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  • NRW möchte stärker am Rüstungsboom teilhaben

    Nordrhein-Westfalens Landesregierung möchte die heimische Wissenschaft und Wirtschaft stärker mit der Rüstungsbranche verzahnen, damit Arbeitsplätze neu entstehen oder gesichert werden. Das Wirtschaftsministerium teilte in Düsseldorf mit, dass es eine Plattform konzipiere, auf der Unternehmen «gemeinsam mit Forschungspartnern konkrete sicherheitsrelevante Anforderungen technologisch adressieren und in marktfähige Systeme sowie industrielle Produktionslösungen überführen». Dabei gehe es nicht nur um Start-ups, sondern auch Großkonzerne und andere Firmen. Die Plattform heißt «Production Launch Centre Defence» (PLCD).

    Waffenfirmen im Aufwind

    Deutschlands Rüstungsbranche boomt. Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine bestellen Nato-Staaten viel mehr Rüstungsgüter beim Panzer- und Munitionslieferanten Rheinmetall oder beim Lenkflugkörper-Hersteller Diehl. Davon profitieren auch Zulieferer wie der Kölner Motorenhersteller Deutz.

    Während die klassische Industrie wie etwa der Stahlfabrikant Thyssenkrupp Steel und der Autobauer Ford angesichts einer Auftragsflaute Tausende Jobs abbauen müssen, suchen Rüstungsfirmen nach Fachkräften. Firmen, die bislang besonders die klassische Industrie mit Bauteilen beliefern und deren Probleme nun zu spüren bekommen, wollen ihre Produktion etwas umstellen, um Produkte an die Rüstungsbranche verkaufen zu können.

    Hoffnung auf mehr Investitionen

    Die von der Landesregierung geplante Plattform soll dabei helfen, solche Zulieferer sowie universitäre Forschungsinstitute stärker mit den Waffenfirmen zu vernetzen. «Um den Frieden zu wahren, müssen wir wieder gezielter in unsere Verteidigungsfähigkeit investieren», sagt NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne). Das Fundament dafür werde in Forschungslaboren, Fabrikhallen und Innovationszentren gelegt. «Mit dem Production Launch Centre Defence sorgen wir dafür, dass technologische Innovationen schneller einsatzfähig werden, neue industrielle Wertschöpfung entsteht und Europas technologische Souveränität gestärkt wird.»

    Rheinmetall-Chef Armin Papperger sieht das PLCD als «eine Einrichtung, die den Übergang von der Entwicklung zur Serienproduktion von Verteidigungssystemen beschleunigt und optimiert – eine Brücke zwischen Prototypenbau und Serienfertigung». «Nordrhein-Westfalen bekommt damit die Chance, sich nachhaltig als europäischer Hub für Forschung und Technologieentwicklung im Verteidigungsbereich zu etablieren.»

  • Kreise: Bodycams für Bahnbeschäftigte auch im Fernverkehr

    Bahnchefin Evelyn Palla will noch in diesem Jahr alle Beschäftigten mit Kundenkontakt auch im Fernverkehr sowie an den Bahnhöfen auf freiwilliger Basis mit Bodycams ausstatten. Das ist eine der Sofortmaßnahmen zum Schutz der Bahnbeschäftigten, die Palla auf einem von ihr einberufenen Sicherheitsgipfel in Berlin angekündigt hat, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr.

  • Streit um Skeleton-Helm: Ukrainer bei Olympia ausgeschlossen

    Der Ukrainer Wladislaw Heraskewytsch ist im Streit um seinen Helm durch den Weltverband vom olympischen Skeleton-Wettbewerb ausgeschlossen worden. Der Kopfschutz zeigt Bilder von Sportkollegen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind, und war vom Internationalen Olympischen Komitee bei den Winterspielen verboten worden.

  • Falsche Tickets? Festnahmen nach Betrugsverdacht im Louvre

    Die Pariser Justiz hat wegen des Verdachts eines großangelegten Betrugs mit Eintrittskarten in das berühmte Museum Louvre neun Menschen festgenommen und über 1,4 Millionen Euro beschlagnahmt. Zu den Festgenommenen gehörten Touristenführer, zwei Beschäftigte des Louvre sowie eine Person, die verdächtigt wird, das Netzwerk organisiert zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

  • DFB-Elf spielt gegen Niederlande, Serbien und Griechenland

    Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft trifft in der Nations League nach der WM auf die Niederlande, Serbien und Griechenland. Das ergab die Gruppenauslosung für die nächste Ausgabe des UEFA-Wettbewerbs in Brüssel.

  • Sicherheitsvorfall: Keine Abflüge mehr in Köln/Bonn

    Aufgrund eines Sicherheitsvorfalls ist der Flugbetrieb auf dem Flughafen Köln/Bonn derzeit weitgehend eingestellt. Abflüge seien nicht mehr möglich, weil der Sicherheitsbereich gesperrt sei, sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

  • Deutsche Rodler gewinnen Olympia-Gold in der Team-Staffel

    Die deutschen Rodler haben Gold in der Team-Staffel gewonnen. Das Duo Tobias Wendl und Tobias Arlt krönte sich in Cortina d’Ampezzo durch seinen insgesamt siebten Olympiasieg zu Deutschlands erfolgreichsten Athleten bei Winterspielen überhaupt.

  • Gewinn bei Mercedes 2025 um knapp die Hälfte eingebrochen

    Der Gewinn von Mercedes-Benz ist im vergangenen Jahr um knapp die Hälfte eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Konzernergebnis 2025 um rund 49 Prozent von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro gesunken, teilte der Stuttgarter Autobauer mit.

  • Jungheinrich schließt Produktion in Lüneburg

    Der Gabelstaplerhersteller Jungheinrich stellt seine Produktion in Lüneburg bis Ende März 2027 ein. Für die 160 Beschäftigen, deren Jobs wegfallen, einigten sich Unternehmen und die IG Metall nach langem Ringen auf einen Interessenausgleich, einen Sozialplan und einen Sozialtarifvertrag, wie die Gewerkschaft mitteilte. Das Unternehmen bestätigte die Einigung. Geregelt sind unter anderem Abfindungen sowie die Einrichtung einer Transfergesellschaft.

    Die IG Metall bezeichnete das Ergebnis als substanziell, hält die Schließung des Werks jedoch weiterhin für einen Fehler. «Wir sprechen bei Jungheinrich in Lüneburg nicht über einen Sanierungsfall, sondern über die Aufgabe einer profitablen Produktion», sagte Lennard Aldag von der IG Metall Celle-Lüneburg. «Die Entscheidung war nicht durch akute wirtschaftliche Zwänge getrieben, sondern Teil einer strategischen Neuausrichtung des Konzerns.»

    Ein Sprecher von Jungheinrich nannte die Einigung eine «sozialverträgliche Lösung». Sie unterstütze die betroffenen Mitarbeitenden beim Übergang in neue Beschäftigung. Zugleich sei der Abschluss «ein wichtiger Schritt» im Transformationsprogramm und treibe strukturelle Veränderungen voran.

    Millionenpaket nach vier Tagen Verhandlung

    Erst vergangene Woche hatten Gespräche über Interessenausgleich, Sozialplan und Sozialtarifvertrag begonnen. Nach einer «viertägigen, intensiven Verhandlungsphase» stand die Einigung. Nach Angaben der IG Metall hat das Paket ein Volumen im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. 

    Vorgesehen ist den Angaben zufolge auch eine Transfergesellschaft, die den Übergang in neue Beschäftigung erleichtern soll. Am Standort selbst sollen Konstruktion und Verwaltung mit zusammen 125 Stellen erhalten bleiben. Die eigentliche Produktion solle jedoch vollständig eingestellt werden.

    Mehr als 80 Tage Streik

    Der Einigung war ein ungewöhnlich langer Arbeitskampf vorausgegangen. Seit dem 20. November befanden sich die Produktionsbeschäftigten nach Gewerkschaftsangaben in einem unbefristeten Streik, nachdem sich zuvor eine Mehrheit in einer Urabstimmung dafür ausgesprochen hatte. Die Fertigung stand in den mehr als 80 Tagen immer wieder still. 

    Die IG Metall sprach von einem der längsten Arbeitskämpfe in Niedersachsen seit Jahrzehnten. Laut Unternehmen werden die Beschäftigten am Montag die Arbeit wieder aufnehmen. 

    Jungheinrich hatte im vergangenen Sommer ein umfangreiches Sparprogramm angekündigt. Weltweit sollten demnach rund 1.000 Stellen abgebaut werden. Bereits damals stand die Schließung des Werks in Lüneburg bis 2027 im Raum. Die IG Metall hatte die Pläne als «Tabubruch» kritisiert und dem Unternehmen vorgeworfen, ehrgeizige Wachstumsziele «auf dem Rücken der Beschäftigten» zu verfolgen.

    Spezialfertigung mit Tradition

    In Lüneburg werden bislang Sonder- und Kleinserien nach speziellen Kundenanforderungen gefertigt – etwa Hubwagen für besonders enge Lager oder für sehr schwere Lasten. Das Werk für diese Sonderbauten wurde 1989 neu errichtet. Damals investierte das Unternehmen rund zwölf Millionen D-Mark in die Produktionsstätte.

    Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Jungheinrich einen Überschuss von 289 Millionen Euro, 3,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Umsatz lag bei rund 5,4 Milliarden Euro. Bis 2030 strebt das Unternehmen einen Umsatz von zehn Milliarden Euro an. Die Ergebnisse für 2025 will der Konzern Ende März vorlegen.

  • Grenzschutz-Kommandeur: Razzien in Minnesota werden beendet

    Die umstrittenen Razzien von Bundesbehörden gegen Migranten im US-Bundesstaat Minnesota sollen nach den Worten des Grenzschutz-Kommandeurs Tom Homan eingestellt werden. «Angesichts der Erfolge» habe US-Präsident Donald Trump seinem Vorschlag zugestimmt, die Einsätze zu beenden, sagte Homan auf einer Pressekonferenz.