkt ins Visier genommen. Als Zugeständnis haben eine Reihe von Pharmakonzernen angekündigt, Milliarden in den USA zu investieren und Arzneien mit Rabatt über den von Trump initiierten Direktvertrieb «TrumpRX» zu verkaufen.
Doch müssen Arzneihersteller die Preise im lukrativen US-Markt senken, dürften sie versuchen, höhere Preise woanders durchzusetzen. Kurzfristige Preissprünge in Deutschland sind aber nicht zu erwarten, denn der Markt für verschreibungspflichtige Medikamente ist streng reguliert und viele Lieferverträge sind langfristig angelegt.
Konzerne knicken vor Trump ein
Einige Unternehmen haben auf Trumps Druck reagiert. So sagte der Pharmakonzern Merck zu, Behandlungen für künstliche Befruchtungen in den USA deutlich günstiger anzubieten. Im Gegenzug soll der Dax-Konzern von Pharmazöllen befreit bleiben. Bedingung ist, dass er in die Produktion und Forschung in Amerika investiert. Einem ähnlichen Abkommen mit der Trump-Regierung schloss sich kürzlich Boehringer Ingelheim an.
Auch VW-Chef Oliver Blume mühte sich um einen Deal mit den USA – und lockte mit Investitionen. Für jeden in den USA investierten Dollar, so die Idee, könnte ein Dollar Zoll erlassen werden. In die Waagschale warf VW den Aufbau der neuen US-Marke Scout – und ein mögliches erstes Audi-Werk in den USA, das der Konzern prüft. Zu Ergebnissen führten die Gespräche bisher aber nicht.
Bleibt es bei Trumps Zollpolitik?
Nach Angaben des Vermögensverwalters Lazard Asset Management hat die Trump-Regierung die durchschnittlichen Zölle auf Importe auf das höchste Niveau seit 1935 erhöht. Lazard-Stratege Ron Temple erwartet keine Kehrtwende in der Zollpolitik, auch mit Blick auf die steigenden Schulden in den USA. «Angesichts der Haushaltslage dürfte der Spielraum für umfassende Zollsenkungen begrenzt bleiben.» Zusätzliche Zölle auf einzelne Produktgruppen seien wahrscheinlich.
Was die Zölle den USA bringen
Die Zölle auf Importe aus aller Welt bringen den USA riesige Einnahmen. Sie liegen nach Angaben des Weißen Hauses bei umgerechnet rund 200 Milliarden Euro. Zuvor hatte die US-Grenzschutzbehörde von gut 200 Milliarden Dollar zwischen Trumps Amtsantritt am 20. Januar und dem 15. Dezember gesprochen. Damit bleibt die Summe hinter Erwartungen zurück: Im Juli hatte US-Finanzminister Scott Bessent noch 300 Milliarden Dollar bis Jahresende in Aussicht gestellt.
Wo neue Zölle drohen
Auch wenn es einen Deal mit der EU gibt: Vor Trumps wankelmütiger Zollpolitik kann sich kaum eine Branche sicher fühlen. Bangen müssen etwa Hersteller von Polstermöbeln, Küchenschränken und Waschtischen. Trump hatte zunächst eine Zollerhöhung für den 1. Januar 2026 angepeilt, diese aber an Silvester um ein Jahr verschoben. Für Küchenschränke und Waschtische hatte er einen Zoll von 50 Prozent geplant, für Polstermöbel 30 Prozent.
Funkt das oberste US-Gericht Trump dazwischen?
Aber nicht alle in den USA sind von Trumps Zöllen angetan. Jene, die Trump unter Berufung auf ein Notstandsgesetz von 1977 gegen Dutzende Handelspartner verhängte, werden vor dem Obersten Gericht der USA verhandelt. Die Frage ist, ob Trump seine Kompetenz überschritten hat.
Dabei geht es auch um die Zölle auf EU-Produkte, die in die USA exportiert werden. Eine Entscheidung des Supreme Court steht noch aus. Unklar ist, welchen konkreten Einfluss der Prozessausgang auf den Zolldeal zwischen EU und USA hat – etwa, ob die US-Zölle dann gekippt werden könnten.
Selbst wenn der Supreme Court gegen Trump entscheide, bedeute das aber nicht zwingend das Ende seiner Zollpolitik, meint Adam Hersh, Ökonom am Economic Policy Institute in Washington. Denn Trump habe noch andere gesetzgeberische Wege, um Zölle durchzusetzen – auch weiter ohne Zustimmung des Kongresses. Das wäre nach einer juristischen Niederlage dann zwar komplizierter. «Aber die Instrumente wären da und die Trump-Regierung wäre sicher bereit, sie zu nutzen.» Hersh ist überzeugt: «Trump hat nicht den Geschmack daran verloren, Zölle einzusetzen.»
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Auswärtiges Amt bestellt Irans Botschafter ein
Angesichts des äußerst harten Vorgehens von Regierungskräften gegen Demonstranten im Iran hat das Auswärtige Amt den Botschafter des Landes einbestellt. Die Brutalität des Regimes sei schockierend, teilte das Ministerium auf der Plattform X zur Begründung mit.
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EU-Kommission muss sich erneut Misstrauensvotum stellen
Die EU-Kommission unter Führung von Ursula von der Leyen muss sich erneut einem Misstrauensvotum im Europäischen Parlament stellen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur unterrichtete Parlamentspräsidentin Roberta Metsola darüber die Fraktionsvorsitzenden.
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Deutsche Wirtschaft wächst leicht und hofft auf Aufschwung
Deutschland ist knapp am dritten Jahr ohne Wirtschaftswachstum vorbeigeschrammt und hofft nun auf einen von staatlichen Milliardeninvestitionen getragenen Aufschwung. Für 2025 errechnete das Statistische Bundesamt auf vorläufiger Basis ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent. Im Jahr 2023 (minus 0,9 Prozent) und 2024 (minus 0,5 Prozent) war Europas größte Volkswirtschaft in die Rezession gerutscht.
Im neuen Jahr dürften Milliardenausgaben für Infrastruktur wie Straßen und Schienen sowie für Verteidigung für Auftrieb sorgen. Helfen dürfte der Konjunktur auch, dass es 2026 mehr Arbeitstage gibt, weil mehr Feiertage auf ein Wochenende fallen.
Einen spürbaren Aufschwung erwarten viele Ökonomen allerdings erst ab 2027, wenn die gewaltigen Summen, die der Staat in die Hand nimmt, ihre volle Wirkung entfalten. Damit jedoch die Lockerung der Schuldenbremse und die so ermöglichten Ausgaben kein Strohfeuer erzeugen, seien Reformen zwingend.
Hoffen auf Trendwechsel
«Zu Jahresbeginn gibt es zumindest den Hoffnungsschimmer, dass wir die Talsohle endlich erreicht haben», sagte DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov. «Es liegt allerdings noch ein weiter Weg vor uns, bis wir einen echten Aufschwung sehen werden.»
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, sprach von einer geringen Wachstumsausbeute. Die Hoffnung auf einen Trendwechsel 2026 sei dennoch berechtigt. So werde die Produktion wohl anziehen, zudem dürften sich Projekte aus den Infrastruktur-Sondervermögen in den Auftragsbüchern niederschlagen. «Die deutsche Wirtschaft kann sich deshalb auf höhere Wachstumsraten freuen.»
Jahresendspurt 2025
Zum Jahresende 2025 nahm die deutsche Wirtschaft bereits etwas Fahrt auf. Auf Basis vorläufiger Daten schätzen die Statistiker, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal zum Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent zulegte.
«Das Wachstum ist vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurückzuführen», sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand, in Berlin mit Blick auf das Gesamtjahr.
Dagegen gingen die Exporte zurück, gerade wegen der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump, die das US-Geschäft einbrechen ließ. Insgesamt schrumpften die deutschen Exporte 2025 im dritten Jahr in Folge (minus 0,3 Prozent), während die Importe um 3,6 Prozent zunahmen. «Die Exportwirtschaft sah sich heftigem Gegenwind ausgesetzt durch die höheren US-Zölle, die Euro-Aufwertung und die stärkere Konkurrenz aus China», sagte Brand.
Zudem halte die Investitionsschwäche der Unternehmen an. Sowohl in Ausrüstungen, zu denen Maschinen, Geräte und Fahrzeuge zählen, als auch Bauten sei weniger investiert worden.
International hinke die deutsche Wirtschaft hinterher, erklärten die Statistiker. Unter den großen EU-Staaten entwickele sich die deutsche Wirtschaft am schwächsten. Das liege auch daran, dass China immer mehr zur Konkurrenz werde.
Industrie in der Krise
Vor allem die Industrie bekommt die Flaute zu spüren. Dort wurde das dritte Jahr in Folge weniger erwirtschaftet. Schlüsselbranchen wie Auto- und Maschinenbau verzeichneten Einbußen, energieintensive Industrien wie die Chemie unterschritten das niedrige Niveau der Vorjahre nochmals. Rückgänge gab es auch im Baugewerbe, wegen der Krise im Wohnungsbau.
Verbraucher geben mehr aus
Gestützt wurde die Wirtschaft dagegen vom Konsum der Verbraucher, die trotz gestiegener Preise, etwa für Lebensmittel, überraschend um 1,4 Prozent zulegten. Besonders für Gesundheit gaben sie mehr Geld aus, aber auch für Mobilität, etwa für Auto-Käufe.
Der Staatskonsum stieg 2025 mit plus 1,5 Prozent noch etwas stärker – vor allem, weil die Sozialversicherung mehr Geld für Krankenhaus- und Arztbehandlungen, Medikamente sowie Pflege ausgab.
Die Wirtschaftsflaute trifft auch den Arbeitsmarkt, wenngleich er robust bleibt. Im Jahresschnitt waren 46 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig. Damit kam der langjährige Anstieg der Erwerbstätigen zum Erliegen.
Das Bundeswirtschaftsministerium beurteilte die Lage zurückhaltend. Mit dem Fiskalpakets dürfte sich die Konjunktur zwar stabilisieren und im Jahresverlauf an Dynamik gewinnen. Jüngste Daten signalisierten aber keine breite Belebung, so die Einschätzung.
«Historische Herausforderungen»
Deutlicher wird Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater: «Wirtschaftlich war 2025 ein weiteres verlorenes Jahr für Deutschland», sagte er. Das kleine Wachstum hänge am privaten Konsum und den Staatsausgaben. «Die für das langfristige Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit wichtigen Investitionen sind dagegen weiter gesunken.» Dabei seien die Herausforderungen mit den US-Zöllen, Konkurrenz aus China und technologischen Revolutionen historisch groß.
Staatsdefizit sinkt
Die steigenden Staatsausgaben treiben die Staatsquote hoch – das Verhältnis der Staatsausgaben zur Wirtschaftsleistung: Sie lag 2025 bei 50,3 Prozent und stieg damit erstmals seit der Corona-Pandemie über die 50-Prozent-Marke.
Insgesamt wuchsen die Einnahmen des Staates aber noch stärker als die Ausgaben. Das ließ das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung nach vorläufigen Daten auf rund 107 Milliarden Euro sinken. Gemessen an der Wirtschaftsleistung betrug das Defizit 2,4 Prozent – nach 2,7 Prozent 2024. Damit hielt Deutschland die europäische Verschuldungsregel ein, die ein Haushaltsdefizit von höchstens drei Prozent erlauben.
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SLUDGE-DRYING-SYSTEMS michel gmbh setzt mit IntelligentDRY® neue Maßstäbe – Die automatisierte Steuerungssoftware, die Ihre SDS-Schlammtrocknung präzise und effizient macht (FOTO)
– SLUDGE-DRYING-SYSTEMS (SDS) präsentiert mit IntelligentDRY® eine hochentwickelte, automatisierte Steuerungssoftware, die den Niedertemperatur-Schlammtrocknungsprozess für kommunale und industrielle Anwendungen nachhaltig optimiert. Das intelligente System sorgt dafür, dass der gewünschte Trockensubstanzgehalt (TS) zuverlässig erreicht wird – selbst bei schwankenden Energiebedingungen oder unterschiedlichen Schlammcharakteristika.
„IntelligentDRY® ist das digitale Herz unserer Trocknungstechnologie – es steuert, optimiert und gewährleistet gleichbleibend hochwertige Ergebnisse bei maximaler Energieeffizienz“, erklärt Felix Hellmuth, Geschäftsführer der SDS.
IntelligentDRY® – Die automatisierte Steuerung für präzise Trocknungsergebnisse
IntelligentDRY® basiert auf einer softwaregestützten, vollautomatischen Prozesssteuerung, die kontinuierlich Messdaten aus dem Trockner verarbeitet und in Echtzeit reagiert. Das System erkennt Schwankungen im Betrieb – wie Änderungen im Energieangebot oder der Schlammzusammensetzung – und passt Trocknungsparameter dynamisch an, um den definierten Ziel-TS-Wert energetisch optimal zu erreichen.
Datenbasiert, effizient, bedarfsgerecht
IntelligentDRY® nutzt kontinuierliche Rückmeldungen von Sensoren zur Feuchte, Temperatur und weiteren Prozessgrößen. Die Software stellt sicher, dass:
- der Trocknungsprozess automatisch und stabil abläuft,
- gewünschte TS-Grade präzise erreicht werden,
- Energie effizient eingesetzt und Ressourcen geschont werden.
So wird die SDS-Technologie nicht nur leistungsfähiger, sondern auch wirtschaftlicher und umweltfreundlicher.
Automatisierung reduziert Aufwand und steigert Sicherheit
Anstelle manueller Eingriffe übernimmt IntelligentDRY® zentral:
- Start- und Stopp-Funktionen,
- automatische Prozessoptimierung,
- Überwachung der Betriebszustände,
- Anpassung von Luftströmung und Temperatur,
- Energiemanagement inklusive Reaktion auf externe Schwankungen.
Diese Automatisierung reduziert Personalaufwand, minimiert Fehlerquellen und erhöht die Betriebssicherheit.
Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Fokus
Die Software trägt maßgeblich dazu bei, den Energieverbrauch zu optimieren, indem sie Prozessparameter permanent anpasst und Energiepotenziale – etwa aus Abwärme – intelligent nutzt. In Verbindung mit der Niedertemperatur-Technologie der SDS-Trockner führt IntelligentDRY® zu deutlichen Effizienzsteigerungen und reduziertem Ressourcenbedarf.
Flexibilität, Skalierbarkeit und Benutzerfreundlichkeit
Dank IntelligentDRY® sind SDS-Trocknungssysteme modular skalierbar – von einzelnen Trocknungsmodulen bis zu komplexen Gesamtanlagen. Die Software-Oberfläche bietet dabei:
- übersichtliche grafische Prozessdarstellungen,
- Echtzeit-Prozessdaten,
- Fernüberwachung und intuitive Bedienfunktionen,
- automatische Protokollierung für Betreiber und Behörden.
Warum IntelligentDRY® ein Branchen-Gamechanger ist
- Zuverlässige Erreichung des Ziel-TS-Grads
- Hohe Energieeffizienz bei schwankenden Bedingungen
- Automatisierte Prozesssteuerung mit reduziertem Bedienaufwand
- Verbesserte Betriebssicherheit
- Skalierbarkeit und Flexibilität für verschiedene Anlagengrößen
- Transparente Daten und Dokumentation für Compliance
- Zukunftsfähige Steuerungsplattform für nachhaltige Schlammprozesse
„Mit IntelligentDRY® schaffen wir eine automatisierte, energieoptimierte und robuste Steuerungslösung, die die SDS-Schlammtrocknung auf ein neues Qualitäts- und Effizienzniveau hebt“, so Felix Hellmuth.
Über SLUDGE-DRYING-SYSTEMS
SLUDGE-DRYING-SYSTEMS michel gmbh entwickelt modulare, energieeffiziente Niedertemperatur-Schlammtrockner für kommunale und industrielle Anwendungen. SDS-Anlagen sind geprägt von hoher Betriebssicherheit, modularer Flexibilität und innovativer Steuerungstechnologie.
Pressekontakt: SLUDGE-DRYING-SYSTEMS michel gmbh Nina Pesic +49 (0) 9342 96 48 07 nina.pesic@michel-gmbh.com schlammtrocknung.com
Weiteres Material: www.presseportal.de Quelle: SCHLAMMTROCKNUNG michel gmbh - SDS
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Deutsche Wirtschaft wächst leicht und hofft auf Aufschwung
Deutschland ist knapp am dritten Jahr ohne Wirtschaftswachstum vorbeigeschrammt und hofft nun auf einen von staatlichen Milliardeninvestitionen getragenen Aufschwung. Für 2025 errechnete das Statistische Bundesamt auf vorläufiger Basis ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent. Im Jahr 2023 (minus 0,9 Prozent) und 2024 (minus 0,5 Prozent) war Europas größte Volkswirtschaft in die Rezession gerutscht.
Im neuen Jahr dürften Milliardenausgaben für Infrastruktur wie Straßen und Schienen sowie für Verteidigung für Auftrieb sorgen. Helfen dürfte der Konjunktur auch, dass es 2026 mehr Arbeitstage gibt, weil mehr Feiertage auf ein Wochenende fallen.
Einen spürbaren Aufschwung erwarten viele Ökonomen allerdings erst ab 2027, wenn die gewaltigen Summen, die der Staat in die Hand nimmt, ihre volle Wirkung entfalten. Damit jedoch die Lockerung der Schuldenbremse und die so ermöglichten Ausgaben kein Strohfeuer erzeugen, seien Reformen zwingend.
Hoffen auf Trendwechsel
«Zu Jahresbeginn gibt es zumindest den Hoffnungsschimmer, dass wir die Talsohle endlich erreicht haben», sagte DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov. «Es liegt allerdings noch ein weiter Weg vor uns, bis wir einen echten Aufschwung sehen werden.»
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, sprach von einer geringen Wachstumsausbeute. Die Hoffnung auf einen Trendwechsel 2026 sei dennoch berechtigt. So werde die Produktion wohl anziehen, zudem dürften sich Projekte aus den Infrastruktur-Sondervermögen in den Auftragsbüchern niederschlagen. «Die deutsche Wirtschaft kann sich deshalb auf höhere Wachstumsraten freuen.»
Jahresendspurt 2025
Zum Jahresende 2025 nahm die deutsche Wirtschaft bereits etwas Fahrt auf. Auf Basis vorläufiger Daten schätzen die Statistiker, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal zum Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent zulegte.
«Das Wachstum ist vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurückzuführen», sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand, in Berlin.
Eine große Belastung für die deutsche Wirtschaft die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Die Exporte schrumpften 2025 im dritten Jahr in Folge (minus 0,3 Prozent), während die Importe deutlich wuchsen (plus 3,6 Prozent). «Die Exportwirtschaft sah sich heftigem Gegenwind ausgesetzt durch die höheren US-Zölle, die Euro-Aufwertung und die stärkere Konkurrenz aus China», sagte Brand.
Zudem halte die Investitionsschwäche der Unternehmen an. Sowohl in Ausrüstungen, zu denen Maschinen, Geräte und Fahrzeuge zählen, als auch Bauten sei weniger investiert worden.
Industrie in der Krise
Vor allem die Industrie bekommt die Flaute zu spüren. Dort wurde laut der Statistiker das dritte Jahr in Folge weniger erwirtschaftet. Schlüsselbranchen wie Auto- und Maschinenbau verzeichneten Einbußen, energieintensive Branchen wie die Chemieindustrie unterschritten das niedrige Niveau der Vorjahre nochmals. Rückgänge gab es auch im Baugewerbe, etwa wegen der Krise im Wohnungsbau.
Verbraucher geben mehr aus
Gestützt wurde die Wirtschaft dagegen vom Konsum der Verbraucher, die trotz gestiegener Preise, etwa für Lebensmittel, um 1,4 Prozent zulegten. Besonders für Gesundheit gaben sie mehr Geld aus, aber auch für Mobilität, etwa für Auto-Käufe.
Der Staatskonsum stieg 2025 mit plus 1,5 Prozent etwas noch stärker – vor allem, weil die Sozialversicherung mehr Geld für Krankenhaus- und Arztbehandlungen, Medikamente sowie Pflege ausgab.
Die Wirtschaftsflaute trifft auch den Arbeitsmarkt, wenngleich er robust bleibt. Im Jahresschnitt 2025 waren 46 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig. Damit kam der langjährige Anstieg der Erwerbstätigenzahl zum Erliegen.
Das Bundeswirtschaftsministerium beurteilte die Lage insgesamt zurückhaltend. Mit dem Fiskalpakets dürfte sich die Konjunktur zwar stabilisieren und im Jahresverlauf an Dynamik gewinnen. Jüngste Daten signalisierten aber noch keine breite Belebung, so die Einschätzung.
«Historische Herausforderungen»
Deutlicher wird Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater. «Wirtschaftlich war 2025 ein weiteres verlorenes Jahr für Deutschland», meint er. Das kleine Wachstum hänge am privaten Konsum und den Staatsausgaben. «Die für das langfristige Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit wichtigen Investitionen sind dagegen weiter gesunken.» Dabei seien die Herausforderungen mit den US-Zöllen, Konkurrenz aus China und technologische Revolutionen historisch groß.
Staatsdefizit sinkt
Die steigenden Staatsausgaben zeigen sich auch in der Staatsquote – dem Verhältnis der Staatsausgaben zur Wirtschaftsleistung: Sie lag 2025 bei 50,3 Prozent und stieg damit erstmals seit der Corona-Pandemie über die 50-Prozent-Marke.
Insgesamt wuchsen die Einnahmen des Staates aber noch stärker als die Ausgaben. Nach vorläufigen Daten belief sich das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung auf rund 107 Milliarden Euro. Gemessen an der Wirtschaftsleistung betrug das Defizit 2,4 Prozent – nach 2,7 Prozent 2024.
Damit hielt Deutschland die europäische Verschuldungsregel ein: Der europäische Stabilitäts- und Wachstumspakt erlaubt ein Haushaltsdefizit von höchstens drei Prozent.
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Russische Sabotage? Zwei mutmaßliche Agenten angeklagt
Die Bundesanwaltschaft hat am Oberlandesgericht Stuttgart Anklage gegen zwei mutmaßliche Agenten Russlands erhoben. Die beiden Ukrainer sollen im Auftrag eines russischen Nachrichtendienstes Pakete mit GPS-Trackern in Richtung Ukraine verschickt haben, um einen späteren Versand von Brandsätzen auszutesten.