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  • Bundesregierung setzt auf vorläufige Anwendung von Mercosur-Abkommen

    Das EU-Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay wird nach Einschätzung der Bundesregierung noch vor Abschluss einer Überprüfung durch den Europäischen Gerichtshof angewandt werden können. «Ich gehe davon aus, dass es möglich sein wird, Mercosur provisorisch im Laufe des Jahres in Kraft zu setzen», sagte Außenminister Johann Wadephul bei einem EU-Treffen in Brüssel. Dies könne zeigen, dass Europa als Handelspartner verlässlich und attraktiv sei.

    Die EU-Kommission hatte zuletzt immer wieder betont, dass eine endgültige Entscheidung über die vorläufige Anwendung des Abkommens noch nicht gefallen sei. Mit dem Schritt würden die Brüsseler Behörde und die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten auf Konfrontationskurs zum Europäischen Parlament gehen. Dieses hatte zuletzt mit knapper Mehrheit beschlossen, den EuGH vor der Entscheidung über die abschließende Ratifizierung untersuchen zu lassen, ob das Abkommen mit EU-Recht vereinbar ist.

    Kritiker wollen Abkommen ausbremsen

    Kritiker des Abkommens erhoffen sich von dem Schritt auch, dass dadurch das Inkrafttreten mindestens bis zur Veröffentlichung des EuGH-Gutachtens verzögert wird. Nach Rechtsauffassung des Rates der Mitgliedstaaten kann es allerdings schon vorher vorläufig angewandt werden, sobald es von mindestens einem Mercosur-Staat ratifiziert wurde. Dieser Schritt wird noch in der ersten Jahreshälfte erwartet.

    Der Mercosur-Deal war am Jahresbeginn in Paraguay nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen unterzeichnet worden und soll eine neue Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Einwohnern schaffen. Durch den Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen soll der Austausch von Waren und Dienstleistungen angekurbelt werden. 

    Besonders große Chancen werden für die Autoindustrie, den Maschinenbau und die Pharmabranche gesehen. Auf Autoimporte in die Mercosur-Länder wird beispielsweise derzeit ein Zoll in Höhe von 35 Prozent fällig.

    Europäische Landwirte fürchten allerdings die Konkurrenz aus den Mercosur-Staaten und sprechen von einer Existenzbedrohung für die europäische Landwirtschaft. In Südamerika können etwa Agrarprodukte wie Rindfleisch günstiger produziert werden als in Europa. Die EU-Kommission weist dies entschieden zurück. Um einen ruinösen Preiswettbewerb zu vermeiden, gibt es weitreichende Sicherheitsklauseln.

  • EU ermittelt gegen Musks X wegen sexualisierter KI-Bilder

    Nach dem Skandal um sexualisierte KI-Bilder von Elon Musks Chatbot Grok leitet die EU-Kommission ein Verfahren gegen den US-Konzern X ein. Die Brüsseler Behörde verdächtigt das Unternehmen des Tech-Milliardärs laut Mitteilung, die Risiken bei der Einführung seiner Künstlichen Intelligenz auf der Online-Plattform nicht richtig bewertet und reduziert zu haben.

  • EU ermittelt gegen Musks X wegen sexualisierter KI-Bilder

    Nach dem Skandal um sexualisierte KI-Bilder von Elon Musks Chatbot Grok leitet die EU-Kommission ein Verfahren gegen den US-Konzern X ein. Die Brüsseler Behörde verdächtigt das Unternehmen des Tech-Milliardärs laut Mitteilung, die Risiken bei der Einführung seiner Künstlichen Intelligenz auf der Online-Plattform nicht richtig bewertet und reduziert zu haben.

  • Schulze zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt gewählt

    Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat den CDU-Politiker Sven Schulze zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Der 46-Jährige erhielt im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit.

  • Ingenieurarbeitsmarkt unter Druck

    Der aktuelle VDI/IW-Ingenieurmonitor (Q3 2025) zeichnet ein durchwachsenes Bild für den Ingenieurarbeitsmarkt: DieArbeitslosigkeit bei den IT- und Ingenieurberufen stieg insgesamt um 17,6 Prozent.Während Branchen wie IT, Kunststoffproduktion und chemische Industrie deutlich von Stellenabbau betroffen sind, gibt es in der Metallverarbeitung einen leichten Zuwachs an offenen Stellen. Dennoch besteht ein Fachkräftemangel in vielen Branchen fort. Bei den Bauingenieurberufen herrscht ein Engpass mit 306 offenen Stellen pro 100 Arbeitslosen.

    Krise trifft Ingenieurarbeitsmarkt

    Die Gesamtzahl der offenen Stellen am IT- und Ingenieurarbeitsmarkt sank im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent auf 99.470. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Berufsfeldern: Während die Zahl der offenen Stellen in den Ingenieurberufen der Metallverarbeitung im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent angestiegen ist, verzeichnen die Informatikberufe einen Rückgang von 37,7 Prozent und die Ingenieurberufe in der Kunststoffherstellung und chemischen Industrie einen Rückgang um 25,1 Prozent. „Dennoch ist in den kommenden Jahren durch Digitalisierung, Klimaschutz, demografischen Wandel sowie durch Investitionen in die Infrastruktur und weiterer Sondervermögen zu erwarten, dass der Bedarf an Beschäftigten in den Ingenieur- und Informatikberufen wieder zunehmen wird“, erklärt VDI-Arbeitsmarktexperte Maximilian Stindt.

    Fachkräftemangel weiter Thema

    Die Branche mit dem größten Engpass bei den Ingenieurberufen ist Bau, Vermessung, Gebäudetechnik und Architektur (306 offene Stellen pro 100 Arbeitslose). Sie löst damit die Ingenieurberufe Energie- und Elektrotechnik (271 offene Stellen je 100 Arbeitslose) als gefragteste Berufsgruppe ab. Es zeichnet sich zudem ab, dass sich der Fachkräftemangel allgemein in den IT- und Ingenieurberufen trotz aktueller Konjunkturflaute in den kommenden Jahren weiter verschärfen wird. „Dies ist einerseits bedingt durch den laufenden Renteneintritt der Babyboomer-Generation sowie andererseits durch sinkende Studienzahlen und nachlassende Technik- und Mathematikkompetenzen bei Schülerinnen und Schülern“, so Stindt weiter. Die Anzahl der Studierenden in den Ingenieurwissenschaften sank zwischen 2016 und 2023 um über 11 Prozent. „Infrastrukturprogramme und insbesondere die High-Tech-Agenda der Bundesregierung brauchen Ingenieur- und IT-Expertise. Der drohende Fachkräftemangel in diesen Berufen gefährdet die Umsetzung und damit die Zukunft des Technologiestandorts Deutschland“, ergänzt VDI-Direktor Adrian Willig.

    Erfolgreiche Integration ausländische Fachkräfte als Schlüssel – regionale Unterschiede

    Ein zentraler Schlüssel, um dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen, ist das Gewinnen ausländischer Studierender und Fachkräfte. „Entscheidend sind dabei zwei Faktoren: wie attraktiv Deutschland im internationalen Vergleich ist, und wie gut Integration im Alltag gelingt. Mentoring-Programme für ausländische Fachkräfte, wie VDI-Xpand, helfen dabei. Gleichzeitig müssen bürokratische Hürden abgebaut werden.“, erläutert Willig.

    Zwischen 2012 und März 2025 ist der Anteil ausländischer Beschäftigter in Ingenieurberufen insgesamt von 6 Prozent auf 11,4 Prozent gestiegen: Besonders stark vertreten sind darunter Beschäftigte aus Indien mit einer Anzahl von 13.997 (zum Vergleich: 2012 waren es noch 2.120), gefolgt von den Herkunftsländern Türkei und Italien. Wie die Anwerbung und Integration ausländischer Fachkräfte in den Arbeitsmarkt erfolgreich funktioniert zeigt sich besonders in Bayern: Im innovations- und patentstarken Großraum München leistet die Zuwanderung einen erheblichen Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur regionalen Innovationskraft. In absoluten Größen arbeiten hier die meisten ausländischen Beschäftigten in Ingenieurberufen (11.877).

    Nachwuchsförderung unerlässlich

    Zudem fordert der VDI angesichts der Fachkräftelücke eine moderne und praxisorientierte Ingenieurausbildung sowie die gezielte Nachwuchsförderung im Bereich Technik ab Kita und Schule bis hin zu Weiterbildungen. Hierbei sollten besonders Mädchen und junge Frauen im Fokus stehen. Im Rahmen der Initiative „Zukunft Deutschland 2050“ hat der VDI dazu vergangenen Herbst ein Impulspapier zur Bildung und Qualifikation der Zukunft veröffentlich, in dem 28 nationale und internationale Good-Practice-Beispiele vorgestellt werden.

    VDI als Gestalter der Zukunft

    Mit unserer Community und unseren rund 125.000 Mitgliedern setzen wir, der VDI e.V., Impulse für die Zukunft und bilden ein einzigartiges multidisziplinäres Netzwerk, das richtungweisende Entwicklungen mitgestaltet und prägt. Als bedeutender deutscher technischer Regelsetzer bündeln wir Kompetenzen, um die Welt von morgen zu gestalten und leisten einen wichtigen Beitrag, um Fortschritt und Wohlstand zu sichern. Mit Deutschlands größter Community für Ingenieurinnen und Ingenieure, unseren Mitgliedern und unseren umfangreichen Angeboten schaffen wir das Zuhause aller technisch inspirierten Menschen. Dabei sind wir bundesweit, auf regionaler und lokaler Ebene in Landesverbänden und Bezirksvereinen aktiv. Das Fundament unserer täglichen Arbeit bilden unsere rund 10.000 ehrenamtlichen Expertinnen und Experten, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen einbringen.

    Pressekontakt:
    Ihre Ansprechpartnerin in der VDI-Pressestelle:
    Sarah Janczura
    Pressesprecherin
    Telefon: +49 211 6214-641
    E-Mail: presse@vdi.de
    Weiteres Material: www.presseportal.de
    Quelle:            VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V.
  • Goldpreis erstmals über 5.000 Dollar

    Der Goldpreis ist erstmals über 5.000 Dollar gestiegen. Der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) kletterte an der Metallbörse in London im frühen Handel um bis zu zwei Prozent auf 5.093 US-Dollar (4296 Euro) und war damit so hoch wie noch nie.

  • Goldpreis erstmals über 5.000 Dollar

    Der Goldpreis ist erstmals über 5.000 Dollar gestiegen. Der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) kletterte an der Metallbörse in London im frühen Handel um bis zu zwei Prozent auf 5.093 US-Dollar (4296 Euro) und war damit so hoch wie noch nie.

  • US-Wintersturm: Mehr als eine Million Stromkunden betroffen

    Der heftige Wintersturm in den USA hat mittlerweile zu Stromausfällen bei mehr als einer Million Kunden geführt. Am Sonntagnachmittag (Ortszeit US-Ostküste) waren nach Angaben der Übersichtsseite poweroutage.us, die Daten von Energieversorgern zusammenträgt, in den Vereinigten Staaten mehr als eine Million Kunden betroffen.

  • Langer Weg zum Wirtschafts-Comeback – Reiche senkt Prognose

    Die deutsche Wirtschaft kommt nur langsam wieder in Fahrt – ein spürbarer Aufschwung ist nicht in Sicht. Die Bundesregierung erwartet in diesem Jahr lediglich ein geringes Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent, wie Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts sagte. Im vergangenen Herbst hatte Reiche noch mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,3 Prozent gerechnet.

    Die Ministerin sagte aber, es zeichne sich für dieses und das nächste Jahr eine konjunkturelle Belebung ab. Diese müsse aber dringend unterfüttert werden. Das «Reformfenster», das die Bundesregierung habe, müsse entschlossen und mutig genutzt werden.

    Lange Stagnation

    2025 schrammte Deutschland nur knapp am dritten Jahr ohne Wirtschaftswachstum vorbei, es gab ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent. Deutschland hinkt damit anderen großen Industrienationen hinterher. Auch die «Wirtschaftsweisen» rechnen für 2026 mit einem Wachstum von 0,9 Prozent. In der Krise stecken vor allem Industriebranchen. 

    Die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Tanja Gönner, sagte: «Die erwartete wirtschaftliche Erholung ist gering und bleibt brüchig.» DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov fügte hinzu: «Deutschland wächst, aber viel zu langsam.» Ein Mini-Plus der Wirtschaft 2026 sei ein ernüchterndes Signal und weit von dem entfernt, was der Standort leisten könne. 

    Mehr Tempo bei Umsetzung von Investitionen

    Ein Grund für die eingetrübten Erwartungen ist laut Regierung, dass die Erholung im zweiten Halbjahr 2025 schwächer ausfiel als erwartet. Der Start ins neue Jahr war damit schwieriger. Zudem wirken Milliarden-Ausgaben des Staates zur Modernisierung der Infrastruktur, für Klimaschutz sowie für eine Stärkung der Bundeswehr langsamer als erhofft. Bei der Umsetzung der staatlichen Investitionen sei mehr Tempo notwendig, sagte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD).

    Die schuldenfinanzierten Sondervermögen sind wesentlicher Treiber des Wirtschaftswachstums. Laut Regierung dürften die staatlichen Investitionen rund zwei Drittelprozentpunkte zum BIP-Zuwachs 2026 beitragen. Davon soll etwa die Bauindustrie und die Rüstungsindustrie profitieren. Damit die Mittel schnell eingesetzt werden, sollen Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Gesetzesänderungen sind aber noch nicht beschlossen. Demgegenüber kommen private Investitionen vor allem von Unternehmen nicht in Schwung. 

    Reiche sagte, die Schulden seien dann gerechtfertigt, wenn die Investitionen zusätzlich erfolgten. Allerdings gibt es breite Kritik daran, dass die Regierung mit den Sondervermögen Löcher im Kernhaushalt stopft. 

    Schwache Exportentwicklung

    Der in früheren Jahren so starke deutsche Export schwächelt. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen belasten höhere US-Zölle viele Unternehmen. 2025 waren die deutschen Exporte in die USA wegen höherer US-Zölle um fast zehn Prozent eingebrochen. Dazu kommt eine stärkere internationale Konkurrenz, vor allem aus China.

    Reiche sagte, mit China trete zunehmend ein Konkurrent auf die Weltbühne bei wichtigen deutschen Gütern wie im Maschinen- und Anlagenbau sowie bei Autos. Strategie der EU und der Bundesregierung sind unter anderem die neuen Handelsabkommen mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur sowie Indien, damit sich die Wirtschaft breiter aufstellt.

    Die Verbraucherpreise dürften laut Prognose rund 2,1 Prozent und damit etwas geringer zunehmen als in den Vorjahren. Im Jahresdurchschnitt 2025 lag die Inflationsrate bei 2,2 Prozent. Auf dem Arbeitsmarkt rechnet die Bundesregierung in diesem Jahr mit einer leichten Verringerung der Arbeitslosigkeit. 2025 habe die schwache Industriekonjunktur «deutliche Spuren» hinterlassen, hieß es. Viele Konzerne bauten Stellen ab.

    Reiche will Tempo bei Strukturreformen 

    Die Wirtschaftsministerin sagte, es müssten schneller und entschlossener Verbesserungen am Wirtschaftsstandort angegangen werden. Die Bundesregierung müsse in diesem Jahr signifikant vorankommen.

    Wirtschaftsverbände nennen immer wieder hausgemachte Gründe für die Schwäche der deutschen Wirtschaft: im internationalen Vergleich hohe Energiepreise, hohe Steuern und Abgaben, zu viel Bürokratie. Die Bundesregierung hat Maßnahmen auf den Weg gebracht – die Wirtschaft fordert aber höhere Entlastungen. Die Regierung hat zudem Kommissionen eingesetzt zur Reform etwa des Rentensystems. Reiche hat bereits gefordert, die Menschen müssten länger arbeiten. Sozialreformen dürften aber noch für Konflikte in der Koalition sorgen.

    In den Fokus gerückt sind auch zusätzliche steuerliche Entlastungen. Die Union spricht sich dafür aus, die ab 2028 geplante stufenweise Reduzierung der Körperschaftsteuer vorzuziehen – sofern es die Haushaltssituation von Bund und Ländern zulasse. Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD außerdem angekündigt, zur Mitte der Legislatur die Einkommensteuer für kleine und mittlere Einkommen zu senken. Auch das dürfte aber viele Milliarden kosten. 

    «Babyboomer» verschärfen Fachkräftemangel

    Viel Kritik hat ein Vorstoß des Wirtschaftsflügels der Union ausgelöst, den Rechtsanspruch auf Teilzeit einzuschränken. Reiche sieht Deutschland bei der Arbeitsproduktivität international im Nachteil. Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD zudem flexiblere Arbeitszeiten angekündigt. Im Arbeitszeitgesetz soll die Möglichkeit einer wöchentlichen statt der geltenden täglichen Höchstarbeitszeitgrenze geschaffen werden. Reiche sprach sich für die Änderungen aus. Gewerkschaften lehnen die Pläne ab.

    Ein Kernproblem ist die demografische Entwicklung, also die zunehmende Alterung der Gesellschaft. Die «Babyboomer» gehen verstärkt in Rente, es kommen aber nicht genügend Arbeitskräfte nach. Dies schmälert das ohnehin schwache sogenannte Potenzialwachstum und könnte Fachkräfteengpässe verschärfen. Die Bundesregierung setzt neben einer Fachkräfte-Einwanderung auf eine höhere Erwerbstätigkeit von Frauen und mit der «Aktivrente» auf mehr Arbeit im Rentenalter.

  • Alstom baut Standort Bautzen mit neuer Halle aus

    Der Schienenfahrzeughersteller Alstom hat in Bautzen eine erweiterte Produktionshalle in Betrieb genommen und den sächsischen Standort damit weiter ausgebaut. Alstoms Präsident für Zentral- und Nordeuropa, Tim Dawidowsky, sprach von einem wichtigen Meilenstein der Transformation hin zu einer modernen, optimierten industriellen Fertigung. «Die Erweiterung dieser Halle ist wichtig, nicht nur für Bautzen, sondern auch für uns als Alstom in Deutschland, weil es in diesem traditionsreichen Standort zeigt, dass wir Züge auch hier wettbewerbsfähig bauen können», so Dawidowsky. Der Präsident stellte zudem auch die Möglichkeit künftiger Erweiterungen des Standortes in Aussicht.

    Deutschland sei einer der größten Märkte für die Bahnindustrie. Eine Wertschöpfung vor Ort sei deshalb notwendig. Alstom habe 250 Kunden im Land. In Bautzen würden unter anderem Straßenbahnen für Berlin, Magdeburg und Dresden, sowie die S‑Bahn-Züge für Hamburg gebaut. Hinzu komme «ein Milliardenauftrag» mit der S-Bahn Rheinland, für den in Bautzen mindestens 90 S-Bahn-Züge gebaut werden sollen. Nach Angaben von Unternehmen und dem Freistaat ist das Werk in Bautzen einer der modernsten Produktions- und Teststandorte Europas und sichert mehr als 1.000 Arbeitsplätze in der Oberlausitz. 

    Konzern hatte Görlitzer Werk vor einem Jahr geschlossen

    Vor knapp einem Jahr hatte der französische Schienenfahrzeughersteller seine Produktion in Görlitz beendet. Das Görlitzer Werk hat seitdem der Rüstungskonzern KNDS übernommen, der dort nun Panzerkomponenten fertigen will. Rund 170 Beschäftigte waren nach Angaben des Unternehmens nach Bautzen gewechselt.

    Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter nannte die Investition ein Beispiel dafür, wie Industrie und Politik gemeinsam wettbewerbsfähige Industriearbeitsplätze im ländlichen Raum sichern können. «Das freut mich ganz besonders, denn wir sind in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, deshalb brauchen wir diese Beispiele», so der SPD-Politiker.